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Mazedonien. Kurzreferat zur Landeskunde

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 4 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

MAKEDOIEN MK

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil Makedonien mein Vaterland ist und weil ich in diesem Land zehn Jahre gelebt habe. Daher kann ich Ihnen viele interessante Dinge über Makedonien erzählen.

Noch in der frühen Urzeit wurde das heutige Makedonien von Urvölkern, welche sich Makedonen, Paionen, Brigen, Pelagonen usw. nannten, zum ersten Mal besiedelt. Mit der Zeit wuchs unter den Leuten der Wunsch nach mehr Land. Es wurde gekämpft, auch wenn es nur um 10m2 ging. Durch Kriege wurden die Makedonen immer mächtiger und mächtiger, und dadurch vergrösserten sie ihr Land immer mehr. Mit Alexander dem Grossen, berühmter Herrscher der früheren Makedonen, schafften sie es sogar, Makedonien bis Asien zu erweitern. Als Alexander ermordet wurde, war Makedonien nicht mehr als nur ein Land, welches nicht mehr viel zu melden hatte. Dadurch erlitt Makedonien eine Krise und verlor mächtig an Land. Später kamen die Slawen, welche aus dem Karpatengebiet stammen und mischten sich unter das makedonische Volk.

In der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts begannen von Makedonien aus die Heiligen Slawenapostel Kyril und Method mit der Missionierung Ost- und Mitteleuropas. Dass Papst Johannes Paul II die beiden Heiligen 1980 als Patrone neben den Heiligen Benedikt stellte, unterstreicht die enorme Bedeutung ihrer Tätigkeit für die Formung Europas durch das Christentum. In Makedonien wurde das Werk des Heiligen Kyril und Method von ihren Schülern und ersten slawischen Bischöfen, den Heiligen Kliment und Naum, fortgesetzt, die auch das von Kyril entwickelte Alphabet vervollkommneten. Das Alphabet, welches aus 31 Buchstaben besteht, wird heute auch von vielen anderen Ländern auf dem Balkan benutzt. Da Kliment und Naum in Ohrid das erste autokephale Erzbistum und spätere Patriarchat begründeten, an dem slawisch als Kirchensprache verwendet wurde, bezeichnet sich die Makedonisch- Orthodoxe Kirche heute gerne als die älteste slawische Kirche der Welt. Mit Beginn der türkisch-osmanischen Herrschaft Ende des 14. Jahrhunderts wird Makedonien dann zum ersten und dauerhaften Zentrum des Islams in Südeuropa. Diese Herrschaft über Makedonien dauerte ca. 550 Jahre. Aber nach all den Jahren haben sich einige tapfere Männer, deren Anführer Goce Delcev war, gefunden, die ihr Land verteidigten und wiedergewannen. Leider konnten sie nicht das vollständige Makedonien zurückerobern, sondern Teile davon wurden unfreiwillig dem Feind überlassen.

Makedonien vor der türkisch-osmanischen Herrschaft

Ausserdem spaltete sich hier, auf makedonischem Boden, das römische Weltreich in Ost und West. Hier bildete sich die Grenze zwischen Papsttum und Orthodoxie. Hier prallte das römische Reich deutscher Nation, Ungarn und später Oesterreich-Ungarn auf das Bollwerk des osmanischen Reiches in Europa. Hier fand bis in unsere Tage ein oft gnadenloser Kampf der Balkanstaaten um das wichtige Herzstück der Halbinsel statt. Nebenbei war das antike Makedonien die Heimat des berühmten Aristoteles, des Philosophen auf dem Königsthron, Alexander des Grossen, der in seinem Reich die europäische Idee von einem Miteinander unterschiedlichster Völker verwirklichte.

Der Kampf um die Heimat, um die eigene Kirche, Kultur und Sprache dauerte Jahrhunderte lang. Durch den langen Kampf wurden die Urbevölkerung, die Makedonen und die Slawen zu einem Volk der Makedonen. Diese Geschichte ist die Identität der Makedonen, welche sie nie verlieren werden, egal wo sie leben. Ob ausserhalb der Republik Makedonien (Vardar- Makedonien) in Griechenland (Aegäis-Makedonien), Bulgarien (Pirin-Makedonien), Serbien oder Albanien.

Die Republik Makedonien befindet sich in Süd-Osteuropa. Makedoniens Nachbarstaaten sind: Bulgarien im Osten, Griechenland im Süden, Albanien im Westen und Jugoslawien (Serbien) im Norden. Makedoniens grösste Stadt und zugleich auch Hauptstadt ist Skopje. Andere grössere Städte sind z.B. Kumanovo, Tetovo, Struga, Ohrid, Bitola, Gevgelija, Strumica, Stip usw. In Makedonien befinden sich drei grössere Seen: der Ohrid-See, der Prespan-See und der Dojran-See. Grösster makedonischer Fluss ist Vardar, welcher Makedonien in Ost- und Westmakedonien teilt. Gebirge gibt es auch: Sar-Planina, Korap, Kozuf, Osogovo, Plackovica usw.

Makedonien heute

Makedonien ist sehr klein, nämlich 25713 km2. Das dürfte auch der Grund sein, dass Makedonien nur 1936877 Einwohner hat. 1/3 aller Makedonen verdienen ihr Geld durch Landwirtschaft. Makedonien exportiert Tabak, Weizen, Wein usw.

Die übervolle Geschichte hat ihre Spuren überall hinterlassen. Staunend steht der Besucher im ganzen Land vor unvergleichlichen kulturellen Denkmälern. Antike Ausgrabungen, Meisterwerke jahrhundertealter Kunst, orthodoxe Kirchen und Klöster, prachtvolle Moscheen und Karawansereien übertreffen sich gegenseitig in ihrer Schönheit. Mächtige Festungswerke zeugen von vergangener Macht. In der Architektur der Dörfer und Städte spiegeln sich die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse in den schönsten Formen. Jedem Besucher Makedoniens sei ein Besuch im Nationalmuseum in Skopje empfohlen, welches von reichen antiken Ausgrabungen über Kirchenkunst und Freiheitsbewegungen die makedonische Geschichte heute noch präsentiert.

Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn in den grösseren Städten sind ganze Viertel geprägt von Plattenbauten und deprimieren den Betrachter durch Vernachlässigung. Die wenigen dort verbliebenen historischen Wohngebäude sind ruiniert und vermitteln das Gefühl, dass sie bewusst dem Verfall preisgegeben werden. Von Vorzeigeobjekten wie Ohrid abgesehen, wird kaum mehr etwas geleistet, um kulturelles Erbe zu sichern. Dieses schlimme Gefühl verschwindet jedoch beim Betreten liebevoll gepflegter Wohnungen. Gastfreundschaft ist bei den Makedonen Tradition, und jeder Besucher wird herzlich empfangen. Gastfreundschaft hilft jedoch nicht, wenn man bedenkt, dass die Arbeitslosigkeit die 30-Prozent-Marke schon überschritten hat. Auch grosse Firmen zahlen ausstehende Löhne nur noch unregelmässig. Deswegen wächst bei der Jugend das Gefühl, im Land keine Perspektive mehr zu haben. Gleichzeitig verschärft sich das Konfliktpotential zwischen den im Land lebenden ethnischen Gruppen, vor allem das Verhältnis zwischen Makedonen und Albanern.

Schwierigkeiten hat das kleine Zwei-Millionen-Land, welches sich 1991 zur unabhängigen Republik Makedonien erklärte, auch mit den Nachbarn. Die Aufnahme in die Vereinten Nationen erfolgte im April 1993 unter grossen Schwierigkeiten. Griechenland beanspruchte ein „Exklusivrecht“ auf den Namen „Makedonien“ und setzte das unsinnige Wortgebilde „Former Yugoslav Republic Of Macedonia“ (FYROM) als international gebräuchliche Bezeichnung durch. Diese Streitigkeit ist heute noch nicht beigelegt. Für weiteren Aerger sorgte das griechische Veto gegen die von der Republik Makedonien gewählte Fahne mit der Abbildung der sechzehnstrahligen Sonne von Vergina. Diese sechzehnstralige Sonne ist ein Symbol, welches im Grab des Phillipp II (Alexanders Vater) gefunden wurde. Das deshalb im Februar 1994 verhängte Wirtschaftsembargo Griechenlands gegenüber der Republik Makedonien wurde erst im September 1995 nach einer Aenderung der makedonischen Flagge aufgehoben.

Bevölkerungsstruktur (1994):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Währung : 1 Denar (Den)= 100 Deni

Staatssprache : Makedonisch

Literaturverzeichnis : Makedonische Schulbücher (7.+8.Schuljahr):

-Geografie

Ljube Milenkovski Prosvetno Delo 1993

Skopje

-Geschichte

Alexandar Trajanovski

Prosvetno Delo

1996

Skopje

-diverse Lexika

Details

Seiten
4
Jahr
2000
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100542
Note
Schlagworte
Mazedonien

Autor

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Titel: Mazedonien. Kurzreferat zur Landeskunde