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Wie ist reine Naturwissenschaft möglich?

Facharbeit (Schule) 2001 9 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

FRAGE: WIE IST REINE NATURWISSENSCHAFT MÖGLICH?

ANTWORT: WEIL ES ÜBER DEN FORMALEN BEDINGUNGEN ALLER URTEILE KEINE WEITEREN

GIBT: DIESE BEDINGUNGEN MACHEN EIN LOGISCHES SYSTEM AUS, DIE DARAUF BEGRÜNDETEN REINEN VERSTANDESBEGRIFFE MACHEN EIN TRANSZENDENTALES SYSTEM AUS; DIE GRUNDSÄTZE MACHEN EIN PHYSIOLOGISCHES , D:H: NATURSYSTEM

AUS:DIESES NATURSYSTEM GEHT DER EMPIRISCHEN NATURERKENNTNIS VORAUS UND MACHT DIESE ERST MÖGLICH.

SOMIT KANN DIESES NATURSYSTEM DIE REINE NATURWISSENSCHAFT GENANNT WERDEN.

L.*

Logische Tafel der Urteile:

1. der Quantität nach: ( Umfang der Gültigkeit des Urteils ) Allgemeines Urteil ( Bspl. Alle Menschen sind sterblich. ) Besonderes Urteil ( Bspl. Einige Sterne sind Planeten. ) Einzelurteil ( Bspl. Kant ist ein Philosoph. )

2. der Qualität nach: ( Gültigkeit oder Ungültigkeit der Beziehung) Bejahendes Urteil ( Bspl. Diese Rose ist rot. ) Verneinendes Urteil ( Bspl. Jene Rose ist nicht rot. ) Unendliches Urteil ( Bspl. Diese Rose ist nicht-duftend. )#

3. der Relation nach: ( Art der Beziehung ) Kategorisches ( unbedingtes ) Urteil ( Bspl. Dieses Dreieck hat einen rechten Winkel. ) Hypothetisches ( bedingtes ) Urteil ( Bspl. Wenn ein Dreieck einen rechen Winkel hat, sind die beiden anderen Winkel spitz. ) Disjunktives ( ausschließendes ) Urteil ( Bspl. Ein Dreieck ist entweder rechtwinklig oder spitzwinklig oder stumpfwinklig. )

4. der Modalität nach: ( Art der Gültigkeit der Beziehung ) Problematisches ( vermutendes ) Urteil ( Bspl. Diese Rose kann heute aufblühen. ) Assertorisches ( behauptendes ) Urteil ( Bspl. Die Rose wird heute aufblühen. ) Apodiktisches ( notwendiges ) Urteil ( Bspl. Die Rose muß heute aufblühen. )

#( was immer sie sonst sei, dafür bleiben unendlich viele Möglichkeiten offen, daher unendliches Urteil.)

In diesen Urteilsformen offenbaren sich die Grundformen unseres Denkens. Sie müssen auch der Begriffsbildung zugrunde liegen. Wir brauchen nur hinter jeder der zwölf Urteilsformen den ihr entsprechenden Begriff zu suchen, so haben wir die Grundformen aller Begriffsbildung vor uns, Diese nennt Kant Kategorien. Zum Beispiel können wir ein allgemeines Urteil nur bilden, weil wir in unserem Verstand einen Grundbegriff „Wirklichkeit“ haben; ein verneinendes auf Grund eines Begriffes „Nichtwirklichkeit“ usw. Dies auf alle zwölf Urteilsformen angewandt, ergibt folgende Tafel der Kategorien ( reine Verstandesbegriffe ):*

II.* Transzendentale Tafel der Verstandesbegriffe:

1. Quantität: Einheit ( das Maß ) Vielheit ( die Größe ) Allheit ( das Ganze )

2. Qualität: Realität (Wirklichkeit ) Negation ( Nichtwirklichkeit ) Limitation ( Begrenzung )

3. Relation: Substanz ( und Akzidens ) Ursache ( und Wirkung ) Gemeinschaft ( Wechselwirkung )

4. Modalität: Möglichkeit ( - Unmöglichkeit ) Dasein ( - Nichtsein ) Notwendigkeit ( - Zufälligkeit )

Wie entsteht also der Begriff eines Gegenstandes? Aus den Empfindungen entsteht zunächst durch die apriorischen Formen der Sinnlichkeit die Anschauung in Raum und Zeit. Der Verstand verknüpft die Anschauungen nach den Gesichtspunkten der zwölf Kategorien. Das gibt empirische Begriffe ( mit anschaulichen Material gebildet ). Reine Begriffe erhalten wir, wenn wir bloße Formen der Sinnlichkeit und des Verstandes, also Raum, Zeit und Kategorien, miteinander verknüpfen.*

III. Reine physiologische Tafel allgemeiner Grundsätze der Naturwi ssenschaft:

1. Axiomen der Anschauung

2. Antizipationen der Wahrnehmung

3. Analogien der Erfahrung

4. Postulate des empirischen Denkens überhaupt

zu 1.

- subsumiert alle Erscheinungen unter den Begriff der Größe ( d.h. ist ein Prinzip der Anwendung der Mathematik auf Erfahrung)

zu 2.

- subsumiert die Empfindungen ( das Empirische an sich) unter folgenden Begriffen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Diese Grundsätze sind die eigentlichen Naturgesetze, welche dynamisch heißen können.“

- zu Erfahrungsurteilen gehört auch die Erkenntnis der Übereinstimmung und Verknüpfung und ihr Verhältnis zu Erfahrung überhaupt
- dieses Verhältnis vereinigt entweder ihre Übereinstimmung mit den formalen Bedingungen, die der Verstand erkennt, oder ihren Zusammenhang mit den Materialien der Sinne und der Wahrnehmung, oder beides
- folglich geht es um das Verhältnis von Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit

zu 3.

- sagt aus, daß alle Dinge nur als Gegenstand der Erfahrung unter den genannten Bedingungen notwendig a priori stehen
- in ihr sind alle synthetischen Grundsätze a priori enthalten

zu 4.

- betrifft die Bestimmung der Existenz in der Zeit nach notwendigen Gesetzen
- befasst sich mit Wahrnehmungen im bezug auf die Zeitbestimmung und das Verhältnis ihres Daseins in ihnen

DIE SACHE DER SINNE IST, ANZUSCHAUEN

DIE SACHE DES VERSTANDES IST, ZU DENKEN

DENKEN HEIßT, VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN ZU VEREINIGEN

ENTSTEHT DIESE VEREINIGUNG RELATIV NUR AUFS SUBJEKT, IST DIESE ZUFÄLLIG UND SUBJEKTIV

ENTSTEHT DIE VEREINIGUNG ABSOLUT, IST DIE NOTWENDIG UND OBJEKTIV

DIE VEREINIGUNG DER VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN IST DAS URTEIL ERGO: DENKEN HEIßT URTEILEN!!!!!!!!!!

DIE SUMME ALLER URTEILE IST DIE SUMME DER ARTEN, VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN ZU VEREINIGEN

DIENEN DIESE ALS REINE VERSTANDESBEGRIFFE, SO SIND SIE PRINZIPIEN OBJEKTIV GÜLTIGER URTEILE

DIE VEREINIGUNG IN EINEM BEWUßTSEIN IST ENTWEDER ANALYTISCH ODER SYNTHETISCH ERFAHRUNG BESTEHT IN DER SYNTHETISCHEN UND NOTWENDIGEN VERKNÜPFUNG DER WAHRNEHMUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN

REINE VERSTANDESBEGRIFFE SIND SOLCHE, UNTER DENEN ALLE WAHRNEHMUNGEN SUBSUMIERT WERDEN MÜSSEN, UM EIN ERFAHRUNGSURTEIL BEWERKSTELLIGEN ZU KÖNNEN

URTEILE, DIE DIESE BEDINGUNGEN AUFWEISEN, HEIßEN REGELN

REGELN; DIE DIE VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN NOTWENDIG VERKNÜPFEN, SIND REGELN A PRIORI

WENN REGELN NICHT VON ANDERN ABGELEITET SIND, HEIßEN DIESE GRUNDSÄTZE

DIE GRUNDSÄTZE A PRIORI MÖGLICHER ERFAHRUNG BETRACHTEN NUR DIE FORM DES

DENKENS UND SIND NICHT BEDINGUNGEN DER ERFAHRUNGSURTEILE, DIE OBJEKTIV GÜLTIG SIND

DIESE GRUNDSÄTZE SIND ALLGEMEINE NATURGESETZE, DIE A PRIORI ERKANNT WERDEN KÖNNEN

„Die gesetzmäßige Ordnung der Natur der Erscheinungen nennen wir Natur, ihre Gesetze Naturgesetze. Die gesetzmäßige Ordnung der Natur rührt aber daher, daß unser Verstand die Erscheinungen nach den in ihm liegenden Normen verknüpft. Der Mensch ist der Gesetzgeber der Natur! Da es unser eigenes Denken ist, welches die Natur ( zwar nicht „schafft“ aber) „macht“, kann man sagen, nicht unsere Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände richten sich nach Erkenntnis!“*

*( aus: Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1999)

Wie ist reine Naturwissenschaft möglich?

§ 14

- Natur als das Dasein der Dinge, bestimmt nach allg. Gesetzen

- Natur als Dasein der Dinge an sich selbst kann weder a priori noch a posteriori erkannt werden

1) nicht a priori, da ich wissen will, wodurch das Ding außerhalb meiner Begrifflichkeit bestimmt ist da sich aber die Regeln der Natur nicht nach meinem Verstand richten und mir die Regeln nicht vorher eingegeben sind, kann ich das Ding nicht zergliedern
2) nicht a posteriori, da mich die Erfahrung Gesetze lehrt, unter denen das Dasein der Dinge steht und diese Gesetze müßten auch außerhalb meiner Erfahrung gelten, wenn sie Dinge an sich selbst betreffen. Da ich mit meiner Erfahrung nicht erkennen kann, ob diese Gesetze notwendiger Weise gelten, so kann meine Erfahrung auch nicht die Natur der Dinge an sich selbst lehren,

- daher: die Natur richtet sich nach unseren Erfahrungen und nicht umgekehrt!

§ 15

- dennoch gibt es eine reine Naturwissenschaft, die a priori und mit Notwendigkeit Gesetze hat, unter denen die Natur steht.

- dies ist die Einführung in die Naturlehre, die vor der Physik steht, da sie empirisch ist, also auf Erfahrung beruht

- Als Beispiel der Satz, daß die Substanz bleibt und beharrt, daß alles, was geschieht, jederzeit durch eine Ursache nach beständigen Gesetzen vorher bestimmt sei

= allgemeine Naturgesetze, die a priori bestehen

§ 16

- Natur ist der Inbegriff aller Gegenstände der Erfahrung - Natur ist die gesetzmäßige Ordnung der Erscheinungen - reine Naturwissenschaft beschäftigt sich mit Naturerkenntnissen, deren Realität durch Erfahrung bestätigt werden kann

§ 17

- das Formale der Natur ist die Gesetzmäßigkeit aller Gegenstände der Erfahrung

- ist diese a priori erkannt, so ist das Formale außerdem die notwendige Gesetzmäßigkeit desselben Fragestellung: Wie ist die notwendige Gesetzmäßigkeit der Dinge als Gegenstände der Erfahrung ?

Oder: Wie ist die notwendige Gesetzmäßigkeit der Erfahrung selbst in Ansehung aller ihrer Gegenstände überhaupt a priori zu erkennen möglich?

mögliche Antwortformeln: 1)ohne das Gesetz, daß, wenn eine Begebenheit wahrgenommen wird, sie jederzeit auf etwas, was vorhergeht, bezogen werde, worauf sie nach einer allgemeinen

Regel folgt, kann niemals ein Wahrnehmungsurteil vor Erfahrung gelten

2)alles, wovon die Erfahrung lehrt, daß es geschieht, muß eine Ursache haben

zu 1) man kann Dinge a priori nur studieren, wenn man die Bedingungen und die allg. Gesetze sucht, unter denen eine solche Erkenntnis möglich ist ( den tieferen Sinn dahinter ) und dann die Möglichkeit der Dinge, als Gegenstand der Erfahrung zu bestimmen ( die Allgemeingültigkeit; das Naturgesetz )

§ 18

- alle Erfahrungsurteile sind empirisch
- aber: nicht alle empirischen Urteile sind Erfahrungsurteile
- denn: neben dem empirischen und der sinnlichen Wahrnehmung muß es noch etwas geben, daß es möglich macht aus Wahrnehmung Erfahrung zu formen
- Erfahrungsurteile sind empirische Urteile mit objektiver Gültigkeit
- Wahrnehmungsurteile sind empirische Urteile mit subjektiver Gültigkeit
- Wahrnehmungsurteile brauchen eine logische Verknüpfung von der Wahrnehmung durch ein denkendes Subjekt
- Erfahrungsurteile gebrauchen besondere im Verstand ursprünglich erzeugte Begriffe, welche das Erfahrungsurteil objektiv gültig machen
- alle Urteile sind zunächst bloße Wahrnehmungsurteile ( gelten nur für uns )
- dann aber: wollen wir, daß das WU jederzeit und vor jedermann gültig sei
- denn: wenn ein Urteil mit einem Gegenstand übereinstimmt, so müssen alle Urteile über denselben Gegenstand auch untereinander übereinstimmen, und so bedeutet die objektive Gültigkeit des Erfahrungsurteils nichts anderes, als die notwendige Allgemeingültigkeit desselben

§ 19

- das Objekt an sich selbst bleibt uns unbekannt, aber durch ein notwendiges und gemeingültiges Urteil entdecken wir die objektive Gültigkeit und so wird das Objekt durch dieses Verhältnis bestimmt

- das Wahrnehmungsurteil ist beschränkt auf die Verknüpfung zweier Empfindungen im bezug auf mich und auf meinen damaligen Zustand der Wahrnehmung (Bspl. Zimmer warm, dann bei gleicher Temperatur zu kalt )

- das Erfahrungsurteil ist diesen Einschränkungen nicht unterworfen, da es allgemein gilt und daher jederzeit und von jedermann unabhängig von den gegebenen Umständen gleich erfahren werden muß

§ 20

- Zergliederung der Erfahrung: 1) zu Grunde liegt die Anschauung, d.h. die Wahrnehmung (Sinne)

2) hinzu kommt das Urteilen (Verstand), auch in 2 Teile zergliedert wird:

a) urteilen durch Vergleich von Wahrnehmungen
b) urteilen durch Verbindung der Wahrnehmung in einem Bewußtsein

- von Wahrnehmung zu Erfahrung muß noch ein Urteil vorausgehen, das geht so von statten, daß gegebene Anschauung unter einen Oberbegriff zusammengefasst wird (subsumiert)

- dieser Oberbegriff bestimmt die Form des Urteilens

- die Form des Urteilens verknüpft das empirische Bewußtsein der Anschauung mit einem Bewußtsein überhaupt

- dadurch wird das empirische Urteilen allgemeingültig

- der Begriff unter dem subsumiert wird ist ein reiner Verstandesbegriff a priori

- dieser Verstandesbegriff a priori dient dazu, zu bestimmen, wie eine Anschauung überhaupt zu beurteilen ist

- ein solcher Begriff ist u.a. der der Ursache

- diese Begriffe dienen dazu, die Vorstellung, die hinter diesem Begriff steht, im bezug auf das Urteilen zu

bestimmen und dadurch ein allgemeingültiges Urteil möglich zu machen.

- Ein Beispiel: „die Sonne bescheint den Stein und der Stein wird warm“ ist ein bloßes Wahrnehmungsurteil und enthält keine Notwendigkeit; „die Sonne erwärmt den Stein“ ist aber ein Erfahrungsurteil, da ich zusätzlich noch den Verstandesbegriff der Ursache hinzugebe ( notwendige Verknüpfung von Sonnenschein und Wärme) und dadurch wird das synthetische Urteil notwendig allgemeingültig und Wahrnehmung wird in Erfahrung umgewandelt

- DAS HEIßT: OHNE EINEN REINEN VERSTANDESBEGRIFF UNTER DEM DIE BEGRIFFE DER ANSCHAUUNG SUBSUMIERT WERDEN KANN AUS WAHRNEHMUNG KEINE ERFAHRUNG WERDEN!!!!

- auch die reine Mathematik unterliegt diesem Gesetz: der Grundsatz, daß DIE GERADE LINIE DIE KÜRZESTE STRECKE ZWISCHEN ZWEI PUNKTEN SEI, kommt nur zustande, weil der Begriff der Linie unter dem Begriff der Größe subsumiert wird

§ 21

- reine Verstandesbegriffe sind BEGRIFFE VON ANSCHAUUNG ÜBERHAUPT

- sind sie genau bestimmt, werden auch die GRUNDSÄTZE A PRIORI DER MÖGLICHKEIT ALLER ERFAHRUNG genau bestimmt

- denn diese Grundsätze sind Sätze, welche alle Wahrnehmungen unter den reinen Verstandesbegriffen subsumieren:

Logische Tafel der Urteile:

1. der Quantität nach: ( Umfang der Gültigkeit des Urteils ) Allgemeines Urteil ( Bspl. Alle Menschen sind sterblich. ) Besonderes Urteil ( Bspl. Einige Sterne sind Planeten. ) Einzelurteil ( Bspl. Kant ist ein Philosoph. )

2. der Qualität nach: ( Gültigkeit oder Ungültigkeit der Beziehung) Bejahendes Urteil ( Bspl. Diese Rose ist rot. ) Verneinendes Urteil ( Bspl. Jene Rose ist nicht rot. ) Unendliches Urteil ( Bspl. Diese Rose ist nicht-duftend. )*

3. der Relation nach: ( Art der Beziehung ) Kategorisches ( unbedingtes ) Urteil ( Bspl. Dieses Dreieck hat einen rechten Winkel. ) Hypothetisches ( bedingtes ) Urteil ( Bspl. Wenn ein Dreieck einen rechen Winkel hat, sind die beiden anderen Winkel spitz. ) Disjunktives ( ausschließendes ) Urteil ( Bspl. Ein Dreieck ist entweder rechtwinklig oder spitzwinklig oder stumpfwinklig. )

4. der Modalität nach: ( Art der Gültigkeit der Beziehung ) Problematisches ( vermutendes ) Urteil ( Bspl. Diese Rose kann heute aufblühen. ) Assertorisches ( behauptendes ) Urteil ( Bspl. Die Rose wird heute aufblühen. ) Apodiktisches ( notwendiges ) Urteil ( Bspl. Die Rose muß heute aufblühen. )

*( was immer sie sonst sei, dafür bleiben unendlich viele Möglichkeiten offen, daher unendliches Urteil.) „Für die Dinge an sich gelten die Kategorien freilich ebensowenig wie die apriorischen Formen der Sinnlichkeit, Raum und Zeit. Für die Dinge, wie sie uns erscheinen, gelten die Kategorien allgemein und notwendig. Es kann uns niemals eine Erfahrung vorkommen, die mit dem Kausalgesetz nicht übereinstimmt - weil ja alle Erfahrung erst durch die formende Tätigkeit des Verstandes mittels der Kategorien zustande kommt.“

§ 22

- zusammengefasst gesagt:

- DIE SACHE DER SINNE IST; ANZUSCHAUEN

- DIE SACHE DES VERSTANDES IST; ZU DENKEN

- DENKEN HEIßT; VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN ZU VEREINIGEN

- ENTSTEHT DIESE VEREINIGUNG RELATIV NUR AUFS SUBJEKT; IST DIESE ZUFÄLLIG UND SUBJEKTIV

- ENTSTEHT DIE VEREINIGUNG ABSOLUT; IST DIE NOTWENDIG UND OBJEKTIV

- DIE VEREINIGUNG DER VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN IST DAS URTEIL

- ERGO: DENKEN HEIßT URTEILEN!!!!!!!!!!

- DIE SUMME ALLER URTEILE IST DIE SUMME DER ARTEN; VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN ZU VEREINIGEN

- DIENEN DIESE ALS REINE VERSTANDESBEGRIFFE; SO SIND SIE PRINZIPIEN OBJEKTIV GÜLTIGER URTEILE

- DIE VEREINIGUNG IN EINEM BEWUßTSEIN IST ENTWEDER ANALYTISCH ODER SYNTHETISCH

- ERFAHRUNG BESTEHT IN DER SYNTHETISCHEN UND NOTWENDIGEN VERKNÜPFUNG DER WAHRNEHMUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN

- REINE VERSTANDESBEGRIFFE SIND SOLCHE; UNTER DENEN ALLE WAHRNEHMUNGEN SUBSUMIERT WERDEN MÜSSEN; UM EIN ERFAHRUNGSURTEIL BEWERKSTELLIGEN ZU KÖNNEN

§ 23

- URTEILE; DIE DIESE BEDINGUNGEN AUFWEISEN; HEIßEN REGELN

- REGELN; DIE DIE VORSTELLUNGEN IN EINEM BEWUßTSEIN NOTWENDIG VERKNÜPFEN; SIND REGELN A PRIORI

- WENN REGELN NICHT VON ANDERN ABGELEITET SIND; HEIßEN DIESE GRUNDSÄTZE

- DIE GRUNDSÄTZE A PRIORI MÖGLICHER ERFAHRUNG BETRACHTEN NUR DIE FORM DES DENKENS UND SIND NICHT BEDINGUNGEN DER ERFAHRUNGSURTEILE; DIE OBJEKTIV GÜLTIG SIND

- DIESE GRUNDSÄTZE SIND ALLGEMEINE NATURGESETZE; DIE A PRIORI ERKANNT WERDEN KÖNNEN

- FRAGE: WIE IST REINE NATURWISSENSCHAFT MÖGLICH?

- ANTWORT: JA; WEIL ES ÜBER DEN GENANNTEN FORMALEN BEDINGUNGEN ALLER URTEILE KEINE WEITEREN GIBT: DIESE BEDINGUNGEN MACHEN EIN LOGISCHES SYSTEM AUS; DIE DARAUF BEGRÜNDETEN REINEN VERSTANDESBEGRIFFE MACHEN EIN TRANSZENDENTALES SYSTEM AUS; DIE GRUNDSÄTZE MACHEN EIN PHYSIOLOGISCHES; D:H: NATURSYSTEM AUS:DIESES NATURSYSTEM GEHT DER EMPIRISCHEN NATURERKENNTNIS VORAUS UND MACHT DIESE ERST MÖGLICH

- SOMIT KANN DIESES NATURSYSTEM DIE REINE NATURWISSENSCHAFT GENANNT WERDEN

( nicht zu §22 gehörig: „Die gesetzmäßige Ordnung der Natur der Erscheinungen nennen wir Natur, ihre Gesetze Naturgesetze. Die gesetzmäßige Ordnung der Natur rührt aber daher, daß unser Verstand die Erscheinungen nach den in ihm liegenden Normen verknüpft. Der Mensch ist der Gesetzgeber der Natur! Da es unser eigenes Denken ist, welches die Natur ( zwar nicht „schafft“ aber) „macht“, kann man sagen, nicht unsere Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände richten sich nach Erkenntnis!“ ( aus: Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1999)

§ 24 und 25

Reine physiologische Tafel

allgemeiner Grundsätze der Naturwissenschaft

1. Axiomen der Anschauung

2. Antizipationen der Wahrnehmung

3. Analogien der Erfahrung

4. Postulate des empirischen Denkens überhaupt

zu 1. subsumiert alle Erscheinungen unter den Begriff der Größe

( d.h. ist ein Prinzip der Anwendung der Mathematik auf Erfahrung)

zu 2. subsumiert die Empfindungen ( das Empirische an sich) unter mehreren Begriffen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Diese Grundsätze sind die eigentlichen Naturgesetze, welche dynamisch heißen können.“

- zu Erfahrungsurteilen gehört auch die Erkenntnis der Übereinstimmung und Verknüpfung und ihr Verhältnis zu Erfahrung überhaupt
- dieses Verhältnis vereinigt entweder ihre Übereinstimmung mit den formalen Bedingungen, die der Verstand erkennt, oder ihren Zusammenhang mit den Materialien der Sinne und der Wahrnehmung, oder beides
- folglich geht es um das Verhältnis von Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit

§26 zu 3.

- sagt aus, daß alle Dinge nur als Gegenstand der Erfahrung unter den genannten Bedingungen notwendig a priori stehen
- in ihr sind alle synthetischen Grundsätze a priori enthalten

zu 4.

- betrifft die Bestimmung der Existenz in der Zeit nach notwendigen Gesetzen
- befasst sich mit Wahrnehmungen im bezug auf die Zeitbestimmung und das Verhältnis ihres Daseins in ihnen

Details

Seiten
9
Jahr
2001
Dateigröße
350 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100592
Note
Schlagworte
Naturwissenschaft

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