Lade Inhalt...

Lesen im Studium

Studienarbeit 2001 11 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GRUNDSÄTZLICHES ZUM THEMA „LESEN IM STUDIUM“
2.1 Definition „Lesen“
2.2 Der Hauptaspekt beim Lesen
2.3 Lesen als kognitiver Prozeß
2.3.1 Arbeitsplatzgestaltung
2.3.2 Selbstverstärkung
2.3.3 Gedächtnishemmungen
2.3.3.1 Proaktive Hemmung
2.3.3.2 Retroaktive Hemmung
2.3.3.3 Ähnlichkeitshemmung
2.3.3.4 Gedächtnishemmungen vermeiden
2.3.4 Mehrdimensionales Lernen
2.3.5 Gruppierung und Strukturierung des Textes
2.3.6 Konzentrationsübungen
2.3.7 Lerngruppen

3 EFFEKTIVER LESEN
3.1 Überblick gewinnen (Survey)
3.1.1 Der Titel
3.1.2 Der Klappentext
3.1.3 Das Inhaltsverzeichnis
3.1.4 Das Sachwort- und Personenregister
3.2 Fragen stellen (Question)
3.3 Lesen (Read)
3.4 Wiedergeben (Recite)
3.5 Überprüfen (Review)

4 FAZIT

5 LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

Im Rahmen des Themenbereiches 3.6 „Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten“ möchte ich das Thema „ ,Studieren’: Lesen“ darlegen.

2 Grundsätzliches zum Thema „Lesen im Studium“

2.1 Definition „Lesen“

Lesen ist die „Fähigkeit, Gedrucktes und Geschriebenes zu entziffern [sowie] das Vermögen, sich Sach- und Sinnzusammenhänge, die in Texten ihren Niederschlag gefunden haben, zugänglich zu machen.“ (DTV-LEXIKON 1995, S.22)

2.2 Der Hauptaspekt beim Lesen

Während bei einer StudentIn die „Fähigkeit, Gedrucktes und Geschriebenes zu entziffern“ selbstverständlich vorhanden ist, steht beim Studieren etwas anderes im Mittelpunkt: Die StudentIn wird im Laufe der Semester mit z. T. erheblichen Textmengen konfrontiert. Dabei handelt es sich meist nicht um Unterhaltungsliteratur - und schon allein diese Einsicht wird helfen, mit der richtigen Einstellung an den Text heranzugehen - sondern um Fachliteratur und wissenschaftliche Texte, die sich durch einen hohen Informationsgehalt und Informationsdichte auszeichnen.

Die Frage ist nun, in welchem Verhältnis die für das Lesen aufzuwendende Zeit zu jenem Wissen steht, das die StudentIn nach der Lektüre hat. Oder mit anderen Worten: Wie effektiv kann eine StudentIn lesen und auf welche Weisen läßt sich diese Effektivität steigern?

2.3 Lesen als kognitiver Prozeß

Lesen ist nach der o. g. Definition ein kognitiver Prozeß. Die Psychologie nennt im Rahmen der Lerntheorien einige grundsätzliche Aspekte, die es der StudentIn erleichtern, Informationen aufzunehmen und im Gedächtnis zu behalten.

2.3.1 Arbeitsplatzgestaltung

Ein aufgeräumter Schreibtisch erleichtert es, sich auf den Text zu konzentrieren. Dazu gehört vor allem, sämtliche Gegenstände wegzuräumen, die einen vom Lesen ablenken könnten. Wichtig sind auch die Lichtverhältnisse. Ein gut ausgeleuchteter Schreibtisch trägt dazu bei, daß man auch über einen längeren Zeitraum hinweg konzentriert lesen kann, während schwache Lichtquellen oder starke Licht-Schatten-Kontraste das Auge unnötig anstrengen und schneller ermüden lassen.

Ob beim Lesen leise, beruhigende Hintergrundmusik laufen kann, hängt stark von der jeweiligen Person ab: Beim einen wirkt sie aufnahmefördernd, beim anderen nicht.

2.3.2 Selbstverstärkung

Der Begriff der „Verstärkung“ spielt beim operanten Konditionieren (nach B. F. Skinner) eine wichtige Rolle. Die Theorie besagt, daß man mit Hilfe von positiven (Belohnung) bzw. negativen (Strafe) Konsequenzen die Auftretenswahrscheinlichkeit von bestimmten Verhaltensweisen steuern kann.

Für das Lesen im Studium kann das konkret bedeuten, daß man sich immer dann selbst belohnt, wenn eine Aufgabe erledigt worden ist; wenn man also z. B. ein Buch durchgelesen und entsprechend der nachfolgenden Empfehlungen bearbeitet hat. Im Grunde geht es lediglich darum, sich durch Kleinigkeiten immer wieder neu zum Lesen zu motivieren.

2.3.3 Gedächtnishemmungen

Die Psychologie kennt drei verschiedene Arten von Gedächtnishemmungen.

1. Proaktive Hemmung
2. Retroaktive Hemmung
3. Ähnlichkeitshemmung

Gedächtnishemmungen erschweren es, Gelesenes oder Gelerntes im Gedächtnis zu behalten und sollten daher von einer StudentIn möglichst vermieden werden. Treten mehrere Hemmungen zugleich auf, verstärken sich ihre unerwünschten Wirkungen entsprechend.

2.3.3.1 Proaktive Hemmung

Beispiel: Eine StudentIn liest im Hinblick auf eine Klausur in „Geschichte der Sozialen Arbeit“ eine Stunde lang ihre Mitschriften aus den Vorlesungen durch und nimmt unmittelbar im Anschluß daran ein Buch zur Hand, das sie für eine Hausarbeit in „Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten“ über das Thema „Studieren: Lesen“ zu schreiben hat. Sie bemerkt jedoch, daß sie den Gedanken des Buchautors nur schwer folgen und sich nur wenig davon merken kann.

Hier kann eine proaktive Hemmung vorliegen: Der vorher gelernte Stoff wirkt sich ungünstig auf das Behalten der nachfolgenden Informationen aus.

2.3.3.2 Retroaktive Hemmung

Genau umgekehrt verhält es sich bei der retroaktiven Hemmung. Beim o. g. Beispiel würde sich die Lektüre des für die Hausarbeit notwendigen Buches ungünstig auf den bereits gelernten Stoff für die Klausur auswirken. Dieser müßte u. U. nochmals gelernt werden.

2.3.3.3 Ähnlichkeitshemmung

Wenn hintereinander zwei Themengebiete gelesen oder gelernt werden, die sich sehr ähnlich sind, kann es aufgrund der Ähnlichkeit zu einer Vermischung kommen, die es erschwert, sich bestimmte Informationen zu merken.

Je ähnlicher sich die Themengebiete sind, die nacheinander behandelt werden, desto wahrscheinlicher ist es, daß pro- und retroaktive Hemmung zusammen auftreten.

2.3.3.4 Gedächtnishemmungen vermeiden

Lern- bzw. Leseprobleme durch Gedächtnishemmungen lassen sich relativ einfach vermeiden:

1. Die StudentIn sollte zwischen zwei verschiedenen Themen eine kleine Pause machen, um so die Bereiche deutlich voneinander zu trennen.
2. Die StudentIn sollte die Reihenfolge beim Lesen so festlegen, daß ähnliche Themenbereiche nicht unmittelbar aufeinanderfolgen. Je deutlicher sich ein Lesestoff vom vorhergehenden unterscheidet, desto besser.

2.3.4 Mehrdimensionales Lernen

Der Mensch nimmt seine Umgebung mit jedem seiner fünf Sinne wahr. Lerntheoretiker gehen davon aus, daß Lernen umso erfolgreicher geschieht, je mehr Sinne unmittelbar angesprochen werden.

Dies bedeuted, daß es besser ist, laut zu lesen, weil so der Text nicht nur gesehen sondern gleichzeitig auch gehört werden kann und somit zwei Sinne - anstelle von einem - beansprucht werden.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Visualisierung des Textes; z. B. mit Farben, dar. Das derartige „Be-greifen“ eines Textes macht aber nur Sinn, wenn es nach bestimmten Regeln abläuft. Wer beim Bearbeiten wild mit Farben hantiert, ohne dabei nachzudenken, hat danach zwar einen bunten Text; profitieren wird er davon aber kaum. Die StudentIn sollte sich daher auf möglichst wenige Farben festlegen und jeder einzelnen eine bestimmte Bedeutung zuweisen. So könnten z. B. Personennamen, Jahreszahlen, Orte oder Fachausdrücke in je einer spezifischen Farbe gekennzeichnet werden.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Textabschnitten und Abbildungen durch eine bestimmte Farbe als Einheit erkennbar zu machen.

Oder die StudentIn weist den Farben bestimmte Prioritäten zu. Die wichtigsten Aussagen könnten z. B. blau markiert werden, die zweitwichtigsten rot usw. Diese Vorgehensweise hat außerdem den Vorteil, daß die StudentIn sich Gedanken machen muß, welche Aussagen wichtig sind und welche nicht und durch diese Eigenleistung einen persönlichen Bezug zum Text gewinnt.

2.3.5 Gruppierung und Strukturierung des Textes

Bei diesem Punkt geht es darum, daß die StudentIn sich den Text bzw. den dargebotenen Stoff selbst in kleine, „leichtverdauliche“ Stücke zerteilt und diese so anordnet, daß sie gut von ihr aufgenommen und behalten werden können. Dies erfordert manchmal eine gewisse Anstrengung, durch die die StudentIn jedoch einen persönlichen Bezug zum Text gewinnt. Und je ausgeprägter dieser persönliche Bezug ist, desto mehr Spaß wird ihr das Lesen machen und desto effektiver wird es werden.

Die letztgenannte Methode bei Punkt 2.3.4 „Mehrdimensionales Lernen“ ist ein gutes Beispiel, wie ein vorgegebener Text gruppiert werden kann; in diesem Fall nach der Wichtigkeit einzelner Aussagen.

Ebenso wirkungsvoll ist es, sich Oberbegriffe zu einzelnen Textabschnitten zu suchen, die den Inhalt in einem oder zwei Worten zusammenfassen. Diese Oberbegriffe können zudem beim ersten und zweiten Schritt der „SQ3R-Methode“, behilflich sein, indem sie es der StudentIn erleichtern, einen Überblick zu gewinnen bzw. helfen, Fragen an den Text zu formulieren.

Genauso gut ist es möglich, Verbindungen zwischen verschiedenen Aussagen des Autors zu suchen und auf diese Weise dem Text eine persönliche Struktur zu geben, wie dies ebenfalls bereits bei Punkt 2.3.4 beschrieben wurde.

2.3.6 Konzentrationsübungen

Auf den ersten Blick scheint die Empfehlung von meditativen Übungen oder autogenem Training ein wenig weit hergeholt zu sein.

Tatsache ist jedoch, daß erfolgreiches Lernen und somit auch erfolgreiches Lesen nicht unwesentlich von der inneren Befindlichkeit der StudentIn abhängt. Je gelassener sie sich fühlt und je weniger sie von Problemen oder Mißstimmungen abgelenkt wird, desto effektiver wird sie sich mit dem Text auseinandersetzen können.

2.3.7 Lerngruppen

Vor allem vor Prüfungen bietet sich der Austausch in einer Lerngruppe an. Im Gespräch mit anderen StudentInnen hat man selbst eine sehr gute Reflexionsmöglichkeit, indem man überprüft wie umfassend und tief die gelesenen Texte im Gedächtnis behalten werden konnte.

3 Effektiver Lesen

Eine Möglichkeit von vielen, um seine Leseleistung qualitativ zu steigern ist die „SQRRR- Methode“ (kurz „SQ3R-Methode“), die der amerikanische Lernforscher F. P. Robinson entwickelt hat und nach der das Lesen in fünf aufeinanderfolgenden Schritten geschieht:

1. Schritt: Überblick gewinnen (Survey)
2. Schritt: Fragen stellen (Question)
3. Schritt: Lesen (Read)
4. Schritt: Wiedergeben (Recite)
5. Schritt: Überprüfen / Wiederholen (Review)

3.1 Überblick gewinnen (Survey)

- Vor dem eigentlichen Lesen ist es ratsam, sich einen groben Überblick über den Text zu verschaffen. Sind nämlich bereits Anknüpfungspunkte vorhanden, bleiben Informationen leichter im Gedächtnis haften und das „Wissensnetz“ wird so nach und nach immer feinmaschiger.

3.1.1 Der Titel

Bereits der Titel kann zeigen, ob ein Text im Einzelfall lesenswert ist oder nicht.

Der Titel dieser Hausarbeit macht z. B. klar, daß hier nicht vom Lesen als Freizeitvergnügen oder zur Unterhaltung die Rede ist sondern daß es sich um das Lesen im Rahmen eines Studiums handelt. Wird diese Information genützt, kann eine StudentIn je nachdem bereits jetzt die Hausarbeit weglegen und nach sinnvolleren Texten suchen oder sich weiteren Überblick verschaffen.

3.1.2 Der Klappentext

Der Klappentext umreißt in knappen Sätzen den Inhalt eines Buches und informiert außerdem über den Autor und meist auch über die Zielgruppe, für die ein Buch geschrieben worden ist. Während Angaben über die Zielgruppe vor allem StudienanfängerInnen die Auswahl der passenden Literatur erleichtert, werden höhere Semester auch aus den Angaben zum Autor Nutzen ziehen können, indem sie z. B. prüfen, ober der Autor in Fachkreisen bekannt ist, welches Fachgebiet der Autor für sich in Anspruch nimmt und ob bereits andere Publikationen von ihm bekannt sind.

3.1.3 Das Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis gibt nähere Auskunft über die enthaltenen Kapitel und den Aufbau des Textes. Die StudentIn kann über den Umfang und die Anordnung der einzelnen Kapitel auf die Gewichtung schließen, die der Autor den behandelten Themen eingeräumt hat.

3.1.4 Das Sachwort- und Personenregister

Im Sachwort- und Personenregister sind die wichtigsten Stichworte und Personen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, die in einem Buch vorkommen.

Anhand einer solchen Liste kann sich die StudentIn schnell einen Überblick verschaffen, ob und in welcher Form Schlagwörter und Personen im Buch berücksichtigt wurden, die für sie wichtig sind.

3.2 Fragen stellen (Question)

Wer mit bestimmten Erwartungen an einen Text herangeht, wird größeren Nutzen aus der Lektüre ziehen können als jemand, der diesen nur passiv über sich ergehen läßt. Erwartungen haben heißt in diesem Fall aber nichts anderes als Fragen zu stellen und diese vom Text beantworten zu lassen. Die StudentIn tritt gewissermaßen in eine Kommunikation mit dem Autor ein und wird so seinen Ausführungen mehr Interesse und Aufmerksamkeit entgegenbringen.

Das Fragen sollte eigentlich schon beginnen, bevor die StudentIn einen Text überhaupt in die Hand nimmt:

- Mit welchem Ziel lese ich denText?
- Kann der Text das, was ich von ihm erwarte, überhaupt leisten?

Die Antworten hierauf ermöglichen eine erste Grobauswahl von Texten, die für die StudentIn in Frage kommen.

In der Folge werden nun nacheinander die verschiedenen Überschriften auf den Inhalt des folgenden Kapitels bzw. Abschnitts hinterfragt und mit den eigenen Erwartungen abgeglichen. Dies erleichtert es der StudentIn dann, gezielt nach Informationen im Text zu suchen.

3.3 Lesen (Read)

Beim Lesen wird die StudentIn nun im günstigsten Fall Antworten auf alle vorher an den Text gestellten Fragen erhalten. Diese aktive Antwortsuche verlangt wiederum eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text und trägt somit zum effektiven Lesen bei. Die „SQ3R- Methode“ bietet der StudentIn aber auch einen Vorteil, wenn der gelesene Text nicht alle Fragen beantwortet. Während beim „normalen“ Lesen oft gar nicht oder zu spät auffällt, daß relevante Themengebiete nicht oder nur unzureichend dargestellt sind, wird dies bei der „SQ3R-Methode“ der StudentIn, die sich daraufhin erneut auf die Suche nach entsprechender Literatur begeben wird, durch das aktive Herangehen an den Text deutlich.

3.4 Wiedergeben (Recite)

Nachdem die StudentIn den Text durchgearbeitet hat folgt nun die Kontrolle des Gelesenen: · Habe ich verstanden, worum es im Text geht?

- Konnte ich die Argumente des Autors nachvollziehen? · Weiß ich nach der Lektüre mehr als vorher?

Das Wiedergeben ist deshalb so wichtig, weil es die einzige Möglichkeit darstellt, mit der man selbst kontrollieren kann, inwieweit man die wesentlichen Aussagen eines Textes verstehen konnte. Erfahrungsgemäß ist es nämlich so, daß man fremdes Wissen erst dann wiedergeben kann, wenn es zu eigenen „Gedankengängen“ geworden ist. Und dies wiederum ist Voraussetzung dafür, daß man Informationen längerfristig und umfassend speichern kann. Für das Wiedergeben selbst bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Das stille Aufsagen im Kopf ist die am wenigsten aufwendigste, aber auch die, mit der sich die StudentIn am leichtesten selbst täuschen kann, indem sie glaubt, einen Sachverhalt verstanden zu haben, weil er irgendwie im Gedächtnis präsent ist.

Mehr Sicherheit bietet da schon das laute Aufsagen. Oft bemerkt die StudentIn erst hier, wie schwer es ihr fällt, vorher gelesenes Wissen in eigenen Worten wiederzugeben. Dies ist meist ein Zeichen dafür, daß der entsprechende Teil noch nicht vollständig verstanden wurde. Ein weiterer Vorteil von lautem Aufsagen ist außerdem, daß mehrere Sinne gleichzeitig beansprucht werden (siehe 3.2.4 Mehrdimensionales Lernen).

Die aufwendigste aber sicher auch beste Art des Wiedergebens ist das Niederschreiben. Hier bestehen kaum mehr Möglichkeiten der Selbsttäuschung: Nur was wirklich verstanden wurde, kann in eigenen Worten aufgeschrieben werden; alles andere nicht. Darüberhinaus bietet das Niederschreiben den großen Vorteil, daß man „ganz nebenbei“ ein Exzerpt zum jeweiligen Text erhält, auf das man immer wieder zurückgreifen kann und das bei der Vorbereitung auf eine Prüfung gute Dienste leistet. Auf die Vorteile, die das selbständige Gruppieren und Strukturieren eines Textes bietet, wurde bereits im Punkt 2.3.6 eingegangen.

Wann und wie oft der Schritt „Wiedergeben“ erfolgen muß hängt zum großen Teil davon ab, ob es im Text um ein vollkommen unbekanntes Wissensgebiet geht oder ob die StudentIn bereits Vorkenntnisse besitzt. Muß man sich einen Bereich ganz neu erarbeiten, kann es notwendig sein, nach jedem Abschnitt diesen Kontrollschritt zu vollziehen, während dies im anderen Fall nach jedem Kapitel ausreichen mag.

3.5 Überprüfen (Review)

Während beim Schritt „Wiedergeben“ das Verstehen des Textes im Vordergrund steht, zielt der Schritt „Überprüfen“ darauf ab, wieviel vom Text im Gedächtnis gespeichert werden konnte. Ausschlaggebend ist, daß das „Überprüfen“ sich unmittelbar an das Erarbeiten eines Wissensgebietes anschließt (also nicht erst vor einer Prüfung erfolgt) und sich über ein größeres Stoffgebiet erstreckt, als das beim „Wiedergeben“ der Fall war: Am besten über den ganzen Text oder das Buch; zumindest jedoch über mindestens ein Kapitel.

Die StudentIn legt den Text und das evtl. vorhandene Exzerpt aus der Hand und prüft, inwieweit der Stoff vollständig wiedergegeben werden kann. Wer sich die Fragen aufgeschrieben hat, die er dem Autor bzw. dem Text zu Beginn der „SQ3R-Methode“ stellte, kann diese jetzt dazu benützen, sein Wissen auf Vollständigkeit zu überprüfen.

4 Fazit

Der Flut an Texten und Informationen wird sich wohl keine StudentIn entziehen können. Entscheidend ist daher, wie sie mit den dargebotenen Mengen umgeht. Hilfsmittel und Methoden gibt es zuhauf.

Wer sich einmal bewußt mit dem Thema „Studieren: Lesen“ auseinandersetzt, einige grundsätzliche Dinge beachtet und z. B. nach der beschriebenen „SQ3R-Methode“ vorgeht wird im Laufe des Studiums lernen, bei gleichem Aufwand effektiver zu lesen und feststellen, daß er die zu bewältigende Literatur im Griff hat, und nicht umgekehrt.

5 Literaturverzeichnis

ALTENTHAN, S. u. a.: Psychologie. Hobmair, Hermann (Hg.). Köln 1993

BIRKENBIHL, Vera F.: Stroh im Kopf? Gebrauchsanleitung fürs Gehirn. 32. Auflage,

Landsberg am Lech 1997

DTV-LEXIKON IN 20 BÄNDEN: Band 11, Len-Mec. München 1995

FRANCK, Norbert: Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. München 1998

MICHELITSCH-TRÄGER, Ingrid / SEEL, Heidemarie: Lesen lernen - Vom Roman zum

Fachbuch. In: Uni Berufswahl-Magazin, 7 - 8 / 1982, Seite 23 - 25

Details

Seiten
11
Jahr
2001
Dateigröße
349 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100626
Note
Schlagworte
Lesen Studium

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Lesen im Studium