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Investition und Finanzierung

Ausarbeitung 2001 13 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der traditionelle Ansatz der Finanzierungstheorie

2 Kapitalstruktur multinationaler Unternehmen
2.1 Kapitalstruktur ausländischer Tochtergesellschaften
2.2 Kapitalquellen zur Finanzierung ausländischer Tochtergesellschaften

3 Instrumente der Finanzwirtschaft
3.1 Die Finanzdisposition
3.2 Das Finanzmanagement
3.3 Die Finanzkontrolle
3.4 Finanzwirtschaftliche Analyse
3.4.1 Liquidität
3.4.2 Allgemeine Kennzahlen

4 Linde Gas AG
4.1 Investitionen
4.2 Ziele und Grundsätze des Finanzberichts bei der Linde Gas AG
4.3 Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten

5 Schluß

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Kapitalstruktur eines Unternehmens wird im Zuge der Globalisierung und des damit verbundenen Shareholder-Value-Denkens immer wichtiger. Aus diesem Grunde kommt dem Finanzmanagement eines Unternehmens größte Bedeutung zu.

Aufgabe ist es die Zahlungsfähigkeit durch Liquiditätsmanagement sicherzustellen, durch Investitionsrechnung sichere Investitionsentscheidung zu treffen und Finanzentscheidungen mit dem Ziel zu fällen, das Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital zu optimieren und den Wert des Unternehmens zu maximieren. Liquiditätsengpässe gilt es zu vermeiden und das Konkursrisiko möglichst niedrig zu halten.

Diese Arbeit ist im Rahmen des Praxissemesters in der Abteilung Finanzen bei der Linde Gas AG (kurz: Linde Gas) entstanden. Während sich der erste Teil mit dem traditionellen Ansatz der Finanzierungstheorie beschäftigt, behandelt der zweite Teil die Kapitalstruktur und der dritte das Cash-Management. Abschließend werden im vierten Teil Investitionen der Linde AG betrachtet, insbesondere die Finanzierung der Integration der schwedischen AGA AB (kurz: AGA). Seither hat Linde Gas ihre Tätigkeit auf über 45 Länder ausgeweitet und ist somit ein Musterbeispiel eines international agierenden Unternehmens. Ferner werden im vierten Teil noch Ziele und Grundsätze des Finanzberichtswesen bei Linde Gas dargestellt.

Bei der Linde Gas AG handelt es sich um eine 100%ige Tochtergesellschaft der Linde AG. Die Ausgliederung war Ende 1999 wegen des beabsichtigten Erwerbs eines Wettbewerbers erforderlich, um diesem eine direkte Beteiligung an dem Gasegeschäft zu ermöglichen. Der Erwerb konnte jedoch aufgrund der verschärften Wettbewerbsbedingungen der EU-Kommission nicht realisiert werden.

1 Der traditionelle Ansatz der Finanzierungstheorie

Eine Möglichkeit den Marktwert eines Unternehmens und damit das Vermögen der Anteilseigner zu erhöhen ist es den Kapitalbedarf nicht vollständig mit Eigenkapital, sondern teilweise mit Fremdkapital zu finanzieren. Man nimmt an, daß es einen optimalen Verschuldungsgrad gibt, der die Kapitalkosten minimiert. Die erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber hängt vom Verschuldungsgrad ab - je höher der Fremdkapitalanteil, desto höher die erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber.

Verschuldungsgrad

In der folgenden Grafik (Abb.1) sind die erwarteten Returns als Funktion des Verschuldungsgrades abgebildet. Es ist leicht zu erkennen, daß bei einem steigendem Verschuldungsgrad die erwartete Verzinsung des Eigenkapitals am höchsten ist. Der Grund dafür ist die erhöhte Fremdkapitalquote und die Tatsache, daß bei der Gewinnaufteilung die Eigenkapitalgeber erst nach den Fremdkapitalgebern berücksichtigt werden.

Return on Equity oder kurz ROE ist bezeichnet die Eigenkapitalrendite.
Die Eigenkapitalrendite spiegelt die Ertragslage eines Unternehmens wider, indem sie das Ergebnis (Jahresüberschuss) im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Erwartete Rendite des Eigenkapitals, Fremdkapitals und der Unternehmung als Funktion des Verschuldungsgrades.

Ein höherer Verschuldungsgrad wirkt sich daneben auf das Rating2 eines Unternehmens aus. Je größer das Wachstum des Marktes, in dem sich das Unternehmen betätigt, desto niedriger sollte der Fremdkapitalanteil sein, da die Wahrscheinlichkeit eines Konkurses steigt aufgrund höherer Volatilität der Umsätze. Die Fremdkapitalgeber verlangen daher bei einem erhöhtem Verschuldungsgrad eine höhere Verzinsung ihres Kapitals.

2 Kapitalstruktur multinationaler Unternehmen

Die Kapitalstruktur multinationaler Unternehmen wird durch die verschiedenen Faktoren des internationalen betrieblichen Umfelds, wie z. B. durch das politische Risiko, das Wechselkursrisiko, die unvollkommenen internationale Kapitalmärkte, usw., beeinflußt. Bei multinationalen Unternehmen ist es notwendig, sowohl die Kapitalstruktur von ausländischen Tochtergesellschaften, als auch die konsolidierte Kapitalstruktur der Muttergesellschaft zu beachten.

2.1 Kapitalstruktur ausländischer Tochtergesellschaften

Da eine individuelle Tochtergesellschaft keine unabhängigen Kapitalkosten aufweist, sollte ihre Kapitalstruktur nicht auf der Minimierung ihrer eigenen Kapitalkosten basieren.

Ein multinationales Unternehmen sollte die Politik der niedrigsten Kreditkosten unter Berücksichtigung des Wechselkursrisikos verfolgen. In diesem Rahmen ist es das Ziel, die konsolidierten Kapitalkosten bei gegebener Höhe des unternehmerischen Risikos und des Budgets zu minimieren.

2.2 Kapitalquellen zur Finanzierung ausländischer Tochtergesellschaften

Die möglichen Kapitalquellen zur Finanzierung von ausländischen Tochtergesellschaften kann man in drei Gruppen aufteilen:

a) interne Kapitalquellen der ausländischen Tochtergesellschaft;
b) Kapitalquellen innerhalb der Unternehmensgruppe;
c) externe Kapitalquellen.

Zu a):

Die Eigenfinanzierung der ausländischen Tochtergesellschaft kann durch Abschreibungen oder einbehaltene Gewinne erfolgen.

Zu b):

Zu den finanziellen Mitteln innerhalb der Unternehmensgruppe gehört unter anderem das Kapital der Muttergesellschaft. Diese kann z.B. durch Kapitalbeteiligung, oder Bargeldkredite der Muttergesellschaft an ihre Tochtergesellschaften erfolgen. Weiter können innerhalb der Unternehmensgruppe Geldmittel eines Schwesterunternehmens, z.B. durch Bargeldkredite, verwendet werden. Schließlich kann die Muttergesellschaft die Haftung für die Kredite ihrer Tochtergesellschaften übernehmen. Es gibt die sogenannte "unbeschränkte Garantie" und andere bzw. beschränkte Formen der Haftung. Außerdem kann die Haftung auch von einem verbundenen Schwesterunternehmen übernommen werden.

Zu c):

Bei der Außenfinanzierung handelt es sich vor allem um Kreditaufnahme. Kredite können entweder im Land, in dem die Muttergesellschaft ihren Sitz hat oder in einem anderen Land aufgenommen werden. Darüber hinaus kann die Tochtergesellschaft Kapital durch lokale Aktionäre oder auch durch eine Joint-Venture Partnerschaft aufbringen.
Joint Venture ist die englische Bezeichnung für Gemeinschaftsunternehmung.
Hierbei handelt es sich um eine Form der Kooperation zwischen Unternehmen, oft verschiedener Nationalität. Aufgrund der Gesetzgebung mancher Gastländer ist ein Joint Venture manchmal die einzige Möglichkeit für ausländische Investoren auf dem dortigen Markt direkt zu investieren.3

[...]


1 http://www.boerse.de/lexikon.php3?start=r&id=1487

2 Unter Rating versteht man eine standardisierte Risiko- und Bonitätsbeurteilung von Emittenten und der von ihnen herausgegebenen Wertpapiere. Für die Bewertung werden Rating-Symbole verwendet, die von AAA (bestens) bis D (Zahlungen auf Papiere sind eingestellt) reichen. (Quelle: http://www.boerse.de/lexikon.php3?start=r&id=1454)

3 http://www.boerse.de/lexikon.php3?start=j&id=974

Details

Seiten
13
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638166249
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10089
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart – FB Wirtschaftswissenschaften
Schlagworte
Investition und Finanzierung in der Praxis

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Titel: Investition und Finanzierung