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Paul Celans "Todesfuge" als Zeugnis des Holocaust. Lyrik nach Auschwitz

Hausarbeit 2021 15 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Die Entstehung der Todesfuge
1.2 Paul Celans Verbindung zum Holocaust

2. Die Todesfuge
2.1 Formale und stilistische Analyse
2.2 Die Metaphorik des Grausamen
2.3 Interpretation: Verdeutlichung der Bestialität innerhalb der Lager

3. Lyrik nach Auschwitz?
3.1 Adornos Kritik
3.2 Holocaust-Lyrik: Celans Todesfuge als Paradebeispiel?

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Gedicht Todesfuge von Paul Celan und thematisiert die Frage der Literatur nach Auschwitz. Um besser in die Thematik des Gedichtes einsteigen zu können, werde ich mit einigen Worten über die Entstehung des Gedichtes und über das Leben des Verfassers beginnen. Da der Inhalt des Gedichtes stark mit den eigenen Erfahrungen des Dichters verflochten ist, ist es notwendig, dessen Lebensgeschichte kurz zu betrachten. Neben einer formalen und stilistischen Analyse des Gedichtes, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, ob Celans Todesfuge als Zeugnis des Holocaust gesehen werden kann und inwiefern Celan die barbarischen Vorgehensweisen und den Antisemitismus der Nazis anhand seiner Dichtung verdeutlicht. Um auf diese Frage einzugehen, ist es unausweichlich, den Inhalt des Gedichtes genau zu betrachten und die aufgeführten Metaphern auf ihre eigentliche Bedeutung zu beziehen. Hierfür werden die von Celan genutzten Umschreibungen analysiert und den dazugehörigen historischen Ereignissen zugeteilt. Zudem werden verschiedene Ansichtsweisen von Wissenschaftlern zum Thema präsentiert. Zum Abschluss wird sich die Arbeit noch kurz der Frage widmen, ob Lyrik nach Auschwitz überhaupt noch vertretbar sei. Hierfür wird auf die Aussage Adornos eingegangen, ein Gedicht nach Auschwitz zu verfassen, sei barbarisch. Ob diese Aussage auf Celans Todesfuge bezogen werden kann oder nicht, soll im Verlauf der Arbeit deutlich gemacht werden. Celans Todesfuge gilt bis heute als eines der meist diskutiertesten Werke der Nachkriegsliteratur. Nichtsdestotrotz wurde es in zahlreichen Schulbüchern abgedruckt und ist bis heute fester Bestandteil des Programms in Schulen. Die Todesfuge bewegte viele Menschen. Nicht nur diejenigen, die Erinnerungen an ihre Zeit in den Konzentrations- und Arbeitslagern haben, sondern auch jene, die sich die Umstände in diesen nicht annähernd vorstellen können.

Celans Dichtung kann als eine Berichterstattung einer anderen Art betrachtet werden und hat über die Jahre nicht an Gewicht verloren. Auf eine neue Art und Weise setzte sich Celan mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges auseinander und legte so den Grundstein für die moderne Nachkriegsliteratur.

1.1 Die Entstehung der Todesfuge

Das Gedicht, Todesfuge von Paul Celan entstand zwischen 1944 und 1945 und erschien erstmals 1948 in deutscher Fassung im Zuge der Veröffentlichung von Celans erster Gedichtsammlung Der Sand aus den Urnen. Celan thematisiert mit Hilfe lyrischer Mittel die

Judenvernichtung in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Erstmals veröffentlichte Celan die Todesfuge als Tangoul mortii, dem Todestango, in rumänischer Fassung. Diese wurde mit Hilfe seines Freundes, dem Autor, Petre Solomon vom Deutschen ins Rumänische übersetzt. Der Name der Dichtung, geht auf die Praxis zurück, dass den Gefangenen gesagt wurde, sie sollen musizieren während andere ihr Grab schaufelten oder sogar hingerichtet wurden. Bei der Veröffentlichung in der rumänischen Zeitschrift Contemporanul wurde dem Abdruck eine Bemerkung beigefügt, die besagt: „Das Gedicht, dessen Übersetzung wir hier veröffentlichen, beruht auf der Beschwörung einer wahren Begebenheit. In Lublin wie in vielen anderen ‚nazistischen Todeslagern‘ zwang man eine Gruppe von Verurteilten, wehmütige Lieder zu singen, während andere Gräber schaufelten“ (May 2008: 47). Wo und wann genau das Gedicht entstanden ist, dazu äußerte sich Celan nie genau. Laut Felsinger ist dies auch gar nicht nötig, denn alles was man über den Ursprung der Todesfuge wissen muss, ist bereits bekannt. „Ihren wahren Ursprung, den einzigen, den wir wirklich kennen müssen, kennen wir bereits: l’univers concentrrationnaire, die nationalsozialistische Welt der Konzentrationslager“ (Felsinger 1997:55). Heute geht man

jedoch davon aus, dass die Dichtung 1945 in Bukarest ihre endgültige Gestalt annahm. Wie viele und ob Frühfassungen des Gedichtes existieren, lässt sich also nicht eindeutig sagen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Endfassung nicht die erste Fassung war und Celan bereits zu seiner Zeit in Czernowitz an der Dichtung arbeitete (vgl. Felsinger 1997: 55). Die erste Veröffentlichung brachte nur mäßigen Erfolg, sodass Celan sein Gedicht 1953 erneut in seine Sammlung aufnahm und veröffentlichte. Nach der erneuten Veröffentlichung der Todesfuge, war Celan viel Lob aber auch starker Kritik ausgesetzt. Felsinger behauptet in seiner Biographie Celans sogar „Aber kein Gedicht hat das Elend seiner Zeit so radikal zur Sprache gebracht wie dieses“ (Felsinger 1997: 53). Da jedoch auch viele Kritiker der Auffassung waren, das Schöne der Lyrik lasse sich nicht mit den Gräueltaten des Holocaust vereinbaren, war nicht jeder von Celans Werk begeistert. Dies ging so weit, dass Celan die Todesfuge aus dem Programm seiner Lesereisen strich und es nicht mehr vorlas. Auf die weltbekannte Aussage Adornos zu diesem Thema und seinem Verhältnis zu Celan werde ich im weiteren Verlauf der Hausarbeit noch eingehen.

1.2 Paul Celans Verbindung zum Holocaust

Um Celans Gedankengänge um die Entstehung der Todesfuge besser verstehen zu können, bietet es sich an, einen kurzen Blick auf das Leben des Dichters zu werfen. Paul Celan wurde 1920, mit dem bürgerlichen Namen Paul Antschel, als Sohn einer jüdischen Familie, in

Czernowitz, im heutigen Rumänien, geboren. In den Jahren vor dem Krieg, studierte er erst Medizin später dann Romantik. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, mit dem Einfall der Nazis in seine Heimatstadt, wird die Familie Celans 1941 erst in ein Ghetto interniert, später dann deportiert. 1943 kommt Celan in ein Arbeitslager und hat so selbst die Zustände und Missetaten in den Lagern der Nazis erlebt. Die Mutter des Dichters wird aufgrund von Arbeitsunfähigkeit erschossen und auch der Vater verstirbt in einem Lager. Beide werden Opfer der „Vernichtung durch Arbeit“ (vgl. Horn, celan-projekt.de). Die Erinnerungen an das Gesehene verfolgen Celan sein Leben lang und er versucht alles in Form des Schreibens zu verarbeiten. Im Juli 1944 schrieb er an Eric Einhorn: „Meine Eltern sind von den Deutschen erschossen worden“. Nach der Befreiung von Czernowitz durch die Sowjetunion, nimmt er sein Studium wieder auf und zieht erst nach Wien, später nach Paris. Wie genau Celan aus dem Konzentrationslager entkam ist unklar. Im Jahre 1970 veröffentlicht ein DDR-Emigrant eine dubiose Geschichte, die angeblich auf eine Schilderung Celans zurückgeht. Diese besagt, dass Celan durch eine „Lagerselektion“ entkommen konnte und jemand anderes an seiner Stelle in den Tod geschickt wurde. (vgl. Felstiner 1997: 48). Aus diesem Grund seien alle Werke von Celan, „ein vergeblicher Bewichtigungsversuch, um die Stimme seiner Schuld zum Schweigen zu bringen“ (Wurm 1990: 40). Obwohl einige Aspekte dieser Geschichte unwahrscheinlich erscheinen, weiß niemand, wie Celan tatsächlich entkam. Im späteren Verlauf seines Lebens, wird er aufgrund von Wahnzuständen immer wieder in psychiatrische Kliniken eingewiesen, was auf die Tatsache hindeutet, dass die Geschehnisse des Krieges ihn ständig verfolgten. 1970 verstirbt Paul Celan durch Suizid, indem er sich in seiner Wahlheimat Paris in die Seine stürzt.

2. Die Todesfuge

2.1 Formale und stilistische Analyse

Um mit der Analyse des Gedichtes zu beginnen, werde ich mich einer Formalen und stilistischen Analyse des Gedichtes widmen. Das Gedicht Todesfuge besteht aus sechs Strophen und umfasst 36 Verse. Auffallend ist hier, dass kein geregeltes Versmaß und auch keine Interpunktion zu finden ist. Zudem nutzt Celan kein festes Reimschema und auch die Länge der Strophen ist nicht einheitlich. Dies könnte auf den Willen Celans zurückzuführen sein, jede Harmonie aus der Dichtung fernzuhalten und somit das Schöne der Dichtung nicht mit dem Grauen des Inhalts zu verbinden. Der Titel deutet bereits auf den metaphorischen Charakter der Dichtung hin. Diese Art des Schreibens untermauert Celan durch den Einsatz einer Stimme und einer Gegenstimme, die Stimme der Gefangenen des Lagers (wir/uns) im Gegensatz zu der des Aufsehers (er). Das mehrstimmige Sprechen der Gefangenen mit Hilfe des „wir“, verstärkt den Eindruck der Anonymität und des kollektiven Leidens. Sie scheinen um Aufmerksamkeit zu schreien. Auch das Motiv der Wiederholung bleibt im gesamten Verlauf der Erzählung auffällig. Getragen wird die Komposition von einem parataktischen Satzmodell (vgl. Buck 1999: 9). Die verschiedenen Strophen, sind thematisch unterteilt und vereinen jeweils eine Aktion. Der Inhalt der Dichtung, spitzt sich zum Höhepunkt, dem Erschießen eines Häftlings, zu. Die Auswahl des Schreibstils und die scheinbar willkürliche Aneinanderreihung der Verse untermauern die Willkürlichkeit der Taten der Nazis. Wie der Titel bereits andeutet, richtet sich die Dichtung nach dem Modell der Fuge, einem musikalischen Kompositionsstil. Dieser setzt sich aus dem Konzept der Mehrstimmigkeit zusammen und ist streng geregelt. Hierbei wird ein Thema nacheinander durch verschiedene Stimmen vertont. Dies überträgt Celan durch die vielen Klagen der jüdischen Gefangenen in sein Gedicht. Die kontrapunktische Technik, die ebenfalls dem musikalischen Bereich entstammt, stellt ein Hauptthema einem Gegenthema entgegen. Auch dies wird von Celan übernommen, indem er als Hauptthema das Leid der Juden und als Gegenthema die Charakterisierung des Aufsehers wählt. Wie in der Musik, sorgt auch in Celans Dichtung die kontrapunktische Technik für einen Spannungsaufbau.

2.2 Die Metaphorik des Grausamen

Durch das gesamte Gedicht hindurch, bedient sich Celan Metaphern. Dies hatte den einfachen Zweck, nicht in direkten Worten über das Geschehen in den Lagern schreiben zu müssen. Paul Celan wollte die Gräueltaten der Nazis, wie die Hinrichtung und Massenvernichtung der Juden nicht mit direkten Worten beschreiben, da die Grausamkeit nicht in Worte zu fassen war. Er wollte vermeiden das Geschehene in irgendeiner Weise zu poetisieren. Das Ziel des Dichters war es hingegen, auf die Bestialität des Geschehenen aufmerksam zu machen und zu vermeiden, dass die Opfer in Vergessenheit geraten.

Das Hauptmotiv des Gedichtes stellt die „schwarze Milch“ (V.1)1 dar. Vier der Strophen in Celans Todesfuge werden mit der Metapher der schwarzen Milch eingeleitet. Diese agiert als Leitmotiv und Oxymoron der Dichtung (vgl. Buck 1999: 12). Dieser scheinbar unpassenden Aneinanderreihung von Wörtern werden gleich mehrere Bedeutungen zugeschrieben. Die gegensätzigen Eigenschaften, die den Wörtern Schwarz und Milch zugeschrieben werden, lassen der Kombination eine völlig neue Bedeutung zukommen, die den grausamen Alltag der Gefangenen nicht besser beschreiben könnte. Mit dem Wort Schwarz, bringen wir den Tod, die Trauer und das Böse in Verbindung. Alles Negative und Grausame kann durch den Begriff „Schwarz“ zum Ausdruck gebracht werden. Die Milch hingegen ist weiß, ein Sinnbild für das Leben, die Kraft, das Nahrhafte. Auch mit Muttermilch, kann sie in Verbindung gebracht werden und steht somit für die Geburt, die Sicherheit und die Geborgenheit, die von der Mutter ausgeht. Durch die Kombination der beiden Wörter, verliert der Begriff „Milch“ seine positiven Eigenschaften und wird als todbringend beschrieben. So steht das Trinken dieser schwarzen, verdorbenen Milch, sinnbildlich für den Tod der Juden in den Lagern. Die Verbindung des Motives der schwarzen Milch mit der Frühe, „Schwarze Milch der Frühe“ (V. 1), verdeutlicht erneut den schmalen Grad auf dem sich die Gefangenen befinden. Auch die Frühe steht für Beginn und Leben. So wird klar, dass sich die Juden ständig zwischen Leben und Tod, zwischen

Hoffnung und Verzweiflung befinden. Man weiß im KZ nie wann der Tod einen einholt, ob morgens, mittags, abends oder nachts.

Die zweite von Celan benutzte Metapher, bezieht sich auf das Motiv der Schlange, mit der der Mann im Haus spielt. Die Schlange ist ein christliches Symbol für die Macht des Bösen und

der Hinterhältigkeit. Zudem ist die Schlange taub für das Wort Gottes und somit für den Unterschied zwischen Gut und Böse (vgl. Buck 1999: 11) Ein weiterer Vergleich kann aus der Ähnlichkeit zweier Schlangen zu den SS-Runen gezogen werden. Im Hinblick auf diese Ähnlichkeit, wird die Thematik der Konzentrationslager erneut verdeutlicht.

Auch das „goldene Haar“ (V. 6/14/22/32) der „Margarete“ steht metaphorisch unteranderem für die Ideologie der Nazis. Zum einen ist Margarete ein Verweis auf die Figur des Gretchens aus Goethes Werk Faust (vgl. Buck 1999: 15). Hier nimmt Gretchen die Gestalt der „vollkommenen Liebenden“ an. Auf diese Weise stellt Celan die Unmenschlichkeit und Brutalität des Aufsehers, seiner Sentimentalität in Bezug auf seine Liebe gegenüber. Das zweite Sinnbild der Margarete ist ihr Abbild der idealen arischen Frau. Ihr Aussehen, das goldene Haar, entspricht exakt dem Bild der deutschen Frau in der Rassenideologie der Nazis.

Auch am Schluss der ersten Strophe findet eine gut gewählte Metapher Platz. Ein Befehl des Aufsehers an die Gefangenen lautet: „spielet auf nun zum Tanz“ (V. 9). Diese Aussage beruht vermutlich auf wahren Begebenheiten. In den Konzentrationslagern war es normal, dass Gruppen von Gefangenen musizierten, während andere ihr eigenes Grab aushoben, gefoltert oder umgebracht wurden. Ursprünglich sollte diese Praxis für Ruhe unter den Gefangenen sorgen. Jedoch wurde auch dies von den Aufsehern missbraucht, die den Gefangenen befohlen fröhliche Musik wie z.B Märsche oder Tangos, während den Tötungsaktionen zu spielen. Auf diese Weise wurden die Opfer verhöhnt. Diese Idee hat vermutlich auch den ersten Titel des Gedichtes, Todestango, herbeigeführt. Zudem verwies Celan, mit diesem Satz, vermutlich auf den Totentanz. Dieser entspringt dem Volksglauben, indem Tote die Lebenden zum Tanzen verführen um diese zu sich zu holen. Beim Todestanz ist oft der Tod als Spielmann vertreten, der Geige auf Knochen spielt. Dies wird insbesondere in Vers 25 deutlich: „er ruft streicht dunkler die Geigen“ und untermauert die Theorie, dass Celan auf den Todestanz anspielt.

Das Gegenstück der Margarethe, bildet Sulamith. Die Figur der Sulamith entstammt dem Hohelied Salomos. Jedoch wurde die Darstellung der biblischen Sulamith von Celan so verändert, dass sie in den Kontext des Holocaust passt. So bildete er mit dem „aschenen Haar“ (V. 15) der Sulamith, die für die jüdischen Opfer steht, das Gegenstück zum „goldenen Haar“ der Margarethe, die die deutsche Täterseite verkörpert. Das aschene Haar soll hier eine Andeutung auf das jüdische Schicksal und die Verbrennung der jüdischen Leichen sein. Mit

Margarethe und Sulamith, stellt Celan zwei biblische Ideale gegenüber, die nebeneinander nie existieren können (vgl. Buck 1999: 15).

Neben Margarethe, die bereits Sinnbild der nationalsozialistischen Rassenideologie ist, schreibt Celan auch dem Aufseher ähnliche Eigenschaften zu. Die Andeutungen auf dessen blauen Augen, „sein Auge ist blau“ (V. 30) , entsprechen dem arischen Idealbild des deutschen Mannes.

Die letzte bedeutende Metapher, die Celan in seiner Dichtung verwendet, ist das „Grab in den Lüften“ (V. 15). Dass ein Grab sich normalerweise im Boden befindet und nicht in der Luft dürfte jedem bekannt sein. Jedoch versucht Celan auch hier auf die Verbrennung der, meist vergasten, Juden anzudeuten.

2.3 Interpretation: Verdeutlichung der Bestialität innerhalb der Lager

Wie bereits im vorigen Teil angedeutet, machte Paul Celan Gebrauch von Metaphern um die unbeschreibliche Bestialität innerhalb der Lager umschreiben zu können, da diese kaum in Worte zu fassen schien. Anders als häufig angenommen, ist die Todesfuge kein Gedicht über Auschwitz sondern vielmehr ein Gedicht aufgrund von Auschwitz, wegen Auschwitz und in Gedenken an Auschwitz (vgl. Buck 1999: 4). Es dient dem Ziel den Opfern der nationalsozialistischen, systematischen Judenvernichtung zu gedenken und die Erinnerung an diese zu bewahren. Aus diesem Grund wird das Gedicht häufig bei Gedenkzeremonien zitiert.

[...]


1 Alle Nachweise, die mit V. angegeben werden, beziehen sich auf die Verse in Paul Celans Todesfuge.

Details

Seiten
15
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783346398925
ISBN (Buch)
9783346398932
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Université du Luxembourg
Erscheinungsdatum
2021 (Mai)
Note
18/20
Schlagworte
Paul Celan Auschwitz Todesfuge Paul Celan 21 Jahrhundert 2. Weltkrieg Lyrik Adorno

Autor

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Titel: Paul Celans "Todesfuge" als Zeugnis des Holocaust. Lyrik nach Auschwitz