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Familie und Lebensformen in moderner und postmoderner Gesellschaft

Examensarbeit 1998 151 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil I

1. Die Beschäftigungsfelder der Familiensoziologie
1.1 Spezifische Aufgabenstellungen an die Familiensoziologie
1.2 Funktionsverlust und Auflösungserscheinungen der Familie

2. Die Moderne im Problemfeld der Familiensoziologie
2.1 Pluralität und Pluralisierung der Lebenswelten als kennzeich- nendes Merkmal der modernen Gesellschaft
2.2 Die Folgen der Moderne
2.2.1 Das Risiko der modernen Abstraktheit
2.2.2 Das Risiko von Individualisierung, Pluralisierung und Anomie
2.2.3 Das Risiko des veränderten Zeithorizonts

3. Die Postmoderne in Abgrenzung zur modernen Gesellschaft
3.1 Das Merkmal der konsequenten Semiotik
3.2 Das Merkmal der Pluralisierung im Kontext der Postmoderne
3.3 Das Merkmal von Individualisierung und Identität

Teil II

4. Die Familie in der modernen Gesellschaft
4.1 Die Neustrukturierung der Funktionen der modernen Familie
4.2 Die Bedeutung verwandtschaftlicher Beziehungen für die moder- ne Familie in bezug auf die „funktionale Ausdifferenzierung“
4.3 Die Pluralisierung familialer Lebensformen als spezifisches Merkmal der modernen Familie
4.4 Familie und Ehe im Prozeß der Deinstitutionalisierung

5. Die Bedeutung der Ehe in der modernen Gesellschaft
5.1 Ehescheidungen
5.2 Das Phänomen der „sukzessiven Ehe“ als Lebensform der modernen Gesellschaft
5. 3 Das Phänomen der „kinderlosen Ehe“ als Lebensform der modernen Gesellschaft

6. Die Bedeutung der Partnerschaft in der Moderne
6.1 Die „nichteheliche Lebensgemeinschaft“ als alternative Lebensform zur institutionellen Ehe
6.2 Das Konzept des „living-apart-together“
6.3 „Commuter-Beziehungen“ – eine moderne familiale Lebensform?

7. Die Bedeutung der sozialen Beziehungen in der modernen Familie
7.1 Die soziale Struktur der Eltern-Kind-Beziehung
7.2 Die strukturelle Ausprägung der Mutter-Kind-Beziehung in Abhängigkeit von mütterlicher Erwerbstätigkeit bzw Nichterwerbstätigkeit
7.3 Die soziale Beziehung unter Geschwistern und deren Einfluß- nahme auf die strukturelle Ausprägung der Eltern-Kind- Beziehung

8. Die Grundsteinlegung der Erziehung in der modernen Familie: „Das Jahrhundert des Kindes“ – Kritik am Erziehungssystem des ausgehenden 19. Jahrhunderts durch Ellen Key
8.1 Der Prozeß der familialen Sozialisation in Anlehnung an ein verändertes Erziehungsverhalten in der modernen Familie
8.2 Familienspezifische Voraussetzungen für den Prozeß der Sozialisation
8.3 Familienspezifisch erschwerende Bedingungen für den Prozeß der Sozialisation

Teil III

9. Die Familie im Diskurs der Postmoderne
9.1 Die Pluralität familialer Lebensformen als demographische Vielfalt und als Vielfalt der Bezeichnungen – Erklärungsmodell zum Übergang zur Postmoderne
9.2 Das Konzept der Aleatorik im Diskurs der postmodernen Familie
9.2.1 Deutungsversuch der Entstehung von Partnerschaften mittels des Konzeptes der Aleatorik
9.2.2 Die Ursachen für Ehescheidungen im Deutungsmuster der Postmoderne
9.2.3 Veränderte Eltern-Kind-Beziehung im Übergang zur Postmoderne

Zusammenfassende Betrachtung

Quellenverzeichnis

Einleitung

Die Wahl, Familie im Hinblick auf die spezifischen Wandlungsprozesse, denen sie im Zuge der Modernisierung unterliegt, sowie die Frage nach ihrer Eingliederung in den Prozeß des gesellschaftlichen Übergangs zur Postmoderne zu untersuchen, zum Gegenstand meiner Arbeit zu machen, ist in erster Linie bedingt durch mein Interesse an familiensoziologischen Fragestellungen allgemein.

Als ich mit Herrn Dr. phil. Stein das Themengebiet auf die Analyse der Familie sowie der Pluralität familialer Lebensformen in der modernen und in der postmodernen Gesellschaft eingrenzte, dachte ich, es stellt sicherlich die interessante Anforderung, Familie einmal in einem ganz speziellen Zusammenhang zu untersuchen.

Ich muß gestehen, als ich anfing, mich in das Themengebiet einzulesen, erfaßte mich augenblicklich eine Begeisterung, die sich auf meine gesamte Beschäftigung mit der Analyse der Familie an sich aber auch in Zusammenhang mit ihrem Einfluß auf die Gesellschaft, sowie der These, sie befände sich in einer anhaltenden Krise, die oftmals, meiner Ansicht nach fälschlicherweise, als ein Strukturverfall der Familie angesehen wird, niederschlug.

In nahezu allen Publikationen über Familie seit den sechziger Jahren taucht diese These über den Strukturverfall der Familie und damit zusammenhängend die Frage auf, ob sich die Familie seit Beginn des gesellschaftlichen Wandels hin zur Moderne in einer stetigen Krise befindet.

Ich habe mich bei der eingehenden Beschäftigung mit diesem Thema davon überzeugen können, daß gerade durch die veränderten Bedingungen, die die Um- strukturierung der Gesellschaft hin zur Moderne mit sich gebracht hat, die Familie tatsächlich einem enormen Wandlungsprozeß unterliegt. Dieser resultiert wohl in erster Linie aus der heutigen Pluralisierung der Lebensformen und damit einher-gehend den erschwerten Definitionsbedingungen einer spezifischen, übergeordnet geltenden Familienform (vgl. S. 14 f). Neben der zweifelsfrei definierten Kernfamilie reicht das Spektrum heutiger familialer Lebensformen von „nichtehelichen Lebensgemeinschaften“ über „Commuter-Ehen“ und „living-apart-together“-Beziehungen bis hin zu „kinderlosen Ehen“ und „Fortsetzungsfamilien“.

Sicherlich haben die bedeutsamen, modernisierungsspezifisch bedingten Veränder-ungen innerhalb der Familie diese wiederum in eine nicht zu unterschätzende Krise gestürzt, die sich in einer gewissen Desorganisation ihrer Binnenstruktur äußert.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die Struktur der Familie seit den sechziger Jahren einen enormen Stabilitätsverlust erlitten hat. Die bedingenden Faktoren sind vielfältig, zu ihnen zählt unter anderem der Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit, die Verbesserung des Ausbildungs- und Berufssystems und nicht zuletzt das gesellschaftsspezifische, moderne Phänomen der sogenannten „peer-groups“. Die Gruppe der Gleichaltrigen spielt eine tragende Rolle im Entfremdungs- und Herauslösungsprozeß der Jugendlichen aus dem engen Familienverband.

Ich vertrete aber die These, daß angesichts des Wandlungsprozesses dem die Familie heute unterliegt, in dem Sinne nicht von einem Strukturverfall die Rede sein kann.

Meiner Ansicht nach erweist sich die Familie eher als eine der stabilsten und zeitüberdauerndsten Institution der Gesellschaft. Wie sonst ist es möglich, daß sie sich über Jahrhunderte hinweg in ihrer Beständigkeit bewährt hat?

Diese konstante Erscheinungsform der Familie wird um so bedeutender, wenn man sich vor Augen hält, daß sie sich auch innerhalb einer Phase, in der die Gesellschaft großen strukturellen Umwälzungen in allen Teilbereichen unterliegt, dennoch als eine weitgehend beständige Institution etabliert hat. Zwar kann sie sich den Einflüssen der gesellschaftlichen Umstrukturierungen nicht entziehen, wie man z.B. an der Pluralisierung ihrer äußeren Lebensformen erkennen kann, aber in diesem Zusammenhang von einem totalen Strukturverfall zu sprechen, erscheint mir nicht gerechtfertigt.

Im ersten Teil dieser Arbeit beschäftige ich mich vordergründig mit den Problembereichen der Familiensoziologie in der modernen Gesellschaft. Dies scheint mir unerläßlich im Hinblick auf das Beschäftigungsfeld mit Familie als Teilsystem der Gesellschaft zu sein, da gerade die Familiensoziologie sie primär als „Keimzelle der Gesellschaft“ ansieht. An ihr richtet sich alles weitere Leben aus und sie ist es primär, die das Individuum durch den spezifischen Prozeß der frühkindlichen Sozialisation in seinem gesamten späteren Wertempfinden und seinen Verhaltensorientierungen prägt. Sie gewährt uns das, was wir in keinem anderen Teilbereich der Gesellschaft finden können: Intimität, Wärme, Geborgenheit und die Chance zur individuellen Ausprägung der eigenen Persönlichkeit.

Natürlich sind in diesem Zusammenhang auch die spezifischen Auswirkungen auf die Familiensoziologie, die die Umstrukturierung der Gesellschaft hinsichtlich der Moderne nach sich zieht, von großer Bedeutsamkeit. Ihre Möglichkeiten zur Analyse der Familie erscheinen mir im Hinblick auf die Pluralität der familialen Lebens-welten und den damit einhergehenden erschwerten Definitionsbedingungen zunehmend geschwächt. Daraus ergibt sich wiederum eine weitere Schwierigkeit für die Familiensoziologie: das primäre Ziel der Einordnung familialer Lebensstrukturen in den gesamtgesellschaftlichen Kontext und die Auswirkungen ihrer Struktur- beschaffenheit, zum einen auf die Gesellschaft und zum anderen auch auf die Familie selber, zu analysieren. (vgl. S. 14 f)

Weiterhin beschäftige ich mich in diesem Zusammenhang mit dem Phänomen der Moderne und den sie bedingenden gesellschaftlichen Wandlungsprozessen. Ihr spezifisches Merkmal ist in der Pluralisierung der Lebenswelten zu sehen, die ihrerseits, auch im Zuge des Individualisierungsprozesses, wiederum mit einer Ver-vielfältigung der individuellen Handlungsperspektiven einhergeht.

Allerdings ergeben sich aus dieser Zunahme der Wahlmöglichkeiten auch unbestreitbare Folgen für die Gesellschaft und für das Individuum, die sich zum großen Teil in einer Destabilisierung bisher verbindlicher Normen und Werte äußert und somit ebenso Raum für eine Pluralisierung der Wertsysteme schafft.

Die negativen Auswirkungen der Moderne zeigen sich in diesem Sinne in einer Desorientierung des einzelnen innerhalb der Gesellschaft, hinsichtlich der augenscheinlich außer Kraft gesetzten, vorgegebenen Normorientierungen und Handlungsperspektiven. Die Möglichkeit, sich individuell zu entscheiden, wandelt sich unter dem Aspekt der Befreiung des Individuums im Zuge des Moderni-sierungsprozesses in einen Zwang, sich entscheiden zu müssen. Daraus resultieren oftmals Verhaltensunsicherheiten und Ängste in bezug auf den Lebensverlauf hinsichtlich der Zukunftsperspektive. (vgl. S. 19 f)

Schließlich beschäftige ich mich in diesem Teil mit der heute zunehmend diskutierten Frage, ob sich die moderne Gesellschaft bereits in einem Übergangsstadium hin zu einer postmodernen Gesellschaft befindet.

Aufgrund der Vielfalt familialer Lebensformen, auch im Hinblick auf die Pluralisierung ihrer Bezeichnungen, und dem Fortschreiten des Individualisierungs-prozesses wird heute vielfach die These vertreten, daß dem so ist.

Allerdings drängt sich wiederum die Frage auf, ob man im Verlaufe einer modernen Gesellschaft davon sprechen kann, man befinde sich in einem Entwicklungsstadium hin zu einer Gesellschaft, die moderner als modern sei. Was ist in diesem Sinne moderner als die Organisationsstruktur, die unsere Gesellschaft heute kennzeichnet?

Kann man in diesem Sinne überhaupt schon sicher von einer Entwicklung sprechen, die eigentlich noch in der Zukunft liegt?

Im zweiten Teil dieser Arbeit beschäftige ich mich ausschließlich mit den Auswirkungen des Modernisierungsprozesses auf die Binnenstruktur der Familie.

In diesem Zusammenhang erscheint es mir wichtig, die komplexen Teilsysteme, die die Familie bedingen, hinsichtlich der veränderten Bedingungen im Zuge der Modernisierung zu untersuchen. Dazu zählt zum einen die Institution der Ehe und die Partnerschaft, sowie die neu entstandenen vielfältigen Lebensformen in diesen Bereichen; weiterhin die Neustrukturierung der sozialen Beziehungen innerhalb der Familie, die veränderte Einstellung zu Kindern, die Bedeutung von Erziehung und Sozialisation als bedeutsame Aufgaben der Familie und auch der Wandel im Hinblick auf die Geburtenentwicklung seit Beginn der sechziger Jahre.

Vertritt man die These, die Familie befände sich in einem Stadium zunehmenden Strukturverfalls, dann müssen ihre, soeben beschriebenen, spezifischen Teilsysteme im Hinblick auf die Wandlungsprozesse, die sich in ihnen im Zuge der Modernisierung vollzogen haben, zunächst unabhängig voneinander analysiert werden. Nur auf diese Weise kann man einen übergreifenden Zusammenhang zwischen den spezifischen Entwicklungen einerseits, und ihren Auswirkungen auf die Familienstruktur in ihrer Ganzheit herstellen.

Die Auswirkungen dieser veränderten Bedingungen innerhalb der einzelnen, die Familie bedingenden, Teilsysteme führen heute soweit, daß zunehmend die These vertreten wird, die Familie befände sich in dem krisenhaften Prozeß einer Deinstitutionalisierung, in dessen Verlauf sie ihre überragende Monopolstellung in der Gesellschaft einbüße. Dies gilt gleichermaßen für die Institution der Ehe als primäres Leitbild einer funktionierenden Paarbeziehung.

Auch die These von einer möglichen Deinstitutionalisierung werde ich im Hinblick auf die, sie bedingenden, modernisierungsspezifischen Faktoren und ihre Auswirk-ungen auf die Stellung von Familie und Ehe in der modernen Gesellschaft analy-sieren.

Abschließend werde ich untersuchen, inwiefern die moderne Familie in bezug auf den Diskurs der Umstrukturierungen der Gegenwartsgesellschaft hin zur Post-moderne gleichermaßen mit dem Präfix „post“ versehen werden kann.

Da aber allein die Existenz einer postmodernen Lebensform vielfach in Frage gestellt wird und in diesem Zusammenhang, daraus resultierend, nur unzureichende Defini-tionen hinsichtlich der Postmoderne auftreten, gestaltet sich die Aufgabe der Einglie-derung der modernen Familie in den gesamtgesellschaftlichen Wandlungsprozeß schwierig.

Was sind diesbezüglich die Charaktersitika, die uns von einer möglichen „postmodernen“ Familie sprechen lassen und unter welchem Gesichtspunkt muß in diesem Zusammenhang die bestehende Familienstruktur betrachtet werden?

All dies sind Fragen, die meiner Ansicht nach in der familiensoziologischen Literatur noch weitaus intensiver behandelt werden müssen.

Teil I

1. Die Beschäftigungsfelder der Familiensoziologie

Seit Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre befindet sich die Familiensoziologie besonders durch die Arbeiten R. Königs, H. Schelskys und G. Wurzbachers in einem Stadium enormen Aufschwungs. Seit Mitte der sechziger Jahre ist auch eine Vielfalt an Publikationen zu Fragestellungen der Familiensozio-logie erschienen. Zu nennen sind hier insbesondere die Arbeiten von Claessens (1962), Neidhardt (1966, 1970) und Wurzbacher (1963, 1968).1

„Die Blüte familiensoziologischer Forschung im ersten Nachkriegsjahrzehnt hängt offensichtlich unmittelbar zusammen mit der Erschütterung der gesellschaftlichen Strukturen durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse. Die familialen und verwandtschaftlichen Beziehungen hatten sich als die einzig noch halbwegs intakt gebliebenen, verläßlichen Stützen für den einzelnen erwiesen, so daß die Frage nach dem Bestand und der Zukunft der deutschen Familie von großer gesellschafts-politischer Relevanz war.“2

Die familiensoziologischen Bemühungen dieser Zeit waren gekennzeichnet von dem Bestreben, die Gesellschaft durch die Stärkung der Familie und somit auch der interpersonellen Beziehungen, aufzubauen und politisch zu stabilisieren.

Daneben stand innerhalb der Beschäftigung mit der Familie selbst die zentrale Frage nach ihrer Stabilität bzw. den Möglichkeiten ihrer Stabilisierung im Mittelpunkt.3

Die zentrale Ausgangslage in diesem Zusammenhang bildet der Umstand, daß in der Familie durch die Sozialisation der Kinder die Vermittlung von normierten Verhaltensmustern, Wertorientierungen und Einstellungshaltungen erfolgt, welche die Grundlage für die Aufrechterhaltung und Stabilisierung des „sozialen Systems Gesellschaft“ darstellen.4

In der gegenwärtigen Familiensoziologie steht „die Eigendynamik der inneren Struktur“ der Familie im Mittelpunkt. Das gesamte Familienleben steht in Abhängig-keit von ökonomischen und sozialen Faktoren, die zwar einen großen Einfluß auf seine Gestaltung nehmen, allerdings von der Familie selbst wiederum nicht beein-flußbar sind. „Familienstruktur und Familienfunktionen hängen ganz entscheidend ab von der jeweiligen Stellung des oder der ´Ernährer` in der Produktion, von Art und Höhe des Einkommens, von den durch die Produktionsverhältnisse bestimmten Bedingungen des Konsums, des Freizeitverhaltens etc.“5

Die Familiensoziologie beschäftigt sich vordergründig mit der Untersuchung der familialen Verhältnisse auf der Grundlage von willkürlich ausgewählten Fallbei-spielen und Stichproben. Familie wird hier als die „im Einzelfall beobachtbare Gruppe“ verstanden, deren Mitglieder in einem Zusammenhang stehen sollen, der allgemein als „soziales System“ bezeichnet wird.6

In diesem Sinne typisiert, erklärt und beschreibt die Familiensoziologie in multidimensionaler Sichtweise die Eigenschaftsveränderungen familialer Struktur-zusammenhänge.7 Sie beschäftigt sich in erster Linie mit den Destruktionsprozessen innerhalb der Familienstruktur und empfindet ihre Entwicklung als eine „nach-hinkende Anpassung“.8

Diese Destruktionsprozesse resultieren zum einen sicherlich in erster Linie aus den veränderten Bedingungen, die sich im Hinblick auf die Einstellungen zu Familie ergeben haben. Zum anderen folgern sie somit natürlich grundlegend aus den Wand-lungen der, Familie vordergründig bedingenden Teilsysteme (Ehe, Partnerschaft, Kinder etc.), die dem Zuge des Modernisierungsprozesses entspringen.

Neidhardt faßt den Komplex der Untersuchungen hinsichtlich der Familie, mit dem sich die Familiensoziologie beschäftigt, im wesentlichen unter den folgenden drei Fragestellungen zusammen:

1. Durch welche sozialen Positionen und Strukturen ist die Familie gekennzeichnet?
2. Welche Faktoren bedingen diese sozialen Positionen und Strukturen?
3. Was bewirkt die Familie für ihre eigenen Mitglieder, für andere Gruppen und für die Gesellschaft insgesamt?9

Über diese allgemeine Sichtweise hinaus, lassen sich in den familiensoziologischen Publikationen zwei verschiedene Forschungsperspektiven unterscheiden.

Schumacher bezeichnet sie als die „äußere“ und die „innere“ Betrachtungsweise der Familie. Die „äußere“ Perspektive beschäftigt sich vordergründig mit den Funktio-nen der Familie für die Gesellschaft, während die „innere“ demgegenüber ihre Konzentration auf die zentrale Frage nach den Funktionen richtet, die die Familie in erster Linie für das Individuum zu erbringen vermag.10

Versucht man, die Leistung zu beurteilen, welche die Familie als soziales System erbringen kann, so muß man bei der „äußeren“ Betrachtungsweise der Familie alle übergeordneten, gemeint sind „gesamtgesellschaftliche Funktionserfordernisse“, berücksichtigen. Bei der „inneren“ Betrachtungsweise dagegen werden allein die individuellen Bedürfnisse herangezogen, die die einzelnen Mitglieder in der Familie befriedigen können. Dabei liegt der Vorteil der „äußeren“ Betrachtungsweise darin, daß die gesellschaftlichen Funktionen der Familie grundlegend klar definiert sind. Viele aktuelle Probleme des Familiensystems allerdings sind durch diese Forschungsperspektive nicht faßbar, sondern entspringen den „individuellen Kalkülen, Problemen und Entscheidungen der betroffenen Menschen“, so z.B. die Ursachen von Geburtenrückgang und Zunahme der Scheidungshäufigkeit. Dazu zählt sicherlich auch, inwieweit die Familie bestimmte individuelle Bedürfnisse erfüllen kann; welche Bedürfnisse, die über ihren Rahmen hinausweisen, sie weiterhin zu befriedigen vermag und schließlich, welche Einschränkungen die Entscheidung zur Gründung einer Familie mit sich bringt.11

„Es ist der Zusammenhang zwischen Familie und individueller Bedürfnisstruktur, der Beitrag, den die Familie zur Realisierung individueller Lebenspläne leisten kann, welcher stichhaltige Erklärungen zu den oben angesprochenen gesellschaftlichen Problemfeldern, also auch zu einem besseren Verständnis sozialer Wandlungs-prozesse, liefern kann.“12

1.1 Spezifische Aufgabenstellungen an die Familiensoziologie

Die moderne Familiensoziologie beruft sich bei der Bestimmung des Entwicklungsstandes der modernen Familie auf die strukturelle Differenzierung einer allgemeinen soziologischen Entwicklungslehre, die vor allem auf William F. Ogburn zurückzuführen ist.

Er widersprach der allgemeinen Auffassung der alten soziologischen Schulen von einer Entwicklung der Gesellschaft, die in sich harmonischen und gleichmäßig ver- läuft und stellte fest, daß sich die verschiedenen „Teilsysteme“ einer Gesellschaft in enorm unterschiedlichen Zeitabläufen und Maßstäben wandeln.13

„Den Grundvorgang dieser Entwicklung bildet die Aufstockung und Veränderung der materiellen Kulturbestandteile, der Fortschritt der Produktions- und Wirtschafts- bedingungen. Um sich in diesen materiellen Gegebenheiten des Daseins zurechtzufinden und mit ihnen umgehen zu können, bildet die Gesellschaft jeweils ein System von Sitten, Glaubenssätzen, Rechtsordnungen und Staatsideen aus, das sich den Veränderungen der materiellen Kultur instrumental anpaßt.“14

Dieser doppelte Prozeß verläuft aber meist nicht synchron. Im Bereich der „geistig-kulturellen Verarbeitung der sozialen Vorgänge in einer Gesellschaft“ kommt es teilweise „zu außerordentlichen Verspätungserscheinungen“.15

Darüber hinaus besteht aber desweiteren noch ein sehr beträchtlicher Unterschied im Entwicklungstempo der einzelnen materiellen und institutionellen Teilsysteme der Gesellschaft.

Überträgt man nun diese Einsichten auf die Familie als soziales System, erkennt man, daß sie in zweierlei Hinsicht unangepaßt und zurückgeblieben ist hinsichtlich den sehr viel schneller ablaufenden basalen Prozessen der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung und der politisch-sozialen Wandlungen. Diese Unangepaßtheit besteht erstens hinsichtlich der Institution der Familie „in ihrer tatsächlichen Gruppenverfaßtheit“ und zweitens hinsichtlich ihres familiären Selbstverständnisses, als normative Vorstellung, wie eine Familie eigentlich auszu-sehen habe und welche Bedeutung die Rolle des einzelnen in ihr hat.16

Daneben muß das, in der gegenwärtigen Entwicklungslage der Familie, gleichzeitige Vorhandensein mehrerer sehr verschiedener familialer Lebensformen berücksichtigt werden.

Das besondere Problem, das sich hieraus für die Familiensoziologie ergibt, besteht darin, daß die Familie aufgrund dieser Vielfalt der Lebensformen, in der sie sich ausdrückt, nicht mehr als einheitliche Konsistenz angesehen und erfaßt werden kann.

Im Gegenteil, sie steht auf den verschiedensten Entwicklungsstufen innerhalb des Anpassungsprozesses an den industriellen Arbeitsbereich, was natürlich zu Spannungen innerhalb der vielfältigen Lebensformen führt und somit die „einheitliche Einordnung der Familie in soziale, staatliche oder wirtschaftliche Gesamtzusammenhänge (Familienrecht, Schulpolitik usw.)“ in erheblichem Maße beeinträchtigt.17

Allerdings, so Schelsky, erscheint die Familie gerade durch ihre „schwere Wandel-barkeit und ihr tiefbegründetes Beharrungsvermögen“ von einer Stabilität gekenn-zeichnet, die in einer sozialen Welt, deren komplexe und öffentliche Teilsysteme sich zur Zeit in einer stetigen Krise und folglich ihrerseits auf der Suche nach neuen Fak- toren der Stabilitätsgewinnung befinden, als außergewöhnlich eingestuft werden kann.

Schelskys These kann ich mich in diesem Sinne nur anschließen. Kein anderes Teilsystem der Gesellschaft hat sich über Jahrhunderte hinweg in diesem Ausmaß etablieren können. Hinzu kommt, daß man von keinem dieser Teilsysteme mit solcher Gewißheit, wie es sich in bezug auf Familie nun einmal verhält, sagen kann, es zeichne sich, unabhängig von all den Wandlungsprozessen, denen die Gesellschaft in Zukunft noch unterliegen wird, durch ein solches Ausmaß an Stabilität aus, daß es die Fähigkeit besitzt, unabhängig von seiner Erscheinungsform, sich zu jeder Zeit und in allen Gesellschaftstypen zu bewähren.

„In einer verfallenden und sich auflösenden Gesellschaftsverfassung sind es vor allem Bedürfnisse der Stabilität und der Ordnung, die zur Gestaltung drängen.“18

1. 2 Funktionsverlust und Auflösungserscheinungen der Familie

Als Resultat verschiedener Modernisierungsprozesse hat sich die Familie entscheidend verändert. Der bedeutendste Effekt der Modernisierung ist die „insti-tutionelle Differenzierung“, womit die Verteilung von Funktionen, die vorher nur von einer Institution getragen wurden und nunmehr auf verschiedene Institutionen übertragen werden, gemeint ist.19

Die moderne Familiensoziologie sucht nach der besonderen Problematik der heuti-gen Familie und gelangt somit unweigerlich zu Grundbegriffen wie „Desintegration“ und „Desorganisation“. Unter Desintegration versteht man den fortlaufenden Ablö-sungsprozeß der familiären Funktionsbereiche aus den Aufgaben der Gesamt-gesellschaft, wogegen man den Begriff der Desorganisation definiert als die Vorgänge der negativen Beeinflussung der familialen Struktur und der Gruppen-beziehungen innerhalb der Familie selber.20

In der Desorganisation der Familie sind zwei Störungsquellen zu unterscheiden. Zum einen erfolgt eine enorme Schwächung der Familie hinsichtlich ihrer Kontinuität, ihrer traditionellen Verbindlichkeit und ihres strukturellen Zusammenhaltes durch die zunehmenden Veränderungen der gesamtgesellschaftlichen Umwelt, durch die dominante Stellung der Politik und der Wirtschaft in der Gesellschaft, durch die erhöhten Mobilitätserfordernisse und nicht zuletzt auch durch die geringe Bedeut-samkeit der Familienverhältnisse in der öffentlichen Meinung. Zum anderen treten heute vielfach ernstzunehmende Anzeichen einer Binnendesorganisation der Familie auf, die sich entweder in einem strukturellen Personalausfall innerhalb der Familie (Verwitwung, Scheidung, Verwaisung) oder als unharmonische Beziehungen der Familienmitglieder zueinander (erschütterte Ehen, Spannungen zwischen Eltern und Kindern) äußern.21

Sicherlich stellen sich diese Anzeichen einer Binnendesorganisation der Familie und die sie bedingenden verheerenden Veränderungen, die sich in bezug auf ihre soziale Struktur ergeben haben, als eine unbestreitbare Tatsache dar. Dennoch denke ich, daß die sogenannte Desintegration, die aus der Ausdifferenzierung der Funktionsbe-reiche innerhalb der Gesellschaft resultiert, in vielerlei Hinsicht zu „schwarz gemalt“ wird, vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen, die sich daraus für die Familie ergeben.

Ich vertrete die These, daß die Familie eine der stabilsten Konsistenzen aufweisen kann, die je eine Institution im gesamten Entwicklungsverlauf der Gesellschaft auszeichnete. Sie paßte sich über Jahrhunderte den spezifischen Wandlungs-prozessen der Gesellschaft an, die oftmals deren gesamten Strukturbestand in grundlegendem Maße in Auflösung begriff.

In diesem Sinne zeichnet sich die Familie durch ihre außerordentliche Fähigkeit aus, ihre spezifische Struktur, ihre fest verankerte Stellung in der Gesellschaft und besonders ihre Möglichkeiten, gerade in einer Gesellschaft, die gekennzeichnet ist durch ein enormes Maß an Anonymität, dem einzelnen ein beruhigendes Gefühl der Wärme, Intimität und Geborgenheit zu vermitteln, zu verteidigen

Viele Kritiker stellen der These vom Funktionsverlust der Familie allerdings heute die Frage entgegen, ob die unbestreitbare Abgabe von Funktionen der Familie an spezifisch besser organisierte Teilsysteme für die Gesellschaft und auch für die Familie wirklich einen Verlust darstellt.22

Denn bietet sich der Familie nicht die Möglichkeit, durch die stattgefundene Spezialisierung und Konzentration auf einige wenige Funktionen, auf diese in besonderem Maße einzugehen und sie in ihren Leistungen intensiv wahrzunehmen?

Die moderne Familiensoziologie spricht diesbezüglich auch nicht mehr von einem Funktionsverlust, sondern vom „Funktionswandel“ und der „Funktionsdifferen-zierung“.23

Bei der vieldiskutierten Frage um den Funktionsverlust der Familie darf in diesem Zusammenhang auch nicht übersehen werden, daß es sich bei dieser Abgabe von Funktionen nur um „Funktionsteile“ handelt, und daß deshalb auch die Familie in den betroffenen Funktionsbereichen keineswegs wirkungslos geworden ist, dies gilt besonders für die Funktionsbereiche Erziehung und Freizeit.24

Neidhardt führt an dieser Stelle den Begriff der „Funktionsverlagerung“ an. Denn durch das Abtreten bestimmter Funktionsteile an öffentliche Einrichtungen gelangt die Kernfamilie erst zu der Erfüllung ihrer eigentlichen Funktionen, z.B. die gestei-

gerten Anforderungen durch die frühkindliche Erziehung. „Die entscheidende Veränderung besteht nicht in Funktionsabgaben der Kernfamilie, sondern darin, daß die zu allen Zeiten außerhalb der Kernfamilie liegenden Leistungs- und Entscheidungsträger nicht mehr Sippen, Clans und fest integrierte Nachbarschaften sind, sondern hochspezialisierte Industriebetriebe, Behörden und Schulen. Das eigentlich Neue liegt darin, daß diese modernen Institutionen eine andere, nämlich distanziertere Beziehung zur Kernfamilie haben als die Verwandtschafts- und Nach-barschaftsgruppen.“25

Auch Brigitte Berger und Peter Berger vertreten die unbestreitbare These von dem Funktionsverlust der Familie. Dieser Verlust betrifft vor allem ökonomische und pädagogische Funktionen. Doch hat gerade dieser Verlust die Familie freigemacht für die Übernahme neuer Funktionen, die sich „besonders auf den einzelnen in der Familie, seine Rechte und seine Möglichkeiten der Selbstverwirklichung“ konzentrieren.26

In diesem Sinne vermag es die Familie, wie kein anderes Teilsystem der Gesell-schaft, für den einzelnen einen Raum zu schaffen, in dem er sich individuell entfalten kann und in dem er die Möglichkeit hat, seine Persönlichkeit auszugestalten, ohne sich dabei der Übernahme spezifischer Rollenstrukturen bedienen zu müssen.

2. Die Moderne im Problemfeld der Familiensoziologie

Die moderne Gesellschaft unterscheidet sich von nicht-modernen Gesellschaften in vielerlei Hinsicht. Der Prozeß der Modernisierung umfaßt nahezu alle Teilbereiche der Gesellschaft, so z.B. die soziale Schichtung, die Bedeutung der Religion und der Arbeit, die Wirkung der Massenmedien, den Stellenwert der Jugend und die Bedeutung der Funktionen der Familie.27

Die Struktur der modernen Gesellschaft erscheint als eine in höchstem Maß differenzierte Gesellschaftsstruktur. „Die Vielzahl sozialer Positionen, Rollen, Gruppen und Werte zusammen mit der Aufsplitterung in relativ selbständige Teile – etwa Familie, Arbeitswelt, Freizeit und Religion – sowie dazu noch teils kooperierende und konkurrierende funktionsspezifische Organisationen ergeben zusammengefaßt eine gesellschaftliche Vielfalt, die üblicherweise als Pluralismus bezeichnet wird.“28

Nach Hettlage besteht das wesentliche Merkmal der Moderne darin, daß „die reli-giösen Institutionen ihren Einfluß auf die Gesellschaft weitgehend verloren haben und an eine Vielzahl von anderen Agenturen der Wirklichkeitsdefinition abgetreten haben (Wissenschaft, Medien, Mode)“.29 In diesem Sinne hat sich eine Vielzahl verschiedener Teilbereiche der Gesellschaft, z.B. Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst oder Politik, herausgebildet und verselbständigt.30

Für die Familiensoziologie ergibt sich hieraus das beträchtliche Problem, hinsichtlich der Analyse struktureller Bedingungen familienspezifischer Funktionen, die ge-wonnenen Einsichten in den Gesamtzusammenhang der Gesellschaft einzuordnen und somit auch ausreichende Erkenntnisse in bezug auf die Auswirkungen der Funk- tionsdifferenzierung, zum einen auf die Familie und zum anderen auf die Gesell-schaft, zu gewinnen.

Hinzu kommt noch, daß durch den, auch im Bereich familialer Lebensformen neu entstandenen Pluralismus (vgl. hierzu Kap. 2.1) und vor allem durch dessen hohe gesellschaftliche Akzeptanz, die etwas einseitige Definition von Familie als solche, in der zwei gegengeschlechtliche Partner mit ihren Kindern einen gemeinsamen Haushalt bilden, eigentlich heute nicht mehr zutreffen kann. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was Familie eigentlich ist, welche modernen Lebensformen in ihre strukturelle Organisation eingegliedert werden können, und welche sich dagegen nicht mit der Erfüllung familialer Konzepte vereinbaren lassen.

Diese erschwerten Definitionsbedingungen stellen die Familiensoziologie in der modernen Gesellschaft zunehmend vor das Problem, dasjenige strukturell organisierte Teilsystem der Gesellschaft, das sie zum zentralen Gegenstand ihrer Analysen ausgewählt hat, in dem Sinne nur unter enorm diffizilen Bedingungen innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Kontextes untersuchen zu können. Denn wie kann man etwas zum Gegenstand seiner Analyse machen, das sich in seiner aktuellen Struktur allen bisherigen Erklärungs- und Eingliederungsversuchen in das gesell-schaftliche System in diesem Maße widersetzt und von dem man heute nicht einmal mehr sagen kann, was genau es eigentlich darstellt?

Ein weiteres Merkmal der modernen Gesellschaft, das, nach Kaufmann, bisher nur wenig systematisch bedacht wurde, ist ihre „innere Dynamik“, die wiederum von den Mitgliedern der Gesellschaft als fortlaufender Wandel erfahren wird. Diese innere Dynamik „resultiert aus der Inkongruenz der ´Eigenlogiken` der funktional ausdifferenzierten Gesellschaftsbereiche“. Seiner Ansicht nach kommt somit im Begriff der Modernität die Vorstellung zum Tragen, daß die Dynamik der modernen Gesellschaft nicht „zu einem neuen, stabilen Endzustand tendiert“, sondern sie eher gekennzeichnet ist durch fortwährende Prozesse der Änderung, der Anpassung und des Lernens.31

Auch dieses Merkmal erscheint im Hinblick auf die spezifischen Aufgaben, denen sich die Familiensoziologie gegenübersteht, als ein bedeutsames Problemfeld.

Ihr primäres Ziel müßte, wie vorher aufgezeigt, eigentlich in der Bestimmung einer neuen Begriffsdefinition liegen, in dem Sinne, was Familie eigentlich heute umfaßt. Dies erscheint aber im Hinblick auf das von Kaufmann genannte Merkmal der modernen Gesellschaft als eine nahezu unlösbare Aufgabe.

In einer Gesellschaft, die einem fortgesetzten Wandlungsprozeß unterzogen ist, liegt es nahe, daß sich auch die in ihr existierenden ausdifferenzierten Teilsysteme wandeln.

Ich denke, daß die heutige Vielfalt familialer Lebensformen in diesem Sinne ebenfalls nicht zu einem, wie Kaufmann sagt, „stabilen Endzustand“ tendiert, sondern sich innerhalb des nachfolgenden epochalen Zeitabschnittes noch zunehmend verändern wird.

Das bedeutet, daß klar umrissene Definitionen von Familie eigentlich gar nicht existieren können, weil sie innerhalb weniger Jahrzehnte ebenso wieder außer Kraft gesetzt würden, wie es augenblicklich der Fall zu sein scheint.

2.1 Pluralität und Pluralisierung der Lebenswelten als grundle- legendes Kennzeichen der modernen Gesellschaft

Eines der spezifischen Merkmale der Modernität ist die Pluralität der Lebenswelten, die den Menschen in der modernen Gesellschaft umgeben. Die verschiedenen Bereiche des Alltagslebens bringen die Menschen in der modernen Gesellschaft in die Lage, das Aufeinandertreffen von sehr verschiedenen und oft gegensätzlichen Bedeutungs- und Erfahrungswelten zu erleben.32

Demnach ist der Mensch in der modernen Gesellschaft in der Regel einer enormen Polarisierung zwischen seiner privaten Welt und der Welt großer öffentlicher Institutionen, denen er in einer Vielzahl von Rollen gegenübertritt, ausgeliefert.33

Berger und Luckmann zählen in diesem Zusammenhang die Frage nach der „geistigen Orientierung“ zu den wichtigsten Herausforderungen der Moderne. „Individualismus und Pluralismus sind die Bedingungen, unter denen Menschen selbst Maßstäbe für ihr eigenes Leben bilden müssen. Dieser Maßstäbe bedürfen sie, um sich orientieren zu können in einer Situation, die geprägt ist von Wahlmöglichkeiten und dem Zwang, Entscheidungen zu treffen."34

Demnach richten sich die Menschen der modernen Gesellschaft nicht mehr danach, was in „traditionellem“ Sinne gut und für die Gesamtgesellschaft von Nutzen ist, sondern sie haben die Möglichkeit, sich individuell zu entscheiden. Berger und Luck- mann kritisieren, daß aus dieser pluralistischen Vielfalt menschlicher Entscheidungen Gemeinschaften entstehen, die „zwar jeweils die Loyalität ihrer Mitglieder genießen, aber nicht immer Rücksicht auf die Gesamtgesellschaft nehmen.“35 Hinzu kommt, daß die moderne Gesellschaft geprägt ist von einem sehr unterschiedlichen Wertsystem. Demnach wird es sehr schwer fallen, „in der heutigen Gesellschaft Eltern und Kinder zu finden, deren Verhältnis für beide Teile gleich verbindlich ist und wie selbstverständlich von einem festgefügten Wertesystem bestimmt wird.“36

Auch im Bewußtsein der Schwierigkeiten, die sich aus dem Umstand der enorm voneinander differierenden Wertsysteme zwischen den Generationen ergeben, vertrete ich dennoch die Ansicht, daß innerhalb einer Gesellschaft, die ein solch hohes Maß an Toleranz gegenüber den unterschiedlichsten Lebensformen, Wert-orientierungen und Handlungsperspektiven zeigt, die Möglichkeiten der Individuali- sierung zunehmend positiv zu bewerten sind. Ist es nicht die Ausprägung einer eigenen Sichtweise im Hinblick auf die Zukunftsperspektive und das Eintreten für eine selbstgewählte Wert- und Verhaltensorientierung, die uns zu dem macht, was wir heute sind – Individuen?

Man darf aber nicht übersehen, daß diese Form des Pluralismus eines hohen Maßes an Toleranz hinsichtlich des Zusammenlebens in der modernen Gesellschaft bedarf, da nur sie es ermöglicht, daß „Individuen und Gemeinschaften neben- und miteinander leben, die ihr Dasein an unterschiedlichen Werten ausrichten“.37

Die Vielfalt der unterschiedlichen Wertsysteme hat natürlich auch eine weitgehende Differenzierung von Handlungen, die in anderen Gesellschaftstypen noch zusam-

menhingen und sinnverwandt waren, in jeweils spezifische Institutionsbereiche zur Folge. In jedem von ihnen wird eine Unabhängigkeit bzw. Selbstbestimmung vorhandener Normen und übergreifenden Werten angestrebt und zum großen Teil auch erreicht. Die so entstandenen Handlungsschemata sind bestimmend und der einzelne hat sich ihnen unterzuordnen, anstatt umgekehrt die Handlungsvorgaben seinem eigenen „Wertempfinden“ anzupassen.38

Dies kann, entgegengesetzt der negativen Auslegung, die Berger und Luckmann an dieser Stelle vertreten, aber auch wiederum als ein besonderer Gewinn an indivduel-ler Freiheit gedeutet werden.

Ich denke in diesem Zusammenhang nicht, daß die unterschiedlichen, einen vonei-nander unabhängigen Status repräsentierenden, Wertsysteme und Handlungsperspek-tiven, die sich in den spezifischen Institutionsbereichen herausbilden, den einzelnen dem Zwang einer Unterordnung aussetzen. Angesichts der vielfältigen Wahlmöglich-keiten gestaltet es sich doch eher so, daß man gerade deshalb individuell solche Handlungsvorgaben auswählen kann, die dem eigenen Wertempfinden entsprechen.

Auch Hettlage hat sich zum einen mit den enormen Vorteilen beschäftigt, die die moderne Gesellschaft im Interesse des einzelnen Individuums zu erbringen vermag.

In diesem Sinne kennzeichnet er die beiden Strukturmerkmale Pluralisierung der Wertsysteme und der Handlungsschemata, die in modernen Gesellschaften zum Tragen kommen, als die bedingenden Faktoren, die eine Reihe von Vorteilen hervorbringen, die diese Gesellschaften ihren Mitgliedern bieten. Dazu zählt in erster Linie der sich herausbildende, die moderne Gesellschaft enorm charakterisierende, hohe wirtschaftliche Wohlstand. Weiterhin bietet die heutige Gesellschaft uns ein hohes Maß an ökonomischen, materiellen und in besonderer Weise auch psychischen Sicherheiten, die aus einem Status als „Rechts- und Wohlfahrtsstaat“ und seiner Verfassung einer parlamentarischen Demokratie resultieren.39

Diese Vorteile sind es meiner Ansicht nach auch, die zu einer gewissen Etablierung der Möglichkeiten individueller Selbstentfaltung beitragen und in diesem Sinne dem einzelnen innerhalb der Gesellschaft den Raum schaffen, seinen Lebensverlauf nach den eigenen Wünschen zu planen und auszugestalten.

In keinem anderen Gesellschaftstypus besteht in solchem Ausmaß die Möglichkeit, all seine Träume zu verwirklichen und zudem noch mit Gewißheit sagen zu können, daß man die sich individuell gesteckten Ziele mit Hilfe gesellschaftlicher Unter-stützung auch erreichen kann.

2. 2 Die Folgen der Moderne

Berger und Luckmann sehen im Prozeß der Modernisierung eine Vielzahl an Risiken. Demnach führt der moderne Pluralismus zu einer „weitgehenden Relativierung der Wert- und Deutungssysteme“, woraus sich wiederum eine Desorientierung des einzelnen in der Gesellschaft ergibt. Er untergräbt das „selbstverständliche Wissen“ des einzelnen, wie die Welt beschaffen ist und wie er sich darin verhalten muß.40 „Welt, Gesellschaft, Leben und Identität werden immer stärker problematisiert. Sie können vielfältigen Deutungen unterworfen werden, und jede Interpretation ist mit eigenen Handlungsperspektiven verknüpft. Keine Deutung, keine Perspektive kann mehr als allein gültige und fraglos richtige übernommen werden.“41

Sicherlich ist die neu entstandene Pluralisierung der Wertsysteme unbestreitbar eng

verknüpft mit einer Desorientierung des einzelnen in bezug auf die richtige Auswahl individueller Handlungsperspektiven. Ich tendiere aber dennoch dazu, zu behaupten, daß durch diese Form der Individualisierung gleichermaßen eine Befreiung des Individuums von den Zwängen der Gesellschaft Einzug gehalten hat, die nicht zu unterschätzen ist. Meiner Ansicht nach ist es mehr als wünschenswert, daß der einzelne innerhalb der Gesellschaft seinen strukturellen Lebensverlauf eigenständig planen und gestalten kann und auf eine Vielzahl vorhandener Wertsysteme zurückgreifen kann, als gegenteilig dem notwendigen Zwang eines Wertsystems zu unterliegen. In diesem Zusammenhang darf auch nicht übersehen werden, daß es keinen vollständigen Verlust von Wertsystemen und Normenorientierungen in der modernen Gesellschaft gegeben hat, sondern daß einfach ein Wandel von einem, für alle verbindlichen, Wertsystem zu einer Vielzahl möglicher Wertsysteme stattgefunden hat. Dies bildet meiner Meinung nach die Grundlage einer individualisierten Gesellschaft.

Zudem kommt hinzu, daß die Institutionen dem einzelnen helfen, sich in dieser pluralistischen Gesellschaft zu orientieren, indem sie Verhaltensmuster für die soziale Interaktion mit anderen und für die Planung des Lebens bieten. Durch die Einübung dieser Verhaltensweisen lernt der Mensch, ganz bestimmten Rollenerwartungen gerecht zu werden.42

In diesem Sinne erscheint es mir übertrieben, von einer völligen Desorientierung des einzelnen in bezug auf die Auswahl an Handlungsperspektiven und Wertorientier-ungen zu sprechen.

Aus der Pluralisierung der Wertsysteme ergibt sich nach Tyrell offenkundig auch eine Pluralisierung der individuellen Wahlmöglichkeiten, die er wiederum eher negativ bewertet.

„Eindeutige normative Regieanweisungen für das Handeln, wie sie ehedem galten, sind entfallen. Dies läßt sich als Freiheitsgewinn reklamieren und auch so erleben. Andererseits entfallen institutionsgestützte Verhaltenssicherheiten und nehmen damit auch im privaten Bereich Entscheidungslasten und Qualen der Wahl in kaum je gekanntem Maße zu.“43

In der Struktur moderner Gesellschaften wandeln sich in diesem Sinne die ehemals verbindlichen kulturellen und gesellschaftlichen Normen in bezug auf den Zeitpunkt des Auszugs aus dem Elternhaus, die Partnerwahl und die Organisation des gemeinsamen Zusammenlebens immer mehr in Richtung einer individuellen Entscheidung.44

Bei dieser scheinbar positiven Entwicklung darf man allerdings nicht übersehen, daß das Treffen subjektiver Entscheidungen in der heutigen Zeit keine Möglichkeit mehr darstellt, der man sich bei Bedarf bedienen kann, sondern daß es dementgegen für den einzelnen in der Gesellschaft vielmehr zu einer Notwendigkeit geworden ist. „Der Pluralismus erlaubt nicht nur, daß man auswählt (Beruf, Frau bzw. Mann, Religion, Partei), vielmehr zwingt er dazu.“45

Daraus resultieren für viele Mitglieder der modernen Gesellschaft zunehmend Gefühle wie Überforderung und Unsicherheit in bezug auf die Auswahl der vielfältigen Verhaltensmuster.46

Liegle beschreibt die Folgen und Risiken des Modernisierungsprozesses für die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft folgendermaßen: „Für die befreienden Wirkungen der Modernisierung – die Befreiung der Individualität, die Verbreitung von Liebesheirat und partnerschaftlicher Ehe, die Befreiung der Kinder von Lohnarbeit und zur Teilnahme an Bildung, die Achtung vor der Eigenart und dem Eigenrecht der Kinder, die Pluralisierung von Orientierungsmustern des Handelns – müssen die Subjekte soziale und psychische Folgekosten tragen“, dazu zählen z.B. die strikte Trennung des privaten und des öffentlichen Bereiches, der Verlust an austauschenden Erfahrungsmöglichkeiten in bezug auf die privatisierte Lebenswelt und der Verlust an sozialen Bindungen „über die emotionalen Familienbeziehungen hinaus“.47

In diesem Sinne scheinen die, sich im Zuge der Modernisierung herausgebildeten Vorteile, heute in ihr Gegenteil zu verkehren bzw. aus ihrer Existenz heraus wieder-um eine Reihe von Nachteilen auf die gesamte Lebensstruktur hervorzubringen.

In diesem Sinne beschreibt auch Hettlage neben dem genannten Vorteil des Wohlstandes, den die moderne Gesellschaft den Menschen, die in ihr leben bringt (vgl. S. 18), gewisse Modernitätsrisiken, die er in drei Risikobereiche aufteilt, die sich auch auf die Ausgestaltung und die Struktur des modernen Familienlebens auswirken.48

Zum einen geht es um das „Risiko der modernen Abstraktheit“, welches das Leben des einzelnen in der modernen Gesellschaft in erheblichem Ausmaß von strukturellen Normen abstrahiert.

Das zweite Risiko sieht Hettlage in dem zunehmenden Prozeß der Individualisierung und der Pluralisierung von Lebensformen, der in immer größerem Ausmaß zu einer Destabilisierung bisher verbindlicher Normen führt.

Zudem besteht noch das „Risiko des veränderten Zeithorizonts“. Die moderne Gesellschaft zeichnet sich durch das charakteristische Merkmal aus, daß die in ihr lebenden Individuen zum Aufbruch drängen und ihre persönlich gesteckten Ziele in möglichst kurzer Zeit erfüllen wollen. Dieses Leben auf der „Überholspur“ führt aber unumgänglich auch zu einer Form sich etablierenden Egoismus` in bezug auf die Ausrichtung eigener Lebensperspektiven.

2.2.1 Das Risiko der modernen Abstraktheit

Nach Hettlage befinden wir uns im Zuge der Modernisierung in einem Ablösungsprozeß von bisher existierenden stabilen und selbstverständlichen „Struktur- und Kulturvorgaben“, die in diesem Sinne eine typologisierte Gemeinschaft ausmachen. Dagegen hält nun eine Lebensform Einzug, die jegliche kulturellen und strukturellen „Fixierungen“ aufgibt. Dies charakterisiert nach Hettlage in Gegenüberstellung zur Gemeinschaft die Gesellschaft.49

Demnach abstrahiert die moderne Gesellschaft mit ihren abgegrenzten Teilsystemen das Leben des einzelnen.

Das bedeutendste Kriterium stellt für Hettlage der Umstand dar, daß die Menschen, die in ihr leben, nun nicht mehr in ihrer Existenz als individuelle Persönlichkeiten wahrgenommen werden, sondern nur noch in Form von sozialen „Kategorien“ erfaßt werden, in diesem Sinne z.B. als Sozialhilfeempfänger, Angestellter, Arbeitsloser usw.50 Ich schließe mich dem an, wenn ich die Ansicht vertrete, daß in der modernen Gesellschaft die Menschen nicht mehr nach den Grundzügen ihrer indivi-

duellen Charaktere beurteilt werden, sondern nur noch danach, welche gesellschaft-lich festgelegte Gruppe sie reflektieren.

Diese Abstraktion des Lebensverlaufs hat auch die traditionellen Lebensformen der Familie, die sich durch das Gefühl der Solidarität und der Sicherheit auszeichneten, zunehmend geschwächt. „An ihre Stelle ist ein kalkulierender Lebensstil getreten, der der Logik des Produktionsprozesses folgt.“51

In diesem Sinne stellt Hettlage den charakteristischen Vorteilen der modernen Gesellschaft, ein individueller Gewinn an Offenheit und sozialer Mobilität sowie eine weitgehende Befreiung von der Verbindlichkeit spezifischer gesellschaftlicher Institutionen, die durchaus negativen Folgen der Moderne entgegen, die aus einem hohen Grad an individueller Isolation und Vereinsamung, sozialer Entwurzelung, Einbußen hinsichtlich gemeinsamer sozialer Erfahrung und tiefer Lebensunsicherheit bzw. Zukunftsangst resultieren.52

Ich vertrete diesbezüglich den Standpunkt, daß die von Hettlage genannten Vor- und Nachteile, die das Leben in der modernen Gesellschaft charakterisieren, allerdings nicht schon ausreichend in einer einfachen Gegenüberstellung gewertet werden können, sondern daß sie auch von ihrem jeweiligen Ertrag her, den sie für den einzelnen zu erbringen vermögen, gegeneinander aufgewertet werden müssen.

Meiner Ansicht nach besteht nämlich ein grundlegender Unterschied zwischen den Kriterien der beschriebenen Vor- und Nachteilen.

Bei genauerer Betrachtung kann man feststellen, daß die Vorteile, die die moderne Gesellschaft den Menschen bringt, in diesem Sinne eine objektive Struktur aufweisen, das bedeutet, sie resultieren aus gesellschaftsinternen Strukturveränderungen, auf die das Individuum keine Einflußnahme vorweisen kann. Die Nachteile dagegen erscheinen mir eher bedingt durch einen subjektiven Strukturwandel, das bedeutet, sie betreffen in erster Linie die individuelle Lebensgestaltung des einzelnen und bedingen somit ein relatives Maß an Ein-flußnahme durch das Individuum selber.

Aus dieser Perspektive weisen die Nachteile eine wesentlich geringere Bedeutsam-keit für den Lebensverlauf des einzelnen in der modernen Gesellschaft auf, als die Vorteile, die sich aus ihrer Struktur ergeben.

2.2.2 Das Risiko von Individualisierung, Pluralisierung und Anomie

Das moderne Zeitalter ist in hohem Maße gekennzeichnet durch die Individuali-sierung. Die allgemein verbindlichen Wertorientierungen verzeichnen einen zunehmenden Verlust an Stabilität und Bedeutsamkeit.

Diese Destabilisierung von Normen wird in der Soziologie als „anomische“ Tendenz beschrieben (Durkheim). Da der einzelne in seinem Leben aber nicht auf Normen verzichten kann, ist er somit gezwungen, sie selbst zu erzeugen. Das führt dazu, daß die Gesellschaftsstruktur, ebenso wie die Struktur ihrer Teilsysteme und die Bewußt-seinslagen des einzelnen notwendigerweise instabil werden.53

Dieser These schließe ich mich wiederum vollständig an. Die, sich aus der Destabili-sierung von verbindlich geltenden Normen ergebende, individuelle „Neuformierung“ von Wertorientierungen und Verhaltensmustern führt sicherlich notwendigerweise auch zu einer Pluralisierung des Wertsystems innerhalb der Gesellschaft. Dies wirkt sich offenkundig zum Teil negativ auf die individuelle Lebensstruktur aus, denn aus dem Vorhandensein einer Vielzahl an möglichen Handlungsperspektiven ergibt sich sicherlich gleichermaßen ein hohes Maß an Unsicherheit in bezug darauf, ob das nun gewählte Verhaltensmuster auch das richtige ist. (vgl. S. 20)

Auch Ehe und Familie sind von solchen Entwicklungen notwendigerweise betroffen.

„Wenn man in Betracht zieht, daß Ehe und Familie von spezialisierten ´gesellschaftlichen` Organisationsformen Konkurrenz erhalten, also von dieser Seite her die Zwänge zur Eheschließung nachgelassen haben, andererseits die Indivi-dualisierung hier Platz greift, dann fragt man sich tatsächlich, was denn die Stabilität dieser Institutionen noch garantieren soll.“54

In diesem Zusammenhang drängt sich allerdings die Frage auf, ob es nicht in sich widersprüchlich und inakzeptabel ist, die Stabilität einer Institution, die eigentlich auf der Basis der Liebe aufgebaut sein sollte, im gleichen Atemzug mit dem Nachlassen der „gesellschaftlichen Zwänge zur Eheschließung“ zu nennen.

Ist es denn nicht das Phänomen der Individualisierung, das die Form der Ehe hervorgebracht hat, wie wir sie heute vordergründig kennen? Mit ihrer primären Motivwahl der Liebe und ihrer zentralen, ihren Bestand bedingenden, Aufgabe der Befriedigung individueller Bedürfnisse innerhalb ihres Strukturverlaufes erscheint sie mir als eine der bedeutsamsten Institutionen in unserer Gesellschaft.

In diesem Zusammenhang muß man beachten, daß sie es einzig auf dieser Grundlage vermag, zumindest teilweise, den Individuen im Zeitalter des Wertewandels und der damit einhergehenden Unsicherheit in bezug auf die Wahl bestimmter Verhaltens-muster, ein gewisses Maß an Rückhalt und Geborgenheit zu geben.

2.2.3 Das Risiko des veränderten Zeithorizonts

Die Moderne ist charakterisiert durch ein neues Verhältnis der Menschen zur Zeit. Das Leben des Individuums steht in diesem Sinne nach Hettlage im „Zeichen des Vorwärtskommens“, der Erfüllung individueller Bedürfnisse auch hinsichtlich beruflicher Aufstiegschancen und einer Form des Aktivismus, wie sie vorher nicht gekannt wurde. Das führt zu einer enormen „Tempobeschleunigung der Lebensverhältnisse“.55 „Es versteht sich von selbst, daß die Schnelligkeit möglicher Veränderungen, die ständige Vorbereitung auf das Neue zu einem Sicherheits-schwund führen. Da die Gegenwart sowieso nur ein Punkt ist, der in jedem Fall von der Zukunft überholt wird und dann schon Vergangenheit ist, lohnt es sich kaum, sich mit ihr zu identifizieren.“56

Diese These von der „Tempobeschleunigung der Lebensverhältnisse“ erscheint mir persönlich unwiderlegbar zu sein. Sie bestätigt sich schon zu dem Zeitpunkt, wenn man einmal auf seinen eigenen Lebensverlauf zurückblickt. In der heutigen Gesellschaft drängt nahezu alles dazu, nicht an einem gewissen Punkt seines Lebens einzuhalten, sondern die Erfüllung der immer höher gesteckten persönlichen Ziele beharrlich zu verfolgen.

In diesem Sinne stimme ich auch der Aussage Hettlages zu, heute sei kaum mehr die Bereitschaft zu erkennen, sich in irgendeiner Weise im Hinblick auf die Existenz innerhalb des Hier und Jetzt intensiv zu engagieren. Anstelle dessen richtet sich der Blick des einzelnen vielmehr auf die Zukunft und somit gleichzeitig auf die Chance, in möglichst kurzer Zeit all seine persönlichen Träume zu erfüllen.

Allerdings kann diesbezüglich, meiner Ansicht nach, nicht die These verallgemeinert werden, all dies führe unumgänglich zu einem „Sicherheitsschwund“. Für einzelne Individuen mag es sicherlich zutreffen, daß sie hinsichtlich der scheinbaren „Non-Existenz“ der Gegenwart in bezug auf die Planung des eigenen Lebensverlaufs zuweilen in ein Stadium etwaiger Resignation verfallen. Ich denke jedoch, von der Mehrheit der Bevölkerung wird die heute gegebene Möglichkeit begrüßt, in seinem Leben all das verwirklichen zu können, was einem persönlichen Wunsch entspricht.

Die Folgen dieser Lebensplanung, die charakteristisch für die moderne Gesellschaft ist, erscheinen nach Hettlage schwerwiegend. So stellt es sich für den einzelnen nicht gerade plausibel dar, in irgendeiner Weise Verzicht zu leisten, zugeschriebene Rollenmuster zu akzeptieren und sich auf Bindungen einzulassen, die das „Individualitäts- und Emanzipationsstreben“, den beruflichen Aufstieg, die Mobilität und die Offenheit behindern könnten.57 Allgemein kann man sagen, daß sich im Zuge der Modernisierung und gleichermaßen im Fortschreiten des Individualisier-ungsprozesses, in unserer Gesellschaft ein Grad an individuellem „Ehrgeizbestreben“ entwickelt hat, wie wir es nie zuvor innerhalb einer Gesellschaft verzeichnet haben.

3. Die Postmoderne in Abgrenzung zur modernen Gesellschaft

Richtet man den Blick auf den, in nahezu allen neueren familiensoziologischen Publikationen auftauchenden, Diskurs, die moderne Gesellschaft befinde sich derzeit in einem Übergangsstadium hin zu einer Postmoderne, so drängt sich die Frage auf, was denn eigentlich mit dem Begriff „postmodern“ gemeint ist und weiterhin, welche charakteristischen Merkmale diesen Wandlungsprozeß kennzeichnen.

Ich möchte mich hinsichtlich der Begriffsbestimmung und der Merkmalsdefinition einer „postmodernen Gesellschaft“ im wesentlichen auf Lüscher (1995) konzen-trieren, da meiner Ansicht nach die Begriffsdarlegung hier am anschaulichsten analysiert wurde.

In bezug auf die Beschreibung des Phänomens der „postmodernen“ Gesellschaft kritisiert Lüscher, daß der Begriff „postmodern“ nicht gerade glücklich gewählt ist. Er ist der Meinung, diese Wortschöpfung provoziere, denn es werde beanstandet, der Begriff „modern“ meine zeitgenössisch und es sei somit „mehr als nur problematisch davon zu reden, als ob die Gegenwart ´ex post` beurteilt werden könne“.58

Angesichts der inhaltlichen Bedeutung des Begriffes „modern“ muß auch ich sagen, stiftet die Bezeichnung „postmodern“ zunehmend einen gewissen Grad an Verwir-rung. Wenn man davon ausgeht, daß mit „modern“ die Gegenwart, also das Hier und Jetzt unserer gesellschaftlichen Existenz charakterisiert wird, drängt sich mir die Frage auf, wie man ein Gesellschaftsstadium mit dem Begriff „postmodern“ bezeichnen kann, wenn diese Entwicklung doch wohl, der Wortschöpfung nach, offenkundig noch in der Zukunft liegt.

Hinsichtlich der charakteristischen Entwicklung der Postmoderne hebt Lüscher vier Merkmale hervor.

Das erste Merkmal betrifft die Methodologie, denn in vielen Analysen über die „Postmoderne“ wird eine „konsequente Semiotik“ praktiziert; das bedeutet, daß die Tragweite der Begriffsbildung angesichts der Vielzahl neuer Bezeichnungen im Mit-telpunkt steht.59

Das zweite Merkmal betrifft das Phänomen der Pluralisierung sowie die damit ein-hergehenden Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf das Individuum. Die Vielfalt der heute zu verzeichnenden Lebensformen nimmt in nahezu allen Analysen zur Postmodernen einen enormen Stellenwert ein.

Diese Pluralisierung der Lebensformen, die sich in diesem Sinne auch auf alle anderen gesellschaftlichen Teilbereiche niederschlägt, steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit dem Merkmal der Individualisierung und ihrer „soziologischen Konzeptualisierung“.60 In diesem Zusammenhang werden die im Zuge des Individualisierungsprozesses aufgetretenen Veränderungen, wie bereits erwähnt, zu einem Großteil eher als negative Auswirkungen, zum einen auf den individuellen Lebensverlauf innerhalb der Gesellschaft und zum anderen gleichermaßen auch auf die allgemeine Struktur der Gesellschaft, bewertet.

Diesen drei Merkmalen ist gemeinsam, daß sie die „Problematisierung von Identi-tät“ im Fokus haben. Dies geschieht zum einen im „formal-abstrakten“ Sinne der Zuordnung des jeweiligen Sachverhaltes und des ihn beschreibenden Begriffes.

Zum zweiten betrifft dies aber auch die Problematisierung von Identität im soziologi-schen Sinne, das bedeutet, der Blick richtet sich primär auf die, dem einzelnen Menschen zugeschriebene, Identität. Diese kennzeichnet das vierte Merkmal.61

3.1 Das Merkmal der konsequenten Semiotik

Für die Familiensoziologie ergibt sich aus diesem Bereich die Unerläßlichkeit, in allen Bereichen zwischen dem eigentlichen Sachverhalt und den verschiedenen Kon-texten seiner Bezeichnungen zu unterscheiden.

Ist in diesem Sinne die Rede von der individuellen Familie, spricht also jemand von seiner eigenen Familie, dann weisen unsere persönlichen Vorstellungen, die wir diesbezüglich mit dem Begriff der „individuellen Familie“ verbinden, andere typologisierte Merkmale auf, als wenn wir über bestehende allgemeine Familientypen sprechen und wieder andere, wenn wir schlicht von der Familie als ein

Teilsystem der Gesellschaft sprechen. Betrachtet man die verschiedenen Begriffsbil-

dungen auf eine solche „semiotische“ Art und Weise, dann erhöht sich folglich unser Grad an Sensibilität zum einen für die unterschiedlichen Begriffsvorstellungen, die wir mit einem Sachverhalt verknüpfen können, als auch für die, daraus resultierende, individuelle Verknüpfung des jeweiligen Begriffes in seiner jeweiligen Konsistenz auf den verschiedenen Ebenen der Gesellschaft.62

Verallgemeinert ausgedrückt bedeutet dies, daß heute hinsichtlich jeden Begriffes eine Vielzahl an verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten besteht, die dazu führt, daß augenscheinlich ein Begriff innerhalb seiner Anwendung in verschiedenen Teilbereichen der Gesellschaft mit einer Vielzahl von extrem unterschiedlichen Bedeutungsaussagen verknüpft wird.

In diesem Zusammenhang spricht Lüscher die heute existierende Vielfalt der Be-zeichnungen hinsichtlich der Familie an. Man spricht unter anderem im Hinblick auf den fortschreitenden medizinischen Entwicklungsprozeß und den somit neu entstandenen Möglichkeiten einer heterologen Insemination von „multipler Elternschaft“ (Gross & Hohner). Im Zusammenhang mit dem rapiden Anstieg der Ehescheidungen und gleichermaßen der Wiederverheiratung ist die Rede von sogenannten „Sukzessivehen“ (Fürstenberg) und „Fortsetzungsfamilien (Ley & Borer). Daneben existiert bei einer Wiederverheiratung der Begriff „Patch-workfamilie“ (Bernstein), wenn ein bereits vorhandenes Kind in eine neue Beziehung eingebracht wird und die Partner zusätzlich ein gemeinsames Kind zeugen. Shorter nennt den Begriff der „postmodernen Familie“, wobei er vor allem auf den grundlegenden Wandlungsprozeß hinweist, dem die Einstellung zum heutigen sexuellen Verhalten in und außerhalb der Ehe unterworfen ist.63

Diese kurze Aufgliederung der Begriffsbestimmungen hinsichtlich der Pluralität familialer Lebensformen, um nur einige zu nennen, veranschaulicht aber bei weitem nicht die tatsächlich existierende Vielfalt der Wortschöpfungen jener strukturellen Organisationsformen, in denen die Familie heute ihren Ausdruck findet.

Die Anführung all dieser möglichen Bezeichnungen von Familie erscheint deshalb so bedeutsam, weil sie in diesem Sinne nach Lüscher ihrerseits wiederum ein grundlegendes Kennzeichen für die These von der konsequenten Semiotik darstellen. Dieses äußert sich primär in der „Allgegenwart von Prozessen der Interpretation“.64

3.2 Das Merkmal der Pluralisierung im Kontext der Postmoderne

Das, zunächst primär die moderne Gesellschaft charakterisierende, grundlegende Merkmal der Pluralisierung von Lebensformen erscheint auch zunehmend in allen Diskursen über die Postmoderne. Demnach scheint es wiederum auch in diesem Kontext von enormer Bedeutsamkeit, wenn sich die Soziologie auf der Suche nach einem Erklärungsmodell der spezifischen Charakteristika einer postmodernen Gesellschaft befindet.

Allerdings besteht ein wesentlicher Unterschied in der jeweiligen Verwendung dieses Phänomens als mögliches Deutungsmuster zwischen dem Bereich der Moderne und dem, unter welchen Gesichtspunkten es in bezug auf die Analyse der Postmoderne herangezogen wird.

Wie wir gesehen haben, wird die Pluralität familialer Lebensformen in der Moderne lediglich festgestellt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft, sowie auf die Institution Familie selber analysiert. In der Postmoderne dagegen richtet sich der zentrale Blick darüber hinaus auf eine Verknüpfung dieses Umganges mit dem Pluralisierungsphänomen im allgemeinen mit der ebenso bedeutsamen Vervielfälti-gung der Begriffsbestimmungen von familialen Lebensformen.

Lüscher vertritt eben diesbezüglich die These, daß das Phänomen der Pluralisierung einerseits unter dem Gesichtspunkt einer „Vervielfältigung der Lebensformen“, aber ebenso auch unter dem der bereits beschriebenen Vielfalt der Bezeichnungen betrachtet werden muß. Demnach erscheint die „Pluralität der Familie“ offensichtlich als eine solche der Begriffe, in diesem Sinne also als eine „rhetorische“ Pluralität.65

Dies erscheint unter Betrachtung soziologischer Gesichtspunkte in mehrerlei Sicht- weisen von enormer Bedeutsamkeit. Zum einen signalisiert sie die Bemühungen um eine semantische und somit in einem grundlegenden Sinne auch um eine institu-tionelle Anerkennung. Zweitens lassen diese Differenzierungen die Absicht erken-nen, die „Dynamik familialen Zusammenlebens“ besser zu erfassen. Der wohl wichtigste Gesichtspunkt besteht aber darin, daß die Pluralität der Begriffe „die Vorstellungen der einen normalen und richtigen Familie“ relativiert.66

Lüscher unterscheidet zwischen drei Formen der Pluralität. Zum einen beschreibt er die Form der „primären Pluralität“ oder „morphologischen Pluralität“, die den Blick auf die Verhältnisse bei einzelnen Bevölkerungsgruppen richtet, z.B. Familien, in denen beide Ehepartner der deutschen oder beide der türkischen Nationalität angehören, richtet. Desweiteren nennt er die Form der „sekundären Pluralität“ oder „systemische Pluralität“, die sich mit „der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Verteilungen in einzelnen Bevölkerungsgruppen“ beschäftigt. „Mehr oder weniger große Vielfalt besteht somit nicht nur primär, d.h. morphologisch innerhalb einer Population, sondern sekundär, d.h. systemisch im Vergleich zwischen den Populationen.“67 Die dritte Form, die Lüscher anspricht, bezeichnet er als die Form der „konzeptuellen Pluralität“, die den bereits genannten Formen „struktureller Pluralität“ in ergänzender Art gegenübersteht. Sie ergibt sich aus der heutigen Vielfalt der Bezeichnungen.68

Diese drei Formen der Pluralität entwickeln innerhalb heutiger Lebensformen eine „Eigendynamik“, die durch die vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten, die dem einzelnen in der Gestaltung seines Lebens zugänglich sind, in Gang gesetzt wird. Sie verstärkt sich zunehmend dadurch, daß sie in den Massenmedien in konstanter Weise repräsentiert und dadurch gewissermaßen „veralltäglicht“ wird. Die so allgemein veranschaulichte Kenntnis von individuellen Wahlmöglichkeiten begünstigt nach

[...]


1 Vgl.: Rosenbaum, Heidi: Familie als Gegenstruktur zur Gesellschaft. Stuttgart, 1978. S. 1

2 aus: a.a.O., S. 1

3 Vgl.: a.a.O., S. 2

4 Vgl.: a.a.O., S. 3

5 aus: a.a.O., S. 109

6 Vgl.: Kaufmann, Franz-Xaver: Familie und Modernität. In: Lüscher, K./Schultheis, F./Wehrspaun, M.: Die „postmoderne“ Familie. Konstanz 1988. S. 391

7 Vgl.: a.a.O., S. 391 f

8 Vgl.: Schelsky, H.: Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart. Stuttgart, 1967. S. 15

9 Vgl.: Neidhardt, Friedhelm: Die Familie in Deutschland. Opladen, 1975. S. 8

10 Vgl.: Schumacher, Jürgen: Bedürfnislagen unter dem Einfluß von Partnerbeziehung und Familien- zyklus. In: Hondrich, K.O./Vollmer, R.: Bedürfnisse im Wandel. Opladen, 1983. S. 153

11 Vgl.: a.a.O., S. 153

12 Vgl.: a.a.O., S. 154

13 Vgl.: Schelsky, Helmut: Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart. Stuttgart, 1967. S. 9

14 aus: a.a.O., S. 10

15 Vgl.: a.a.O., S. 10

16 Vgl.: a.a.O., S. 10 f

17 Vgl.: a.a.O., S. 11

18 aus: a.a.O., S. 13

19 Vgl.: Berger, B./Berger, P.L.: In Verteidigung der bürgerlichen Familie. Frankfurt am Main, 1984. S. 23

20 Vgl.: Schelsky, H.: Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart. Stuttgart, 1967. S. 17

21 aus: a.a.O., S. 18

22 Vgl.: Hettlage, Robert: Familienreport. München, 1992. S. 53

23 Vgl.: a.a.O., S. 54

24 Vgl.: Neidhardt, Friedhelm: Die Familie in Deutschland. Opladen, 1975. S. 68

25 aus: a.a.O., S. 69

26 Vgl.: Berger, B./Berger, P.L.: In Verteidigung der bürgerlichen Familie. Frankfurt am Main, 1984. S. 23

27 Vgl.: Bellebaum, A.: Soziologie der modernen Gesellschaft. Hamburg, 1977. S. 12

28 aus: a.a.O., S. 92

29 Vgl.: Hettlage, Robert: Familienreport. München, 1992. S. 71

30 Vgl.: a.a.O., S. 75

31 Vgl.: Kaufmann, F.-X.: Familie und Modernität. In: Lüscher, K./Schultheis, F./Wehrspaun, M.: Die „postmoderne“ Familie. Konstanz, 1988. S. 407

32 Vgl.: Berger, B./Berger, P.L./Keller, H.: Das Unbehagen in der Modernität. Frankfurt/New York, 1975, S. 60

33 Vgl.: a.a.O., S. 60

34 aus: Berger, P.L./Luckmann, Th.: Modernität, Pluralismus und Sinnkrise. Gütersloh, 1995. S. 5

35 Vgl.: a.a.O., S. 6

36 Vgl.: a.a.O., S. 19

37 Vgl.: a.a.O., S. 32

38 Vgl.: a.a.O., S. 66

39 Vgl.: a.a.O., S. 68

40 Vgl.: Berger, P.L./Luckmann, Th.: Modernität, Pluralismus und Sinnkrise. Gütersloh, 1995. S. 43

41 aus: a.a.O., S. 44 f

42 Vgl.: a.a.O., S. 45

43 aus: Tyrell, Hartmann: Ehe und Familie – Institutionalisierung und Deinstitutionalisierung. In: Lü- scher, K./Schultheis, F./Wehrspaun, M.: Die „postmoderne“ Familie. Konstanz, 1988. S. 155 f

44 aus:Burkart, G./Kohli, M.: Liebe, Ehe, Elternschaft. München; Zürich, 1992. S. 20

45 aus: Berger, P.L./Luckmann, Th.: Modernität, Pluralismus und Sinnkrise. Gütersloh, 1995. S. 50

46 Vgl.: Burkart, G./Kohli, M.: Liebe, Ehe, Elternschaft. München; Zürich, 1992. S. 21

47 Vgl.: Liegle, L.: Freie Assoziationen von Familien – Geschichte und Zukunft einer „postmoder- nen“ familialen Lebensform. In: Lüscher, K./Schultheis, F./Wehrspaun, M.: Die „postmoderne“ Fa- milie. Konstanz, 1988. S. 99

48 Vgl.: Hettlage, Robert: Familienreport. München, 1992. S. 80

49 Vgl.: a.a.O., S. 80 f

50 Vgl.: a.a.O., S. 81

51 aus: a.a.O., S. 81 f

52 Vgl.: a.a.O., S. 82

53 Vgl.: a.a.O., S. 83

54 aus: a.a.O., S. 84

55 Vgl.: a.a.O., S. 84

56 aus: a.a.O., S. 85

57 Vgl.: a.a.O., S. 86

58 Vgl.: Lüscher, K.: Familie und Postmoderne. In: Nauck, B./Onnen-Isemann, C.: Familie im Brenn- punkt von Wissenschaft und Forschung. Neuwied; Kriftel; Berlin, 1995. S. 3

59 Vgl.: a.a.O., S. 4

60 Vgl.: a.a.O., S. 4

61 Vgl.: a.a.O., S. 4

62 Vgl.: a.a.O., S. 5

63 Vgl.: a.a.O., S. 5

64 aus: a.a.O., S. 5

65 Vgl.: a.a.O., S. 6

66 Vgl.: a.a.O., S. 6

67 aus: a.a.O., S. 7

68 Vgl.: a.a.O., S. 7

Details

Seiten
151
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783638100755
Dateigröße
783 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Lehrstuhl für Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
Familie Lebensformen Gesellschaft

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Titel: Familie und Lebensformen in moderner und postmoderner Gesellschaft