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Thomas Bernhard. Sein Roman: Der Frost

Ausarbeitung 2001 9 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Thomas Bernhard

(1931 - 1989)

Österreichischer umstrittene Romancier, Dramatiker und Lyriker

„Und die sind völlig leer; die Leut´haben ja eine völlige Leere, sie haben wirklich nur die Kinder und einen Beruf und sonst nichts, sonst gar nichts. Nicht einmal Phantasie, noch irgendein Interesse, noch irgendwas. Reden lauter dummes Zeug daher, und ihre Kinder, die ja lieb und wunderbar sind, die werden genauso: unwichtige, scheussliche Erwachsene, blade und magere, aber blöde.“

Kurt Hoffmann: Aus Gesprächen mit Thomas Bernhard.

Thomas Bernhard wurde 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren. Ab 1932 wuchs er bei den Großeltern mütterlicherseits auf. Unter der Obhut seines Großvaters, des Schriftstellers Johannes Freumbichler, konnte sich bei ihm frühzeitig eine intensive Beziehung zu Literatur, Philosophie und Musik entwickeln.

Er besuchte ein Internat und das Johanneum in Salzburg, nahm Unterricht in Geige, Gesang und Musikästhetik.

Als 18-jähriger begann Thomas Bernhard in einem Sanatorium für Lungenkranke, zu schreiben. Sein erster Prosatext „ Vor eines Dichters Grab “ wurde im „Salzburger Volksblatt“ veröffentlicht. Den Weg als Schriftsteller machte er nach Abschluss eines Gymnasiums am Salzburger Mozarteum.

Thomas Bernhard beschreibt seine Kindheit und Jugend als eine Zeit des Schreckens und der Verletzungen, die ihren Höhepunkt in dem nationalsozialistischen Salzburger Gymnasium fand.

Bernhards Lyrik ist beeinflusst durch seine bedrückende Kindheitserlebnisse und Jugendjahre. Sein lyrisches Ich empfindet die Welt als Hölle. Es entstehen Bilder der Hoffnungslosigkeit und des Schmerzes:

Gedicht : Krähen

Bald kommt der Herbst und rettet die Vögel,

in finsteren Stuben sammeln Bruder und Schwester die Körner für die Wintermahlzeit.

Im schwarzen Dorf ist das Schwein angekettet. Im Acker verenden die Krähen des Schmerzens. Wir trinken das Bier der Verzweiflung

und falten die Hände vor der Verachtung des Vaters. Die Erde schmeckt von den Schnüren des Fleisches.

“Auf der Erde und in der Hölle“. Salzburg 1957. S.36

Immer wieder ist von der Verlorenheit des Menschen die Rede, von Erniedrigung und Enttäuschung. Weder das „Schwarze Dorf“ bietet Lebensraum noch die Stadt, in der der „Tod mit seinem Aschenmaul“1 regiert.

Weitere Gedichtbände: „In hora mortis“ 1958;

„Unter dem Eisen des Mondes“ 1958

Bernhard ist überzeugt, dass die Welt unveränderbar sei. Seine Alternative heißt Rückzug. Rückzug in die Welt des Schreibens als eine Form des Ersatzhandelns.

Die Leitmotive in Bernhard´s Werk sind: das Leben als Todeskrankheit, die Verstörung des Menschen, Kälte und Erstarrung in zwischenmenschlichen Beziehungen, die Sinnlosigkeit alles Schöpferischen, die Kunst als die große Totgeburt, Vernichtung oder Verfall von Besitztümern. Bernhards Vorbilder waren Montaigne (16.Jh) und Pascal (17.Jh) mit ihrem skeptischen Mystizismus. Pascals Satz von der „größten Ruhe, die der Tod ist“, wird fast in jedem Text von Bernhard variiert. Der Tod bedeutet für Bernhard den Beginn eines zweiten, ganz anderen Lebens. Er versteht den Tod als Lebensersatz.

Bernhards Prosatexte sind genau lokalisiert - in Bergdörfer und Bergtäler, abgelegene Anwesen, Kleinstädte, Wien. Die Kritik spricht vom „negativen Heimatroman“2. In seinen Werken haben die Figuren keine Heimat im Sinne von Dazugehörigkeit. Heitmat erscheint als unheimlich, zerstörerisch. Der Mensch ist ihr ausgeliefert, sie schützt ihn nicht, er geht an ihr zugrunde, wird wahnsinnig, endet durch Selbstmord. In einer solcher Darstellung artikuliert sich schmerzliches Weltempfinden, eine Resignation. Diese hat ihre Wurzeln in der Geschichte Österreichs, in der Verzweiflung darüber, dass von dem Begriff „Österreich“ nichts mehr zu erwarten ist. Die Verzweiflung mischt sich mit Ausbrüchen des Ekels vor der ganzen Welt.

Es sind Künstler oder Wissenschaftler - „Kopfarbeiter“, die außerhalb der Gesellschaft leben. Der Verlust ihrer menschlichen Bindungen korrespondiert mit dem Verlust ihrer Kreativität. So entstehen Figuren, die „auf dem Höhepunkt“ ihres „Denkens verrückt geworden“3 sind, sensible Gehirnkranke, die aus einer Masse dumpfer Schwachsinniger herausragen. Aufgrund ihrer hochsensiblen Wahrnehmungsfähigkeit hätten sie die beste Voraussetzung für ihre Selbstverwirklichung. Doch in ihrer Gesellschaft finden sie dafür keine Bedingungen. In Bernhards erstem Roman „ Frost “ 1963 handelt es sich um den Maler Strauch, der vor der Welt geflohen ist. Immer wieder reflektieren Bernhards Figuren, dass nichts das Kämpfen wert sei. Schopenhauer, Kierkegaard, Nietsche sind philosophische Grundlage seines Werkes. Die Künstler in seinem Werk akzeptieren keinen Adressaten, finden keine Bezugsperson für ihre Gedanken.

In seinem zweiten Roman : „ Verstörung “ (1967) wird auch die menschliche Verstörung thematisiert.

Weitere Romane: „ Das Kalkwerk “ (1970), „ Korrektur “ (1975), „ Beton “ (1982). Alle ihre Propagonisten ob Künstler oder Wissenschaftler scheitern.

In seinem autobiographischen Text: „ Die Ursache. Eine Andeutung “ 1975 nennt er Salzburg, seine Heimatstadt eine Todeskrankheit. Anstatt für das pulsierende Leben Symbol zu sein, symbolisiert sie hier unheilbare Krankheiten der Gesellschaft. Weitere autobiographische Erzählungen:

Der Keller. Eine Entziehung “ 1976 - die Zeit seiner kaufmännischen Lehre und des Musikstudiums

Der Atem. Eine Entscheidung “ 1978 - hier kommt die Erfahrung und die Über-

Die KÄlte. Eine Isolation “ 1981 - windung der Krankheit zum Ausdruck.

Die Kälte symbolisiert die Lebens- und Gefühlsklima und auch die falschen Diagnosen der dummen Ärzte.

Im „Atem“ gerät Bernhards Lungenkrankheit in eine bedrohliche Phase, es ist der Gipfel seiner Lebens- und Identitätskrise.

Ein Kind “ 1982 - beschreibt seine ersten Gehversuche und Niederlagen.

Zum Thema dieser autobiographischen Werke wurde die Jugend und Kindheit Bernhards, die voller Leid und Demütigungen waren.

Bernhard lehnt das traditionelle Erzählen - Geschichten mit Fabel, Handlung, Konflikt, dargebotene Figuren aus der Perspektive eines objektiven Erzählers - ab.

Statdessen entwirft er aus reflektierender Figurensicht Zustandsbilder seiner Helden, die überwiegend mit Hilfe endloser Monologe entstehen. Die immer wiederkehrende Wörter des Erschreckens, mehrfache Wiederholungen ganzer Sätze schaffen Bilder der Verzweiflung, Trostlosigkeit und Zeugnisse der Kommunikationslosigkeit.

Thomas Bernhard schrieb auch Theaterstücke. Er kritisierte allerdings das Theater als Institution. Er betrachtete es als ein Modell für gesellschaftliche Erstarrung, Betrieb ohne Funktion, aber auch als Ausdruck der Funktionslosigkeit der Kunst. Die meisten Bernhards Werke handeln:

von der Macht wie z.B. in „Die Jagdgesellschaft“1974, von den Künstlern: „Minetti. Ein Porträt des Künstlers als alter Mann“1977

oder über das Versagen der philosophischen Weltgebäude „Der Weltverbesserer“1979.

Von Skandal wurde die Aufführung seines Stückes „Heldenplatz“ 1988 begleitet, in dem Bernhard den immer noch existierenden Antisemitismus in Österreich kritisiert, genauso auch den noch nicht überwundenen Nationalsozialismus, die regierenden politischen Parteien, kulturelle Institutionen, Justiz, Universitäten, Presse, Kirche, Industrie u.a. Die dort immer wieder gestellte Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit beantwortet der Dichter mit:

„Was die Schriftsteller schreiben ist ja nichts gegen die Wirklichkeit ... die Wirklichkeit ist so schlimm, dass sie nicht beschrieben werden kann.“

Viele seiner skandalöser Auftritte bekommen eine tieferen Sinn, als Ausdruck seines Kampfes gegen die menschliche Dummheit, gegen Engstirnigkeit und Banausentum.

Vor allem seinen Landsleuten gilt er als ein ständiger, unberechenbarer Störenfried, dem nichts und niemand in diesem Land heilig ist, der bei seinen Attacken gegen die „österreichische Mittelmäsigkeit“ immer wieder weit über das Ziel hinausschießt, verletzend und ungerecht wird, selbst aber so österreichisch ist, wie man nur sein kann.

Frost

ROMAN

(erschienen 1963, Suhrkamp Verlag)

Inhalt und Analyse:

Ein Medizinstudent, der bei einem Chirurgen in einer Kleinstadt famuliert, wird von diesem nach dem entlegenen Ort Weng gesandt, um den Bruder des Chirurgen zu beobachten - den selbstmordgefährdeten, dem Wahnsinn verfallenden Kunstmaler Strauch. Strauchs Fluchtpunkt, der Hochgebirgsort Weng, liegt im Salzburger Land in einer von Eisblöcken umgebenen Grube. Die Bewohner des Ortes gehören zur Kategorie der Schwachsinnigen. Der Ich-Erzähler, der Medizinstudent, sagt über sie:

Ich kann mir vorstellen, dass auf die Dauer Menschen verrückt werden, die ununterbrochenen Wahrnehmungen machen, wie ich sie bis jetzt auf dem Weg nach Weng herauf und in Weng gemacht habe, wenn sie nicht durch Arbeit oder Vergnügen oder andere dementsprechende Tätigkeiten ablenken, wie Huren oder Beten oder Saufen oder all diese Tätigkeiten gleichzeitig. (F 11)

Weiter steht (in Strauchs Monologen):

„Man riecht ihre Geschlechtlichkeit. Man fühlt, was sie denken, vorhaben, diese Menschen, man fühlt, was Unerlaubtes in ihnen sich ständig zusammenzieht. /.../ Wie mit einem gut zugeschlagenen Fleisch gehen die Männer mit ihren Frauen um und umgekehrt, die einen mit den anderen, wie mit untergeordnetem Schwachsinn. /.../ Das Primitive ist Allgemeingut Das Geschlechtliche ist es, das alle umbringt. Das Geschlechtliche, die Krankheit, die von Natur aus abtötet. Früher oder später ruiniert es selbst tiefste Innigkeit...bewirkt die Umwandlung von dem einen ins andere, von Gut in Böse, von da in dort, von oben in unten. Gottlos, weil der Ruin vor allem eintritt...aus dem Moralischen wird dann ein Amoralisches, ein Modell für alles jemals Untergangene. /.../ Die Arbeiter, wie sie hier herumlaufen“, sagte er, „leben allein vom Geschlechtlichen, wie die meisten Menschen, wie alle Menschen...leben einen fortwährenden bis an ihr Ende hinausgezogenen wilden Prozess gegen Scham und Zeit und umgekehrt: der Ruin. /.../ Alle leben sie ein Geschlechtsleben, kein Leben.“ (F 17-18)

Das Dorf wird also als „Natur“ gesehen. Diese bedeutet für einen Geistesmenschen nichts Idyllisches, sondern ein wimmelndes Hornissennest aus Aggression und verschwenderischer Überproduktion.

Folgenderweise wird die Bevölkerung von dem Maler beschrieben:

„Die Leute sind verhältnismäßig klein. Man steckt den Säuglingen `Schnapsfetzen` in den Mund, damit sie nicht schreien. Viele Missgeburten. Der Anenkephalos ist hier zu Hause. Man hat keine Lieblingskinder, sondern nur eine Menge Kinder. Im Sommer trifft sie der Hitzschlag, denn ihr feines Gewebe hält die Sonne nicht stand, die oft grausam herunterbrennt. Im Winter erfrieren sie, wie gesagt, auf dem Schulweg. Der Alkohol hat die Milch verdrängt. Alle haben sie hohe heisere Stimmen. Den meisten ist eine Verkrüppelung angeboren. Alle im Rausch erzeugt. Größtenteils kriminelle Naturen. /.../ Die schwere Körperverletzung und die Unzucht und die Unzucht wider die Natur sind an der Tagesordnung. Die Kindesmisshandlung, der Mord, Vorfälle für Sonntagnachmittage.“ (F 30)

„Die ganze Gegend sei ´aufgeweicht von ihren Krankheiten´. Es sei ein Tal, in dem die Fäulnis eine ´Sprache für Schwerhörige´spreche /.../ ´die Leute haben ihre Tuberkulose auf ihrer Stirn. Außen tragen sie sie, schamlos, so dass sie der Gletscherwind aufwühlen kann wie einen Haufen Laub.´/.../ Zwölfjährige müssen Kühe füttern und melken, weil sonst niemand dafür da ist, weil die Mutter tot ist oder krank im Bett liegt und der Bruder noch jünger ist und der Vater wegen Zechschulden im Gefängnis. Mit einem großen Stück Schwarzbrot ausgerüstet, traktieren sie sich durch die Kälte herunter. /.../ Frühreif sind die Kinder, die man hier sieht. Verschlagen, O-beinig, mit Ansätzen zum Wasserkopf. Die Mädchen bleich und dürr und von Ohrringlocheiterungen geplagt. Die Buben blondschädlig, mit großen Händen, flachen Stirnknochen.“ (F 69)

Der Maler Strauch wird von den Dorfleuten für einen Verrückten gehalten. Er ist ein Leidender, der am „Frost“ leidet, dem Frost in der ganzen Welt, der in die Seelen gedrungen ist:

„Ich habe gefroren“. Es sei ja nicht kalt, im Gegenteil, aber: „der Föhn, wissen Sie. Innerlich, verstehen Sie, habe ich gefroren. Man friert innerlich“ (F24)

„Es ist kalt. Die Kälte frisst sich in das Gehirnzentrum vor. Wenn Sie wüssten, wie weit die Kälte sich schon in mein Gehirn gefressen hat. Die gefräßige Kälte, die Kälte, die die blutigen Zellstoffe haben muss, die das Gehirn haben muss, alles, woraus etwas wird, werden kann. Sehen Sie“, sagte er, „das Gehirn, der Kopf und das Gehirn in ihm sind eine unglaubliche Unzurechnungsfähigkeit, ein Dilettantismus zwar, ein tödlicher Dilettantismus, das ist es, was ich sagen will. Die Kräfte werden angebissen, die Kälte beißt in die Kräfte hinein, in die Menschenkräfte, in die über alles hochtrabende Muskelkraft des Verstandes. Es ist dieser Milliarden Jahre alte, stupid alles ausnützende Tourismus der Kälte, der in mein Gehirn eindringt, der Einbruch des Frosts...Es gibt ja“, sagte er, „heute kein Stichwort ´geheim´ mehr, alles ist nur mehr ein großer Kälteverdruss. Ich sehe die Kälte, ich kann sie aufschreiben, ich kann sie diktieren, sie bringt mich um...“ (F253-254) „Verzweiflung sei in der Lächerlichkeit. „Es ist“, sagte Strauch, „als ob das Furchtbare wahr wÄre. /.../ „Alles macht sich immer anders bemerkbar. Frost zum Beispiel“, sagte der Maler, „bedeutet bei dem einen die Frostbeule, die er hat, bei dem anderen ein Sommerstädtchen...Schließlich kann Frost auch Untergang eines Weltreiches bedeuten.“ (F 259)

„Frost“ ist Metapher für die geistige und seelische Kälte, von der die Gesellschaft wie eine Krankheit befallen ist.

Der Maler Strauch ist nur noch einer erbitterter Anklage fähig. Seine Grundgeste ist die des Zeigens: „Sehen Sie“ oder „Hören Sie“ - immer ist es eine Hindeutung auf das Böse. Z.B. in seinen wiederholten Visualisierungen des Schmerzens, der Angstzustände, des Todes, der Krankheit:

Dann gehen mir diese unendlich vielen unaufgearbeiteten Tatsachen durch den Kopf: mit Reisen hängen sie zusammen, mit Geschäften, mit religiösen, unkontrollierbaren Machenschaften. Sie verstehen: teilbar ist alles! wie nichts ist teilbar! Und der Schmerz wird hinaufgepeitscht. Er macht immer tollere Sprünge. Zu ungeheuerlichen Kunststücken entwickelt, stürzt er sich wie ein Raubtier auf einen herunter. „Hören Sie“, sagte der Maler, „hören Sie?“ ( F 46)

Im Teil: Das Hundegekläff:

„Ja, ich habe ja Angst, die Angst habe ich, überall höre ich: die Angst und wieder die Angst , und ich höre die Angst, und es wird mich allein dieses gespenstische Trauma der Angst zuschanden machen, mich wahnsinnig machen, nicht nur meine Krankheit, verstehen Sie, nein, nein, nicht die Krankheit allein, die Krankheit und dieses Trauma der Angst...Hören Sie!...wie das Gekläff sich Ordnungen schafft, wie es sich Platz macht, hören Sie, das ist das hündische Peitschenknallen, das ist die hündische Übergelenkigkeit, die hündische Überverzweiflung, eine hölllische Unfreiheit, die sich rächt, die sich an Ihnen, ja, auch an Ihnen, an allen grenzenlosen Erscheinungen, an allen grenzenlosen, fürchterlichen, im Grunde abgeschnittenen Erscheinungen, an den Menschenschwänzen, die Himmels- und Höllenschwänze sind, an den Höllenschwänzen der Höhe und an den Himmelsschwänzen der Tiefe, an dem zuchthauserfahrungen Unglück aller Tragödienträger...Hören Sie, diese Tragödienträger, hören Sie: diese antwortverweigernde störrische Sippschaft der Schlangenzungen, hören Sie: diese ungeheuerlich unappetitliche Räterepublik des allgewaltigen Stumpfsinns, hören Sie: diese unaufgeforderte schamlose Parlamentsheuchlerei... Da sind die Hunde, da ist das Hundegekläff, da ist der Tod, der Tod in allen seinen Verwilderungen, der Tod in allen Gebrechen, der Tod in seinem Gewohnheitsverbrechergestank, der Tod, dieses Mühsamsmittel aller Verzweiflung, der Tod, der Bazillenträger der ungeheueren Unendlichkeit, der Tod der Geschichte, der Tod der Mittellosigkeit, der Tod, hören Sie, den ich nicht will, den niemand will, den niemand mehr will, da ist er, der Tod, dieses Hundegekläff, hören Sie, die unbotmäßige Verstandesertränkung...“ (F150-151)

Der Maler spricht nicht ins Leere, er braucht jemand, der ihm zuhört. Aber er lebt nur im Reden, auf ein erahnbares Ende zu.

Im Brief an den Bruder von Maler bemerkt der Famulant:

Im übrigen gehen hier im Grunde das Dämonische wie das Einfache Ihres Bruders den gleichen Weg auf ihr (sein) Ziel zu, alles ´unmenschlich viehisch hochgelagert´ -wie Ihr Bruder sagt - , tatsächlich auf den Tod zu. /.../ Ich glaube nicht an Normalisierung (Heilung), ich stelle fest, dass sich sein Zustand zusehends verschlimmert.

Alle Wahrnehmungen und Gedanken von Strauch stehen im Zeichen des Entsetzens. Der Student wird von seinen Reden und Visionen immer mehr bis zum Verlust eigener Identität überwältigt und ihnen hilflos ausgeliefert.

Auf dem ganzen Weg hatte ich nichts anderes gedacht und überhaupt nichts gesehen, immer nur gedacht, dass der Maler von mir Besitz ergriffen hat. Mich in seine Bilder, mich in seine Vorstellungswelt hineingezwängt hat. Mich, seinen einfach schwachen Beobachter. Ich empfand eine plötzliche Kerkerhaft. Aber auch diese Vorstellung, dachte ich, ist eine Vorstellung des Malers. Ich bin nicht mehr ich. Nein, nein, ich bin nicht mehr ich, dachte ich.

Die Selbstverwirklichung eines Menschen in der Wirklichkeit, in der er lebt, ist unmöglich - nicht nur für die „dumpfe Masse“, sondern ebenso für den Talentierten, sensibel Empfindenden. Weng ist kein schützendes Exil für den Maler Strauch. Weng ist die äußerste Konzentration der Welt, die er vor seiner Flucht erlebte. Wenn er früher noch malte, so hat er jetzt jede schöpferische Tätigkeit aufgegeben. Seinen Zustand nennt er „Expeditionen in Urwälder des Alleinseins“ (F. S.42).

Er geht nicht am Stumpfsinn wie die Bewohner Wengs zugrunde, sondern wird durch seine außergewöhnliche Wahrnehmungsfähigkeit zerstört. Schmerzlich empfindet er die Kunst als eine „große Totgeburt“, jede schöpferische Tätigkeit wird in Frage gestellt. Die Kunst als eine der Lebensphänomene wird ausschließlich in ihren negativen Momenten erfasst und verworfen:

Ich will mit den Künstlern und mit der Kunst, ja, auch mit der Kunst, dieser großen Totgeburt, mit dieser größten aller Totgeburten, nichts mehr zu tun haben /…/ Verstehen Sie: ich will aus dem Weg dieses üblen Geruchs. /.../ Er sagte: „Die Künstler, das sind die Eineinzwillinge der Heuchelei, die Eineinzwillinge der Niedertracht, die Eineinzwillinge des protektorierten Ausnützens, des größten protektorierten Ausnützens aller Zeiten. Die Künstler, wie ich sie kennengelernt habe“, sagte er, „sind alle fad und großsprecherisch, nichts als fad und großsprecherisch, nichts...“ (F133)

Auch die Menschen erscheinen am Ende als Besessene:

Das Gasthaus ist finster, und die Menschen gehen da in ihren furchtbaren Fiebern herum, versunken, so, auf geheimnisvolle Weise, dass sie nicht sterben können, wissen Sie, während draußen ein noch viel finsterer Zustand herrscht. Während im Gasthaus alles schläft, nimmt die von allen Seiten andrückende Feindschaft zu. (F. 258)

Die Welt wird zur Hölle:

Alles ist die Hölle. Himmel und Erde und Erde und Himmel sind die Hölle. Verstehen Sie? Oben und unten sind Hier und die Hölle! Aber es grenzt naturgemäß nichts an etwas. Verstehen Sie? Es gibt keine Grenze. (F 164)

Im Gesamtergebnis ist aller Gespaltenheit, Auflösung und Zerfall, ein Fragment, das Totalität sein will.

Der Wahnsinn ist die letzte Rettung vor dem „Schwachsinn“ der Dorfleute. In diesem negativen Heimatroman bietet die Natur keine Zuflucht:

Ist Ihnen nicht eingefallen, dass die Menschen Friedhöfe bewohnen? Dass Grossstädte große Friedhöfe sind? Kleinstädte kleinere Friedhöfe? Dörfer noch kleinere? Dass das Bett ein Sarg ist? Kleider Totenkleider sind? Alles Vorübungen auf den Tod? Das ganze Dasein ist ein ewiges Ausprobieren von Aufbahrung und Eingraben. / …/ Alle nur denkbaren Krankheiten steigen ununterbrochen aus dem /unfruchtbaren feuchten/ Boden auf. Man kann so gesund nicht sein, um hier nicht zum Krüppel zu werden, innen und außen verkrüppelt. (F 168-169)

Am Ende geht Maler Strauch unter, verschwindet einfach. Er verirrt sich im winterlichen Gebirge und wird nicht mehr gesehen; vielleicht hat er Selbstmord begannen.

Er endet sinnbilldhaft in Erfrierungstod in der unbarmherzigen Natur: in erstarrten menschlichen Beziehungen, meterhohen Eiswänden, die jede Kommunikation unmöglich machen, in einer kalten schneebedeckten Landschaft, in der das Leben stirbt.

Zur Form:

„Der Frost“ ist seines Umfangs nach ein Roman, obwohl T. Bernhard selbst dieses und weitere seine Werke für keine Romane hält, sondern für Aufzeichnungen der (seiner) Gedanken.

Zum größeren Teil besteht der fast handlungslose Roman aus Berichten des Studenten über seine Begegnungen mit Strauch, der Wiedergabe ihrer Gespräche und der Monologe des Malers. Es werden ineinander verflochtene Geschichten vom traurigem Schicksal des Malers und eines namenlosen jungen Mannes erzählt. Das Buch ist angelegt nach dem Prinzip sich steigernder Wiederholungen. Der Inhalt ist in 27 Einheiten - Tagen - eingeteilt. Dazwischen kommen noch Texte mit Überschriften wie z.B. bereits zitierter Abschnitt des Textes unter dem Titel: „Das Hundegekläff“ in dem der Maler Strach seine Ängste und Gefühle äußert im unangenehmen Gebell und Häulen der Hunde in der Gegend. Zu Ende des Romans befinden sich noch Briefe des Studenten an den Assistenten, den Bruder des Malers. Der letzte Text endet mit einem der Monologe des Malers und danach folgt eine Lücke. Eine solche Lücke ist für Thomas Bernhard kennzeichnend. Man weißt nicht, was danach geschach. Plötzlich erfährt man in den letzten Zeilen des Romans - mittels eines Berichts aus der Zeitung - dass erst mehr als eine Woche her der Maler verschwunden ist und der Student - trotz seiner Entscheidung in Weng noch länger zu bleiben, in die Stadt zurückkommt. Das Ende bleibt also offen, man weißt nicht, wie zu dieser Wendung kam:

Nach Schwarzach zurückgekehrt, las ich im „Demokratischen Volksblatt:“: „Der Berufslose G. Strauch aus W. ist seit Donnerstag vergangener Woche im Gemeindegebiet von Weng abgängig. Wegen der herrschender Schneefälle musste die Suchaktion nach dem Vermissten, an welcher sich auch Angehörige der Gendarmerie beteiligten, eingestellt werden“. Am Abend des gleichen Tages beendete ich meine Famulatur und reiste zurück in die Hauptstadt, wo ich mein Studium fortsetzte.

„Frost“ ist ein Es-Roman, in dem das dargestellte Geschehen nur unmittelbar vorgeführt wird. Die Funktion des „Erzählers“ nehmen in einem Es-Roman die Gestalten ein, deren Bewusstsein sich dem Leser öffnet in einer unredigierten Spiegelung von Bewusstseinsprozessen. Es ist ein erzählerisches Mittel, den Wirklichkeitsbezug der Personen um die innere Unendlichkeit der Bewusstseins- und Unterbewusstseinswelt zu erweitern. Die handelnde Person gibt die Gedanken durch inneren Monolog wieder. Form der assoziativen Reihe; kurze Sätze, Halbgedanken, Selbstgespräch ohne alle Zwischenglieder findet man außer bei Bernhard noch bei Schnitzler, Virginia Woolf, Proust, Broch.4

Der Roman Frost verwirft die Traditionen des Heimatromans zur Zeichnung schwarzer Idyllen und deren fortschreitender Zerstörung in den Köpfen der Propagonisten. Der Leser wird dem Verfall und der sinnlosen Selbstzerstörung von an sich geistigen Menschen ausgesetzt und sieht sie an einem pathologischen Nichthandeln-Können zerbrechen. Kennzeichnend für diese Thematik ist Bernhard´s Stil in Romanen. Die Figuren kommunizieren nicht mehr miteinander, sondern ergehen sich in endlosen, jede Syntax sprengenden, ganze Satzfetzen bis zum Eindruck des Schreckens wiederholenden Monologen - die Illustration einer Lage, in der es zwischen höchstgespannten Ansprüchen auf selbstverwirklichung des bürgerlichen Individuums und diesen Bedeutungslosigkeit keine Brücke mehr gibt.5

Figuren:

In Roman Frost findet man folgende Figuren, soziale Konstellationen und Konflikte: der gescheiterte Künstler, die Wirtin, der ratlose junge Mann, die feindlichen Brüder, der Arzt und die Kraftwerkbauer, der düstere Exzentriker, der wehrlose Protokollant, der Selbstmörder und der Überlebende.

Der Hauptpropagonist - der „Kopfarbeiter“ Maler Strauch - ist wie alle Bernhards Propagonisten auf dem Gipfel seines Denkens verrückt geworden und auf Grund seiner Krankheit und des daraus resultierenden Verlusts der banalen, phrasenverstellten Realität die eigentliche Wirklichkeit der Brutalität, der Verfremdung und des Hasses innerhalb der österreichischen Gesellschaft sehen lernt.

Der junge Mann - Famulant: lernt während seines Praktikums beim Assistenten (dem Chirurgen) eine andere Welt (als vorher bei seiner Familie) - die Welt des Leidens, Schmerzens und Todes kennen, die zu seiner Realität gehören werden. Er bekam den Auftrag als Protokollant, um auch mit der „außerfleischlichen“ Realität zu tun zu haben. Es war aber für ihn sehr schwierig einen Mann wie Maler Strauch nur zu beobachten und über ihn zu berichten. In seinen Briefen an Assistenten zweifelt er an der Sprache:

„Kein Aufgeschriebenes stimmt. Kann nichts für sich beanspruchen. /.../ Immer höchstens weniger falsch. Aber falsch. Anders. Unwahr also.“ (F 129)

Sein Mentor, Assistent (eine Nebenperson): ist ein Mann der Vernunft, ein Techniker des leidenden Fleisches.

Maler Strauch: ist ein Meister des ichbezogenen Monologs, durch den er seine aktuellen Leiden und seine Weltsicht darstellt. Seine Sprachkraft ist eine destruktive und verdunkelt die Gedankenwelt des Famulanten und der Leser. Der Maler argumentiert, dass das Leben als solches keinen Wert hat. Er sucht ständig nach Worten, um seinen Zustand zu definieren. Manchmal übertreibt er dabei und ist dessen auch bewusst: „ Klarheit ist etwas Übermenschliches“ (F 80). Er nennt sich einen alten Mann, obwohl er jünger, als sein Bruder ist. „Alt“ heißt hier älter als der Famulant und auch „dem Tode nahe“. Er ist, genauso wie Thomas Bernhard, bei Großeltern aufgewachsen, deren Tod er als „allergrößten Verlust“ seines Lebens, Urtrauma beschreibt.

Seine Schmerzerfahrungen sind immer an den Schlüsselstellen des Romans, wo sie als Teilelemente einer Totalität des Schmerzes fungieren. Der individuelle Kopfschmerz des Malers ist Symptom und Chiffre für das Leiden der gesamten Natur ebenso für das Leiden an der Natur. Der Schmerz wird zum bestimmenden Wesensmerkmal der Natur:

„Es gibt ein Zentrum des Schmerzes, von diesem Zentrum des Schmerzes geht alles aus“, sagte er, „es liegt im Zentrum der Natur. Die Natur ist auf viele Zentren aufgebaut, aber hauptsächlich auf das Zentrum des Schmerzes. Dieses Zentrum des Schmerzes ist, wie alle anderen Zentren der Natur, auf den Überschmerz aufgebaut, es beruht, kann man sagen, auf dem Monumentalschmerz.“ (F 42)

Seine Kopfschmerzen sind der subjektiven Einschätzung des existentiellen und sozialen Bedrohtseins und den depressiven Verarbeitungen von alltäglichen Stresssituationen zuzuschreiben.6

Die Totalisierung des Schmerzens, der unheilbaren Krankheit, der Fäulnis oder des Todes, der „nur das Aufhören aller Schmerzen sein“ könne (F 85), verdichtet sich in wiederholten Metapher der „Geschwulst“ von der Strauch annimmt, sie „sauge alles auf, was in meinem Körper ist“ (F 84). Die Geschwulst überträgt sich auf alle Bereiche und Schichten der Gesellschaft, die sich als unheilbar krank erweisen: Im Bergdorf Weng gehen „Hunderte und Tausende Geschwüre auf“ (F 53) und „Künstler, die Maler, die Schriftsteller, die Musiker, das sind Onanierpflichtigen auf dem Erdball, seine unappettitlichen Verkrampfungszentren, seine Geschwürperipherien“ ... (F 132).

Der Tod - die Befreiung des Malers - sollte ihn aber nicht unvorbereitet treffen.

Weitere Figuren (kleine Nebenfiguren):

Die Wirtin: sie wird nur von der Sicht des Malers dargestellt, in seinen Wahrnehmungen - als Unmensch, eine Hure. Von ihr geht eine starke Anziehungskraft aus, die der Maler mit aller Kraft seiner Rede ständig aufs Neue abwehrt, indem er ein verleumderisches Bild von ihr zeichnet. Sie öffne seine Briefe, verleumde ihn, lache ihn hinter seinem Rücken aus, sie sei eine „schlampige Abwascherin“, sie sei verworfen : in ihrem Keller und auf dem Dachboden sollen sich Männerunterhosen von ihren Liebhabern befinden, sie koche für ihn aus Hundefleisch, verprügelt brutal bis ins Blut ihre Tochter. Vieles davon stimmt allerdings.

Ein Kraftwerkbauer - der Ingenieur : spricht mit fast gleichgültiger Sachlichkeit (er ist kein Mentor). In den Gesprächen am Wirtshaustisch wird das Kraftwerk als Mittel gefeiert, die verlorene österreichische Größe wieder zu gewinnen: „in alle Länder Europas“ werde es Strom liefern. Bei seiner Österreich-Kritik verzichtet er auf Übertreibungen (wie es der Maler tut). Er kämpft gegen Misswirtschaft, gegen die politische Bevorzugung von Lieferanten minderwertiger Qualitäten. Der Ingenieur verkörpert auf der Ebene der Konfrontation mit der Vergangenheit das zukunftsorientierte Ich des Wiederaufbaus. Er repräsentiert eine Kraft der Zukunft doch eine, die einen hektischen Wiederaufbau ohne Besinnung vermittelt, fixiert auf eine Zukunft im Wohlstand, nichts mehr.

Der Maler bewundert ihn, aber gleichzeitig fühlt er eine Abneigung zu ihm, denn der Ingenieur verändert die unberührte Natur gleich in der Nähe Wengs in Beton- Monstren.

Nach einer genaueren Analyse Frosts handle es sich bei dem Kraftwerk um Kaprun.

Literatur:

1. Beutner, E.: Körperlicher Schmerz. Zur Darstellbarkeit einer Grenzerfahrung. In: Literaturkritik und erzählerische Praxis. Stauffenburg Verlag,Tübingen1995, S 126ff.

2. Kindlers neues Literatur Lexikon, Hrsg. von Walter Jens, Kindler Verlag München 1991.

3. Laemmle, P.: Karriere eines Außenseiters - Vorläufige Anmerkungen zu Thomas Bernhards fünfteiliger Autobiographie; In: In Sachen Literatur, Verlag Text + Kritik, München 1988, S. 177-183.

4. Literaturgeschichte Österreichs. Hrsg. Zeman, H., Akademischer Druck und Verlagsanstalt, Graz 1996.

5. Pfabigan, A: Thomas Bernhard. Ein österreichisches Weltexperiment. Paul Zsolnay Verlag, Wien 1999, S. 39-96.

6. Schmidt-Thieme, H. : Österreichische Literatur des 20 Jahrhunderts.

Einzeldarstellungen. Volk und Wissen, Volkseigenes Verlag Berlin 1988, S.678- 693.

[...]


1 Bernhart, Th.: Gedicht : In meiner Hauptstadt. In: Auf der Erde und in der Hölle.

2 Botond, A.: Schlußbemerkung. In: Über Thomas Bernhard. Hg. A.B. Frankfurt /Main. 1970, S.140.

3 Bernhard, Th.: Gehen. Frankfurt/Main 1971.S.23.

4 Poetik in Stichwörtern, Verlag Ferdinand Hird Wien 1990, S.266.

5 Literaturgeschichte Österreichs. Akademische Druck und Verlagsanstalt 1996, Graz. Hrsg. H. Zeman.

6 Beutner, E.: Körperlicher Schmerz. Zur Darstellbarkeit einer Grenzerfahrung. In: Literaturkritik und erzählerische Praxis. Stauffenburg Verlag Tübingen 1995. S 126ff.

Details

Seiten
9
Jahr
2001
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101021
Note
Schlagworte
Werkübersicht Themen Stil Analyse des Romans

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Titel: Thomas Bernhard. Sein Roman: Der Frost