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Das Schnabeltier

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 2 Seiten

Biologie - Zoologie

Leseprobe

Ein einzigartiger, giftiger Bewohner Australiens Das Schnabeltier !

1. Die Beschreibung

Im Jahre 1798 wurde das erste Exemplar dieses wahrlich außerge- wöhnlichen Tieres in England ausgestellt. Allgemein hielt man es für eine Fälschung ähnlich dem bayerischen Wolpertinger. Wieso? Ein Tier das eigentlich aussieht wie ein Biber, mit seinem dicken, feinen Fell und seinem flachen, breiten Schwanz. Dazu noch mit Schwimmhäuten ausgestattet. Nur der Kopf will da nicht so recht dazu passen. Man stelle sich vor, hat dieser doch einen Entenschnabel. Fürwahr, daß die Leute damals nicht so recht an die Existenz des Schnabeltieres glauben wollten.

Dieses kleine, amphibische Tier lebt in Ost- u. Südost - Australien. Dort ist es in den Strömen, Flüssen und Seen noch recht häufig anzutreffen. Allerdings ist es stark ortsgebunden, so daß eine Verpflanzung in ein anderes Revier stets zum Scheitern verurteilt war. Ein Überleben in Gefangenschaft geht in den allermeisten Fällen schief, da die Lebensweise von den Tieren noch nicht weit erforscht wurde. Ihre Lebensdauer in der Wildnis ist leider noch nicht bekannt.

Zu ihrem Steckbrief !

Das Männchen ist 50 bis 60 cm, und das Weibchen 40 bis 50 cm lang. Beide wiegen etwa 1 kg, doch das Männchen kann, wenn es ganz ausgewachsen ist, ein Gewicht von bis zu 2 kg erreichen. Das Schnabeltier ernährt sich vorwiegend von Insekten und deren Larven. Diese sucht oder fängt es meist bei Dämmerung im Wasser. Bei einem Tauchgang bleiben Mund und Ohren fest verschlossen, gejagt wird nur mit dem Schnabel. Er besitzt nämlich Elektrosensoren mit denen das Schnabeltier die Beute ortet, so kann es selbst bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen unter Wasser jagen kann. Immer wenn die Backen voll sind, verbringt das Schnabeltier einige Minuten mit Kauen, wozu sie statt Zähne hornige Polster benutzen.

2. Der Giftsporn

Das Schnabeltier gehört zu den wenigen giftigen Säugetieren. Da gibt es nur noch ein paar Spitzmausarten, die ihre Beute mit ihrem giftigen Speichel überwinden. Das Schnabeltier besitzt etwas völlig anderes:

Bei beiden Geschlechtern findet man am hinteren Knöchel einen Stachel. Den Weibchen geht er nach dem ersten Lebensjahr verloren, den Männchen bleibt er erhalten, sie entwickeln sogar noch eine Giftdrüse, die mit dem Sporn verbunden ist. Bei ausgewachsenen Schnabeltiermännchen wird der Giftsporn etwa 15mm lang. Er läßt sich vom Knöchel abspreizen und mit den Hinterbeinen in einen Feind hineinstoßen. Der Stich allein ist schon schmerzhaft, das eingeführte Gift kann beim Menschen vom örtlichem Schmerz bis zur

Lähmung betreffender Gliedmaßen führen. Als man die Tiere noch wegen ihrer Pelze jagte, wurden sie durch einen Schuß betäubt, und Hunde hetzten ins Wasser um die Beute zu bergen. Es wird berichtet, daß sich Schnabeltiere erholten, und Jagdhunde durch einen Stich in die Schnauze töteten. Besonders wirksam ist das Gift der Schnabeltiere zur Paarungszeit, und dann sind sie auch sehr aggressiv gegen alles was die Paarung verhindern könnte. Die Zusammensetzung des Giftes ist genauso unbekannt wie die Nutzung des Giftsporns. Da das Schnabeltier kaum Feinde hat, und sich die Giftdrüse gleichzeitig mit den Geschlechtsorganen entwickelt, nahm man an, daß der Sporn etwas mit der Paarung zu tun hat. Doch dieses ist durch Beobachtungen widerlegt worden.

3. Die Fortpflanzung

Zur Zeit der ersten europäischen Siedler in Australien dachte man das Schnabeltier würde wie die Frösche oder Fische laichen. Doch seit Anfang dieses Jahrhunderts ist bewiesen, daß das Schnabeltier zu den Säugetieren gehört. Jedoch sind sie eine Gruppe für sich, das Schnabeltier legt nämlich Eier!

Etwa drei Wochen nach der Paarung, die zwischen Juli und Oktober liegt, legt das Weibchen meist 3 Eier. Eines dieser weichschaligen Eier mißt etwa 15 mal 17mm. Die Eier werden 10 Tage lang in einer Erdhöhle aus- gebrütet, bevor die Jungen schlüpfen. Danach, und das ist auch der Grund warum man die Schnabeltiere zu den Säugetieren zählt, werden die Jungen bis zu 4 Monaten von der Mutter gesäugt. Die Milch sickert aus zwei Zitzen aus das Fell. Dort nehmen die Jungen sie dann auf. Da die Mutter nur zwei Zitzen hat, ist diese Methode für ihre drei Jungen praktischer. Das Schnabeltier ist seit Anfang dieses Jahrhunderts, genauer 1921, geschützt und bis heute ist der Fortbestand weiter gesichert.

Sollte die Menschheit jedoch weiter die Natur gnadenlos ausbeuten, die Welt immer mehr modernisieren, das Ozonloch noch größer werden lassen - kurzum die Umwelt nicht respektieren - so wird das Schnabel- tier mit vielen derzeit gefährdeten Arten vom Erdboden verschwinden.

Details

Seiten
2
Jahr
2001
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101056
Note
1
Schlagworte
Schnabeltier

Autor

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Titel: Das Schnabeltier