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Der Hamburger Hafen - Schwerpunkt HafenCity

von Christian Grebe (Autor) Martin Lieberich (Autor)

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 7 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

Autor. Christian Lieberich, Martin Grebe

Der Hamburger Hafen

Allgemein

Der Hamburger Hafen, das Tor zur Welt, die weite Tür zu den Märkten in Nord-, Mittel- und Osteuropa, Brücke zwischen Kontinent und Übersee, ist mit Abstand der bedeutendste Hafen der Bundesrepublik Deutschland und gleichzeitig einer der führenden

Seegüterumschlagplätze der Welt. Der Hafen hat eine Gesamtfläche von 7.433 ha. Es gibt 315 Liegeplätze für Seeschiffe. Im Hafen befinden sich 175 Brücken.

Geschichte

Welthafen Hamburg - Die Entstehung

Als am 7. Mai 1189 Kaiser Friedrich I. Adolf dem 3. v. Schauenburg den Freibrief zur Erbauung eines Hafens in Hamburg gab, beauftragte Adolf III. v. Schauenburg Wirad von Boizenburg damit, den Plan für den Hafen zu entwerfen. Dieser Plan wurde in die Tat umgesetzt und 1321 trat Hamburg der Hanse bei.

Die Hanse

Hamburg setzte sich im 14. Jahrhundert massiv für die Bekämpfung der Seeräuberei und der Freiheit der Schifffahrt auf der Elbe ein. Nach dem Krieg mit Dänemark, erlebte die Hanse den Höhepunkt ihrer Macht (1370). Die nächsten gut 200 Jahre tat sich nicht viel im Hafen Hamburgs.

Der neue Graben durch den Grasbrook

1604 wurde die Insel Grasbrook durch einen Graben getrennt. Durch diesen Graben wurde ein Teil der Elbe geleitet und der Hafen wurde besser durchflutet. Als Folge dessen war die Elbe besser für große Schiffe befahrbar. Der Elbstrom wurde direkt an die Stadt herangeführt, so wurde aus der Alsterstadt die Elbstadt.

Der Hamburger Freihafen: Teil I

1768 waren sich sowohl der dänische König als auch Hamburg einig, dass auf Grund der hohen Schulden Dänemarks gegenüber Hamburg eine Bereinigung der gemeinsamen Beziehungen von Nöten wäre. Es kam zum Gottorper Vergleich: Hamburg erließ Dänemark 4 Mio. Mark Schulden, Dänemark sicherte im Gegenzug Hamburg völlige Unabhängigkeit vom dänischem Herzogtum Holstein zu und erkannte Hamburg als freie Stadt an. Außerdem erhielt Hamburg Teile der Elbinseln zwischen Billwerder und Finkenwerder. Durch den Besitz dieser Inseln wurde der Ausbau Hamburgs zum Welthafen erst möglich gemacht. Die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte wurde 1783 durch den Handel mit Amerika noch verstärkt; dieses führte zu einer Hochkonjunktur von 1789 bis 1803. Durch die Spannungen (Kontinentalsperre) wurden diese goldenen Jahre des Aufschwungs jäh beendet (1806), da die Franzosen ein Handelsverbot mit Großbritannien verhängt hatten. Durch den Abschluss der Elbschifffahrtsakte, wurde 1821 ein großer Teil der Elbzölle beseitigt. In den 20er Jahren des

19. Jahrhunderts, stieg der Schiffsverkehr stark an, deshalb wurde der Hafen noch einmal ausgebaut.

Englische Ingenieure planen den neuen Hafen

Ab 1827 schloss Hamburg mehrere Handelsverträge, u.a. mit Brasilien ab. Ende der 30er Jahre fuhren die ersten Dampfer zwischen Hamburg und Amerika. Dadurch änderten sich die Bedingungen abermals und Hamburg beschloss, den Hafen auszubauen, da er wegen der veralteten Bauweise auf Dauer nicht mit der Konkurrenz hätte mithalten können. Es wurde eine Kaimauer (Johannisbollwerk) für die Dampfschiffe gebaut. Diese neue Konstruktion brachte hohe Kosten mit sich. Entsprechend lange hatte es gedauert, bis der Bau genehmigt wurde. Der englische Hafenbauspezialist William Lindley errichtete das Gaswerk auf dem Grasbrook (1846-1852), sowie die Bergedorfer Eisenbahn. 1857 beschäftigte sich der Hamburger Senat erneut mit der Frage: Dock oder Tidehafen? Noch im selben Jahr entschloss man sich dazu, nachdem alle Experten gehört worden waren, einen Tidehafen zu bauen. Dieser Entschluss war die Geburtsstunde des heutigen Hamburger Hafens. 1858 wurde nach dem Hamburger Brand und der Wirtschaftskrise der Bau endgültig beschlossen und 5 Jahre später begann man mit dem Bau des Sandtorhafens- ein System von in die Elbinseln hineingeschnittenen Hafenbecken- sie zeichnen das vertraute Bild der reich gegliederten Hafenlandschaft und verhalfen Hamburg zum Ruf des "Schnellen Hafens".

Die Hamburger Hafenbahn

1880 wurde mit dem Bau der Hafenbahn begonnen (damals um das erste Hafenbecken mit Gütertransporten zu erreichen). Die Hafenbahn war an die zweigleisige Schienenverbindung von Hamburg nach Harburg angeschlossen. Diese Strecke wurde von der privaten Köln- Mindener Eisenbahngesellschaft betrieben. 1886 wurde die Hafenbahn nochmals ausgebaut kurz bevor die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft von der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung übernommen wurde. Mit der Entwicklung des Freihafens mussten 2 neue Rangierbahnhöfe für den Übergabeverkehr zwischen Zollinland und Freihafen gebaut werden. 1888 wurde dem damaligen Amtsleiter Johann Christian Nehls die Ausführung für die umfangreichen Bauarbeiten übertragen. 1890 wurde das Bilden und Auflösen der Güterzüge auf den neuen Rangierbahnhof Wilhelmsburg verlegt. 1893 stimmte der Senat einer direkten Gleisverbindung zwischen Wilhelmsburg und Niedernfelde zu. Dies war die Geburtsstunde des Hafenbahnhofs Hamburg-Niedernfelde.

Der Hamburger Freihafen: Teil II

Am 15. Oktober 1888 wurde der Freihafen eröffnet. Bisher gehörte Hamburg nicht zum deutschen Zollgebiet. Der Anschluss an selbiges, unter dem Druck Bismarcks eingeleitet, förderte Hamburgs Handel, Schifffahrt und Industrie. In diesem Gebiet war die Hafenindustrie, die zollfrei eingeführte Produkte verarbeitete, bzw. veredelte, welche unverzollt wieder exportiert werden konnten, angesiedelt. Der Bau des Freihafens erforderte weitere bauliche Maßnahmen: Speicherstadt und Zollkanal wurden gebaut. Deswegen mussten 20.000 Menschen zwangsumgesiedelt werden. 1902 entstand innerhalb des Freihafens der Wert- und Vorhafen, der Hauptteil des Freihafens. Der Güterumschlag stieg von 6,3 Mio. t (1888) auf 27,7 Mio. t (1913). Das Grundmuster des alten Freihafens, welcher 1945 zu 75% zerstört war, ist heute noch erhalten. Nach dem Krieg musste sich Hamburg den neuen Begebenheiten anpassen. Der Binnenschiffverkehr verlor mehr und mehr an Bedeutung. 1914 hatte der Binnenschiffverkehr noch einen Anteil von 80% am Gesamtumschlag. 1938 betrug der Anteil noch 40% und sank bis 1962 auf 17%. Im Freihafen sind 38 000 Menschen beschäftigt und 900 Firmen ansässig. Alleine die Blohm & Voss- Werft beschäftigt 5000 Arbeiter. Die Gesamtfläche des Hafens beträgt 207 ha. Der Freihafen hat als Umschlagplatz mit vielseitiger Funktion für den Warenverkehr noch eine große Zukunft vor sich.

Entwicklung in der Nachkriegszeit

Seit der Jahrhundertwende entstanden weitere neue Hafenbecken, die fächerförmig angelegt wurden, um das rangieren der Schiffe zu erleichtern. Im 2. Weltkrieg wurden große Teile des Hafens (fast 70% der Speicher) zerstört. Doch schon 10 Jahre nach Kriegsende hatte der Umschlag im wiederaufgebauten Hafen mit 55 Mio. t Gütern seinen Vorkriegsstand erreicht. Ab den 60er Jahren lag der Schwerpunkt des Hafenausbaus bei den Container- Verladeanlagen.

HafenCity

Was ist die HafenCity?

Vor etwa 100 Jahren wurde das Kehrwieder- und Wandrahmviertel zugunsten des Hafens und der Speicherstadt geräumt und abgerissen. Damit hatte die Hamburger Innenstadt ihren direkten Zugang zur Elbe verloren. Der Hafen wurde zum reinen Industriegebiet. Das soll sich jetzt wieder ändern: auf 155 ha Grundfläche (davon 55 ha Wasser, 30 ha Verkehrswege) sollen 5.500 neue Wohnungen für 10.000 - 12.000 Bewohner entstehen, außerdem Dienstleistungsflächen für 20.000 Arbeitsplätze. Die HafenCity würde die jetzige Innenstadt um 40% vergrößern. Die Baudirektoren versprechen sich von der HafenCity eine Mischung aus Gewerbe, Wohnen, Freizeit, Tourismus und Kultur.

HafenCity - Aufgeteilt in 8 Quartiere

1. Ericusspitze (2,8 ha)

Ein repräsentativer Zugang zur HafenCity. Eingerahmt von den historischen Gebäuden der Speicherstadt, sowie modernen Bürobauten. Ein Mix aus Büros, Geschäften und Cafés, lebendig und einladend.

2. Sandtorhafen / Grasbrook (35 ha)

Voraussichtlich wird das Gebiet der erste Bauabschnitt im Wege der Entwicklung des Gesamtprojekts sein. Da das Gebiet in direkter Nachbarschaft zu den touristischen Schwerpunkten des Hafens liegt und außerdem gut mit der Bahn zu erreichen ist, eignet es sich insbesondere für Einrichtungen aus dem Bereich Tourismus, Kultur, Freizeit, Unterhaltung und Einzelhandel. Außerdem werden hier Wohnungen und Büros direkt am Wasser in Reichweite des Sportboothafens entstehen.

3. Magdeburger Hafen (1,8 ha)

Hauptachse zur Innenstadt, zu Jungfernstieg und Alster. Der Magdeburger Hafen ist das Herz der HafenCity: Wasserpromenaden, Pavillons und Cafés. Mittelpunkt: das Überseequartier mit Kreuzfahrtterminal. Kultur, Shopping und Entertainment.

4. Oberhafen (7 ha)

Das Gebiet am Oberhafen eignet sich für innovative Mischnutzungen von Gewerbe, Dienstleistung und Handwerk.

5. Lohseplatz (42 ha)

Für den Lohseplatz sind vor allem gewerbliche Nutzungen und Dienstleistungsnutzungen geplant. So wird der Lohseplatz zum Business-Areal und zur grünen Mitte der HafenCity. Ein großer Park führt bis an die Elbe runter.

6. Strandkai (5,1 ha)

Vom Strandkai aus hat man einen den besten Blick auf den Hafen. Nachteile auf Grund der innenstadtfernen Lage, werden durch den starken Wasserbezug ausgeglichen. Es werden sich in Ufernähe viele Restaurants und Cafés ansiedeln, wobei diese sich wahrscheinlich in den Untergeschossen der entstehenden hohen Wohnungsbauten befinden werden.

7. Baakenhafen (29 ha)

Im Baakenhafen soll die neue Hamburger Messe entstehen, er soll zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische werden. Zum Wohnen wird er besonders attraktiv für Familien werden, auf Grund der tollen Lage am grünen Elbufer.

8. Elbbrücken-Zentrum (5,4 ha)

Das EBZ markiert den Osteingang zur HafenCity und ist zugleich ein repräsentatives Dienstleistungszentrum: In dem Gebiet sollen bis zu 26 geschoßige Bürobauten entstehen. Das Elbbrücken-Zentrum soll durch eine S-Bahnstation mit der HamburgerCity verbunden werden. Eine Brücke soll einen direkten Fußweg in Richtung Rohtenburgsort ermöglichen.

Hochwasserschutzsituation

Da die HafenCity vor der Hauptdeichlinie, die sich vom St.Pauli-Fischmarkt bis zu den Elbbrücken erstreckt, entstehen wird, müssen rund um das Planungsgebiet Schutzwälle errichtet werden. Da die HafenCity in einem besonders gefährdeten Hochwassergebiet liegt, müssen die Schutzwälle bis zu 9m hoch sein.

Nachhaltigkeit und Ökologie

Bei der Energieversorgung der HafenCity soll Solarenergie eine tragende Rolle spielen. Bei der baulichen Umsetzung der HafenCity sollen vor allen Dingen umweltschonende Baustoffe und Materialien zum Einsatz kommen. Daraus erhoffen sich die HafenCity-Planer, dass sich dadurch auch Lebensraum für seltene Pflanzen und Tierarten ergibt. Das schadstoffunbelastete Regenwasser soll durch ein Rinnensystem dem Hafenbecken zugeführt werden, um das Wasser der Elbe zu neutralisieren.

Soziale Infrastruktur

Da die Zahl der Wohnungen in der HafenCity sich zwischen 5.000 und 6.500 bewegen wird, ist eine eigene soziale Infrastruktur erforderlich. Es sind zwei bis drei, maximal vierzügige Grundschulen geplant. Diese sollten von allen Wohnungen höchstens 1000 m entfernt sein. Auch Kombinationen aus Grundschule und Kindertagesheim wären denkbar. Weiterhin ist ein dreizügiges Gymnasium in Planung, welches möglichst in Anbindung an einen öffentlichen Sportplatz gebaut werden sollte. Der Bedarf an Haupt- und Gesamtschulen ist noch nicht abschließend geklärt.

Denkmalschutz

Die Speicherstadt und mit ihr die dazugehörigen Gebäude, Brücken, Kaimauern und Wasserflächen stellen ein Kulturdenkmal von internationalem Rang dar. Weitere unter Denkmalschutz stehende Gebäude und Anlagen sind die Deichtorhallen, der Sandtor-, der Grasbrook- und der Magdeburgerhafen sowie einige Betriebsgebäude der Hafenbahn. Außerdem die Oberhafen- und Freihafenbrücke. Vom ehemaligen Hannöverschen Bahnhof wurden zwischen 1941 und 1945 ca. 6.000 Juden deportiert. Der Bahnhofsvorplatz wird in die Parkanlage "Lohseplatz" integriert und soll als zeitgeschichtliches Dokument erfahrbar sein.

Quellen: Internet: www.hamburg-hafen.de und www.hafen-hamburg.de, Masterplankonzeption der HafenCity und Geschichtsbuch "Hamburg".

Details

Seiten
7
Jahr
2000
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101112
Note
1
Schlagworte
Hamburger Hafen Schwerpunkt HafenCity

Autoren

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