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René Magritte

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 5 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

- Sein Leben

- Einflüsse auf sein Werk

- Magrittes Werk

- „Das rote Modell“- ein surrealistisches Gemälde

Sein Leben

Als Sohn eines Schneiders und einer Hutmacherin wird René Francois Ghislain Magritte am 21. November 1898 in dem belgischen Ort Lessines geboren. In seiner Jugend besuchte er Malkurse, später studierte er an der Akademie der Schönen Künste in Brüssel.

Als er 12 Jahre alt war, verübte seine Mutter Selbstmord. Das Thema Tod war öfter in seinen Werken zu finden, z.B. durch Särge, die ihn faszinierten.

Schon mit 15 Jahren lernt er seine spätere Frau Georgette Berger kennen. 1922 heiratete er sie und lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1967 zusammen. Seine Frau stand ihm oft Modell für seine Bilder.

Die Ehe mit Georgette blieb kinderlos.

Seine Karriere als Künstler ging zunächst eher schleppend voran. Aber schon 1927 hatte er seine erste Einzelausstellung.

Finanziell hielt er sich allerdings hauptsächlich mit Werbung und Design, z.B für eine Tapetenfabrik über Wasser.

- Einflüsse auf sein Werk

Nach dem Studium an der Brüsseler Akademie (1918 - 1919) waren seine Bilder beeinflußt durch den Futurismus und den Kubismus. 1922 malte er ein Bild mit dem Titel Porträt des Kindes. Ein wenig später entdeckte er Reproduktionen von Giorgio de Chirico, wobei besonders ein Bild (Gehirn de Kindes, 1914) ihm besonders auffiel. Denn dieses Bild sieht einem von ihm gemalten Bild sehr ähnlich. Er sah dies als Zeichen seinen Malstil radikal zu ändern. De Chirico, der den Surrealismus maßgeblich beeinflußte, brachte Magritte auf neue Ideen für seine Bilder.

Ende der Zwanziger Jahre zog Magritte mit Georgette, die er 1922 geheiratet hatte, in einen kleinen Ort in der Nähe von Paris. Er hatte Kontakt mit Pariser Surrealisten, die sich um André Bréton versammelt hatten. Der Begründer und einer der wichtigsten Theoretiker des Surrealismus ließ Magritte hautnah mit dieser neuen Kunstrichtung in Berührung kommen. Bréton gab theoretische Schriften über den Surrealismus heraus, an denen Magritte sich auch beteiligte. So zierte „Das rote Modell II“ den Umschlag der zweiten Ausgabe des Buches „Le surréalisme et la peiture“.

In diesem Kreis um Bréton und Pariser Surrealisten traf er auf Maler wie Tanguy, Miró oder Dalí.

Um 1930 ließ Magritte sich endgültig in Brüssel nieder. Er beteiligt sich immer wieder an Ausstellungen von Surrealisten.

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs malte Magritte impressionistisch. Seine „Renoir- Periode“ dauerte allerdings nur etwa drei Jahre. 1945 findet er zu seiner ursprünglichen Linie zurück.

- Magrittes Werk

Magrittes Werk und damit seine stilististische Entwicklung kann man grob in vier Perioden einteilen.

Nach dem Studium malte er vom Futurismus und Kubismus inspirierte Bilder, etwa ab 1925 fing er an präzise und eher realistisch zu malen an. Diese Entwicklung führte zu seiner „klassischen“ Periode. Magritte- Bilder aus dieser Zeit sind surrealistisch geprägt. Sie sind „typische“ Magritte Bilder. Wenn an dieser Stelle von „typischen“ Magritte- Bildern gesprochen wird, so sind die surrealistischen Bilder ,die den Hauptteil des Magritte- Werkes ausmachen, damit gemeint.

Seine impressionistische Periodewährend des Krieges dauerte nur kurz. Während des 2. Weltkrieges malte er die sogenannten „Renoir“ - Bilder. Danach kehrte er zum Surrealismus zurück.

Sie sind in ihrer Darstellung sehr klar. Nicht, was die Bedeutung oder Inhalt anbetrifft, aber die Malweise und die Darstellung ist klar und genau.

Außerdem erkennt der Betrachter, insofern er das Werk Magrittes kennt, oft den gleichen Gegenstand auf mehreren Bildern wieder. Oft malte Magritte auch Variationen eines Bildes und versah diese mit dem gleichen Titel.

Der Titel und das Bild gehören bei Magritte untrennbar zueinander. Der Titel lädt den Betrachter ein, in eine ganz andere Welt als der normalen einzutreten. Mysteriös wie die Titel sind die oft Bilder an sich.

Auf den ersten Blick scheinen die meisten Bilder klar aufgebaut und nichts von wilden Träumen zu enthalten, die man beim Gedanken an surrealistischer Malerei vielleicht erwartet. Zumindest beim zweiten Blick aber wird dem Betrachter bewußt, das Magritte mit Teilen der wirklichen Welt eine ganz neue Welt erschaffen hat. Er benutzt Gegenstände der wirklichen Welt um eine Welt aufzubauen, die gedanklich existieren kann. Die Verknüpfung im Kopf macht es möglich. Abstrakte Ideen können visuell durch vertraute Gegenstände dargestellt werden.

In Magrittes Werk geht es nicht darum Menschen oder Gegenstände darzustellen, sondern Ideen. Menschen tauchen eher selten in den Bildern auf. Die Frauengestalten verkörpern Weibliches; sie sind es nicht direkt Porträts. Seine Frau stand für die wenigen Bilder, auf denen Frauen dargestellt sind, Modell.

Männliche Gestalten in den Bildern tauchen nur im Schwarzen Anzug mit einer Melone auf dem Kopf auf. Magritte stellt durch diese Figur ebenfalls nur eine Idee dar. Männer, die gesichtlos sind, einer einheitlichen Masse angehören und nicht identifizierbar sind. Denn oft sind sie noch nicht einmal die Gesichter zu erkennen.

Sie werden mit einem Gegenstand verdeckt.

Das Verdecken von Gesichtern durch einen Gegenstand findet man häufiger in Magrittes Werk. Der Gegenstand kann Anonymität der einheitlichen Männergestalt wahren oder sogar eine Verletzung bedeuten. Auch hier zeigt sich die raffinierte Verknüpfung mit scheinbar Zusammenhanglosem.

Hier stecken wieder Magrittes geistige Ideen dahinter, die er bildlich umsetzt.

- Magritte und der Surrealismus

Was ist an Magrittes Bildern eigentlich surrealistisch? Auf den ersten Blich scheinen es oft einfache Bilder zu sein, wobei damit nicht die Malweise gemeint ist, sondern es sind einfache Gegenstände auf dem Bild zu sehen, wie z. B ein Glas oder eine Pfeife. Die Gegenstände sind präzise dargestellt ohne Schnörkel. Doch sind diese Gegenstände ungewöhnlich miteinander verbunden. Es werden Verbindungen geschaffen, die vielleicht nicht unmöglich, aber ungewöhnlich sind.

Einen Blick auf die Titel dieser Bilder rufen beim kritischen Betrachter ebenfalls Stirnrunzeln hervor. Magrittes Titel, sind wie seine Bilder, ebenfalls ungewöhnlich. Andere Bilder von Magritte sind schon eher als „surrealistisch“ zu identifizieren. Traumhafte Gestalten und Szenen sind auf ihnen zu entdecken: ein über dem Meer schwebender riesiger Felsbrocken mit einem Schloß darauf oder eine Lokomotive, die durch einen Kamin hindurch fährt. Traumhaft, also surrealistisch?

Ja, aber Magrittes Intention macht seine Bilder zu surrealistischen Gemälden ganz spezieller Art. Er führt den Menschen nicht inneres Seelenleben vor oder erschreckt mit alptraumhaften Szenen, sondern er regt den Betrachter zum Überdenken der Realität an. Auf seinem Bildern sind Gegenstände zu entdecken, die in der realen Welt nichts miteinander zu tun haben. Er stellt neue Beziehungen her zwischen alltäglichen Gegenstände. Er verknüpft ganz ungewöhnlich altbekannte Gegenstände miteinander, die er im einzelnen sehr real darstellt, dessen Komposition aber unreal ist

Das Gehirn ist fähig Dinge, die in der Wirklichkeit nichts miteinander zu tun haben, im Geiste neu zu verknüpfen. Ein unlogisches Denken(unlogisch im Sinne realen, der „logischen“ Welt) durch ungewohnte Kombination von Dingen, fordert Magritte mit vielen seiner Bilder heraus. Auch der Titel eines Bildes hat diese Funktion. Er hat oft nichts mit dem Dargestellten zu tun und verhindert so eine rationale Interpretation des Bildes.

Mit einem berühmten Bild, auf dem eine Pfeife zu sehen ist, erinnert uns Magritte daran, das ein Bild niemals die Wirklichkeit darstellen kann. Unter der Pfeife ist der Satz: „Ceci n´est pas une pipe“ zu lesen- dies ist keine Pfeife. Und das ist sie auch nicht, auch wenn der rationale Verstand es dem Betrachter übermittelt. Es ist nur das Bild einer Pfeife.

Sehr typisch für Magrittes Malerei ist es, Inneres und Äußeres miteinander zu verbinden. Oft sind ein blauer Himmel mit weißen Wolken in seinen Bildern enthalten. Sie repräsentieren das Äußere und sind verknüpft mit einem Innerem: als Tapete in einem Zimmer oder in einem Auge. Gegensätzliches findet sich öfter in seinen Bildern, so wie z.B Licht und Dunkel, un- möglich (jedenfalls in der realen Welt) in Verbindung gebracht.

Quellen:

Bernard Noél „Magritte“, Bongers Verlag 19

A.M. Hammacher „Magritte“, DuMont Verlag 1998 DuMont´s Künstlerverlag , DuMont Verlag 1997

Kindlers Malerei lexikon L- Ma, Lingen Verlag 1984

- Das rote Modell II (Lé modéle rouge II) - ein Beispiel Magrittes surrealistischer Maleirei

Dieses Ölbild, welches 1937, von Magritte gemalt wurde, ist in seinem Blidaufbau sehr einfach: ¾ des Bildes werden von einer gemaserten hellen Holzwand vereinnahmt. Der untere Teil des Bildes zeigt einen dunkelbraunen Kies- Sand- Boden. Auf dem Boden, ungefähr in der unteren Bildmitte steht ein Paar Schuhe, die sich in Füße verwandeln. Sie haben einem schmutzig- hautfarbenen Farbton. Vor den Füßen liegt ein einzelnes Streichholz. Am unteren rechten Bildrand ist ein Zeitungsfetzen erkennbar. Links im Bild liegen drei Münzen verstreut.

Der Zeitungsfetzen und die Münzen weisen darauf hin, dass es sich hier um eine weitere Version eines früher gemalten Bildes handelt.

„Das rote Modell II “ malte Magritte bei einem Aufenthalt in London. Die erste Version enthält weder Zeitungsfetzen noch Münzen.

Der Mittelpunkt des Bildes ist die Holzwand, die im Kontrast zum Kiesboden steht. Der Blick des Betrachters wird aber unwillkürlich auf die, im unteren Teil des Bildes stehenden, Schuhe gelenkt. Die Verwandlung der Schuhe in Füße ist ebenfalls farblich kontrastierend. Trotz der Helligkeit der Holzwand wirkt diese durch die Maserung grob. Die präzise Darstellung des Holzes erinnert an eine Frottage. Tatsächlich malte Magritte, nachdem er die Frottagetechnik Max Ernsts kennenlernte, solche Strukturen häufiger. Die Maserung ist absolut detailgetreu dargestellt.

Der Boden wirkt rau durch die kleinen und größeren Kiesel.

Insgesamt strahlt der ganze Hintergrund Rauheit, Grobheit und Einfachheit aus.

Die Wand ist durch die Maserung grob und einfach. Rau ist der Kiesboden, auf den die FußSchuhe stehen. Die Füße wirken verletzlich auf dem spitzen, kieselübersehten Boden. Die Fuß- Schuhe sind gegensätzlich und verdeutlichen visuell Magrittes Vorstellung vom Inneren und Äußerem. Die Füße repräsentieren das verletzliche Innere, die Schuhe das Äußere. Beides ist miteinander verschmolzen.

Die Verwandlung der Füße ist vielleicht auch damit zu erklären, dass der harte Boden sie daran erinnert, dass sie nur in einer äußeren Hülle stecken. Schuh und Fuß stehen nicht nur miteinander in Beziehung und bilden Gegensätze, sie sind auch abhängig voneinander. Die Fuß- Schuhe könnten auch eine Kritik an die Gesellschaft sein, die sich in vielen Dingen abhängig vom Materiellem macht.

Gewöhnliche Alltagsdinge wie Schuhe sind für uns da, stehen uns zu Diensten. Doch eigentlich beherrschen sie uns, denn wir sind von ihnen abhängig geworden.

In dem Zusammenhang ist der Titel „Das rote Modell“ ist vielleicht als eine Art Warnung zu verstehen. Rot ist eine Signalfarbe, die Warnungen, jedenfalls in visueller Form unterstreicht (z.B bei Hinweisschildern). „Das Modell“, womit das ganze Bild wohl gemeint ist, ist ein Beispiel für eine Abhängigkeit. Können denn unsere Füße heute noch auf spitzen oder rauen Boden gehen. Meist nicht, wir brauchen Schuhe, sind an sie gewöhnt. Doch Gewohnheiten können leicht in Abhängigkeit übergehen.

Magritte spielt mit Gegensätzen, wendet seinen Begriff vom Äußeren und Inneren an und übt Gesellschaftskritik.

Das letztere unterstreicht ein enger Freund Magrittes Paul Nougé (1936, Kommentar im Les Beaux- Arts) mit den Worten: „Das rote Modell stößt einen Warnruf aus.“

Details

Seiten
5
Jahr
2001
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101434
Note
14
Schlagworte
René Magritte

Autor

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Titel: René Magritte