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Teamentwicklung

Seminararbeit 2000 22 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Theoretische Grundlagen
1. Einleitung
1.1 Begriffliche Definition des Wortes “Team”
1.2 Ist Teamarbeit immer sinnvoll?
2. Was ist Tea1entwicklung?
2.1 Ziele
2.2 Aufgaben
2.3 Mittel - Teamtraining
3. Die sozialen Situationen und Tea1entwicklungs1aßnah1en
3.1 Proto-Gesellschaft – Probleme und Maßnahmen
3.2 Tausch-Gesellschaft – Probleme und Maßnahmen
3.3 Parteien-Gesellschaft – Probleme und Maßnahmen
3.4 Gemeinschaft – Probleme und Maßnahmen
3.5 Offene Gesellschaft – Probleme und Maßnahmen

II. Praktische U1setzung
1. Einleitung
2. Analyse der Abteilung “Bestellkatalogisierung”
2.1 Beschreibung der Ist – Situation
2.2 Auswertung des Fragebogens
2.2 Probleme bei der Auswertung des Fragebogens
2.3 Schlußfolgerung
3. Maßnah1en in der Abteilung Bestellkatalogisierung
3.1 Ziel
3.2 Mögliche Maßnahmen
3.3 Konzept: Projektteam

III. Literaturverzeichnis

I. T HEORETISCHE G RUNDLAGEN>

1. Einleitung

”In der Welt der Wirtschaft ist das Zeitalter des Teams angebrochen”1

Entsprechend dieser Entwicklung hat diese Arbeit als Schwerpunkt den Bereich Teamentwicklung / Teambildung.

Zunächst erfolgt eine kurze Übersicht von Begriffen, die sich bereits im Zusammenhang mit dem Phänomen “Team” in unserem Wortschatz etabliert haben. So befindet sich beispielsweise hinter dem Individuum Nachrichtensprecher das “Nachrichtenteam”, eine Operation wird nicht nur von einem einzigen Arzt durchgeführt, sondern von einem “Ärzteteam”. Forschungen, egal ob wissenschaftlich oder wirtschaftlich, werden nicht nur von einzelnen Koryphäen durchgeführt, sondern von einem “Forscherteam”.

Mittlerweile wird allerdings in fast allen Bereichen des privaten, unternehmerischen und öffentlichen Lebens der Begriff ”Team” verwendet. Jedoch erfüllen die Gruppen von Individuen selten die Anforderungen an ein Team, was anhand der Definition im Abschnitt 1.1. nachvollziehbar wird. Dies ist auch auf die Gesellschaftsform zurückzuführen. In der heutigen individualistischen Gesellschaft wird die einzelne Leistung stärker als die Gruppenleistung ent- bzw. belohnt. In Abbildung 1 wird dies verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Teamgedanke versus individualistische Gesellschaft

Mit diesem Gegensatz verbinden sich grundsätzlich verschiedene Ansichten, die im Folgenden kurz charakterisiert werden sollen:

Teamgedanke Individualistische Gesellschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Teamgedanken versus individualistische Gedanken2

Dies verdeutlicht, wie schwer es in unserer Gesellschaft ist, Teams aufzubauen. Um effektive Teamarbeit zu gewährleisten, bedarf es daher eines Teamentwicklungsprozesses, der durch Teamtrainings unterstützt werden kann. Die unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Gruppenarbeit mit ihren jeweiligen Kernproblemen erfordern entsprechend abgestimmte Trainings, was in Abschnitt 2. erläutert wird. Nicht zuletzt muß die Unternehmenspolitik dazu die Weichen stellen. Die erfolgreiche Einführung von Teamarbeit bedarf der Ausrichtung aller Unternehmensbereiche, im Besonderen auch der strukturellen und finanziellen Ansätze.

Im Abschnitt II “Praktische Umsetzung”, werden schließlich auf Basis einer gegebenen Situation in der Praxis geeignete Trainingsmethoden dargestellt, die auf die Bedürfnisse der Gruppe abgestimmt sind.

1.1 Begriffliche Definition des W ortes “Tea1”

(angelehnt an Prof. Dr. Martin)

In den Ausführungen von Prof. Dr. Albert Martin ist das Team “die Idealform einer effizienten Gruppe” 3 . Weiter heißt es dort:

“In einem Team stimmt alles, die Teammitglieder verstehen sich “blind”, fällt ein Teammitglied aus, dann springt ungefragt ein anderes Teammitglied ein, das Team organisiert und motiviert sich selbst, die Teammitglieder sind vom Teamgeist

beseelt, das eigene Interesse tritt hinter das Gesamtinteresse zurück, Probleme werden gemeinsam und kooperativ gelöst.”4

Diese Beschreibung von einem Team ist eine idealistische und auch eine polarisierende, was dazu führt, daß diese Voraussetzungen kaum von einem Team in der Praxis erfüllt werden. Unternehmen unterschätzen zudem oft, daß die Einführung eines Teams nicht nur mit Arbeit im Team sondern auch mit Arbeit am Team verbunden ist. Weiterhin kann man nicht erwarten, daß die Kooperation innerhalb eines Teams von selbst funktioniert, sondern sie bedarf stets der Koordination. Letzterer Punkt erfordert Einsicht und Geduld. Die Arbeit am Team benötigt Zeit, Engagement und Durchhaltevermögen. Da die wenigsten Menschen diese Probleme sehen, verstehen bzw. sehen wollen, kommt es dazu, daß die Arbeit im Team (Gruppenarbeit) zumeist nicht das erbringt, was erhofft wird. Zu einem frühen Stadium der Teamentwicklung wird daher nicht selten der Entwicklungsprozeß abgebrochen.5

1.2 Ist Tea1arbeit i11er sinnvoll?

Der Teambegriff wird häufig in Unternehmen nur als rhetorische Beschreibung verwendet, um psychologischen Druck auf die Angestellten, etc. zu erhöhen. Zudem zeigt sich in der Praxis, daß die meisten Leistungen in einem Unternehmen besser von Individuen als von Teams erbracht werden.6

Deutlich wird dies in der Abbildung 3. Hier wird aufgezeigt, welche Aufgaben besser von Einzelpersonen und welche besser von einem Team übernommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Übersicht von Einzel- und Teamarbeit7

Schlußfolgern läßt sich also, daß sich bestimmte Aufgaben viel besser in Einzelarbeit erledigen lassen. Eine pauschale Heroisierung von Teamarbeit ist also nicht angebracht.

Als Konsequenz aus diesen Überlegungen stellt sich die Frage, was Gruppen- oder Teamarbeit nun besonders attraktiv macht. In Abb. 4 wird gezeigt, welche Möglichkeiten (Prozeßgewinne) und Gefahren (Prozeßverluste) der Teamarbeit zu Grunde liegen. Die Bedeutung der einzelnen Punkte werden an dieser Stelle nicht genauer erläutert. Insgesamt stellt sich Teamarbeit für die Teilnehmer nur dann als sinnvoll heraus, wenn die Prozeßgewinne (Vorteile für den Einzelnen) größer sind, als die Prozeßverluste (Gefahren für den Einzelnen). Die grundsätzliche Voraussetzung einer effektiven Teamarbeit ist, daß sie Synergien erzeugen muß. Eine Arbeit, die rein additiven Charakter hat, ist keine Teamarbeit per definitionem.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Prozeßgewinne versus Prozeßverluste

2. Was ist Tea 1entwicklung?

Teamentwicklung umfaßt verschiedene Entwicklungsstufen der Gruppenarbeit. Zunächst muß bestimmt werden, in welcher Phase sich die betrachtete Gruppe befindet, um im Folgenden geeignete Trainingsmethoden einsetzen zu können. Diese haben zur Aufgabe, an den Kernproblemen der jeweiligen Phase anzusetzen, damit das Team die Möglichkeit erhält, sich weiter zu entwickeln.9

2.1 Ziele

Ziel eines jeden Teamentwicklungsprozesses ist es demnach, die Gruppe auf ein höheres Niveau zu führen und die Motivation, Kooperation und den Zusammenhalt zu verbessern. Dahinter verbergen sich zumeist wirtschaftliche Gedanken von Unternehmen, die versuchen ihren Gewinn zu optimieren. Dazu reicht es nicht nur aus, die Prozesse zu verbessern und Menschen durch Maschinen zu ersetzten. Es muß erreicht werden, daß in den Berufszweigen, in denen die menschliche Arbeitskraft das Kapital des Unternehmens darstellt, dieses Kapital zu optimieren. Des weiteren gilt es,

durch das Verteilen von Verantwortungen auf mehrere “Köpfe” gewagte und unbedingt benötigte Entscheidungen zu ermöglichen.

[...]


1 Martin, A., S. 1

2 Vgl. Martin 2000, S. 3.

3 Martin, A., S. 4

4 Martin, A., S. 4

5 Vgl.:Martin, S. 2

6 Vgl.: Martin, S. 4 f.

8 Vgl.: Martin, S. 4 ff.

9 Vgl.: Martin, S. 2 ff.

Details

Seiten
22
Jahr
2000
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101513
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Note
Schlagworte
Teamentwicklung Personalentwicklung Universität Lüneburg Projektseminar

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Titel: Teamentwicklung