Lade Inhalt...

Elternarbeit im Kindergarten.. Worauf sollten Erzieher achten?

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 7 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Elternarbeit im Wandel
1) Transparenz, Kooperation & Beratung
2) Formen der Elternarbeit
2.1) Atmosphäre der Einrichtung
2.2) Infobrett
2.3) Elterngespräche
2.3.1) Kritikgespräche
2.4) Elternabend

III. Schluss

I. Einleitung zum Thema Elternarbeit:

Jeder weiß, dass die Elternarbeit ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Institution für Kinder ist. Doch viele Erzieher/innen begegnen der Elternarbeit nicht so locker und selbstbewusst, wie man sie vielleicht in dem täglichen Umgang mit den Kindern kennt, sondern eher verkrampft und ängstlich, den Erwartungen der Eltern nicht entsprechen zu können.

Doch es sind nicht nur die Erzieher/ innen, die befangen dem vielleicht ersten Elterngespräch zur Anmeldung des Kindes, entgegensehen, sondern die Eltern haben mindestens genauso viel Ängste. Da das Kind erstmals aus der Familie in eine größeren Gruppe Gleichaltriger wechselt und außerfamiliäre Erziehungspersonen erlebt, ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen Erzieher/in und Eltern erforderlich, damit das Kind keinen Bruch zwischen dem Elternhaus und der Einrichtung erlebt.

In dieser Arbeit werde ich kurze Einblicke geben in welchen Formen Elternarbeit im Kindergarten bzw. Kindertagesstätten möglich ist und worauf man als Erzieher/in zu achten hat.

II. Elternarbeit im Wandel:

Früher war z. B. der Kindergarten ein Ort, von dem der Blick hauptsächlich auf das Kind und dann auf dessen Familie geworfen wurde. Die Elternarbeit war eine unbeliebte Pflichtausgabe und wurde nur dann praktiziert, wenn es gerade ins Programm passte.

In den letzten Jahren wurde immer mehr ein Perspektivenwechsel sichtbar. Der Blick richtet sich jetzt nicht nur hauptsächlich auf das Kind sondern die Eltern und die Umgebung werden mit der täglichen Arbeit mit Kindern integriert. Eltern sind so ein Teil des Programms.

Um eine gute Elternarbeit auszuarbeiten sind einige Fragen aus Sicht der Erzieher/innen nötig:

- Welche Interessen habe ich für die Zusammenarbeit mit den Eltern: Weil es der Arbeitgeber so möchte? Weil ich die Eltern näher kennen lernen möchte? Weil mich das häusliche Umfeld der Kinder interessiert?
- Worin sehe ich als Erzieher/in die spezifischen Aufgaben in der Arbeit mit Eltern?
- Was ist mir in der Zusammenarbeit mit Eltern besonders wichtig?
- Möchte ich ein positives Bild der Einrichtung nach außen vermitteln?
- Möchte ich den Eltern die verschiedenen Möglichkeiten der Einrichtung zur 2 Verfügung stellen?
- Wie viel Vorbereitungszeit und welcher Etat für Elternarbeit steht zur Verfügung?
- Welche Themen machen die Zusammenarbeit mit den Eltern schwierig?

1)Transparenz, Kooperation & Beratung:

Es ist in der Elternarbeit wichtig, dass die Einrichtung transparent mit der pädagogischen Arbeit umgeht, dass sie mit den Eltern kooperiert und sie beraten.

Transparenz: Eltern haben einen Anspruch darauf, zu erfahren wie ihr Kind in der Einrichtung erzogen wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten um die pädagogische Arbeit offen zu legen, wie z. B. eine schriftliche Konzeption der Einrichtung, welche die Eltern von Anfang an erhalten sollten. Es könnten Informationswände im Eingangsbereich der Einrichtung zu finden sein, auf denen, in Form von einer Fotodokumentation, die letzten Projekte geschildert werden.

Kooperation: Bei der Kooperation steht an erster Stelle das Abstimmen der Erziehungsziele und des Erziehungsverhalten. Die Mitarbeit, die Mitbestimmung und die Zusammenarbeit der Eltern untereinander gehören ebenfalls dazu. Kooperative Tätigkeiten bedeuten häufig auch eine zusätzliche Transparenz. Beratung: Da die Erzieher/innen das Kind mit anderen Augen und in einer anderen Umgebung als die Eltern sehen und zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten haben , haben sie die Möglichkeit den Eltern über die Entwicklung des Kindes aus ihrer Sicht zu berichten und die Eltern zu beraten. Zusätzlich können sie ihre Fachkenntnisse einbringen und den Eltern Hilfen in der Erziehung bieten. All dies sollte aber nicht in Form eines Kurses, wie einer der Volkshochschule, verstanden werden.

2) Formen der Elternarbeit:

Es gibt verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern, welche man grob in vier Bereiche unterteilen kann.

2) Der nonverbale Einfluss:

- Raumgestaltung / Atmosphäre
- Aktivitäten und Erzählungen der Kinder
- Ausstrahlung der Erzieherpersönlichkeit
- Beobachtung beim Abholen und Bringen
- Gerüchte und Tratsch

3) Die schriftlichen Informationen:

- Infobrett im Flur
- Informationen bei der Aufnahme
- Elterbriefe, Merkblatt, Einladungen
- Elternzeitung
- Kontaktheft
- Konzeptionsmappe

4) Kontakte mit einzelnen Eltern:

- Tür- und Angel- Gespräche
- Telefonate
- Gespräche/ Sprechstunde
- Hospitationen
- Hausbesuche

5) Aktivitäten mit Elterngruppen:

- Elternarbende
- Elternmitarbeit
- Eltern- Kind- Nachmittage, Ausflüge, Tag der offenen Tür

Ich werde mich nun mit je einer Form aus jedem Bereich näher befassen.

2.1)Atmosphäre der Einrichtung:

Es ist ein großer Unterschied, ob der Kindergarten wie ein aufgeräumtes Museum erscheint oder wie ein behaglicher Lebensraum, ob alles völlig überfüllt ist mit Bastelsachen oder schön dekoriert. Ansprechend ist für Eltern sicherlich auch eine gemütliche Sitzecke, in der die Eltern auf ihre Kinder warten können. In einer solche Sitzecke können Fachzeitschriften, Bilderbücher, Informationen von Verschiedenen Institutionen oder dergleichen ausgelegt werden, damit sich die Eltern in der Wartezeit beschäftigen können. Kaffe oder Tee können an diesem Platz bestimmt nicht verkehrt sein.

Auch der Umgang unter den einzelnen Erziehern/innen bleibt den Eltern nicht unbemerkt und tragen zu einer Meinungsbildung der Eltern über die Einrichtung bei. Es sollte also darauf geachtet werden, dass Meinungsverschiedenheiten oder Antipathien zwischen den Erziehern/innen nicht vor den Eltern ausgetragen werden.

2.2) Infobrett:

Ein Infobrett sollte gut sichtbar im Eingangsbereich der Einrichtung angebracht werden, auf dem Kurze Nachrichten, wie Termine, augenblickliche ansteckende Krankheiten, gefundene Gegenstände, mitzubringende Dinge oder der Speiseplan, angepinnt werden.

Es ist darauf zu achten, dass überholte Informationen rechzeitig abgehangen werden, um die neuen wichtigen Dinge nicht überdecken, so das sie von den Eltern übersehen werden könnten.

Das Infobrett sollte ansprechend gestaltet sein und Dinge die für längere Zeit aushängen sollen, müssen ebenfalls formschön und einladend aussehen, da sie ansonsten schnell übersehen werden.

Informationen sollten kurz und prägnant geschrieben werden, da lange Texte oft abschreckend wirken und die Eltern meist keine Zeit haben Seitenlange Romane zu lesen. Bei Einrichtungen in denen viele ausländische Kinder gehen, sollte eine Übersetzung, in die verschiedenen Sprachen, der Elterninformationen mit an dem Infobrett angepinnt werden.

2.3) Elterngespräche:

Bei Elterngesprächen wird meist ein Termin vereinbart, an dem die Eltern Zeit haben. Im Regelfall sollte mindestens einmal jährlich mit jedem Elternpaar ein Elterngespräch stattfinden. Es sollte vermittelt werden, dass ein Elterngespräch etwas ganz normales ist und es keinen Grund gibt mit einem unguten Gefühl an das Elterngespräch heranzutreten. Bei einem Elterngespräch werden beide Elternteile eingeladen und auch der Vater soll das Gefühl bekommen, dass er als Gesprächspartner willkommen ist. Das Elterngespräch sollte in einem gemütlichen und ungestörten Raum stattfinden. Nicht in einem Raum mit den oft unbequemen Kinderstühlchen und auch nicht im Büro, indem man ständig durch Telefonate unterbrochen wird. Die Eltern sollten freundlich begrüßt werden und sich ihren Sitzplatz selber auswählen dürfen. Zur Auflockerung kann den Eltern Kaffee oder Tee angeboten- und Plätzchen gereicht werden. Die Erzieherin sollte das Elterngespräch gut vorbereiten und die Punkte, die sie ansprechen will systematisch ordnen. Schwierig wird einen solches Elterngespräch, wenn es sich um ein Kritikgespräch von seiten der Erzieherin handelt.

2.3.1) Kritikgespräche:

Ein Kritikgespräch benötigt eine noch größere Vorbereitung und des ist mit großer Vorsicht vorzugehen. Die Erzieherin muss sich nochmals vergegenwärtigen, wo genau des Problem des Kindes liegt und muss auch mit den Kollegen/innen über das Problem sprechen, um deren Meinung zu erkennen. Genauso muss sich die Erzieherin über die positiven Eigenschaften des Kindes klar werden, um die Eltern nicht nur mit dem Negativen zu konfrontieren. Sie muss sich die Ziele, die mit dem Elterngespräch erreicht werden sollen, bewusst machen und sich gegebenenfalls schriftlich festhalten, um den Faden während nicht zu verlieren. Diese Vorbereitungen trifft sie zusammen mit der Zweitkraft, die an dem Gespräch mit teilnehmen soll.

Wie auch bei jedem anderen Gespräch sind die oben genanten Vorraussetzungen zu erfüllen.

Während dem Gespräch sollten sich die Eltern nicht wie auf einer Klagebank fühlen. Die Erzieherin sollte, bevor sie die negativen Punkte aufführt, mit den positiven Dingen beginnen.

Die Erzieherin sollte nun die momentane Problemsituation mit den Kind verdeutlichen. Solche Beobachtungen sollten ausschließlich mit Ich- Botschaften geschildert werden. So bleibt es sachlich und das Kind bekommt keine negative Bewertung.

Zusammen mit den Eltern sollten Lösungen für das Problem gesucht werden, da dies nicht nur gesonderte Probleme, die nur den Kindergarten betreffen sind, sondern auch in der Familie bearbeitet werden müssen. Vielleicht ist den Eltern das Problem zu Hause auch schon aufgefallen.

Bei dem ganzen Gespräch ist das Verhalten der Erzieher/ in besonders wichtig, da nicht nur die Sprache und die gewählten Worte ausschlaggebend ist, sondern auch die Gestik und Mimik der Erzieher/ in. Auch wenn sich Eltern oft angegriffen fühlen und mit Gegenangriffen versuchen sich zu schützen, bedarf es, dass die Erzieherin ruhig und sachlich bleibt und immer wieder auf den eigentlichen Inhalt des Gespräches zurückführt. Sie muss den Eltern Hilfe und Unterstützung anbieten, um das Problem in den Griff zu bekommen. Es können weitere Termine vereinbart werden, bei denen man die reflektiert, ob sich die Situation verbessert hat, oder ob eine andere Möglichkeit zur Problemlösung gefunden werden muss.

Die Erzieherin sollte sich am ende des Gespräches verabschieden, indem sie sich erleichtert zeigt und ihre Hoffnung äußert, dass sich das Problem sicher bald löst.

Von Zeit zu Zeit sollte dann die Erzieherin den Eltern Rückmeldung geben, wie sie nun das Verhalten des Kindes erlebt.

2.4) Elternabende:

Der Elternabend gilt als die klassische Form der Elternarbeit. Die Qualität in der Vorbereitung und Durchführung des Elternabends wird unter anderem von folgenden Faktoren beeinflusst:

- Die richtige Tageszeit ( Wann können die meisten Eltern? ) Dabei ist auf die Örtlichen Veranstaltungen und Ereignisse im Fernseher zu achten (Man wird wohl eher wenige Vater zu Gesicht bekommen, wenn ein besonderes Fußballspiel übertragen wird)
- Es muss für ein erwachsenengerechten Raum gesorgt werden
- Rechzeitige schriftliche Einladungen mit einer klaren Zeitstruktur (Darauf achten, dass wirklich jedes Elternpaar eine Einladung erhalten haben)
- Themenwahl ( Welches Thema spricht zur Zeit die meisten Eltern an?)
- Besuch von einem Experten zu diesem Thema
- Kreisförmige Sitzordnung, da dies die Interaktion fördert.
- Wichtig ist der pünktliche und klar angekündigte Beginn.
- Eine Person, die den Ablauf leitet und moderiert, die auf den Zeitplan achtet und Pausen einschiebt.
- Für alle Informationspunkte sollten zum Schluss klare Ergebnisse festgehalten werden.
- Zeiten für Rückfragen einschieben. Fragen ob alles verstanden wurde.
- Nicht nur Informationen gehören zu einem Elternabend, sondern auch ein gemütlicher Teil, welcher am Schluss angesetzt werden sollte. Zum Austausch und Kontaktaufnahme zwischen den einzelnen Eltern.

III. Schluss:

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101551
Note
Schlagworte
Elternarbeit

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Elternarbeit im Kindergarten.. Worauf sollten Erzieher achten?