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Gehlen, Scheler, Hartmann

Ausarbeitung 2001 15 Seiten

Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Leseprobe

Inhaltsangabe:

1 . Einleitung

2. Begriffsklärung.

3. Anthropologie , die philosophische Richtung.
3.1 Die Menschenbilder
3.1.1 Das Menschenbild nach Scheler und Hartmann
3.1.2. Das Menschenbild nach Gehlen
3.2 Kritische Anmerkungen zu den Menschenbildern

4. Zusammenfassung - tabellarische Gegenüberstellung der Menschenbilder

5. Literaturangabe

6. Anhang 1 - Präsentationsfolien
Anhang 2 - Thesenblatt

1. Einleitung:

Betrachtet man sich die verschiedensten Formen des menschlichen Zusammenle- bens in den unterschiedlichsten sozialen Schichten, so wird man immer wieder eines feststellen, nämlich daß überall gewisse Dinge, sei es Wissen, Verhaltenswerte, ge- sellschaftliche Normen, Fähigkeiten oder Einstellungen weitergegeben werden. Die- ses Phänomen bezeichnet man als Erziehung. Sie läßt sich in allen menschlichen Gesellschaftsformen beobachten und nachvollziehen

Die Pädagogik als Erziehungswissenschaft beschäftigt sich demnach mit der zentra- len Frage nach der Erziehungsbedürftigkeit und der Erziehungsfähigkeit des Men- schen. Dabei stellen sich immer wieder die Fragen: „Warum braucht der Mensch überhaupt Erziehung?“ oder „Braucht der Mensch überhaupt Erziehung?“ bzw.

„Wieso kann oder muß der Mensch erzogen werden?“.

Aufgrund vieler Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften wurden einige Aspekte zur Lernfähigkeit und Erziehungsbedüftigkeit zusammengetragen. Diese allein rei- chen allerdings nicht aus, um die Fragestellung letztendlich umfassend zu beantwor- ten. Es bedarf dabei noch geisteswissenschaftlicher Überlegungen und sozialwissen- schaftlicher Gesichtspunkte, um die Möglichkeit und Notwendigkeit der Erziehung ausreichend zu begründen. Mit all diesen Aspekten beschäftigt sich nun die Anthro- pologie um diese Frage letztlich zu klären.

2. Begriffskärung:

Die Anthropologie leitet sich aus dem griechischen Wort anthropos = Mensch und dem Wort logos = Lehre oder Wissenschaft ab. Man versteht also unter Anthropolo- gie die Wissenschaft vom Menschen. Sie untersucht das Wesen des Menschen mit seiner organischen und psychischen Eigenart und seiner besonderen Stellung in Na- tur und Geschichte.

Der Anthropologie geht es auch darum den „Tatbestand der Erziehung nicht bloß durch empirische Hinweise zu belegen, sondern ihn auch philosophisch zu begrün- den. Also danach zu fragen, was eigentlich das Wesen des Menschen, was seine Stellung in der Natur ausmacht,... .“[1]. Hieraus können die Bedingungen der Erziehungsbedürftigkeit und Erziehungsfähigkeit des Menschen besser, objektiver und allgemeingültiger bestimmt werden, sodaß dies nicht nur für bestimmte Zeiträume oder spezielle Kulturen gilt, „sondern prinzipiell.“[2]

Die zentrale Frage der Pädagogischen Anthropologie lautet: „Wieso ist der Mensch überhaupt erziehbar? Warum muß der Mensch erzogen werden?“

Die moderne Richtung der Anthropologie geht nicht mehr von einem Wesen des Menschen aus, sondern es beschäftigen sich die unterschiedlichsten Wissenschaften mit dieser Grundfrage. Dies beginnt bei der Biologie über die Psychologie bis hin zur Medizin, Theologie und Philosophie. Jede dieser Wissenschaften hat aber eine eigene Perspektive unter der diese Grundfrage betrachtet wird. Im weiteren werde ich mich auf die pädagogische Anthropologie mit ihrer philosophischen Betrach- tungsweise beschränken. Hier wird der Mensch als „erziehungsfähiger und erzie- hungsbedürftiger, also homo educabilis et educandus“ [3] betrachtet.“

3. Anthropologie, die philosophische Richtung

Beim Betrachten der Anthropologie als Wissenschaft, die sich mit dem Wesen des Menschen beschäftigt kann man feststellen, daß sich das Gebiet Mensch in sehr vielfältiger Weise untersuchen und interpretieren läßt. Es gibt eine Vielzahl von Vertretern der Anthropologie mit den unterschiedlichsten Menschenbildern. Die philosophische Richtung der Anthropologie sucht ihre Berechtigung darin, daß jeg- lichem Erziehen eine gewisse Vorstellung zugrunde liegt von dem, was der Mensch ist bzw. sein soll, sie stützt sich also auf ein gewisses Menschenbild. Da die Päda- gogik nicht fähig ist ein solches Bild selbst zu erstellen, ist sie auf die Ergebnisse der Anthropologie angewiesen. [4]

Historischer Hintergrund

im 19. Jahrhundert herrschte eine extreme Einseitigkeit in der Sichtweise bei der Frage nach dem Menschen. Zunächst begann das Jahrhundert mit der „idealistischen Grundthese, wonach der Mensch - und überhaupt alles, was ist - im tiefsten und letzten Geist ist (Hegel).“[5] Das bedeutet demnach alles Sein ist geistig begründet.

Daraufhin wurde eine Gegenthese aufgestellt, die besagt, daß der Mensch nur Mate- rie sei (Feuerbach, Marx) und gegen Ende des Jahrhunderts stellte Haeckel die bio- logistische Grundthese auf: „Die Anthropologie ist ein Teil der Zoologie“(Heackel). Haeckel meint damit, daß der Mensch eigentlich nur die höchst entwickelte Stufe im Tierreich darstellt, demnach als höchstentwickelten Affen anzusehen ist. Letztere Ansicht bezeichnet man auch als Darwinismus.

Mitte der 20er Jahre sorgte nun Max Scheler durch sein neugefaßtes Menschenbild für einen Neuansatz in der Anthropologie.

3.1 Die Menschenbilder

Das im 19. Jahrhundert vorherrschende Menschenbild bezeichnet man als ein dicho- tomes, also eines zweigeteiltes Menschenbild. Das bedeutet eine Einteilung des Menschen in Leib-Seele, Körper - Geist. Die philosophische Anthropologie lehnte nun diese Sichtweise ab und versuchte ganz gezielt die Frage nach „der Natur des Menschen auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnisse“[6] neu zu beant- worten.

Arnold Gehlen ging schließlich davon aus, daß in der Besonderheit des menschli- chen Handelns ein Ansatzpunkt liegt, um Kernaussagen über das Wesen und die Wirklichkeit des Menschen und seines Bezugs zur Umwelt zu machen.

3.1.1 Das Menschenbild nach Scheler und Hartmann

Max Scheler kritisierte in seinem Werk die bisherigen anthropologischen Extremlö- sungen und deren grundlegende Menschenbilder. Er betont, daß der Unterschied zwischen Mensch und Tier im wesentlichen im Geist liege. Im Weiteren stellte er das Verhältnis Lebendiges - Geistiges im Menschen heraus. Ausgangspunkt Sche- lers war eine allen Lebewesen gemeinsame Urkraft, der Gefühlsdrang. Er sei die Antriebskraft und ließe alles im Lebewesen miteinander verbunden sein. Ein Unter- schied zwischen Pflanze, Tier und Mensch bestehe lediglich darin, daß der Grad von Innerlichkeit und Ausdruck verschieden sei.

Die Pflanze wird von Scheler als bewußtlos, vorstellungslos, ekstastisch charakteri- siert. Das Tier besitzt ein gewisses Vor - Wissen im Hinblick auf sein Verhalten durch die Instinkte, welche eine zweite seelische Wesensform sind. Gleichzeitig schreibt er auch Tieren Intelligenz zu, dabei stellt er den Unterschied zwischen Mensch und Tier klar heraus. Nämlich der entspricht im Wesen nach dem Tier, al- lerdings ist bei ihm die praktische Intelligenz wesentlich gesteigert und er besitzt Geist. Das Merkmal des Geistes ist die Sachlichkeit, keine Triebgebundenheit, Welthaben, Wesenseinheiten und Werte, wie Güte, Liebe, Reue u.a..

Schematische Darstellung des Schelerschen Menschenbildes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das bisherige Menschenbild ersetzte er durch eine Art Stufung des menschlichen Bau und Werdeplanes. Scheler sagt, daß der Mensch grundsätzlich das „Tierhaft- Lebendige“ sowie das Geistige besitzt, allerdings seien beide streng voneinander getrennt. Desweiteren gibt es verschiedene Entwicklungsphasen des Gefühlsdran- ges, die aufeinander hingeordnet sind und jede Stufe eine homogene Erhöhung der vorangegangenen darstellt. Fazit daraus wäre, daß der Mensch letztendlich auch ohne Geist leben könnte, der Geist aber nicht ohne die vorhergehenden Stufen. Dar- aus ergeben sich auch entsprechende pädagogische Konsequenzen auf die ich hier allerdings nicht weiter eingehen werde, da dies den Rahmen des Referates sprengen würde.

[...]


[1] Kaiser, Arnim: Studienbuch Pädagogik, Berlin 1996, S.18

[2] dgl. 1

[3] Gudjons, Herbert: Pädagogisches Grundwissen, Bad Heilbrunn 1995, S.174

[4] vgl. Nosbüsch J., in Vierteljahresschrift der Zeitschrift Pädagogik, (1961), S.270

[5] ebd. S201

[6] Schäfers Bernhard: Grundbegriffe der Soziologie, 4. Auflage, Opladen 1995

Details

Seiten
15
Jahr
2001
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101555
Note
Schlagworte
Gehlen Scheler Hartmann

Autor

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Titel: Gehlen, Scheler, Hartmann