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Selbstsicherheit

Ausarbeitung 2001 16 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

2: Einleitung (Ullrich, F. Caspar)

3: Definition: Selbstwertgefühl;
Mögliche Symptome eines mangelnden Selbstwertgefühls

4: Stärkung des Selbstwertgefühls

5: Soziale Unsicherheit bei Kindern;
Das Verhalten unsicherer Kinder zeigt sich in...;
Körperliche und psychische Aspekte unsicheren Handelns

6: Welche Gründe stehen hinter diesem Verhalten?;
Wie erlernen Kinder dieses Verhalten?

7: Wie erlernen Kinder dieses Verhalten?; Fazit

8: Förderung von Selbstsicherheit bei Kindern durch das Spiel (vgl. Hetzer, H);
Entwicklung des Spielverhaltens vom Baby zum Schulkind (vgl. Bühler, Ch)

9: Welche Wirkung haben Spiele?

10: Beispiel eines Spiels das Kinder in Richtung Selbstsicherheit führt

11: Selbstsicherheit bei übergewichtigen Frauen in der Gesellschaft;
7 gesellschaftliche Symptome eines gute Selbstbewusstseins;
7 gesellschaftliche Symptome eines schlechten oder fehlenden Selbstbewusstseins

12: Dicke finden keinen Partner;
Auswirkungen von Medien und Gesellschaft auf die Selbstsicherheit bei Übergewichtigen

13: Selbstsicherheit im Strassenverkehr

14: Das Sicherheitsbewusstsein der Kinder ist in drei Stufen aufgeteilt

15: Schluss (ist leider noch nicht fertiggestellt)

16: Literaturverzeichnis

Selbstsicherheit

Das Wort „Selbstsicherheit“ kann man nicht als einzelstehenden Begriff sehen. Zu einem Menschen gehört genauso Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Erst wenn das alles zusammenspielt kommt es zur Ausgeglichenheit.

Auf den folgenden Seiten wird erklärt wie sich Selbstsicherheit in verschiedenen Bereichen zeigt.

Wir beschreiben soziale Unsicherheit bei Kindern, Förderung von Selbstsicherheit durch Spiele, die Auswirkung von Medien und Gesellschaft auf die Selbstsicherheit bei Übergewichtigen und Selbstsicherheit im Strassenverkehr.

Definition: Selbstsicherheit

Die Fähigkeit in definierten mikrosozialen Konflikten ohne Angst mit einem adäquaten Verhalten zu reagieren. Selbstsicherheit wird auch als „soziale Kompetenz“ bezeichnet und wurde als Gegenbegriff zur „sozialen Angst“ in die Verhaltenstherapie eingeführt. Während früher mit Selbstsicherheit alles nicht-ängstliche Verhalten gemeint war, wird heute eine deutliche Abgrenzung zu aggressivem Verhalten vorgenommen.

Es muss die Fähigkeit zur Diskrimination sozialer Situationen und zur Entscheidung zwischen mehreren Verhaltensweisen vorhanden sein.

Der Begriff Selbstsicherheit wird auf konkrete Situationen und Verhaltensziele bezogen. Als (allgem.) Persönlichkeitsmerkmal ist Selbstsicherheit empirisch nicht bestätigt.

Selbstwertgefühl

Das Selbstwertgefühl ist das Gefühl für den eigenen Wert. Es geht um die Wertschätzung der eigenen Person. Ein stabiles Selbstwertgefühl setzt voraus, dass man sich akzeptiert - also sich achtet und sich selbst mag und annimmt, so wie man ist und so wie man handelt. Das Selbstwertgefühl beeinflusst in hohem Maße den Umgang mit sich selbst, das soziale Verhalten, die Beziehungen zu anderen Personen, die Kommunikation sowie das Leistungsverhalten. Bei neurotischen Störungen spielen Selbstwertprobleme fast immer eine mehr oder weniger bedeutende Rolle. Das Selbstwertgefühl entwickelt sich nicht von alleine, sondern aus der Auseinandersetzung mit der Umwelt (Eltern, Kindergarten, Schule und andere äußere Einflüsse). Die Entwicklung des Selbstwertgefühls hängt vor allem vom Verhalten der Eltern (bzw. wichtiger Bezugspersonen) gegenüber den Kindern in den ersten Lebensjahren ab.

Mögliche Symptome eines mangelnden Selbstwertgefühls auf der verbalen (Inhalt, Argumentation) und nonverbalen Ebene (Mimik, Gestik, Körperhaltung, Augenkontakt, Sprechweise, Stimme ...) sind folgende:

- überstarke Abhängigkeit von Zuwendung und Liebe von anderen
- Angst vor Ablehnung, Zurückweisung und Liebesentzug
- Versuch, es allen recht zu machen; Tendenz, sich unterdrücken zu lassen;

Überfreundlichkeit, Unterwürfigkeit, Eifersucht; oder Aufdringlichkeit, 'Klammern' und 'Klettenverhalten'; Unfreundlichkeit, Aggressivität; Vermeidung von Kontakten ? Gehemmtheit und Schüchternheit

- Kontaktprobleme, Sprechängste ? Unsicherheit
- Entscheidungsschwäche; Konfliktängste ? Angst vor Nähe
- Distanz, Abwehrverhalten
- Schwierigkeiten, eigene Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, anderen mitzuteilen und durchzusetzen
- Probleme, 'nein' zu sagen und zu kritisieren, wenn es angemessen und notwendig wäre ? Minderwertigkeitsgefühle
- negative Selbstbeurteilung, sich selbst abwerten; Kompensation mit übertriebenen Leistungsdenken und Leistungsstreben (Workaholics); oder Imponiergehabe und Angeberei ? Gefühl der Kränkung
- sich bei Kleinigkeiten beleidigt zurückziehen
- starke Abhängigkeit von positiver Beurteilung durch andere
- Angst vor negativer Beurteilung ð Angst vor Versagen und Fehlern
- Versuch, alles bestens zu machen, Perfektionismus; Vermeidung von schwierigen Aufgaben
- Angst zu kurz zu kommen
- Ungeduld, Vordrängen, Neid ? Autoritätsangst
- starke Unsicherheit in Gegenwart von als Autoritäten beurteilten Personen ? Schuldgefühle
- schlechtes Gewissen bei bestimmten Handlungen, die an sich ok sind ? Kritikangst
- Besserwisserei, Sturheit, Trotzverhalten; sich selbst aufwerten, den anderen abwerten; sich zurückziehen
- Aggressivität, Destruktivität, Gewalttätigkeit ? Anfälligkeit für Realitätsflucht und Sucht
- Neigung zu übertriebener Risikobereitschaft (vor allem bei Männern), zu Übergewicht (eher bei Frauen); Rauchen, Alkoholmissbrauch - Untersuchungen zeigen, dass Personen mit einem guten Selbstwertgefühl gesünder, zufriedener und auch länger leben.

Stärkung des Selbstwertgefühls

1. Selbstbewusstsein: Meine Wünsche, Bedürfnisse, Ziele, Stärken, Schwächen, Grenzen erkennen.
2. Eigenverantwortung: Ich alleine bin für die Realisierung meiner Ziele verantwortlich - sonst niemand.
3. Selbstvertrauen: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten stärken, gesetzte Ziele zu erreichen.
4. Selbstsicherheit: Konsequentes und erfolgreiches Handeln fördert die Selbstsicherheit und Selbstbehauptung.
5. Selbstachtung: Erfolgreiches Handeln positiv bewerten und achten. Was ich tue ist ok.
6. Selbstannahme : Ich nehme mich an, so wie ich bin.
7. Selbstwertgefühl: Ich schätze mich als Mensch. Ich bin ok für mich. Ich fühle mich wohl, ich bin mit mir zufrieden, mein Leben ist sinnvoll (weil ich nach meinen inneren Bedürfnissen und Wünschen handle und mein Leben danach gestalte). Dadurch habe ich die Stabilität und Kraft, mich weiterhin mit Problemen zu konfrontieren und, wenn notwendig, anstehende Konflikte sachlich auszutragen.

Soziale Unsicherheit bei Kindern

Soziale Unsicherheit ist ein Sammelbegriff für bestimmte Verhaltensauffälligkeiten.

Unsicheren Kindern ist der mangelnde Kontakt zu Gleichaltrigen gemein. Sie können sich anderen Kindern gegenüber schlecht behaupten und vermeiden Sozialkontakte.

Das Verhalten unsicherer Kinder zeigt sich in

Still sein, verschlossen sein, keine Freude oder andere Emotionen zeigen, keine Reaktionen in Gestik und Mimik zeigen, unsicheres Umherschauen, verlegenes Lächeln, kein Blickkontakt zu anderen aufnehmen, verkrampfte und starre Körperhaltung (sich kleinmachen), Zappelbewegungen und nervöses Spielen mit den Händen, keine eigene Meinung haben und vertreten, anderen aus dem Wege gehen (aus dem Feld gehen), Schaukelbewegungen, alleine spielen, auf wenige Bezugspersonen fixiert sein, ( es treten nicht alle Verhaltensweisen gemeinsam auf)

Körperliche und psychische Aspekte unsicheren Handelns

Gefahren

Situationen können unterschiedlich gedeutet werden. Wenn ein Kind mehrere angsteinflößende Situationen hintereinander erlebt, kann es eine generelle Angst entwickeln, so daß auch neutrale Situationen als gefährlich angesehen werden. Dies kann schon ein Blickkontakt oder das Aufrufen von der Lehrerin in der Schule sein.

Aufmerksamkeit

Aus dieser Angst heraus ist das Kind permanent aufmerksam. “Hoffentlich schaut mich niemand an.” “Will vielleicht jemand was von mir?” Es muß ständig aufpassen und sich konzentrieren, daß ihm nichts passiert. Daher kann es sich sobald andere Menschen um es sind niemals richtig entspannen.

Erregung

Das Kind ist sehr angespannt aus dauernder Sorge um seine körperliche und geistige Unversehrtheit. Dies führt zu einem unangenehmen Erregungsanstieg, der mit einer andauernden Reaktionsbereitschaft verbunden ist. Da die Welt sowieso als gefährlich gesehen wird, ist das Kind dauernd zur Flucht bereit.

Welche Gründe stehen hinter diesem Verhalten?

Trennungsangst

Kinder können durch bestimmte Erfahrungen eine Angst entwickeln alleine gelassen zu werden, oder Angst, daß der Person, von der sie abhängig sind etwas schlimmes zustoßen könnte z.B. wenn die Mutter weggeht und das Kind alleine läßt, oder mit einem Babysitter, der dem Kind nicht vertraut ist.

Kontaktvermeidung

Die Kinder sind im Kontakt mit Menschen besonders scheu und ängstlich. Sie haben teilweise große Angst vor Personen, die sie nicht kennen. Deshalb gehen sie jeglichem Kontakt außer ihren direkten Bezugspersonen von vorneherein aus dem Weg.

Soziale Inkompetenz

Wenn Kinder lange Zeit nicht oder nur sehr wenig mit anderen Kindern zusammenkommen, haben sie keine Gelegenheit soziale Fertigkeiten zu erlernen. Solche Kinder sind einfach überfordert, wenn sie erst im Kindergarten oder in der Schule mit anderen Kindern zusammenkommen. Sie ziehen sich zurück und sind schüchtern.

(Soziale Inkompetenz kann allerdings, wenn sie nicht mit Ängstlichkeit gekoppelt ist, auch zu aggressivem Verhalten führen.)

Überängstlichkeit

Manche Kinder sind ohne ersichtlichen Grund in überdurchschnittlichem Maße ängstlich , was sich dann auf das Verhalten auswirkt.

Depression

1/3 bis die Hälfte aller Kinder mit sozial unsicherem Verhalten sind depressiv, hauptsächlich Kinder über 10 Jahre.

Wie erlernen Kinder dieses Verhalten?

Modellernen

Wenn die Eltern selbst unsicher und ängstlich sind übernehmen die Kinder oft deren Sozialverhalten, vor allem dann, wenn die Familie aus der Unsicherheit der Eltern heraus Kontakte zu anderen Menschen vermeidet und eher zurückgezogen lebt.

Verstärkung

Die Kinder machen positivere Erfahrungen, wenn sie sich den unangenehmen Erfahrungen entziehen, als wenn sie sich ihnen aussetzen, und evtl. gehänselt und ausgelacht werden. Sie brauchen sich mit niemandem auseinandersetzen und können tun was sie wollen. Oft haben sie ein harmonisches Zuhause und haben keinen Grund von dort wegzugehen.

Klassisches Konditionieren

Z.B. kommt eine dem Kind unbekannte Frau zu Besuch. Kurz darauf geht die Mutter weg und läßt das Kind mit der Frau alleine. Das Kind bekommt Angst und verbindet das Weggehen der Mutter mit dem Besuch der fremden Frau. So kann jeder Besuch von fremden Menschen die Trennungsangst auslösen. Die Angst kann sich evtl. sogar generalisieren, so daß das Kind eine generelle Angst vor fremden Menschen entwickelt.

Erlernte Hilflosigkeit

Hilflosigkeit entsteht wenn jemand keinen Einfluß auf den Ausgang einer Situation hat. Man kann tun was man will, und kann am Ergebnis doch nichts ändern. Egal wie sehr man sich anstrengt, es bringt keinen Erfolg. Oder umgekehrt, egal wie man sich benimmt man bekommt immer alles gebracht und erledigt. Das führt dazu das man immer weniger tut, weil es ja eh nichts bringt.

Ein Beispiel ist der Versuch mit Hunden in der “Shuttle-box”.

Wenn man Hunde in einer Box elektrischen Schlägen ausliefert ohne daß sie die Möglichkeit haben diese abzuschalten. Sie haben also keinerlei Kontrolle über die Situation und verhalten sich nach der Prozedur wesentlich passiver, auch in Situationen in denen sie Einfluß auf das Geschehen haben könnten. Wenn sie dann in einer Box sind, aus der sie herauskämen machen sie keinen Fluchtversuch. Sie sind konditioniert, daß sie keinen Einfluß auf ihre Umwelt haben, und probieren auch nichts mehr aus.

Einen entgegengesetzten Versuch gibt es mit Ratten.

Ratten bekommen immer Futterpillen, egal wie sie sich verhalten. Plötzlich hört die Futtergabe auf, und sie müssen einen bestimmten Knopf drücken, um Futter zu bekommen. Da die Ratten nie Einfluß auf die Futtermenge hatten probieren sie auch jetzt nichts aus. Sie hungern tagelang bis sie anfangen Dinge auszuprobieren.

>>>Als Folge der erlernten Hilflosigkeit verhält man sich passiv.

Fazit

Sozial unsichere Kinder fallen im Alltag nicht unbedingt als behandlungsbedürftig auf, da sie oft sehr pflegeleicht und unauffällig sind. Sie zwingen Erwachsene nicht zum dringenden Handeln, wie das aggressive Kinder tun.

Soziale Unsicherheit ist ein sehr stabiles Verhalten. 36% der extrem schüchternen Erwachsenen waren schon im Vorschulalter unsicher.

Deshalb sollte man als Therapeut oder allgemein als Mensch der mit Kindern zu tun hat, nicht nur auf besonders auffällige Kinder achten, sondern genauso wenn nicht noch stärker, auf Kinder die sich besonders unauffällig verhalten. Diese Kinder sollten speziell gefördert werden, um ihnen ihr Leben auch später zu erleichtern.

Förderung von Selbstsicherheit bei Kindern durch das Spiel

Was ist Spiel?

Das Spiel kann als elementare Verhaltensform aller höheren Lebewesen angesehen werden, es ist in allen Altersstufen anzutreffen.

Durch Spielen lernt der Mensch (Kind) Dinge zu begreifen und Fähigkeiten zu entwickeln. Selbstständigkeit wird erprobt und soziale Kontakte werden hergestellt. Spiele fördern in den verschiedensten Bereichen: Förderung der Wahrnehmung, visuell, akustisch und taktisch und Förderung der Motorik. Spielen bewirkt „soziale Kompetenz“ und Selbstsicherheit.

Entwicklung des Spielverhaltens vom Baby zum Schulkind

Spielverhalten beobachtet man bei Kindern schon im sehr frühen Lebensalter.

Der Säugling spielt zunächst mit dem eigenen Körper und der Stimme, auch mit Gegenständen, ohne die Besonderheit des jeweiligen Objekts zu beachten. Die Freude und die Lust an der Bewegung dominiert in den ersten beiden Lebensjahren. Im 2. und 3. Lebensjahr vollzieht sich dann ein schrittweiser Übergang zu Konstruktions- und Gestaltungsspielen. Das Kind entwickelt eine Vielzahl schöpferischer Fähigkeiten.

Auch Rollenspiele gewinnen an Bedeutung, sie ermöglichen dem Kind verschiedene soziale Verhaltensweisen zu erproben und zu lernen. Vom Vorschul- zum Schulkind ändern sich die Formen und Inhalte der bevorzugten Spieltätigkeiten allmählich. Die Spiele werden Realitätsbezogener, die Kinder bemühen sich immer mehr um die Erreichung eines bestimmten Ziels oder Erfolges.

Kleine Kinder sind im Hinblick auf Anpassung im Spiel noch auf die Vermittlung (vermittelnde Hilfe von Älteren) angewiesen, die ihnen zeigen, wie Konflikte, die entstehen gelöst werden können.

Schulkinder beginnen dagegen Spiele nach Regeln zu spielen die sie sich selbst setzen. Darin sollte man sie bestärken, auch wenn die gesetzten Regeln nicht denen entsprechen, die ihnen Erwachsene sagen.

Dadurch lernen Kinder, dass Spielregeln, im Gegensatz zu manchen Regeln, die ein zusammenleben zwischen Menschen ordnen, veränderbar sind.

Phantasie, Flexibilität, Kreativität und Spontanität sind gefragt, Selbstsicherheit kann sich entwickeln.

Welche Wirkung haben Spiele?

Spiele wirken in verschiedenen Ebenen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beispiel eines Spiels das Kinder in Richtung Selbstsicherheit führt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Selbstsicherheit bei übergewichtigen Frauen in der Gesellschaft

Unter „Selbstwert-Problemen“ leiden nicht allein die Frauen, die nicht der „Norm“ entsprechen, sondern auch jene, die rank und schlank durchs Leben gehen. Sicherlich haben Mädchen und Frauen, die als sogenannte „Dicke“ in unserer Gesellschaft leben, in der Schlankheit, die das Ideal darstellt, ein grosses Problem ein positives Selbstbild aufzubauen.

Es ist kaum zu glauben, wenn man sich in der Allgemeinheit und in den Medien umhört, doch Tatsache ist, dass es mehr „Übergewichtige“ Menschen in unserer Gesellschaft gibt als Schlanke. Es ist die Mehrheit und sie fühlen sich als Minderheit. Es galt lange Zeit als Schönheitsideal mollig zu sein und dick bedeutete Wohlstand, Fruchtbarkeit, Ruhe und Überlegenheit. Die Modezaren und Gesundheitsapostel haben mit den Medien zusammen immer wieder das Schönheitsideal neu bestimmt. Heutzutage wird die Werbung von ranken und schlanken Menschen beherrscht, welches Gesundheit und Lebensfreude vermitteln soll.

„Dicke“ werden in unserer Gesellschaft belächelt, verspottet und zum Teil nicht ernst genommen. Ihnen wird nachgesagt inflexibel, unbeweglich und hässlich zu sein. Wodurch ihre Selbstsicherheit stark reduziert wird. Obwohl immer mehr attraktive, starke, intelligente, dicke Frauen und Männer in der Öffentlichkeit auftreten, sind viele weitverbreitete Mythen nicht aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben.

Was ist denn jetzt der eigentliche Grund dieses Vorurteils? - Doch nur, von Kindheit an, falsch „einprogrammiertes“ Gedankengut, welches täglich durch die Werbung verbreitet wird.

7 gesellschaftliche Symptome eines guten Selbstbewusstseins und guter Selbstachtung

- weniger Konflikte mit Mitmenschen
- eine positive Ausstrahlung (auch in erotischer Hinsicht)
- Freiheit von geschlechtlichem Ausdruck
- Mehr Ruhe, innerliche und äusserliche
- Keine nutzlosen Schlankmacher
- Zuversicht, Sicherheit
- Glücklichsein, Zufriedenheit

7 gesellschaftliche Symptome eines schlechten oder fehlenden Selbstbewusstseins und Selbstachtung

- erhöhte Selbstmordraten
- Ess-Störungen
- Sexismus
- Drogen, Missbrauch
- Selbstverstümmlung
- Schikanieren, Tyrannisierung, Mobbing
- Depression

Dicke finden keinen Partner

Oft heisst es, dass dicke Frauen keinen Partner finden, dabei haben sie in der Regel immer wieder eingetrichtert bekommen, dass sie unerotisch und hässlich sind. Viele übergewichtige Frauen haben wegen ihres Umfanges tiefe Kränkungen erlebt. Sie bauen immer mehr Selbstwertgefühl ab und aus diesem Grund fühlen sie sich meist nicht attraktiv und glauben oft nicht an sich selbst. Durch diese Konstellation ist es erfahrungsgemäss sehr schwer auf Männer selbstbewusst und anziehend zu wirken.

Auswirkungen von Medien und Gesellschaft auf die Selbstsicherheit bei Übergewichtigen

Eine psychologische Studie die 1995 gemacht wurde hat herausgefunden, dass 3 Minuten anschauen von Models in Zeitschriften für Depressionen von 70% aller Frauen verantwortlich sind.

Dieser ganze idealisierte „Schönheitsmist“, welcher überall versprüht wird, zerstört eben genau diese Menschen, welche ihn eigentlich zelebrieren müssten.

Unzählige Frauen haben sich schon in Diäten gestürzt, nur um dem sogenannten „Ideal“ zu entsprechen. Mit übertriebenem Hungern versuchen sie die ersehnte Schlankheit zu erreichen und sehen in ihrer gestörten Selbstwahrnehmung nicht die verheerenden Folgen. Die Liste der Krankheiten, die mit Diäten verbunden werden, ist lang und wird mit jedem Tag länger. Die Krankheitsliste enthält unter anderem: Angstzustände, Depressionen, Ess- Störungen, verringertes Selbstbewusstsein, Schwächeanfälle, Verstopfung, Schwindelanfälle.

In Grossbritannien wo eine führende Medizinal Zeitschrift „The Lancet“ darüber informiert hat, dass eine Verbindung besteht zwischen Selbstwertgefühl und Ess-Störung, wird täglich ein Teenager von 250 magersüchtig. Und alles nur, weil die heutige Ansicht besteht, dass fette Menschen dick, hässlich, faul und schmutzig sind.

Könnten wir uns selbst so annehmen, wie wir sind, wäre das Leben um so vieles einfacher. Doch man denkt, das Schönheit durch Wiederholen und Definieren entsteht und ist vondaher nur reine Einbildung, die uns von Kind an so lange einsuggeriert wurde, dass wir es nicht nur glauben, sondern dass wir auch davon überzeugt sind, dass dicke Menschen nun einmal nicht schön sein können.

Um dieses Bild von „Dicken“ zu ändern erfordert es jahrelanges Umdenken und arbeiten an der eigenen und der Einstellung der Gesellschaft. Was mit Sicherheit nicht einfach ist. Ziel sollte es eigentlich sein, so viel Selbstbewusstsein, im wahrsten Sinne des Wortes, zu entwickeln, dass man zu sich selber stehen kann - egal, was einem die Medien vorgaukeln!

Selbstsicherheit im Strassenverkehr

Der Geschlechterkonflikt zwischen Mann und Frau ist schon seit Jahren ein Diskussions-thema. Die meisten Männer sind der Ansicht, dass Frauen nicht hinter das Lenkrad gehören, bzw. schlechte Autofahrerinnen sind. Sollten sie dennoch einmal fahren dürfen, so haben die Männer immer etwas an ihrem Fahrstil auszusetzen. Andererseits sind es die Frauen, die auf das Recht bestehen die besseren Autofahrerinnen zu sein, bezogen auf weniger Unfälle und sicheres Fahren. Dies belegt eine Umfrage der „Gallup Organization - Princeton“.

Sind ihrer Meinung nach Frauen oder Männer die besseren Autofahrer?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Konflikt schränkt die weibliche Selbstsicherheit extrem ein. Eine Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes vom 29.01.1998 zeigt den Männern das die weiblichen Autofahrerinnen wohl doch die besseren sind, da in allen Altersgruppen, die Männer bezogen auf die jeweilige Bevölkerungszahl, ein höheres Unfallrisiko als Frauen haben. PKW-Fahrerinnen trugen nicht so häufig (45%) die Hauptschuld als PKW-Fahrer (55%). Hinzu kommt noch das Frauen weniger folgenschwere Unfälle verursachen als Männer. Bei der Unfallursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ betrug das Fehlverhalten der männlichen Fahrer 18%, dass der weiblichen nur 12%. Unfälle mit Alkoholeinfluss verursachten 6,6% der Männer und nur 1,5% der Frauen. All diese Faktoren sollten der weiblichen Bevölkerung normalerweise Anlass zur Selbstsicherheit geben, doch das angeblich „starke Geschlecht“ setzt manche Frauen so unter Druck, das einige dieser Frauen sich dermassen einschüchtern lassen, dass sie entweder das Autofahren ganz aufgeben oder es zu Fehlverhalten im Strassenverkehr durch Nervosität führen kann. Andererseits muss man auch betonen das durch sogenannte „Keifereien“ mancher Beifahrerinnen es den Männern auch nicht gerade leicht gemacht wird sich im Strassenverkehr zu konzentrieren.

Dieses Verhalten beiderseits schränkt die Selbstsicherheit beider Parteien sehr ein. In der heutigen Zeit sollten die Menschen eigentlich soweit denken können, dass sie auf dieses Konkurenzdenken verzichten könnten. Wenn dies geschehen würde, könnten Männer und Frauen sich eventuell mehr auf den Strassenverkehr konzentrieren und dadurch würden vielleicht weniger Unfälle geschehen.

Ein anderes Thema zur Selbstsicherheit im Strassenverkehr betrifft die Kinder.

Seit Jahrzehnten nehmen in Europa die Zahlen der Autos zu. Mittlerweile gibt es fast viermal so viele Autos als Kinder. Dadurch wird der Lebens- und Handlungsraum und so auch die Selbstsicherheit dieser extrem eingeschränkt. Sie werden von ihren Eltern zur Schule, Kindergarten, Spielplatz, usw. mit dem Auto gebracht, da diese Angst haben es könnte zu Unfällen kommen. Doch wie können Kinder Selbstsicherheit erlangen, wenn sie keine Chance dazu bekommen sich im Strassenverkehr zu beweisen. Anstatt mit dem Auto könnten die Eltern ihre Kinder zu Fuss begleiten, um zu testen wie sie sich in Extremsituationen verhalten.

Das Sicherheitsbewusstsein der Kinder ist in drei Stufen aufgeteilt:

1. Stufe:

In der ersten Stufe die die Kinder mit ca. fünf bis sechs Jahren erreichen, lernen sie gefährliche Situationen zu erkennen, aber erst wenn sie schon akut gefährdet sind. Sie fahren z. B. mit dem Fahrrad einen steilen Abhang hinunter und können nicht mehr bremsen. Meist lässt sich ein Unfall dann nicht mehr vermeiden und sie geraten in Panik.

2. Stufe:

Die zweite Stufe beschreibt vorrausschauendes Gefahrenbewusstsein. Die Kinder lernen zu erkennen durch welche Verhaltensweisen sie in Gefahr geraten könnten. Das heisst zum Beispiel, sie überlegen gleich zweimal ob sie einen steilen Abhang mit dem Fahrrad hinunterfahren oder doch besser schieben sollten. Diese Phase erreichen sie im Alter von ungefähr acht Jahren.

3. Stufe:

In der dritten Stufe die mit ca. neun bis zehn Jahren erreicht ist, lernen sie vorbeugende Verhaltensmassnahmen vorrausschauend einzusetzen, d. h., die Kinder nehmen lieber einen Umweg in Kauf um eine Strasse sicher zu überqueren als sich einer Gefahr auszusetzen. Dies nennt man Präventionsbewusstsein.

Erst ab der letzten Phase kann man von Selbstsicherheit im Strassenverkehr reden. Dieses kann man vor allem durch Verkehrsunterricht im Kindergarten, Grund- und Weiterführenden Schulen und durch trainieren mit den Eltern aufbauen und steigern.

Literaturverzeichnis:

Einleitung:

dit. D. Zimmer `78 Selbstsicherheittraining: Ullrich, F. Casper

Förderung von Selbstsicherheit bei Kindern durch das Spiel: vgl. Hetzler, H. Spiel und Spielzug für jedes Alter, München 1974

Entwicklung des Spielverhaltens vom Baby zum Schulkind:

vgl. Bühler, Ch 1967; vgl. P. Ehrlich , K. Heimann Bewegunsspiele für Kinder, Verlag Modernes Lernen Borgmann KG, Dortmund 1986

Selbstsicherheit im Strassenverkehr:

www.uni-essen.de/traffic education/texte.ml/schweiz.html

www.stimmt.at/verkehr/newstory/frauen/frauamsteuer link.htm www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm/p8035191.htm

Das Selbstbewusstsein der Kinder in drei Stufen aufgeteilt: www.bg-dor.de/asp/dms.asp?url=/medien/fakten/svt?.html www.gottup.de/pol/autofahrer.htm

Selbstsicherheit bei übergewichtigen Frauen in der Gesellschaft: www.rundnaund.ch/faq.htm

Auswirkungen von Medien und Gesellschaft auf die Selbstsicherheit bei Übergewichtigen:

www.rundnaund.ch/zum_thema.htm

Details

Seiten
16
Jahr
2001
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101560
Note
Schlagworte
Selbstsicherheit

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Titel: Selbstsicherheit