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Heilpflanzen - Die Echte Kamille

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 8 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einordnung

Besonderheiten der Pflanzenfamilie

Bau

Verbreitung

Bedeutung und Verwendung

Weg der„Züchtung“

Quellenverzeichnis

Einordnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Besonderheiten der Pflanzenfamilie

Die Kamille gehört zu der Familie der Korbblütler, die die artenreichste Pflanzenfamilie unter den zweikeimblättrigen Pflanzen darstellt.

Die Blütenstände dieser Pflanzen bilden einen Zusammenschluss kleiner Blüten zu „Körbchen“. Diese Blütenkörbchen „liegen“ auf einem scheibenförmig verbreiterten Blütenboden von dem sich die Blütenblätter strahlenförmig bzw. schirmförmig ausbreiten.

Bei den Korbblütlern treten meist nur einzelblütenähnliche Blütenstände auf, die entweder nur aus zungenförmigen Blüten oder röhren- und zungenförmigen Blüten bestehen. Diese Blüten stehen meist wechselständig zueinander.

Korbblütler sind meist zweigeschlechtlich.

Bau

Die Echte Kamille ist eine einjährige, niederliegende bis aufsteigende Pflanze. Das heißt ihre Sprossachse liegt entweder ganz auf dem Boden auf oder sie liegt nur teilweise auf und „streckt“ sich dann nach oben. Die Chamomilla recutita kann eine Höhe von 10 bis 50 cm erreichen.

Die Wurzel dieser Pflanze ist sehr kurz, dünn und feinverzweigt.

Die meist aufsteigende Sprossachse weist oft viele Verzweigungen auf. Die Blätter der Echten Kamille sind zwei- bis dreifach gefiedert und laufen an den Enden schmallinear und fast spitz zu.

An den Ästen der Sprossachse entwickeln sich dann die 1,8 bis 2,5 cm breiten Blütenköpfe, die einen kegelförmigen, hohlen Blütenboden besitzen. Dieser Blütenboden ist für die prägnante Form der Echten Kamille verantwortlich. Da er relativ groß ist erscheinen die weißen Randblüten zurückgeschlagen. Auf ihm liegen während der Vollblüte circa 400 bis 500 gelbe, röhrenförmige Scheibenblüten (Abb.3) auf. Vom Rand des Blütenbodens breiten sich 12 bis 18 zungenförmige Randblüten (Abb. 4) strahlenförmig aus. Die Echte Kamille besitzt keine Spreublätter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Echte Kamille

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Querschnitt der Blüte

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Abb. 3: Scheibenblüte Abb. 4: Randblüte

Verbreitung

Die Matricaria recutita ist weltweit verbreitet. Ihre Heimat hat sie allerdings in den Mittelmeergebieten, Südafrika und dem Orient.

In Deutschland trifft man sie meist an Plätzen an, die vom Menschen beeinflusst werden. So sieht man sie häufig an Wegrändern von Äckern, Getreidefedern sowie auf Brachland und Schuttplätzen.

Bedeutung und Verwendung

Die Echte Kamille wird als Unkrautpflanze bezeichnet, weil sie an den Stellen, an denen sie wächst, den Kulturpflanzen Wasser und Nährstoffe entzieht und somit deren Wachstum behindert. Da sie sehr schwer auszurotten ist, ist sie auch kaum kultiviert. Die wichtigsten Bestandteile der Echten Kamille sind ihre ätherischen Öle. Bei deren Gewinnung durch Wasserdampfdestillation entsteht auch der therapeutisch wichtige Stoff Chamazulen. Außerdem enthält sie sogenannte Flavonglykoside und a- Bisabolol. Die Echte Kamille wird fast ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet und diente schon im griechischen und römischen Altertum als altes bewährtes Hausmittel. Daher bekam sie wahrscheinlich ihren griechischen Namen Matricaria, was soviel bedeutet wie Mutterkraut, denn es wurde zur Zeit der Griechen und Römer als Hilfsmittel bei Geburten verwendet.

Durch die Inhaltsstoffe Chamazulen und a-Bisabolol wirkt es entzündungshemmend. Die Flavonglykoside wirken krampflösend und das Zusammenspiel aller Stoffe erzielt die entblähende Wirkung. Weiterhin wirkt die Echte Kamille schweißtreibend und schwach fiebersenkend. Die Anwendung von Echter Kamille kann sogar bestimmte Bakteriengifte im Körper unschädlich machen. Aufgrund dieser „Fähigkeiten“ wird die Chamomilla recutita bei allen Arten von Entzündungen, Wundheilung, Bronchien- und

Nasennebenhöhlenentzündungen sowie bei Magengeschwüren und ähnlichem verordnet. Sie wird in Form von Salben, Inhalationen, Vollbädern, Spülungen, Umschlägen und Tees verabreicht.

Um diese Heilmittel herzustellen werden, außer bei Vollbädern, immer nur die Blütenköpfe benötigt. Sie werden zwischen Mai und September gesammelt und nur getrocknet verarbeitet. Die Wirksamkeit ist drei bis fünf Tage nach dem Aufblühen am größten. Die Bezeichnung Kamille bzw. Chamomilla stammt wahrscheinlich aus dem griechischen von „chamolon“, was soviel bedeutet wie „am Boden wachsender Apfel“. Dieser Name stammt von der Eigenschaft der Kamille beim Zerreiben einen sehr stark aromatischen Geruch freizusetzen. Diese Eigenschaft führt zu einer anderen Anwendungsform der Kamille: Sie wird zur Beseitigung von schlechtem Geruch verwendet.

Der österreichische Erzähler Karl Heinrich Waggerl hat gesagt: „Um des Leibes Weh zu stillen, schuf der Herrgott die Kamillen.“

Sicher ist die medizinische Wirksamkeit der Echten Kamille sehr vielfältig, trotzdem ist sie kein Allheilmittel und kann bei ständigem Gebrauch oder Überdosierung Nebenwirkungen wie Schwindel, Bindehautentzündung und nervöse Unruhe nach sich ziehen.

Weg der „Züchtung“

Die Echte Kamille ist ein sehr „widerspenstiges“ Kraut, dass sich nur schwer Kultivieren lässt. Eigentlich handelt es sich bei dieser Pflanze um eine Wildpflanze, die der Mensch nur teilweise kultivieren konnte.

Die Chamomilla recutita kann nur auf humusreichen leichten Sandboden, der tief und sehr nährstoffreich ist, wachsen. Außerdem benötigen die Pflanzen ein stark kalkhaltiger Dünger. Die Samen werden entweder zwischen März und Mai oder September und Oktober breitwürfig ausgesät, weil die einzelnen Pflanzen viel Platz für sich brauchen. Da es sich bei der Echten Kamille um sogenannte Lichtkeimer handelt darf man die Samen nur ganz leicht abdecken. Die Keimdauer beträgt etwa 14 Tage. Da diese Pflanzen sehr schnell und weiträumig wachsen, brauchen sie auch viele Nährstoffe. Deswegen pflanzt man sie nie in der Nähe von anderen Kulturpflanzen an, da sie denen die Nährstoffe entziehen. Die Erntezeit liegt meistens zwischen Mai und September.

Der Anbau der Kamillen hat ökologisch gesehen den Vorteil, dass sie die Fruchtfolge bereichert und die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft erweitern. Nachteilig ist, dass ihre Verbreitung durch Tiere, die die Blütenstände fressen und die Samen unverdaut wieder ausscheiden, sehr schnell und großräumig abläuft. Deswegen ist die Echte Kamille auch schlecht auszurotten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Die einzelnen Entwicklungsstufen während der Keimung 1)

1) Kurz nach der Keimung

2) Sprössling

3) Vollblüte

Quellenverzeichnis

1) Heilpflanzen: Anbau ~ Anwendung; Ekkehard Müller; Leopold Stocker Verlag

2) Heilpflanzen: Die wichtigsten Arten und ihre Anwendung; Manfried Pahlow; Dr. Werner Jopp Verlag; 1993

3) Pflanzen helfen heilen; Siegfried Börngen; Verlag Volk und Gesundheit; 1988

4) Der Kosmos-Heilpflanzenführer; Peter&Ingrid Schönfelder; Franckh-Kosmos Verlag;1995

5) Schülerduden Biologie; Dudenverlag; 2000

6) www.tee.org

7) www.heilkraeuter.net

8) www.quacksalber.de

9) www.homepage.ruhr-uni-bochum.de

Details

Seiten
8
Jahr
2001
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101593
Note
Schlagworte
Heilpflanzen Echte Kamille

Autor

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Titel: Heilpflanzen - Die Echte Kamille