Lade Inhalt...

Giotto "Quellwunder" und "Noli Me Tangere"

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 8 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Autor: Katrin Finkbeiner

Vergleich Quellenwunder und Noli me tangere

Giotto, der um 1266 bei Florenz geboren ist, setzte entscheidende Impulse für eine neue Epoche der europäischen Kunst. Seine bedeutendsten Werke, waren die Fresken der Arenakapelle in Padua mit der Lebensgeschichte Jesus. Zuvor schuf er ebenfalls bedeutende Fresken in Florenz. Er malte einen Zyklus aus dem Leben des heiligen Franziskus.

Quellenwunder

Auf der Bild ,,das Quellenwunder" von Giotto ist eine biblische Szene aus der Franziskusgeschichte dargestellt.

Der zentrale Mittelpunkt des Bildes ist Franziskus mit einem Heiligenschein. Dieser kniet auf einem Berg und erhebt die Hände betend zum Himmel. Er ist von der Seite zu sehen und trägt ein blaues Ordenskleid.

Seine Füße werden von zwei Mönchen mit dem selben Ordenskleid wie Franziskus verdeckt. Diese stehen auf der linken unteren Seite des Bildes. Beide tragen Sandalen an ihren Füßen. Sie stehen beide zur Mitte gedreht, tiefer als Franziskus auf dem Berg, und blicken sich an. Vor ihnen steht ein Esel ist aber nur zur Hälfte auf dem Bild. Der Esel, der von der Seite zu sehen ist, trägt einen goldgelben Sattel und blickt auf die rechte Seite. Einer der Mönche hält den Esel an einer Leine fest. Hinter den Mönchen ist ein Spalt in dem Berg. Dieser Spalt zieht sich von den Mönchen bis zur rechten Seite durch.

Auf der rechten Seite hinter dem Spalt beugt sich ein Bauer zu einer aus dem Berg entspringende Quelle. Er steht auf der selben Höhe wie die Mönche auf dem Berg und stützt sich mit den Händen am Berg ab um die Quelle zu erreichen, welche rechts aus dem Bild hinausläuft. Er drückt sein rechtes Bein gestreckt nach hinten am Boden ab, wo die besonders leuchtende Farbe seines Schuhs auffällt. Der Bauer trägt ein etwas dunkleres Gewand sowie einen Hut der nach vorne spitz verläuft. Hinter dem Rücken des Bauers erkennt man höher auf dem Berg, zwei kleine Bäume. Der Bauer ist in seiner Körperhaltung und Mimik sehr wahr und glaubhaft dargestellt. Dies zeigt die gotische Entwicklung zu der natürlich- bewegten Haltung und der körperhaften Darstellung. Auf dem Bild steht somit der Bauer in einem Gegensatz zu den zwei kahlen Bergen im Hintergrund. Der rechte Berg der eher im Vordergrund steht und der linke Berg der völlig in den Schatten rückt. Beide Berge haben einen sehr flachen Gipfel. Auf dem linken Berg sind zwei Bäume, auf dem rechten drei Bäume zu sehen. Auf dem rechten Berg läuft das ganze Geschehen ab. Der Himmel wirkt sehr düster obwohl das Bild im Gesamteindruck eher hell erscheint. Der Himmel bildet ein Loch, was durch die Farbwahl und auch den großen flächigen Farbauftrag entsteht. Trotzdem stellt der Himmel eine gewisse räumliche Wirkung dar. Die Landschaft wirkt surrealistisch, da man den Farbauftrag der Berge mit dem Farbauftrag Dalis vergleichen kann. Dagegen sind die Personen, besonders der Bauer eher real dargestellt. Die Personen sind als Gewandfiguren dargestellt. Man erkennt ihre Haltung nur durch die Form des Gewandes. Das Gewand tritt sozusagen an die Stelle des Körpers.

Form

Der Vordergrund ist genauer dargestellt als der Hintergrund. Der Hintergrund wirkt sehr vereinfacht, dadurch kommen die Personen besser zur Geltung. Sie gewinnen somit an Bedeutung. Die Gesichtszüge des Bauern sind deutlich erkennbar. Auch bei Franziskus erkennt man einen bittenden Ausdruck im Gesicht. Im allgemeinen kann man sagen, dass die Formen im Vordergrund detaillierter sind, während die Formen im Hintergrund eher vereinfacht dargestellt sind.

Auch die plastische Darstellung fällt auf. Die Gewänder mit Falten und die Köpfe wirken plastisch, und die Figuren bekommen Masse und Gewicht Das Verhältnis zwischen Berg und Personen ist sehr verwirrend. Die Berge sind den Personen gegenüber viel zu klein. Besonders auffallend ist dies bei dem knienden Franziskus, der die Bäume, und auch fast den halben Berg überragt.

Der Hintergrund des Bildes wird eher großflächig dargestellt im Gegensatz zu dem genaueren Vordergrund. Der Himmel nimmt zirka ¼ der ganzen Bildfläche ein. Somit wird das Geschehen auf die untere Bildhälfte verlegt. Der Himmel ist sehr flächig gemalt und der in den Jahren entstehende verzerrte Farbauftrag der Fresko bildet eine sehr unruhige Struktur. Der Malstil des Himmels unterscheidet sich in seiner unruhigen Struktur von der glatten Oberfläche der Berge. Die glatte Malstruktur des rechten Berges fällt besonders an den Stellen auf , an die das Licht scheint. Dagegen scheint der Himmel sehr ,,unfertig". Der linke Berg wirkt vor allem im vorderen Bereich eher verschwommen. Es wurde kein Wert auf klare Begrenzungen gelegt. Vor allem im Vergleich mit dem rechten Berg erkennt man die unterschiedlichen Oberflächendarstellungen. Die Berge wirken sehr flächig und abstrahiert im Gegensatz zu den Personen. Durch die Berge nicht naturgetreu dargestellt sind, bekommt die Landschaft einen abstrakten Charakter.

Auffallend ist die Einrahmung der Bäume am Berg. Doch ohne diese Umrandung wären die Konturen der Bäume mit dem Berg verschwommen. Diese Einrahmung zeigt das der Maler kein verschwimmen der Bäume wollte und so eine Abgrenzung zwischen Berg und Bäume brachte.

Das von links oben kommende Licht erhellt den Vordergrund und zeigt durch die Schattenpartien die Vielschichtigkeit der Formen. Besonders die Formen des rechten Berges stechen ins Auge. Durch die Schattenakzente bekommen die Personen, besonders der Bauer eine plastische Wirkung.

Farbe

Der Maler hat bei diesem Bild eine ziemlich kleine Farbpalette verwendet. Der Blauton des Himmels, der auch in den Gewändern wieder auftaucht, sowie der helle Beigeton der Berge überwiegt. Diese Farben unterscheiden sich in der Helligkeit. Der Hintergrund ist sehr dunkel gehalten, der Vordergrund dagegen sehr hell.

Die einzigen Farbabweichungen des Bildes sind der goldgelbe Sattel der Esels und das Blau von dem Schuh des Bauers. Die eher kalten Farben werden durch das Auftauchen eines goldgelben Sattels etwas zurückgenommen. Der Hell-Dunkel-Kontrast ist mehrfach in dem Bild vertreten. Vor allem bildet der dunkle Himmel einen Kontrast zu dem rechten hellen Berg. Auch bei dem Sattel des Esels lässt sich ein Hell-Dunkel-Kontrast feststellen. Doch er sind feinere Hell-Dunkel-Abstufungen. Der Maler verwendete für der rechten Berg einen anderen Pinselstrich als zum Beispiel für den Bauern. Durch den strichigen Pinselstrich bei der Kleidung des Bauers wirkt dieser lebendiger. Der Berg dagegen wirkt sehr flächig und kahl. Auffallend ist auch das einrahmen der Bäume am Berg, mit schwarz. Die Umgrenzung von Linien verwendet Giotto in der Bäumen über Franziskus.

Durch die Farben lässt der Künstler die Personen im Vordergrund stehen und betont somit die Handlung. In dem Bild werden vor allem getrübte Farben verwendet. Die Farben sind oft aufgehellt, vor allem am Berg und wirken dadurch sehr blass.

Raum

Das Bild kann in zwei Ebenen aufgeteilt werden. Der Vordergrund umfasst die Personen und somit auch das Geschehen. Der Übergangsbereich in den Hintergrund wird von der rechten Berg gebildet und der Hintergrund fasst sich aus dem linken Berg und dem Himmel zusammen.

Der zentralen Mittelpunkt des Bildes stellt Franzikus dar. Er verbindet Vordergrund und Hintergrundmiteinander. Von seinem Kopf aus zieht sich der rechte Berg nach rechts hinten.

Durch die Überschneidungen und die Aufteilung in Vordergrund und Hintergrund entsteht eine gewisse Tiefe. Die Überschneidungen sind in dem Bild sehr häufig. Die Überschneidungen sind meistens klar zu erkennen. Die Bäume, die eine unklare Überschneidung mit den Berg dargestellt hätten hat der Künstler extra mit Schwarz umrandet. Ein etwas verwirrender Augenblick taucht auf , wenn man den höchsten Baum auf dem rechten Berg betrachtet. Dieser steht förmlich in der Luft da sein Stamm mit dem Himmel verschmelzt. Ganz rechts außen verschmelzen auch Berg und Himmel. Somit kann man nicht nur von eindeutigen Überschneidungen sprechen. Im Gegensatz zu den Überschneidungen tragen Auflösungen sowie Verkleinerungen der Formen nicht zu einer räumlichen Wirkung bei. Die Bäume in Hintergrund sind ähnlich groß wie die im Vordergrund. Die Auflösung der Formen ist eher andersherum. Die Bäume im Hintergrund sind fast noch deutlicher gemalt als die im Vordergrund.

Durch die Verdunkelung am hinteren Berg will der Künstler eine Perspektive schaffen. Doch die Räumlichkeit wird noch viel mehr durch die Licht- und Schattenakzente betont. Vor allem durch das nach hinten lagern des Berges wird eine gewisse Räumlichkeit deutlich. Diese Tiefe entsteht durch die Licht- und Schattenakzente.

Komposition

Das hochformatige Bild enthält viele Schrägen, die sich aber größtenteils gegenseitig ausgleichen. Die stehenden Mönche zum Beispiel, die in ihrer steifen Haltung zwei Horizontalen bilden, werden durch die vertikale Linie des Felsspaltes, der sich von den Mönchen bis zum rechten Rand zieht, wieder ausgeglichen. Doch die Schrägen die von links unten nach rechts oben ziehen werden nur zum Teil von dem linken Berg ausgeglichen. Somit wirkt das ganze Bild etwas steigend was auch auf die Handlung bezogen sein könnte. Die Mönche die so gewichtig mit dem Esel in dem linken Eck einen Schwerpunkt setzen, werden von dem rechten Berg, der durch seine Höhe eine Gewichtigkeit erreicht, wieder ausgeglichen. Die Personen in dem Bild bilden eine Dreieckskomposition. Auch die Berge bilden durch ihr ,,auseinanderklappen" eine V-artige Komposition. Das Bild hat eine eindeutige dominierende Richtung. Diese verläuft von dem Fuß des Bauers, über die Hände Franziskus zu dem Berggipfel. Man erkennt mehrerschiefe Ebenen in dem Bild. Die Bildbetrachtung beginnt links unten bei den Mönchen und verläuft dann über Franzikus zu dem Bauern.

Noli me tangere

Dieses Bild zeigt eine biblische Szene aus der Passion Christi. Die zwei Hauptpersonen Jesus und Maria befinden sich in der rechten unteren Bildhälfte. Jesus hält eine weiße Fahne mit Kreuz in der linken Hand und streckt die recht Hand zu Maria. Maria kniet auf dem Boden und streckt ihre Hände zu Jesus. Jesus und Maria tragen einen Heiligenschein. Zwischen ihnen erkennt man drei Büsche in unterschiedlichen Grüntönen. Rechts unten liegen fünf Soldaten die friedlich schlafen. Zwei davon im Liegen und drei im Sitzen. Darüber sitzen zwei Engel mit Flügel, auf einer in roten Farbtönen gehaltenen Mauer. Der linke Engel ist nur zum Teil auf dem Bild und sitzt mit dem Körper zum Bild gedreht. Der rechte sitzt frontal zum Betrachter auf am Rand der Mauer und hält einen Stab in der Hand. Hinter den Engeln ist ein Berg, der sich von der linken mittleren Bildseite zum rechten unteren Bildrand absenkt. Auf dem Berg stehen zwei braune Holzpflöcke. Der freie Himmel hinter dem Berg ist nicht richtig ausgearbeitet. Der Himmel nimmt die Hälfte des Bildes ein. Maria die sehr erstaunt blickt, trägt ein rotes Gewand. Jesus und die Engel tragen ein weiß-goldenes Gewand. Die untere Hälfte des Bildes ist sehr bunt gehalten. Dagegen wirkt der blaue Himmel sehr eintönig, kalt und flächig. Die strahlenden Farben werden von dem riesigen, leeren Himmel zurückgenommen. Die Soldaten bekommen von dem ganzen Geschehen nichts mit.

Form

Der Vordergrund ist detailgetreu gemalt. Der Maler versucht die Personen realistisch darzustellen. Sie sind jedoch aufs wesentliche vereinfacht. Der Hintergrund wurde sehr abstrahiert dargestellt. Dadurch kommt die Handlung eher in den Vordergrund. Der Himmel wird an der Stelle erhellt an der Jesus steht was aber auch mit den Jahren am Fresko liegen kann. Der unruhige Malstil des Himmels steht den deutlich gemalten Personen gegenüber. Man erkennt keine genaue Lichtquelle. Das Licht könnte von den Engeln und von Jesus ausgehen, daher könnte es zu den verschiedenen Licht- und Schattenperspektiven kommen. Die Form wird zum Teil durch Licht und Schatten umgesetzt, obwohl der Schatten nur begrenzt eingesetzt wurde. Doch die Plastizität der Personen wird eindeutig durch Licht und Schatten unterstrichen. Die Figuren wirken durch ihre Rundungen und Verkürzungen plastisch. Die Figuren sind zum Teil sehr klar begrenzt und heben sich deutlich vom Hintergrund ab. Vor allem bei Jesus und Maria ist eine klare farbliche Abgrenzung zu erkennen. Die Soldaten dagegen sind nicht so einfach von einander abzugrenzen. Vor allem der hintere liegende Soldat wird leicht übersehen. Die Landschaft im Hintergrund fällt an Wichtigkeit völlig ab. Die volle Aufmerksamkeit gilt den Personen. Dies wird auch durch die Plastizität der Personen im Gegensatz zu dem flächigen Hintergrund hervorgehoben. Sehr auffallend ist der Engelsflügel des rechten Engels im Bezug zu dem Berg. Der Flügel formt den Berg und gliedert sich genau ein. Durch den Flügel wirkt der Berg runder und weicher. Der gebogene Rücken von Maria bildet eine Art Gegensatz zu diesem Bogen von Berg und Rücken. Das Bild hat einen sehr großflächigen Hintergrund der durch den Himmel entsteht welcher zirka ½ des Bildes einnimmt.

Farbe

Das Bild hat einen sehr unterschiedlichen Pinselstrich. Der Hintergrund zum Beispiel ist eher flächig und mit dicken Pinseln aufgetragen, wogegen er zum Beispiel bei den Soldaten Sehr feine Pinselstriche verwendet.

Das Bild besteht überwiegend aus Blau-, Rot- und Weißtönen. Der Himmel ist in Unterschiedlichen Blautönen gemalt, was auf die Erleuchtung Jesus hindeutet. Der Künstler arbeitet zum Teil mit Symbolfarben zum Beispiel die Gewänder der Engel und Jesus ist in weiß und Gold, dies könnte das Überirdische, reine und göttliche darstellen. Die rot marmorierte Mauer auf denen die Engel sitzen wird in den Flügeln des rechten Engels wieder aufgegriffen.

Die Hauptpersonen werden dadurch betont, dass sie ein- bzw. zweifarbige Gewänder tragen und sich so von den bunten Soldaten abheben. Die Engel heben sich kaum von dem Berg ab. In ihrem weißgrau getönten Gewand bilden sie keinen Großen Unterschied zu dem beigen Berg. Auch der Kalt-Warm-Kontrast ist nicht zu übersehen. Der blaue Himmel zu dem bunten Vordergrund, der überwiegend in Rot gehalten wurde. Das Bunt im Vordergrund wirkt sehr warm im Gegensatz zu dem blauen Himmel. Sehr auffallend sind auch die unterschiedlichen Farbkontraste. Der Grün-Rot-Kontrast kommt zum Beispiel bei den Soldaten zum Vorschein. Auch der Gelb-Violett-Kontrast kommt bei den Soldaten zum Vorschein. Arias Mantel bildet auch einen Rot-Grün-Kontrast zu dem unteren Rand und zu den Büschen. Auch ein Hell- Dunkel-Kontrast ist bei den Bild zu sehen. Zum Beispiel der Himmel zu der Fahne. Aber auch der Himmel zu Jesus. Auch der Heiligenschein der Maria bildet einen Kontrast zu ihrem Gewand. Die Hintergrundfarben sind eintönig und flächig im Gegensatz zu den vordergründigen bunten Farben.

Raum

Die Hauptpersonen sind größer dargestellt als die schlafenden Soldaten. Was die wichtigen Personen in den Vordergrund rückt. Die Gesichter sind plastischer dargestellt als die Körper. Dies fällt vor allem bei den Soldaten auf, die im Gesicht mit sehr vielen Schattierungen bearbeitet wurden. Bei den Engeln kommt durch das hervortreten der Knie ein Räumlichkeit auf und bei Jesus durch den Schritt.

Man kann das Bild in Vordergrund und Hintergrund gliedern, die für eine gewisse Tiefe sorgen. Der Vordergrund wird von den Personen gebildet. Die Grenze zwischen Vordergrund und Hintergrund ist die Mauer auf der die Engel sitzen. Der Hintergrund wird dann von dem Berg und dem Himmel dargestellt. Durch die vielen Überschneidungen kommt eine räumliche Wirkung zustande. Diese Überschneidungen sind vor allem bei den Soldaten sehr auffällig. Aber auch die Engel stellen eine Überschneidung zu dem Berg dar. Durch den, die Jahre abblätternden Hintergrund wird die Räumlichkeit zurückgenommen. Die Mauer trägt durch die leicht schräge Ansicht zur Räumlichkeit bei. Die Formen im Vordergrund sind sehr viel klarer als die Formen im Hintergrund. Auch die Farben sind im Vordergrund bedeutender als im Hintergrund. Die Plastizität wird durch die Licht- und Schattenakzente deutlich. Zum Beispiel durch die Gewandfalten der Engel, Jesus und Maria. Aber auch in den Gesichtern der Personen sowie an dem Berg.

Komposition

Der Maler hat für das Bild ein quadratisches Format gewählt. In dem Bild befinden sich mehrere Schrägen. Die Schräge von links oben nach rechts unten wird ausgeglichen, durch die Schräge Marias Füßen über ihren Körper zum Kopf und dann über Jesus Arm zu dessen Kopf. Die waagrechten und die Senkrechten sind relativ ausgeglichen. Obwohl die Horizontalen den Vertikalen an der Menge überwiegen, gleicht die Vertikale des Bodens das Meiste wieder aus. Die dominierende Richtung des Bildes bildet eine Diagonale von links oben nach rechts unter. Die Zentrale Person ist der rechte Engel und merkwürdiger Weise nicht die Hauptpersonen Jesus und Maria. Im Allgemeinen kann man keine eindeutige Komposition erkennen. Man könnte die Komposition als lagernde Dreieckskomposition bezeichnen, die sich durch die Soldaten, dem rechten Engel und Jesus zusammensetzt. Diese Komposition ist aber nicht so eindeutig, da die Soldaten nicht wirklich einen Standpunkt darstellen. Man könnte auch sagen, dass die Engel und Jesus eine Art Bogen bilden.

Vergleich

Ein auffallender Unterschied der beiden Bilder ist die Farbpalette. Das Quellwunder ist dunkler und viel farbloser. Noli me tangere dagegen eher strahlender und farbvielfältiger. Bei Noli me tangere wurden zum Teil Symbolfarben verwendet, die zur Wirkung der Handlung beitragen. Diese erkennt man an den weiß-goldenen, ,,reinen", ,,unschuldigen" Gewändern der ,,Heiligen" und dem roten, ,,leidenden", ,,schmerzenden" Gewand Marias. Bei beiden Bildern rückt die Handlung in den Vordergrund, da die Personen detailgetreu gemalt sind im Gegensatz zu dem stark vereinfachten Hintergrund. Bei dem Quellwunder ist die Hauptperson zentral dargestellt, bei Noli me tangere nicht. Der Hell-Dunkel-Kontrast kommt bei Noli me tangere besser heraus. Zum Beispiel die Fahne zu dem dunklen Himmel und auch die Heiligenscheine die an den Himmel grenzen. Bei dem Quellwunder sind zwar auch Hell- Dunkel-Kontraste zu sehen aber keine so gravierenden. Der bedeutendste Hell-Dunkel- Kontrast in diesem Bild ist der Berg und der Himmel. Ein sehr auffallender Unterschied sind die Überschneidungen. Bei dem Quellwunder überschneiden sich zum Beispiel die Personen kaum. Bei den Mönchen ist eine kleine Überschneidung vorhanden und bei den Füßen Franziskus. Die Überschneidungen bei Noli me tangere sind unverkennbar. Die Soldaten überschneiden sich in mehrfacher Weise. Auch sich Maria in die Überschneidungen der Soldaten eingliedert ist sehr spannend. Mit ihrem Mantel überdeckt sie die Beine von zwei Soldaten. Auch die Überschneidung von Engel, Mauer und Berg ist zu erwähnen. Diese Überschneidungen bewirken vor allem im linken Eck eine Tiefe. Die gesamte Form von Noli me tangere wirkt illusionistischer . Wie die Erleuchtung Jesus sich auf den Himmel überträgt und wie die Engel auf ihrer rotmarmorierten Mauer die Schattengebung beeinflussen. Bei dem Quellwunder ist der Hintergrund viel surrealistischer. Besonders die Berge die eine wenig überzeugende Landschaft darstellen. Die Personen sind in beiden Bildern vom Realismus erfasst. Bei den Quellwunder sticht der Bauer in seiner Haltung und Mimik besonders hervor wogegen bei Noli me tangere die Soldaten in einer sehr realistischen Darstellung gemalt sind. Die gesamten Personen bei Noli me tangere sind bewegter dargestellt wogegen die Mönche bei dem Quellwunder sehr starr wirken.

Details

Seiten
8
Jahr
2000
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101744
Note
Schlagworte
Giotto Quellwunder Noli Tangere

Autor

Zurück

Titel: Giotto "Quellwunder" und "Noli Me Tangere"