Lade Inhalt...

Frauen und Partnerschaft - Die Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft - Wunsch und Wirklichkeit

Hausarbeit 2001 26 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Thesenbetrachtung

2. Erwerbstätigkeitsaufteilung
2.1. Erwerbstätigkeit in Ehen und Partnerschaften
2.2. Ausbildung, Einkommen, Belastung
2.3. Berufs- und familienrelevante Einstellungen

3. Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

4. Zur Betrachtung der Thesen

5. Resümee

Anhang:

Abbildung 1. Kategorien der Erwerbsituation in der Partnerschaft

Abbildung 2. Berufliche Situation in der Partnerschaft (ausschließlich für zusammenwohnende Paare) für das Bundesgebiet und für Bayern

Abbildung 3. Verteilung der Arbeitszeit in der Partnerschaft (ausschließlich für zusammen- wohnende Paare) für das Bundesgebiet und für Bayern

Abbildung 4. Berufliche Situation in der Partnerschaft für verheiratete und nicht verheiratete Paare in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Kindern

Abbildung 5. Erwerbsstatus in der Partnerschaft und Familienzyklus (kein Kind, jüngstes Kind unter 3 Jahre, 3 bis 6 Jahre, im Schulalter (bis 15 Jahre), „empty nest“)

Abbildung 6. Aufgabenverteilung im Haushalt

Abbildung 7. Einstellung zur Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft

Abbildung 8. Zusammenhang zwischen Einstellung zur Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft / Ehe und der Erwerbssituation in der Partnerschaft.

1. Einleitung

Ich werde im folgenden die „Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft, deren Wunsch und Wirklichkeit“ näher erläutern. Die Textgrundlage, die ich dazu verwende stammt aus dem 1993 erschienen Buch „Lebensgestaltung von Frauen – Eine Regionalanalyse zur Integration von Familien- und Erwerbstätigkeit im Lebensverlauf“, herausgegeben von Bernhard Nauck, daraus werde ich mich auf den Text von Heinz Krombholz (S. 209-233) stützen.

Der Autor versucht anhand einer IFP- Stichprobe aus Bayern, die mit 3071 Paaren im Alter von 18-55 Jährigen durchgeführt wurde, die Aufteilung der Erwerbstätigkeit in der Ehe / Partnerschaft differenziert zu beschreiben. Dabei wird zum Vergleich eine DJI- Studie (Deutsches Jugend Institut) mit 9566 Paaren aus dem Bundesgebiet (alte Bundesländer) herangezogen.

Die Ergebnisse der Studien bieten die Grundlage für den Text von Heinz Krombholz, hierzu erläutert er den Erwerbsstatus und die Arbeitszeit der einzelnen Partner sowie die Erwerbssituation bei verheirateten und nicht verheirateten Partnern. Des weitern stellt Krombholz die Erwerbstätigkeit in Abhängigkeit vom Familienzyklus. Er erläutert die Erwerbsbeteiligung in der Partnerschaft anhand des Einkommens, der Ausbildung und der Belastung, dabei bezieht er die berufs- und familienbezogenen Einstellungen mit ein. Abschließend wird die persönliche Einstellung in Zusammenhang mit der tatsächlichen Erwerbssituation gesetzt, um schließlich eine daraus folgende erklärungsbedürftige Dissonanz festzustellen.

Anhand des Textes ist es möglich Thesen bezüglich des Wunsches nach Erwerbstätigkeit und der Wirklichkeit aufzustellen. Ich möchte abschließend versuchen die aufgestellten Thesen mit den Ergebnissen der Studien aus dem Text von Heinz Krombholz kritisch zu betrachten.

2. Erwerbstätigkeitsaufteilungen in Partnerschaften

Zur Aufteilung der Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft wurden die Fragen nach dem Erwerbsstatus und der Arbeitszeit des Befragten mit dem des jeweiligen Ehepartners verknüpft.

Aus der bayrischen Studie ergab sich, daß von 3071 befragten Paaren, 2559 (83,3 %) verheiratet sind und in einem Haushalt zusammen leben. 214 (7,0 %) Paare sind nicht verheiratet und leben in einem Haushalt zusammen. Weiterhin sind 298 (9,7 %) Paare unverheiratet und leben in getrennten Haushalten.

Zur Erwerbssituation folgte die Befragung nach den Kategorien:

-beide Partner vollzeit erwerbstätig
-ein Partner vollzeit, einer teilzeit erwerbstätig
-ein Partner erwerbstätig, einer nicht erwerbstätig
-ein Partner erwerbstätig, einer in Ausbildung
-beide Partner in Ausbildung
-ein Partner erwerbstätig, einer arbeitslos
-sonstige

Kategorien unter einem Prozent

-beide Partner teilzeit-erwerbstätig
-ein Partner nicht erwerbstätig, einer arbeitslos
-beide Partner sind arbeitslos

Die Beantwortung erbrachte, daß z.B. in 27,8 % der Partnerschaften in Bayern, beide Partner vollzeit erwerbstätig sind und in 34,4 % der Partnerschaften ein Partner erwerbstätig und einer nicht erwerbstätig ist. Für das Bundesgebiet ergaben sich hierbei ähnliche Werte (Anhang, Abb.1).

2.1. Erwerbstätigkeit in Ehen und Partnerschaften

Zur Erwerbssituation in der Partnerschaft bei verheirateten und nicht verheirateten Paaren, stellt Krombholz fest, daß die Paare, die in einer weniger traditionellen Lebensform leben, also nicht verheiratet sind, eine eher „nicht traditionelle Arbeitsteilung“ praktizieren.

So sind in Bayern 22 % der verheirateten Paare, beide Partner voll erwerbstätig. Bei den nicht verheirateten Paaren ist dieser Anteil mit 56% mehr als doppelt so hoch. Die traditionelle Aufteilung der Erwerbstätigkeit wird noch deutlicher bei der Betrachtung der Konstellation

„einer erwerbstätig / einer nicht“, hier sind es 40 % der verheirateten Paare, die diese Form praktizieren. Nur 6 % der Unverheirateten Paare leben in dieser Konstellation (Anhang, Abb. 2).

Weiterhin zeigen auch die Aufteilungen der Arbeitszeiten zwischen den Partnern Unterschiede. Bei den nicht verheirateten Paaren sind es fast 80 % bei denen beide Partner vollzeit arbeiten, bei den verheirateten nur 45 % (Anhang, Abb. 3). Man könnte vermuten, daß diese Unterschiede damit zusammenhängen, daß verheiratete Paare öfter Kinder haben, erläutert Krombholz, und damit weniger erwerbstätig sind, aber wenn man zusätzlich vom Familienstand das Vorhandensein von Kindern berücksichtigt, bleibt der Unterschied hinsichtlich der Verteilung der Erwerbstätigkeit bei den Verheirateten prozentual niedriger als bei den unverheirateten. Sind keine Kinder vorhanden, so sind bei den Verheirateten in 62 % und bei den nichtverheirateten in 71 % der Partnerschaften beide Partner voll erwerbstätig. Sind dagegen Kinder vorhanden so sind ca. 17 % der Verheirateten voll erwerbstätig, bei den nicht verheirateten dagegen sind es mehr als 30 %, die voll erwerbstätig sind. Damit kann man also sagen sind Verheiratete weniger erwerbstätig als Unverheiratete mit Kind (Anhang, Abb. 4).

Krombholz erläutert das Vorhandensein von Kindern in Bezug auf die Erwerbstätigkeit noch weiter, hiernach ist die Erwerbstätigkeit der Frau und damit auch die Aufteilung der Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft eng mit dem Vorhandensein von Kindern gekoppelt, außerdem sei auch das Alter der Kinder zu berücksichtigen.

Sind keine Kinder vorhanden, sind in 56 % der Partnerschaften beide Partner vollzeit erwerbstätig, ist ein Kind vorhanden, dann nimmt die Anzahl der Partnerschaften, in denen beide Partner erwerbstätig sind entscheidend ab, dabei ergibt sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem Alter der Kinder. Je jünger die Kinder sind, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, das die Frau nicht berufstätig ist (Anhang, Abb. 5).

2.2. Ausbildung, Einkommen und Belastung

Krombholz betrachtet weiterhin in welchem Zusammenhang die Ausbildung, das Einkommen und die Belastung zur Erwerbsbeteiligung stehen.

Bei Frauen besteht nach Angaben des statistischen Bundesamtes (1990) ein Zusammenhang zwischen Ausbildung und Erwerbsbeteiligung, danach soll die Erwerbsquote von Müttern ohne beruflichen Abschluß deutlich unter der von Frauen mit Berufsabschluss stehen. Allerdings lässt die Erwartung, daß die Erwerbsituation in der Partnerschaft durch die

Ausbildung der Frau wesentlich mitbestimmt wird, nicht belegen, denn die Daten zeigen z.B. daß sogar wenn die Frau einen höheren Schulabschluss hat die Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft geringer ist als bei Frauen (in einer Partnerschaft) die eine andere Schulausbildung abgelegt haben.

Die finanziellen Lage in der Partnerschaft ist bei der Betrachtung der Erwerbstätigkeit der Frau maßgeblich, wenn beide Partner erwerbstätig sind, haben von 82 %,

37 % der Paare ein Einkommen von mehr als 4000,-DM. 38 % der Paare ein Einkommen von 3000 - 4000,-DM.

6% der Paare ein Einkommen von weniger als 2000,-DM.

Bei der Verteilung auf die Einkommensklassen sieht es so aus, daß wenn beide vollzeit erwerbstätig sind sie fast der gleichen Einkommensklasse angehören wie wenn einer vollzeit und der andere teilzeit erwerbstätig ist, aber betrachtet man das Pro-Kopf Einkommen so besteht ein deutlicher Unterschied in der Verteilung.

41% der allein erwerbstätigen gehören einer Einkommensgruppe an, die 2000- 3000DM verdienen,

bei 24 % der Alleinverdiener liegt das Haushaltsnettoeinkommen bei über 4000 DM

und bei 11% der allein erwerbstätigen liegt das Haushaltsnettoeinkommen unter 2000 DM.

Zur Belastung der Aufgabenteilung im Haushalt wurde eine weitere Befragung durchgeführt. Dabei wurden Fragen zur Aufgabenverteilung im Haushalt gestellt, zur Beantwortung konnte ausgewählt werden, wer diese Aufgaben erledigt, z.B. Einkaufen, Kochen, Kinder betreuen, Geldverteilung, Behördengänge etc.. Dabei ergab sich eine sehr unterschiedliche Aufteilung. Die Auswertung erbrachte, daß die Arbeitsteilung eher traditionell gehandhabt wird, d.h. der Mann verrichtet „männerspezifische“ Dinge, wie das Auto reparieren und die Frau erledigt

„frauenspezifische“ Aufgaben, wie das Einkaufen etc. (Anhang, Abb. 6).

Des weiteren wurden Fragen zum gegenwärtigen allgemeinen Gesundheitszustand und zu gesundheitlichen Beschwerden gestellt bei denen die Befragten angeben sollten, wie häufig sie darunter leiden. Allerdings waren die Zusammenhänge zwischen der Erwerbstätigkeit mit den subjektiven Angaben zum Gesundheitszustand und der aktuellen Befindlichkeit nicht eindeutig denn erwerbstätige Frauen gaben an, häufig unter Kopfschmerzen, Erschöpfung und Nacken- und Rückenschmerzen zu leiden. Weiterhin klagten sie häufiger über Erschöpfung und den Zustand sich abgehetzt zu fühlen, angespannt zu sein, etc. Sie gaben allerdings auch an, daß sie das Gefühl etwas geleistet zu haben und Anerkennung zu finden erleben.

Ein weiteres Interesse galt der Erwerbssituation der Frau und den möglichen Auswirkungen auf die Partnerschaft, dabei wurden keine Unterschiede in der Beurteilung der Partnerbeziehungen nachgewiesen die in Zusammenhang mit der Erwerbssituation der Frau standen, auch das Alter und das Vorhandensein von Kindern wurden berücksichtigt und hatten keinen Einfluss auf die Partnerbeziehung. Somit schließt Krombholz nicht aus, daß die erhöhte Belastung der Frau einerseits zu einer Belastung der Partnerschaft führt, andererseits die Anerkennung die sie im Beruf erfahren sich positiv auf die Partnerschaft auswirkt.

2.3. Berufs- und familienorientierte Einstellungen

Der Text befasst sich weiter mit den Zusammenhängen zwischen der Einstellung zur Ehe, der Berufsorientierung und der Einstellung zur Erwerbstätigkeit wenn Kinder vorhanden sind.

Zur Bedeutung der Ehe wurde herausgefunden, daß nichterwerbstätige Frauen eher der Aussage zustimmten: „Eine Ehe bedeutet Sicherheit und Geborgenheit“ sowie „Wenn zwei sich lieben sollten sie heiraten“. Sie sind der Ansicht Frauen müssen für die Kinder auf die Karriere verzichten.

Allerdings gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den Aussagen von vollzeit und teilzeit erwerbstätigen Frauen.

Positive Äußerungen gegenüber Kindern werden stärker von Hausfrauen befürwortet (unabhängig vom Vorhandensein von Kindern). Hausfrauen stimmten stärker der Meinung zu: „Hausfrau und Mutter zu sein füllt eine Frau voll und ganz aus“.

Berufstätige Frauen vertraten eher die Meinung: „Nur eine berufstätige Frau ist wirklich selbstständig in der Ehe oder Partnerschaft“. Bei der Berufsorientierung ist die Berufsstellung, ein hohes Einkommen und die Anerkennung bei Frauen die vollzeit erwerbstätig sind signifikant höher als bei teilzeit Erwerbstätigen oder Hausfrauen.

Die Einstellung zur Erwerbstätigkeit wenn Kinder vorhanden sind, gibt wieder, daß der größte Teil der Befragten der Meinung ist, die Frau sollte in diesem Fall nicht erwerbstätig sein.

Solange kein Kind vorhanden ist, sind über 80 % der Frauen der Meinung, daß beide Partner erwerbstätig sein sollten. Das die Frau in diesem Fall nicht erwerbstätig sein soll wird kaum noch vertreten (1 %). Die Hausfrauenehe als Lebensform hat offensichtlich ausgedient, meint Krombholz.

Solange das jüngste Kind noch keine 3 Jahre alt ist vertreten 65 % der Befragten die Ansicht, die Mutter sollte nicht erwerbstätig sein. Mit zunehmenden Alter des Kindes (Kidergartenalter) nimmt der Anteil derjenigen zu die eine Teilzeitarbeit der Mutter befürworten (34 %) (Anhang, Abb. 7).

Hierbei wird angeführt, daß die Einstellung zur Aufteilung der Erwerbstätigkeit durch Alter und Bildungsstand der Befragten beeinflusst werden kann. Danach vertreten jüngere und besser ausgebildete Frauen eher die Meinung, die Frau sollte auch beim Vorhandensein von Kindern erwerbstätig sein. Die DJI-Stichprobe zeigt, im Vergleich, daß Frauen eine Erwerbstätigkeit stärker befürworten als Männer, auch beim Vorhandensein von Kindern.

3. Dissonanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Der wesentliche Teil des letzten Abschnittes des Textes bezieht sich auf die großen Widersprüche zwischen der tatsächlichen Situation in der Erwerbstätigkeit und der Einstellung zur Erwerbstätigkeit.

Es heißt dort solange keine Kinder vorhanden sind ist die Mehrheit der Befragten der Ansicht, beide Partner sollten vollzeit erwerbstätig sein, unabhängig von der tatsächlichen Verteilung der Erwerbstätigkeit. Nach Krombholz zeigt das, daß der Wunsch klar in Richtung vollzeit Erwerbstätigkeit beider Partner geht. Sobald jedoch Kinder vorhanden sind es nur 5% der 100

% Vollerwerbstätigen, die sich dafür aussprechen, daß beide Partner auch vollzeit erwerbstätig sein sollten, wenn ein Kind unter drei Jahren ist. Ist das Kind in der Schule sind es lediglich 18 % der Vollerwerbstätigen die angeben, beide Partner sollten voll erwerbstätig sein. 74 % der Vollerwerbstätigen sind entsprechend der Ansicht, daß die Frau nicht erwerbstätig sein sollte, wenn ein Kind vorhanden ist, daß jünger als drei Jahre alt ist.

Bedeutend höher ist die Übereinstimmung zwischen Einstellung und Erwerbssituation bei Partnerschaften, in der einer der Partner halbtags oder nicht erwerbstätig ist. So sind 87 % der

Befragten, bei denen ein Partner nicht erwerbstätig ist, und die ein Kind unter 3 Jahren haben der Meinung, die Mutter sollte nicht erwerbstätig sein. Ist das Kind im Kindergartenalter / Schulalter sind es immernoch 54 %, die meinen die Mutter sollte nicht arbeiten (Anhang, Abb. 8).

Zusammenfassend kann man daher sagen, daß solange keine Kinder vorhanden sind, wird überwiedend die Ansicht vertreten, daß beide Partner vollzeit erwerbstätig sein sollten. Da das meistens so ist, solange keine Kinder vorhanden sind, gibt es kaum Diskrepanzen zwischen faktischer Situation und Einstellung.

Sind jedoch Kinder vorhanden, sind, unabhängig von der tatsächlichen Erwerbssituation, ein Großteil der Meinung, die Frau sollte nicht berufstätig sein. Die größten Diskrepanzen zwischen Einstellung und tatsächlicher Situation bestehen bei Personen, wo beide Eltern einer Vollerwerbstätigkeit nachgehen

Die Studien sagen aus, daß der Anteil der Frauen bemerkenswert ist, bei denen eine Dissonanz (Ungleichheit) zwischen der gemessener Einstellung und demVerhalten zu beobachten ist. Obwohl sie der Ansicht sind, eine Frau sollte nicht arbeiten, wenn ein Kind in einem bestimmten Alter vorhanden ist, sind sie dennoch erwerbstätig.

Nach Krombholz bestätigen diese Ergebnisse die Hypothese der kognitiven Dissonanztheorie nach Festinger (1957), wonach Personen, wenn sie gegen ihre Überzeugung handeln (müssen) die dadurch hervorgerufene Dissonanz umso eher aufrecht erhalten können, je höher die Vorteile dieser ungeliebten Handlung sind, das heißt z.B. das es Frauen mit einem hohem Einkommen leichter fällt die Ungleichheit zwischen ihrer Einstellung und ihrer Erwerbstätigkeit zu ertragen, als Frauen mit schlechter bezahlten und wenig angesehenen Berufen.

4. Zusammenfassung

Es konnten hier nach Krombholz erste Ergebnisse über die tatsächlichen Arrangements der Erwerbstätigkeit in Ehe und Partnerschaft vorgestellt werden. Auch die Zusammenhänge mit dem Familienzyklus und dem formal-rechtlichen Status der Partnerschaft konnten aufgezeigt werden.

Die Zusammenhänge zwischen berufs- und familienrelevanten Einstellungen sowie die Einstellung zur Erwerbstätigkeit und der tatsächlichen Situation beim Vorhandensein von Kindern ist es wichtig auch die Einstellung des Mannes auch zu erheben. Damit müsste nicht nur Analyseeinheit sondern Erhebungseinheit herangezogen werden. Zwar wäre das ein erheblicher Aufwand, der aber große Erkenntnisse zulassen würde, somit könnten Einfluss und Interaktion der Einstellung von Mann und Frau, auf die Aufteilung der Erwerbs- und Haushaltsarbeiten abzuschätzen sein.

-Erwerbssituation entspricht in vielen Fällen noch dem „traditionellen“ Leitbild, aber der Anteil der Partnerschaften, in denen beide Partner voll erwerbstätig sind ist keineswegs zu vernachlässigen
-in Bayern ist der Anteil der Partnerschaften, in denen beide Partner voll erwerbstätig sind höher als im Bundesgebiet
-sowohl Vorhandensein als auch das Alter der Kinder haben einen deutlichen Einfluss auf die Aufteilung der Erwerbsarbeit in Partnerschaften
-die sogenannte „Hausfrauenehe“ hat sich offensichtlich überlebt, sowohl als Lebensform als auch als Vorstellung

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638166874
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10178
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Erziehungswissenschaften
Schlagworte
Soziologie. Frauen. Erwerbstätigkeit

Autor

Zurück

Titel: Frauen und Partnerschaft - Die Erwerbstätigkeit in der Partnerschaft - Wunsch und Wirklichkeit