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Darstellung des Offenbarungsverständnisses Paul Tillichs

Seminararbeit 1996 24 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Einordnung des Textes in das Werk des Autors

III. Tillichs Denkmodelle

IV. Struktur und Inhalt Tillichs Offenbarungsbegriffes
IV. 1. Offenbarung in Ekstase und Wunder - Eine Definition
IV. 2. Kontakt mit dem Seinsgrund durch Offenbarungsmedien
IV. 3. Das Verhältnis der Offenbarungen: Originale und abhängige Offenbarung
IV. 4. Die Folge von Offenbarung: Offenbarungserkenntnis
IV. 5. Zusammenfassung

V. Tillichs Verständnis von aktueller Offenbarung
V. 1. Das Offenbarungskriterium in aktueller und letztgültiger Offenbarung
V. 1. a) Das Kriterium
V. 1. b) Das Kriterium als konkreter Offenbarungsinhalt der letztgültigen Offenbarung
V. 2. Vor- und außerchristliche Offenbarung - Teil der Offenbarungsgeschichte
V. 3. Die Wirkung der Offenbarung: Erlösung
V. 4. Zusammenfassung

VI. Traditionsbezug
VI. 1. Biblischer Bezug
VI. 2. Theologie- und philosophiegeschichtliche Bezüge

VII. Situationsbezug

VIII. Nachwort

IX. Literaturverzeichnis und Abkürzungen

I. Einleitung

In dem systematischen Proseminar „Offenbarung - was ist das?“ wurden verschiedene Offenbarungsvorstellungen unterschiedlicher Theologen skizziert. In diesem ausgear­beiteten Referat soll es nun darum gehen, Tillichs Verständnis von Offenbarung, wie er es in seiner „Systematischen Theologie“ darlegt, nachzuzeichnen und sowohl theologische und philosophische als auch situationsbedingte Hintergründe aufzuzeigen, die Tillichs Theologie geprägt haben. Der Interpretation, dem Nachvollziehen des Gedankenganges des Autors, habe ich dabei den meisten Platz eingeräumt, da Tillichs dichte und an philoso­phischen und theologischen Begriffen reiche Sprache eine genaue, oft satzweise Analyse fordert. Vorangestellt habe ich der Interpretation eine kurze Beschreibung wesentlicher Denkmodelle Tillichs, da mir das zum Verständnis unbedingt notwendig schien. Sowohl der theologie- und philosophiegeschichtliche Bezug als auch der Situationsbezug haben einen eher stichpunktartigen Charakter, da Tillich in seinem besonderen Ansatz so viele unterschiedliche Vorstellungen aufnimmt, daßeine Aufführung und Auswertung aller im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist. Allerdings denke ich, daßauch eine Auswahl theologischer und philosophischer Bezüge ausreicht, um zu zeigen, daßTillich keiner „theologischen Schule oder Linie“ zuzuordnen ist, sondern Tillichs Besonderheit in seinem ganz eigenen Weg liegt.

II. Einordnung des Textes in das Werk des Autors

Der Text, der im folgenden analysiert und interpretiert werden soll, um Tillichs Offenbarungsbegriff und sein Verständnis von „aktueller Offenbarung“ darzulegen, ist Teil des ersten Bandes seiner dreibändigen „Systematischen Theologie“, erschienen 1951-1963. Bei diesem letzten großen Werk Tillichs handelt es sich um eine Übersetzung der amerikanischen Ausgabe des Buches „Systematic Theology, Volume I-III“. Da die erste Auflage des ersten Bandes mit sehr vielen Fehlern behaftet war -nach Renate Albrecht und Werner Schüßler nahm der Autor an dieser rund 3000 Änderungen vor[1] - dient mir eine spätere Auflage als Textgrundlage. Seine „Systematische Theologie“ gliedert Tillich in fünf Teile , die jeweils in zwei Abschnitte unterteilt sind. In einem ersten Abschnitt gibt er eine „Analyse der menschlichen Situation, aus der die existentiellen Fragen hervorgehen, und in einem zweiten zeigt er, „daßdie Symbole der christlichen Botschaft die Antworten auf diese Fragen sind“[2]. Unser Text steht in einem solchen zweiten Abschnitt. Er befindet sich im zweiten Abschnitt des Teiles „Vernunft und Offenbarung“ . Somit ist er eine Komponente von Tillichs theologischer Antwort auf die existentiellen Fragen der (erkennenden) Vernunft. Seine Antwort heißt Offenbarung.

„Vernunft und Offenbarung“ ist der erste von fünf Teilen, in die Tillich seine „Systematische Theologie“ gegliedert hat. Er kommt darin zu der Erkenntnis, daß„die Vernunft der Offenbarung nicht widerspricht, sondern nach ihr fragt“[3] und daßdie Theologie … theonome Vernunft benutzen [muß], um die christliche Botschaft zu erklären“[4]. Dies ist eine Grundentscheidung, auf der die folgenden vier Teile „Sein und Gott“, „Die Existenz und der Christus“, „Das Leben und der Geist“ und „Die Geschichte und das Reich Gottes“ aufbauen.

III. Tillichs Denkmodelle

Paul Tillich wählt als Ausgangspunkt seines Denkens die Grenze. Sie „ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis“[5], da sie nicht nur trennt, sondern verbindet. Konkret steht Tillich auf der Grenze zwischen Philosophie und Theologie . In seiner Schrift „Philosophie und Theologie“ bekennt er sich zu einer „philosophischen Theologie“[6]. Philosophie und Theologie stellen dieselbe Frage, nämlich nach „der Wirklichkeit als solcher“, nach „der Struktur des Seins“[7]. Allerdings ist der Ausgangspunkt verschieden; während der Theologe vom „theologischen Zirkel“ aus fragt, ist der Standort des Philosophen die reine Vernunft. Beide Gesichtspunkte bringt Tillich im jeweils ersten Abschnitt seiner fünf Teile in Korrelation, in Beziehung. Hat er so die menschliche Existenz, die Situation des Menschen aus philosophischer und theologischer Sicht beschrieben, setzt er sie mit der christlichen Botschaft in Korrelation. Diese „Methode der Korrelation“ drückt sich aus in einer Beziehung von Frage und Antwort: Die menschliche Situation stellt eine existentielle Frage, auf die Tillich eine theologische Antwort gibt. Er versucht, „mit dieser Methode Botschaft und Situation zu vereinigen“[8]. Seine theologische Antwort gibt Tillich aus dem „theologischen Zirkel“ heraus. Der Mittelpunkt dieses „theologischen Zirkels“ ist „die Manifestation des universalen Logos in dem Christus“[9]. Das heißt, „er ist als Theologe nicht … von seinem Gegenstand distanziert“, sondern er hat schon von der christlichen Botschaft gehört, als Theologe ist er „seinem Gegenstand, dem christlichen Apriori, verpflichtet“[10].

IV. Struktur und Inhalt Tillichs Offenbarungsbegriffes

IV.1. Offenbarung in Ekstase und Wunder - Eine Definition

Bevor Tillich beginnt, sein Verständnis von Offenbarung darzulegen, stellt er die Methode vor, nach der er verfahren wird, die Methode der „kritischen Phänomenologie“ . Während die „reine Phänomenologie“ ein beliebiges Beispiel eines Phänomens untersucht und von diesem auf die Gesamtheit des Phänomens schließt, schaltet Tillich bei der Auswahl des Beispiels ein „existentiell-kritisches Element“ ein, da „der phänomeno­logischen Intuition verschiedene und vielleicht einander widersprechende Beispiele von Offenbarung begegnen“[11] können. Das existentiell-kritische Element besteht in einer „Offenbarung, die man empfangen hat und die man für die vollkommene Offenbarung hält“[12], was zu einer kritischen Beurteilung anderer Offenbarungen führt.

Nun beginnt Tillich mit der Entwicklung seines Offenbarungsbegriffes. Den Anfang bildet die Definition des Wortes „Offenbarung“. Offenbarung ist danach nichts, was der Mensch mit seiner Vernunft auf irgendeinem Erkenntnisweg jetzt oder in Zukunft von sich aus erkennen kann, also nichts, was zu seiner Wirklichkeitsstruktur gehört. Offenbarung ist vielmehr die „Manifestation von etwas Verborgenem“[13], eines Mysteriums.

Das Mysterium ist wesenhaft verborgen . Das heißt, es ist einerseits unterschieden von unserer Wirklichkeitsstruktur und kann andererseits „seinen Geheimnischarakter nicht ver­lieren, auch wenn es offenbart ist“[14]. Dieses Mysterium hat eine negative und eine positive Seite. Die negative Seite ist, daßes dort -und zwar nur dort- erscheint, wo der Mensch nach dem Sinn des Seins fragt, wo er fragt, warum etwas ist und warum nicht Nichts ist („Abgrund“ ). Hier erscheint die positive Seite des Mysteriums. Denn „es erscheint als die Macht des Seins, die das Nicht-Sein überwindet“[15] („Grund“ ). Es mußuns demzufolge unbedingt angehen. Auf diesem Hintergrund kann Tillich zu der Aussage kommen: „Offenbarung ist die Manifestation dessen, was uns unbedingt angeht. Das Mysterium, das offenbart wird, geht uns deshalb unbedingt an, weil es der Grund unseres Seins ist.“[16]

Eine „Offenbarung überhaupt“ kann es nicht geben, da Offenbarung sich nur in der konkreten Situation des betroffenen Erkennens von Grund und Abgrund des Seins ereignet. Außerhalb dieser „konkreten Situation unbedingten Betroffenseins“ handelt es sich lediglich um „Berichte von Offenbarungen“[17] Doch auch in einer konkreten Situation geschieht Offenbarung nicht zwangsläufig, sondern ist von zwei Bedingungen abhängig: Einerseits mußein Ereignis die Offenbarung vermitteln (objektive Seite), andererseits mußdie Offenbarung aufgenommen werden (subjektive Seite). Die Form der objektiven Seite ist das Wunder , die der subjektiven Seite die Ekstase .

Nachdem Tillich Offenbarung als „Manifestation dessen, was uns unbedingt angeht, … weil es der Grund unseres Seins ist“, definiert und bei dem Offenbarungsereignis eine subjektive und eine objektive Seite unterschieden hat, bestimmt er nun sowohl das Verhältnis von Offenbarung und Ekstase als auch von Offenbarung und Wunder näher.

Ekstase ist ein Bewußtseinszustand, in dem „das Bewußtsein seinen gewohnten Zustand transzendiert“[18]. Deshalb kann erst und nur im Zustand der Ekstase die Offenbarung etwas wesenhaft Verborgenen aufgenommen werden. Ekstase bedeutet das Erleben sowohl eines „ontologischen Schocks“ als auch von Inspiration. Der ontologische Schock , die „vernichtende Macht der göttlichen Gegenwart“[19], wird ausgelöst durch die Bedrohung durch das Nichtsein, den Seinsabgrund. Die Inspiration wird durch die Begegnung mit dem Seinsgrund hervorgerufen, durch die Erkenntnis, daßNichtsein nur negiertes Sein und damit abhängig vom Sein ist. Inspiration eröffnet die Möglichkeit mittels „Intuition“ oder in „schöpferischer Stimmung“ Verständnis für das Mysterium des Seins zu gewinnen.

Die objektive Seite der Offenbarung ereignet sich als Wunder , als etwas, „was Verwunderung erregt“[20], allerdings ohne die Naturgesetze zu durchbrechen. Würde nämlich die Offenbarung, die Manifestation des Seinsgrundes die Naturgesetze durchbrechen, dann zerstörte sie somit die Struktur des Seins. Ein Wunder ist vielmehr ein „zeichengebendes Ereignis“, da es auf das Seinsgeheimnis hinweist. Es erregt Staunen und Erschüttern und wird in Ekstase erfahren.

Mit dem Ende dieses Kapitels ist die Definition des Begriffes „Offenbarung“ abgeschlossen. In einem ersten theoretischen Teil wurde Offenbarung als Manifestation des Seinsgrundes beschrieben, in einem zweiten phänomenologischen stellte Tillich die erfahrbaren Merkmale von Offenbarung dar: Ekstase und Wunder.

Im Mittelpunkt des zweiten Kapitels steht nun die Frage: Wie erreicht uns die Offenbarung? Wie wird sie zu uns übertragen?

IV.2. Kontakt mit dem Seinsgrund durch Offenbarungsmedien

Alles kann Träger des Seinsgeheimnisses sein, antwortet Tillich auf oben gestellte Frage. Denn jedes Ding und jedes Ereignis wurzelt im Seinsgrund, ist mit diesem verbunden, und kann deshalb in Offenbarungskorrelation, in Korrelation von Ekstase und Wunder, eintreten, um dort zum Medium der Offenbarung zu werden.

Paul Tillich beschreibt im folgenden in drei Schritten (1) die Natur , (2) Geschichte, Gruppen und Individuen und (3) das Wort als Medien der Offenbarung.

(1) Naturobjekte , wie Sterne, Pflanzen, Seele des Menschen…, können ebenso wie Naturereignisse , zum Beispiel Himmelsbewegungen, Naturkatastrophen, Geburt und Tod…, Medien der Offenbarung werden. Dabei wird der materielle Zusammenhang des Gegenstandes nicht zerstört. Aber die in jedem Gegenstand verborgene Möglichkeit, „auf etwas hinzuweisen, was nicht seiner Bedingtheit angehört“[21], wird zur Wirklichkeit, sofern ein solches Medium in Offenbarungskorrelation steht.

(2) „Geschichtliche Offenbarung ist nicht Offenbarung in … sondern durch [Kursiv im Original - R. L.] die Geschichte.“[22] Der Mensch ist ein geschichtliches Wesen, weshalb sich jede Offenbarung in der Geschichte ereignet. Geschichte an sich hat dann Offenbarungsqualität, wenn ein Ereignis oder eine Abfolge von Ereignissen in ekstatischem Zustand als Wunder erfahren oder als göttliches Gericht bzw. Verheißung gedeutet werden. „In Verbindung mit historischen Ereignissen von Offenbarungscharakter“[23] können Gruppen, die ihr historisches Schicksal ekstatisch erleben oder Personen, deren Leben zu einem zeichengebenden Ereignis für andere wird, Medien der Offenbarung werden, wenn sie darin transparent für den Seinsgrund sind.

(3) Das Wort macht den Menschen zu dem, was er ist. Es ist das wahrhaft Menschliche. Deshalb ist das Wort „notwendiges Element aller Offenbarungsformen“[24]. Als Medium der Offenbarung ist das Wort „Wort Gottes“, weil es dort unaussprechliche Dinge ausdrückt, die über den gewöhnlichen Wortsinn hinausgehen. Das Mysterium des Seins „scheint (genauer: tönt) durch die alltägliche Sprache hindurch“[25].

IV.3. Das Verhältnis der Offenbarungen: Originale und abhängige Offenbarung

In diesem Kapitel wendet sich Tillich der Frage zu, in welcher Beziehung die vielfältigen Offenbarungen stehen, die sich mittels Natur , durch Geschichte, Gruppen und Individuen und Wort ereignen. Er unterscheidet dazu zwischen „originaler“ und „abhängiger Offenbarung“. Kriterium dieser Unterscheidung sind die Merkmale der Offenbarung: Ekstase und Wunder.

Wenn dieses Wunder und diese Ekstase einander zum erstenmal zugeordnet sind, handelt es sich um originale Offenbarung , da beide Seiten original sind. Wenn dieses Wunder und der erste Akt, in dem dieses (beispielsweise an einem Propheten) geschah, (von diesem nun einer Gruppe) vermittelt wird, handelt es sich um abhängige Offenbarung , wobei sich aufgrund der neuen Situation auch die Ekstase verändert.

Noch eine weitere Einschränkung nimmt Tillich vor: Die originale Offenbarung mußdurch ein Individuum gegeben werden, da sie „nur in der Tiefe eines personenhaften Lebens, in seinen Kämpfen, seinen Entscheidungen und seiner Selbsthingabe ursprünglich empfangen werden“[26] kann. Dieses Individuum ist Jesus der Christus . Die Apostel nahmen Jesus in originaler Offenbarung als Christus auf. Als sie der nächsten Generation davon berichteten, erzählten sie von dem Wunder Jesus als Christus und dem ersten Akt der Aufnahme. Ohne diesen wäre Jesus, der potentiell Christus war, nicht Christus geworden. Menschen, die dieses Zeugnis in ekstatischem Zustand als Wunder erlebten, widerfuhr abhängige Offenbarung, Erleuchtung. „So ereignet sich im Laufe der Kirchengeschichte im­mer neue Offenbarung, aber als abhängige Offenbarung.“[27] Diese Offenbarung kann an kein Ende gelangen, da Gott hinter ihr steht, und etwas göttliches nicht aufhören kann zu sein.

Die Antwort Tillichs auf die Frage nach der Beziehung, in der die Offenbarungen, die sich ereignen, stehen, lautet: Jesus als Christus ist der feste Bezugspunkt aller Offenbarungen. Den Aposteln offenbarte er sich in originaler, in der Kirchengeschichte in abhängiger Offenbarung.

Mit der Antwort auf die Frage: Was ist die Folge eines Offenbarungsgeschehens? schließt Tillich im folgenden Kapitel seine Betrachtungen zum Begriff „Offenbarung“ ab.

IV.4. Die Folge von Offenbarung: Offenbarungserkenntnis

Die Folge von Offenbarung ist Erkenntnis. Diese unterscheidet sich von „gewöhnlicher Erkenntnis“ dadurch, daßsie nur in einer Offenbarungssituation, durch Ekstase und Wunder vermittelt werden kann. Deshalb nennt Tillich diese Erkenntnis „Offenbarungs­erkenntnis“ . „Offenbarungserkenntnis ist Erkenntnis Gottes“[28] ; Gewöhnliche Erkenntnis ist Erkenntnis der Wirklichkeit. Aufgrund dieses Unterschiedes kann „Offenbarungserkenntnis … nicht mit gewöhnlicher Erkenntnis in Widerspruch geraten“[29]. Mit Hilfe der analogia entis, der Lehre von einer Entsprechung zwischen geschaffenem Sein und Sein Gottes, kann Offenbarungserkenntnis ausgedrückt werden.

IV.5. Zusammenfassung

Paul Tillich hat in diesem Teil seinen Begriff der Offenbarung dargelegt, indem er nach einer methodischen Vorbemerkung vier Fragen beantwortet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es bleiben zwar keine Fragen offen, aber Tillichs Antworten stellen neue Fragen:

(1) Jede Erkenntnis mußan der Wahrheit überprüft werden. Nach welchen Kriterien kann man die Wahrhaftigkeit der Offenbarungserkenntnis beurteilen? Was beinhaltet Offenbarungserkenntnis?

(2) Tillich unterscheidet zwischen originaler (Jesus als der Christus) und abhängiger Offenbarung (Kirchengeschichte). Welche Beziehung besteht zu vor- und außerchristlichen Offenbarungen? Welche Funktion haben diese?

(3) Was bewirkt Offenbarung?

V. Tillichs Verständnis von aktueller Offenbarung

V.1. Das Offenbarungskriterium in aktueller und letztgültiger Offenbarung

V.1.1. Das Kriterium

Die aktuelle Offenbarung ist immer zugleich auch letztgültige Offenbarung , da „der Mensch, der durch eine Offenbarungserfahrung ergriffen ist, glaubt, daßsie die letzte Wahrheit über das Mysterium des Seins und seine Beziehung zu ihm enthält“[30]. Letztgültig ist eine Offenbarung dann, wenn sie die „entscheidende, erfüllende, unüberholbare Offenbarung“ bedeutet, wenn sie „das Kriterium aller anderen Offenbarungen ist“ und deshalb „auch normgebende Offenbarung genannt werden kann“[31]. Dies, so der Anspruch des Christentums, kann von der letzten originalen Offenbarung in Jesus dem Christus gesagt werden.

Das Kriterium , das diesen Anspruch rechtfertigen soll, wird „abgeleitet von dem, was das Christentum als letztgültige Offenbarung ansieht, der Erscheinung Jesu als des Christus“[32]. Das Kriterium lautet: „Eine Offenbarung ist letztgültig und normgebend, wenn sie die Macht hat, sich selbst zu verneinen, ohne sich selbst zu verlieren.“[33] Das heißt, die Offenbarung mußdurch ein Medium übermittelt werden, das sich selbst und seine Endlichkeit aufgibt , indem es beides opfert. Bedingung für die völlige Selbstaufgabe ist, daßdas Medium sich völlig besitzt, was nur möglich ist, wenn es ohne Entfremdung und Entstellung mit dem Seinsgrund verbunden ist. Die Folge der Aufgabe der Endlichkeit ist Unendlichkeit, oder Universalität, was zu dem Anspruch der absoluten Norm berechtigt.

In diesem Abschnitt hat Tillich das Kriterium der letztgültigen Offenbarung als abstraktes Prinzip entwickelt. Der Ansatz bei der kritischen Phänomenologie wurde dabei besonders deutlich: nicht irgendein Beispiel von Offenbarung ist Grundlage für das Kriterium der letztgültigen Offenbarung, sondern die Offenbarung in Jesus als dem Christus. Dieses wählte Tillich bewußt aus dem theologischen Zirkel.

Im folgenden Abschnitt stellt er die letztgültige Offenbarung als konkretes Bild dar, indem das Kriterium der letztgültigen Offenbarung, nämlich daß„sie die Macht hat, sich selbst zu verneinen, ohne sich selbst zu verlieren“[34], an Jesus als dem Christus nachgewiesen wird.

V.1.2. Das Kriterium als konkreter Offenbarungsinhalt der letztgültigen Offenbarung

Jesus von Nazareth verneint sich völlig, indem er sich und seine Endlichkeit selbst opfert. Diese Paradoxie wurde im Kreuzesgeschehen manifest. Bedingung für die völlige Selbstaufgabe war die Verbindung mit dem Seinsgrund. DaßJesus während und am Ende seines Lebens das Kreuz auf sich nahm, daßer nicht sich anbeten ließund so zum Götzen machte, sondern transparent blieb für Gott, ist für Tillich der entscheidende Beweis für die Einheit Jesu mit Gott. Weil also Jesus von Nazareth sich selbst verneint, und „die Gegenwart Gottes in ihm … ihn zum Christus macht“[35], ist Jesus von Nazareth das Medium der letztgültigen Offenbarung . „Die ständige Selbstpreisgabe des Jesus, der Jesus ist“, der endlich ist, „an den Jesus, der Christus ist“[36], der universal ist, befreit uns „von der Autorität alles Endlichen in ihm, von seiner besonderen Tradition, von seiner persönlichen Frömmigkeit, von seiner vielfach bedingten Weltanschauung, von jedem gesetzlichen Verständnis seiner Ethik“[37]. Universal gültig ist die letztgültige Offenbarung in Jesus als dem Christus deswegen, „weil sie das Kriterium jeder Offenbarung enthält“[38], sich also in Korrelation von Ekstase und Wunder ereignet, und das innere Ziel aller Offenbarungen ist. Das Wunder der letztgültigen Offenbarung ist Jesus als der Christus, die Ekstase der Akt seiner Aufnahme durch die Jünger. Jesu „Erscheinen ist der ekstatische Augenblick der menschlichen Geschichte und deshalb ihre Mitte, die aller … Geschichte den Sinn gibt“[39]. Damit ist die letztgültige Offenbarung normgebend, das heißt: „Kriterium jeder vorangegangenen und jeder folgenden Offenbarung“[40].

Der Inhalt einer jeden Offenbarung mußalso die Erkenntnis sein: Jesus ist der Christus. Diese Konsequenz aus der Erkenntnis, daßdie Offenbarung in Jesus dem Christus normgebend ist, läßt gleich die Frage nach vor- und außerchristlichen Offenbarungen wieder auftauchen, die Tillich im folgenden Kapitel beantwortet.

V.2. Vor- und außerchristliche Offenbarung - Teil der Offenbarungsgeschichte

Damit das Ereignis der letztgültigen Offenbarung möglich war, mußte es einerseits erwartet werden, das heißt, frühere Offenbarungen mußten ihr vorausgehen; andererseits jedoch mußte und mußdie letztgültige Offenbarung als solche aufgenommen werden, da sie ansonsten ihren letztgültigen und normgebenden Charakter verlieren würde. Diese beiden Phasen, die Phase der Vorbereitung und der Aufnahme , sind Bestandteil der Offenba­rungsgeschichte. Offenbarungsgeschichte ist nicht die Geschichte aller Offenbarungen; die gibt es nicht, da Offenbarung existentiell ist und eine Geschichte aller Offenbarungen nur eine Geschichte „der historischen Berichte über alle Offenbarungen, die jemals stattgefunden haben, sein“[41] könnte. Offenbarungsgeschichte ist vielmehr „Geschichte, die im Lichte der letztgültigen Offenbarung gedeutet ist“[42]. Das heißt: Zentrum, Ziel und Ursprung eines jeden Offenbarungserlebnisses ist die letztgültige Offenbarung.

Die Phasen der Vorbereitung und der Aufnahme sind durch das Ereignis der letztgültigen Offenbarung voneinander getrennt. Die Offenbarung der Vorbereitungs­periode ist universal. Sie beinhaltet also „diejenigen konkreten Offenbarungen, die in der Menschheitsgeschichte zu allen Zeiten vorkommen und unter dem Urteil der letztgültigen Offenbarung stehen“[43]. Somit gehören alle vor- und außerchristlichen Offenbarungen, deren Zentrum, Ziel und Ursprung die letztgültige Offenbarung ist, zur Periode der Vorbereitung. Die Vorbereitungsphase schuf die Symbole, die religiösen Erfahrungen und die biblische Terminologie, wodurch die letztgültige Offenbarung überhaupt erst möglich wurde. Sie schuf damit die Frage nach der letztgültigen Offenbarung. Diese wird dreifach vorbereitet: durch Bewahrung, Kritik und Erwartung .

Die Priester verwalteten und bewahrten die aus Offenbarungsträgern hervorgegangenen Sakramente. Die mystische Kritik wachte darüber, daßdie Sakramente nicht zu Götzen gemacht wurden, indem sie versuchte, die Seele ohne Medium mit dem Seinsgrund in Verbindung zu setzen. Die rationale Kritik drückt sich -obwohl Vernunft nicht offenbarungsmächtig ist- in kulturellen Schöpfungen konstruktiv oder kritisch aus, da solche Vernunftschöpfungen Offenbarungsereignisse voraussetzen. Der Prophetismus kritisiert konkret ein vorhandenes sakramentales oder priesterliches System, indem er dieses dem Urteil des göttlichen Gesetzes unterwirft. Er versucht so, die Wirklichkeit zu ändern und verspricht Erfüllung in Zukunft. Dies hat eine Erwartung shaltung, die dritte Form der Vorbereitung, zur Folge.

Die Periode der Aufnahme vollzieht sich in der Kirchengeschichte . „Religionen und Kulturen außerhalb der Kirche [sind] noch in der Vorbereitungsphase.“[44] Aber auch die Kirche steht in der Gefahr, in die Vorbereitungsstufe zurückzufallen, da ihr Menschen und Gruppen angehören, die noch auf der Vorbereitungsstufe stehen. Trotzdem wurzelt sie in der letztgültigen Offenbarung und trägt ihr Zeugnis weiter. Dieser ständige Akt der Aufnahme ist selbst ein Offenbarungsprozeß, der bis zum Ende der Geschichte dauert.

Doch was bewirkt die Offenbarung -nicht nur, aber auch- am Ende der Geschichte?

V.3. Die Wirkung der Offenbarung: Erlösung

Offenbarung und Erlösung sind identisch , da Offenbarung nur im Gegenwärtigsein der Erlösung aufgenommen und Erlösung nur in Offenbarungskorrelation erfahren werden kann. An dieser Stelle verläßt Tillich den Weg der logischen Argumentation. Er stützt seine These, indem er vier Bedingungen, unter denen diese als falsch angesehen werden kann, widerlegt.

(1) Die erste Bedingung ist, daßman Offenbarung für einen Wahrheitsschatz hält, den man übernehmen und der Heilsfolgen haben kann oder nicht. Tillichs Kritik ist, daßOffenbarung dann ein Intellekts- oder Willensakt wäre. (2) Andererseits könnte man seine These leugnen, wenn man Offenbarung als Information über göttliche Dinge ansieht. Allerdings vollzöge sie sich dann ohne Ekstase und Wunder. (3) Ein dritter Einspruch regt sich, wenn Offenbarung als Verdammung empfunden wird, weil keine Erlösung erfahren wird. Nach Luther ist jedoch das Gefühl des Verworfenseins der erste und entscheidende Schritt zur Erlösung. (4) Ein letzer Einwurf gegen die Identität von Offenbarung und Erlösung ist, daßErlösung als letzte Erfüllung jenseits von Zeit und Geschichte angesehen wird. Tillich entgegnet jedoch, daßHeilung oder Erlösung immer konkret geschieht, sich also in Zeit und Geschichte ereignet.

Allerdings räumt Tillich ein, daßOffenbarung und Erlösung in Zeit und Geschichte immer zweideutig sind. „Deshalb weist die christliche Botschaft auf eine letzte Erlösung hin, die unverlierbar ist, weil sie Wiedervereinigung mit dem Seinsgrund ist.“[45] Diese letzte Erlösung ist mit der letzten Offenbarung, dem „Schauen Gottes“ identisch. Das Symbol der letzten Offenbarung und der letzten Erlösung ist: Gott ist alles in allem, da sein Reich das Universum umfaßt und jedes Ding transparent für den Seinsgrund ist.

V.4. Zusammenfassung

Tillichs Verständnis von aktueller Offenbarung möchte ich in folgender Tabelle zusammenfassen, die sich an die Übersicht zu Tillichs Offenbarungsbegriff[46] anschließt. Die Probleme bzw. Fragen der aktuellen Offenbarung ergaben sich aus Tillichs Überlegungen zum Begriff „Offenbarung“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten47

VI. Traditionsbezug

VI.1. Biblischer Bezug

Paul Tillich verweist in seiner Systematischen Theologie Band 1 insgesamt 24 mal auf die Bibel, davon allein zehn mal in den 40 Seiten, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Da ein Vers doppelt zitiert wird, weist Tillich in unserem Text auf neun Bibelstellen hin, von denen nur eine aus dem Alten Testament stammt. Im ersten Teil, seinen Gedanken über den Offenbarungsbegriff, zitiert Tillich zwei mal die Bibel.

(1) Jes 65: „Weh mir, ich [Jesaja - R. L.] vergehe! … Denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen.“[48]

Mit dieser Bibelstelle belegt Tillich seine These, daßzu jeder Offenbarung die Bedrohung durch das Nichtsein, die Erfahrung des ontologischen Schocks gehört.[49]

(2) Hebr 138: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“

Diese Aussage ist die Grundlage Tillichs Argumentation bezüglich des Verhältnisses von originaler und abhängiger Offenbarung. Alle Offenbarung der Kirchengeschichte ist von der originalen Offenbarung in Jesus dem Christus abhängig. Da diese bis in Ewigkeit unveränderlich ist, vollzieht sich auch abhängige Offenbarung bis an das Ende der Geschichte.[50]

Den weitaus größeren Teil Bibelzitate finden wir im zweiten Teil. Mit ihnen untermauert Tillich seine Argumentation zur aktuellen Offenbarung.

(3) Joh 114: „voller Gnade und Wahrheit“

(4) Joh 1030: „Ich und der Vater sind eins.“

(5) Joh 1244: „Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“

(6) 2. Kor 317f: „ Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. / Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.“

(7) 2. Kor 516: „Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr.“

(8) Mk 829: „Du bist der Christus!“

Mit diesen sechs Bibelworten stützt Tillich seine Lehre von der letztgültigen Offenbarung in Jesus dem Christus.[51] Sie belegen, daßJesus als der Christus das Kriterium jeder Offenbarung ist, da sein Kreuzestod vom Gesetz… befreit (3), Jesus sich völlig an den Jesus, der Christus ist aufgibt (4-7) und Jesus als Christus aufgenommen wurde (8).[52]

Sein System von der Offenbarungsgeschichte entwickelt Tillich ohne Bibelverweise. An einer Stelle zitiert er

(9) Lk 137: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich“, um dem falschen Verständnis dieses Verses bei orthodoxen Theologen zu widersprechen. Im Gegensatz zu diesen behauptet Tillich, daßGott, wenn er sich dem Menschen offenbaren will, in menschlichen Strukturen handeln muß, daßdie letztgültige Offenbarung durch Symbole, Terminologie… vorbereitet werden mußte, damit der Mensch sie aufnehmen konnte. Verhielte Gott sich anders, wäre er ein „Dämon“.[53]

Die nochmalige Erwähnung von Mk 829 (8) ist gänzlich ohne Belang für die Argumentation und mußdeshalb nicht erörtert werden.

Die wenigen Bibelworte fallen aufgrund ihrer sparsamen Verwendung besonders auf und regen den Leser an, sich Gedanken darüber zu machen, weshalb Tillich hier ein Zitat notwendig scheint. Außer auf konkrete Bibelstellen verweist Tillich an mehreren Stellen auch noch allgemein auf biblische Schriften und Geschichten.[54] Damit hält er sich nicht an einzelnen Bibelworten fest, sondern rückt das Gesamtzeugnis der Bibel immer wieder in das Blickfeld des Lesers.

DaßTillich die Lehre von der letztgültigen Offenbarung mit sechs Bibelworten (3-8) untermauert, hat gute Gründe. Sie ist das Fundament seines Denkgebäudes. Wenn Jesus als der Christus nicht die letztgültige, normgebende Offenbarung wäre, dann könnte Tillich nicht zu diesen Aussagen über originale und abhängige Offenbarung, Offenbarungsgeschichte und Erlösung kommen, dann würde letztlich seine gesamte Offenbarungslehre zusammenfallen. Einen Grund für die relativ geringe Anzahl biblischer Bezüge sehe ich in Tillichs Position auf der Grenze: Solange er als Philosoph argumentiert, sind Bibelzitate unangebracht.

In Tillichs Offenbarungsbegriff finde ich viele Übereinstimmungen mit dem des Alten Testamentes. Das fängt schon bei der Definition an: „Offenbarung als Kundgabe eines Verborgenen“ - so beginnt W. Eichrodt seinen Artikel über Offenbarung im Alten Testament[55]. Auch die Betroffenheit, die sich in der Ekstase ausdrückt, ist Bestandteil der alttestamentlichen Offenbarungsvorstellungen.[56] Ebenso wie das Alte Testament nennt Tillich Natur, Personen, Gruppen, Geschichte und Wort als Offenbarungsmedien, wobei „unter allen Offenbarungsmitteln das Wort beherrschende Bedeutung“[57] hat und sich jede Offenbarung in der Geschichte ereignet.

Aus neutestamentlicher Sicht ist Tillichs Offenbarungslehre am meisten durch die johannäische logos- Christologie geprägt, die Grundlage der Lehre der letztgültigen Offenbarung ist. Tillichs Gedanken von der letzten und der universalen Offenbarung sind durch die deuteropaulinischen Schriften beeinflußt, die dem Christusgeschehen universale Bedeutung zumessen. Seine Vorstellung von den Offenbarungsmedien findet sich ähnlich auch bei Paulus , der in den Schöpfungswerken Offenbarung sieht und Tillichs Wunder­Definition ist aus den Synoptikern abgeleitet.

Man kann also abschließend sagen, daßTillich die gesamte Bibel in sein Offenbarungssystem einbezieht und einen Bogen vom Alten Testament bis zur johannäischen logos -Christologie spannt.

VI.2. Theologie- und philosophiegeschichtliche Bezüge

Tillichs Dasein auf der Grenze läßt ihn vielfältige theologische und philosophische Ansichten einbeziehen, die er in seiner Schrift „Auf der Grenze“ darlegt.[58] Obwohl der Philosoph Tillich sich gegen den Idealismus aussprach, „hat die dialektische Methode der idealistischen Philosophie bei Tillichs Konzeption des Nichtseins Pate gestanden“[59]. Dieses ontologische Modell bildet das Fundament seiner Systematik. Der Idealismus in Tillichs Denken ist auf den EinflußSchellings zurückzuführen, den er in seiner Jugend studierte und von dem er verschiedene Begriffe übernahm - den des Absoluten oder Unbedingten beispielsweise, der uns schon in der Definition von Offenbarung als Manifestation dessen, was uns unbedingt angeht, begegnete. Tillich selbst sah sich lieber als Existenzphilosoph[60].

Die Ontologie ist das Fundament Tillichs Theologie. Die Unterscheidung zwischen Sein und Nichtsein bestimmt Tillichs Analyse der Situation (ontologischer Schock) und sein Gottesbild (Grund- und Abgrundcharakter des Seinsgeheimnisses). Das ontologische Modell, das seitdem Grundlage allen philosophischen Denkens ist, wurde von dem griechischen Philosophen Parmenides entwickelt, auf den Tillich auch im Text verweist.[61]

Eine andere Tradition, die Tillich aufgreift, ist die Mystik . Das Wort „Mystik“ ist vom gleichen Begriff wie „Mysterium“ abgeleitet, dem griechischen mýein.[62] Sie ist als „mystische Kritik“ außerdem Teil der vorbereitenden Offenbarungsgeschichte.[63]

Gegen Mystiker, Idealisten und Spiritualisten vertritt Tillich den Standpunkt, daßdas „innere Wort“ nicht offenbarungsmächtig ist, da es „das Gewahrwerden dessen, was schon gegenwärtig ist“[64], bedeutet und deshalb lediglich „Erinnerung“ ist, nicht die Offenbarung etwas fremden, etwas wesensmäßig Verborgenen.

Wie dieser Überblick über die wichtigsten Traditionen, die für das Verständnis Tillichs wesentlich sind, zeigt, verarbeitet Tillich unterschiedliche philosophische und theologische Modelle. Mir ist dabei aufgefallen, daßer kein einziges unbedacht übernimmt, sondern sich aus vielen -oft gegensätzlichen- Positionen die guten Ansätze und Ideen zu eigen macht und daraus etwas neues baut. Daßdies möglich ist, ohne am Ende eine Gerümpelkammer voller guter Ideen, Modelle und Methoden zu haben, liegt an seiner Korrelationsmethode, die verschiedene Methoden und Ideen miteinander verbindet und zu einem dynamischen Ganzen zusammenfügt.

VII. Situationsbezug

Die Vielfalt theologischer und philosophischer Systeme, die Tillichs Korrelationsmethode miteinander vereint, und seine Emigration nach Amerika unter Nazideutschland, lassen wenig Polemik in Tillichs Schrift zu. Eine Entwicklung theologischer Systeme ist eher ein europäisches (vielleicht besonders deutsches) Phänomen. Tillich kam durch die große geographische Entfernung selten in die Lage des Angreifers oder Verteidigers. Seine entgegengesetzte Position zur „kerygmatischen Theologie“ Karl Barths bringt er dennoch deutlich zum Ausdruck.[65]

So wehrt er sich gegen die Methoden der protestantischen Neo-Orthodoxie, der humanistischen Theologie und der katholischen Scholastik. Die Neo-Orthodoxie betrachtet die christliche Botschaft als eine Summe von Wahrheiten, die von oben her offenbart wurden (Supranaturalismus). Die humanistische Theologie will ihre Antworten aus dem natürlichen Zustand des Menschen erheben (Naturalismus). Und die katholische Scholastik versucht, eine natürliche Theologie als Substruktur zu konstruieren, um auf dieser eine übernatürliche Theologie zu errichten (Dualismus). Gegen diese drei Modelle entwickelt Tillich seine Korrelationsmethode. Die natürliche Theologie wird zur Existenzanalyse und die übernatürliche Theologie zum Antwortenkomplex auf die Fragen, die in der Existenz liegen.[66] Die Art, auf Fragen, die die Situation stellt zu antworten, nennt Tillich „apologetische Theologie“ , das heißt: antwortende Theologie. Diese vertritt er im Gegensatz zur „kerygmatischen Theologie“Karl Barths , die behauptet, aber nicht antwortet und dadurch keine Problemlösungen aufzeigt.[67] Aber Tillich sieht auch, daßElemente der kerygmatischen Theologie , die die Botschaft betont und auf die Diastase zwischen Welt und Gott hinweist, notwendig sind, damit die apologetische Theologie vor einer unerlaubten Synthese zwischen Gott und Welt bewahrt bleibt. Seine Korrelationsmethode vereint beides[68]: liberale („apologetische“) und dialektische („kerygmatische“) Theologie, indem Tillich von der ersteren die wissenschaftliche Methodik (Situation-Antwort) und von der letzteren den paradoxen Grundcharakter der dogmatischen Aussage übernimmt. Dieses Modell des Dritten Weges ist Folge Tillichs Erlebnisse im Ersten Weltkrieg. Er brach mit der liberalen Theologie und der idealistischen Philosophie im Trommelfeuer von Verdun. Durch diese Begegnung mit dem Nichtsein trat an Stelle des idealistischen Strebens eine Existenz in Verzweiflung und das Gefühl der permanenten Krise.

Seitdem rechnete sich Tillich zu den Vertretern der Existentialphilosophie, die neben anderen Edmund Husserl heraufführte, von dem Tillich die Methode der Phänomenologie , die Tillich zur kritischen Phänomenologie umarbeitete, übernahm. Husserl verwirklichte auch als erster das methodische Prinzip der korrelativen Betrachtungsweise.

Als Existenzphilosoph war Tillichs Anliegen in all seinen Schriften, zwischen der gegenwärtigen Kultur und dem geschichtlichen Christentum zu vermitteln, zu zeigen, daßder Glaube für die heutige Kultur annehmbar und die aktuelle Situation vom Standort des Glaubens nicht abzulehnen ist. Diese beiden Pole: Kultur und Religion beschreiben allgemein, was die Korrelationsmethode konkret Existenz und Botschaft, Situation und Antwort nennt. In dem Entwurf einer Kulturtheologie zeigen sich wohl die größten Gemeinsamkeiten zwischen Tillich und Ernst Troeltsch [69]. So haben sie beide das Ziel einer schaffenden Kultursynthese, da eine Kultur ohne die Dimension der Erfahrung des Unendlichen im Endlichen (= Religion) leer, schöpferisch gehaltlos würde. Weiterhin verbanden sowohl Tillich als auch Troeltsch ihre Kulturanalyse mit Kulturkritik. So zogen sie eine der „am meisten geschätzten Annahmen des ,modernen’ Menschen in Zweifel, … daßmenschliche Autonomie aus sich selbst Glaubensüberzeugung und Werte schaffen kann“[70]. Zu viele religiöse und säkulare Ideologien hat der autonome Mensch erprobt. Den Boden der Tradition hat er dabei mehr und mehr verloren. Der Mensch in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist der Mensch der Krise, urteilen Tillich und Troeltsch. DaßTillich demgegenüber das Werk Troeltschs auch als eine negative Voraussetzung für jeden zukünftigen Aufbau darstellt, ist durch Tillichs Grenzsituation bedingt, die ihn teils von der Seite Kierkegaard-Barth, teils von der Seite Schleiermacher-Troeltsch aus urteilen läßt.

VIII. Nachwort

Am Ende dieser Arbeit soll nun der Versuch einer Beurteilung von Tillichs Offenbarungsverständnis stehen. Ein Versuch wird es deshalb bleiben, da im Zentrum dieser Arbeit nur ein Ausschnitt aus Tillichs Offenbarungslehre stand, und auch die Einbindung dieser in das Gesamtwerk der „Systematischen Theologie“ nur ansatzweise Thema dieses schriftlichen Referates war.

Im Vergleich zu den im Seminar behandelten Theologen Barth, Althaus und Pannenberg unterscheidet sich Tillichs Darstellung von diesen wohl am auffallendsten durch seine philosophische Begrifflichkeit , was auch eine Folge der Korrelationsmethode ist. DaßTillich versucht, für die christliche Botschaft neue Ausdrücke zu finden, die nicht nur in der christlichen Tradition bekannt sind, halte ich für das wesentlichste an Tillich. Zu fragen ist allerdings, ob dieser Umgang mit der biblischen Botschaft und der christlichen Tradition sachgerecht ist. Tillich begründet sein Vorgehen damit, daßer für leer gewordene Worthülsen neue, unbelastete Begriffe einbringen möchte, um Christen wie Nichtchristen den Inhalt des Glaubens mitzuteilen. Dadurch werden Tillichs Schriften einerseits einem breiteren Leserkreis verständlich, andererseits regt es Christen an, neu über ihren Glauben nachzudenken und traditionelle Vokabeln bewußter zu gebrauchen. Problematisch finde ich, daßGott als Sein oder Unbedingtes, als neutrisches Wesen, viele menschliche Attribute, die besonders das Gottesbild im Alten Testament bestimmen, einbüßt.

Im Zusammenhang mit diesem philosophischen Gottesbild steht auch Barths Kritik, daßGott als Grund des Seins, in dem alles Leben wurzelt, zu sehr in die Welt gezogen werde, die Diastase zwischen Welt und Gott aufgehoben sei. Damit verbunden wäre dann auch der Vorwurf an die Korrelationsmethode , das Frage-Antwort-Spiel stelle ein Schau spiel dar. Ein Schauspiel dahingehend, daßdie gestellten Fragen der Situation schon mit Blick auf die Antwort formuliert sind. Tillich schreibt selbst: „Gott antwortet auf die Fragen des Menschen, und unter dem Eindruck von Gottes Antworten stellt der Mensch seine Fragen.“[71] Die Anfrage an die Korrelationsmethode scheint mir einleuchtend zu sein, obwohl ich sie anhand meines kurzen Ausschnittes nicht belegen kann. Dem Vorwurf der Mißachtung der Diastase mußich widersprechen. Zwar ist die räumliche Trennung zwischen Gott und Welt nur bedingt gegeben, aber die wesensmäßige Unterscheidung zwischen Mysterium und Mensch ist unübersehbar.

Insgesamt halte ich Tillichs Werk für einen wesentlichen, lesenswerten, anregenden Beitrag zur Theologie, dessen Nachteile ich in Tillichs gesichtslosem Gottesbild sehe, dessen großes Plus seine Originalität, seine Weltoffenheit und seine Weltbezogenheit sind.

IX. Literaturverzeichnis und Abkürzungen

Albrecht, Renate: Schüßler, Werner: Schlüssel zum Werk von Paul Tillich: Textgeschichte und Bibliographie sowie Register zu den Gesammelten Werken. - 2., neubearbeitete und erweiterte Aufl. - Berlin, New York: de Gruyter, 1990 (Gesammelte Werke, Bd. XIV). [Gesammelte Werke, Bd. XIV]

Clayton, John: Paul Tillich - ein „verjüngter Troeltsch“ oder noch „ein Apfel vom Baume Kierkegaards“? in: Umstrittene Moderne: die Zukunft der Neuzeit im Urteil der Epoche Ernst Troeltschs / hrsg. Von H. Renz und F. W. Graf. - 1. Aufl. - Gütersloh, 1987 (Troeltsch-Studien, Bd. 4). [Troeltsch-Studien, Bd. 4]

Eichrodt, W.: Art.: Offenbarung II. im AT. In: RGG[3], Bd. IV, Sp. 1599-1601.

Gibellini, Rosino: Handbuch der Theologie im 20. Jahrhundert. - 1. Aufl. - Regensburg: Pustet, 1995. [Handbuch der Theologie]

Henel, Ingeborg C.: Philosophie und Theologie im Werk Paul Tillichs. - 1. Aufl. - Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1981.

Preuß, Horst D.: Art.: Offenbarung II. Altes Testament. In: TRE, Bd. XXV, S.117-127.

Stuttgarter Erklärungsbibel: Die Heilige Schrift nach der Übersetzung Martin Luthers: Mit Einführungen und Erklärungen. - 2. Aufl. - Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 1992.

Tillich, Paul: Auf der Grenze: Aus dem Lebenswerk Paul Tillichs. - 1. Aufl. - Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk GmbH, 1962.

Tillich, Paul: Die Frage nach dem Unbedingten: Schriften zur Religionsphilosophie. / hrsg. von Renate Albrecht. - 1. Aufl. - Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1964 (Gesammelte Werke; Bd. V). [Gesammelte Werke, Bd. V]

Tillich, Paul: Offenbarung und Glaube: Schriften zur Theologie II. / hrsg. von Renate Albrecht. - 1. Aufl. - Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1970 (Gesammelte Werke; Bd. VIII). [Gesammelte Werke, Bd. VIII]

Tillich, Paul: Systematische Theologie, Bde. 1. - 3., vom Verfasser überarbeitete Aufl. - Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1956-1966. [Systematische Theologie, Bd.1-3]

Winkler, Ulrich: Vom Umgang mit Denkformen in der Theologie: Ein Vergleich zwischen der Kirchlichen Dogmatik Karl Barths und der Systematische Theologie Paul Tillichs. - 1. Aufl. - Bonn, 1988.

Zahrndt, Heinz: Die Sache mit Gott: Die protestantische Theologie im 20. Jahrhundert. - 1. Aufl. - München: R. Piper & Co. Verlag: München, 1966.

Abkürzungen nach:

Schwertner, Siegfried M.: Theologische Realenzyklopädie: Abkürzungsverzeichnis: zusammengestellt von. - 2., überarbeitete und erweiterte Aufl. - Berlin, New York: de Gruyter, 1994.

[...]


[1] Vgl. Gesammelte Werke, Bd. XIV, S. 97.

[2] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 76.

[3] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 113. Vgl. auch dort.

[4] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 184.

[5] Paul Tillich: Auf der Grenze, S. 13.

[6] Gesammelte Werke, Bd. V, S. 110.

[7] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 29.

[8] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 15.

[9] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 14.

[10] Ingeborg C. Henel: Philosophie und Theologie, S. 14.

[11] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 130.

[12] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 130.

[13] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 131.

[14] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 132.

[15] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 133/134.

[16] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 134.

[17] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 134.

[18] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 135.

[19] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 137.

[20] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 139.

[21] Gesammelte Werke, Bd. VIII, S. 35.

[22] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 145.

[23] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 146.

[24] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 150.

[25] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 149.

[26] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 152.

[27] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 152.

[28] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 157.

[29] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 156.

[30] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 158.

[31] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 159.

[32] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 161.

[33] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 159.

[34] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 159.

[35] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 162.

[36] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 161.

[37] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 160.

[38] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 163.

[39] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 163.

[40] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 164.

[41] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 165.

[42] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 165.

[43] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 166.

[44] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 171.

[45] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 174.

[46] Siehe oben IV. 5. Zusammenfassung, S. 7.

[47] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 165.

[48] Da Tillich einerseits ohne Angabe der Bibelstelle Versteile zitiert und andererseits nur die Verszahl angibt bzw. ganz allgemein auf einen Vers verweist, gebe ich alle Bibelstellen nach der Stuttgarter Erklärungsbibel wieder. Kursivgedruckte Verse sind keine Hervorhebungen von mir, sondern original.

[49] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 133.

[50] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 152-154.

[51] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 158-164.

[52] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 160-163.

[53] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 168.

[54] z. B.: synoptische Evangelien - S. 147; Briefe - S. 162; Geschichten Moses und Jesajas - S. 172; … alle Seitenangaben: Systematische Theologie, Bd. 1.

[55] W. Eichrodt: Offenbarung II im AT: RGG3, Bd. IV, Sp. 1599.

[56] Vgl. Horst Dietrich Preuss: Offenbarung II. Altes Testament. In: TRE, Bd. XXV, S.127.

[57] W. Eichrodt: Offenbarung II im AT. In: RGG3, Bd. IV, Sp. 1601.

[58] Paul Tillich: Auf der Grenze, S. 35-43.

[59] Ingeborg C. Henel: Philosophie und Theologie, S. 18.

[60] Vgl. Paul Tillich: Auf der Grenze, S. 41f.

[61] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 133.

[62] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 132.

[63] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 167f. Vgl. auch dort.

[64] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 151.

[65] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 11f. und S.166.

[66] Vgl. Rosino Gibellini: Handbuch der Theologie, S.89.

[67] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 12.

[68] Vgl. Systematische Theologie, Bd. 1, S. 12-15.

[69] Vgl. dazu Troeltsch-Studien, Bd. 4, S. 271-277.

[70] Troeltsch-Studien, Bd. 4, S. 275.

[71] Systematische Theologie, Bd. 1, S. 75.

Details

Seiten
24
Jahr
1996
ISBN (Buch)
9783656590019
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10198
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Theologische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Tillich Paul Offenbarung Korrelation Theologie Korrelationsmethode Offenbarungsverständnis

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Titel: Darstellung des Offenbarungsverständnisses Paul Tillichs