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Was sind Drogen?

Hausarbeit 1998 28 Seiten

Medizin - Neurologie, Psychiatrie, Süchte

Leseprobe

Was ist eine Droge

Das Wort Droge hat in der deutschen Sprache einen gewaltigen Bedeutungswandel erfahren. Ursprünglich bezeichnete der Begriff die Beschaffenheit des trockenen Holzes, in dem Spezereien aufbewahrt und transportiert wurden. Später bedeutete das Wort nicht nur die Verpackung, sondern auch die Inhalte (wobei diese vor allem pflanzlicher Natur waren), aus denen in Apotheken Medikamente hergestellt wurden. Erst verhältnismässig spät wurde der Begriff im Deutschen umgangssprachlich auf andere Substanzenübertragen.

Im heutigen Verständnis umfassen Drogen alle Stoffe mit psychoaktiver Wirkung, dieüber das zentrale Nervensystem das subjektive Befinden der konsumierenden Person beeinflussen. Es sind Mittel, welche die Stimmung, die Gefühle oder die Wahrnehmungen der Menschen verändern.

Der Begriff Drogen bezieht demnach sowohl die Genussmittel Tabak und Alkohol, schmerzlindernde Medikamente, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schnüffelstoffe als auch die verschiedenen illegalen Drogen (Cannabis, Opiumderivate und Kokain usw.) mit ein. (In unserer Arbeit werden Nikotin und Alkohol ausgeschlossen)

Gesetzliche Regelungen bestimmen, ob der Konsum einer bestimmten Substanz als legal oder als illegal anzusehen ist. In der Umgangssprache werden mit Drogen meist nur die illegalen Substanzen gemeint.

Führt Drogenkonsum immer zu Abhängigkeit?

Natürlich werden nicht alle Drogengebraucherinnen und -gebraucher abhängig. Dabei kommt es einerseits auf die konsumierten Substanzen an, deren Gefährlichkeit und Abhängigkeitspotential unterschiedlich sind. Durch Wiederholung des Konsums kann sich unbemerkt eine psychische und/oder körperliche Abhängigkeit einstellen.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die Situation, in der Drogen konsumiert werden, sowie das Motiv des Drogengebrauchs und die Persönlichkeit. Wenn Drogen als Ausweichmöglichkeit vor Konflikten und Schwierigkeiten eingesetzt werden, wenn Drogen konsumiert werden, um der Persönlichkeit Halt zu geben und die Identität zu finden, dann dürfte die Sucht näher rücken. Mit der Einnahme von Drogen verschließt sich der Mensch der Außenwelt, die Drogen werden zur inneren Ersatzbefriedigung und Ersatzheimat. Auch wenn Drogen künstliche Höhenflüge bewirken können, schaffen sie keine Probleme aus der Welt.

Abhängigkeitsgefährdet ist jede Person, die zur Bewältigung ihres Lebens häufig auf Drogenkonsum zurückgreift und andere Lösungsmöglichkeiten vernachlässigt oder nie gelernt hat.

Einmal süchtig - immer süchtig ?

Schlagzeilen und Bilder in den Medien erwecken oft den Eindruck, dass einmal süchtig immer süchtig heisst und dass Abhängige von harten Drogen an ihrer Sucht sterben werden. Doch heute ist bekannt und erwiesen, dass viele Süchtige nach einer gewissen Zeit den Ausstieg aus ihrer Sucht schaffen.

Drogenabhängigkeit stellt oft eine Lebensphase dar, die nach mehreren Jahren Überwunden werden kann. Der Weg aus der Sucht ist aber hart: Drogenabhängige brauchen meist mehrere Entwöhnungsversuche, um mit dem Gewohnheitskonsum von Drogen aufzuhören. Neben der eigenen Bereitschaft zur Abstinenz sind Drogenabhängige häufig auf die Hilfe anderer Menschen (nicht nur Fachleuten) angewiesen, um ihr Leben suchtfrei gestalten zu lernen. Sie brauchen dabei die Unterstützung ihres Umfeldes - Familie, Freundeskreis und Arbeitsplatz. Dies gilt für Abhängige aller Suchtmittelarten.

Warum werden Drogen konsumiert?

Einige Gründe, weshalb Drogen konsumiert werden:

- um Rausch - eine andere Dimension des Lebens - zu erfahren,
- um eine religiöse/spirituelle Erfahrung zu machen,
- um Gemeinschaftsgefühl, Zugehörigkeit und Anerkennung in der Gruppe zu erfahren,
- um die Wahrnehmung zu erweitern,
- um Gefühle intensiver zu erleben,
- um Lust zu befriedigen,
- um die eigene Identität zu bereichern,
- um Entspannung und Beruhigung zu empfinden,
- um sich selbst zu spüren,
- um die Stimmung zu verbessern,
- um Geborgenheit und Wärme zu bekommen,
- um das Selbstbild aufzuwerten,
- um die Wirklichkeit erträglicher zu machen,
- um die innere Leere zuzuschütten,
- um die Langeweile zuüberbrücken,
- um vor den Widerwärtigkeiten des Lebens zu flüchten,
- um die Ängste zu verdrängen usw.

Die verschiedenen Motive des Drogengebrauchs lassen sich grundsätzlich auf zwei Dimensionen zurückführen:

- auf den Wunsch, aus dem Alltag auszubrechen und in die andere Wirklichkeit einzutauchen,
- auf den Wunsch, mit den Anforderungen des Alltags (besser) zurechtzukommen

Weshalb sind Jugendliche besonders gefährdet?

Der Gebrauch von gesellschaftlich tolerierten Drogen wird erlernt wie andere Verhaltensweisen auch. Hierbei spielen zunächst die Erwachsenen als Vorbilder eine bedeutende Rolle; später werden Jugendliche weit mehr durch Gleichaltrige beeinflusst. Der Gebrauch von illegalen Drogen hingegen wird in der Regel in der jugendlichen Subkultur gelernt. Für den Einstieg in die Drogen spielen vor allem Bezugspersonen, die bereits Umgang mit Drogen haben, eine entscheidende Rolle. Offenbar verstärkt sich der Drogenkonsum im Jugendalter, wenn Benachteiligungen in der schulischen Laufbahn empfunden werden oder Leistungsversagen eingetreten ist, wenn dauerhafte Konflikte mit den Eltern bestehen oder wenn die Beziehungen zu den Gleichaltrigen nicht zufriedenstellend sind. Die Jugendzeit stellt generell ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Suchtverhalten dar. Die zum Teil noch wenig gefestigte Persönlichkeit der Jugendlichen wird mit einer großen Anzahl von Herausforderungen konfrontiert. Diese Situationen sind oft von unangenehmen Gefühlen begleitet (Angst, Unsicherheit, Minderwertigkeit) und können immer erfolgreich gemeistert werden. Bei einem gleichzeitig großen und zum Teil attraktiv vermarkteten Angebot von sogenannten Ausweichmöglichkeiten ist es nicht erstaunlich, dass einige Jugendliche nicht nur gelegentlich den Weg des geringsten Widerstands wählen. Dazu kommt, dass sie in der Erwachsenenwelt eine ganze Reihe Vorbilder für solches Ausweichverhalten haben. Drogenkonsum, ob legal oder illegal, ist eine dieser Ausweichmöglichkeiten. Neben dieser generellen Gefährdung von Jugendlichen gibt es weitere Faktoren, die zu Drogenkonsum führen können.

Neugier

Es steht unzweifelhaft fest, dass das Jugendalter oft von einer ausgeprägten Neugier begleitet wird. Jugendliche müssen oft alles ausprobieren, was sich ihnen anbietet. Dieses Bedürfnis ist sogar stärker als die Bedenken oder das Wissen um mögliche Gefahren. Auf Suchtmittel bezogen heißt das, dass diese eben auch die Neugier reizen, insbesondere wenn die Informationenüber die Wirkung geheimnisvoll (illegale Drogen) oder beschönigend und einseitig sind (Werbung für legale Suchtmittel). Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch die Tatsache, dass der Neugierkonsum allein nie ein ausreichender Grund für eine Sucht sein kann.

Opposition

Jugendliche tendieren dazu, alle Wertvorstellungen der Erwachsenen abzulehnen bzw. das Gegenteil davon als richtig anzunehmen. Auch wenn die heutige Eltern- und Erwachsenengeneration möglicherweise eine entspanntere Haltung zum Thema Drogen hat, bleibt doch die Tatsache der Illegalität und vor allem diejenige einer echten Gefährdung von Leib und Leben durch den Konsum von harten Drogen. Dies löst bei Menschen, die Verantwortung für Jugendliche tragen, meist Unsicherheit und Angst aus. Jugendliche wiederum haben ein untrügliches Sensorium für diese Gefühle der Erwachsenen; wenn sie letztere also bewusst oder unbewusst provozieren und sich von ihnen abgrenzen wollen, kann illegaler Drogenkonsum dazu ein Mittel sein.

Gruppendruck

Wie bereits erwähnt, bekommen die Gleichaltrigen für die Jugendlichen eine immer größere Bedeutung. Dies gilt insbesondere, wenn es darum geht, Vorbilder nachzuahmen, neue Verhaltensregeln für das Leben zu suchen, anderorts als zuhause eine gewisse Sicherheit zu finden und einen Rahmen für die Begegnungen mit ersten Liebespartnerinnen und -partnern zu haben. Gleichaltrigengruppen haben also eine ganze Reihe von wichtigen Funktionen zu erfüllen. Dabei fällt auf, dass in solchen Gruppen oft recht strikte Regeln herrschen, beispielsweise punkto Kleidung, Sprache und Konsumverhalten. Zu diesen Regeln gehören auch diejenigenüber den Konsum oder Nichtkonsum bestimmter Suchtmittel. Das Motiv von Jugendlichen, beispielsweise zu rauchen, kann anfangs durchaus im Wunsch begründet sein, zu einer bestimmten Gruppe zu gehören. Es dürfte hinreichend bekannt sein, wie schwer es fällt, in solchen Situationen eine "nichtkonforme" Haltung einzunehmen und diese auch sichtbar zu machen. Der Gruppendruck, verbunden mit der Selbstunsicherheit und dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung, führen dann fast zwangsläufig zu eigenem Drogengebrauch.

Rausch

Menschen haben hin und wieder das Bedürfnis, sich zu berauschen, sich also in einen Bewusstseinszustand zu versetzen, der einzigartig anders, beglückend und energiespendend ist. Unterstützt wird dieses Bedürfnis durch eine zunehmende Normierung und Nivellierung aller Lebensbereiche. In der Jugendzeit ist der Drang nach Freiraum und Rauscherlebnissen besonders deutlich. Unsere Zeit bietet jedoch kaum mehr Möglichkeiten, dieses Bedürfnis angemessen zu befriedigen. Konsumrausch und Extremsportarten sind die gesellschaftlich erlaubten Formen, während der illegale Drogenkonsum eine sozial geächtete Form ist, diesem Wunsch nachzugehen.

Was ist Abhängigkeit?

Abhängigkeit kann unter drei verschiedenen Aspekten betrachtet werden: aus medizinischem, psychologischem und sozialem Blickwinkel.

Aus medizinischer Sicht bedeutet Abhängigkeit eine körperliche Abhängigkeit von einer bestimmten psychoaktiven Substanz wie beispielsweise Alkohol, Nikotin, Opiate. Eine oder mehrere dieser Substanzen werden nach einer gewissen Zeit und Einnahmehäufigkeit in den Stoffwechsel eingebaut. Bei fehlender Zufuhr des Stoffes treten in der Regel körperliche Reaktionen auf (Entzugserscheinungen). Besonders folgende Stoffe können eine körperliche Abhängigkeit erzeugen: Alkohol, Nikotin, Beruhigungsmittel (Benzodiazephine), Schmerzmittel, Anregungsmittel (Amphetamine), Opiate (Morphin, Heroin). Mit der Abhängigkeit geht häufig eine Toleranzempfindung einher - um die gleiche Wirkung zu erzielen, braucht der Körper mit der Zeit eine immer höhere Dosis.

Aus psychologischer Sicht bedeutet Abhängigkeit eine seelische, psychische Abhängigkeit, also der innere Zwang zu einem bestimmten Verhalten. Dieser Zwang lässt sich nicht oder nur ganz schwer kontrollieren. Ist die Einnahme der Droge nicht möglich, treten gefühlsmäßige, seelische Folgen auf, wie zum Beispiel große Nervosität, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen usw. Neben dem erwähnten Kontrollverlust sind für eine seelische Abhängigkeit kennzeichnend:

- die Bedeutung des Verhaltens (Rauchen, Trinken usw.),
- der hintergründige Zweck (Sorgen verdrängen, Ersatz für fehlende Gefühle, Konflikte oder Schmerzen vermeiden),
- die unrealistische Selbsteinschätzung (trügerisches Gefühl, jederzeit den Drogenkonsum aufgeben zu können),
- die zunehmende Einengung des Verhaltensspielraums (immer mehr und immeröfter dasselbe).

Seelische Abhängigkeit tritt nicht nur im Zusammenhang mit psychoaktiven Substanzen auf, sondern sie ist ebenfalls bei einer großen Zahl von Tätigkeiten, wie Fernsehen, Geldspiel, Einkaufen, oder Arbeiten zu beobachten, sogenannten stoffungebundenen Abhängigkeiten. Körperliche und seelische Abhängigkeiten treten oft zusammen auf. In der Therapie zeigt sich jeweils, dass die seelische Abhängigkeit viel schwieriger zuüberwinden ist als die körperliche: während der körperliche Entzug lediglich 1 bis 4 Wochen dauert, kann die Überwindung der seelischen Abhängigkeit Jahre brauchen.

Aus sozialer Sicht meint Abhängigkeit den Schaden, beziehungsweise die Kosten, die für die Gemeinschaft aus süchtigen Verhalten entstehen. Nicht das körperliche oder seelische Befinden eines süchtigen Menschen stehen im Vordergrund, sondern die materiellen Folgen seines Verhaltens. So sind alkoholabhängige Menschen bei dieser Betrachtungsweise erst dann Alkoholiker, wenn sie deswegen im Spital liegen oder Fehlleistungen bei der Arbeit produzieren. Drogenabhängige sind schnell einmal Süchtige, die Probleme schaffen, während "Workaholics" mit Geld und Prestige belohnt werden. Es geht hier nicht um Gleichstellung dieser Abhängigkeitsformen, sondern darum aufzuzeigen, dass die Beurteilung der Öffentlichkeit breit variiert, je nachdem, um welches Suchtmittel es sich handelt.

Prävention

Suchtprävention bedeutet: der Sucht zuvorkommen, schneller sein als die Sucht. Wir müssen Lösungen finden, bevor wir süchtig werden. Das heißt also, dass man dort Lösungen suchen muss, wo die Ursachen für das Suchtverhalten liegen. Ursachen können z.B. die Schwierigkeiten im Alltag, die Persönlichkeit eines Menschen oder Einflüsse aus der Umwelt und der Gesellschaft sein.

Wer kann etwas tun?

Generell kann jeder/jede etwas zur Suchtvorbeugung tun - durch Aufmerksamkeit gegenüber Problemsituationen oder Schwierigkeiten. Dabei ist wichtig, das Schwächen nicht einfach negativ gesehen werden sondern als Chance, etwas Neues zu lernen. Damit ist gemeint, dass man Menschen, die nicht ganz "reibungslos funktionieren" nicht isolieren soll.

Sucht ist häufig der Ausdruck für Kontaktmangel fehlende Beziehungen im sozialen Umfeld. Dies erschwert oder verunmöglicht natürlich die Bewältigung von Schwierigkeiten.

Sucht hat viele Gesichter

Die Sucht kann als Abhängigkeit von legalen oder illegalen Drogen auftreten oder auch als Abhängigkeit von Verhalten wie z.B. Spielen oder Essen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kiffen wird legal

Trotz Verbot rauchenüber eine halbe Million SchweizerInnen Haschisch oder Marihuana. Mit einem Vernehmlassungsverfahren will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis Ende Jahr von den Kantonen, Parteien und Organisationen die Stossrichtung der zukünftigen Drogenpolitik erfragen. Im Zentrum steht die Entkriminalisierung der Konsumenten und die Cannabis-Liberalisierung. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Blickumfrage

Kiffen erlauben?

Das Resultat der Umfrage ist eindeutig. FDP, CVP und SPS sowie 18 Kantone (AG, AI, BL, BS, FR, GL, GR, JU, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZH) sprechen sich für die Cannabis-Legalisierung aus. Sie befürworten, dass der Konsum, Kauf, Besitz und der Anbau von Cannabis zum Eigenkonsum nicht mehr bestraft wird. Dagegen ist nur die SVP.

Ab wann darf gekifft werden?

Überraschend das klare Votum, dass mit 16 Jahren gekifft werden darf. Die FDP und die SP und 13 Kantone befürworten diese Alternative. Dagegen sind nur die SVP, die CVP und die 5 Kantone (AG, JU, LU, TG, UR). Sie befürworten den straffreien Cannabis-Konsum - wenn schon, dann ab 18 Jahren.

Hanf das Verbot oder die Legalisierung ?

Wie es zu dem radikalen Verbot der Pflanze Hanf und ihrer Produkte kam, ist mittlerweile generell bekannt. Dass sich das Verbot bei zunehmendem Wissensstand nicht mehr rechtfertigen lässt, dringt, wenn auch schleppend, zu immer mehr Menschen durch. Auch Hanfgegner müssen eingestehen, dass Cannabis als Droge weniger gefährlich ist, als oftmals befürchtet.

Die Situation in Holland:

Seit 1972 werden in Holland Erfahrungen mit dem staatlich kontrollierten Umgang mit Cannabisprodukten gesammelt. Die Situation in Holland vor 20 Jahren warähnlich der heutigen in der Schweiz. Cannabis war (und ist es immer noch) verboten. Aufgrund des Widerstands holländischer Bürger konnte die Regierung dazu bewegt werden, ihre Politik zu bereichern, also zu liberalisieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Was passierte. 1972 war Hanf ebenso verboten, wie dies in der Schweiz der Fall ist. Aufgrund der internationalen Handelstätigkeiten der Holländer bot sich die Möglichkeit, Hanfprodukte wie Haschisch und Marihuana aus Erzeugerländer zu importieren. Dieser Import war (und ist) illegal. Die holländischen Behörden versuchten, diesen Import zu verhindern und den Verkauf dieser Drogen somit einzuschränken. So wurden Menschen, die mit diesen Produkten handelten, dafür verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Doch so bald sie wieder auf freiem Fuß standen, begannen sie erneut zu "Dealen".

Es war keine Seltenheit, dass Personen geradezu regelmässig verhaftet wurden und ins Gefängnis kamen, mit der Folge, dass sie nach ihrer Freilassung weiter ihrem Gewerbe nachgingen. Die Hanfprodukte wurden per Flugzeug und Schiff illegal ins Land gebracht, um sie auf den Markt zu werfen. Die ersten Infrastrukturen bildeten sich, die Beschaffung und der Konsum dieser Produkte wurde immer einfacher. Mitte der siebziger Jahre gab die Regierung der Forderung nach Liberalisierung nach und die 30 Gramm Regelung wurde eingeführt. Diese Regelung beinhaltet, dass Hanf zwar noch illegal ist, aber Mengen bis zu 30 Gramm gehandelt und konsumiert werden dürfen. Diese Liberalisierung ist eine Folge der Erkenntnis, dass Jugendzentren und nicht kontrollierbare "Hausdealer" nicht die richtigen Bezugsquellen für diese Drogen sein können. "Hanfabgabestellen" wurden nötig. Inzwischen waren Cafés entstanden, in denen neben Tee und Kaffee auch Haschisch und Marihuana verkauft wurden. Trotz anfänglicher Skepsis haben sich die Coffeeshops in Holland verbreitet. So gibt es in Amsterdam um die 500, in ganz Holland sind es zusammen etwa 1500 Coffeeshops. Die Gründung eines Coffeeshops gestaltet sich im Vergleich zur Eröffnung eines Restaurants verhältnismässig einfach, da nur die Genehmigung der Stadt eingeholt werden muss. Die momentane Entwicklung in Holland geht jedoch in eine etwas andere Richtung. So wird nicht mehr von einer Liberalisierung, sondern von einer Regulierung gesprochen. Ziel ist, Hanfprodukte so weit in die Gesellschaft zu integrieren, dass es möglich wird, die Umsätze, die gemacht werden, besteuern zu können. Dazu will die Regierung jedoch den Import verbieten und nur in Holland gewachsenen Hanf als Rohstoff zulassen. Diesem Plan gegenüber stehen die Besitzer der Coffeeshops, die weiterhin ihren Kunden eine möglichst große Auswahl an diversen Produkten anbieten wollen. Es wurde sogar darüber diskutiert, den Verkauf auf holländische Bürger zu beschränken, um dem Drogentourismus entgegenwirken zu können. Doch der Bund niederländischer Coffeeshops hat schon Protest angemeldet, da es sich um eine diskriminierende Handlung halte.

Die Erfahrungen in Holland haben gezeigt, dass durch die Liberalisierung von Hanf der Konsum von "weichen" Drogen nicht zugenommen hat (ca. 5% der holländischen Bevölkerung kifft), zum anderen ist sogar die Anzahl der Einsteiger in die harte Drogenszene deutlich gesunken.

Natürliche und synthetische Drogen

Auf dieser Seite finden Sie eine Liste der häufigsten Drogen, aufgeteilt in natürliche und synthetische Drogenarten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Natürliche Drogen

Unter Natürlichen Drogen ist gemeint, dass diese aus einer in der Natur vorkommenden Pflanze hergestellt werden.

Synthetische Drogen

Synthetische Drogen sind entweder Abwandlungen von natürlichen Drogen, oder sie werden im Labor synthetisch hergestellt.

Natürliche und synthetische Drogen

Auf den Nachfolgenden Seiten beschreiben wir eine Drogen und deren Wirkung auf den Menschen.

Das sind lediglich die häufigsten.

Es gibt in der Pflanzenwelt eine ganze Menge Stoffe die Berauschend auf den Menschen wirken. Auf die alle einzugehen hat keinen Sinn. Auch Nikotin und Alkohol sind in gewisser weise Drogen, aber sie sind im Gegensatz zu den unten erwähnten legal im Laden erhältlich, was aber nicht heißt, das sie weniger gefährlich sind.

Cannabishttp://user.starnet.ch/agrob/drugs/cannabis.htm | Zauberpilze | Heroinhttp://user.starnet.ch/agrob/drugs/heroin.htm | Kokainhttp://user.starnet.ch/agrob/drugs/kokain.htm | LSD | Speedhttp://user.starnet.ch/agrob/drugs/speed.htm | Ecstasy

Cannabis

Bezeichnung

Cannabis ist der botanische Name für Hanf. Die buschige Pflanze wächst in vielen Gegenden der Welt und lässt sich leicht auch in der Schweiz kultivieren. Mit dem Begriff Cannabis werden auch drei Handelsformen der Hanfdroge bezeichnet: Marihuana (Hanfkraut), Haschisch (Hanfharz) und Haschischöl (Hanfextrakt). Alle drei Produkte enthalten den Wirkstoff THC in unterschiedlicher Konzentration. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Marihuana (Hanfkraut, Grass, Pot)

Besteht aus den weiblichen Blütenständen, bei unsorgfältiger Verarbeitung auch aus den kleinen Blättern und Stängeln der Pflanzen. Diese Pflanzenteile werden getrocknet und verkleinert.

Der THC-Gehalt von Marihuana ist ziemlich unterschiedlich. Er schwankt in der Regel von weniger als 1% bis 7%. Durch gezielte Züchtungen konnte in den letzten Jahren der THC-Gehalt von Marihuana deutlich erhöht werden - bis zu 15%.

Haschisch (Hanfharz, Shit)

Ist das Harz der Pflanze. Der THC-Gehalt schwankt in der Regel zwischen 5% und 12%, besonders potentes Haschisch weist Werte bis 30% auf. Die Blätter scheiden Harztröpfchen aus, die gesammelt werden.

Haschischöl

Ist das Extrakt aus Haschisch oder Marihuana, das mit Hilfe organischer Lösungsmittel und nachträglichem Verdampfen gewonnen wird. Der Gehalt an THC kann zwischen 20% und 70% schwanken.

Herkunft

Vorderer Orient (Türkei, Libanon), Afghanistan, Nepal, Indien, Pakistan, Nord- und Zentralafrika; Marihuana auch aus Mexiko, den USA und Holland. Auch in der Schweiz werden Cannabispflanzen auf Balkonen, in Gärten und auf Estrichen gezogen. Der illegale Hanfanbau hat sich auf alle Kontinente ausgebreitet.

Anwendung

Cannabisprodukte werden meist, mit Tabak vermischt, geraucht (in Pfeifen und als Haschisch- oder Marihuana-Zigaretten, "Joints" genannt). Seltener werden Haschisch und Marihuana gegessen (Speisen beigemischt) oder getrunken (als Teemischung). Beim Konsum werden jeweils etwa ein zehntel Gramm bis 1 Gramm geraucht oder 1 bis 5 Gramm gegessen.

Wirkung:

Hanfdrogen wirken Halluzinogen-ähnlich. Je nach THC-Gehalt der Droge ist die Wirkung unterschiedlich stark. Der wichtigste Wirkstoff von Cannabisprodukten heißt 9-Delta-Tetrahydro-Cannabinol, kurz THC genannt. Je nach Konsumart breitet sich das THC der Cannabis-Produkte unterschiedlich rasch im Körper aus. Beim Rauchen erfolgt die Wirkung innerhalb weniger Minuten und ist etwa dreimal so stark wie bei Einnahme durch den Mund (etwa in Kuchen eingebacken). Unter Speisen gemischt oder als Tee zubereitet, dauert es zwischen 30 und 60 Minuten, bis das THC zu wirken beginnt. Marihuana und Hasch beeinflussenähnlich wie Alkohol das Denken und das Konzentrationsvermögen. Weiter wirkt THC auf die Stimmung und ruft ein deutliches gesteigertes Wahrnehmungsvermögen hervor. Vorhandene Gestimmtheit wird verstärkt. Oft werden unter dem Einfluss von Cannabis Musik und Farben intensiver wahrgenommen. Daüblicherweise kleine Mengen konsumiert werden, bleiben die körperlichen Grundfunktionen wie Gehen und Sprechen u.ä. erhalten. Bei höherer Dosierung und intensivem Gebrauch können die Grundfunktionen stärker beeinträchtigt werden, was insbesondere beim Fahrzeuglenken gefährlich werden kann. Das Rauscherlebnis hängt stark mit der körperlichen Konstitution und der momentanen Gefühlslage zusammen. Die erhofften Gefühlslagen können leicht ins Gegenteil umschlagen, wenn KosumentInnen beispielsweise unter Stress stehen oder unter depressiven Stimmungen leiden. Unter solchen ungünstigen Bedingungen können bei manchen KonsumentInnen Wahnstimmungen, Panik- und Angstzustände hervorgerufen werden. Körperliche Symptome, die durch den Haschisch-Konsum auftreten können, sind: Schwindel, Übelkeit, Kältegefühl, Mundtrockenheit, beschleunigter Puls und andere, das vegetative Nervensystem betreffende Störungen.

Kurz die wichtigsten stichwortartig:

Köperlich

Psychisch

Überaktivität

Verändertes Wachbewusstsein

Trockener Mund und Kehle

Höhere Musik und Lichtempfindlichkeit

Erweiterte Pupillen und rote Augen

Rede- und Lachdrang

Herzfrequenzerhöhung

Euphorie und Enthemmung

Blutdruckveränderungen

Gesteigertes Selbstbewusstsein

Muskelentspannung

Nachlassen der Leistungsfähigkeit

Bewegungsstörungen und Schwindel

Gestörtes Kurzzeitgedächtnis

Schläfrigkeit

Längere Reaktionszeiten

Beeinflussung der Verkehrstüchtigkeit

Unter akutem Cannabis-Einfluss ist die Fähigkeit vorübergehend beeinträchtigt, Komplexe Aufgaben zu bewältigen, welche Aufmerksamkeit und konkretes Einordnen von Einzelbeobachtungen erfordern. Entsprechend ist die Verkehrstüchtigkeit bis zu mehreren Stunden nach dem Cannabiskonsum objektiv stark vermindert, obwohl subjektiv das Gefühl bestehen kann, dass man noch gut Autofahren kann.

Abhängigkeit

Bei einem längeren und intensiven Gebrauch von Cannabis kann eine psychische Abhängigkeit eintreten: UserInnen suchen das Wohlgefühl, zu dem ihnen der Cannabiskonsum verhilft; können sie den Wunsch nicht befriedigen, werden sie angespannt undängstlich.

Cannabis muss nicht immer in höheren Dosen eingenommen werden, um die ursprüngliche Wirkung zu garantieren ( keine Toleranzwirkung). Erfahrene RaucherInnen kommen oft mit eher kleineren THC-Dosen aus. Eine körperliche Abhängigkeit entsteht kaum. Immerhin berichten einige Studienüber leichte Entzugssymptome (wie Schlafschwierigkeiten, Appetitlosigkeit) bei starken CannabiskosumentInnen, die ihre Gewohnheit aufgegeben haben.

Schädigungen

Nach neueren Untersuchungen muss auch bei längerem, nicht täglichen Cannabiskonsum nicht mit körperlichen Schäden gerechnet werden. Allerdings besteht darüber bei den ExpertInnen nicht völlige Einigkeit. Fest steht, dass der Rauch von Cannabis bis zu 50% mehr Teer und andere krebserzeugende Stoffe als der gewöhnliche Zigarettenrauch enthält. Zudem wird der Cannabisrauch tief inhaliert. Regelmäßiges Cannabisrauchen ist somit eine Risikogröße für Lungenkrankheiten (Lungenkrebs, Emphysem usw.).

Ebenfalls recht deutlich sind die Wirkungen des Cannabiskonsums auf Gedächtnisleistungen. Die Effekte auf das Immunsystem sind umstritten, und das oft erwähnte "amotivationale Syndrom" ist wohl eher eine Folge des Lebensstils der KonsumentInnen als eine direkte Wirkung des Cannabiskonsums. Bei massivem Konsum, z.B. während der Pubertät, können seelische Reifungsverzögerungen eintreten, wenn Cannabis für die Veränderung belastender Probleme konsumiert wird. Dies gilt jedoch grundsätzlich für alle Drogen, die als Problemlöser eingesetzt werden. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Cannabis bewirkt kaum psychische Störungen, doch kann bei schon vorhandenen Störungen als Verstärker wirken oder gar bei vorhandenen Dispositionen als Auslöser fungieren. Auch wennüber die Gefährlichkeit von Cannabis keine Einigkeit bei den Forschern besteht, sind die meisten von ihnen der Ansicht, dass Cannabis im Vergleich zu Alkohol und Tabak nicht als gefährlicher einzustufen ist.

Verführt Cannabis zu "härteren" Drogen?

Das Umsteigen von Cannabis auf Heroin ist nicht zwangsläufig. Cannabiskonsum kann ebenfalls eine Risikogröße zum Umsteigen sein - genau so wie Alkohol-, Zigaretten- und Psychopharmakakonsum. Auch wenn eine Mehrzahl von KonsumentInnen harter Drogen früher Cannabis geraucht haben, ist es unstatthaft, daraus den Schluss zu ziehen, dass Cannabis zu Heroinkonsum führe. Nur etwa 1% der CannabiskonsumentInnen greifen später zu Opiaten. Die Vermutung, dass CannabiskonsumentInnen durch ihre bessere Kenntnis der Drogen-Bezugsquellen einen leichteren Zugang zu härteren Drogen hätten, trifft nur da zu, wo die "harte" Drogenszene von der "weichen" nicht getrennt ist. Auch die häufig gehörte Meinung, dass mit dem Cannabiskonsum eine entscheidende psychologische Barriere gegenüber "harten" Drogen wegfalle, trifft angesichts des recht weitverbreiteten Probierkonsums von Cannabis unter Jugendlichen kaum zu. Dazu kommt - wie Untersuchungen zeigen -, dass nicht die Angst vor der Strafe Jugendliche abhält, harte Drogen zu nehmen, sondern die Angst vor den gesundheitlichen Konsequenzen.

Die immer wieder zu hörende Meinung, dem Cannabis würde Heroin beigefügt, um die KonsumentInnen zu "härteren" Drogen zu verführen, findet empirische Bestätigung, vielmehr gehört diese Ansicht der Sagenwelt.

Gesetzgebung

Der Konsum, der Anbau zum Zwecke des Konsums und der Handel mit Cannabis sind nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten. Gemäss diesem Gesetz kann der Richter in leichten Fällen das Verfahren einstellen, von einer Strafe (Haft) absehen und nur eine Verwarnung aussprechen. Der Besitz von Cannabis für den Eigenbedarf wird in der Regel mit Verweis oder Busse bestraft.

Geschichte

- Vor fast 5000 Jahren wurde Cannabis erstmals erwähnt (im Arzneimittel-Buch des chinesischen Kaisers Shen-Nung).
- In Indien wurde um 800 v.Chr. Cannabis häufig verwendet, um psychosomatische Leiden zu bessern. Ebenso fand es Verwendung im religiösen Bereich.
- Im 8. Jahrhundert erschien "Hanfsamen" in Europa auf zwei Rezepten.
- Im 11. bis 13. Jahrhundert wurde im Geheimbund der "Assassinen" Haschisch gegessen. Sie kämpften gegen Kreuzritter.
- Zwischen 1631 und dem früheren 19. Jahrhundert galt Cannabis in weiten Teilen Nordamerikas als gesetzliches Zahlungsmittel. Auch das war ein Grund, weshalb die amerikanischen Farmer soviel Hanf anbauten.
- In Zeiten der Knappheit, beispielsweise 1763 und 1767 in Virginia, konnte man sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, wenn man nicht Cannabis anbaute.
- 1845 verfasste der Nervenarzt Moreau de Tours ein grundlegendes Werküber Cannabis.
- Im 19. Jahrhundert entstand ein "Club der Haschischins"; Charles Baudelaire, Théophile Gautier, Gérard de Nerval, Arthur Rimbaud, Bayard Taylor, Fitzhugh Luflow, Mezz Mezzrow machten Selbstversuche, die sie literarisch verarbeiteten.
- Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde der Cannabis von Mexiko in die USA importiert u.a. als Doping für Corrida-Stiere und Kampfhähne.
- 1937 versuchten die USA den Cannabiskonsum durch Besteuerung einzudämmen.
- 1961 einigte man sich im Rahmen der internationalen Vereinbarung "Single Convention Treaty" darauf, dass Cannabis unter die gefährlichen Drogen eingereiht und verboten werden musste.

Verbreitung in der Schweiz

Früher hatten viele Bauernbetriebe, ihrer Größe entsprechend, einen "Hanfplätz". Der Hanf wurde als Hausmedizin und Genussmittel geschätzt. 1993 konsumierten 16% der 15- bis 39 jährigen wenigstens einmal Cannabis (11% der Frauen und 16% der Männer). Innerhalb des Jahres vor der Befragung, hatten rund 5% der 15- bis 19 jährigen Cannabis gebraucht. 1994 konsumierten 20% der 14- bis 16 jährigen mindestens einmal Cannabis.

Wenn der Joint kreist ... warum nicht "NEIN" sagen?

Wenn der Joint unter Freunden kreist, ist es nicht einfach, der Versuchung zu widerstehen. Man will schließlich kein Außenseiter sein. Doch jeder lebt sein Leben, jeder hat die Freiheit der Wahl. Immerhin: die Mehrheit der Jugendlichen lehnt den Konsum von Cannabis ab. Als Neinsager liegst Du demnach im Trend.

Zauberpilze

Einführung

Auch bekannt unter den Namen Magic Mushrooms oder Psilos. Seit etwa fünf bis zehn Jahren lässt sich hierzulande ein neuer Typ von Pilzsammlern immer mehr beobachten: Pilze werden von diesen "Freizeitmykologen" nicht mehr wegen ihres Geschmackes sondern wegen ihrer angeblich beeindruckenden Wirkung auf Wahrnehmung und Bewusstsein gesammelt.

Die in diesen Zauberpilzen enthaltenen psychotropen Inhaltsstoffe Psilocin und Psilocybin wirken ebenso wie LSD als Halluzinogene, das heißt optische und akustische Wahrnehmungen werden stark intensiviert, zum Teil auch völlig verfremdet. Außerdem besitzen sie psychedelische (= Psyche offenbarende) Eigenschaften. Wiederentdeckt wurde die psychoaktive Potenz bestimmter heimischer Pilze zum einen durch Erfahrungen mit psychedelischen Pilzen aus Mittelamerika oder Südostasien; bekannt wurden die hiesigen Zauberpilze aber auch durch teilweise recht ausführliche Berichte in deutschsprachigen Büchern und in den Medien. Bis vor wenigen Jahren wurden psychoaktive Pilze dennoch nur von einem relativ kleinen Kreis von Insidern konsumiert, mittlerweile erlangen jedoch die Psilos neben LSD durch das vermehrte Aufleben von spirituell/mystischen Ritualen und durch den Halluzinogenboom in der Technoszene eine schon fast massenhafte Anwendung; so gaben beispielsweise 30% der Discogänger in Holland an, in den letzten Monaten ein- oder mehrmals halluzinogene Pilze konsumiert zu haben. Unter den 20-24 jährigen Briten haben immerhin schon 15% einschlägige Erfahrungen mit den Magic Mushrooms gesammelt.

Herkunft

Psilocybinhaltige Pilze wachsen hauptsächlich in Mittel- und Südamerika, kommen aber auch in Europa und in der Schweiz vor. Das Sammeln des spitzkegeligen Kahlkopfes im Jura ist in letzter Zeit in Mode gekommen. Viele exotische Psilocybe können hierzulande gezüchtet werden.

Unter den 144 weltweit vorkommenden Psilosybe-Arten wirken 81 halluzinogen. Keine 10 Arten fallen hiervon auf Europa.

Anwendung und Wirkung

Die Zauberpilze werden meist gegessen, obwohl diese in derüblichen Pilzliteratur den nicht verzehrbaren Pilzen zugeordnet werden. Diese können aber auch geschnupft, geraucht oder gespritzt werden. Die psychoaktiven Wirkstoffe von Magic Mushrooms sind Psilocybin und Psilocin. Der Wirkstoffgehalt unterliegt starken Schwankungen. Bei getrockneten Pilzen liegt er zwischen 0.1% und 2% (Trockengewicht).

Die Wirkung der Pilze zeigt sich in einer Intensivierung der optischen und akustischen Wahrnehmungen, zum Teil werden diese auch stark bis völlig verzerrt. Musik kann intensiver erlebt werden, und bei entsprechender Stimulierung (Lichteffekte, Dekoration) können optische Wahrnehmungsveränderungen auftreten.

Die Pilze können starken Einfluss auf die Psyche haben, indem sie tieferliegende Gefühle zum Vorschein bringen. Das Wirkungsspektrum hängt immer von der Dosis ab. Diese variiert auch innerhalb der gleichen Art sehr stark, was eine risikoarme Dosierung verunmöglicht. Es besteht mithin die Gefahr einer risikoreichen Überdosierung: Dieübliche Dosis liegt bei 10-20 mg Psilocybin, was einem Gramm getrockneter oder 5-10 Gramm frischer Pilze entsprich. Diese Menge verursacht Wahrnehmungsveränderungen, wie schnellfließende,überaus farbenvolle Bilder bei geschlossenen Augen. Hinzu kommt eine Antriebssteigerung, so dass Einschlafen im Gegensatz zum Cannabiskonsum fast nicht möglich ist. Ab 10 mg wird die von den Augen wahrgenommene Umwelt vom Gehirn in andere Formen und Bilder uminterpretiert. Ab 20 mg kann ein verändertes Raum- und Zeitgefühl auftreten. Auch Orientierungslosigkeit und erhebliche Gleichgewichtsstörungen können eine Folgewirkung sein. Die Dosis, die Menschen zum Tode führen könnte (Letaldosis), wird als extrem hoch eingeschätzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Die Wirkung (bei ca. 10-20 mg) beginnt in der Regel ca. 20-30 Minuten nach der Einnahme der Pilze und gleicht einem Alkoholrausch. Ein Wärmegefühl stellt sich ein, das Bedürfnis nach Kommunikation und gesteigerte Lust auf Sex kann auftreten. Verstärkte optische Wahrnehmungsveränderungen treten erst nach ca. einer Stunde auf, erreichen nach etwa zwei Stunden ihren Höhepunkt und halten bis zu fünf Stunden an (Plateauwirkung). Die Drogenwirkung klingt sanft aus. Generell gilt, dass sich neben der substanziellen Eigenschaft einer Droge deren Wirkung immer auch, durch die Einstellung zur Droge, der jeweiligen Stimmung bestimmt wird. Weiterhin durch die Umgebung, in der man sich befindet, und dadurch mit welchen Leuten man zusammen ist.

Unterschiede zum LSD-Trip

Die Halluzinationen und psychedelischen Erlebnisse unter Psilosybineinfluss sindähnlich wie beim LSD-Konsum. Markante Unterschiede sind aber: Die Wirkungsweise ist bei den Pilzen mit maximal 5 Stunden deutlich kürzer und die psychedelische Reise ist dadurch leichter steuerbar. Die Gefahr "schlecht drauf zu kommen" (Panikzustände/Horrortrip) ist bei Pilzen im Vergleich zu LSD deutlich geringer. Psilosybin bewirkt außerdem meist eine stabile positive Gefühlsfärbung, das heißt abrupte Stimmungsumschwünge sind vergleichsweise seltener. Psilosybin zeigt eine geringe Neigung zu Identitätsverlusten. Aus den genannten Gründen wird Psilosybin deshalb beim Einsatz in der Psychoanalyse/Psychtherapie, aber auch von vielen Usern dem LSD vorgezogen.

Abhängigkeit

Bei der Einnahme von psychoaktiven Pilzen tritt keine körperliche Abhängigkeit auf, regelmäßiger bis häufiger Konsum kann jedoch zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Risiken

Risikoreich ist zunächst die Tatsache, dass es zu Verwechslungen mit einer giftigen Pilzart kommen kann, weshalb man für alle Fälle unbedingt ein Exemplar aufbewahren sollte. Zudem halten sich geerntete Pilze in ungetrocknetem Zustand nur einen Tag, dann kann es durch zersetztes Pilzweiß zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Schädigung

Reines Psilosybin bewirkt auch bei langjährigem Gebrauch inüblicher Dosierung keine ernsthaften Organschäden, wie entsprechende Untersuchungen zeigten. Psilosybin, aber auch andere in den Pilzen eventuell enthaltene Wirkstoffe können aber Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, Herzrasen und Veränderungen im Blutdruck oder Puls anfänglich verursachen. Auch die Körpertemperatur wird eventuell hochreguliert, was bei hoher Umgebungstemperatur zu intensiven Schweißausbrüchen führen kann. Von einem Mischkonsum dieser Pilze mit Ecstasy und Speed ist deshalb dringendst abzuraten, da sich die Gefahr eines Ecstasy/Speed induzierten Hitzschlages verstärken könnte.

Die User von psilocybinhaltigen Pilzen sollten zudem stets bedenken, dass sie sich neben außergewöhnlichen optischen Halluzinationen und einem interessanten Körpergefühl auch immer einer starken psychtropen Wirkung aussetzen (insbesondere bei hoher Dosierung, bzw. unerwünschter Überdosierung). Verdrängte traumatische Erlebnisse können aus dem Unterbewusstsein wieder an die Oberfläche gelangen, wo sie ohne fremde Hilfe unter Umständen nicht mehr verarbeitet werden können. Diese Erfahrungen, aber auch die neurovegetativen Nebenwirkungen, können bei psychisch labilen Personen, vor allem aber auch bei Jugendlichen im Extremfall zu starken Angst- bis Wahnvorstellungen bzw. zu allgemein panischen Reaktionen führen. Akute Panikzustände während der Wirkungszeit des Psilocybins stellen imübrigen das statische Hauptrisiko dieser Pilze dar.

Gesetzgebung

Im Unterschied zum (THC-haltigen) Hanf fallen psilocybinhaltige Pilze als Pflanze noch nicht unmittelbar unter das Betäubungsmittelgesetz. Das Sammeln von der Wiese, aber auch das züchten psilocybinhaltiger Pilze zum anschließenden sofortigen Eigenkonsum soll bislang auch noch nie strafrechtlich geahndet worden sein. Der Inhaltstoff Psilocybin und seine Derivate sowie deren Zubereitungen sind allerdings im Betäubungsmittelgesetz in der Anhangliste I erwähnt. Alle Handlungen, die zu dessen Anreicherung bzw. Konservierung (Pilze trocknen etc.), Isolierung oder gar Synthese führen, müssen deshalb nach dem Betäubungsmittelgesetz strafrechtlich verfolgt werden.

Geschichte

- Psychoaktive Pilze zählen zu denältesten Drogen der Menschheit und wurden von den Urvölkern zumeist bei spirituellen Zeremonien verwendet.
- Die Geschichte der Rauschpilze beginnt im vorspanischen Mexiko. Dort wurden sie "heilige Pilze" oder auch "teonanacatl" genannt, was soviel wie "Fleisch der Götter" bedeutet.
- Die Erforschung ihrer religiös-rituellen Verwendung haben wir weitgehend dem Ehepaar Wasson zu verdanken, die die "Zauberkraft" 1955 neu entdeckte. Die "heiligen Pilze" wurden nur zu besonderen Anlässen benutzt, das konnten spirituelle Sitzungen, Schicksalsbefragungen (Orakel) oder auch blutige Opferfeste sein. Die breitwillige Kooperation der zu tötenden Personen kann ebenfalls auf die Wirkung dieser Pilze zurückgeführt werden, die in hoher Dosierung Selbstmordwünsche oder sogar eine Selbstvernichtungslust bewirken können.
- Die Gattungs- und Artbestimmung erfolgte 1956/57 durch die Mykologen R. Heim und R. Singer.
- Die Isolierung und Identifizierung der psychoaktiven Substanzen gelang schliesslich A.Hoffman, dem Entdecker von LSD, bei der Firma Sandoz AG in Basel. Anfang der 60er Jahre wurde Psilocybin in den USA und später weltweit als Medikament in der Psychoanalyse und Psychotherapie eingesetzt, zum Beispiel gegen Depressionen und zum Abbau von Aggressionen.
- Die Popularisierung der wissenschaftlichen Ereignisse und Berichteüber das Vorkommen rauscherzeugender Pilze lösten in der Hippie- und Protestbewegung in den USA eine neue Welle der Pilzbegeisterung aus. Auch in Südamerika, Australien und Europa wurde die Verwendung dieser Pilze als Droge gerade bei finanziell schwächeren Kreisen beliebt.

Verbreitung in der Schweiz

Seit einigen Jahren werden auch in der Schweiz wieder vermehrt psychoaktive Pilze konsumiert. Genauere Angaben sind mir leider nicht bekannt.

Heroin

Herkunft und Aussehen

Heroin ist die wahrscheinlich bekannteste halbsynthetische Droge.

Die Grundlage für die Herstellung von Heroin ist der Schlafmohn. Auf chemischem Weg wird daraus Morphin und Heroin hergestellt. Heroin ist ca. 3 mal stärker als Morphin. Wenn es sauber hergestellt wird, ist Heroin ein kristallines, weißes Pulver. Es ist wasserlöslich, geruchsfrei aber bitter im Geschmack.

Aus der Türkei, dem Balkan, Südamerika und der ehemaligen Sowjetunion wird das gebrauchsfertige Heroin in die Schweiz geschmuggelt.

Anwendung und Wirkung

Heroin wird meist in die Venen gespritzt. Dazu wird es in Flüssigkeit aufgelöst. Man kann Heroin aber auch schnupfen (sniffen), rauchen oder inhalieren. In den letzten Jahren ist das Inhalieren (auch als Folienrauchen bezeichnet) von Heroin vermehrt in Mode gekommen.

Die Einnahme von Heroin durch spritzen ist deshalb so beliebt, da die Wirkung sehr schnell eintritt. Dabei kommt es zu einem ganz starken Glücksgefühl. Man spricht auch von "Flash", "Rush" und "Kick". Heroin hat aber auch eine schmerzlindernde Wirkung. Außerdem tritt eine Verminderung der Angstgefühle und der Unlust auf. Schwierigkeiten, Probleme und Konflikte scheinen unbedeutend. Das Selbstvertrauen steigt. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abhängigkeit

Heroin macht schon nach wenigen Einnahmen sehr stark seelisch und körperlich abhängig. Es kann dazu führen, dass man immer stärkere Dosierungen einnehmen muss. Langjährige Junkies (Abhängige) benötigen deshalb Dosen, die ausreichen würden, um bis zu sieben nichtabhängige Leute zu töten. Ist die Sucht stark fortgeschritten, nimmt der Abhängige die Droge praktisch nur noch ein, um den sehr starken Abhängigkeitsgefühlen zu entkommen. Die Glücksgefühle bei Beginn der Sucht bleiben dann praktisch aus.

Da Heroin in den Stoffwechsel aufgenommen wird, entstehen beim absetzen der Droge starke Entzugserscheinungen (Gliederschmerzen, Muskelkrämpfe, Erbrechen, Schüttelfrost u.s.w.). Ein Entzug dauert ca. 8-14 Tage. Der Körper ist danach entgiftet (clean).

Schädigung

Die hauptsächliche Schädigung ist die sehr starke Suchtentwicklung. Körperliche Schäden entstehen praktisch nur durch den unreinen Stoff, der auf der Gasse gekauft wird. Wäre der Stoff rein, müsste nicht mit körperlichen Schäden gerechnet werden.

Zu Blutvergiftungen und insbesondere HIV Infektionen kommt es durch unsterile Injektionen. Inzwischen ist es auch so, dass ein Grossteil der Süchtigen an Hepatitis "C" leidet. Dies ist eine Leberentzündung, die nach einigen Jahren in Leberkrebsübergeht.

Verbreitung in der Schweiz

Verschiedene Umfragen haben ergeben, dass ca. 1,3 % der Schweizer Bevölkerung zwischen 15 und 39 Jahren mit Heroin Erfahrungen gemacht haben.

Geschichte

1874 wurde Heroin erstmals von einem Engländer im Labor hergestellt. Bereits 14 Jahre später wird es in größerem Masse durch die Firma Bayer hergestellt. 1905 wird die starke Abhängigkeit durch den Heroinkonsum erkannt. Im ersten Weltkrieg (1916) werden im Deutschen Reich 7,8 Tonnen Heroin verbraucht.

Kokain

Herkunft und Aussehen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Kokain wird aus den Blättern des südamerikanischen Cocastrauches gewonnen. Es kommt als weißes, bitter schmeckendes Pulver auf den Drogenmarkt. Die Länder, aus denen Kokain hauptsächlich kommt, sind Kolumbien, Bolivien und Peru.

Anwendung und Wirkung

Meist wird Kokain mit Hilfe eines Röhrchens geschnupft, oder in Wasser aufgelöst gespritzt. Wird es entsprechend aufbereitet, kann es auch geraucht werden.

Wird die Droge geschnupft, tritt die Wirkung nach ca. 3 Minuten auf. Die Wirkungsdauer beträgt etwa 30 Minuten. Beim Rauchen und Spritzen tritt die Wirkung nach wenigen Sekunden ein und hält beim Rauchen ca. 5-10 Minuten und beim Spritzen nur kurz an. Kokain wird vom Körper schnell abgebaut und ist nach wenigen Tagen nicht mehr nachweisbar. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kokain wirkt körperlich und psychisch aufputschend. Bei kleineren und mittleren Dosierungen hängt die psychische Wirkung stark von den individuellen Erwartungen, von Stimmung und Einflüssen aus der Umgebung ab. Die typische psychische Wirkung ist die Auslösung von euphorischen Gefühlen.

Auf den Körper wirkt Kokain mit einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels, der Körpertemperatur, der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Außerdem wird das Hungergefühl gedämpft.

Kokain ist eine der am stärksten wirkenden Drogen. Es besteht ein hohes Abhängigkeitsrisiko!

Abhängigkeit

Kokain besitzt in erster Linie ein hohes psychisches Abhängigkeitspotential. Eine körperliche Abhängigkeit tritt kaum auf. Wenn, dann erst nach längerem Dauerkonsum. Hohe Dosierungen und Langzeitgebrauch können zu Depressionen, Verfolgungswahn und Halluzinationen führen.

Schädigung

Nach längerem Drogenkonsum gehen die euphorischen Gefühle zunehmend in Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Überreiztheit, Verfolgungswahn und Halluzinationen (z.B. Wahnvorstellungen, dass sich Insekten unter der Haut bewegen)über.

Infolge ungenügender Ernährung können Verdauungsstörungen und Magersucht auftreten.

Verbreitung in der Schweiz

Ca. 3% der zwischen 15- bis 39jährigen haben im Umgang mit Kokain Erfahrung. Dass sind etwa 90'000 Personen.

Geschichte

1855 wurde Kokain zum ersten mal aus der Cocapflanze isoliert und wegen der schmerzlindernden Wirkung eingesetzt. Coca Cola wurde 1886 auf den Markt gebracht. Es enthielt bis 1903 Kokain.

Im ersten Weltkrieg wurde Kokain als Linderungsmittel eingesetzt. Um sich mutig und wach zu halten, wurde es auch von Jagdfliegern eingenommen.

In der Zeit zwischen 1926 bis 1930 war in Europa die Blütezeit von Kokain. Nach 1930 flachte die "Kokainwelle" wieder ab. Seit 1976 nimmt der Konsum von Kokain in Europa und den USA wieder stark zu.

LSD (Lyserg- Säure- Diethylamid)

Aussehen

- Wirkstoff (weißes bis beigefarbenes kristallines Pulver) wird in Tablettenform oder in Gelatine gelöst, die nach dem Aushärten in Stücke geschnitten oder gestanzt wird.
- Der Wirkstoff wird auch in bestimmter Konzentration in Flüssigkeit gelöst, die auf eine Trägersubstanz aufgetropft wird (Zuckerstückchen, Löschpapier, Filzstückchen, Papierbildchen).

Herkunft und Geschichte

LSD wurde erstmals 1938 vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann synthetisiert. Er gewann aus dem auf Roggen wachsendem Mutterkornpilz die Lysergsäure und setzte sie mit der Chemikalie Diethylamid zu LSD um. Hofmann arbeitete damals bei dem Pharmakonzern Sandoz in Basel innerhalb eines Forschungsprogramms, das sich mit der therapeutischen Anwendung von Lysergsäure befasste. LSD zeigte in den ersten pharmakologischen Studien an Tieren keinerlei ungewöhnlichen Eigenschaften und so verschwand LSD in irgendeinem Laborregal, bis Hoffmann dann im Jahre 1943 ein seltsames Erlebnis hatte, das er auf den zufälligen Kontakt mit diesem Präparat zurückführte:

"Vergangenen Freitag, den 16. April, musste ich mitten im Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einem nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durchäußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen (das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell) drangen ununterbrochen phantastische Bilder. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand." Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die merkwürdigen Symptome erwecken bei Albert Hofmann natürlich den Verdacht, dass sie in direktem Zusammenhang mit seiner gerade bearbeiteten Substanz LSD stehe. Er entschloss sich daher zu einem Selbstversuch, den er 3 tage später durchführte. Als Dosis wählte er vorsichtig nur 0,25 mg, was aber aus heutiger Sicht das etwa drei- bis zehnfache einer durchschnittlichen Dosis war. Entsprechend heftig war sein Erlebnis. Er fühlte sich von einem Dämon besessen und dachte, er müsste sterben oder für immer wahnsinnig bleiben. Erst in der Abklingphase kam es auch zu positiven eindrücken. Damit war LSD geboren. Am Anfang hatte keiner geahnt, dass LSD mal als Rauschdroge populär werden würde. Das Einsatzgebiet sah man klar in der Psychiatrie und Psychologie. Es folgten viele Versuchsreihen auf der ganzen Welt.

Wirkung

- LSD ist eine stark psychische Droge, die visuelle und akustische Wahrnehmungen verändert.
- 30-60 Minuten nach der Einnahme scheinen Farben deutlicher, bewegliche Dinge hinterlassen Spuren.
- Zwei Stunden später sind die Effekte noch intensiver, so dass die Wahrnehmungen auch bei geöffneten Augen sichtbar sind.
- Beim Wirkungshöhepunkt scheint die Zeit still zu stehen. Das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, löst bei einigen Menschen ein tiefes mystisches Erlebnis, bei anderen Angstgefühle aus
- Etwa 5-6 Stunden nach Einnahme lässt die Drogenwirkung nach
- Nach 8 Stunden ist der Trip normalerweise vorbei, wobei einige Rauscheffekte auch nach dem Ausschlafen noch spürbar sein können
- Während leichte Trips ca. 5-6 Stunden wirken, können starke auch mehr als 12-16 Stunden andauern
- Nicht realistische Ängste können an die Oberfläche treten.

Abhängigkeit

- keine körperliche Abhängigkeit
- Gewöhnungseffekt tritt schnell auf, nach 3-4 Tagen Dauergebrauch bleibt jede Wirkung bei beliebiger Dosierung aus
- Es tritt eine starke psychische Abhängigkeit ein Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gefahren

- Angstzustände, Verfolgungswahn, Geisteskrankheiten können ausgelöst werden
- Fehlhandlungen sind möglich (Selbstmordversuch)
- Verkehrsuntüchtigkeit
- Noch Wochen und Monate nach der letzten Einnahme können sich Wahnvorstellungen halten, und es können Zustände auftreten, in denen das Gefühl von Wirklichkeit verloren geht
- Chronischer Missbrauch verändert Persönlichkeit
- Bleibende psychische Schäden nach schwerem Missbrauch sind möglich

Besondere Risiken

Es ist in der Vergangenheit wiederholt vorgekommen, dass an Konsumenten Stoffe weitegegeben wurden, die mit LSD nichts zu tun hatten, sondern ganz andere Substanzen enthielten. Die Folgen waren hierbei schwerste Vergiftungen.

Noch Wochen und Monate nach dem letzten LSD- Konsum kann plötzlich der sog. "Flash-back" (wiederkehrender Rausch) auftreten. Hierbei können Angstzustände, Verfolgungswahn und Halluzinationen auftreten. Da für diejenige Person, die diese Erscheinung erlebt, der Gedanke nahe liegt, es mit Erscheinungen einer beginnenden Geisteskrankheit zu tun zu haben, kann es zu Fehlverhalten (Selbstmord) kommen. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da der "Flash-back" ohne Vorankündigung eintritt, kann er in ungünstigen Momenten (Autofahrt) beginnen, was schlimme Folgen haben kann, auch für andere Personen.

Amphetamine - Speed

Aussehen und Einnahme

Amphetamine werden in Form von Pulver (gelblich oder weiß), manchmal Tabletten oder Kapseln zum Schlucken angeboten. Oft werden sie auch geschnupft, manchmal gespritzt, und seltener geraucht. Beim Spritzen besteht die Gefahr einer Infektion (z.B. HIV oder Hepatitis-Viren), wenn bereits benutztes und verunreinigtes Spritzbesteck gebraucht wird.

Herkunft und Geschichte

Amphetamin wurde erstmals 1887 synthetisiert. Für medizinische Zwecke wurde es erst 1930 als Asthmamittel (Handelsname: Benzidrin) wiederentdeckt. Einen regelrechten Boom erfuhren die synthetischen Amphetamine und die noch potenteren Anregungsmittel auf der Basis von Mettamphetaminen im 2. Weltkrieg als Wachmacher für Soldaten und in der Rüstungsindustrie Beschäftigte. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In den USA, Japan oder Skandinavien kam es durch den Amphetaminmissbrauch breiter Bevölkerungsschichten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu regelrechten "Drogenkrisen". Als Tanz- und Sexdrogen innerhalb bestimmter Jugendkulturen gewann "Speed" an Bedeutung.

Ursprünglich als Heilmittel frei zugänglich, wurde die Herstellung, Abgabe und Verwendung von Amphetaminen angesichts der unerwünschten gesundheitlichen und psychosozialen Folgen ihres Gebrauches seit den 50er Jahren der Kontrolle der internationalen und jeweiligen nationalen Betäubungsmittelgesetzgebung unterstellt.

Medizinische Anwendung

Amphetamine werden angewendet als:

- Asthmamittel (früher)
- Appetitzügler zur Gewichtsreduzierung
- Bei Kindern, die durch aggressives Verhalten auffällig werden, können Amphetamine einen gegenteiligen Effekt erzielen
- Behandlung der Narkolepsie (zwanghafte Schlafanfälle)

Verbreitung in der Schweiz

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) schätzt die Zahl der weltweit Amphetamin-Süchtigen aufüber 2 Millionen Menschen. In der schweizerischen Gesundheitsbefragung aus dem Jahre 1997 fanden sich 1 bis 2% der 15- bis 39-jährigen Befragten, die in ihrem Leben bereits Anregungsmittel genommen hatten. Umgerechnet auf die Wohnbevölkerung der Schweiz in diesem Alter ergibt das 27000 Amphetaminkonsumenten, eine Zahl die weit unterhalb der realen Verbreitung dieser Substanzen liegen dürfte.

Wirkung

Die körperlichen und psychischen Wirkungen der Amphetamine sind vielfältig:

- Sie unterdrücken das Gefühl von Müdigkeit und das Bedürfnis nach Schlaf.
- Sie erzeugen Gefühle erhöhter Wachheit und Euphorie.
- Sie erhöhen die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.
- Sie lassen Hungergefühle und Schmerzempfindung verschwinden.
- Sie erhöhen den Blutdruck, und beschleunigen den Puls.
- Sie entspannen die Bronchialmuskulatur (man kann tiefer durchatmen).

Abhängigkeit

Amphetaminkonsum führt nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit. Trotz starker Toleranzwirkung tritt kein typisches Entzugssyndrom auf. Nach Absetzen der Substanzen sind jedoch häufig einige der Wirkungen entgegengesetzte Symptome, wie extremes Schlafbedürfnis, starkes Hungergefühl, depressive Stimmung, Gereiztheit usw. vorhanden.

Gefahren

Die psychische Abhängigkeit kann ein hohes Mass erreichen. Auf die Dauer eingenommen, führen die Amphetamine zu Schlaflosigkeit, wobei Wahnvorstellungen auftreten können. Der Bezug zur Realität geht verloren. Wegen der inneren Unruhe werden oft Schlafmittel eingenommen. Bei Langzeitgebrauch kann es zu einer Amphetamin-Psychose kommen, die nur schwer zu heilen ist, und zu Lungenhochdruck mit Kreislaufschädigung führen kann. Besonders hoch ist das Risiko der unkontrollierbaren Rauschdauer und den Nebenwirkungen, weil Reinheitsgrad und Zusammensetzung bei illegalen Produktion fast nie bekannt ist. Amphetamine, in der Szene als "Speed" bekannt, werden häufig anderen illegalen Drogen zur Wirkungsverstärkung beigemischt. Besonders LSD enthält oft Speed.

Ecstasy (XTC)

Aussehen und Einnahme

Die Ecstasy - Skala reicht von weißen, grünen, blauen und roten Tablettenüber Tabletten mit verschiedenen Aufdrucken oder Schriftzügen. Zum Teil ist Ecstasy auch in Kapsel- oder Pulverform erhältlich.

Aus in Holland durchgeführten Laboruntersuchungen wissen wir, dass immer häufiger andere Substanzen unter dem Namen Ecstasy verkauft werden, z.B. andere Amphetamine (wie MDA), LSD oder einfach nur Tabletten ohne Wirkung. Es ist aber auch Kunststoffweichmacher mit der Abkürzung MDA von Unkundigen verwendet worden, es gab dabei Todesfälle und Lebertransplantationen. Das Design der Droge ist sehr unterschiedlich, es gibt sie in sehr vielen Varianten. Der Preis schwankt zwischen Fr. 20.00 bis Fr. 120.00.

Herkunft und Geschichte

Ecstasy wurde 1914 von der Firma E. Merck ursprünglich als Appetitzügler synthetisiert. Die chemische Bezeichnung für Ecstasy lautet Methylendioxymethamphetamin (MDMA). Die vollsynthetisch produzierte Substanz MDMA wurde anfänglich aus der Muskatnuss und der Petersilie hergestellt. Wegen seines psychotropen Wirkungsspektrums ließ sich MDMA nicht wie geplant vermarkten und blieb für die nächsten Jahrzehnte unbeachtet. Zur Wiederentdeckung kam es erst in den späten 60er Jahren, als eine Gruppe amerikanischer Naturwissenschaftler MDMA im Selbstversuch näher erforschte und dessen spezielle psychische Wirkungen detaillierter dokumentierte.

Als Strassendroge tauchte MDMA erstmals Ende der 60er Jahre in San Francisco (flower power) auf und verbreitete sich in den 80er Jahren von Amerikaüber England nach Europa. Anfänglich wurden unter dem Namen "Ecstasy" auch Drogen wie PCP (Angeldust) und DOM verkauft. 1987 ergab eine Untersuchung, dass ca. 40% der Studenten einer amerikanischen Universität Erfahrungen mit der Droge MDMA hatten. Das Ausmaß des Konsums in der Schweiz kann derzeit nur geschätzt werden. So sollen im Raum Zürich an einem Wochenende 5000 bis 7000 Pillen (vermutlich mehr) geschluckt werden und die Zahl der regelmäßigen Konsumenten in der Schweiz soll sich auf 10000 belaufen. An manchen Techno- Partys sollen bis zu einem Drittel der Besucher Ecstasy schlucken.

Zu der ersten einscheidenden Maßnahme im Umgang mit MDMA kam es 1985 in den USA: Aufgrund von sich häufenden Berichtenüber die im Tierversuch nachgewiesene hirnschädigende Langzeitwirkung von MDMA, wurde die Substanz rigoros der ersten Kategorie des amerikanischen Betäubungsmittelgesetzes unterstellt. 1986 zog die Schweiz nach. Als einzige Ausnahme vom weltweiten Verbot bezüglich Herstellung, Besitz, Konsum, und Verbreitung von MDMA war es bis 1993 noch einer kleinen Anzahl von Psychotherapeuten, namentlich Mitgliedern der "Schweizerischen Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie" erlaubt, die Substanz versuchsweise therapeutisch einzusetzen. Europaweit bestehen neben einer kleinen lokalen Produktion Hinweise auf größere, professionelle Produktions- und Verteilstätten von Ecstasy und anderen Designer-Drogen in Staaten des ehemaligen Ostblockes, sowie insbesondere in den Niederlanden.

Wirkung

Bezüglich der Wirkungen und Folgen des Ecstasy-Konsums gibt es sehr wenig einheitliche Erkenntnisse, da die Wirkung auf Körper und Psyche von sehr, sehr vielen inneren undäußeren Faktoren abhängig ist. Dementsprechend werden heftige "Glaubenskämpfe" insbesondereüber mögliche negative Folgen des Langzeitkonsums geführt. Diese Auseinandersetzungen erschweren eine sachliche Diskussion und Informationsvermittlungüber Stoff und Wirkung. Im Folgenden werden deshalb ausschließlich Wirkungen beschrieben, die in der Literatur mit Ecstasy in Verbindung gebracht werden, oder Erfahrungen, von denen User in der Literatur berichten.

Bericht eines Ecstasy-Konsumenten: "Einen Blick auf die Uhr, um den Wirkungseintritt besser einzuschätzen, dann einen exponierten Platz suchen, um in dieser Zeit die Leute besser zu beobachten. 45 Minuten später: Ich beginne zu spüren, dass ich nicht gelinkt wurde, dass meine Tablette kein Aspirin war. Ein leichtes Wärmegefühl um die Magengegend wird langsam zu einem im Körper umfließenden wohligen Gefühl, das in eine steigende Vorfreude mündet. Das Treiben, den Lärm um mich herum nehme ich wie durch Watte war. Die Menschen, die mir gerade noch völlig egal waren, beginne ich sympathisch zu finden, sie sogar zu mögen. Der Alltag ist weit hinter mir, etwas Weltbewegendes geht hier vor. Alles ist gut! Alles gefällt mir! Ein Jubel breitet sich in mir aus, ich will ihn hinausschreien, also schreie ich. Die es mitkriegen, lächeln mir zwinkernd zu, wünschen mir eine gute Reise.

Zwei Stunden später: Der Zenith istüberschritten, ich schlüpfe wieder in meine Hülle zurück, widerstrebend, aber unvermeidlich erlischt der Sternglanz des Glücks...".

Die Wirkung von Ecstasy ist sehr einfach zu fühlen, aber sehr schwer zu beschreiben, da sie zwei gegensätzliche Eigenschaften, nämlich Anregung und Entspannung, miteinander verbindet. Die psychotrope Wirkung von Ecstasy setzt in der Regel 20-60 Minuten nach der Einnahme ein. Es werden gewöhnlich 75-150 mg Reinsubstanz benötigt. Das Wirkungsmaximum wird in der folgenden Stunde erreicht, und nach weiteren zwei Stunden klingen die psychotropen Effekte langsam wieder ab. die Nebenwirkungen (sympathomimetische -Stimulation) halten normalerweise noch ein paar Stunden an. Über die psychische Wirkung sind mittlerweile viel Details bekannt geworden, sie gilt als multifaktorielles Zusammenspiel aus Drogeneigenschaften, Dosierung, Set (innere Disposition des Konsumenten) und Setting (äußerliche Umgebungsfaktoren). Bei angemessener Dosierung werden folgende Effekte berichtet:

- Entspannung
- milde Euphorie und Ekstase
- Glück und Wärme
- Gefühle der Liebe und Zuneigung
- unerschöpfliche Energie und Antriebssteigerung
- Offenheit, Mitgefühl und Akzeptanz anderer
- intensiveres Erleben
- Abbau von Hemmungen bei erhalten bleibender geistiger Klarheit
- seelische Ausgeglichenheit

Insgesamt stellt die Wirkung einen persönlichkeitsbezogenen Rausch dar, indem Gefühle, Gedanken und Sinnesreize angeregt werden und es leichter fällt, sich in andere Personen hineinzufühlen und mit ihnen offene und unverkrampfte Gespräche zu führen.

Einige Leute berichten von einer mystisch-ekstatischen Verschmelzung zwischen ihnen und der Umwelt, dabei sind diese Veränderungen im persönlichen Erleben verbunden mit einer Steigerung des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls. Des weiteren wird von einer verbesserten Introspektionsfähigkeit berichtet, d.h. von einem besseren Zugang zu den eigenen Gefühlen, Stimmungen und Konflikten. Reine Amphetamine bringen im Vergleich zu Ecstasy eine stärkere Aktivierung und Leistungssteigerung.

Im Gegensatz zur Wirkung von LSD fehlen die halluzinatorischen Effekte beim Ecstasy-Rausch total. In der Regel bleibt die Selbstkontrolle erhalten. Üblich sind hingegen leichtere Wahrnehmungsveränderungen, wie verschwommenes Blickfeld, Unfähigkeit zur Fokussierung sehr naher Gegenstände, Nachbilder und eine veränderte Art und Weise Geräusche wahrzunehmen. Bei Hochdosierung von 200 mg und mehr tritt keine Steigerung des Rausches mehr ein, während die Wahrscheinlichkeit von Kreislaufproblemen, Krämpfen und notorischer Unruhe und Desorientierung steigt. Die verschiedenen Wirkungen der Droge können auf körperliche und geistige Hauptwirkung zusammengefasst werden. Einerseits werden Muskelspannungen gelockert und anderseits Ängste abgebaut.

"Leute auf Ecstasy haben das Gefühl, sich frei bewegen und ausdrücken zu können. die Droge erzeugt einen Geschmack von Leben ohne Zwänge, die wir als Teil unseres Lebens akzeptiert haben. Gebraucher/innen vergleichen die Wirkung oft mit Erinnerungen aus der früheren Kindheit, als sie den Menschen in die Augen schauten, im Augenblick lebten und noch keine Hemmungen hatten."

Abhängigkeit

Bei Ecstasy treten in der Regel keine körperlichen Entzugssymptome auf, sofern es sich wirklich um Ecstasy handelt und nicht um solche Drogenmischungen, die eine physische Abhängigkeit hervorrufen können. Gerade Ecstasy in Kapseln lässt sich besonders leicht mit anderen Substanzen vermischen. Die Kapseln müssen lediglich aufgeschraubt werden, wenn man sie danach mit einer anderen Substanz wieder Auffüllen will. Die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit, welche im Gefühl zum Ausdruck kommt, nur noch mit der Droge gut drauf sein zu können, ist jedoch vorhanden. Regelmäßige Konsumenten und Konsumentinnen müssen mit der Zeit die Drogendosis steigern, um noch Wirkungen zu erzielen. Solche Dosissteigerungen werden wohl durch die psychische Abhängigkeit noch gefördert. Zudem verstärken höhere Dosen die unerwünschten Nebenwirkungen von Ecstasy: Übelkeit, Krämpfe, Depression und Angstzustände können Folgen davon sein.

Gefahren

Unter der Wirkung von Ecstasy werden die Alarmsysteme des Körpers nicht mehr wahrgenommen: Durst und Hunger, Schwindel, Unwohlsein, Erschöpfung oder Schmerzen werden nicht rechtzeitig bewusst, um einen lebensbedrohlichen Kollaps, einer Art Hitzeschlag des Körpers vorbeugen zu können. Dazu kommt es, wenn durch den extremen Flüssigkeitsverlust und die gesteigerten Abbauprodukte im Stoffwechsel der Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt entgleist. Die Körpertemperatur kann bis aufüber 41°C ansteigen. Besonders gefährdet sind Ecstasy-User, die an Herzkrankheiten, asthmatischen Krankheiten, Epilepsien oder anderen Krankheiten leiden. Durch Abbauprodukte im Stoffwechsel (z.B. das Myoglobin, das bei starker körperlicher Anstrengung freigesetzt wird) kann die Funktion der Nieren und der Leber erheblich beeinträchtigt oder geschädigt werden, wobei es zum Leber- oder Nierenversagen kommen kann.

Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol wird die Wirkung der Amphetamin-Derivate reduziert, die Nebenwirkungen nehmen jedoch stark zu.

Auch in der Schweiz sind bereits einige akute tödliche Kollaps- und Erschöpfungszustände registriert.

Was tun bei Drogennotfällen?

Siehst du, dass jemand auf einem "bad trip" ist, einen Panikanfall bekommt, oder gar kollabiert, dann bringe die Person an einen ruhigen Ort (frische Luft). Ruhe ist jetzt zunächst das allerwichtigste. Du kannst auch beruhigend auf die Person einwirken: Zum Beispiel, indem du ihr mit einfühlsamer Stimme versicherst, dass alles wieder gut wird. Versuche die Person auf positive Gedanken zu bringen. Sollte sich der Zustand der Person extrem verschlimmern, dann rufe einen Notarzt und kläre ihnüber die Situation (konsumierte Drogen) auf (er unterliegt der Schweigepflicht).

Interview / Befragung

Wir haben der Polizei der Städte Genf, Basel und Bern zehn fragen zum Thema Drogen, Drogenpolitik gestellt. Nachfolgend die Fragen mit den jeweiligen Antworten.

>> Antwort der Stadtpolizei Genf

>> Antwort der Stadtpolizei Bern

>> Antwort der Stadtpolizei Basel

>> Persönliche Stellungnahmehttp://user.starnet.ch/agrob/drugs/

Antworten Stadtpolizei Genf

Ausnahmsweise beantworten wir Ihre Fragen in deutscher Sprache da wir ja bekanntlicherweise nur Französisch anerkennen. Sie werden deshalb einige Schreibfehler feststellen.

Frage: Wie groß ist die Problematik betreffend Drogen in Ihrer Stadt?

Antwort: Genf, als Grenzstadt mit Großstadt Charakter, hat schon immer eine harte Politik betrieben. Wir lassen keine Konzentration von Süchtigen und Dealern zu. Trotz allem können wir leider nicht verhindern, dass immer mehr Abhängige aus dem Welschen und dem französischen Hinterland in unsere Stadt kommen. Heroin und Kokainwaren noch nie so billig und so reichlich vorhanden. Der Preis ist 5 mal niedriger als in Frankreich, was natürlich die Attraktivität unserer Stadt noch stärker erhöht und das Einzugsgebiet aufüber 200 Kilometer ausdehnt.

Was ist dagegen unternommen worden?

Starke Polizeikontrollen um Ansammlungen zu verhindern.

Was möchten Sie in Zukunft dagegen unternehmen?

Wir werden unsere Politik nichtändern.

Gibt es bei Ihnen auch mit der sogenannt weichen Droge Cannabis Auseinandersetzungen?

Bestimmt - wie anderswo sind die Meinungen getrennt.

Wie gehen Sie gegen den Hanfanbau vor?

Wir tolerieren nur legale Kulturen. Jede andere Bepflanzung wird bei uns systematisch ausgerottet, sobald wir davon Kenntnis haben.

Wie stehen Sie zur Legalisierung von weichen Drogen?

Wir können uns der zweiten Variante des Bundesrates anschließen und auf Straffreiheit bei Konsumenten verzichten. Jeder Verkauf und Handel muss jedoch stärker bestraft werden.

Wie wirkt sich die Anschaffungskriminalität, wenn vorhanden auf Ihre Stadt aus?

Wir verweisen auf Punkt 1.

Welche Arten von illegalen Drogen werden in Ihrem Bezirk hauptsächlich beschlagnahmt und in welcher Menge?

1999 (nur Dealer, ohne Grenze und Flughafen) Heroin 7,9 kg ; Kokain 16,75 kg.

Welche Strafen werden für den Besitz von weichen, welche für den Besitz von harten Drogen erteilt?

Meistens Busse; wir befolgen genau die Vorschriften laut SGB.

Besteht von Seite der "Abhängigen" ein großer Widerstand gegen Ihre Arbeit?

Nein, da wir versuchen "menschlich" zu handeln.

Antworten Stadtpolizei Bern

Wie groß ist die Problematik betreffend Drogen in Ihrer Stadt?

In der Stadt sind zur Zeit fast alle gängigen Betäubungsmittel im Umlauf. Heroin wird vorwiegend durch Albaner, Kokain durch Schwarzafrikaner verkauft. Der Kauf von Haschisch und Marihuana wird größtenteils in den allseits bekannten Hanfläden abgewickelt. Ecstasy etc. wird durch verschiedene Personenkreise angeboten. Zur Zeit ist die Drogenszeneüberschaubar und es haben sich keine sichtbaren Massierungen gebildet.

Was ist dagegen unternommen worden?

In der Stadt Bern wurde durch den Gemeinderat eine Task Force gebildet, welche sich hauptsächlich aus der Polizeidirektion und der Fürsorgedirektion zusammensetzt. In Anwendung der vom Bund propagierten 4 Säulen Politik wird auch in der Stadt Bern vorgegangen. Von polizeilicher Seite wird versucht durch spezielle Gruppen eine offene Drogenszene bereits im Ansatz zu unterbinden

Was möchten Sie in Zukunft dagegen unternehmen?

Nebst dem Obengenannten wird die sogenannte Prävention, das heißt Aufklärung, forciert. Dies mit verschiedenenöffentlichen Aktionen und Vorträgen bei verschiedenen Institutionen.

Gibt es bei Ihnen auch mit der sogenannt weichen Droge Cannabis Auseinandersetzungen?

Bei Festnahmen wird immer wieder Haschisch und Marihuana sichergestellt. Gestützt auf das Betäubungsmittelgesetz werden diese Personen verzeigt. Ebenfalls wurden in letzter Zeit (Oktober/November 1999) größere Ermittlungen gegen in Bern ansässige Hanfläden getätigt.

Wie gehen Sie gegen den Hanfanbau vor?

Das Problem des Hanfanbaus besteht seit längerer Zeit. Da jedoch die Justizbehörden dazu keine klare Stellung beziehen wollen, steht die Polizei mit ihren Aktionen und Ermittlungen, gestützt auf das Betäubungsmittelgesetz, etwas im luftleeren Raum. Grundsätzlich aber ist der Hanfanbau zum Zwecke des Konsums verboten.

Wie stehen Sie zur Legalisierung von weichen Drogen?

Gemäss unseren Erfahrungen und Erkenntnissen, können die weichen Drogen nach wie vor als Einstiegsdrogen und, entgegen anderslautenden Meinungen, als gesundheitsschädigend bezeichnet werden. Die Meinung des Polizisten ist jedoch nicht relevant, haben wir uns doch an das geltende Gesetz zu halten und dieses durchzuführen.

Wie wirkt sich die Anschaffungskriminalität, wenn vorhanden auf Ihre Stadt aus?

Bezüglich der Drogenkonsumenten besteht die Anschaffungskriminalität darin, sich das Geld für den Konsum entweder durch Prostitution, Weiterverkauf der erworbenen Drogen zur Finanzierung des Eigenkonsums oder aber auch durch Diebstähle oder Einbruch-Diebstähle, mit anschließendem Verkauf des Deliktgutes zu Spottpreisen oder direktem Eintausch gegen Rauschgift, zu beschaffen.

Welche Arten von illegalen Drogen werden in Ihrem Bezirk hauptsächlich beschlagnahmt und in welcher Menge?

In der Gemeinde Bern werden alle gängigen, illegalen, Drogen sichergestellt. Dies sind: Haschisch, Marihuana, Ecstasy, Heroin, Kokain.

Welche Strafen werden für den Besitz von weichen, welche für den Besitz von harten Drogen erteilt?

Dazu können wir leider keine Angaben machen. Diese Kompetenz liegt alleine in den Händen der Justiz.

Besteht von Seite der "Abhängigen" ein großer Widerstand gegen Ihre Arbeit?

Der Widerstand ist je nach Situation geteilt. Alle Rauschgift-Abhängigen sind sich bewusst, dass sie, sofern ihnen der Konsum nachgewiesen werden kann, entsprechend verzeigt werden. Ihr Widerstand ist aber nicht gegen die Polizei gerichtet, sondern hat mehr mit der daraus resultierenden Geldstrafe oder sogar Gefängnisstrafe zu tun. In vielen Fällen verstehen sie jedoch, dass wir lediglich unsere Arbeit nach bestehenden Gesetzen erfüllen müssen. Führten unsere Ermittlungen zur Verhaftung eines Drogendealers, welcher an die Süchtigen schlechten Stoff verkaufte, ernten wie sogar Lob. Ansonsten kann unser Verhältnis zu den Drogensüchtigen als gut bezeichnet werden.

Antworten Stadtpolizei Basel

Grundsätzlich wird im Kanton Basel-Stadt die Verfahrensführung und Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft geführt. Als agierendes Element steht diesen das Betäubungsmitteldezernat zur Verfügung. Das will aber nicht heißen, dass deshalb die Sicherheitsabteilung (Uniformpolizei) oder der Fahndungsdienst in der hiesigen Drogenszene untätig ist. Es besteht eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen, die letztlich unter anderem alle das gleiche Ziel haben, nämlich die Bekämpfung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Wie groß ist die Problematik betreffend Drogen in Ihrer Stadt?

In Basel zählen wir zur Zeit gegen 2000 Drogenkonsumenten, die der Polizei namentlich mehr oder weniger bekannt sind. Die Dunkelziffer der Konsumenten dürfte aber wesentlich höher sein. Eine eigentliche offene Drogenszene kennen wir im Moment in Basel nicht. Es gibt Orte, wo sich "Fixer" treffen; diese Örtlichkeiten sind der Polizei jedoch bekannt. Dazu kommt, dass in Basel drei Gassenzimmer existieren, in denen die "Fixer" unter Aufsicht von SozialbetreuerInnen ihre Drogen konsumieren können. Diese Lokalitäten, eigentlich illegal in Bezug auf das Betäubungsmittelgesetz, stehen aber einem echten Bedürfnis der Gesellschaft gegenüber. Die offene Drogenszene kann dadurch weitgehend eliminiert werden und gleichzeitig ist die Möglichkeit einer kontrollierbaren Szene gegeben. Im Kanton Basel-Stadt wird diese Drogenpolitik seit einigen Jahren praktiziert und hat eine gewisse Stabilität erreicht.

Was ist dagegen unternommen worden?

Im Kanton Basel-Stadt besteht ein sogenanntes 4-Säulenmodell, bestehend aus Prävention, Schadensminderung, Therapie und Repression, welches als Grundlage der Basler Drogenpolitik dient. Die Bekämpfung des illegalen Drogenkonsums wird in Basel auf verschiedene Arten geführt. Einerseits besteht dies in der Prävention mit einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit, die bereits in den Schulen beginnt und andererseits mit repressiven Maßnahmen gegen Zuwiderhandelnde, die durch das Gesetz bestimmt werden. Es gibt auch regelmäßige Gespräche am "runden Tisch" der Behörden und mit dem Kantonalen Drogenstab.

Was möchten Sie in Zukunft dagegen unternehmen?

Für die Zukunft versucht unser Kanton sicher eine Abnahme, zumindest eine Stagnation der Szene zu erreichen. Dafür muss die Prävention in der Öffentlichkeit noch mehr gewichtet werden und gleichzeitig die repressiven Maßnahmen verstärkt werden. Parallel dazu muss die medizinische und soziale Betreuung erhalten bleiben, ohne dabei Anreizpunkte zum Drogenkonsum zu schaffen.

Gibt es bei Ihnen auch mit der sogenannt weichen Droge Cannabis Auseinandersetzungen?

Nebst dem Verkauf von harten Drogen wird nach wie vor Haschisch und Marihuana angeboten. Da jedoch die sozialen, gesundheitlichen und strafrechtlichen Folgen des Konsums weicher Drogen weitaus geringer ausfallen als diejenigen von Heroin und Kokain, halten sich die Auseinandersetzungen behördlicherseits in Rahmen.

Wie gehen Sie gegen den Hanfanbau vor?

Im Kanton Basel-Stadt steht der Hanfanbau aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse weniger zur Diskussion. Hingegen stellen wir eine Zunahme des Cannabisverkaufs, welcher sich größtenteilsüber die sogenannten "Hanflädeli" abwickelt, fest.

Wie stehen Sie zur Legalisierung von weichen Drogen?

Die Legalisierung weicher Drogen wird demnächst auch auf politischer Ebene diskutiert. Mit der Einreichung einer Motion für eine Legalisierung weicher Drogen gesamtschweizerisch, sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Vorerst zählen nach wie vor die Gesetzesbestimmungen und die verbieten den Besitz und Konsum weicher Drogen und entsprechendes Handeln gilt auch für Basel.

Wie wirkt sich die Anschaffungskriminalität, wenn vorhanden auf Ihre Stadt aus?

Die Beschaffungskriminalität ist eine der vielen Begleiterscheinungen die sich auch in unserer Drogenszene breit gemacht hat. Kleinere Einbrüche, Entreissdiebstähle, speziell aufältere Personen, kommen immer wieder vor. Da die Preise für Heroin und Kokain zur Zeit auf der "Gasse" relativ niedrig sind, hat sich diese Situation entschärft.

Welche Arten von illegalen Drogen werden in Ihrem Bezirk hauptsächlich beschlagnahmt und in welcher Menge?

1999 wurden im Kanton Basel-Stadt mehrere Kilo Heroin beziehungsweise Kokain sichergestellt. Dazu erfolgte die Beschlagnahmung von rund 320 kg Cannabisprodukten in den "Hanflädeli" und einige hundert Tabletten der Designerdrogen wie Ecstasy etc.

Welche Strafen werden für den Besitz von weichen, welche für den Besitz von harten Drogen erteilt?

Gemäss konstanter Praxis des Strafgerichts Basel werden reine Konsumentendelikte (weiche und harte Drogen) ausschließlich mit Bussen bestraft. Die jeweilige Bußenhöhe hängt von den konkreten Tatumständen ab.

Besteht von Seite der "Abhängigen" ein großer Widerstand gegen Ihre Arbeit?

Im Grossen und Ganzen kann das Verhältnis zwischen Polizei und Konsumenten als gut bezeichnet werden. Ein eigentlicher Widerstand gegen unsere repressive Arbeit ist nicht zu erkennen. Allerdings ist eine Kooperativität nur in wenigen Fällen zu erwarten, dafür sind die Interessen zu verschieden.

Persönliche Stellungsnahme

Wir waren von den ausführlichen Antworten positivüberrascht. Uns ist aufgefallen, dass die beiden Städte Basel und Bern in den meisten Fragen die selbe Meinung vertreten. Aus der Arbeit wurde erkenntlich, dass selbst die Polizei "nur" das Gesetz vertritt, obwohl die persönliche Meinung nicht immer mit diesem identisch ist.

Die Handlungen der Städte Basel und Bern, sind im Gegensatz zu jener der Stadtpolizei von Genf, liberal. Diese betreibt eine sehr "harte" Drogenpolitik. Im Bezug auf unsere letzte Frage konnten wir entnehmen, dass das Verhältnis zwischen der Polizei und den Abhängigenüberraschend gut ist.

Details

Seiten
28
Jahr
1998
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102028
Note
5.7 (CH!)
Schlagworte
Drogen Lehrabschlussprüfung

Autor

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Titel: Was sind Drogen?