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Inflation. Kurze Einführung zu Berechnung, Ursachen und Arten

Hausarbeit 2001 12 Seiten

VWL - Konjunktur und Wachstum

Leseprobe

Inflation

1.) Was versteht man unter Inflation?

Unter Inflation versteht man ein anhaltendes Steigen des Preisniveaus, ohne das sich das Gut in Qualität oder Quantität verändert. Das Preisniveau ist der Durchschnitt aller wichtigen Güter in einer Volkswirtschaft.

Steigt also das Preisniveau wird die Kaufkraft der Konsumenten sinken, da die Kaufkraft des Geldes im umgekehrten Verhältnis zum Preisniveau steht.

Kaufkraft = 1 / Preisniveau.

2.) Wie berechnet man die Inflation?

Üblicherweise wird der Anstieg des Preisniveaus durch Preisindizes gemessen. Der in der Bundesrepublik bekannteste ist der der Lebenshaltung privater Haushalte.

Hier wird vom statistischen Bundesamt ein Warenkorb zusammen gestellt, der aus ca. 750 ausgewählten Güter besteht, die von durchschnittlichen Haushalten üblicherweise gekauft werden. Der Kaufpreis für den Warenkorb wird im Basisjahr mit 100 % oder mit 100 Punkten angesetzt. Aus dem Vergleich des für den Kauf notwendigen Geldbetrages im Berichtsjahr lässt sich dann die Entwicklung der Kaufkraft ableiten. Also ein Inflationsbarometer. Der Warenkorb wird alle 5 Jahre erneuert.

In Deutschland wird für die Berechnung des Preisindex für Lebenshaltung die Formel von Laspeyres angewendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beispiel: Prüfung 2001

Darüber hinaus lässt sich die Inflation auch über das Bruttoinlandsprodukt berechnen. Üblicherweise wird aber der Preisindex für Lebenshaltung herangezogen, da es für Konsumente unerheblich ist ob sich die Export- oder Investitionspreise ändern.

3.) Arten der Inflation

Hier unterscheidet man zwischen Erkennbarkeit, Dauer und der Schnelligkeit der Geldentwertung

3.1) Unterscheidung nach der Erkennbarkeit

Nach der Erkennbarkeit wird zwischen offener und verdeckter Inflation unterschieden. Von offener wird gesprochen, wenn die Preissteigerung offen zutage tritt, also an den Güterpreisen erkennbar ist. Von der verdeckten Inflation wird gesprochen, wenn sie nicht ersichtlich ist. Sie wird vom Staat reguliert und entsteht durch staatliche Eingriffe, wie zum Beispiel durch Festpreise. Ein Zeichen für eine verdeckte Inflation sind aufkommende Schwarzmärkte, auf denen die knappen Waren zu Wucherpreisen gehandelt werden.

3.2) Unterscheidung nach der Dauer

Bei den zeitlichen Aspekten unterscheidet man nach „temporärer“ und „permanenten“ Inflation. Die temporäre Inflation ist nur eine kurzfristige Preissteigerung, die sich nur auf einen Konjunkturzyklus beschränkt. Bei einer permanenten Inflation gibt es eine beständige Preissteigerung, die über mehrere Konjunkturzyklen hinweg besteht und daher auch zu bekämpfen gilt.

3.3) Unterscheidung in Ausmaß und Geschwindigkeit

Hier unterscheidet man zwischen 3 Inflationsgeschwindigkeiten, welche den Ausmaß der Inflation beschreiben.

1.) schleichende Inflation: jährlich 3 – 5 % Preissteigerung
2.) trabende Inflation
3.) und galoppierende Inflation oder auch Hyperinflation > 50% Preissteigerung

4.) Ursachen der Inflation

Die Preise für ein Gut bilden sich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Da bei der Preisbildung beide Marktseiten beteiligt sind können Preissteigerungen auch von beiden Seiten ausgehen. Entsprechend wird zwischen nachfrageinduzierten und angebotsinduzierten Inflationsursachen unterschieden.

5.)Nachfrageinflation

5.1) Monetaristische Inflationserklärung

Aus monetaristischer Sicht geht der Inflationsimpuls von einer zu starken Erhöhung der Geldmenge aus. Die monetaristische Inflationsursache weicht nicht stark von Nachfrageinflation ab. Durch die Erhöhung der Geldmenge kommt es zu einer stärkeren Nachfrage nach Konsumgütern oder Investitionsgütern, dadurch verschiebt sich die Nachfragekurve nach rechts und es kommt zu einer Preissteigerung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ursachen können unkontrolliertes Drucken von Notengeld durch die Zentralbank sein, aber auch das hemmungslose Schöpfen von Giralgeld durch die Geschäftsbanken. Als weiterer Möglichkeit einer Geldmengenerhöhung kommt ein Anstieg der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes in Betracht. Dies ist mit der Fisher´schen- Verkehrsgleichung nachweisbar P = G * U / H

- Bei unterbeschäftigter Wirtschaft wird eine Erhöhung der nachfragewirksamen Geldmenge zur Anhebung des Angebots bei mäßigen Preissteigerungen führen. -
- Bei Vollbeschäftigung verhindert die Kapazitätsgrenze ein Ansteigen von H, so dass eine Anhebung des Preisniveaus erfolgt.

Details

Seiten
12
Jahr
2001
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102950
Note
12 Punkte
Schlagworte
Inflation

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Titel: Inflation. Kurze Einführung zu Berechnung, Ursachen und Arten