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Defoe, Daniel - Robinson Crusoe

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 7 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

ROBINSON CRUSOE

„Eines der gelesensten und schönsten Bücher der Welt“. (Hermann Hesse) Autor:

Daniel Defoe wurde 1660 in London als Sohn eines Fleischers geboren. In seiner Kindheit litt Defoe hart unter der strengen Erziehung seines Vaters und durfte, weil sein Vater kein Kirchenmitglied war, nicht an der Universität studieren. Er besuchte deshalb eine außerkirchliche Akademie, wo er mehrere Sprachen lernte. 1683 wurde er, gegen den Willen seines Vaters, Kaufmann und gelangte auf seinen Reisen unter anderem nach Spanien, Frankreich und Holland. 1684 heiratete Daniel Defoe Mary Tuffley und trieb sein Geschäft in den Ruin. Er kam sogar wegen seiner sozialreformerischen Schriften ein Jahr lang ins Gefängnis. Als beinahe 60jähriger begann er seine großen Romane zu schreiben, innerhalb von 6 Jahren 5 Titel, deren erster sofort außergewöhnlichen Erfolg hatte: „The life andstrange surprizing adventures of Robinson Crusoe“ (1719; dt. Das Leben und die gantz ungemeinen Begebenheiten des berühmten Engelländers Mr. Robinson Crusoe, 1720). Alle Schriften und Romane Defoes sind getragen von puritanisch-pädagogischem Geist und religiösem Erbauungseifer. Defoe verkörperte zugleich das Selbstbewusstsein des erwachenden Bürgertums zur Zeit der Aufklärung; als Romancier war er bemüht, in seinen Büchern bürgerliche Tugenden wie Pflichttreue, Arbeitsamkeit, tätige Frömmigkeit als Grundlage und Norm einer idealen Gesellschaft zu zeigen.

Die sechs weiteren Romane Defoes blieben in ihrer Wirkung zunächst ganz auf England beschränkt. Er gilt als „Begründer des realistischen fiktivautobiographischen Romans“ (G.v. Wilpert).

1731 starb Defoe nach einem wirklich bewegten Leben und nie ganz geklärten, trüben Erscheinungen in seiner Familie eines ziemlich geheimnisvollen Todes, entfernt irgendwo im Verborgenen. Er hinterließ eine Frau und sieben Kinder.

Inhalt:

Robinson Crusoe (eigentlich Kreutznaer) wird 1632 in der Stadt York geboren. Gegen den Willen seines Vaters beschließt er schon in frühen Jahren Kaufmann zu werden. Auf seiner ersten Reise gelangt Robinson in einen schweren Sturm und wird nur mit viel Glück wieder ans Festland gespült. Dieses Erlebnis lässt ihn beinahe eine andere Berufswahl treffen, da bietet ihm ein abenteuerlustiger Seemann an, ihn auf eine seiner Reisen nach Afrika mitzunehmen. Robinson sagt zu und begibt sich erneut auf hohe See. Diesmal wird sein Schiff von Piraten geentert und Robinson wird als Sklave nach Salé (Westafrika) geschleppt. Nach 2 Jahren gelingt es ihm zu entkommen und Robinson muss sich umgehend mit wilden Tieren und wilden afrikanischen Eingeborenen herumschlagen, ehe er endlich von einem portugiesischen Handelsschiff aufgelesen wird. Als freier Mann besteigt er das Schiff, das ihn bei seiner Flucht aufnimmt und nach Brasilien bringt, wo Robinson einige Reisplantagen anbaut um sich finanziell abzusichern. Der hilfreiche Kapitän des Schiffes, ein Portugiese, kümmert sich aufopfernd um den gezeichneten Robinson. Als er genug Geld erwirtschaftet hat um erneut zu reisen, besteigt Robinson mit dem Kapitän ein Schiff, das von Brasilien zurück nach Afrika gehen soll. Wiederum hat Robinson Pech und gerät mit seinem Schiff in ein schweres Unwetter. Das Schiff zerschellt an der Küste einer unbewohnten Insel und Robinson muss sich als einziger Überlebender zurechtfinden. Aus Angst vor wilden Kannibalen, von denen er gehört hatte, und den wilden Tieren, von denen es in dieser Gegend nur so wimmeln sollte, errichtet sich Robinson in Schwerstarbeit eine Hütte am Gipfel eines Felsens. Die Utensilien, die er dafür benötigt, findet er in den Überresten seines Schiffes, das glücklicherweise nicht sofort ins Meer zurücktrieb. Robinson lebt einige Jahre in dieser Hütte, ernährt sich von Ziegen, die er mit Holzspeeren erlegt, baut sich aus einigen Getreidesamen einen Acker auf und führt ein Tagebuch über seine traurige Lage. Die Angst vor Eingeborenen und die Furcht davor, dass ihm seine Vorräte ausgehen könnten, plagen ihn ständig. Robinson übersteht einen Vulkanausbruch mit darauffolgendem Erdbeben und eine schwere Krankheit. Er beginnt seine Insel immer mehr zu durchforschen und sich über die ausgefallensten Tierarten Notizen zu machen. Langsam dankt Robinson Gott dafür, dass er ihn auf diese Insel geschickt hat, denn er findet immer mehr Gefallen an dem Leben ohne jegliche Zivilisation. Diese Selbstfindung dokumentiert er darin, dass er sich eine Liste aus guten und schlechten Dingen, die ihm bisher wiederfahren sind, zusammenstellt. Als er dahinterkommt, dass es keinen Zustand auf Erden gäbe, der nicht irgendetwas Dankbares an sich hätte, genießt er die nächsten Jahre seines Eremitendaseins und konzentriert sich auf die Bewirtschaftung seiner Felder und das Großziehen seiner Tiere. Nach zig Jahren Einsamkeit entdeckt Robinson jedoch Fußspuren, die auf keinen Fall von ihm stammen. Er findet heraus, dass wilde Eingeborene monatlich auf die Insel kommen um einige Gefangene hinzurichten. Eines Tages beobachtet er einen Gefangenen bei der Flucht, zögert nicht und hilft ihm, indem er alle seine Verfolger mit seiner Flinte niederstreckt. Beeindruckt von dieser Tat stellt sich der Gerettete Robinson als Diener für Ewig zu Verfügung. Robinson nennt ihn Freitag, nach dem Tag dessen Befreiung, und baut eine innige Freundschaft zu ihm auf. Er lehrt ihn seine Sprache, Lesen und Schreiben und liest ihm täglich aus der Bibel vor, um ihm den christlichen Glauben zu erklären. Als nach einigen Jahren ein spanisches Schiff mit meuternder Crew an der Küste anlegt um den überwältigten Kapitän auszusetzen, sieht Robinson erneut eine gute Gelegenheit, streckt mit Freitags Hilfe zahlreiche Meuterer nieder und hilft dem Kapitän dabei, wieder die Oberhand über sein Schiff zu gewinnen. Aus Dank nimmt dieser Robinson und Freitag mit nach England, wo er ihn nach 27 Jahren Abwesenheit wieder wohlauf zurück an Land bringt.

Das Werk, das bald zu einem ungeheuren Welterfolg wurde, wurde sehr bald Daniel Defoe zugeschrieben, obwohl es zuerst in London ohne Nennung des Autors erschienen war. Es ist nicht sicher, auf welchen Quellen Defoe fußt und ob er bereits die vor ihm erschienenen Robinsonaden gekannt hat. Den ersten Anstoß mag ihm sicher die seltsame Geschichte des schottischen Matrosen Alexander Selkirk gegeben haben, der infolge eines Streites mit seinem Kapitän auf einem Freibeuterzuge das Schiff verließ und fast viereinhalb Jahre auf der Insel Juan Fernandez lebte, bis er von einem Kapitän Woodes Rogers befreit wurde. Diese Berichte waren für Defoe wahrscheinlich das Gerüst und der Ausgangspunkt für seine Erzählung, die er mit sachkundiger Hand daraus formte.

Defoe verlegte den Schauplatz seiner Robinson-Geschichte auf eine kleine Insel in der karibischen See, in die Nähe der Insel Barbados. Der Aufenthaltsort seines eigentlichen Vorbildes, Alexander Selkirks, war die Fernandez Insel Gruppe im Pazifik, vor der chilenischen Küste, die später auf „Robinson-Crusoe-Inseln“ umbenannt wurde. Beide Inseln, die Fernandez-Gruppe und die Insel, die Robinson Crusoe in seiner Geschichte detailliert beschreibt, weisen klimatisch und geographisch gesehen einige Gemeinsamkeiten auf.

Vorwürfe, dass Defoe sich persönlich von Selkirk das Material beschaffte oder gar dessen Aufzeichnungen benutzte, weist der Defoe-Forscher Hermann Ullrich aber zurück. Ein einfacher Matrose wie Selkirk zur damaligen Zeit, der zur Not gerade seinen eigenen Namen schreiben konnte, sollte Aufzeichnungen gemacht haben? Selkirk habe sicher die Idee geliefert, mehr hat er aber sicher nicht dazu beigetragen.

Dass der beispiellose Erfolg dieses Buches zahlreiche Neider auf den Plan rief, ist verständlich. Es erfolgten Angriffe auf das Werk und den Verfasser, Schmähschriften, böse Kritiken. Defoe überging sie, solange er an den beiden folgenden Teilen arbeitete, später schrieb er Entgegnungen.

Größer jedoch war die Begeisterung über sein Buch, das sich besonders bei der Jugend sehr schnell die erste Stelle eroberte.

Das Werk ist ein Abenteuerroman in der Ich-Perspektive erzählt von Robinson Crusoe selbst. Robinson schildert als älterer Mann seine gesamte Geschichte von Geburt an, bis einige Jahre nach seiner Wiederankunft auf dem Festland.

Charaktere

Der Charakter von Robinson Crusoe ist also eine Widerspiegelung Alexander Selkirks, jenes Schotten, der im 17 Jahrhundert wirklich gelebt hatte und ähnliche Gefahren und Abenteuer wie Crusoe bewältigt hatte.

Robinson Crusoe ist natürlich der alleinige Protagonist in dem gleichnamigen Buch. Seine herausragenden Eigenschaften sind sicher die Abenteuerlust, die es ihm erst ermöglicht, auf solch katastrophal endende Reisen zu gehen, und die Fähigkeit, in freier Wildbahn ohne jegliche Zivilisation überleben zu können. Sein Durchhaltevermögen in einer aussichtslosen Situation und seine starke, sich während der Geschichte entwickelnde Beziehung zu Gott machen es ihm möglich, die Insel heil wieder zu verlassen. Robinson ist ein sehr freundschaftlich gesinnter Mensch. Mit keinem der Menschen, denen er auf seinen Reisen begegnet, außer seinem Vater und den wilden Eingeborenen, fängt er Streit an.

Freitag steigt zwar erst zur Hälfte des Buches in die Handlung ein, ist aber trotzdem ein wichtiger Bestandteil des Buches. Er wird von Robinson gerettet und unterwirft sich ihm von nun an. Er ist ein treuer Diener und ein lernfähiger Schüler, da Robinson ihm seine Sprache und seine Kultur aufzwingen will. Einzig den christlichen Glauben kann Robinson ihm nur mit sehr viel Mühe und Geduld erläutern. Freitag ist Robinsons bester Freund und treuester Begleiter.

Ohne Zweifel ist Robinson Crusoe ein Abenteuerbuch, wobei das besondere Motiv des langen, einsamen Insellebens das Reizvolle ist, das Schicksal des auf sich selbst gestellten Individuums, das noch einmal die ganze oder fast die ganze Entwicklung der Menschheit durchlaufen muss. Dazu kommt, dass es sich hier um kein reines Fantasieprodukt handelt, sondern dass das ganze Buch den Stempel des Dokumentarischen trägt, dass alles wahr und echt erscheint - angefangen von der Insel nicht allzu weit vom Festland in der Mündung des Orinoko-Stromes, über die Sitten der Wilden oder das damals geläufige Motiv der Meuterei bis hin zu der allmählichen Entwicklung Robinsons zum Handwerker, Hirten, Viehzüchter, Ackerbauer, Jäger und Krieger, zum Erzieher und Lehrer, aber auch zu der vom gleichgültigen und trotzigen Jungen zum gottesfürchtigen und nachdenklichen Mann, sodass die moralische Bilanz ein gewaltiges Plus aufweist.

Die jugendlichen Leser erleben hier schrittweise den Sieg des menschlichen Geistes über die Natur, über alle Schwierigkeiten, über Ohnmacht und Hilflosigkeit, hier beeindruckt sie, was Ausdauer, Überlegung und Planung vermögen.

Herz und Gemüt werden angesprochen durch Anteilnahme an dem Geschick des armen Schiffbrüchigen. Zudem ist auch ihrer Fantasie Genüge getan, da die Geschichte in die Ferne führt und in erregende Abenteuer.

Der ungeheure Erfolg dieses Buches hat auf dem Büchermarkt der ganzen Welt eine wahre Flut von so genannten Robinsonaden hervorgebracht, welche weniger das Inselmotiv verwenden, sondern die Konjunktur ausnützen, die der Name verspricht.

Für mich persönlich war das Buch „Robinson Crusoe“ eine spannende und interessante Lektüre. Einzig Defoes Liebe fürs Detail lässt die Geschichte ein wenig in die Länge gezogen wirken, was allerdings nichts an der Klasse dieses Buches ändert, nämlich dass es ein großartiges Werk ist.

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102985
Note
Gut
Schlagworte
Defoe Daniel Robinson Crusoe

Autor

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Titel: Defoe, Daniel - Robinson Crusoe