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Geraniaceae. Morphologische Charakteristika, Verbreitung und Arten

Ausarbeitung 2000 3 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Geranium pratense Geraniaceae

Blütendiagramm:

Blütenformel: *K5 C5 A5+5 G( 5 )

Morphologische Charakteristika:

Die Familie der Geraniaceae (Storchschnabelgewächse) ist beinahe ausschließlich krautig, allerdings kommen auch einige Sträucher vor.

Die gegen- oder wechselständigen, einfach oder zusammengesetzten Blätter sind häufig, ebenso wie die Stängel, mit Drüsenhaaren versehen (s. Abb. 1). Die Stängel sind oft knotig gegliedert.

Nebenblätter sind oft vorhanden. Die Blüten sind meistens radiär. Nur bei der Gattung Pelargonium bildet das mediane Kelchblatt einen Sporn aus, der aber auf seiner ganzen Länge mit dem Blütenstiel verwachsen ist. Deshalb tritt bei Pelargonium eine zygomorphe Blüte auf, die aber äußerlich nicht als solche zu erkennen ist. Die zwittrigen, oft proterandrischen (vormännlichen) Blüten sind einzeln oder in cymösen Blütenständen (Infloreszenzen) angeordnet (s. Abb. 2) . Sie besitzen in der Regel je fünf freie Kelchblätter und Kronblätter. Die Kronblätter sind oft groß und farbig. Die Staubblätter sind meist in zwei Kreisen, seltener in einem oder drei Kreisen, zu jeweils fünf vorhanden; die Filamente sind meistens am Grunde verwachsen (s. Abb. 3). Im Falle von zwei Kreisen ist der äußere obdiplostemon, dass heißt er steht vor den Blütenblättern und nicht auf Lücke zu diesen. Manchmal ist ein Stamina-Kreis zu Staminodien reduziert. Die Staubblattblasen sind oft verdickt, zum Teil verwachsen und tragen Nektarien. Der oberständige Fruchtknoten ist ebenfalls fünfzählig. Er ist coeno-syncarp und trägt in jedem der fünf Fruchtfächer (Loculament) eine oder zwei Samenanlagen an zentralwinkelständigen Plazenten. Die Frucht (s. Abb. 4) ist meistens eine fünf- bis zweiklappige Spaltfrucht, die um eine stehen bleibende Mittelsäule herum in einsamige, oft mit einer Grannenbildung versehene Teilfrüchte zerfällt. Kapselfrüchte kommen seltener vor. Die hygroskopischen Eigenschaften bewirken ein Zurückschnellen und dadurch ein plötzliches Ausschleudern der Samen (s. Abb. 5). Die Samen enthalten einen gekrümmten Embryo und wenig oder gar kein Endosperm.

Systematik :

Abteilung: Spermatophyta

Unterabteilung: Angiospermae

Klasse: Rosopsida

Unterklasse: Rosidae

Überordnung: Rosanae

Ordnung: Geraniales

Familie: Geraniaceae

Es existieren circa 750 Arten.

Die elf Gattungen der Geraniaceae können auf fünf Unterfamilien verteilt werden.

11 Gattungen:

Geranium

Erodium

Pelergonium

Monsonia

Sarcocaulon

Biebersteinia

Viviania

Dirachma

Balbisia

Wendtia

Geranium, Erodium, Pelargonium, Monsnia, Sarcocaulon gehören zur Unterfamilie Geranioideae. Diese Unterfamilie ist durch einen geschnäbelten Fruchtknoten charakterisiert. Biebersteinia gehört zur Unterfamilie Biebersteinioideae. Der Fruchtknoten hat nur einen Samen bei dieser Gattung. Viviania (Kapselfrucht) zu Vivianioideae und Dirachma ( 8 Fruchtblätter) zu Dirachmoideae. Diesen letzten drei Unterfamilien fehlt der Schnabel. Zu der Unterfamilie Wendtioideae zählen Balbisia, Wendtia und Rhynchotheca. Wendtioideae hat manchmal einen geschnäbelten Fruchtknoten. Manchmal werden Viviania und Wendtioideae als eigene Familien, dann Vivianiaceae bzw. Ledocarpaceae, gezählt.

Verbreitung:

Die Familie der Geraniaceae ist in den gemäßigten und subtropischen Gebieten beider Hemisphären zu finden. Sogar in der Arktis als auch in der Antarktika kommen verschiedene Geranium- Arten vor. Heimisch sind die beiden Gattungen Geranium und Erodium. Die bekannten Geranien in Gärten oder auf dem Balkon gehören zu der Gattung Pelargonium. Diese Gattung kommt ursprünglich aus Südafrika. Die „Geranien“ sind eigentlich Hybride. Sie entstehen durch Kreuzungen von Pelargonien -Arten.

Nutzpflanzenvertreter:

Für die Parfüm- und Ölindustrie sind besonders die Pelargonium-Arten Pelargonium capitatum, Pelargonium graveolens, Pelargonium odoratissium und Pelargonium radula von Bedeutung. Sie enthalten ein ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteile die Monoterpene Geraniol und Citronellol sind. Das zur Gattung Erodium gehörende Erodium cicutarium wird in Süd- und Nordamerika häufig angebaut, um dann das Heu speziell an Schafe zu verfüttern. Früher wurde Erodium moschatum häufig angebaut. Man nutzte seine duftenden Blätter als Heilmittel und Gewürz. Die als „Geranien“ bezeichneten Pelargonium -Arten sind beliebte Zierpflanzen. Besonders Pelargonium Peltatum -Hybriden, Pelargonium-Zonale -Hybriden und Pelargonium-Grandiflorum -Hybriden werden gezüchtet.

Beispiele:

Geranium (Storchschnabel)

Geranium pusillum (Zwergstorchschnabel)

Geranium pratense (Wiesenstorchschnabel)

Geranium pyrenaicum (Pyrenäenstorchschnabel)

Geranium robertianum (Stinkender Storchschnabel, Ruprechtskraut)

Geranium sylvaticum (Waldstorchschnabel)

Geranium phaeum (Brauner Storchschnabel)

Erodium (Reiherschnabel)

Erodium cicutarium (Gemeiner Reiherschnabel)

Erodium malacoides (Malvenblättrige Reiherschnabel)

Erodium moschatum (Moschus-Reiherschnabel)

Pelargonium (Geranien)

Pelargonium zonale

Pelargonium inquinans Pelargonium graveolens

Quellen:

Danert, S. (1993): Urania Pflanzenreich-Blütenpflanzen 1, Urania-Verlag, Leipzig-Jena- Berlin

Eichler, A. (1954): Blütendiagramme, 2 Bände, unveränderter Nachdruck - Koeltz, Königstein

Heywood,V.H. (ed.) (1982): Blütenpflanzen der Welt - Birkhäuser Verlag, Basel-Boston- Stuttgart

Strasburger, Lehrbuch der Botanik, 34. Auflage - Fischer Verlag, Stuttgart 1998

Details

Seiten
3
Jahr
2000
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103073
Note
Schlagworte
Geraniaceae Botanische Bestimmungsübungen

Autor

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Titel: Geraniaceae. Morphologische Charakteristika, Verbreitung und Arten