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Das Gehirn. Der nie schlafende Kosmos im Kopf

Facharbeit (Schule) 2020 39 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Allgemeine Fakten

3. Unser Nervensystem
3.1 Das zentrale Nervensystem (ZNS)

4. Aufbau des menschlichen Gehirns
4.1. GroBhirn
4.1.1 Die 4 Gehirnlappen
4.2 Zwischenhirn
4.3 Kleinhirn
4.4 Nachhirn
4.5 Mittelhirn

5. Weitere Teile des Gehirns
5.1. Lymbisches System
5.2 Hippocampus
5.3 Felder der GroBhirnrinde

6. Welche Leistung erbringt unser Gehirn?
6.1 Das Gedachtnis
6.2 Wahrnehmung

7. Krankheiten
7.1 Multiple Sklerose
7.2 Parkinson
7.3 Alzheimer und Demenz

8. Begriffserklarung

9. Schlusswort

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Gehirn ist alles fur den Menschen. Unser Gedachtnis, das Bewusstsein und unsere ganz individuelle Personlichkeit finden dort ihren Ursprung. Unser menschliches Gehirn ist ein fast unbegreifliches Organ im menschlichen Organismus, wenn nicht sogar das am unverstandlichsten und komplizierteste Organ unseres Korpers. Selbst in der heutigen Zeit und trotz der vielen Fortschritte in der Wissenschaft, ist es Forschern bis heute immer noch nicht gelungen diesen Komplex vollstandig zu erforschen. Es existieren immer noch weitaus mehr Fragen als Antworten, was die FunktionsausmaBe und das Potenzial unse­res wohl wichtigsten Organs anbelangt. Das Denken, unsere Empfindungen und Emotio- nen, alles wird von unserem Gehirn gesteuert und gespeichert. So vieles hangt an ihm, dass es erhebliche Folgen mit sich zieht, wenn im Gehirn etwas schief geht.

Doch wie genau funktionieren diese Vorgange? Wie gelingt es diesem Organ unseren ge- samten Korper zu steuern und in jeder Hinsicht zu beeinflussen?

All dies sind Fragen, die ich mir vor meiner Auseinandersetzung mit dem Thema gestellt habe und die ich gerne im Laufe dieser Arbeit beantworten mochte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Funktionen und dem Aufbau des menschlichen Gehirns, doch auch die Ver­bindung von dem Gehirn zu unserem Nervensystem sollen zusatzlich erwahnt werden. Denn, auch wenn das Gehirn und seine Prozesse alltaglich sind, habe ich mich nie explizit damit auseinandersetzten konnen, was mir diese Arbeit nun ermoglicht. Ich mochte gerne mehr daruber herausfinden, um am Ende mein Wissen erweitern zu konnen und vielleicht mit einem anderen Blick auf das Thema blicken zu konnen.

Hinfuhrend auf das Thema soll meine Ausarbeitung mit allgemeinen Fakten uber das Ge- hirn beginnen. Im zweiten Kapitel mochte ich dann auch schon mit dem Nervensystem beginnen, wobei ich hierbei den Schwerpunkt auf das zentrale Nervensystem lege. An- schlieBend beschreibe ich den Aufbau des Gehirns und den damit verbundenen einzelnen Teilbereichen. Darauf folgend mochte ich auf die Funktionen des Gehirns und auf die spe- zifischen Zentren unseres menschlichen Gehirns eingehen. Die Leistung des Gehirns und das Gedachtnis fuhre ich in Kapitel sechs auf. Hier ist es mir wichtig zu erwahnen, wie wichtig unser Gehirn ist und welche enormen Leistungen es tagtaglich fur uns erbringt. Den Schluss meiner Ausarbeitung sollen die unterschiedlichen Krankheiten bilden, die den Menschen durch das Gehirn beeintrachtigen konnen und wie es gelingen kann diese zu behandeln.

2. Allgemeine Fakten

Das menschliche Gehirn ist eines unserer wichtigsten Organe im menschlichen Korper. Kaum ein menschliches Organ ist so komplex und gleichzeitig so voller Geheimnisse wie das Gehirn. Nur rund 5% sind wirklich vollstandig erforscht, der Rest des Gehirns ist noch immer ein Geheimnis. Es ist unglaublich leistungsfahig, arbeitet wie ein leistungsfahiger Computer rund um die Uhr, verarbeitet Sinneseindrucke und versorgt den gesamten Or- ganismus mit notwendigen Informationen und Befehlen. Es ist gewissermaRen die Schalt- zentrale fur samtliche Prozesse: automatisch ablaufende Prozesse, wie zum Beispiel die Wahrnehmung, wozu das Sehen, Riechen, Horen und auch Schmecken gehort, aber auch reagierende und eigenstandige Prozesse wie gezielte Bewegungen unseres Korpers.1 Unser Gehirn liegt im Kopf, umgeben von den stabilen Schadelknochen, die, das circa 1,3 kg bis 1,4 kg schwere, walnussformige Gehirn vor auReren Einflussen schutzen sollen. Das Gewicht schwankt hinsichtlich des Geschlechts zwischen Mann und Frau um circa 100g, hat aber keinen Einfluss hinsichtlich der Intelligenz der beiden Geschlechter. Der Unterschied ist Forschern zufolge, auf die kleinere Statur von Frauen zuruckzufuhren. Obwohl das Gehirn nur etwa 2 Prozent der gesamten Korpermasse ausmacht, benotigt es 20 Prozent des Sauerstoffes und 25 Prozent der Glukose im Korper. Es besitzt kaum Speicherkapazitaten fur Sauerstoff und Energie und muss deshalb standig mit Blut ver- sorgt werden.2

Alle Gewebe und Organe des Korpers bestehen aus Zellen. Die spezialisierten Funktionen von Zellen und ihre Art der Wechselwirkung untereinander bestimmen die Funktionen der Organe. Das Gehirn ist dabei mit Sicherheit das ausgefeilteste und komplizierteste Organ, das die Natur jemals hervorgebracht hat. Bereits kurz nach der Geburt ist das Gehirn beim Menschen fast vollstandig ausgebildet und entwickelt. Dabei sind auch schon fast alle Nervenzellen, die ein Mensch besitzt, vorhanden und warten von nun an darauf ausgebil- det zu werden und neue Nervenverknupfungen zu bilden. Insgesamt sind im Gehirn bis zu 100 Milliarden Neuronen (Nervenzellen) beherbergt und etwa zehnmal so viele Gliazellen (ungefahr 1 Billion). Lange Zeit war man auch dieser Auffassung, dass das Gehirn unge- fahr 100 Milliarden Neuronen besitzen soll. Neueste Studien an der Universitat von Rio de Janeiro ergaben allerdings ein abweichendes Bild zu den bereits existierenden Publikatio- nen und Lehrbuchern, was bis heute zu heftigen Streits und Auseinandersetzungen fuhrt. Laut Ihnen, soll das Gehirn nur rund 86 Milliarden Neuronen und etwa gleich viele Gliazel- len besitzen. Gliazellen bilden dabei das Zellgewebe, welches die Zwischenraume von Nervenzellen und Blutgefaften im Gehirn komplett ausfullt. Sie grenzen das Nervengewe- be gegenuber der Hirnoberflache und den Blutgefaften ab. Zusatzlich wird die Informati- onsubertragung zwischen den Nervenzellen von den Gliazellen beeinflusst und gelenkt. Auch schon wahrend der embryonalen Entwicklung des Gehirns wird das Wachstum des­sen durch die Gliazellen strukturiert. Wenn das Gehirn ausgewachsen ist, sorgen diese Zellen dafur, dass das Milieu um die Nervenzellen und Axone stets gleich bleibt. Sie regu- lieren den pH-Wert, die Elektrolyt-Konzentration, besonders von Kalium, und bilden die Markscheiden um die Axone der Neuronen.3

Wegen der Blut-Hirn-Schranke ist das Gehirn aufterdem nicht Teil des normalen Blutkreis- laufs. Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert wie ein Filter, der nur fur bestimmte Stoffe durch- lassig ist. Mans spricht auch von Semipermeabilitat. Giftstoffe aus dem Blut konnen so nicht zu den Nervenzellen des Gehirns gelangen, da eine Schadigung fatal ware und schnell zu kognitiven Einbuften, oder gar zum Tod fuhren wurde. Aufterdem konnen Ner- venzellen sich nicht in dem Mafte regenerieren, wie das z.B. bei Hautzellen der Fall ist.

Das Gehirn ist zudem Teil des zentralen Nervensystems, welches das Ruckenmark mit dem Gehirn umfasst und einen Informationsaustausch ermoglicht.4

3. Unser Nervensystem

Das gesamte Nervensystem besteht aus Nervenzellen, sogenannte Neu- ronen, die den kleinsten Baustein des Nervensystems bilden.

Um das Nervensystem besser ver- stehen zu konnen, wird zuerst ein Blick auf die Nervenzelle geworfen. Nervenzellen sind im gesamten Kor- per an den unterschiedlichsten Stel- len aufzufinden. Sie werden aus dem scheide umgeben, die es schutzt und die Reizweiterleitung begunstigt.5

Unser Nervensystem durchzieht den ganzen menschlichen Korper. Es dient zum einen der Regulation, wie auch der Anpassung des Organismus an die wechselnden Bedingungen der AuBenwelt und des Korperinneren. Es fungiert somit also als ein Kommunikations- und Steuerungsorgan, das alle Organe unseres Korpers umfasst. Es lasst sich konkret in zwei Abschnitte gliedern. Das Zentralnervensystem, auch ZNS abgekurzt, steht in direkter Ver­bindung mit dem Gehirn. Es umfasst neben dem Gehirn noch das Ruckenmark, welches sich bei Menschen im Wirbelkanal der Wirbelsaule befindet. Es ist ein circa fingerdicker Strang aus Faserbundeln und Nervenzellen der vom Hals bis zum SteiBbein verlauft. Das zentrale Nervensystem verarbeitet die einlaufenden Erregungen, sodass die Menschen ihre Umwelt wahrnehmen (siehe 3.1).6

Abb. 3: Vegetatives Nervensystem mit Symphaticus und Paraspymphaticus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben dem zentralen Nervensystem gibt es noch das periphere Nervensystem. Das peri- phere Nervensystem (PNS) durchzieht neben dem ZNS alle anderen Nerven des Korpers, die vom Gehirn und Ruckenmark ausgehen und stellt damit eine Verbindung des ZNS mit der ausserlichen Umgebung bzw. der Umwelt dar. Dadurch wird sichergestellt, dass die Informationen aus dem Korper, die von den Sinnen wahrgenommen werden, an das ZNS weiter werden. Umgekehrt empfangt es die vom zentralen Nervensystem abgegebene Informationen uber die Steuerung von Korperfunktionen und Bewegungen und leitet diese an die restlichen Organe, Muskeln, etc. weiter. Die Erregungen werden von Sinneszellen oder der Haut aufgenommen und uber Empfindungsnerven zu den Nervenzentren Gehirn und Ruckenmark geleitet.7

Dieser Informationsaustausch erfolgt uber sogenannte Nervenfasern. Diese Fasern, wer- den je nachdem in welche Richtung sie fuhren unterschiedlich bezeichnet. Die zum ZNS hinfuhrenden Fasern werden afferent genannt, die Fasern, die vom ZNS wegfuhren, werden efferent genannt. 8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu guter letzt, lasst sich das Nervensystem auch noch anhand der bewussten Beeinfluss- barkeit in zwei Bereiche unterteilen. In ein will- kurliches (somatisches) und ein vegetatives (autonomes) Nervensystem. Wahrend das will- kurliche Nervensystem alle dem Bewusstsein und dem Willen unterworfenen Vorgange, ins- besondere Bewegungen steuert, ist das vege­tative Nervensystem der direkten willentlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Es steuert vor allem die Funktion der inneren Organe wie Atmung, Herzschlag und Verdauung.Das autonome Nervensystem lasst sich zusatzlich noch in zwei funktionelle Untersysteme, in

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sympathicus und Parasymphatius unterteilen. Je nach Anforderung werden unterschiedli- che Organe aktiviert oder auch gehemmt. Befindet sich der Mensch in einer Gefahrensi- tuation, gelangt er zu hoher Leistungsfahigkeit, die durch den Symathicus koordiniert und eingeleitet wird. Der Parasympathicus wirkt dabei sehr haufig als Gegenspieler des Smpa- thicus, wie im oberen Bild gut zu erkennen ist.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Das zentrale Nervensystem (ZNS)

Das zentrale Nervensystem ist mitunter das wichtigste im menschlichen Korper. Es wird aus Gehirn und Ruckenmark gebildet und befindet sich damit in der oberen Halfte des Korpers. Damit es moglichst unbeschadigt bleibt, wird das Gehirn durch die Schadelkno- chen geschutzt, das Ruckenmark von der Wirbelsaule. Dieser Schutz ist enorm wichtig uns somit notwendig um die Steuerung der Korperfunktionen zu gewahrleisten. Gehirn und Ruckenmark sind zusatzlich noch durch jeweils drei Haute gesichert. Diese Haute umschlieRen das Nervenwasser, eine Flussigkeit, die im fachsprachlichen auch als Cere- brospinalflussigkeit bezeichnet wird und als Polsterung und Transportmedium, insbeson- dere fur den Mikro-Kreislauf des Gehirns zur Beseitigung von nicht verwertbaren organi- schen Ruckstanden dient. Das zusatzliche Polster bewahrt das Nervengewebe des zen- tralen Nervensystems vor moglichen Schaden.10

Das Ruckenmark erfullt zum einen die Funktion einer zentralen Verbindungsstelle von Ge- hirn und dem peripheren Nervensystem, als auch eine selbstandige Umschaltstelle senso- rischer und motorischer Nerven (Reflexe). Die Leitungsbahnen liegen daher im auReren Bereich des Ruckenmarks, der weiRen Substanz, wahrend die Verschaltungen in der grauen Substanz zu finden sind. Immer zwischen zwei Wirbeln (rechts und links) befindet sich dabei ein Spinalnerv (Ruckenmarksnerv), der mit einer vorderen und einer hinteren Wurzel bestuckt ist. An der vorderen Wurzel werden motorische Nervenfasern zu den Muskeln gesendet und an den hinteren Wurzeln werden Erregungen, die von den Sinnes- zellen kommen, ins Ruckenmark geleitet.11

Das Zentralnervensystem folgt bei der Informationsverarbeitung grundsatzlich dem selben Prinzip. Jeder Prozess, an dem das ZNS beteiligt ist, lasst sich in Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe aufschlusseln. Nach den Anfangsbuchstaben dieser Schritte wird diese Form der Informationsverarbeitung als EVA-Prinzip bezeichnet.

Zuerst nehmen die Sinneszellen Reize aus der Umwelt oder aus dem inneren des Korpers auf. Die darin enthaltenen Informationen werden dann uber sensorische Nerven in Form von Aktionspotenzialen ins zentrale Nervensystem geleitet. Bei diesem Prozess spricht man von Informationseingabe.

Im weiteren Verlauf werden die eingegangenen Informationen im Zentralnervensystem verarbeitet. Dazu mussen sie erkannt, bewertet und mit bereits vorhandenen Informatio- nen verglichen werden.

Im letzten Schritt erfolgt aufgrund der Verarbeitung im vorherigen Schritt oftmals eine messbare oder sichtbare Reaktion. Diese Reaktion ist das Ergebnis einer Informations- ausgabe des ZNS. Je nach Reaktion werden, zum Beispiel bei einer Bewegung, motori- sche Nerven im ZNS aktiviert, deren Aktionspotenzial von den Muskeln in Kontraktionen umgesetzt werden.12

Die Informationsverarbeitung lasst sich aber auch nach ihrer Komplexitat in verschiedene Stufen unterteilen. Die einfachste Moglichkeit ware, wenn ein sensorisches Neuron gleich- zeitig auch Rezeptor und direkt mit dem motorischen Neuron gekoppelt ist. Denn wenn das sensorische Neuron durch einen Reiz erregt wird, wird diese Erregung direkt an das motorische Neuron weitergegeben und direkt eine Reaktion folgt. Dies ist bei Reflexen meistens der Fall.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Komplizierter wird es, wenn sich zwi- schen dem sensorischen und dem mo- torischen Neuron noch Interneurone be- finden. Allgemein gilt, je komplexer und flexibler ein vom ZNS gesteuerter Vor- gang ist, desto mehr Interneurone sind zwischen Informationseingabe und -ausgabe geschaltet, da it jedem einge- fugten Interneuron die Zahl der Synap- sen zwischen Ein- und Ausgabe steigt.

Dadurch konnen auch andere hem- mende oder erregende Einflusse aus dem ZNS mit einbezogen werden und die Reaktion beeinflussen. Es entstehen komplexe neuronale Schaltkreise, die ein situationsangepass- tes Verhalten ermoglichen.13

4. Aufbau des menschlichen Gehirns

Das Gehirn lasst sich in unterschiedliche Bereiche unterteilen. Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Gehirn Berieche mit ihren jeweiligen Funktionen naher betrachtet.

4.1. GroBhirn

Das GroBhirn ist die oberste Instanz des Zen- tralen Nervensystems und verbindet als Kommunikationszentrale alle unsere Organe, Organsysteme und Gewebe miteinander. So werden Reize sowohl aus der Umwelt als auch aus dem Inneren unseres Organismus uber Rezeptoren aufgenommen, uber aufstei-13 14 hirnrinde beurteilt und verarbeitet. Das GroRhirn, Cerebrum oder Endhirn genannt, macht mit circa 80% des gesamten Hirnvolumens den Hauptteil des menschlichen Gehirns aus. Obwohl das GroRhirn der entwicklungsgeschichtlich jungste Teil des menschlichen Ge- hirns ist, hat es sich im Laufe der Geschichte zum hochsten Gehirnteil entwickelt. Es ist durch eine Langsfurche in eine rechte und eine linke Halfte oder Hemisphere geteilt, die beiden uber den Balken miteinander verbunden sind. Der Balken ist eine Struktur aus uber 200 Millionen Axonen. Abgesehen vom Balken gibt es noch weitere Furchen, die jede Hirnhalfte in jeweils vier Lappen unterteilen. Stirnlappen oder Frontallappen, Scheitellap- pen auch Parietallappen genannt, Schlafenlappen beziehungsweise Temporallappen und Hinterhauptslappen oder Okzipitallappen.

Die Oberflache der beiden GroRhirnhalften wird zur zahlreiche Windungen und Furchen, vergleichbar mit einer Walnuss, auf 1000cm2 vergroRert. Dies ist besonders wichtig, da die Informationsverarbeitung in der nur wenige Zentimeter dicken GroRhirnrinde, dem Cortex, ablauft. Dieser bildet die graue Substanz die vorwiegend aus Nervenzellkorpern bestehen. Jedes Neuron im Cortex ist, uber wenige Interneurone, praktisch mit jedem andern Neuron verbunden, was eine unvorstellbar groRe Zahl an Kombinationsmoglichkeiten neuronaler Verknupfungen ergibt. Die Nervenfasern, im inneren Teil des GroRhirns, bilden dagegen die weiRe Substanz. Die Bezeichnung „grau“ kommt daher, dass diese Bereiche im For­malin fixierten Praparat eine graue Farbe haben. Im lebenden Gewebe ist die graue Sub- stanz eher rosa.15

Die beiden Gehirnhalften haben nicht die gleichen Funktionen. Bei der Mehrheit der Men- schen ist die rechte Hirnhalfte uberwiegend fur den ganzheitlich integrativen Informations- inhalt verantwortlich, wahrend die linke Hirnhalfte die sprachgebundenen Inhalte uber- nimmt. Die rechte Gehirnhalfte ist auRerdem fur die linke Korperhalfte zustandig und um- gekehrt die linke Hirnhalfte fur die rechte Korperhalfte: Die linke Gehirnhalfte ist beispiels- weise fur die Bewegung der rechten Hand zustandig. Spuren wir jedoch an der rechten Hand zum Beispiel Kalte oder Warme, Beruhrung oder Druck, wird dies an das sensori- sche Feld der linken Gehirnhalfte weitergeleitet.16

4.1.1 Die 4 Gehirnlappen

Das Gehirn lasst sich, wie schon oben genannt, in vier unterschiedliche Lappen untertei- len. Jeder dieser Lappen hat seine eigene Aufgabe:

Im Frontallappen liegen die Zentren fur willkurliche Bewegungen und fur die zur Kontrolle und Koordination vegetativer, affektiver und geistiger Funktionen. Zum Beispiel Bewegun- gen wie Arm heben oder Laufen. Auch das Sprachzentrum (Broca) ist im Stirnlappen un- tergebracht. In ihm werden die Muskeln, die fur das Sprechen von Bedeutung sind, repra- sentiert. Bei Rechtshandern findet dies in der linken, bei Linkshandern in der rechten Ge- hirnhalfte statt.17

Im Scheitellappen oder Parietallappen des Gro^hirns befindet sich die Korperfuhlsphare, auch bekannt als somato-sensorisches Rindenfeld. Es setzt sich aus sensiblen Bahnen, die von der Haut und den Muskeln kommen und uber den Thalamus in die primaren sen- siblen Rindenfelder des Scheitellappens ziehen, zusammen. In sekundaren sensiblen Rindenfeldern werden Erinnerungen und Emotionen, die in den primaren Rindenfeldern entstanden sind, gespeichert. Im Scheitellappen ist zudem noch das Lesezentrum und das Sprachverstandnis beherbergt.

Der Temporallappen liegt seitlich am Gehirn. An ihn grenzt die Horrinde. Diese ist zur In- formationsverarbeitung von akustischen Reizen zustandig. Das bedeutet, wenn unser Ohr ein Schallsignal aufnimmt, wird dies an die Horrinde weitergeleitet. Sie entschlusselt die Information und lasst uns die Tone und Gerausche erkennen. Einige Abschnitte des Hor- zentrums scannen die standige Gerauschflut, die uber das Ohr ins Hirn stromt, nach Be- kanntem ab und ordnen es entsprechend ein.

[...]


1 SENG, Leonie: Zellen: Spezialisierte Arbeiter des Gehirns, in: https://www.dasgehirn.info/grundlagen/kom- munikation-der-zellen/zellen-spezialisierte-arbeiter-des-gehirns (01.04.2020). THOMPSON, Richard (2016): Das Gehirn. Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. 3. Auflage. Berlin (Seite 123).

2 KUBB, Christian: Das Gehirn, in: http://www.biologie-schule.de/gehirn.php (01.04.2020). PLANCK, Max: Das Gehirn, in: https://www.mpg.de/gehirn (01.04.2020). HUTSTEINER, Ruth: Hirnforschung. Wir wissen maximal funf Prozent, in: https://sciencev2.orf.at/stories/ 1768537/index.html (01.04.2020). VITAGATE AG: Das Gehirn: Erstaunliche Fakten, in: https://vitagate.ch/de/gesund und schoen/der men- schliche koerper/gehirn/fakten (04.04.2020).

3 RUDOLF-MULLER, Eva: Gliazellen, in: https://www.netdoktor.de/anatomie/gehirn/gliazellen/ (01.04.2020). SIBERSKI, James/ SHATIL, Evelyn: Neuronen. Warum Sie besser und langer leben konnen, in: https://ww- w.cognifit.com/de/wissenschaft/wussten-sie/neuronen (05.04.2020).

4 THOMPSON, Richard (2016): Das Gehirn. Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. 3. Auflage. Berlin (Seite 123). ALBERG, Marvin: Wunderwerk Gehirn: 20 erstaunliche Fakten uber das Gehirn, in: https://neobeats.de/fak- ten-gehirn/ (01.04.2020). VITAGATE AG: Das Gehirn: Erstaunliche Fakten, in: https://vitagate.ch/de/gesund und schoen/der men- schliche koerper/gehirn/fakten (04.04.2020).

5 Neuronen und Gliazellen, in: http://www.40hz.net/bear kapitel2.pdf (04.04.2020). FEICHTER, Martina: Nervensystem und Nervenzellen - Anatomie, in: https://www.netdoktor.de/anatomie/ nervensystem-und-nervenzellen-9949.html (05.04.2020). Das Neuron, in: http://www.biologie-schule.de/nervenzelle-neuron.php (05.04.2020).

6 SPEKTRUM VERLAG: Lexikon der Neurowissenschaft. Nervensystem, in: https://www.spektrum.de/lexi- kon/neurowissenschaft/nervensystem/8365 (05.04.2020). THOMPSON, Richard (2016): Das Gehirn. Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. 3. Auflage. Berlin (Seite 124-127)

7 GRAPH VON WESTFAHLEN, George: Nervensystem, in: https://flexikon.doccheck.com/de/Nervensystem (05.04.2020). SIMPLE CLUB: Peripheres Nervensystem einfach erklart, in: https://www.youtube.com/watch?v=18JPgHn- UvLQ (05.04.2020).

8 VON BEEREN, Dieter/ ROSSNAGEL, Gunter (2007): NATURA. Biologie fur berufliche Gymnasien. 1. Auf- lage. Troisdorf. Seite 190 FEICHTER, Martina: Nervensystem und Nervenzellen - Anatomie, in: https://www.netdoktor.de/anatomie/ nervensystem-und-nervenzellen-9949.html (05.04.2020).

9 VON BEEREN, Dieter/ ROSSNAGEL, Gunter (2007): NATURA. Biologie fur berufliche Gymnasien. 1. Auf- lage. Troisdorf. Seite 176 SIMPLE CLUB: Das Gehirn - Zentrales Nervensystem (ZNS), in: https://www.youtube.com/watch?v=KU62j- MxA5oc (06.04.2020). SIMPLE CLUB:Somatisches und vegetatives Nervensystem, in: https://www.youtube.com/watch?v=MuM- NXg6 i9M (06.04.2020).

10 Myers, David G: Graue Substanz, in: https://www.biologie-seite.de/Biologie/Graue Substanz (05.04.2020) VON BEEREN, Dieter/ ROSSNAGEL, Gunter (2007): NATURA. Biologie fur berufliche Gymnasien. 1. Aufla- ge. Troisdorf. Seite 176 SIMPLE CLUB: Das Ruckenmark - Zentrales Nervensystem (ZNS), in: https://www.youtube.com/watch? v=iOP -n-1nQ4 (19.04.2020).

11 TALLEN, PD Dr. med. Gesche: Das Ruckenmark, in: https://www.kinderkrebsinfo.de/erkrankungen/zns_- tumoren/pohpatinfozns120070626/das zns/einteilung zns/rueckenmark und nerven/index ger.html (19.04.2020) LORKE, Dietrich: Ruckenmark: Lage und Aufbau, in: https://viamedici.thieme.de/lernmodule/anatomie/ru- ckenmark+lage+und+aufbau (19.04.2020). SIMPLE CLUB: Gehirn - Schulfilm Biologie, in: https://www.youtube.com/watch?v=gXwrh6XOACA (19.04.2020).

12 LORKE, Dietrich: Ruckenmark: Lage und Aufbau, in: https://viamedici.thieme.de/lernmodule/anatomie/ru- ckenmark+lage+und+aufbau (19.04.2020). MAIER, Gertrud/ KERSHBAUMSTEINER, Herbert: Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn, in: http://pyrx.de/gehirn/IViG.htm (19.04.2020). WEBER, Ulrich (2008): Biologie Oberstufe. Gesamtband. 1. Auflage. Berlin Seite 427/428.

13 WEBER, Ulrich (2008): Biologie Oberstufe. Gesamtband. 1. Auflage. Berlin Seite 427/428.

14 Das Gehirn, in: http://www.biologie-schule.de/gehirn.php (07.04.2020)

15 RUDOLF-MULLER, Eva. GroRhirn, in: https://www.netdoktor.de/anatomie/gehim/grosshirn/ (07.04.2020). HOEHNE, Sebastian: Aufbau des Gehirns, in: http://www.lernpsychologie.net/gehirn/aufbau-des-gehims (07.04.2020). BAYRISCHER RUNDFUNK: Aufbau des Gehirns, in: https://www.br.de/telekolleg/faecher/biologie/ biologie-03-gehirn102.html (07.04.2020)

16 HOEHNE, Sebastian: Aufbau des Gehirns, in: http://www.lernpsychologie.net/gehirn/aufbau-des-gehirns (07.04.2020). VON BEEREN, Dieter/ ROSSNAGEL, Gunter (2007): NATURA. Biologie fur berufliche Gymnasien. 1. Aufla- ge. Troisdorf. Seite 180/181

17 Aufbau des Gehirns, in: https://www.ratgeber-neuropsychologie.de/gehirn/gehirn3.html (09.04.2020). HOEHNE, Sebastian: Aufbau des Gehirns, in: http://www.lernpsychologie.net/gehirn/aufbau-des-gehims (07.04.2020). SCHWEGLER, Herbert: Der Frontallappen, in: https://www.dasgehirn.info/grundlagen/anatomie/der-frontal- lappen (10.04.2020).

Details

Seiten
39
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346438423
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Juli)
Note
1,0
Schlagworte
Biologie Gehirn Referat Hausarbeit Neurobiologie
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