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Kombination von Produktionsfaktoren

Ausarbeitung 2001 4 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Kombination von Produktionsfaktoren.

Ja, was ist die Kombination von Produktionsfaktoren ?

Produktionsfaktoren kennen wir ja nun mittlerweile; in der BWL sind das zum Beispiel „ausführende“ Arbeit, Werkstoffe und Betriebsmittel als Elementarfaktoren und außerdem noch die leitende Arbeit als dipositiver Faktor. Bei der Kombination geht es insbesondere um die Elementarfaktoren, die zu einem fertigen Produkt gewissermaßen zusammengesetzt werden sollen.

Diese Zusammensetzung - oder besser: Kombination - geschieht dann im Produktionsprozeß. Die Kombination der Produktionsfaktoren ist also die Produktion an sich.

Für den Unternehmer, der nun diese Produktionsfaktoren in den Produktionsprozeß gibt, stellt sich nun die Frage: „Wiemache ich ich das eigentlich ?“ - „Na, nichts leichter als das ! Arbeiter an die Maschine stellen, Rohstoffe rein und warten, bis hinten das fertige Produkt rauskommt, ist doch klar !“

So geht das sicher nicht. Neben den ganzen anderen Problemen, die so ein Unternehmer noch hat und die nicht mein Thema, sondern Thema anderer Referate sind, stellt sich für ihn wieder die Frage nach der Optimierung. Hier lautet sie: „Was muß ich einsetzen (an Arbeitskräften, Maschinen, Rohstoffen), um mein Ziel zu erreichen ? Was muß ich einsetzen, um (z. B.) 100 Schaukelstühle herzustellen ? Und vor allem: in welchen Mengen muß der jeweilige Faktor eingebracht werden ?“

Die Kombination von Produktionsfaktoren bringt da zwei Begriffe ins Spiel: Limitationalität und Substitutionalität. (Gliederung auflegen)

Substitutionalität (lat. substituo = an die Stelle setzen) bedeutet, daß einige Produktionsfaktoren vollständig oder auch nur teilweise untereinander austauschbar sind. Für den Schaukelstuhl würde ich zum Beispiel 3 Stunden menschlicher Arbeit benötigen. Diese könnte ich aber auch teilweise durch Maschinen ersetzen, zum Beispiel, könnte ich mir vielleicht etwas Arbeit sparen, wenn ich stattdessen eine Maschine einsetze.

Nehmen wir doch mal dieses Beispiel für Substitutionalität, die Schaukelstühle. Ein mittleres Handwerksunternehmen soll für eine große schwedische Möbelkette 100 mal den Schaukelstuhl „Krösa Maja“ herstellen. Das bedeutet bei reiner Handarbeit also - wenn sie pro Stuhl eben drei Stunden brauchen - 300 Arbeitsstunden.

Nun wird aber eine Maschine eingesetzt, die ein bisschen der menschlichen Arbeit ersetzen soll. Und zwar wird sie wie folgt eingesetzt: (Tabelle auflegen)

Diese Werte habe ich nun in ein Diagramm eingetragen (Diagramm aufdecken). Diese Punkte zeigen nun also, wieviel Arbeit der Unternehmer einsetzen muß, wenn er eine bestimmte Stundenzahl Maschinenarbeit leisten lässt. Also, wie oben in der Tabelle, z. B. bei 100 Maschinenstunden 200 Arbeitsstunden. Und, man schon, diese Punkte lassen sich sehr schön zu einer Kurve verbinden; ich mach das mal gerade.

Das ist nun die sogenannte Isoquante. Das ist eine Linie, auf der man die Faktoreinsatzmöglichkeiten (hier eben Arbeit und Maschinen) für immer die gleiche Ausbringungsmenge ablesen kann. „Iso“ bedeutet gleich und „Quante“ bedeutet Menge.

Also: Auf allen Punkten dieser Kurve - beim Einsatz von x - Menge Arbeit plus x - Menge Maschinenstunden - erhalte ich 300 Schaukelstühle.

Dabei kann ich die menschliche Arbeit nicht vollständig durch Maschinen ersetzen und auch nicht ganz gleichmäßig. Deshalb sieht die Isoquante meist aus wie eine Kurve und ist nur selten eine Gerade.

Ja, und nun haben wir einen Unternehmer, der sich freut, daß er eine Isoquante hat, aber gar nicht weiß, wieso er die auf seinen Produktionsprozess anwenden soll. Und auch wie. Denn so sagt sie nicht viel aus, wir vergleichen Äpfel mit Birnen oder Mensch mit Maschine.

Aber menschliche Arbeit und Maschinenarbeit haben eine Gemeinsamkeit, die sie vergleichbar macht. Und die auch den Unternehmer sehr interessiert. Sie verursachen beide Kosten !

Gehen wir mal davon aus, daß diese Kosten am Markt nicht schwanken, sondern immer gleich bleiben. Eine Arbeitsstunde kostet 50,-- DM, eine Maschinenstunde 30,-- DM. Nun kann ich mir das in eine Formel einsetzen. Die sieht so aus (Formel aufdecken).

So, was das K bedeutet, ist ja klar, nämlich Kosten. Das kleine q steht für den Preis und das kleine r für den Faktor. Sagen wir also r1 sind die Maschinenstunden und r2 sind die Arbeitsstunden. und q1 und q2 sind die jeweiligen Preise dafür. Dann sieht das in der Tabelle so aus (Tabelle auflegen).

Und auch daraus kann man wieder ein Diagramm machen (Diagramm aufdecken). Das sind also die Kosten, die der Unternehmer aufbringen muß, wenn er 300 Schaukelstühle herstellen will. Und beim Einsatz von 200 Maschinenstunden sind sie am niedrigsten, nämlich bei 11.000 DM.

Er hat also ein vorgegebenes Ziel mit den geringsten Mitteln erreicht, also nach dem Minimalprinzip.

Das ist doch ein Ergebnis, mit dem ein Unternehmer etwas anfangen kann, denn nun weiß er, bei welcher Kombination der Produktionsfaktoren er die geringsten Kosten hat.

Unter den substitutionalen Produktionsfaktoren muß man dann noch unterscheiden. Das vorangegangene Beispiel zeigt die begrenzte oder periphere Substitution. Sie bedeutet, daß die Faktoren sich gegenseitig nicht vollständig ersetzen können, sondern ein Mindestmaß eines Faktors - zum Beispiel an menschlicher Arbeit - erhalten bleiben muß. In der Realität wird das die Regel sein, weil man den Mensch nicht vollständig durch Maschinen ersetzen kann. Es muß ja zumindest ein Maschinenführer anwesend sein.

Es gibt zum anderen noch die sogenannte alternative Substitution. Sie bedeutet, daß für ein Faktor vollständig durch einen anderen ersetzt werden kann, er also vollständig alternativ eingesetzt werden kann.

Hier kann sich der Unternehmer bezüglich seiner Kosten auch andere Gedanken machen. Er kann nun nämlich versuchen, mit vorgegebenen Mitteln ein möglichst hohes Ergebnis zu erzielen, also nach dem Maximalprinzip.

Nehmen wir an, unser Unternehmer hat sich als Kostenlimit 11.000 DM gesetzt. Und nehmen wir an, die Maschinen können die Menschen vollständig ersetzen. Dann kann er das Geld entweder vollständig für Maschinenstunden ausgeben, oder vollständig für menschliche Arbeit. Oder für eine Kombination von beiden. Das sieht dann im Diagramm so aus (Diagramm auflegen). Es ergibt sich eine Gerade. Alle Punkte auf dieser Gerade zeigen nun Möglichkeiten, die 11.000 DM auf Arbeit und Maschinen aufzuteilen. Diese Linie nennt sich nun Kostenisoquante oder Isokostengerade. Ich habe hier auch noch mal den Punkt aus dem vorigen Diagramm eingezeichnet, der bei 200 Maschinenstunden lag An dem Punkt der Gerade, wo sie die Koordinaten für Arbeit schneidet, wird alles Geld für Arbeit, aber nichts für Maschinen ausgegeben. An der Stelle, wo sie die Koordinaten für Maschinen schneidet, ist es genau umgekehrt.

Substitutionalität bedeutet also für den Unternehmer, daß er entscheiden kann, wie er seine Produktionsfaktoren kombiniert, um auf das von ihm angestrebte Ergebnis zu kommen.

Soweit zu der Substitutionalität. Substitutionale Produktionsfaktoren sind meistens Arbeitsund Maschineneinheiten, da sie sich untereinander am besten austauschen lassen.

Limitationalität (Limit = Grenze) steht für Produktionsfaktoren, von deren absoluter Einsatzmenge das Produktionsergebnis abhängt; also, wenn die Prduktionsfaktormengen zueinander und zur Erzeugnismenge eindeutige Verhältnisse aufweisen. Als Beispiel: Zur Herstellung eines Schaukelstuhle s benötigte man 5 kg Holz. Um einen Schaukelstuhl gleicher Art und Güte herzustellen, braucht man überall und unter allen Bedingungen dieselbe Menge Holz, 5 kg. Um die zehnfache Menge Schaukelstühle herzustellen, benötigt man auch die zehnfache Menge Holz.

Man kann jetzt als Unternehmer auch nicht neu planen und sich nun sagen: „Naja, da ersetze ich doch mal 1 kg Holz durch eine Stunde Arbeit oder Maschineneinsatz.“ Geht ja schon aus logischen Überlegungen nicht, denn wie will man das fehlende Material durch Arbeit ersetzen ?

Sind Produktionsfaktoren limitational, dann sieht unsere bekannte Isoquante auch ganz anders aus (Schaubild auflegen). Die Isoquanten sind jetzt keine Linien mehr. Die Gerade in der Mitte ist nicht die Isoquante, das ist die Prozessge rade, denn auf ihr liegen Punkte verschiedener Ausbringungsmengen. Die Isoquanten sind die Schnittpunkte bei den jeweiligen Einsatzmengen von Produktionsfaktoren, die ich hier eingezeichnet habe für m = 2 und m = 4.

Bei limitationalen Produktionsfaktoren gibt es deshalb auch keine Kostenverläufe, bzw. Kostengeraden, wie vorhin bei den substitutionalen. Hier heißt es: Der Unternehmer will eine bestimmte Menge produzieren, dafür muß er eine bestimmte Menge Produktionsfaktoren (z. B. Holz) einsetzen und das kostet einen bestimmten Preis. Die Kosten sind - wie die Menge des Faktoreinsatzes - unmittelbar abhängig von der produzierten Menge. Gibt er weniger Geld aus, so kann er auch nur weniger produzieren.

Im Rahmen der Limitationalität kann der Unternehmer die Produktionsfaktoren nicht variieren. Er kann nicht entscheiden, wieviel er einsetzt, um seine Kosten zu optimieren. Er kann nur mehr oder weniger produzieren und damit die Kosten steigern oder senken.

Limitationale Produktionsfaktoren sind oft die Werkstoffe, weil sie nicht so leicht austauschbar sind.

Aber: Werkstoffe sind nicht nur limitational, Arbeit und Maschinen sind nicht nur substitutional, das hängt schon vom Einzelfall ab. Das möchte ich jedoch nicht vertiefen.

Als Fazit kann man nun sagen: Der Unternehmer weiß, welche Menge seines Produktes - unseres Schaukelstuhles - er herstellen will. Er kann erkennen, wieviel er von limitationalen Produktionsfaktoren einsetzen muß, denn von ihrer Menge hängt unmittelbar auch die Ausbringungsmenge ab. Sie sind nicht durch andere Produktionsfaktoren ersetzbar.

Und er muß sich errechnen, in welchem Verhältnis er die substitutionalen Produktionsfaktoren einbringen will. Sie kann er in ihrer Menge variieren und untereinander - ganz oder teilweise - ersetzen. Durch sie kann er, teilweise unabhängig von der produzierten Menge, seine Kosten beeinflussen.

Oder er hat einen vorgegebenen Kostenrahmen und wählt in diesem mit Hilfe der Isokostengerade aus, wie er die substitutionalen Produktionsfaktoren einsetzt.

Das ist die Kombination der Produktionsfaktoren.

Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.

verwendete Literatur:

Wöhe: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 20. Auflage Schneeweiß: Einführung in die Produktionswirtschaft, 7. Auflage

Details

Seiten
4
Jahr
2001
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104112
Note
Schlagworte
Limitationalität und Substitutionalität

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