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Die RAF. Überblick über Geschichte und Methoden

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 5 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

RAF

- RAF = Rote Armee Fraktion
- 1971 selbst so genannt
- Rote Armee: Armee, die z.b. in Russland oder China Revolution gemacht hat
- Waren der Meinung, dass Staat Deutschland grundsätzlich verändert werden musste.
- Kämpften für bessere Gesellschaft

Meinten, dass Staat die Menschen mit Gewalt regierte (Großen Firmen bestimmten Politik und ärmere Leute haben sehr schlechte Wohnverhältnisse, waren gegen die Rüstungsindustrie und gegen die imperialistischen Staaten wie Deutschland, die USA oder Israel)

- Weil sie Studentenbewegung für erfolglos hielten, beschlossen sie mit bewaffnetem Kampf ihre Forderungen durchzusetzen.
- Junge Leute waren damals sauer, dass sie von den Professoren an den Unis wie Kinder behandelt wurden, auf die Ost- und Deutschlandpolitik, wo nichts Neues mehr passierte, auf die Amerikaner wegen Vietnam.
- Entstehung terroristischer Gruppen wird als Zerfallerscheinung der Studentenbewegung verstanden
- Mitglieder der RAF dachten, dass größter Teil der Bevölkerung ihre Aktionen gut finden würden, aber war nicht so
- Haben Sprengstoffanschläge gemacht, Banken überfallen, um sich zu finanzieren und haben Leute entführt und umgebracht, die ihrer Meinung nach Gegner des normalen Volkes waren
- Versuchten den Staat zu erpressen um dadurch bessere Verhältnisse zu erzwingen. Sie verübten Attentate gegen Personen und Einrichtungen, von denen sie fanden, dass diese die Gesellschaft beherrschten.

Machten auch Anschläge auf us-amerikanische

Einrichtungen, vor allem auf

Einrichtungen der Armee, und Repräsentanten des

Staates und der Wirtschaft

in Deutschland (z.B. Firmenchefs, Politiker).

- Sie wollten Menschen zeigen, dass in der BRD auch noch 25 Jahre nach der Nazizeit Nazis an wichtigen Positionen des Staates waren
- Waren für die Rechte der Arbeiter, sich nicht wehren können, machen wir das für die
- Wurden in Camps der PLO** in Jordanien im Untergrundkampf ausgebildet

**(Palästinensische-Befreiungs-Organisation; kämpft für Errichtung eines eigenen palästinensischen Staates, den sie bis heute erreicht haben)

- RAF Haben mit gleichgesandten Gruppen und Befreiungsorganisationen aus Europa (z.B. aus Frankreich und Italien oder die IRA aus Irland) und Gruppen aus dem Nahen Osten (z.B. von Irak, Libyen und mit den Palästinenser)zusammengearbeitet
- Fühlten sich als BEFREIUNGSBEWEGUNG, obwohl sie im Gegensatz zu den anderen Ländern keine Unterstützung von der Bevölkerung hatten.
- nach Polizeierkenntnissen Kern der RAF zu der Zeit etwa 20 Personen

Chronik

Anfang: Fängt an als Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Thorwald Proll in einem Frankfurter Kaufhaus als Zeichen gegen den Vietnamkrieg im April 1968 Feuer legen

- Im Oktober `68 werden zu ? 3 Jahre Haft verurteilt

- Zwei Jahre später befreien Ulrike Meinhof und zwei weitere zukünftige Mitglieder Andreas Baader bei einem Bibliotheksbesuch

Der „harte Kern“ ( Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Holger Meins) wurden für eine Serie von Bomben- und Brandanschlägen verantwortlich gemacht und nach einer bundesweiten Fahndung ? Juni `72 verhaftet Sie machten z.B. Anschläge gegen die US-Armee in Deutschland und den Springer-Konzern. Das ist der Herausgeber der Bild-Zeitung.

Hungerstreiks

- Im Januar 1973 führen die RAF-Häftlinge ihren ersten Hungerstreik über dreißig Tage lang durch. Er hat die Forderung, dass die Isolation als Folterung für die Häftlinge aufgehoben wird. Während des Streiks werden sie zwangsernährt.
- Im Mai beteiligen sich dann insgesamt 40 Häftlinge über 50 Tage lang an dem zweiten gemeinsamen Hungerstreik. Forderung: Gleichstellung aller politischen Gefangenen mit allen anderen Gefangenen

- Die Hungerstreik wurde durch Terroranschläge außerhalb von übrigen RAFMitgliedern begleitet

- Im Laufe von 16 Jahren, also bis 1989, führen Häftlinge insgesamt zehn Hungerstreiks durch. Manchmal beteiligen sich bis zu 70 Häftlinge daran.

Einige über vier Monate lang. Bei den Hungerstreiks sterben mindestens zwei der Gefangenen an den Folgen. Sie forderten mehr Rechte für die RAF-Häftlinge und dass alle politischen Gefangenen zusammengelegt würden.

- 1975 besetzten Mitglieder der Gruppe die Deutsche Botschaft in Stockholm, mit dem Ziel, die Freilassung von 26 politischen Gefangenen zu erpressen. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt verweigerte jedoch jegliche Verhandlungen. Die Terroristen sprengten daraufhin nach der Ermordung zweier Botschaftsangestellten das Gebäude in die Luft. Ein RAF-Mitglied stirbt dabei, ein anderer wird schwer verletzt und stirbt danach an den Folgen und vier weitere kommen ins Gefängnis.

Zwischendurch kommen bei Feuergefechten zwischen der RAF und der Polizei immer wieder Leute ums Leben

Ein Jahr nach Beginn des Prozesses distanzieren sich Baader und Ensslin immer mehr von Ulrike Meinhof

Im Mai 1976 wird Ulrike Meinhof, nach Auseinandersetzungen in der Gruppe, in StuttgartStammheim erhängt aufgefunden.

Juni 1976: Der Bundestag verabschiedet das Anti- Terror-Gesetz, das erstmals die Bildung und Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung als Straftat einführt.

- 1977 wurden Baader, Ensslin, Raspe und sechs weitere RAF-Mitglieder zu lebenslanger Haft verurteilt, wobei Ulrike Meinhof und ein weiterer Angeklagter zu dieser Zeit schon tot sind. Sie werden wegen vier Morden und mehreren Mordversuchen verurteilt

- Auf Grund dieser Verurteilung versuchen andere Mitglieder der Gruppe mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer die Freilassung zu erpressen.
- Während der Schleyer-Entführung verabschiedet der Bundestag als Reaktion darauf im September `77 im Schnellgang ein „Kontaktsperregesetz“ für die inhaftierten Terroristen. d.h., dass den RAF-Häftlingen für maximal 30 Tage jeglicher Kontakt untereinander und mit ihren Anwälten verboten wird
- Die Regierung geht nicht darauf ein, Inhaftierte freizulassen.

Auch nicht als im Oktober 1977 eine Lufthansa-Maschine mit 91 Menschen von 4 palästinensischen Terroristen nach Somalia entführt wird. Der Kapitän wird erschossen doch die Geiseln in Mogadischu von der Spezia leinheit des

Bundesgrenzschutzes GSG 9 befreit. Die Geiseln waren 5 Tage lang gefangen gehalten worden.

Einen Tag später werden Andreas Baader und Gudrun Ensslin tot in ihren Stammheimer Zellen gefunden, Jan- Carl Raspe liegt im Sterben. Irmga rd Möller ist durch Messerstiche schwerverletzt, die sie jedoch überlebte

- Der Terror fand im „deutschen Herbst“ seinen Höhepunkt.

Als „deutschen Herbst“ bezeichnet man den Herbst 1977, weil dort als Reaktion auf die Schleyer-Entführung und -Erschießung Gesetze verschärft wurden und unverhältnissmässig viele Straßenkontrollen, Überwachungen und so weiter gemacht wurden.

In diesem Herbsts wurden die bedeutenden Anführer der 1. RAF-Generation im Gefängnis tot aufgefunden. Staatsermittlungen ergaben, dass es sich dabei um Selbstmord gehandelt hatte. Dies wird jedoch von einigen Leuten für falsch gehalten, da einige Aspekte dagegen sprechen. (Z.B. hat in der Nacht niemand einen Schuss im ganzen Gefängnis gehört, wo man jedoch sonst immer alles hörte. Das würde daraufhin weisen, dass ein Schalldämpfer bei der Erschießung benutzt wurde, der jedoch nirgends im Zimmer der Toten gefunden wurde.

Einen Tag später wurde Hanns-Martin Schleyer ermordet im Kofferraum eines Autos im Elsass aufgefunden

- Die 2. und 3. Generation der RAF setzte die Welle der Gewalt fort.

1992 erklärte die RAF , bei weiteren Anschlägen keine Menschen mehr umbringen zu wollen

Letzte Tat März 1993: Ein RAF-Kommando sprengt den 200 Millionen Mark teuren Gefängnisneubau im hessischen Weiterstadt kurz vor der Fertigstellung in die Luft

1998 erklärten die letzten noch im Untergrund lebenden RAF-Mitglieder durch ein Schreiben an eine Presseagentur die RAF für aufgelöst. Dort hießes: „Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte.“ Das Schreiben wurde als wahr bezeichnet

Auch als die wichtigsten Mitglieder der RAF im Gefängnis waren, wurden aus dem Knast heraus noch Aktionen gesteuert.

- seit Inhaftierung der Baader-Meinhof Gruppe (wie der Kern genannt wurde) und des Prozesses gegen sie, erneuerte sich die Kommandoebene immer wieder aus dem Umfeld der Anhänger
- Jeder Inhaftierte von der RAF, empfing pro Tag ungefähr zwei Besucher und schickte oder bekam etwa 10 Briefe/Postsendungen.
- - Als die Leute im Gefängnis, die Post dann kontrollierte, vermittelten die Anwälte der Inhaftierten wahrscheinlich und so wurden Aktionen geplant Ohne die Anwälte wäre der Kampf am Ende gewesen, als der Kern ins Gefängnis kam.
- Der heutige Bundesinnenminister Otto Schily z.B. war damals Anwalt eines RAF- Mitglieds
- Bei Durchsuchungen der Zellen und bei Verdächtigen wurden zahlreiche Schriftstücke mit Anweisungen des RAF-Kerns gefunden. Die Schriftstücke aus den Zellen enthielten Aufzeichnungen für den Aufbau von militärisch arbeitenden Kleingruppen, zur Mischung und Verwendung von Sprengstoffen, zum Bau von Bomben, Zündern und auch zur Herstellung von Falschpapieren und Diebeswerkzeug. Man fand auch Betäubungsanleitungen bei Geiselnahmen.
- Mit Hilfe der Stasi konnte seit Beginn der achtziger Jahre eine große Zahl der Terroristen nach den Straftaten mit neuer Identität in der DDR untertauchen
- Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden im Juni `90 ehemalige RAF-Mitglieder verhaftet
- Stuttgart-Stammheim, Gefängnis, wo RAFler alle gefangen waren, war das am schärfsten gesicherte Gefängnis Deutschlands. Berittene Polizei patrouillierte um das Gebäude. Der Luftraum darüber wurde gesperrt. Und ein Netz aus Stahl überspannte den Innenhof und das Dach, um gegen Sprengkörper aus der Luft zu schützen.

Die Ziele der 1. Generation der RAF waren anfangs noch politisch motiviert.

Doch bei der 2. und 3. Generation ging es beim Kampf hauptsächlich nur noch um die Freipressung inhaftierter RAF-Mitglieder oder Racheakte.

Wie sie arbeiteten

Am Anfang gab es gemeinsame Entschlüsse, die für alle verbindlich waren und die alle ertragen haben. Doch als es immer mehr kriminelle und terroristische Gewaltakte wurden, veränderte sich die vorher „demokratische“ Gruppenstruktur. Es entwickelte sich ein autoritärer Führungsstil, der auf Befehl und Gehorsam aufbaute. Mitglieder, die nicht mit dem Vorgehen der Gruppenführung einverstanden waren, wurden unter Druck gesetzt und diszipliniert.

- Bis zum Herbst 1977 sind

U 28 Menschen bei Anschlägen oder Schusswechseln ums Leben gekommen und U 17 Mitglieder der RAF starben.

U Zwei Unbeteiligte wurden bei der Fahndung versehentlich von der Polizei erschossen.

- In Deutschland gab es außer der RAF noch zwei weitere bedeutende Gruppen: Z.B. die „Bewegung 2. Juni“, die sich nach dem Todestag des Studenten Benno Ohnesorg benannten, der bei der Anti-Schah Demonstration 1968 in Berlin umkam.
- In 20 Jahren Terror sind etwa 40 Menschen umgekommen, zum größten Teil Mitglieder der Polizei. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt und etwa 20 Mitglieder der RAF kamen um

Wie sie sich Sachen beschafften

RAF beschaffte sich z.b. Wohnungen/Garagen, indem Mitglieder sie unter falschem Namen anmieteten oder unverdächtige „legale“ Gehilfen/“von außerhalb“ mieteten sie an.

Fahrzeuge besorgten sie durch Diebstahl, Kauf oder Anmietung. Sie wurden dann mit falschen Kennzeichen und Papieren ausgestattet.

Lebensunterhalt finanzierten sie sich durch Banküberfälle

Z.B. überfallen 16 Personen der Gruppe im September 1970 zur gleichen Zeit drei Banken in Berlin, wobei sie über 217.000 Mark erbeuten.

Ein Jahr später erbeutet die Gruppe bei zwei Überfällen zur selben Zeit in KASSEL 114.000 Mark

Waffen/Munition erwarben in großen Mengen illegal, entwendeten sie oder kauften sie mit gefälschten Waffenscheinen und unter falschem Namen

Sprengstoffe stahlen sie oder stellten ihn nach Kauf von chemischen Grundsubstanzen selbst her.

Details

Seiten
5
Jahr
2001
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104134
Note
1
Schlagworte
überblick geschichte methoden

Autor

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