Lade Inhalt...

Der Zusammenhang von BMI und Risikofaktor Übergewicht

Forschungsarbeit 2003 44 Seiten

Mathematik - Statistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Weg mit dem Speck“
2.1 Fettsucht bei Kindern: Gefährliche Pfunde
2.2 Fettsucht: Wann ist ein Kind "dick?"
2.3 Was ist der Body Mass Index ?

3. Etwa jeder zweite Erwachsene hat Übergewicht

4. Hypothesen
4.1 Hypothese 1:
4.2 Hypothese 2:
4.3 Hypothese 3:

5. Beschreibung der Stichprobe
5.1 Hypothese 1:
5.2 Hypothese 2:
5.3 Hypothese 3:

6. Folgeerscheinungen & Therapiemöglichkeiten
6.1 Fettsucht bei Kindern: Ursachen und Folgen
6.2 Was ist ein Cushing-Syndrom ?
6.3 Warum bekomme ich ein Cushing-Syndrom ?
6.4 Woran erkennt man ein Cushing-Syndrom ?
6.5 Wie behandelt man ein Cushing-Syndrom ?
6.6 Fettsucht: Warum Radikal-Diäten nichts helfen
6.7 Allgemeine Regeln fürs Abnehmen (für Kinder wie auch Erwachsene)
6.8 10 spezielle Regeln fürs Abnehmen (für Kinder wie auch Erwachsene)
6.9 Die Folgeerkrankungen

7. Literatur

1. Einleitung

Im Zuge unserer Ausbildung wurden wir auf diverse Seminaraktivitäten hingewiesen. Da jetzt die Frühlingszeit anbricht und immer mehr Menschen das Bedürfnis haben den Winterspeck loszuwerden, ist es uns ein wichtiges Anliegen über dieses Thema einige Informationen zu geben. Zusätzlich wurden wir auch durch Medien und Zeitungsartikel auf den Risikofaktor Übergewicht aufmerksam.

Etwa jeder zweite Erwachsene ist übergewichtig. Gut jeder zehnte ist nach einer Erhebung von April 1999 sogar stark übergewichtig. Besonders stark betroffen waren Männer: 56 Prozent der Männer und nur 39 Prozent der Frauen brachten zuviel Gewicht auf die Waage. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach einer Befragung von 380.000 erwachsenen Bundesbürgern mit.

In Europa und den Vereinigten Staaten hat die Prävalenz der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in den letzten zehn Jahren enorm zugenommen. So stieg etwa in Deutschland zwischen 1996 und 2000 die Rate betroffener Mädchen von 6 auf 13 Prozent, bei Buben von 11 auf 20 Prozent an.

2. „Weg mit dem Speck“

2.1 Fettsucht bei Kindern: Gefährliche Pfunde

"Unsere Kinder bewegen sich zu wenig und haben es verlernt, sich zu bewegen"

In Zeiten von Fertiggerichten, Fast Food, Fernseher und PC-Spielen steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit mäßigem oder starkem Übergewicht kontinuierlich an. Ein alarmierender Befund: Nach der jüngsten Expertise der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist etwa jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick. Einige Fachleute gehen sogar davon aus, dass bis zu 60 Prozent der Kinder

und Jugendlichen zu viel auf die Waage bringen. Damit ist hohes Körpergewicht inzwischen eine der häufigsten chronischen Krankheiten zwischen Kindergarten und Schulabschluss. Demzufolge verbringen die Kids den Tag hauptsächlich im Kindergarten oder in der Schule. Danach sind zu Hause und schauen in die "Glotze" oder spielen mit dem PC. Das sind die top Renner der Kinderbeschäftigung heutzutage.

Rund 10 bis 15 Prozent der Fünft- bis Siebtklässler leiden unter einer besonders schweren Form des Übergewichts, die eine Vielzahl von Folgeerkrankungen mit sich ziehen kann: Fettleibigkeit oder Fettsucht, medizinisch als Adipositas bezeichnet. Von Adipositas ist die Rede, wenn der Körper übermäßig viel Fettgewebe angesammelt hat. Da in der Pubertät das Körpergewicht ohne hin zunimmt, steigt der Anteil der adipösen Jugendlichen auf bis zu 20 Prozent.

Hilfe für adipöse Kinder und Jugendliche bietet eine langfristige Therapie, die dauerhafte Ernährungsumstellung mit körperlicher Aktivität verbindet und die Familie einbezieht. Denn ohne Eltern läuft gar nichts. Zum einen sind die Sprösslinge täglich auf die Mithilfe der Eltern bei der Erstellung des Speisezettels und auf seelischen Zuspruch angewiesen. Hinzu kommt, dass die Krankenkassen Adipositas bei Heranwachsenden in der Regel nicht als chronische Krankheit anerkennen. Die Konsequenz daraus ist, dass Eltern, die sich für eine fachgerechte Behandlung ihrer Kinder entscheiden, diese oft aus eigener Tasche finanzieren müssen.

2.1.1 Lebensmittel für Kinder sind nicht immer kindgerecht

Die ernährungsspezifischen Ursachen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen haben eine weitere Ursache: Sie gelten als attraktive Zielgruppe der Ernährungswirtschaft. Problematisch sind in diesem Zusammenhang auch Lebensmittel, die häufig mit ansprechenden Verpackungen sowie Zugaben zum eigentlichen Produkt (Sammelbilder, Spiele etc.) locken. Leider sind die für Kinder und Jugendliche bestimmten Produkte nicht immer so gesund, wie man es erwarten müsste, was zahlreiche Tests (z.B. der Stiftung Warentest) gezeigt haben. Produkte wie Milchschnitte, Fruchtzwerge, im Fachjargon „Lunchables“ genannt sind meist optisch ansprechend, sie tragen jedoch nicht immer zur gesunden Ernährung bei. Zweifellos mögen Kinder viel lieber die bunten Verpackungen und das häufig beigefügte Spielzeug. Viele Eltern lassen sich von Hinweisen über zugegebene Vitamine und andere Nährstoffe überzeugen.

Tatsächlich sind aber gerade diese Lebensmittel für Kinder häufig ungeeignet, denn sie enthalten zu viel Fett oder Zucker und zum Teil auch mehr Emulgatoren, Farb- und Konservierungsstoffe als in herkömmlichen Lebensmitteln.

Zum Problem können nicht nur die falschen Lebensmittel, sondern auch ungeeignete Getränke werden. Der Konsum zuckergesüßter Getränke steht im Zusammenhang mit der Entwicklung eines deutlichen Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen. Der gewohnheitsgemäße Konsum von Limonaden und Säften sowie Veränderungen im Trinkverhalten schlugen sich deutlich in der Häufigkeit von Übergewicht als auch im Körpermassenindex wider. Dieser Zusammenhang erwies sich als unabhängig von Einflussgrößen wie Alter, Größe, Geschlecht, sexueller Reife oder sonstiger Ernährung. Für Diätprodukte mit künstlichen Süßungsmitteln war ein solcher Zusammenhang nicht nachweisbar.

2.2 Fettsucht: Wann ist ein Kind "dick?"

Dick ist nicht gleich dick. Um zwischen verschiedenen Stufen des Übergewichts und gesundheitsgefährdender Adipositas unterscheiden zu können, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Richtschnur entwickelt, den so genannten Body-Mass-Index (BMI).

Danach ist von Adipositas die Rede, wenn das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße den Normwert um mindestens 20 Prozent überschreitet. Menschen, die im Vergleich "nur" 10-20 Prozent mehr Gewicht auf die Waage bringen, gelten, je nach Pfunden, als mäßig bis stark übergewichtig.

Allerdings lässt sich die BMI-Methode nicht einfach vom erwachsenen Menschen auf Kinder übertragen. "Da sich der optimale BMI während des Wachstums verschiebt, gibt es auch keine feste Kilo-Angabe für jedes Lebensjahr".

Aus diesem Grund hat die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (AGA) in ihren Leitlinien eine modifizierte Form des Body-Mass-Index vorgeschlagen. Danach wird bei der Diagnose nicht nur das Alter, sondern auch das Geschlecht der Heranwachsenden berücksichtigt und nach so genannten "Perzentilen" gestuft. Generell gilt: Ab der 90. Perzentile besteht Übergewicht, ab der 97. Perzentile spricht man von Adipositas.

So erreicht ein zehnjähriger Junge beispielsweise mit einem BMI von rund 21 die 90. Perzentile und wäre somit übergewichtig, während er ab einem BMI von rund 23 als adipös eingestuft werden müsste. Da Mädchen im Wachstum und vor allem während der Pubertät schneller zunehmen, liegen ihre BMI-Werte jeweils leicht über denen ihrer männlichen Altersgenossen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Was ist der Body Mass Index ?

Das Gewicht eines Menschen ist im Wesentlichen von drei Faktoren abhängig:

1. Körperlänge
2. Alter
3. Geschlecht

Um für die Körperlänge korrigieren zu können, hat man einen speziellen Index, den sogenannten Body-Mass-Index, ermittelt. Hierzu wird das Gewicht in kg durch das Quadrat der Körperlänge in Metern (kg/m2) geteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3.1 Berechnung des Body Mass Index

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Untergewicht: BMI < 18,5 kg/m2
2. Normalgewicht: 18,5 bis 24,9 kg/m2
3. Übergewicht: 25 bis 29,9 kg/m2
4. Adipositas Grad I: 30 bis 34,9 kg/m2
5. Adipositas Grad II: 35 bis 39,9 kg/m2
6. Adipositas Grad III: BMI > 40 kg/m2

2.3.2 Weitere Methoden zur Bestimmung von Übergewicht

Methode nach Broca

Nach Broca wird das Normal - bzw. Sollgewicht nach der folgenden einfachen Formel berechnet:

Körpergröße in cm minus 100 = Normal- bzw. Sollgewicht

Diese Formel gilt für Männer. Bei Frauen werden üblicherweise noch 5-10% abgezogen.
Bei Kindern gilt diese Methode zur Bestimmung des Normal- bzw. Sollgewichtes nicht.
Wenn ihr Gewicht den errechneten Wert um bis zu 10 % über- bzw. unterschreitet liegen Sie im Normalbereich.

Vorteile:

Mit der Broca-Formel kann Über- bzw. Untergewicht leicht berechnet werden.

Nachteile:

Das Broca-Sollgewicht hängt stark von der Körpergröße ab, d.h. bei besonders großen oder kleinen Menschen ist diese Berechnungsformel ungeeignet.

Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA)

Die Bestimmung der Körperfettmasse durch die bioelektrische Impedanz-Analyse beruht auf dem Prinzip, dass verschiedene Körpergewebe (Körperfettmasse, Muskulatur, Knochen) bei Stromdurchfluss unterschiedliche Widerstände aufbauen. Aus den Widerstandsmessungen und anderen Größen lässt sich die Körperfettmasse bestimmen. Die verwendeten Stromstärken sind gesundheitlich unbedenklich und nicht spürbar. Bei Personen mit Herzschrittmachern sollte diese Methode allerdings nicht eingesetzt werden.

In den letzten Jahren findet man diese Methode häufiger in diversen Fitness-Studios. Dazu muss aber erwähnt werden, dass die Messergebnisse dieser Methode durch verschiedene Störfaktoren, die häufig durch nicht fachkundige Bedienung der Messgeräte verursacht werden, zu falschen Werten der Körperfettmasse führen können.

Vorteile:

genaues Maß für Körperfett, unabhängig von Körpergröße und Köperbau.

Nachteile:

Störfaktoren können Messergebnisse verfälschen. Es entstehen Kosten, die für die Behandlung des Übergewichts nicht notwendig sind.

Messung der Fettverteilung (der T/H- Quotient)

Gesundheitliche Komplikationen als Folge von Übergewicht hängen nicht ausschließlich von dem Ausmaß des Übergewichts ab. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine Gewichtszunahme im Gesäß- und Oberschenkelbereich (= Birnen-Typ) weitaus weniger gefährlich ist als eine Fettvermehrung im Bauchraum (Apfel-Typ). Menschen mit bauchbetonter Fettverteilung (Apfel-Typ) leiden viel häufiger an Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Arteriosklerose als Menschen mit hüftbetonter Fettverteilung (Birnen-Typ).

Aus medizinischer Sicht wird diese Tatsache folgendermaßen begründet:

Bauchfettzellen sind viel stärker durchblutet und von Nervenzellen durchzogen als Fettzellen aus anderen Regionen. Dadurch kann das Fett in den Bauchfettzellen viel rascher freigesetzt werden, weswegen der 'Apfel-Typ' häufiger an den oben genannten gesundheitlichen Komplikationen leidet als der 'Birnen-Typ'. Eine Methode, die Fettverteilung eines Menschen zu bestimmen, wird durch die Berechnung des sogenannten 'Taille-Hüft-Quotienten (T/H Quotient) gegeben. Dazu benötigt man lediglich ein Haushaltsmaßband mit dem man den Taillenumfang (zwischen Becken und unterster Rippe) und den breitesten Hüftumfang bestimmt. Diese beiden Werte müssen dann geteilt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Taille-Hüft-Quotient sollte bei Männer kleiner als 1,0 und bei Frauen kleiner als 0,85 sein. Mit dem Älterwerden nimmt dieser Quotient leicht zu, sollte aber dennoch die genannten Grenzwerte nicht überschreiten. Weiterhin ist zu beachten, dass ein Taillenumfang von über 100 cm, unabhängig von dem Hüftumfang, als ungünstig zu betrachten ist.

2.3.3 Interpretation

Bei dieser Vorgehensweise bleiben Alter und Geschlecht jedoch unberücksichtigt. Jedem ist bekannt, dass das Gewicht im Erwachsenenalter deutlich zunimmt. So ist ein 18jähriger in aller Regel deutlich leichter als ein 50jähriger Mann. Aus diesem Grund hat man sogenannte BMI-Perzentilenkurven entwickelt. Diese erlauben es abzuschätzen, um wie viel Prozent die gleichaltrige und gleichgeschlechtliche Bevölkerung schwerer bzw. leichter ist als man selbst.

Beispiel: Sie sind weiblich, 16 Jahre alt, wiegen 65 kg und sind 165 cm groß. Die Berechnung Ihres BMI ergibt 23.88, Percentil 92. Das bedeutet, dass 92 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung Ihren Geschlechts und Alters leichter sind als Sie selbst, bzw. 8 Prozent schwerer sind als Sie selbst.

Wären Sie dagegen 60 Jahre alt, so wären nur 38 Prozent der Vergleichsgruppe leichter bzw. 62 Prozent schwerer als Sie.

[...]

Details

Seiten
44
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638168502
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10424
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Zusammenhang Risikofaktor Erkunden Erforschen Erkennen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Der Zusammenhang von BMI und Risikofaktor Übergewicht