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Aberglaube aus psychologischer Perspektive

Hausarbeit 2001 38 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Was ist Aberglaube
Begriffsdefinition
Eingrenzung des Themas

Aberglaube als Konditionierungsprozess
Sensorischer Aberglaube
Paralleler Aberglaube
Einfacher Aberglaube
Das Taubenexperiment
Konditionierung von Aberglauben beim Menschen
Auf Nummer sicher gehen

Psychiatrische Sichtweise des Aberglaubens
Zusammenhang zwischen Aberglaube und psychischer Erkrankung ..
Zwangsneurose und Aberglaube
Das Problem der Daseinsirrationalität

Der neurophysikalische Ansatz

Aberglaube bei Individuen und Gruppen
Traditionell abergläubische Schichten und Berufsgruppen
Demographie des Aberglaubens
Persönlichkeit und Aberglaube
Das Profil eines abergläubischen Menschen

Funktionen des Aberglaubens
Allgemeine Funktionen
Der Placeboeffekt

Gefahr des Aberglaubens
Okkulttäter
Homöopathie und Placeboeffekt

Zusammenfassung und Diskussion

Literaturverzeichnis

Einleitung

Aufgrund seiner Vielseitigkeit ist Aberglaube ein Phänomen, das in jeder Kultur und bei einem großen Prozentsatz der Bevölkerung überhaupt vorzufinden ist. Darauf lassen verschiedene Erhebungen schließen, die festgestellt haben, dass etwa 30 Prozent der europäischen und amerikanischen Bevölkerung abergläubisch sind. Diese hohe Prozentzahl verdeutlicht auch die Wichtigkeit, die der Aberglaube im Leben vieler Menschen darstellt.

Aberglaube - Irrationalität pur, und doch ist dieses Phänomen unheimlich weit verbreitet. Hilflosigkeit, Unwissenheit, Fehldeutungen, Verdrängung, Leichtgläubigkeit, Suche nach Halt - alles Ursachen, die zu abergläubischen Vorstellungen und Handlungen führen können.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einige Annahmen und Theorien darzustellen, die in der Psychologie zum Thema Aberglaube gemacht wurden. Ich beginne mit der Definition und Eingrenzung des Themas. Anschließend stelle ich einen behavioristischen, einen psychoanalytischen und einen neurophysikalischen Ansatz zur Erklärung des Aberglaubens vor. Danach gehe ich auf persönlichkeitspsychologische Aspekte ein und komme dann zu Funktionen und Gefahren des Aberglaubens. Schlussbetrachtend werde ich noch Stellung zu diesen Aspekten nehmen.

Was ist Aberglaube?

Begriffsdefinition

It is hard to mark out the boundaries of superstition. A Frenchman travelling in Italy finds almost everything superstitious, and is hardly wrong. The archbishop of Paris is superstitious, the Presbyterians levy the same reproach against his Grace of Canterbury, and are in their turn called superstitious by the Quakers, who are the most superstitious of men in the eyes of other Christians (Voltaire, Yahooda, 1971, p.1).

Die folgenden Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit Ursachen, Arten und Problemen des Aberglaubens, aber vorher möchte ich versuchen, eine geeignete Definition für Aberglauben zu finden.

In dem vorangegangenen Zitat verdeutlicht Voltaire die Problematik der Definition von Aberglauben. Bei vielen Wörtern, die im Alltag benutzt werden, hat man das sichere Gefühl zu wissen, was sie bedeuten. Wird man aber aufgefordert, sie zu definieren, bemerkt man, dass diese Sicherheit wohl doch nur eine Illusion war (Yahooda, 1971).

In vielen Werken zum Thema stößt man auf Definitionen, die versuchen, Aberglaube gut zu erklären und einzugrenzen, aber meistens sind diese Auslegungen auch nur für die jeweiligen Bücher sinnvoll. Natürlich gibt es Wörterbücher, in denen sehr neutrale Begriffserklärungen zu finden sind. Wörterbuchdefinitionen grenzen den Begriff wiederum oft nicht speziell genug ein, aber sie dienen als brauchbare Startpunkte.

Das Psychologische Wörterbuch von Dorsch (1998) beschreibt Aberglaube als „den Glauben an Kräfte, Zusammenhänge, Übernatürliches, das den wissenschaftlichen Erkenntnissen wie auch religiösen Anschauungen nicht entspricht“( S. 1). Eine andere Begriffsdefinition, die der von Dorsch sehr ähnelt, stammt von dem Psychiater Judd Marmor (1956, Vyse 1997). Für ihn beinhaltet Aberglaube „Glaubensansätze oder Praktiken, die eigentlich unbegründet sind und dem Kenntnisstand nicht entsprechen, den die Gesellschaft, zu der man gehört, erreicht hat“(S. 28). Diese Definition soll als Grundlage der vorliegenden Arbeit dienen.

Die gewählte Begriffserklärung hat zwei wichtige Vorteile: erstens meidet sie kulturelle und historische Vorurteile, indem sie abergläubisches Verhalten in seinem sozialen Kontext betrachtet. Und zweitens ist diese Interpretation annähernd objektiv, weil sie es vermeidet, Motive wie beispielsweise Furcht hineinzudeuten. Um dem Problem des „Kenntnisstandes, den unsere Wissenschaft erreicht hat“ aus dem Weg zu gehen, werden in dieser Arbeit nur Themen behandelt, bei denen sich Wissenschaft und Allgemeinheit einig sind.

Eingrenzung des Themas

Da abergläubisches Verhalten sehr weit verbreitet und sehr vielgestaltig ist, sollte sich nur auf bestimmte Formen des Aberglaubens beschränkt werden. Aberglaube kann unter anderem unterteilt werden nach bestimmten Verhaltensweisen. Der Psychologe Gustav Yahooda (1971) schlägt folgende vier Kategorien des Aberglaubens vor.

Aberglaube als Teil einer Kosmologie oder Weltanschauung.

Auf der einen Seite gibt es die Behavioristen (James Frazer, u.a.), die jede Art von Religion für Aberglauben, für eine aus Unwissenheit entstandene Irrlehre halten. Auf der anderen Seite stehen jene Vertreter, die der Meinung sind, dass nur „heidnische“ Kulte und deren Zeremonien und Rituale abergläubisch seien. Beim Thema Aberglaube haben Wissenschaft und Religion also nicht gegensätzliche, sondern vollkommen unterschiedliche Ansichten. Das ist ziemlich einleuchtend, denn religiöser Glaube bedarf keiner augenfälligen Beweise, während die Wissenschaft auf Beweisen beruht.

Andere gesellschaftlich anerkannte Formen des Aberglaubens.

Die meisten abergläubischen Auffassungen entstammen unserer eigenen Kultur. Viele dieser Regelungen beziehen sich auf wichtige Ereignisse im Leben eines Menschen, wie etwa Geburt, Heirat, Krankheit und Tod. Solche kulturell bedingten abergläubischen Denkweisen veranlassen Psychologen zur Bestimmung jener Faktoren, die Menschen dazu bewegen, sie zu übernehmen und daran festzuhalten, obwohl die Beweise unseren Glaubenssätzen widersprechen.

„Okkulte“ Erlebnisse von Einzelpersonen.

Übernatürliche Erfahrungen wie außersinnliche Wahrnehmung und Kommunikation mit Toten sind sehr häufig anzutreffen. Aber da der Glaube an solche Phänomene unserem wissenschaftlichen Verständnis von Physik und Psychologie zuwiderläuft, ist dies ebenfalls als abergläubisch einzustufen. Der außersinnlichen Wahrnehmung wurde und wird in wissenschaftlicher Hinsicht beträchtliche Aufmerksamkeit gewidmet. Sogenannte parapsychologische Gesellschaften wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts in USA und Großbritannien gegründet und in entsprechenden Laboren Phänomene wie Telepathie, Hellsehen und Telekinese (Bewegung von Gegenständen durch geistige Kraft) untersucht. Jedoch hat die Parapsychologie sich noch nicht wirklich bewährt, da viele durchgeführte Studien schwere methodische Fehler enthalten oder Ergebnisse erbrachten, die nicht replizierbar sind. Erfahrungen wie Dämonen, Poltergeister, Spukhäuser und böse Vorahnungen gehören ebenfalls in diese Kategorie.

Persönlicher Aberglaube.

Zu dieser Kategorie zählen abergläubische Vorstellungen, an die nur Einzelpersonen glauben, die aber nicht an andere weitergegeben oder von anderen erlernt werden können. Beispiele dafür sind Glücksbringende Zahlen, Farben, Gegenstände oder Rituale.

Aberglaube als Konditionierungsprozess

Es gibt verschiedene Theorien darüber, wie es zu abergläubischen Überzeugungen oder Verhaltensweisen kommt. Dieses Kapitel beschreibt das operante Konditionieren als einen Weg zum Aberglauben. Nach Catania (1968, Vyse, 1997) gibt es drei Formen konditionierten Aberglaubens. Den einfachen, den parallelen und den sensorischen Aberglauben. Der Schwerpunkt soll auf die erstgenannte Form gelegt werden, da es dazu einen besonders interessanten Ansatz gibt. Aber zuvor werden die anderen Formen kurz erklärt.

Paralleler Aberglaube

Diese Art des Aberglaubens besteht aus der Verknüpfung zweier Reaktionen, von denen eine mit der Verstärkung nichts zu tun hat und die andere diese Verstärkung eigentlich hervorbringt. Als Verständnishilfe soll das anknüpfende Beispiel dienen.

Ein Skatspieler nimmt üblicherweise seine Karten schon beim Ausgeben auf. Er hat mehrere Spiele hintereinander schlechte Karten. In der nächsten Runde wartet er, bis alle Karten ausgeteilt sind und trinkt nebenher sein Glas Bier aus. Als die Karten ausgeteilt sind klopft er glücksverheißend mit der Hand auf seinen Kartenstapel. Als er die Karten aufnimmt, stellt er fest, dass er ein optimales Blatt hat und gewinnt das Spiel. Von nun an klopft er in jedem Spiel auf seine Kartenstapel, bevor er seine Karten aufnimmt. Im Fall, dass die Karten trotzdem schlecht sind, wird er ein Glas Bier vor dem Aufnehmen trinken oder neue Rituale entwickeln.

Bei Studien und Untersuchungen dieser Form wurden zwei wichtige Aspekte des Aberglaubens, der mit langen Abfolgen von Verhaltensweisen verbunden ist, herausgefunden. Zum einen beeinflussen zufällige Verstärkungen die ganze Handlungsabfolge, nicht nur die zuletzt ausgeführten Tätigkeiten. Menschen, die nach Verstärkung suchen, reagieren also auf sehr komplexe Strukturen der Umgebung und entwickeln somit schnell komplizierte Verhaltensweisen. Zum anderen wurde die sich selbst aufrechterhaltende Natur längerer abergläubischer Handlungsabfolgen enthüllt. Aufgrund der Erfahrungen im Alltag (kochen, reparieren, basteln), erwartet man, dass die richtig durchgeführte Handlungsabfolge zum Erfolg führt. Tritt der erwartete Erfolg nicht ein, gibt man sich selbst die Schuld dafür, weil man irgendetwas falsch gemacht haben muss. Genauso ist es bei abergläubischen Ritualen. Zufällige Erfolge führen häufig zur Konditionierung abergläubischer Vorstellungen. Kommt es jedoch trotz Ritual zur Niederlage, sucht der abergläubische Mensch bei sich selbst, in der Ausübung des Rituals den Fehler (Vyse, 1997).

Sensorischer Aberglaube

Bei dieser Form des konditionierten Aberglaubens geht es darum, irgendeinem Gegenstand in der Umgebung eine besondere Bedeutung beizumessen. Sensorischer Abergaube ist im Alltag häufig anzutreffen, da es sich dabei um Sachen wie glücksbringende Kleidung oder Stifte oder Maskottchen handelt. Beim sensorischen Aberglauben sind zwar auch andere psychische Vorgänge beteiligt, aber zum größten Teil werden abergläubische Vorstellungen, die sich um magische Gegenstände drehen, durch operantes Konditionieren erlernt (Vyse, 1997).

Einfacher Aberglaube

Zur Erläuterung des einfachen Aberglaubens soll der Ansatz von B. F. Skinner dienen. Skinner wurde vor allem für seine Gedanken zu Behaviorismus und Gesellschaft bekannt. Er entdeckte und befasste sich unter anderem mit den Grundsätzen des operanten Konditionierens und zeigte, welche Möglichkeiten diese Art des Lernens den Menschen bietet.

Das Taubenexperiment.

Einer der ungewöhnlichsten Artikel, die je publiziert wurden ist der ursprünglich 1948 veröffentlichte Aufsatz „Superstition“ in the pigeon .

Diesen wissenschaftliche Artikel verfasste Skinner in den ersten Jahrzehnten seines Werdegangs in Form einer Erzählung. In dem Artikel beschreibt er ein Experiment, bei welchem er zeigt, wie Tauben durch operantes Konditionieren abergläubisch werden. Das Verfahren ist ziemlich einfach. Skinner setzte eine hungrige Taube in eine Kiste. Dort war eine automatische Futterzufuhr angebracht, die von einer Schaltuhr gesteuert wurde, jedoch unabhängig vom Verhalten der Taube. Die Uhr war so eingestellt, dass alle 15 Sekunden Nahrung in den Käfig kam. Die Tauben entwickelten schon nach wenigen Minuten Rituale. Skinner beschrieb die Verhaltensweisen folgenderweise:

One bird was conditioned to turn counter-clockwise about the cage, making two or three turns between reinforcements. Another repeatedly thrust its head into one of the upper corners of the cage. A third developed a ‘tossing’ response, as if placing its head beneath an invisible bar and lifting it repeatedly. Two birds developed a pendulum motion of the head and body, in which the head was extended forward and swung from right to left with a sharp movement followed by a somewhat slower return (Skinner, 1992, p.273).

Verursacht wurden diese eigentümlichen Verhalten durch einfache zeitliche Kontiguität (zeitlicher Zusammenfall von Ereignissen). Das zufällige Aufeinandertreffen einer beliebigen Handlung der Taube mit der Zufuhr von Futter reichte Skinner zufolge aus, um dieses Verhalten zu verstärken. Das Verhalten der Vögel hatte keinen Einfluss auf das Erhalten von Belohnung und war somit ein Fall des Konditionierens durch Zufall. (Vyse, 1997)

Vyse (1997) hält dieses Experiment für einen eindrucksvollen Beweis für die Macht des Zufalls beim operanten Konditionieren und die Rolle der zeitlichen Kontiguität bei der Entstehung abergläubischen Verhaltens.

Konditionierung von Aberglauben beim Menschen.

Skinner zufolge demonstriert sein Taubenexperiment eine Art von Aberglauben, denn der Vogel glaubt, dass es eine kausale Beziehung zwischen seinem Verhalten und der Zufuhr von Futter gibt. Skinner sieht außerdem auch Analogien zu menschlichem Verhalten (Skinner, 1992)

Viele Wissenschaftler akzeptierten die Befunde Skinners und wandten sie auch bei der Deutung komplexen menschlichen Verhaltens an, wie der Entstehung von Stammesritualen oder der Entwicklung pathologischer Zwänge und Phobien (Wagner und Morris, 1987, Vyse, 1997). Andere standen Skinners Interpretation eher skeptisch gegenüber und stellten in Frage, ob man von Tauben auf Menschen schließen könne (Staddon, 1971, Timberlake, 1985, beides Vyse, 1997). Einige Forscher begannen schließlich viele Jahre nach dem Taubenexperiment sich mit dieser Frage zu befassen. So wurden erst einige Experimente mit Kindern und später auch mit Erwachsenen durchgeführt (Vyse, 1997).

1987 untersuchten Gregory Wagner und Edward Morris drei- bis sechsjährige Kinder. Dazu diente ein Clown, der im Abstand von 15 Sekunden (in einer zweiten Gruppe waren es 30 Sekunden) Murmeln abgab. Die Ergebnisse waren denen Skinners sehr ähnlich, denn 75 Prozent der Kinder hatten ein eigenes, abergläubisches Ritual (wie beispielsweise Grimassen scheiden, Nase des Clowns küssen) entwickelt, um den Clown zum Murmelnausspucken zu bringen (Vyse, 1997).

Koichi Ono führte in Tokio ein ähnliches, altersgerechtes Experiment mit Erwachsenen durch. Nicht alle Teilnehmer entwickelten abergläubisches Verhalten, aber die meisten taten es. Onos Studie belegt somit, dass Erwachsene für konditionierten Aberglauben nicht weniger empfänglich sind als Tauben und Vorschulkinder (Vyse, 1997).

Auf Nummer Sicher gehen.

Peter Killeen (1982, Vyse 1997) bringt als Gegenstück zu Skinners Interpretation des Taubenverhaltens die Theorie des „Auf Nummer Sicher- Gehens“. Das heißt, dass jeder versucht, für ein Problem, dessen Ausgang wichtig ist, eine Lösung zu finden. Wenn die Natur des Problems unklar ist und wir zufällig etwas finden, das das gewünschte Resultat zu erbringen scheint, haben wir eine große Neigung dazu, dies zu wiederholen. Man wiederholt es aber nur, weil man zum Erfolg kommen will. Nach dem Motto „Ich habe nichts zu verlieren“ wird das Ritual ausgeführt. Somit entsteht das Gefühl, etwas getan zu haben Die Tauben in Skinners Taubenexperiment, so Killeen, sind hungrig und wollen auf Nummer Sicher gehen und führen deswegen das Ritual aus. Nach Killeen entsteht abergläubisches Verhalten, wenn die Belohnung sehr wichtig und der Aberglaube nur mit geringem Einsatz verbunden ist.

Psychiatrische Aspekte des Aberglaubens

Aberglaube ist zum großen Teile Unheilserwartung, und wer anderen häufig Böses wünscht, aber infolge der Erziehung zur Güte solche Wünsche ins Unbewußte verdrängt hat, dem wird es besonders nahe liegen, die Strafe für solches unbewußte Böse als ein ihm drohendes Unheil von außen zu erwarten. (Freud, 1968, S.289)

Es liegt nahe, in dieser Arbeit auch die psychiatrische Sicht zu beleuchten, denn bereits Freud (1969) erkannte, dass es bestimmte Parallelen zwischen den Verhaltensweisen und Denkschemen Abergläubischer und psychisch Kranker, wie Neurotikern gibt. Auf den folgenden Seiten soll deswegen das Wichtigste zum Thema Aberglauben aus psychiatrischer Sichtweise dargestellt werden.

Zusammenhang zwischen Aberglaube und psychischer Erkrankung

Aberglaube ist keinesfalls gleichzusetzen mit psychischer oder seelischer Erkrankung. Aberglaube ist nicht mal „abnormaler Seelenzustand, sondern gehört zu den Möglichkeiten des Erlebens eines jeden Menschen“ (Zucker, 1948, Völkel, 1992). Aber es gibt seelische Erkrankungen, besonders im Kreis der Schizophrenie, bei denen der Patient krankheitsbedingte innere Erlebnisse hat, die zu abergläubisch erscheinenden Verhaltensweisen und entsprechenden Überzeugungen führen können. (Völkel, 1992).

Oft werden abergläubische Inhalte von Entwicklungsstand, Kulturniveau und Lebenskreis bestimmt. Häufig können jedoch bei Schizophrenien und neurotischen Störungen magisch-abergläubische Verhaltensweisen beobachtet werden, für die sich keinerlei Erklärungen bieten aus herkömmlichen, dem Kranken bekannten abergläubischen Traditionen. Bei den letztgenannten Fällen spielt vielfach die Macht eines Wortes eine überragende Rolle (Völkel, 1992).

Ursache für die abergläubischen Erscheinungen bei psychotischen Erkrankungen sind Erklärungsversuche der Patienten, die dadurch versuchen, ihr krankhaftes Erleben in eine gewisse Ordnung zu bringen. Die Suche nach der Erklärung projiziert die Ursache der Störungen nach außen und kann in dieser Objektivierung real, in visueller (Hellsehen) oder akustischer (Stimmen guter und böser Geister) Form erlebt werden (Wyrsch, 1949, Völkel, 1992).

Zwangsneurose und Aberglauben

Besonderes Interesse gilt in der Psychologie des Aberglaubens den sogenannten Zwangsneurosen. Das wird unter anderem in Schriften von Freud (1969) und Völkel (1992) deutlich. Eine Zwangsneurose kann im psychischen Bereich ablaufen (wie beispielsweise in Form von Zwangsgedanken) oder aber darüber hinaus zu aktiver Betätigung, zu Zwangshandlungen führen (wie etwa Waschzwang aufgrund von Beschmutzungsfurcht). Es gibt zahllose Arten der Zwangsneurose. Hier sollen aber diejenigen untersucht werden , die abergläubisch anmutende Mechanismen aufweisen. Dabei ist der Kranke in ein magisches Ritual gefesselt, das von ihm zwar als unsinnig erkannt wird, ihn aber doch zwingt, die irrational gefühlten Verpflichtungen zu erfüllen (Völkel, 1992).

Magisch anmutende Verhaltensweisen dienen immer in irgendeiner Form der Angstbindung und Angstabwehr. Wenn die selbstgestellte Forderung misslingt, so müssen gleich andere, nicht weniger sinnlose Handlungen folgen, um das Schicksal zu versöhnen und dem drohenden Unheil zu entgehen. (Völkel, 1992)

Dass bestimmte Parallelen zwischen abergläubischem Verhalten und zwangsneurotischem Geschehen gezogen werden können, spiegelt sich auch darin wieder, dass bei beidem oft eine innere Antinomie in die Umwelt projiziert wird. Durch das nach außen Verlegen des intrapsychischen Spannungspotentials wird eine Entlastung gewonnen. Damit ist dann die Möglichkeit gegeben, mit einem Ritual zu versuchen, wenigstens vorübergehend ein inneres Gleichgewicht herzustellen. Man organisiert also einen Gegenzauber, opfert, bestraft sich selbst und mindert damit das heimliche, unbewusste oder halbbewusste Schuldgefühl. Bei Aberglaube und Zwangsneurose finden sich außerdem folgende Analogien: In beiden Fällen ist die Welt dämonisiert, ihres Vertrautheits- und Sicherheitscharakters beraubt. Ebenso fluktuiert in gleicher Weise das Gewissheitsbewusstsein hinsichtlich der Überzeugungen und Handlungsimpulse zwischen letzter Sicherheit und massivem Zweifel. Das heißt, es herrscht die Einsicht, etwas Unsinniges zu tun oder zu fürchten, aber man kann dem Zwang dadurch nicht wirklich entrinnen (Völkel, 1992).

Neben der tiefenpsychologischen Interpretation der magisch anmutenden Erscheinungen mancher Zwangsneurotiker, bietet K. Zucker (1949, Völkel, 1992) eine andere Sichtweise an. Dieser meint, dass der Zwangsneurotiker, an einer Entschlussschwäche leidet und zwischen rational und irrational schwankt, aber nicht zu einer Entscheidung kommt. Zucker beschreibt Aberglaube als „Indikator der von Haus aus bestehenden Unsicherheit oder Entscheidungsschwäche“ und „je unsicherer der Mensch, also auch der Gesunde, umso leichter erlebt er sich in der Abhängigkeit anderer Einflüsse außerhalb seiner selbst ... So lehrt denn auch die Erfahrung, daß der Unsichere so gut wie immer abergläubisch ist.“ (1949, Völkel, 1992 S. 428).

Das Problem der Daseinsirrationalität

Abgesehen von den triebpsychologischen Gesichtspunkten kann man von psychotherapeutischer Seite her auch auf einer anderen Ebene nach Ursachen für Aberglauben suchen. Diese wesentlichen Aspekte führen in den Raum der menschlichen Daseinsproblematik schlechthin. Abergläubischen Menschen fehlt das Vertrauen in das Dasein. Besonders neurotische Menschen erleben die Sinnwidrigkeit und Grausamkeit des Schicksals als bedrohliche, der Vernunft unzugänglichen Macht im Hintergrund des Daseins. Neben der unausweichlichen Realität des Todes steigern auch die ständige Möglichkeit zu erkranken, nahestehende Menschen zu verlieren oder von wirtschaftlichen Schäden getroffen zu werden das intrapsychische Spannungsfeld bis zu pathogenen Ausmaßen. Ähnlich wie beim Abergläubischen kommt hier im Hintergrund eine letzte Ungeborgenheit, ein Leiden an der Schicksalsverhaftung zum Vorschein, die als „Daseinsirrationalität“ bezeichnet wird (Völkel, 1992).

Mit dem Problem der Daseinsirrationalität hängt ein weiteres Problem zusammen, das sowohl bei manchen Neurotikern als auch bei abergläubischen Menschen vorzufinden ist: das Problem der Einführung, Integrierung in eine überindividuelle Ordnung, welche die eigene Existenz überdauert und ein Erlebnis letzter Geborgenheit vermittelt. Abergläubische Menschen haben also das Bedürfnis, sich in eine überindividuelle Ordnung hineinzuintegrieren. Sie suchen nach einer für sie geeigneten Ordnung und geraten in die Bahn des oft primitiven, abergläubischen Denkens (Völkel, 1992).

So hat die epochale Beziehungslosigkeit des Menschen unserer Zeit dem Aberglauben zu einem Wiederaufleben verholfen, das zuweilen in groteskem Gegensatz steht zu der gleichzeitig kritisch-rationalistischen Abwehrung herkömmlicher religiöser Überzeugungen. Heimatlos gewordene religiöse Gefühle werden vom Aberglauben aufgefangen und pervertiert. (Völkel, 1992, S.430)

Der neurophysikalische Ansatz

Neben den allgemein anerkannten Theorien zur Entstehung des Aberglaubens gibt es auch die, die sich noch nicht durchsetzen konnten.

Hans Sebald (1990, Stute, 1997) liefert einen ganz besonderen, „abstrusen“ Ansatz zur Erklärung des Aberglaubens (Stute, 1997). Er und weitere Befürworter seiner Theorie sehen hinter dem Erfindungsreichtum und der zeitlosen Irrationalität des Menschen eine neurophysikalische Erklärung. Diese Vertreter halten die „rapide Expansion...des Neokortex...während der letzten Millionen Jahre für die fehlerhafte Koordination mit dem uralten Gehirn für verantwortlich.“(Sebald, 1990, Stute 1997 S.253). Nach Sebald ist die Ursache für die Entstehung von Aberglauben also eine entwicklungsgeschichtliche Fehlabstimmung innerhalb der menschlichen Evolution. Sebald erklärt die rapide Expansion des Neokortex als neurophysikalischen Versuch, die fortgesetzten Erfindungen und Täuschungen der Menschheit zu deuten.

Kurz zusammengefasst hieße das: Der Mensch versucht, evolutionäre Unstimmigkeiten im Nachhinein mit Sinn zu unterlegen. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass der Kortex das Zentrum menschlicher Intelligenz und Moral darstellt. Dann erscheint der Ansatz Sebalds, den Kortex auf einen evolutionären Reflex mit der Funktion einer nachträglichen Erklärung bereits vom Großhirn geleisteter Prozesse zu reduzieren, nicht wirklich überzeugend.

Aberglaube bei Individuen und Gruppen

Nach Vyse (1997) liegen abergläubische Gefühle bei Einzelpersonen irgendwo zwischen völliger Ablehnung und absoluter Billigung. In diesem Kapitel sollen die Unterschiede im Aberglauben bei Einzelpersonen und Gruppen untersucht werden. Zuletzt, als eine Art Zusammenfassung, kommt der Versuch, das Profil eines typisch abergläubischen Menschen zu zeichnen.

Traditionell abergläubische soziale Schichten und Gruppen

Sportler, Spieler, Seemänner, Bergleute, Soldaten, Kapitalanleger und Studenten gehören zu den Gruppen, die als besonders abergläubisch gelten. Systematische Untersuchungen wurden bisher allerdings nur mit Sportlern, Studenten und Spielern (Craps-Würfelspieler) durchgeführt. Deswegen ist es sinnvoll, auch nur über diese drei Gruppen zu schreiben (Vyse, 1997).

Bei den meisten Sportarten ist die Unberechenbarkeit ein untrennbarer Bestandteil. Die Motivation der Sportler zu siegen, ist sehr groß und führt dazu, dass viele von ihnen Zuflucht im Aberglauben suchen. Der Aberglaube beschränkt sich innerhalb einer Sportdisziplin meist auf die Aktivität, die am wenigsten berechenbar ist (zum Beispiel beim Basketball auf Körbe zielen) (Vyse, 1997).

J. Gregory und B. Petrie (1975) fanden heraus, dass Teilnehmer von Mannschaftssportarten wie Basketball, Eishockey oder Volleyball abergläubischer sind als Vertreter von Einzeldisziplinen. Sie führen das darauf zurück, dass eine abergläubische Vorstellung innerhalb der Mannschaft weitergegeben wird.

Obwohl es eher unglaubwürdig erscheint, werden, wie schon erwähnt, auch Studenten als besonders abergläubisch eingestuft. Vor allem wenn es um Prüfungen geht, sind Studenten ängstlich. Mit Versagensängsten sind sehr oft abergläubische Vorstellungen verbunden. Diese Vorstellungen drehen sich häufig um Kleidungsstücke, Schreibgeräte und Maskottchen. Vielfach gibt es auch bestimmte Rituale, die von Studenten vor Prüfungen ausgeführt werden, wie etwa ein bestimmtes Getränk trinken, ein bestimmtes Lied hören oder sogar trotz Nichtreligiosität zu beten (Vyse, 1997).

Zuletzt geht es noch um Spieler von Glücksspielen und ihre abergläubischen Verhaltensweisen. Glücksspiele sind solche Spiele, über deren Ausgang die Beteiligten keine Kontrolle haben. Wer beispielsweise Lotto spielt, hat auf die Ziehung seiner gewählten Zahlen genauso wenig Einfluss, wie ein Roulettespieler auf die Kugel. Trotzdem vertrauen Spieler auf ihr Glück und manche meinen sogar, sie könnten den Zufall beeinflussen.. Einige typische abergläubische Ansichten sind etwa die von Spielern, die mit Würfeln zu tun haben und meinen, ein sanfter Wurf ergebe eine niedrige und ein harter Wurf eine hohe Zahl (Henslin, 1967).

Studenten, Sportler und Spieler - diese drei Subkulturen haben zwei interessante Aspekte des Aberglaubens gemein. Erstens die Strategie des Gewinnens und Dabeibleibens bzw. des Verlierens und Veränderns und zweitens den Einfluss sozialer Strukturen auf den Aberglauben. Die unterschiedlichen sozialen Strukturen dieser Gruppen spiegeln sich im jeweiligen Aberglauben wider. Gemeinsame Aktivitäten bringen gemeinsamen Aberglauben hervor (Vyse,1997).

Die Demographie des Aberglaubens

Dieser Teil beschäftigt sich mit der Frage, welche größeren Bevölkerungsteile besonders abergläubisch sind. Dazu werden die Kriterien Geschlecht, Lebensalter, Bildungsstand und Religion betrachtet.

In einer jungen Studie, die 1997 von Uwe Wolfradt durchgeführt wurde, bestätigt sich das, was schon andere Studien (z.B. von Tupper und Williams, 1986, Vyse 1997) vorher über Geschlechtsunterschiede bezüglich Aberglaube herausfanden: Frauen sind abergläubischer als Männer.

Während beim Geschlecht annähernd Übereinstimmung herrscht, gilt dies für das Alter nicht. So präsentiert eine Studie als Ergebnis, dass die Skepsis gegenüber Aberglaube mit zunehmendem Alter wächst (z.B. Sanduleak, 1986, Vyse, 1997). Eine andere Untersuchung hingegen versucht davon zu überzeugen, dass ältere abergläubischer seien als jüngere (Benett 1987, Vyse, 1997). Allgemein lässt sich also keine Beziehung zwischen Lebensalter und Glaube an Magie und Übersinnliches herstellen.

Beim Bildungsstand gibt es auch keine einheitliche Meinung, aber eine Tendenz. Trotz etwas widersprüchlicher Forschungsergebnisse gibt es Hinweise darauf, dass eine gute Schul- und Hochschulausbildung die Kritikfähigkeit erhöht: Je länger jemand die Schule und Universität besucht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er abergläubische Einstellungen hegt (Blum und Blum, 1974, Vyse, 1997). Ähnliche Ergebnisse sind auch bei Otis und Alcock (1982, Vyse, 1997) zu finden.

Laut Gallup (1990, Vyse 1997) sind, was plausibel erscheint, religiöse Menschen weniger abergläubisch als nichtreligiöse. In seiner Erhebung kam jedoch auch ein Unterschied innerhalb der Personen zum Vorschein, die abergläubisch und religiös waren: Katholiken sind abergläubischer als Protestanten.

Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass Symbole und Mystifizierungen im Katholizismus allgemein eine stärkere Rolle spielen als bei den Protestanten.

Andere Erhebungen, wie die von Buhrmann und Zaugg (1981) behaupten jedoch das Gegenteil. Also bleibt die Beziehung zwischen Aberglauben und Glauben im Dunkeln. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass es eine unheimlich große Vielfalt an religiösen Vorstellungen gibt und sogar innerhalb einer Konfession sich die Gebräuche schon stark unterscheiden können.

Persönlichkeit und Aberglaube

Um das Konstrukt Persönlichkeit mit Aberglaube in Verbindung zu bringen, werden im Folgenden konservative Einstellung, Todesängste, Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeit, hypnotische Suggestibilität und Entfremdung in Beziehung zu Aberglauben gesetzt.

Boshier (1973) stellt fest, dass abergläubische Menschen besonders konservativ sind, jedoch nur ab einem Alter von 40 Jahren. Er führt es darauf zurück, dass konservative Menschen im allgemeinen vorsichtiger seien. Damit hat Boshier ähnliche Ansichten wie Wilson (1973, Vyse 1997). Seiner Theorie zufolge entstammt die allgemeine Anfälligkeit, auf Unsicherheit und Unberechenbarkeit ängstlich zu reagieren, einer konservativen Grundeinstellung.

Laut Tobayk (1984, Vyse, 1997) stellt die Furcht vor dem Tod einen Hintergrund für den Glauben an Übersinnliches dar. Er unterscheidet zwischen Todesbedrohung und Todesbesorgnis. Todesbedrohung hängt zwar mit traditionell religiösen Überzeugungen, aber nicht mit dem Glauben an Übernatürliches zusammen. Die Todesbesorgnis jedoch steht eher in Beziehung zu abergläubischen Überzeugungen. Sowohl Religion als auch Aberglaube mindern zwar die Angst vor dem Tod, wenden sich dabei aber an jeweils unterschiedliche Aspekte.

Während manche Menschen denken, sie seien den Umständen des Lebens hilflos ausgeliefert, halten andere sich wiederum für den Steuermann ihres Schicksals. Diese beiden extremen Pole umschließen die Eigenschaft der Kontrollüberzeugung. Vyse (1997) stellt fest, dass viele Untersuchungen folgende These unterstützten: Ein abergläubischer Mensch ist jemand mit einer externalen Kontrollüberzeugung, also jemand, der die Ereignisse seines Lebens unbekannten, nicht kontrollierbaren Kräften zuschreibt. Der Skeptiker andererseits, der eher eine internale Kontrollüberzeugung hat, widerstrebt der Suche nach ungewöhnlichen Erklärungen für das Geschehen in seinem Leben. So erkannte auch Wolfradt (1997), dass Aberglaube den Glauben an Schicksal und mangelndes Kontrollgefühl mit sich bringt.

Dass eine erhöhte Selbstwirksamkeit mit weniger abergläubischen Ansichten einhergeht, resultiert aus einer Untersuchung von Tobacyk und Shader (1983, Vyse, 1997). Das gilt jedoch nur für Frauen.

Hypnotische Suggestibilität (das Ausmaß, in dem jemand für Hypnose empfänglich ist) geht mit einer positiven Einstellung zum Übernatürlichen einher. Diese These wird durch Studien von Wolfradt (1997) und Wagner und Ratzeburg (1987, Vyse, 1997) bestätigt.

In der heutigen Zeit hat Okkultes und Spirituelles im Gegensatz zum traditionellen Aberglauben einen Anschein von Seriosität. Das ist auch der Grund dafür, dass Collegestudenten mit einem ausgeprägten traditionellen Aberglauben stärker an Entfremdungsgefühlen litten als andere (Vyse, 1997).

Ergänzend müssen die Erkenntnisse von Seymour Epstein (1994, Vyse, 1997) bezüglich der Beziehung zwischen Aberglauben und verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen hinzugefügt werden. Ihm zufolge gibt es folgende Zusammenhänge: je abergläubischer die Person, desto stärker ausgeprägt sind negative Gefühle, neurotisches Verhalten (was ausführlich im Kapitel mit den psychiatrischen Aspekten diskutiert wird), Depression und Angst und desto schwächer ausgeprägt sind Ich -Stärke und Selbstachtung. Kein Zusammenhang fand Epstein zwischen Aberglauben und Introversion/Extraversion, Wut und emotionaler Erregung.

Das Profil eines abergläubischen Menschen

Wenn jetzt die einzelnen Befunde der letzten Abschnitte zusammengefasst werden, kann ein Profil erstellt werden, welches einen typisch abergläubischen Menschen beschreibt.

Natürlich ist diese in Tabelle 1 dargestellte Person eine reine Fiktion, die es in Wirklichkeit gar nicht geben kann. Die Charakterzüge wurden aus vielen verschiedenen Quellen zusammengesucht, deren Verfasser sich auf verschiedene Aspekte des Glaubens und Verhaltens konzentrieren und dadurch zu unterschiedlichen oder auch widersprüchlichen Ergebnissen gelangen.

Dieses Profil eines abergläubischen Menschen ist zwar nicht fehlerfrei, trotzdem lassen sich verschiedene Dinge schlussfolgern: Dieser Prototyp ist weniger intelligent, konservativer, empfänglicher für Hypnose, fürchtet sich mehr vor dem Tod, leidet stärker unter Entfremdungsgefühlen und ist weiblich (Vyse, 1997).

In Tabelle 1 sind alle Ergebnisse dieses Kapitels noch mal übersichtlich dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 (Vyse, 1997, S.70).

Funktionen des Aberglaubens

Da sich die Psychologie hauptsächlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, sind die Funktionen des Aberglaubens ein wichtiger Punkt in dieser Arbeit. Nachdem hier einige Ansätze vorgestellt werden, halte ich es für angebracht, auch den Aspekt des Placebo-Effektes als eine Funktion des Aberglaubens anschließend darzustellen.

Allgemeine Funktionen

Verschiedene Psychologen und Philosophen haben sich über funktionale Aspekte des Aberglaubens Gedanken gemacht. Zusammengefasst gibt es aber nur wenige Ergebnisse..

Malinowski (1926, Scheibe und Sarbin) hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Er meint, abergläubisches Verhalten „fulfills some vital function, has some task to accomplish, reepresents an indispensable part within a working whole“ (S. 407). Allgemein legt Malinowski den Schwerpunkt der Wichtigkeit von Aberglauben auf die funktionale Ebene. Für ihn ist Aberglaube eher eines der grundlegenden Elemente innerhalb einer Kultur, als ein Überbleibsel der Vergangenheit (Scheibe und Sarbin, 1992).

Paul Watzlawick (1988) sieht im Aberglauben eine nicht-theologische Form der Angstbewältigung. Er geht davon aus, dass ein fester Glaube die Voraussetzung von Angstfreiheit ist. Der feste Glaube ist gleichzeitig die Konstruktion einer bestimmten Wirklichkeit. Sobald die Wirklichkeitskonstruktion zusammenbricht, entsteht Angst. Für Watzlawick ist Aberglaube also eine Form der Angstbewältigung.

Einen ähnlichen Standpunkt vertreten K. E. Scheibe und T. R. Sarbin (1992). Sie gehen dabei jedoch nicht von Angst, sondern von Unsicherheit aus. Kurz zusammengefasst ist ihre Annahme folgende: Aberglauben ist eine bestimmte Art von Erwartung. Wenn man in einer Situation unsicher ist, dann können abergläubische Rituale eine Notwendigkeit sein, um überhaupt handeln zu können. Somit ist Aberglaube psychologisch notwendig, um zu existieren.

Adorno (1958, Bender, 1992) erwähnt eine weitere Funktion des Aberglaubens: Nach E. Simmel hat der organisierte kollektive Wahn, den man Aberglaube nennt, bis zu einem gewissen Grad die Funktion, die davon befallenen Menschen von einem individuellen Wahn, und damit von einer akuten Psychose, zu befreien.

Schraml (1958, Bender, 1992 hingegen zieht in Erwägung, dass man den Aberglauben als kollektives Sicherungssystem im Sinne der Sozialanthropologen bezeichnen und einen Bezug zum Führungsverlust der großen Religionen herstellen könnte. Was soviel heißt, wie Aberglaube als Ersatz zum Glauben.

Der Placeboeffekt

Bei den meisten pharmazeutischen Forschungen, bei denen ein Medikament getestet wird, gibt es eine Gruppe, die das Präparat verabreicht bekommt und eine Kontrollgruppe, die ein Placebo (ein völlig wirkstofffreies Produkt) erhält. Keiner der Studienteilnehmer weiß jedoch, zu welcher Gruppe er gehört. (Diese Studien werden „blind“ genannt, bzw. „doppelblind“, wenn auch die Ärzte nicht Bescheid wissen.) Somit kann die Wirksamkeit recht zuverlässig getestet werden.

Grund für diese Art der Medikamenttestung ist, dass es oftmals reicht zu glauben, man nähme ein wirksames Medikament, um von einer Krankheit geheilt zu werden. Denn das, was wir von einer Arznei halten, kann unsere Genesung bedeutend beeinflussen (Vyse, 1997).

Der Placeboeffekt wird durch die Reaktionserwartung hervorgerufen. Wer also glaubt, dass ein Medikament sein körperliches oder seelisches Befinden beeinflusse, ist besonders empfänglich für den Placeboeffekt (Kirsch, 1985). Der Psychologe Irving Kirsch vertritt sogar die Ansicht, dass die Placebokomponente bei einer medikamentösen Therapie genauso oder aber noch wirksamer ist als die pharmakologische Wirkung (1985).

Beim Glauben an Geistesheilung, an wissenschaftlich nicht belegte Therapien und auch an alle Arten von Heilweisen (,dass heißt auch in der Schulmedizin) spielt der Placeboeffekt eine entscheidende Rolle (Hines, 1988, Vyse,1997). Homöopathische Mittel sind Vyse (1997) zufolge meistens Placebos. Die Aussagen und die Überzeugungskraft homöopathischer Heiler haben einen sehr großen Einfluss auf die Erwartungen der Patienten. Und so können diese Erwartungen tatsächlich positive Wirkungen hervorrufen.

Der Placeboeffekt als Folge abergläubischen Denkens ist demnach also auch eine Funktion des Aberglaubens. Der Glaube an eine homöopathische Medizin kann die Genesung bestimmter Krankheiten beschleunigen. Das ist die positive Seite des Placeboeffektes. Aber es gibt auch eine negative, die an anderer Stelle beleuchtet wird.

Gefahr des Aberglaubens

Im vorangegangenen Kapitel ging es um die Funktionen des Aberglaubens.

Hier nun kommt die Gegenseite dazu. Aberglauben sollte nicht einfach nur als alltägliches Phänomen hingenommen werden, sondern man sollte sich bewusst sein, dass es ein bestimmter Grad an Abergläubigkeit auch gefährlich sein kann.

Okkulttäter

Es besteht nach Heller (1989) beispielsweise die Gefahr, psychisch krank zu werden. Er bezieht sich u.a. darauf, dass es in Nervenkliniken viele Menschen gibt, die Kontakte zu dubiosen Okkulttätern (das sind Menschen, die von sich behaupten, sie besäßen kosmische, paranormale Fähigkeiten) hatten. Besonders psychisch labile Menschen sind in Gefahr, solchen Betrügern auf den Leim zu gehen und von ihnen bestätigt bekommen, ihr Schicksal nicht selbst in der Hand zu halten. Diesen Menschen wird die Möglichkeit genommen, sich selbst zu entfalten, für sich selbst verantwortlich zu sein. Dem Menschen wird pseudowissenschaftlich erklärt, dass es kosmische Bedingungen gibt, denen er ausgeliefert ist. Alles, was man erfährt, kann sich im Unterbewussten festmachen und schließlich auf irgendeine Art und Weise unsere Handlungen beeinflussen. Je labiler der Mensch ist, desto eher besteht die Möglichkeit, dass aus einer allgemein gehaltenen Wahrsagung eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wird.

Homöopathie und Placeboeffekt

Eine andere negative Auswirkung von Aberglauben hat mit Placeboeffekt und Homöopathie zu tun.

Die Homöopathie wurde im 18. Jahrhundert von Samuel Hahnemann entwickelt und ist bis heute vor allem in Europa und Amerika sehr populär. Homöopathen glauben, dass eine Krankheit dadurch beseitigt wird, dass der Patient Verdünnungen von Substanzen zu sich nimmt, die in größeren Mengen sein Leiden verursacht haben. Zwei Gründe sprechen gegen die Wirksamkeit der Homöopathie. Erstens ist der Grundsatz zweifelhaft, nach dem die Arzneien wirken sollen, denn die verwendeten Medikamente sind oft so stark verdünnt, dass sie praktisch nichts mehr von der ursprünglichen Substanz enthalten. Zweitens gibt es innerhalb wissenschaftlicher Untersuchungen keine Beweise für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien (Lockie, 1996, Vyse, 1997).

Zwei Erklärungen kognitiver Seite, warum Menschen trotzdem an Homöopathie glauben, sind die Fehldeutung von Veränderlichkeit und der Placeboeffekt (Vyse, 1997).

Besonders Menschen , die von einer unheilbaren Krankheit betroffen sind, vertrauen leicht auf wissenschaftlich nicht belegte Heilverfahren. In Hoffnung auf Heilung lassen Kranke oft nutzlose Methoden über sich ergehen und geben große Summen dafür aus. Viele, die eine solche Therapie über sich ergehen lassen haben, sind davon überzeugt, dass sie wirken. Meistens trägt eine Fehlinterpretation dazu bei. Abbildung 1 stellt den Verlauf einer hypothetisch tödlichen Krankheit wie etwa Aids dar. Der Gesamtverlauf ist zwar in Richtung Verschlechterung des Zustands, aber dennoch gibt es Perioden der Besserung, auf die jeweils ein Rückfall folgt. Die Wahrscheinlichkeit sich ärztliche Hilfe zu holen, ist beim Tiefpunkt (A) des Krankheitsverlaufes am größten. Wenn es kurz darauf zu eine vorübergehenden Erholung kommt, schreibt man das irrtümlicherweise einer Behandlung zu, die es gar nicht bewirkt hat. Dass dieser Krankheitsverlauf typisch ist, wird von vielen unberücksichtigt gelassen. Die Erholung hätte also theoretisch auch ohne die ärztliche Hilfe erfolgen können. Bei schweren Krankheiten kann es deshalb gefährlich sein, sich für die Magie und gegen die Wissenschaft zu entscheiden (Vyse, 1997).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Der veränderliche Verlauf einer hypothetischen tödlichen Krankheit. Wendet man bei Punkt A eine unwirksame medizinische Behandlung an wird die Besserung bei B möglicherweise hierauf zurückgeführt (Vyse, 1997, S.128).

Schlussfolgerungen und Diskussion

Das Problem der Darstellung verschiedener Theorien erwies sich darin, dass sich die Literaturrecherche und -beschaffung als sehr schwierig herausstellte. Einige Literatur, die von Notwendigkeit gewesen wäre, ließ sich in keiner Bibliothek finden oder stellte sich als zu populärwissenschaftlich heraus. Somit fehlen in einigen Kapiteln die Theorien und Untersuchungen verschiedener Psychologen. Besonders die Untersuchungen der letzten Jahre scheinen sich nur noch auf Konditionierungsprozesse zu konzentrieren.

Die operante Konditionierung und der psychoanalytische Ansatz sind keinesfalls die einzigen anerkannten Theorien, die Aberglauben zu erklären versuchen. Um nur ein paar weitere zu nennen: die Theory of the gap von Malinowski (1948, Campell, 1996), Aberglaube als ein Versuch das Unkontrollierbare zu kontrollieren oder Aberglaube als Ursache des Wartens auf ein wichtiges Ereignis (beides Vyse, 1997).

Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit werden im Aberglauben verarbeitet, für viele ist Aberglaube ein Ersatz für Religion und natürlich spielt Aberglaube als Genesungsunterstützung in Form des Placeboeffektes eine wichtige Rolle in vielen Kulturen.

Auf der anderen Seite bringt diese Art des Glaubens auch gewisse Gefahren mit sich, die besonders dann nicht zu verachten sind, wenn es um schwere Krankheiten geht. Im Kapitel, welches die Gefahren von Aberglaube darstellt wird die Homöopathie und ihre Verfahrensweisen in ein recht schlechtes Licht gerückt. Zu dieser einseitigen Darstellung soll hier noch einmal Stellung genommen werden. Homöopathie ist keinesfalls eine schlechte Art der Krankheitsbewältigung. Einige Erkrankungen können psychischer Herkunft stammen. In diesen Fällen ist es natürlich sinnvoller zu versuchen die Krankheit mit Willen zu heilen und auf chemische Wirkstoffe (die fast ausschließlich Nebenwirkungen mit sich bringen) zu verzichten. Jedoch gibt es wirklich Krankheiten, bei denen es wirksamer und sicherer ist, sich schulmedizinischer Heilverfahren zu unterziehen. Besonders gilt das für Krankheiten wie Krebs oder Hepatitis, für die, meiner Meinung nach, sicherere Verfahren wissenschaftlich entwickelt wurden.

In dem Kapitel der psychiatrischen Aspekte des Aberglaubens werden Parallelen zwischen Neurotikern, Schizophrenen und Abergläubischen gemacht. An dieser Stelle soll jedoch noch mal ganz klar gesagt werden ,dass Aberglaube in keiner Weise abnormal oder pathologisch ist. Einerseits ist Aberglaube zu weit verbreitet und andererseits zu harmlos um von Psychologen und Psychiatern als pathologisch eingestuft zu werden (Vyse, 1997).

Obwohl Aberglauben weder abnormal noch pathologisch ist, sollte doch kritischer damit umgegangen werden. Viele abergläubischen Verhaltensweisen und Gedanken sind einfach zu irrational und sollten alternativ durch rationale Überzeugungen ersetzt werden. Um das zu erreichen, muss, so Langer und Chiszar (1993), das kritische Denken nicht nur in Universitäten und Hochschulen, sondern auch schon in der normalen Schule gefördert werden.

Besonders kritisch sollten alle Untersuchungen gesehen werden, die zur Beziehung zwischen Aberglauben und Persönlichkeit durchgeführt wurden. Denn dort wurden spezifische Aberglaubensarten als Testobjekt (wie etwa das Umgehen einer Leiter) benutzt. Und man kann sicher nicht davon ausgehen, dass alle Menschen, die an solchen Untersuchungen teilgenommen haben überhaupt das versteckte Testobjekt oder Testverhalten als Aberglauben ansehen.

Der neurophysikalische Ansatz stellt, wie schon angemerkt, einen unbestätigten Versuch der Aberglaubenserklärung dar, der nur mit in diese Arbeit einbezogen wurde, weil damit gezeigt werden sollte in welche interessanten Richtungen die Denkansätze gehen können, wenn auch biologische Erklärungsmuster mit einbezogen werden. In wieweit dieser, wenn auch recht fragwürdige Ansatz, widerlegt ist, geht aus der verfügbaren Literatur leider nicht hervor.

Diese Arbeit soll mit einem Zitat schließen, welches einen weiteren Kritikpunkt in Sachen wissenschaftliche Unersuchungen zum Aberglauben erkennt:

Aberglaube ist zu keiner Zeit ein abgeschlossenes Ganzes, im Gegenteil: Es entstanden und entstehen immer wieder neue Formen des Aberglaubens, andere werden abgelöst oder umgewandelt. Es wird darauf ankommen, nicht nur verschiedene Erscheinungen aufzuzählen, sondern Aberglauben auf seine Funktion im Leben der Bevölkerung zu untersuchen. Diese Betrachtungsweise schlösse dann auch die Gefahr aus, Aberglauben mythisch zu erhöhen oder ihn von vorneherein als Volksfeind zu deklarieren. Nüchterne und unvoreingenommene Analyse ermöglicht erst, den Stellenwert und die Bedeutung des Aberglaubens für den einzelnen oder eine bestimmte Gruppe zu beurteilen (Röhrich, 1992 S.163).

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Details

Seiten
38
Jahr
2001
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104667
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
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Schlagworte
Aberglaube Perspektive

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Titel: Aberglaube aus psychologischer Perspektive