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Greenpeace - schriftlich ausgearbeitetes Kurzreferat

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 6 Seiten

Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründung von Greenpeace

3. Aufbau der Organisation
3.1 Finanzierung
3.2 Für was wird das Geld verwendet?
3.3 Wer arbeitet bei Greenpeace und was wird gearbeitet?

4. Ziele von Greenpeace

5. Aktionen
5.1 Aktion „Beluga“

6. Bisherige Erfolge

7. Reaktionen der Öffentlichkeit

8. Schluss

Sie befestigen Plakate an Fabrikschornsteinen, sie besetzten Ölplattformen, sie zwingen Verklappungsschiffe zum Umkehren. Sie setzen sich gegen Atombombentests und den Walfang ein und erregen auch sonst viel Aufsehen. Sicher habt ihr sie schon einmal im Fernsehen oder in der Zeitung gesehen: Mitglieder von Greenpeace. Und hinter all den Aktionen steht diese internationale Organisation. Doch was wollen sie eigentlich damit erreichen? Und ist das, was sie durch führen, überhaupt rechtsmäßig? Ist Greenpeace ein Gesetzesbrecher oder der Retter unserer Umwelt?

All dies möchte ich in meinem Referat ansprechen. Im Folgenden werde ich zuerst die Gründung und den Aufbau der Organisation behandeln, hierzu auch wie sie finanziert wird und wer bei Greenpeace arbeitet. Danach kommen wir zu den Zielen von Greenpeace, zu den bisher durchgeführten Aktionen, den Erfolgen und schließlich zu den Reaktionen der Öffentlichkeit.

Im Jahr 1972 kreuzte die „Vega“, ein Schiff der kanadischen Umweltschützergruppe „Greenpeace-Foundation“, im französischen Sperrgebiet im Pazifik umher und verhinderte somit den Test einer Atombombe. Auch der Umweltschützer David McTaggart war mit an Bord. Ein französisches Minensuchboot rammte die Yacht jedoch, so dass diese in den nächsten Hafen geschleppt werden musste. Im nächsten Jahr verprügelte ein Rollkommando bei wiederholter Protestaktion die Besatzung der „Vega“ sogar. Die Abbildung 2 zeigt, wie McTaggart zusammengeschlagen wurde. Am Auge verletzt musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seit diesem Tag hörte er nicht mehr auf, für die Umwelt zu kämpfen. 19?? gründete er die Organisation „Greenpeace International“, an deren Spitze er nun steht.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Organisatorisch ist Greenpeace, nach dem Hamburger Abendblatt, „ein schwer überschaubares Schachtelgebilde aus nationalen und internationalen Gremien, nach Art eines multinationalen Konzerns“

In der Tat ist Greenpeace International nicht ganz leicht zu überblicken, und auch die Tochterorganisation in Deutschland ist recht komplex aufgebaut. Greenpeace Deutschland e.V. hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Das oberste Beschlussgremium ist die vierzigköpfige Mitgliederversammlung, auf der Abbildung 2 ganz oben zu sehen. Sie setzt sich zu je einem Viertel aus Mitgliedern von Greenpeace Deutschland, von Greenpeace-Gruppen, vom internationalen Verein und aus Personen des öffentlichen Lebens zusammen. Diese Versammlung wählt den Aufsichtsrat, der wiederum die Vereinsleitung einsetzt, welche den Verein leitet und vor Gericht vertritt. Die verschiedenen Themen, die die Organisation anstrebt, sind auf verschiedene Bereichsleitungen aufgeteilt, ebenfalls die Schnittstellen zu jenen, wie etwa für Aktionen oder Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Dann gibt es noch die Verwaltungsleitung, die in die Teamleitungen wie Buchhaltung, Office Management und Infoversand.2

Greenpeace e.V. ist eine gemeinnützige Organisation (non-profit-organisation) und wird zu über 90 Prozent durch Spenden und Fördergelder finanziert. Förderer sind Leute, die regelmäßig einen bestimmten Betrag an die Organisation schicken. Greenpeace akzeptiert keine Gelder, die nur für bestimmte Zwecke benutzt werden dürfen oder mit Werbung für bestimmte Firmen verbunden sind. Weitere Einnahmen bekommt die Organisation durch Erbschaften und den Gewinn des Umweltschutzverlages.3

Das Geld von Greenpeace Deutschland wird hauptsächlich für die Kampagnen, also nationale und internationale Aktionen und Projekte verwendet. Aber auch die Kommunikation, also Pressearbeit und Nachrichten, müssen bezahlt werden, ebenso Verwaltungskosten wie Versicherungen, Gebühren, Steuern, Rechtskosten und natürlich auch Geschäftsführung und Personalabteilung.4

Doch wer ist eigentlich dieses Personal? Zur Zeit arbeiten in Deutschland rund 120 Hauptamtliche für Greenpeace, zusätzlich gibt es noch 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Von der Geschäftsführung bis zum Telefoncenter gibt es verschiedene

Arbeitsstellen. Und es wird viel mehr geleistet, als bei den aufsehenerregenden Aktionen zu sehen ist5

Nehmen wir als Beispiel den Chemiedoktor Michael Braungart. Der 27-jährige ist nun bei Greenpeace als „Chemiekoordinator“ tätig, das heißt, bei Aktionen leitet er das, was die Chemie anbelangt. Schon länger gehört er zu denen, die sich um die Abfallverklappung in der Nordsee kümmern. Auch bei der sogenannten „Rheinkampagne“ zog er Wasserproben und analysierte sie. Anderthalb Jahre hatte er die Kampagne vorbereitet. Diese Arbeit war gänzlich unspektakulär gewesen, sie bestand hauptsächlich aus dem Studieren der Abwassertechniken und Debattieren mit Verfahrenstechnikern und Abwasserspezialisten.6

Für was kämpfen die diese Mitarbeiter? Greenpeace hat sich verschiedene Pläne festgesetzt. Die Organisation arbeitet an folgenden für uns lebenswichtigen Zielen:

- Die Erhaltung der bedrohten Tierarten wie Robben, Wale und Schildkröten
- Ein „Aus“ für die Chemie- und Atommüllversenkung im Meer Ø Die Einstellung jeglicher Atomwaffentests
- Der Schutz unseres Lebensraumes vor der Verseuchung durch Gifte und Abgase
- Die Vermeidung des sauren Regens
- Die Errichtung eines Weltparks Antarktis7

Doch es bleibt nicht bei den guten Vorsätzen. Des öfteren wurde der Wal- und Robbenfang behindert, aktiv gegen Atombombentests demonstriert und Erdölbohrungen blockiert. Auch wurden an verschiedenen Stellen der Erde Aktionen gegen die Atommüllverseuchung des Meeres unternommen. Auch in der Bundesrepublik Deutschland werden Verklappungsschiffe am Auslaufen gehindert, Schornsteine zum Protest gegen die Luftverschmutzung bestiegen und die Schadstoffwerte in den Flüssen gemessen, um die Einleitung von Chemikalien und Giften durch Chemiefabriken zu entlarven.8

So blockierten Greenpeace-Mitglieder mit dem Flussaktionsschiff „Beluga“, dass in Abbildung 3 zu sehen ist, und vier Greenpeace-Schwimmern zweieinhalb Tage lang das Lastschiff „Hoheneck“ der Firma Sachtleben-Chemie. Jenes war mit circa 1300 Tonnen Chemiemüll an Bord auf den Baggersee Niederwallach bei Borth am Niederrhein gefahren. Durch die Greenpeace-Aktion musste es nun Unverrichteter Dinge nach Duisburg-Homberg zurückkehren. Nach eigenen Angaben haben die Umweltschützer die Verklappung von Chemiemüll der Firma Sachtleben-Chemie erfolgreich verhindert.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3

Greenpeace Deutschland hat auch weitreichendere Erfolge erzielt:

- 1982 beendete der Chemiekonzern Bayer die Dünnsäureverklappung in der Nordsee.
- 1988 beenden auch Sachtleben Chemie und Kronos-Titan die Dünnsäureverklappung - ein erfolgreicher Abschluss der „NordseeKampagne“
- 1989 verkündet die bundesdeutsche Chemieindustrie das endgültige Aus für die Giftmüllverbrennung auf hoher See - Greenpeace hatte Jahrelang dafür gekämpft.
- 1994 beschließen die Unterzeichnerstaaten der Baseler Konvention ein Verbot für Giftmüllexporte
- 1997 verschärfen die EU-Umweltminister nach jahrelanger Kampagnenarbeit von Greenpeace den Trinkwasser-Grenzwert für Blei.
- 1998 nimmt Nestlé den Schokoriegel "Butterfinger", der genmanipulierte Zutaten enthält, vom Markt - der Erfolg der Greenpeace-genetiX-Kampagne10

Nun gut, das sind aus dem Sichtpunkt von Greenpeace aus Erfolge. Aber wie reagiert die Öffentlichkeit auf die Aktionen?

Als in Neuseeland ein Greenpeace-Aktionsschiff vom französischen Geheimdienst in die Luft gesprengt wurde, überschwemmt die Organisation eine Welle der Sympathie. Doch besonders in den Reihen der Politiker ist immer wieder heftige Kritik gegen Greenpeace zu hören. Sowohl der Mainzer Umweltminister Töpfer wie auch der hessische Minister für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, Willi Görlach, haben das Ergebnis der GreenpeaceRhein-Kampagne, der Rhein sei immer noch eine „stinkende, tiefbraune Brühe“, zurückgewiesen. Besonders Töpfer argumentierte, die Qualität der rheinlandpfälzischen Fließgewässer habe sich in letzter Zeit gebessert und man könne im Rhein jetzt getrost wieder schwimmen gehen.11

Wir kennen nun die Gründung und den Aufbau der Organisation Greenpeace, ihre Ziele, Aktionen, Erfolge und das Echo der Öffentlichkeit. Ob sie nun Gesetzesbrecher, Jobkiller oder der Retter unserer Umwelt ist, kann man so nicht sagen. Das mag jeder für sich beantworten.

Wer aber selbst etwas für die Umwelt tun will, findet auf der Homepage www.greenpeace.de unter „Machen Sie mit“ viel Möglichkeiten wie Emailaktionen oder Protestemails an Prominente - Man muss ja nicht gleich eine gefährliche Schlauchbootaktion mitmachen oder auf Fabrikschornsteine klettern...

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Hamburger Abendblatt - Journal

2 www.greenpeace.de

3 www.greenpeace.de

4 www.greenpeace.de

5 www.greenpeace.de

6 Die Zeit

7 Greenpeace-Info

8 GEO, Seite 90

9 Trostberger Tageblatt

10 www.greenpeace.de

11 Die Rheinpfalz, Saarbrücker Zeitung

Details

Seiten
6
Jahr
2001
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104813
Note
Schlagworte
Greenpeace Kurzreferat

Autor

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