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Tucholsky, Kurt

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 3 Seiten

Biographien

Leseprobe

Kurt Tucholsky (1890-1935) Das Leben und die Werke eines Schriftstellers Kurzbiographie Kurt Tucholsky wurde am 09.01.1890 in Berlin geboren. Er stammt aus einem wohlhabenden jüdischen Elternhaus und verbrachte seine Jugend in Berlin und Stettin. Ab 1899 besuchte Tucholsky das französische Gymnasium in Berlin, welches er 1903 verließ, um bis 1907 das königliche Wilhelms-Gymnasium in Berlin zu besuchen. Aber schon früh bröckelt die Beziehung zu seiner Mutter, spätestens zum Tod seines Vaters im Jahre 1905, also mit 15 Jahren sagt Tucholsky dass seine Mutter eine herrschsüchtige Frau ist. Schon mit 17 Jahren veröffentlichte Tucholsky sein erstes Werk. Es trug den Namen "Märchen" und wurde im "Ulk" veröffentlicht.

Am 21.09.1909 legte er nach privater Vorbereitung seine Reifeprüfung als Externer ab und begann dann im Jahre 1909 sein juristisches Studium an der Universität in Berlin. 1911 hatte er dennoch einige Artikel im sozialdemokratischen "Vorwärts" veröffentlicht. 1911 besuchte Tucholsky Franz Kafka in Prag, nach Kafka ist Tucholsky ein "ganz einheitlicher Mensch", der allerdings "angst vor einer "Verwandelung ins Weltschmerzliche" hat. Bis 1918 läuft Tucholskys literarische Produktion auf Hochtouren, er schreibt nun für ca. 15 Zeitungen. Seinen großen Durchbruch erzielt er jedoch nicht mit den Zeitungsartikel sondern mit dem 1912 erschienen Buch "Rheinsberg". Von 1913 bis 1915 war Tucholsky in der Redaktion der "Schaubühne" tätig. Tucholsky hat nun ein sehr gutes Verhältnis zu Siegfried Jacobsohn, dem Herausgeber der "Schaubühne", er bezeichnet diese Beziehung als eine Art "Vater-Sohn Beziehung".

Am 19.11.1914 besteht er die juristische Doktorprüfung. Im selben Jahr tritt Tucholsky aus dem Judentum aus.

Dann kam der 1.Weltkrieg und Tucholsky musste 1915 als Soldat in den Osten, von wo aus er 1917 zuerst auf eine Fliegerschule im Baltikum und dann nach Rumänien versetzt wurde. Sein Dienstgrad war zuletzt der eines "Vizefeldwebels".

Nach dem Ende des Krieges war er von 1918 bis 1920 Chefredakteur des "Ulk". Mary Gerold kommt nach Berlin und trifft Tucholsky nach einem halben Jahr wieder. Es tritt auf beiden Seiten schnell eine Entfremdung ein. T. trennt sich von Mary Gerold. Am 3.5.1920 Heiratet er die Ärztin Else Weil. Aber schon 1919 schrieb er dass diese "gottverlassene Stadt" ihn lähmt und er "je eher, je lieber aus Berlin fort, in die Einsamkeit" will. Aber auch mit seinen schriftstellerischen Arbeiten ist er sehr unzufrieden, er fühlt sich zum "Handwerker degradiert" und berichtet 1922 von schweren Depressionen. Kurt Tucholsky hat einen fehler gemacht, er hat eine Publikationsverpflichtung unterschrieben, das heißt dass er eine gewisse Anzahl von Artikel oder Aufsätzen pro Woche veröffentlichen muss, dass hatte zwar finanzielle Vorteile aber es hat auch seiner Kreativität einen schweren schlag versetzt. 1923 kam die Inflation und kein Schriftsteller konnte nun mehr von schreiben allein leben, auch Tucholsky nicht, er wurde Privatsekretär am Bankhaus von Bett, Simon & Co., bevor er im April 1924 als Korrespondent der "Weltbühne" und der "Vossischen Zeitung" in Paris tätig war. Er hofft mit dem Ortswechsel auch seine privaten Probleme zu lösen, aber seine Frau lässt sich von ihm scheiden, aber schon im 30.8. des gleichen Jahres heiratet er Mary Gerold, die er seit 9 Jahren kennt.

Ab sofort verlagerte er sein Schaffen ins Ausland und besuchte Deutschland nur noch ab und zu.

Am 07.12.1926 starb der Herausgeber der Weltbühne, Siegfried Jacobsohn, dessen Job Tucholsky nun übernahm.

1929 wanderte er nach Schweden aus. Er lebte fortan in Hinds bei Göteburg.

Nun kam die Zeit des Nationalsozialismus. Tucholsky wurde am 23.08.1933 ausgebürgert, seine Bücher von den Nazis verbrannt. Kurt Tucholsky läst sich von Mary Tucholsky scheiden.

Am 21.12.1935 beging Tucholsky Selbstmord. Er wurde auf dem Friedhof Mariefried bei Schloss Gripsholm beigesetzt.

Pseudonyme von Tucholsky

Theobald Tiger: - der aggressive und humorvolle Versdichter

Peter Panter: - der Beobachter des Theaters, der Literatur- und Reisereporter

Ignaz Wrobel: - der zeitkritische Satiriker, der fast ausschließlich politische Aufsätze schrieb Kasper Hauser: - Verfasser von in Umgangsprache verfassten Satiren Kaspar Hauser: - Zuspätgekommene, der die Welt nicht mehr versteht Seine Werke Tucholsky hatte eine große Abneigung zum Militär, diese Meinung Prägte ihn besonders nach dem 1.Weltkrieg. Im Jahr 1919 veröffentlichte Tucholsky das Gedicht "Krieg dem Kriege". Das Gedicht spielt, wie viele seiner Werke, im 1.Weltkrieg. Es beschäftigt sich mit der Befehlsgewalt der Militärführung, die den einfachen Soldaten das Töten befiehlt und selbst ungeschoren davonkommt. Tucholsky ruft dazu auf, diesem Irrsinn ein Ende zu setzen und sich für eine friedliche Zukunft stark zu machen. Er sagt, man müsse "dem Krieg den Krieg" erklären.

Als nächstes veröffentlichte er 1924 das Werk "Vision", das in einer Zeit spielt, zu der Tucholsky in Paris lebte. Er macht sich Gedanken, wie er den Menschen, mit denen er tagtäglich zu tun hat (z.B. dem Milchmann oder dem Schaffner), im 1.Weltkrieg gegenüber getreten wäre. Er wäre dann verpflichtet gewesen, diese Menschen zu töten, und die Franzosen wären verpflichtet gewesen, ihn zu töten. Alle wissen es, nur keiner redet darüber in dieser Zeit des Friedens.

Tucholsky macht sich Gedanken, wie lange dieser Friedenszustand noch anhält oder ab wann sich diese friedlichen Menschen wieder in eine "tobende, heulende Masse" verwandeln und gegeneinander in den Krieg ziehen.

Tucholsky schreibt sarkastische Texte über die Nationalsozialisten, wie z.B. das Gedicht „Das Dritte Reich“ das 1930 veröffentlicht wurde oder das nächste Gedicht unter dem Titel "Joebbels" das ein Jahr später erschien.

Das Gedicht ist im "Berliner Dialekt" geschrieben und handelt von Joseph Goebbels. In seinem Gedicht zieht Tucholsky Goebbels "mächtig durch den Kakao": Er sagt, Goebbels sei bloß ein "ganz kleines Licht", welches man wohl "zu früh aus dem Nest" genommen habe. Tucholsky sagt, Goebbels habe nur "eine mächtig große Fresse", sei nicht "ganz richtig" und kein Führer, sondern nur ein "Porzellanzerschmeißer". So machte sich Tucholsky sehr unbeliebt bei den Nationalsozialisten. Ein weiterer Beleidigung war der sarkastische Text "Hitler und Goethe - Ein Schulaufsatz" der 1932 erschien.

Tucholsky schrieb aber auch Romantische Bücher und Romane, wie Rheinsberg - Ein Bilderbuch für verliebte oder Schloss Gripsholm - Eine Sommergeschichte.

Tucholsky schrieb zeit seines Lebens vor allem für die Presse. Beinahe 2500 Kritiken, Feuilletons, satirische Skizzen, Polemiken, Pamphlete, Porträts, Gedichte und Chansons wurden zwischen 1907 und 1932 in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen gedruckt.

Ziele seines Wirkens Tucholsky wollte mit seinen satirischen und "bissigen" Texten die Menschen zum Nachdenken und zum Überdenken ihrer eigenen Situation anregen.

Tucholsky beschäftigte sich in seinen Texten viel mit dem 1.Weltkrieg und mit dem Nationalsozialismus. Gerade in dieser Zeit war es für einen Schriftsteller gefährlich, sich in so satirischer und sarkastischer Weise mit diesen Themen, besonders dem Nationalsozialismus, auseinander zusetzen. Er scheute auch nicht davor zurück, einflussreiche Personen direkt mit seinen Texten "anzugreifen", wie es z.B. der Text "Joebbels" von 1931 zeigt, in dem er direkt gegen Joseph Goebbels "vorgeht".

Aufgrund dieser für seine Zeit sehr kritischen Text wurde er von den Nationalsozialisten verbannt und seine Bücher verbrannt.

Die Meinungen über Tucholsky gingen weit auseinander. Manche liebten seine Werke, andere hassten sie. Bei der Bücherverbrennung am 12.05.1933 wurden Tucholsky`s Werke mit dem Satz "Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist !" verbrannt. Am 23.08.1933 entschied der Reichsminister des Inneren die Ausbürgerung Tucholskys.

Der Vorstand des "Börsenvereins der deutschen Buchhändler" erließ nun die Weisung an alle Buchhändler, Tucholskys Werke sofort aus den Regalen zu nehmen. Es wurde eine gründliche Säuberung des Buchbestandes der letzten 15 Jahre angeordnet. Das gesamte deutsche und antideutsche Schriftgut sollte auf das Vorkommen dieser Schriftsteller überprüft werden. (- und die der 11 anderen Schriftsteller, deren Werke verbrannt worden waren) Viele Menschen waren gegen Tucholsky und seine Werke. Alfred Rosenberg sagte 1927, Tucholsky (bzw. sein Pseudonym Ignaz Wrobel) müsse sofort inhaftiert werden, um "auf andere Gedanken zu kommen".

Auch bei Alexej Tolstoi hatte Tucholsky eine schlechte "Stellung". (Tolstoi sagte, Tucholsky könne "der Heine des 20.Jahrhunderts" werden.)

Josef Nadler war der nächste, der sich gegen Tucholsky wandte: Er meinte, dass noch nie ein Volk jemals so geschmäht worden sei wie das deutsche durch Tucholsky. Golo Mann erklärte, dass es Tucholsky an Takt, Bescheidenheit und an Schöpferkraft fehle und das es in den 20er Jahren eher zu viele von Tucholskys "Art" gegeben habe. Es gab aber auch Menschen, die Tucholsky und seine Werke sehr zu schätzen wissen, wie z.B. Wilhelm Herzog. Dieser sagte 1936, dass Tucholsky ein Schriftsteller mit ungewöhnlicher Begabung war. Tucholsky trug zu kritischer Vernunft mit überlegener Heiterkeit bei und bereicherte das Leben vieler Leser.

Auch Arnold Zweig äußerte sich positiv über Tucholsky: Er bezeichnete ihn als "einen bezaubernden Schriftsteller".

Für Ernst Rowohlt war Tucholsky einer der liebsten Autoren, der ein warmblütiger und in jedem Sinne menschlicher Freund gewesen sei.

Georg Grosz sagte über Tucholsky, dass dieser einer der wenigen war, die den wirklichen Berliner Witz verstanden und auch wirkliche Berliner Dialoge schreiben konnte.

- 1963 wurde überlegt, eine Straße nach Tucholsky zu benennen. Doch der

CDU-Stadtverordnete Menges meinte, dass Tucholskys Werke auch heutzutage (also 1963) noch "zersetzend in ihren Äußerungen" seien und dass es "eine Taktlosigkeit" wäre, eine Straße nach ihm zu benennen.

Details

Seiten
3
Jahr
2001
Dateigröße
328 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104970
Note
Schlagworte
Tucholsky Kurt

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Titel: Tucholsky, Kurt