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Wale. Über die Arten und ihre anatomischen und biologischen Merkmale

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 7 Seiten

Biologie - Zoologie

Leseprobe

Die Wale

(Cetecea)

Ein Referat von Raphael Haupt und Sebastian Jäger

Kleines Vorwort

Wir haben uns für das Thema „Die Wale“ entschieden, da, wie wir finden, dass Wale nicht nur interessante Tiere, sondern auch besondere Tiere sind. Sie sind in vielerlei Hinsicht besondere Tiere: Zum einen, was viele Leute immer noch nicht wissen: das Wale keine Fische sondern Säugetiere sind. Säugetiere bringen ihre Jungen lebend, und nicht in Eiern wie Reptilien Vögel, oder Fische, zur Welt. Außerdem beziehen sie ihren Sauerstoff, den sie zum Leben benötigen, aus der Luft. Das heißt, sie atmen mit ihren Lungen. Zum anderen sind sie allgemein bekannt auch als die Giganten der Meere, denn Wale erreichen eine Größe von bis zu 30 Metern. Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist das größte Tier, was die Evolution bisher zum Vorschein gebracht hat. Er kann eine Länge von 33 Metern erreichen und mehr als 130 Tonnen, also 130.000 Kilogramm wiegen. Im Schnitt hat er die Masse von 26 Elefanten oder 1.400 aus- gewachsene Menschen. Die kleinsten Wale werden immerhin noch 1-1,5 Meter lang was im Vergleich zum Menschen immer noch ziemlich groß ist.

Die Ordnung der Wale:

Die Wale sind Säugetiere und verbringen ihr ganzes Leben im Meer. Diese Meeressäugetiere sind Warmblüter, das heißt, dass sie eine Körpertemperatur haben, die konstant zwischen 36° und 37°C liegt. Um nicht in kalten Gewässern an Unterkühlung zu sterben haben sie ein Riesenwachstum entwickelt, denn ihre großen Körper haben im Verhältnis zu ihrer Masse eine kleinere Oberfläche. Das hat zur Folge, daß sie weniger Körperwärme an ihre Umgebung abgeben.

Sie sind die einzigen Säugetiere, die, unter natürlichen Voraussetzungen, ihr ganzes Leben im Wasser verbringen.

Es gibt zwei große Ordnungen der Wale:

- Bartenwale (Mysticeti)
- Zahnwale (Odontoceti)

Die Hauptunterschiede der beiden Ordnungen sind, wie es schon der Name sagt:

Die Bartenwale besitzen statt Zähne, Barten. Mit dessen Hilfe sie Plankton oder kleinere Fische aus dem Wasser herausfiltern.

Die Zahnwale besitzen Zähne, woraus sich schließen lässt, dass sie überwiegend Fischfresser sind. Die Zähne sind sehr zahlreich vertreten und sie sind in dem gleichen Tier unterschiedlich groß. Sie haben Fähigkeiten erworben, die es ihnen ermöglichen, in sehr großer Meerestiefe zu leben. Wale sind in der Lage sehr lange Zeiträume unter Wasser zu leben, diesen Zustand nennt man Apnoea, was soviel bedeutet wie unterbrochene Atmung.

Ein Pottwal zum Beispiel kann über eine Stunde unter Wasser überleben.

Diese Zeit ist für viele Walarten sehr wichtig, denn sie brauchen sie, wie der Pottwal, um zum Beispiel unter Wasser Tintenfische zu fangen. Er braucht die Zeit um hinabzutauchen, zu jagen und wieder aufzutauchen. Auch andere Walarten, die sich von Kleinkrebsen (Krill) ernähren, dass sich unterhalb der Wasseroberfläche aufhält, tauchen tief hinab um dort zu verweilen.

Wale bringen alle zwei Jahre ein Junges zur Welt und haben dabei eine Tragezeit von 10-12 Monaten. Dies ist bei allen Walen gleich, egal welche Größe sie besitzen. Nur der Pottwal hat eine Tragezeit von 18 Monaten.

Körperbau der Wale:

Vor 60.000.000 Jahren sind sie aus landlebenden Säugetieren entstanden, die sich dann hervorragend an das Leben im Meer angepasst haben. Bis auf ein paar Arten, zeigt der Körper der Wale einen stromlinienförmigen Bau.

Der langgestreckter Körper ist mit einer kleinstmöglichen Anzahl von Gliedmaßen ausgestattet und einer Schwanzflosse, die als Schwimm- und Steuerorgan benutzt wird. Von den vierfüßigen landlebenden Säugetieren von denen sie abstammen, haben die Wale nur noch die verkürzten Vorderbeine mit Oberarmknochen, Speiche und Elle, die von Brustflossen umgeben sind behalten. Die kurzen von Brustflossen umgebenen Arme werden hauptsächlich als Steurerorgane zum Schwimmen benutzt. Von den Hintergliedmaßen und dem Beckenknochen sind lediglich zwei, etwa gleich große Knochen in der Bauchmuskulatur geblieben.

Wale haben eine sehr breite Mundöffnung, was nicht typisch für Säugetiere ist, denn sie weisen keine vergleichbaren Lippen auf. Sie besitzen auch keine Nasenlöcher, statt dessen haben sie eine Nasenhöhle und am Ende eine Art Blasloch, dass sich auf der Oberseite des Kopfes auf einem kleinen Hügel, auf einer kleinen Erhebung, befindet. Dies dient dazu, dass das Blasloch aus dem Wasser ragt, ohne dass gleich der ganze Körper aus dem Wasser gucken muss. Die Bartenwale (Mysticeti) besitzen zwei solche getrennten Öffnungen und die Zahnwale (Odontoceti) besitzen nur eine solche Öffnung.

Wale besitzen Augen die aber äußerst klein sind, die meisten Arten (Schwertwale ausgeschlossen) können auch nur sehr schlecht sehen. Sie verlassen sich eher auf ihr Gehör. Sie besitzen Öhre denen aber die Ohrmuschel fehlt. Trotzdem verlassen sie sich auf den Schall und nutzen die bessere Leitfähigkeit des Schalls, unter Wasser als in der Luft, aus. Um so miteinander zu kommunizieren. Ein anderes Beispiel, dass Wale ein gutes Gehör haben müssen, ist, dass sie auch in einer Tiefe von über 500 Metern Tauchen und Nahrung aufnehmen, ohne das sie sie sehen können, denn die Sonnenstrahlen reichen nicht tiefer ins Wasser hinein als 500 Meter.

Das wichtigste Antriebsorgan der Wale ist die breite und kräftige Schwanzflosse, die immer horizontal gestellt ist und nicht vertikal, wie dies bei Fischen der Fall ist. Wale besitzen eine sehr kräftige Wirbelsäule und sehr starke Sehnen womit sie die Schwanzflosse bewegen können.

Die dreieckige Rückenflosse, die im Verhältnis zum Wal nur mittelgroß ist, entwickelt sich aus einer Hautfalte und besitzt keinerlei Skelettelemente oder Muskulatur. Sie befindet sich etwa in der Mitte des Walrückens.

Die Epidermis der Wale ist sehr dünn, doch sie besitzen dafür eine Unterhaut, die eine viel dickere Fett- und Speckschicht (bei Walen auch Blubber genannt) hat, die je nach Art und Jahreszeit anders ist. Bei dem Blauwal ist sie zwischen 11-13cm dick und kleineren Walen ist sie zwischen 2-3cm dick. Bei den Weibchen ist sie dicker als bei den Männchen und sie kann maximal 50-70cm betragen. Das Herz der Wale unterscheidet sich nicht viel von den landlebenden Säugetieren, doch sind die Wände der Arterien, genauso wie der Brustkorb, sehr elastisch. Dies dient dazu, dass der hohe Druck, der unter Wasser herrscht dadurch ausgeglichen wird. Die Lungen sind zu ihrer Körpergröße verhältnissmäßig klein. Wale nehmen auch nur wenig Atemluft mit beim Hinabtauchen, so dass der starke Wasserdruck die Lunge zusammenpressen kann. Die Wale verschlucken ihre Nahrung im ganzen, was dazu führt, dass sie nicht zugleich zu viel Wasser mitschlucken. Die Wale haben einen Verdauungsapparat, der drei Magenbereiche besitzt:

- Vordermagen
- Mittelmagen oder Drüsenmagen (der eigentliche Magen)
- Hintermagen (Pylorus)

Der Vordermagen ist nicht so gut entwickelt, da die Nahrung nicht erst aufgeschlossen (zerkleinert) werden muss damit die Magensäfte des Drüsenmagens mit der Verdauung beginnen können. Der Pylorus ist sehr kompliziert gebaut und besteht aus 12 Abteilungen, wo die Nahrung durchwandern muss.

Wanderung der Wale und deren Probleme:

Die genauen Wanderwege, die die Wale schwimmen, sind heute noch immer ein Geheimnis. Man weiß allerdings, dass wenn in der jeweiligen Hemisphäre (Erdhalbkugel) der Herbst zu Ende geht, wandern die Finn- und Blauwale von den Polen in Richtung Äquator, wo sie sich dann paaren und ihre Jungen zur Welt bringen. Die Buckelwale treten z.B. ihre Winterreise von Alaska nach Hawaii an, und nehmen während ihrer sechsmonatlichen Reise keine Nahrung auf. Ihre fehlende Energie ziehen sie aus ihrem Blubber (Speckschicht). Es gibt wahrscheinlich auch einige Walarten, besonders die etwas kleineren Arten, die auf ihrer langen Wanderung auch eine Kleinigkeit zu sich nehmen.

Ihre Reise beträgt im Durchschnitt etwa 10.000 Kilometer.

Die Bartenwale:

Bartenwale gliedern sich in drei Familien: Glattwale (Balaenidae), Furchenwale (Balaenopteridae) und Grauwale (Eschrichtiidae) mit zusammen sechs Gattungen und zwölf Arten.

Ihre Ernährung (Teil 1):

Hauptsächlich ernähren sich die Riesen der Meere von den kleinsten Lebewesen, die sie in den Ozeanen finden können. Das wären winzige Krebse, Krill, Plankton, Mikroorganismen aus Pflanzen und Tieren die im Wasser schweben. Es gibt einige Walarten die einen anspruchsvolleren Speiseplan haben, denn sie verspeisen Heringsschwärme. Es wurden auch schon mal im Magen eines Brydewals 14 ausgewachsene Pinguine gefunden.

Bartenwale sind allerdings keineswegs so verfressen, wie man denken könnte. Sie ernähren sich mittels ihrer Barten, das sind von dem Gaumen herab hängende Hornplatten, die wie ein Sieb funktionieren. Sie sind mit bürstenartigen Fransen an den Innenseiten ausgestattet. Die Wale nehmen eine große Menge Wasser mit ihrer Nahrung in den Mund auf, dann schließen den Mund und pressen den Mundboden und die Zunge nach oben gegen den Gaumen. Das Wasser fließt an den Barten entlang, hinaus aus dem Mund, und die Nahrung bleibt in den Fransen hängen, wandert in den Magen und wird verdaut. So filtern bsw. Die Blauwale mit ihren langen, feinen Bartenfransen Planktonwesen aus dem Meerwasser.

Fortpflanzung der Bartenwale:

Alle zwei bis drei Jahre kriegen die Wale Nachwuchs, wo bei die Walkühe zwischen zehn und zwölf Monaten schwanger sind. Nach der Geburt, die unter Wasser statt findet, bringt eine Hebamme (Herdengenossin) das Neugeborene an die Wasseroberfläche, damit es seinen ersten Atemzug machen kann. Die Mütter säugen ihre Kinder bis zu einem Jahr lang. Die Walkinder haben noch keine Speckschicht zum Schutz vor der Kälte, deshalb bleiben die Walkinder, solange noch in den Tropen, wo sie natürlich auch geboren werden, bis sie sich einen ausreichenden Fettmantel zugelegt haben, um in die kalten, futterreicheren Gewässern zu ziehen. Daran, dass Wale durch verschiedenen Meeresregionen schwimmen, kann man erkennen, dass sich Wale auch schnell an andere Lebensräume anpassen müssen. Sie schwimmen von den Tropen bis durch zu polaren Packeis und lichtlosem Meeresgrund, von schlammigen Flüssen bis hin zu seichten Küstenlagunen.

Buckelwal :

Die zwischen 14 und 17 Meter langen und 65 Tonnen schwere Buckelwale werden häufig als „Musikanten“ beschrieben. Der „Gesang“ der Buckelwale fasziniert die Wissenschaftler so sehr, das sie eine umfangreiche Sammlung von „Walgesängen“ angelegt haben: lange Sequenzen voller Ächzen und Muhen, Krächzen, Grunzen und Zwitschern. Eine solche Melodie dauert oft 15 Minuten und wird dann von den Walen stundenlang wiederholt. Bei den Buckelwalen hat jede zusammenlebende Gruppe ihren eigenen charakteristischen Gesang, der sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt.

Ungeklärt ist bis heute, aus welchem Grund die Wale singen. Es wird aber vermutet, daß die Musik der Buckelwale echte Informationen enthält. Die Töne sind sehr laut und können im Wasser Hunderte von Kilometern überbrücken, so dass die Tiere miteinander in Verbindung bleiben.

Nordkaper :

Beim Nordkaper, der weder Rückenflosse noch Kehlfurchen hat, befinden sich auf dem Kopf und in der Nähe des Spritzloches hornige Auswüchse. Diese Spezies ist bedroht, wahrscheinlich gibt es weltweit nur noch 2000 Exemplare. Sie leben in seichte Gewässer und ziehen im Winter zur Fortpflanzung in die warmen Zonen um den Äquator.

Die Walmutter säugt ihr Junges ungefähr ein Jahr lang und umsorgt es danach noch zwei oder auch drei Jahre lang auf ihren langen, langsamen Wanderungen durch die Meere.

Grauwal :

Der oft in Küstennähe auftauchende Grauwal wandert im Sommer zu den arktischen „Weideplätzen“, wo die langen Sonnentage für ein üppiges Speiseangebot sorgen. In seichten Gewässern ernährt er sich von Würmern, kleinen Krebsen und Weichtieren, die am Meeresboden leben. Er legt sich auf die Seite, um den Boden zu durchpflügen. Zusammen mit Schlamm, Sand und Kies saugt er auch so die kleinen, wirbellosen Tiere auf.

Blauwal :

Wie alle Finnwale ist der Blauwal trotz seiner Größe ein stromlinienförmiges Tier. Unter dem Kinn hat er eine Reihe langer Furchen, die im bis zum Bauch reichen. Füllt er den Mund mit einem „Schluck“ Wasser, weiten sich die Kehlfurchen, um der Beute Platz zu schaffen. Die Bartenfransen sind ziemlich grob, und er ernährt sich fast ausschließlich vom Krill, und zwar in so großen Mengen, daß er lange Zeit ohne Nahrung auskommt.

Der Blauwal kann 80 Jahre alt werden. Erst mit einer Länge von 23 Metern ist er geschlechtsreif. Die Weibchen bringen alle drei Jahre ein Junges zur Welt.

In der Vergangenheit erbarmungslos gejagt, gehört er heute zu bedrohten Tierarten. Die Blauwalbestände werden wahrscheinlich nie wieder ihre alte Stärke erreichen.

Die Zahnwale:

Die Zahnwale haben in den vergangen Jahrmillionen einen langen, schnabelartigen Kopf mit vielen gleich großen, kegelförmigen Zähnen entwickelt, die sich zum Fischfang besser eignen als die Reiß-, Schneide- und Backenzähne ihrer Vorfahren. Wale besitzen keine Stimmbänder. Ihre klickenden und quietschenden Lautäußerungen erzeugen sie in den ballon- ähnlichen Luftkammern in ihrem Schädel. Innerhalb eines geschlossenen, von einem Muskelnetz umspannten Systems wird die Luft durch schmale Röhren von einer Kammer zur nächsten gepreßt. Die schalldichten Schädelknochen werfen das dabei erzeugte Geräusch zurück und leiten es zum Fettgewebe der „Melone“ - einen Teil des Echolotsystems.

Wie eine Beule wölbt sich die Melone auf dem Kopf des Zahnwales hervor. Sie enthält eine Mischung verschiedener Wachse und Öle und funktioniert wie eine Linse, die den Schall zu einem lenkbaren Strahl bündelt, den das Tier aussendet. Diese Schallwellen werden von Objekten verschiedener Dichte unterschiedlich reflektiert - es entstehen Echos. Der Wal empfängt die Echoschwingungen der umliegenden Objekte an der Spitze des Unterkiefers und leitet sie durch ölgefüllte Empfangskanäle zum akustischen Auswertungszentrum des Großhirns.

Ihre Ernährung (Teil 2):

Diese Echoorientierung dient nicht nur der Navigation. Seine Hauptfunktion besteht in der Ortung der Beutetiere. So können Zahnwale gerade in der Dunkelheit oder in trübem Wasser ihre Jagdgründe systematisch nach Beutetieren wie Tintenfischen und Kraken absuchen - mit Schallwellen von einer Stärke, die der leistungsfähigster technischer Echolotsysteme gleichkommt.

Einige der größeren Zahnwale tauchen bei ihrer Nahrungssuche so tief wie kaum ein anderes Raubtier. Die in Gruppen jagenden Grindwale erreichen dann in nur 20minütigen Tauchgängen Tiefen von bis zu 1000 Metern. Ihre Hauptnahrung sind Tiefseekalmare.

Pottwale tauchen sogar noch tiefer. Ihre besonders große Melone ist Teil eines hochempfindlichen Echolotsystems, mit dem sie große Kraken und Tintenfische erbeuten können. Saugnarben auf ihrem Körper zeugen davon, daß sie manchmal bis zu 20 Meter große Riesenkraken überwältigen.

Ihr Familienleben:

Wale leben in engen Familienverbänden. Obwohl man Arten wie Weiß- und Grindwale oft in riesigen Schulen von vielen hundert Tieren antrifft, sind doch vor allem die Beziehungen zwischen Müttern und Kälbern, Geschwistern und Vettern so eng, daß Familienangehörige ihr Leben riskieren, um einem in Not geratenen Verwandten zu helfen.

Dieses Verhalten wurde oft von Walfängern ausgenutzt, die oft ein Tier verwundeten und dann darauf gewartet haben das ihm die anderen helfen. Die nächsten Verwandten sind auch bei der Geburt eines Kalbes behilflich, indem sie es für den ersten Atemzug an die Oberfläche heben. Beim Grindwal kümmern sich beide Eltern sehr aufopferungsvoll um ihre Kleinen.

Narwal:

Der "Stoßzahn" des Narwals hat im Mittelalter zu der Legende des Einhorns geführt. Dieser verlängerte Oberkieferzahn erreicht eine Länge von 2 Metern und wiegt bis zu 10 Kilogramm. Genau wie bei den Hirschen das Geweih scheint es sich hierbei um ein sekundäres Geschlechtsmerkmal zu handeln, das zum Imponieren und auch als Waffe eingesetzt wird. Narwale leben in arktischen und subarktischen Meeren, meist in der Nähe der Packeiszone. Das Weibchen bringt alle 2-3 Jahre ein Kalb zur Welt und zieht meist in Gruppen von 2-10 Tieren umher. Narwalschulen sind meist nach Alter und Geschlecht getrennt.

Weisswal :

Weisswale oder Belugas, die man oft in Gesellschaft mit Narwalen sieht, sind extrem gesellig und leben manchmal in Schulen von vielen tausend Tieren. Sie bewohnen vor allem arktische Meere, wandern jedoch während der Sommermonate auch oft in Flußmündungen, wo das Wasser wärmer und damit günstiger für neugeborene Kälber ist. Dort sind sie oft übermütig und verspielt, und immer wieder scheuern sie dabei ihren Körper am Meeres- grund, da sich zu der Zeit die äußeren Hautschichten erneuern.

Pottwal:

Der Pottwal ist der größte Vertreter der Zahnwale. Dabei ist sein Kopf im Verhältnis zum übrigen Körper unverhältnismäßig groß und erreicht fast ein Drittel der Gesamtkörperlänge. Die großen Mengen an extrem hochwertigen Öl, dem sogenannten Walrat oder Spermateci, das sich in seiner Melone befindet, waren der Grund, warum Pottwale früher erbarmungslos von Walfängern verfolgt wurden. Schon mit einem einzigen Pottwal hatte sich die ganze Walfangreise ausgezahlt.

Die nur 20 Tonnen schweren Weibchen sind im Vergleich zu den 45 Tonnen schweren Männchen relativ klein. Der Körper älterer Bullen ist meist mit Narben übersät, die von Kämpfen mit Riesenkraken oder auch mit anderen Männchen um ein fortpflanzungsbereites Weibchen stammen. Diese Narben sind meist mit gelben Kieselalgen und Walläusen infiziert, durch die die Haut verkrustet wirkt. Pottwale sind Hochseetiere und kommen nur selten in Küstennähe. Männchen halten sich oft in den beiden Polarmeeren oberhalb des 45.Breitengrades auf, während Weibchen und Jungtiere wärmeres Gewässer bevorzugen.

Grindwal:

Die Langflossen-Grindwale bewohnen kühle Meere, die KurzflossenGrindwale dagegen warme und subtropische Zonen. Sie leben vorwiegend in tiefen Gewässern und nähern sich nur selten der Küste. Außer den Daten, die japanische Walfänger über sie gesammelt haben, war bis vor kurzem nur wenig über wildlebende Grindwale bekannt.

Auf hoher See werden Grindwale oft in großen Schulen von mehreren hundert Tieren gesichtet, die wie in „Tanzformation“ durch das Wasser ziehen. Tiefe, geschützte Gewässer ziehen dagegen eher kleinere Familiengruppen von 10-12 Tieren an. Die steil abfallenden Kanarischen Inseln sind offenbar ein beliebtes Ziel für Wale, die sich dort oft zur Paarung oder Geburt einfinden.

Schwertwale:

Die unverkennbare, schwertförmige, bis zu 1,8 Meter lange Rückenfinne kennzeichnet den Schwertwal. Dieser ist zwar kräftig, aber nur mittelgroß - das Männchen wird bis 8 Meter lang und wiegt etwa 6 Tonnen. Weibchen sind etwa ein Drittel kleiner. Ihr zweiter Name Killer- oder Mörderwal deutet darauf hin, daß sie äußerst erfolgreiche Jäger sind.

Diese anpassungsfähigen Tiere findet man sowohl am Äquator als auch in den kalten Polarmeeren, in Flußmündungen und anderen Küstenbereichen wie schließlich auch im offenen Meer.

Schwertwale haben von allen Zahnwalen den abwechslungsreichsten Speisezettel, sie jagen Robben, Seelöwen, über 30 Fischarten, Vögel, Tintenfische, Meeresschildkröten und andere Wale. Da sie oft gemeinschaftlich jagen (und dabei auch die Beute teilen), können sie selbst große Beutetiere angreifen. So wurden Schwertwale beobachtet, die Blauwale überwältigen konnten.

Walfang:

Wale wurden schon, zur Zeit der Seefahrer, vor der schriftlichen Überlieferung, vor mehreren Jahren vor Chr. gejagt. Die Basken (eine Spanische und französische Volksgruppe) betrieben schon 1000 Jahre nach Chr. den Walfang im großen Maße, so dass sie die Biskaya1 Nordkaper- bestände erheblich reduzierten. Später dann im 16.Jahrhundert jagten die baskischen Walfänger Kaper- und Grönlandwale vor der Küste Labradors.

Im 17.Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Walöl und die europäischen Walfänger mußten ihr Walfang in die Arktis verlegen, da die Walbestände an den Küsten dahinschwanden. Um 1720 schlossen sich die europäischen Walfänger mit den amerikanischen Walfänger zusammen, und schlachteten die Kaper- und Grönlandwale vor der eisigen Küste Kanadas ab. Zuerst waren die Kaper- und Grönlandwale der beliebteste fang der Walfänger, doch nun wurden diese immer seltener und dann kamen als nächstes die Buckelwale, dann die Grauwale und ähnliche große Walarten. Einige Walarten, wie zum Beispiel der Pottwal, besaßen ein Fleisch, dass ungenießbar war, die jedoch ein hervorragendes Öl abgaben. Deshalb waren diese die Hauptbeute um 1820 bis 1860. Mit der billigen Erdölgewinnung hatten die Wale eine kurze Ruhepause vor den Walfängern.

Die Mittel um Wale zu fangen wurden immer moderner und die Technik wuchs. Es wurde immer leichter Wale mit Hilfe von Harpunenkanonen zu fangen. Die Boote wurden immer moderner, größer und schneller und im Jahre 1925 führte man Mutter- und Fabrikschiffe ein, um die großen Wale schon auf dem Schiff zu verarbeiten. Zudem hat man einige Aufenthaltsorte der Wale entdeckt. Die Zahl der großen Fabrikschiffen stiege innerhalb von fünf Jahren auf 41 Stück an, mit denen man alleine schon mehr als 75.000 Blauwale getötet hatte. Der Walfang ging dann stark zurück und in vielen Staaten wurde der Walfang sogar ganz eingestellt, da die Bestände so erheblich geschrumpft worden sind, das sich der Walfang wirtschaftlich nicht mehr gelohnt hat.

Doch bis heute sterben noch über 100.000 Wale jährlich durch menschlichen Übergriffen.

[...]


1 Biskaya - eine 5000 Meter tiefe Bucht des Atlantischen Ozeans zwischen der Spanischen Nordküste und der westfranzösischen Küste

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105049
Note
2
Schlagworte
Wale

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Titel: Wale. Über die Arten und ihre anatomischen und biologischen Merkmale