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Schmidt, Arno - Die Gelehrtenrepublik (1957) und KAFF auch mare crisium (1960) - Vom Ein- zum Zweispaltenbuch in drei Jahren.

Facharbeit (Schule) 2001 29 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Präludium zur Gelehrtenrepu- blik

2. Die politische Lage in der Gelehrtenrepublik und in KAFF auch mare crisi- um

3. Technik in der Gelehrtenrepublik und in KAFF auch mare crisi- um
a) Die Rastertechnik Schmidts - das musivische Da- sein
b) Die Verwendung zweier Textspalten in KAFF
c) Die zunehmend phonetische Schreibweise und der häufige Gebrauch des Dialekts in KAFF gegenüber der Gelehrtenrepu- blik
d) Andere Stilmit- tel
e) Die Erzählerpositi- on

4. Die Weltsicht der Schmidtschen Protagonisten - Witz und Wut

5. Die literarische Traditi- on

6. Frauenfiguren bei Schmidt

7. Extro

Zumindest glaube mir erst einmal auf mein bloßes Wort hin, daß es kein >holzweg< sei, auf dem ich mich in KAFF befand.1

1. Präludium zur Gelehrtenrepublik

Düring, der Protagonist in Arno Schmidts 1953 erschienenem Roman „Aus dem Leben eines Fauns“ schreibt einen Brief an den Völkerbund, in dem er „In Anbetracht der ungeheuerli- chen Zerstörungen, welche alle Kriege von jeher [...] in den Kunst- und Büchersammlungen der Menschheit verursacht haben“2 zur Schaffung von Kulturfreistätten anregt. Ferner empfiehlt Schmidt/Düring3 „ An mehreren Stellen der Erde [...] unverletzliche von al- len Staaten gemeinsam anzulegende, zu unterhaltende und zu verwaltende Kulturfreistätten zu errichten. [...] Den größten der lebenden Künstler und Geisteswissenschaftler gewähre man hier nach ihrer Wahl [...] persönliche Sicherheit und ungestörte Arbeitsmöglichkeiten. [...] Jungen hoffnungsvollen Talenten, welche ihre Begabung dargetan haben, gebe man zur Förderung die Erlaubnis, für eine bestimmte Zeit sorgenfrei auf jenen Inseln zu leben [...]

Als gelegentliche Besucher sind für einige Tage auch andere geistig Schaffende zur Belohnung zuzulassen: nicht aber Physiker, Chemiker, Techniker [...] weiterhin niemals Politiker, Berufssoldaten, Filmstars, Boxchampions aller Gewichtsklassen, Verleger, reiche Gaffer, usw., oder Solche, die lediglich in Kriegszeiten Zuflucht dort suchen wollten.“4 Den Besuch des Journalisten Charles Henry Winer in solch einer Kulturstätte beschreibt Arno Schmidt einige Jahre später in seinem „Kurzroman aus den Roßbreiten“5.

2. Die politische Lage in der Gelehrtenrepublik und in KAFF auch mare crisium.

Beide Werke behandeln zukünftige Ost-West-Szenarien. In der Gelehrtenrepublik ist im Jahr 2008 jedes Leben im atomar zerstrahlten Europa vernichtet. Rußland, China, Indien, Schwarz- afrika, Südamerika und Nordamerika beherrschen die Welt; die auf der IRAS (= International Republic for Artists and Scientists, einer künstlich angelegten Insel) beherbergten Künstler und Wissenschaftler können unbedrängt von finanziellen Sorgen ihrem Schaffen nachkommen. Die Insel selbst ist in je einen West- und Ostteil und einen neutralen Streifen gegliedert. Ab und zu erlaubt die Inselverwaltung einem Besucher einen Kurzaufenthalt auf der Insel. Der Journalist Charles Henry Winer, der Urgroßneffe von Arno Schmidt, ist einer davon. Der Bericht über Winers Aufenthalt auf der Gelehrtenrepublik und seine Reise dorthin durch einen unwegsa- men, radioaktiv verseuchten und von Zentauren bewohnten Streifen bildet, nebst einem Lie- beserlebnis mit der Zentaurin Thalja6, den eigentlichen Inhalt des Textes. Die (fingierte) Über- setzung dieses Berichts aus dem Amerikanischen ins Deutsche entstammt einem Anagramm Arno Schmidts: Chr. M. Stadion heißt der angebliche Studiendirektor, dessen erotic drive bei 0,04 liegt, während Winer einen von 8,1 hat. Nach Götz Müller „trägt [der Übersetzer] übri- gens die abgekürzten Vornamen Wielands und den Nachnamen des mit Wieland befreundeten Grafen Stadion“.7

Die Insel ist in eine amerikanische und eine russische Hälfte eingeteilt. Gut verborgen sind Ge- heimdienst, Spionage und gegenseitige Bespitzelung in beiden Sektoren an der Tagesordnung. Die amerikanischen Wissenschaftler haben eine Technik entwickelt, mit der sie ihre Künstler periodisch „einfrieren“ können. Auf der russischen Seite wird das Verpflanzen der Gehirne ält- licher Genies in die Körper junger Menschen praktiziert. Die Ganglien entführter westlicher Dichter werden in Pferdekörpern konserviert. Solchen Methoden stehen die Westkräfte nicht nach: Zwei russische Schachmeister sind von den Amerikanern gekidnappt und eingefroren worden.

Da die Kommunikation zwischen den beiden Inselhälften völlig zusammengebrochen ist, kommt Winer zu der zweifelhaften Ehre, den Austausch der gekidnappten Genies zu organi- sieren. Der Streit zwischen den Inselhälften eskaliert und Winer flüchtet mit dem Flugzeug von der Insel.

Entsprechendes findet sich in KAFF auch mare crisium als „Längeres Gedankenspiel“, das der Protagonist Karl Richter seiner Freundin Hertha Theunert vorträgt. Diese, mit Karl zu Be- such bei dessen Tante Heethe, als Stadtmensch während eines Spaziergangs etwas ennuiert, äußert zu Beginn des Romans mehrfach „>Mänsch, is das lankweilich ! [...] Mänsch iss dos lankweilich. [...] Mänsch, iss das nie lankweilich ?“8 Verändert hat sich bis an das Ende von KAFF wenig, denn einen Tag später, während der Heimfahrt „murmelt“ Hertha: „>Hier uff der Eerde iss ooch nischt los - wenn ich an 45 denk´.<“9, was die (auch für Karl wichtige) vage Hoffnung beinhaltet, dass ihr zumindest das Gedankenspiel ihres Freundes gefallen ha- ben könnte.

Dieser Pessimismus wird durch das leitmotivische und mehrfach variierte „ Nichts Niemand Nirgends Nie ! : Nichts Niemand Nirgens Nie !“10 vorbereitet. Herthas Langeweile in der das Paar umgebenden Herbststimmung ist auch der Grund für Karls Vortrag: er schildert Hertha Szenen aus dem Leben des zwangsläufig auf dem Mond lebenden Astronauten Charles Hampden.

Eine Rückkehr der Astronauten ist unmöglich geworden, da „Auf der Erde [...] doch aber auch platterdinx Alles kaputt [ist]“11. Grund ist ein vorangegangener Atomkrieg zwischen Amerika und Russland. Genau diese beiden Nationen hatten allerdings bereits vor der Zerstö- rung der Erde Kolonien auf dem Mond geschaffen. Charles Hampden ist Kongressabgeordne- ter („ :>1 Präsident; 8 Minister; 10 Abgeordnete. - Ogott : 6 Republikaner; 4 Demokraten in der Opposition !“)12 der knapp 1000 Bewohner zählenden US-Sektion. Mit viel Witz schildert Schmidt den Ablauf einer solchen Kongresssitzung. Der Justizminister etwa fordert: „> sollten wir unsere Gesetzessammlungen nicht durch 1 Novelle bezüglich <Beleidigungen> ergänzen ? Unser Grundgesetz ist wirklich noch arg lückenhaft <; (und zeigte zum Beweis sein Kästchen mit den paar Zetteln herum:!).“13

Etwas später wird angeregt, „ Wir könnten, zur - zumindest zeitweilijen - Behebung der Erd- süchtigkeit, einen gold=rush inszenieren : da hätten Alle für´s nächste halbe Jahr genug zu tun; mit Claims abschtecken; hacken graben wühln sich zankn./ (>Prozesse Schlägereien< murmelte der Justizminister. >Dauerposten vorm schtaatlichen Gold=Safe< der Kriexmi- nister, (der zu seinen 5 Mann Kerntruppen gar zu gern noch ein paar gehabt hätte [...] / >Golddeckung für neue Banknoten.< : >Dramenschtoffe für den Dichter.< : >Einrichtung eines Juwelierladens endlich möglich : unsere Frauen würden begeistert sein !<“14

Man sieht, Schmidt arbeitet mit dem Mittel der Ironie und den Mondbewohnern ist sehr lang- weilig.

Hampden wird auf Antrag des Kriegsministers als Bote in die russische Sektion geschickt. Das russische Lager erscheint bei Schmidt als die fortgeschrittenere Nation, die durch geschickte zentralistische Planung die wesentlich überlebensfähigere ist. Während die US-Station an Astronautennahrung, unfreiwilliger sexueller Askese wegen starken Männerüberhangs und Langeweile laboriert, ist im Sowjetlager nichts davon der Fall.

Hampden hat neben seinem „Job“ als Schiefertafelhersteller auch einen Bibliothekarsposten: „ dabei waren wir, <in Wirklichkeit>, 4 Bibliothekare; für insgesammt 16 verschiedene Bücher !. / Die <Gesamtzahl> betrug - wir erwähnten es bei jeder Gelegenheit - <numero rotundo> Ein=Tausnt. (: das waren die Folgen <Westlicher Freiheit>. Beziehunxweise der <Freiheit des In=die=wie=Du=ums>; oder eebm der <Freiheit=überhaupt>. [...] Anderer- seiz hatte man für seine 425 Komma 4 Gramm Gepäck [...] mitnehm´ dürfn, was man wollte; auch an Büchern./ Und da hattn denn sämmtliche Fammieljinn - wir waren eebmÄrellid- schiß Piepl ! - immer dieselbe Taschenausgabe ihrer mit Recht so beliebtn King Dschäims Beibl gewählt : von der hatten wir, <Friedn in Freiheit>, infolgedessen volle 843 am Lager !

[...] Wer <gottfern> genuck dazu geweesn war, hatte sich eebm am irdischn Ra- ckeetn=Rammpn=Kiosk den gerade proppagiertn best=seller geschnappt - mit dem Ergeep- niß, daß wir uns des Besitzes von 81 <FROM HERE TO ETERNITY> rühmen konntn.“15 - Die Russen dagegen haben unter Verzicht auf Doppelexemplare „Sechzig=Tausend“16 Bände im Lager.

Hampden wehrt sich gegen das ungeliebte Lagerleben in einer religionsbeflissenen Gesellschaft mit milder Ironie. In diesem Fall ist es eben die „ mit Recht so beliebte King Dschäims Beibl“, im folgenden (ideologisch motivierten) Beispiel macht Hampden dialektisch elegant die Kehre: „Und schnitten in 1 Art auf [Hampden und sein russischer Gegenpart, d. Verf.] , wie es die - leichd gewöllpde - Oberfläche des MARE CRISIUM seit seiner Schöpp-Funk : >>Ännt=schtähunnk !<< mahnte er ernst : seit seiner Ent=schöpfunk=also, derart grausam noch nicht vernommen haben konnte.“17

Auf die karge Kost in der Mondstation reagiert Hampden mit Wut, welche auf den Leser wie- derum witzig wirkt; wenn ihm ebendieser Russe beizubringen versucht, dass seine Nation scheinbar aus dem Füllhorn schöpft, stellt sich bei Hampden natürlich das gleiche Verlangen ein: „Tiefer Ap=Scheu ergriff mich. : Am liepstn hätte ich ihm erzählt, daß Wir den ganzn vergangenen Winnter von Waal=Fleisch geleept hättn [...] Aber <Fisch= Teiche> er- fand ich weenichstens !: Oobm 50 Yards Eis=Decke; untn wärmeres Wasser eingepummt, pluß Sauerschtoff : <<Kannadische Eismeer=Sortn.<< (Er nickde sehr; es war leider viel zu glaup=haft.“18 Schließlich resigniert Hampden: „Aber es konnte ja nich schtimm´ ! : Wir hattn doch die Westliche Freiheit?!Die Aabmdlendisch=kristliche Kulltour!...“19 In der Rahmenhandlung sieht sich Karl einer völlig anders denkenden Umwelt gegenüber, einer politischen Situation, die als bedrohlich erlebt wird und (für die deutschen Linken) im Deutschland der Fünfzigerjahre als symptomatisch gelten konnte. Karl denkt an einen im KZ umgekommenen Schulfreund um daraufhin auszuholen: „Und die gleichen Gannowen hatten sich bereiz wieder auf die Hälfte aller <führenden Posizjohnen> geschlängelt. Die andere Hälfte hatten Kristen inne. Es ist eine Lust zu leebm.“20

Diesen Standpunkt nimmt auch Schmidt immer wieder ein, nicht nur in Büchern, sondern auch in Zeitungsartikeln. 1962 sieht er den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland fol- gendermaßen: „Im Westen einen Staat christlich=bornierter notstandsgesetz=süchtiger 40=Stunden=Wöchner: Arbeiten will Keiner, Fernsehen Jeder. Unterminiert von ehemaligen, immer noch hoch überzeugten Nazis; (und ich bin mir nicht recht sicher, ob man sich ihrer nicht gar gern >bedient<). Im Osten ein Siebenmonatskind von >Arbeiterstaat<, aus Mangel an Kohle und Eisen und Kunst dahinvegetierend. Schwer beim Rüsten sind Beide.“21

3. Technik in der Gelehrtenrepublik und in KAFF auch mare crisium

Die Gelehrtenrepublik steht am Ende von Schmidts früher Werkperiode, die man ungefähr in die Jahre 1946-57 einordnen kann, KAFF dagegen am Beginn seiner mittleren Werkperiode, die etwa in die Jahre 1957-63 fällt und außer KAFF noch die Ländlichen Erzählungen22 und die Karl May-Studie Sitara und der Weg dorthin umfasst. Charakterisierend für den Übergang ist die Beschäftigung mit James Joyce´s Hauptwerken Ulysses (Am 23.12 1956 schreibt Schmidt an Alfred Andersch: „Nachdem ich 10 Jahre lang ein >Nachahmer Joyce´< ge- scholten worden bin, habe ich nun endlich einmal, als Krawehl mir die deutsche und engli- sche Ausgabe des >Ulysses< mitgebracht hatte, mich an diesen gemacht“23 ) und Finnegans Wake, mit Sigmund Freud, und von diesen Polen ausgehend, die Intention „mehrstimmig zu singen“24, d. h. seine Prosa vielschichtig in verschiedene Ebenen zu strukturieren (die Texte werden durch die massive Einarbeitung von Zitaten zu einer Art Meta-Literatur), welche dann in den Typoskripten des Spätwerks gipfelt und in Zettels Traum die Etymtheorie einbringt. Un- ter dieser versteht Schmidt die (dem Dichter) unbewusste Wahl der Wörter und Wortstämme nach phonetischen Auslesekriterien aus anderen Sprachen. In diesen anderen (verwandten) Sprachen haben ähnlich klingende Wörter und Wortteile natürlich andere Bedeutungen. Somit weist die Häufung bestimmter Wörter auf Verdrängungen des Dichters hin; die Entwirrung der latenten Inhalte gelingt durch die Übersetzung von Homophonen aus anderen Sprachen.

Der 1962 noch vor Zettels Traum geschriebene Groß-Essay „Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Wesen, Werk & Wirkung Karl May´s“ zeigt anhand eines von Schmidts Lieblingsfeinden, wie er Karl May interpretiert, nämlich als Paradebeispiel des Einbringens von (sexueller) Verdrängung in die Literatur. Schmidts Werk gewinnt in dieser Phase stark an Witz und verliert ebenso an Wut, Pathos und expressionistischer Anleihe. Stellen, wie der wei- ter unten (S. 10) zitierte Beginn von „Aus dem Leben eines Fauns“ - Schmidt schrieb den Roman zwischen Dezember 1952 und Jänner 1953 (Niederschriftsdaten nach dem Anhang der Bargfelder Ausgabe) - sind wenige Jahre später in Schmidts Werk undenkbar.

Wolfgang Proß schreibt in seiner Schmidt-Biographie über die Veränderungen, die Schmidts Arbeitsweise mit sich bringt: „Die Psychologisierung und Verdichtung der Umweltdarstellung in der Metapherntechnik des Erzählers, die Konzentration auf den Affekt des Erzählers, den besonders die Interpunktionstechnik Schmidts sichtbar macht, sind nicht nur eine Verfeinerung der technischen Mittel; sie bereiten den Übergang von der Darstellung „einfacher Handlungen“ zur Zerlegung in „doppelte Vorgänge“ vor.“25

Steht die erste Werkphase Schmidts nämlich für das Ringen um exakt auszufüllende Strukturen analog seiner Berechnungen, so gelangt ab der Beschäftigung mit Joyce und später mit Freud das Spiel mit Zitaten, Doppelbedeutungen, Wortwitzen und des Verwebens mehrerer Textschichten zu einer Einheit in den Vordergrund.

„Die totale Selbstisolation und Hinwendung zur Literatur, die Beschränkung der Umwelt auf ganz wenige Personen, das Eintreten des Sexualkomplexes, sowohl als Grundthema wie als Neurose, und [...] die Entwicklung der Assoziationstechnik bestimmen das literarische Werk, wobei für diesen Abschnitt die Entwicklung der Methode mehr Aufmerksamkeit verdient als die Inhalte. Es sind meist Rückzugsgefechte eines Einzelgängers in die verwickelte Innenwelt; nur gelegentlich flackert die Lust an einer topographisch-exakt darstellbaren Wirklichkeit wieder auf.“26

Und Barbara Malchow ergänzt: „Durch die Gestaltung des Wortschatzes und die Behandlung des Einzelwortes steht ,Kaff´ jedoch am Anfang einer Neuorientierung der Schmidtschen Sprache. Der Umgang mit den Worten wird zunehmend experimenteller, [...] inhaltlich läßt sich eine zunehmende Reduzierung der ins Werk einfließenden Realität feststellen, die sich in der Beschränkung der Personenzahl, des Handlungsraumes und der erzählten Zeit manifes- tiert. Dafür nehmen die innersprachlichen und -literarischen Bezüge, die imaginierte Wirklichkeit, der Anteil von literarischem Zitat und Phantasie zu. Schmidt entfernt sich in zunehmendem Maße von der Abbildung der Welt und wendet sich immer mehr einem Bereich zu, in dem Sprache und Literatur einen von der außerliterarischen Wirklichkeit abgetrennten, autonomen Realitätsraum konstituieren.“27

Obwohl relativ knapp aufeinanderfolgend geschrieben, unterscheiden sich somit die Gelehrtenrepublik (Niederschrift Juli und August 1957) und KAFF (Niederschrift November 1959 bis Februar 1960) doch beträchtlich voneinander. Auffallend sind vor allem

a) Die Rastertechnik Schmidts - das musivische Dasein
b) Die Verwendung zweier Textspalten in KAFF
c) Die zunehmend phonetische Schreibweise und der häufige Gebrauch des Dialekts in KAFF gegenüber der Gelehrtenrepublik
d) Andere Stilmittel
e) Die Erzählerposition

a) Die Rastertechnik Schmidt - das musivische Dasein

Arno Schmidt schrieb 1955 in seinen prosatheoretischen Essays Berechnungen über die Ent- wicklung der Prosaformen: „Kennzeichnend für sie [ = die Prosaformen, der Verfasser ] alle ist, daß sie ausnahmslos als Nachbildung soziologischer Gepflogenheiten entwickelt wurden. Der Erzähler im lauschenden Hörerkreis war das Vorbild für Roman und Novelle. Die tägli- che Übung der Korrespondenz lieferte zwanglos die vorbildliche formale Lösung des Brief- romans für das Problem, mehrere geographisch und geistig von einander geschiedene cha- rakteristische Lebensräume organisch in Beziehung zueinander zu setzen. Das Gespräch zwi- schen mehreren [...] Partnern erwies sich als optimale Möglichkeit, einen Gegenstand von verschiedenen Seiten her zu beleuchten (ideale Biografie !) Das >Tagebuch< war der erste Ansatz zur Bewältigung innerer Vorgänge.“28

Schmidt hat nun selbst dreierlei Ansatzmöglichkeiten für neue Prosaformen geschaffen: das Fotoalbum, dessen Ausgangspunkt der „Prozeß des >Sich-Erinnerns<“ ist: „immer erschei-nen zunächst, zeitrafferisch, einzelne sehr helle Bilder ( meine Kurzbezeichnung: >Fotos< ), um die herum sich dann im weiteren Verlauf der >Erinnerung< ergänzend erläuternde Kleinbruchstücke (>Texte<) stellen : ein solches Gemisch von >Foto-Text-Einheiten< ist schließlich das Endergebnis jedes bewußten Erinnerungsversuches.“29 Schmidts Fallstudien heißen Die Umsiedler (geschrieben 1952) und Seelandschaft mit Pocahontas (geschrieben 1953).

Hartwig Suhrbier, der sich eingehend mit Schmidts Prosatheorie beschäftigt hat, stellt fest:

„Dabei entspricht das dem >Text< vorgeschaltete >Foto< dem ´ersten Lichtstoß´, der als ´Initialzündung´ den Erinnerungsprozeß in Gang setzt. Da die >Fotos< mit verkürzter Zei- lenlänge gesetzt sind, heben sie sich optisch als eingerückter Block vom nachfolgenden >Text< ab. Inhaltlich reproduziert jedes der >Fotos<, die selten länger als eine Druckseite sind, eine isolierte Szene mit genau beobachteten, teilweise übergangslos nebeneinander ge- stellten Details. Die in den Werken erzählte Geschichte ist jeweils auf die den >Fotos< fol- genden >Texte< verteilt. In den >Fotos< wird jeweils nur eine Szene scharf beleuchtet oder ein Thema kurz angeschlagen; die eigentliche Darstellung und Durchführung erfolgt im Er- zählzusammenhang der >Texte<. [...] liest man die beiden Erzählungen ohne die vorange- stellten >Fotos<, so ergibt sich, daß man nichts weggelassen hat, was zum Verständnis der erzählten Geschichte notwendig wäre. Eine seperate Lektüre der >Fotos< vermittelt den Eindruck einer sich in Details erschöpfenden Inhaltsangabe, die viel wesentliches ver- schweigt.“30

Unter „musivischem Dasein“ (der zweiten Prosaform) versteht Schmidt die Diskontinuität der Erinnerung. „ ... man rufe sich am Abend den vergangenen Tag zurück, also die >jüngste Vergangenheit< (die auch getrost noch als >älteste Gegenwart< definiert werden könnte) : hat man das Gefühl eines >epischen Flusses< der Ereignisse ? Eines Kontinuums überhaupt? Es gibt diesen epischen Fluß, auch der Gegenwart, gar nicht. [...] Die Ereignisse unseres Lebens springen vielmehr. Auf dem Bindfaden der Bedeutungslosigkeit, der allgegenwärtigen langen Weile, ist die Perlenkette kleiner Erlebniseinheiten, innerer und äußerer, aufgereiht. Von Mitternacht zu Mitternacht ist gar nicht > 1 Tag <, sondern >1440 Minuten< ( und von diesen wiederum sind höchstens 50 belangvoll !).31

Ähnliches stellt Schmidt programmatisch an den Beginn seines Romans „Aus dem Leben eines Fauns“ :

„Mein Leben ? ! : ist kein Kontinuum ! (nicht bloß durch Tag und Nacht in weiß und schwarze Stücke zerbrochen ! Denn auch am Tage ist bei mir der ein Anderer, der zur Bahn geht; im Amt sitzt; büchert; durch Haine stelzt; begattet; schwatzt; schreibt; Tau- sendsdenker; auseinanderfallender Fächer; der rennt; raucht; kotet; radiohört; >Herr Landrat< sagt : that´s me !) : ein Tablett voll glitzernder snapshots. Kein Kontinuum, kein Kontinuum ! : so rennt mein Leben, so die Erinnerungen (wie ein Zu- ckender ein Nachtgewitter sieht) :

Flamme : da fletscht ein nacktes Siedlungshaus in giftgrünem Gesträuch: Nacht.

Flamme : gaffen weiße Sichter, Zungen klöppeln, Finger zahnen : Nacht.

Flamme : stehen Baumglieder; treiben Knabenreifen; Frauen kocken; Mädchen schelmen blusenauf : Nacht !

Flamme : Ich : weh : Nacht !!

Aber als majestätisch fließendes Band kann ich mein Leben nicht fühlen; nicht ich ! (Begrün- dung).“32

In diesem snapshotartigen Stil schrieb Schmidt die meisten Texte seiner frühen Werkperiode.

b) Die Verwendung zweier Textspalten in KAFF

KAFF ist nun ein ( und zugleich das einzige) Exemplar der dritten Versuchsreihe: das „Län- gere Gedankenspiel (LG)“. Schmidt charakterisiert diese Versuchsreihe als Doppelroman. Ausgangspunkt ist der Gedankenspieler, der je nach Persönlichkeit seinen Tagträumen freien Lauf lässt. „Die billigste Art ist das Gedankenspiel nach Vorlagen, sei es der abendliche Zei- tungsroman, [...] sei es der zuletzt gesehene Film.[...] Eine Stufe höher [...] steht schon der Mann der Selbstgespräche, der in verkrampften imaginierten Redeschlachten die Probleme einer nörglig-verwickelten Zukunft sinnlos >löst<. Höher steht der Beinamputierte, der sich zum mächtigen Direktor einer Butterfabrik ernennt, und in seinem Werk natürlich lauter Kriegsbeschädigte beschäftigt.“33 Um ersichtlich zu machen, welcher Teil gerade an der Rei- he ist, also entweder die „Realität“ oder das „Gedankenspiel“, müsse der Textstrang optisch in zwei Stücke geteilt werden. „[...] die Buchseite muß, um dem Fachmann die Erkenntnis der Struktur, dem Leser ( Nachspieler ) Unterscheidung und Übergang aus einem Bereich in den anderen zu erleichtern, in eine linke ( E I )34 und eine rechte ( E II ) Hälfte geteilt werden.“35 Hartwig Suhrbier: „ „E I“ und „E II“ wirken immer wieder aufeinander ein, indem der Erzähler Anregungen aus seiner Umwelt aufnimmt oder Reaktionen bei seiner Zuhörerin auslöst. Dabei wird oft durch einzelne Redewendungen oder Sätze der Gang der Handlung vorangetrieben und zugleich ein Netz von Beziehungen geknüpft.“36

Praktisch sieht das dann so aus : wenn Hertha, „Sie nickte, trübe, ihr <doch> : >Lankweilich.> [...]“37, ihr Credo abgibt, so inspiriert das Karl in seinem LG, den Astronauten Charles Hampden „ langweilich; langweilich : so langweilich ist es doch auf Erden nie geweesn ? ! : >Mänsch, was´n Da=sein !>. (Und hob den Aluminium=Hammer; und ließ ihn auf den dicken Kopp fallen-:?:-nichts; gar nichts.“38 sagen zu lassen.

Oder in der nächsten Verzahnung fragt Hertha: „ >Kannsde Dir nie´n Hemdkragen zu=knöppn ? [...]“39, was Karl dazu animiert, die unter Plexiglas lebenden Astronauten in „[...] Badehosen : barfuß ! [...]“40 herumlaufen zu lassen.

1970 wird Schmidt dann mit Zettels Traum eine 3-Spalten-Technik bringen, in dem auch die Gleichzeitigkeit der Geschehnisse optisch besser zum Ausdruck kommt. Denn geht das Schema bei KAFF noch

Ereignis in E I

Ereignis in E II ,

so kommt es in Zettels Traum je nach Ablauf der Handlung vor, dass alle 3 Spalten in einer Zeile stehen; somit wird auch optisch überzeugend die Simultanität der Ereignisse dargestellt:

Ereignis (linke Spalte) Ereignis (mittlere Spalte) Ereignis (rechte Spalte)

In der linken Spalte wird normalerweise über Edgar Allan Poe, aber auch andere Literatur referiert, in der mittleren Spalte passiert die eigentliche „Handlung“, und die rechte Spalte ist für Verweise, Zitatkennzeichnungen und Gedankenspiele reserviert.

c) Die zunehmend phonetische Schreibweise und der häufige Gebrauch des Dialekts in KAFF gegenüber der Gelehrtenrepublik

Charles Hampdens Statement, „Allein daß Die sich die Ettümologgie vom Halse geschafft hattn, und ergo die ganze ferkorxde Orrto=Graffie :“41, könnte als Motto für dieses Unterka- pitel stehen. Mit KAFF wirft Schmidt die Krücke Duden weg; oft ist seine Verschreibkunst einleuchtend, manchmal aber auch nicht. Als System hätte es Lücken und Auswüchse, wenn man eine Norm darin suchen würde. Das jedoch hatte Schmidt nicht im Sinn; vielmehr wollte er der Sprache eine Bühne als Assoziationsfeld zu geben. Bestimmend ist der Dialekt. Nach- folgend möchte ich einige Beispiele der systematischeren Art aus KAFF erläutern, wobei kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht.

„ >Op Eene a bissl gripsich iss - daruff kommz woll gaa nie an, was ?<42 - Hertha Theunert ist Schlesierin, sie spricht schlesischen Dialekt, während Karl Richter (wie Schmidt) niedersächsisch spricht. (Schmidt wuchs in Hamburg und in Schlesien auf.)

„Feffer“43 - Richters niedersächsische Aussprache von Pfeffer

„Schprachschprudl“44 - Das Schriftbild wirkt nässer (speichelregnerischer !) als beim sehr trockenen „Sprachsprudel“.

„Roh=Mann=Tick“45 - Wirkt als Gegensatz, da ja Romantik nicht der Tick roher Männer ist. „Freiheit des In=die=wie=Du=ums“46 - Als Individuum sieht man etwas einmaliges an, bei Schmidt ist es „die wie du“, der Begriff „Individuum“ wird also karikiert. „ sie hand=tierte“47 - hier wird die Hand als eigenständiges Wesen gezeigt. „Wehnuß“48 - wie leicht die Venus doch zu einer wehen Nuß wird !

„>Nu komm´glei lauter Rehe; poß uff..< (sie; resigniert. <Reh=seek=neared>“49 - der Gleichklang resigniert - Reh=seek=neared wird als Kalauer verwendet.

„maulhängkolisch“50 - wirkt als Verstärkung. Wenn man melancholisch ist, hängt eben das Maul.

„die Gartenpforte schtändich pferschlossn haltn“51 - der Verschlusslaut „pf“ zeigt, dass sich Richter das Gartentor mehr als verschlossen wünscht. „pferschlossen“ ist eine Steigerung auf lautlicher Ebene.

Manchmal kommentiert Schmidt sich selber: „<Thrän´n> mit <Th> am Anfang zu schreibm, und das <e> vermittelst 1 Appo=Stroffs zu eliminieren - ich finde, es sieht so viel schweermüthijer aus; also richtiger“52

Immer wieder sind bei Schmidt auch reine Zeichenansammlungen zu finden. Als Beispiel sei hier der durch den Motorlärm von Herthas Auto aufwachende Richter:

„((( )))./(( ))./( ?) -: ! : !!! : Klaa! : <Nichz Niemannt Nirgnz Nie> : Nichz Niemannt Nirgnz Nie> : so plappert doch nur 1 Mottohr : Ihr=Mottohr !“53. Hier entspricht die Zeichenansammlung der grafischen Darstellung des Aufwachens des Protagonisten, wobei die Klammerndarstellung der Dichte des „Vernebeltseins“ im Schlaf entspricht, das Fragezeichen dem (noch nicht bewussten) Wahrnehmen (und somit der Frage „Was ist denn hier los“) des Lärms und die zunehmende Anzahl der Rufzeichen dem Erkenntnisgewinn über den Verursacher (Herthas Auto) der Lärmquelle.

d) Andere Stilmittel

Andere Stilmittel, die eingesetzt werden, sind Metaphern („an dem einen Säulenkaktus rannte eine Flammin aufwärts, drehte sich, balancierte, machte sich einen Rauchkimono (den sie ab und zu kokett aufschlug“)54, („Himmel mit düsteren Wolkentrümmern angefüllt“)55, („Sie hatte sich längst [...] die endlosen Füße mit Mondlicht bekleckert“)56, („Sie kaute immer noch an der <Brunstfeige>“)57, Verbbildungen von Adjektiven („vom Brückchen aus, über dem eine Trauerweide schrägte“)58, von Substantiven („wir zehenspitzten“)59, Bildung von Doppelsubstantiven („Atemschluck“)60 und Wortbiegungen („die Fliegsamkeit des Lau- bes“)61.

e) Die Erzählposition

Ab und zu schlüpft der Autor in seine Texte hinein. Und zwar hat Karl einen Traum, in dessen Folge „Schmidt & Schlotter von 1 Bettler geleitet, aus einem dickn finsteren Dorngebüsch [komm´n]“62. Dies ist nun insofern interessant, da der Autor Schmidt eine Figur, Karl Richter, schafft, die wiederum von dem Autor selber träumt. Karl muss Schmidt kennen, bzw. Schmidt kann nicht Karl sein, da Karl sonst in der Ich-Person (Ich & Schlotter) träumen würde. Auch in der Gelehrtenrepublik schlüpft die Figur des Autors als träumendes Subjekt an die Stelle des Protagonisten („Wälder, in denen ichundlilli irrten“)63 - Schmidt nannte seine Frau Alice oft Lilli.

Und in Zettels Traum begegnen die Protagonisten einige Male beim Spazieren gehen einem Mann, angetan mit grüner Lederjacke und Spazierstock, welcher unschwer als der Autor zu erkennen ist.

Winer, der ja der Urgroßneffe Schmidts ist, zitiert auch manchmal seinen Ahnen; ihm zu Ehren wird auf der Insel Schmidts „Massenbach“ aufgeführt.

Ein Zeitebenenverschiebung findet statt, wenn der Winer begleitende Soldat während des Bal- lonfluges, angesichts des Mondes sagt: „>ich war mal oben, [...] als Kurier.<“64 In der Ge- lehrtenrepublik, die 2008 spielt, aber vor KAFF, dessen Mondszenen mit 1980 datiert sind, entstanden ist, wird somit dezent auf ein Werk verwiesen, welches zu diesem Zeitpunkt noch nicht existiert. Nach der zuletzt zitierten Stelle taucht auch das Mare Crisium auf, welches sich allerdings 28 Jahre nach Charles Hampdens Reise in den russischen Teil des Mondes im Besitz Chinas befindet.

Als Erzählform verwendet Schmidt in KAFF die Ich-Erzählung, wobei diese aber über Strecken durch den inneren Monolog ersetzt wird. Und gemäß Schmidts Forderung nach „dehydrierter Prosa“ wird auch immer wieder etwas nicht erzählt:

„Sie kaute immer noch an der <Brunstfeige>. (Und wurde von der unschuldijen Metaffer noch wüthender : >Kau Du=Dir=selber drann !<65 “ - Schmidts Kunstgriff hier ist es, die Frage nach dem „Kauen“ erst gar nicht zu stellen. Erst durch den Satz „Und wurde von der unschuldijen Metaffer noch wüthender“ wird klar, dass Karl seiner Freundin diese Frage doch gestellt hat.

Wie schwierig die Unterscheidung zwischen Erzähltem, Gesprochenem und Gedachtem in KAFF manchmal ist, möge noch folgendes kurze Beispiel exemplifizieren. Karl und Hertha verlassen eine Kirche: „Und es war mir, im Vorraum, das hell=blinkende 50=Fennich=Schtück wert; den Prospekt nahm ich mir, als Erinnerunx=<Rune> - obwohl ich das Wort nicht schätze; <Rune> nämlich - auch mit. Wenn schon das Kristentum nicht unser Destinëe ist : wir könn´n auch den Gegner würdijen, >Was, Hertha ?<“66 - Im ersten Satz wird berichtet, dass Richter 50 Pfennig spendet. Auch den zweite Satz („ den Prospekt ...“) wird man als Erzähltes ansehen, jedoch ist in diesem zweiten Satz ein Zwischensatz ver- borgen („- obwohl ich das Wort nicht schätze; <Rune> nämlich -“), bei dem es nicht klar ist, ob jetzt der Leser angesprochen wird oder ob der Zwischensatz eine kurze Reflexion Rich- ters ist. Der nächste Satz („Wenn schon das Kristentum nicht unser Destinëe ist : wir könn´n auch den Gegner würdijen,“) wird vermutlich in Richtung Hertha gesprochen, wenn auch nicht als direkte Rede gekennzeichnet, der Abschluß („ >Was, Hertha ?<“) lässt aber doch vermuten, dass Hertha mehr als „Was, Hertha ?“ zu hören bekommen hat.

4. Die Weltsicht der Schmidtschen Protagonisten - Witz und Wut

Winer ist ein untypischer Held Arno Schmidts; wahrscheinlich ist er derjenige der Schmidtschen Protagonisten, der seinem Autor am unähnlichsten ist. Winer ist nicht der Paradeintellektuelle aus den anderen Texten und weit mehr nervös und aufgeregt als diese, was aber natürlich durch den Umstand der Wichtigkeit der Reise erklärbar ist.

Die Gelehrtenrepublik bezieht einiges an Witz durch die konservativ - launisch bis ignorant - inkompetenten Fußzeilen des Übersetzers Chr. M. Stadion. Schmidt spricht hier auch aus sei- ner Erfahrung als Übersetzer und als Rezensent von mangelhaft übersetzten Büchern. So iden- tifiziert Chr. M. Stadion Winers „schnalzendes Französisch“67 nicht als Sexualpraktik, sondern merkt an: „Unverständlich. - Wie sich aus dem Vorhergehenden - und auch weiterhin - ein- wandfrei ergibt, ist die Sprache der dortigen Zentaurenformen ein, leicht korrumpiertes, A- merikanisch. Aber an solche Ungenauigkeiten muß man sich bei der - vielleicht berufsbedingten - handwerksburschenhaften Eile des Verfassers gewöhnen.“68

Wenn Winer den Akzent eines Australiers nicht versteht und das mit „Whaller<, whaller<; whaller<aa !“69 wiedergibt, kommentiert dies der Übersetzer folgendermaßen: „Wiederum die - für einen Europäer so befremdliche - Manifestation amerikanisch=journalistischen Leichtsinns. Auf eine briefliche Anfrage hin gab der Verfasser wörtlich folgende Auskunft: es sei ihm >von Natur aus< unmöglich, Amtliches ernst zu nehmen.“70

Ein anderes Beispiel des kopfschüttelnden Übersetzers: Ein Mann, der zum zweiten Mal er- wähnt wird und eher als Staffage gelten mag. „Außer dem Chauffeur kam noch ein Inder mit, und der Araber von vorhin, vom Kai : er war immer noch nicht dicker geworden.“71 - Als Anmerkung zu dieser launischen Bemerkung räsoniert Chr. M. Stadion : „Welchen Zweck ver- folgt eine solche Bemerkung ? Soll der Leser lachen gemacht werden ? Oder will der Verfas- ser seine Überlegenheit dokumentieren ? Oder gehört er zu jener unglücklichen Menschen- klasse, die sich Objektivität und Freiheit des Urteils durch beständige Schnoddrigkeiten mühsam erringen muß (weil sie sonst jedem Einfluß erliegen würde) ? Oder gibt es tatsäch- lich, wie Winer sie in einem seiner früheren Bücher charakterisiert, >Menschen, die von Na- tur aus unehrerbietig sind< ? : Wenn dem Verfasser obige Bemerkung wirklich damals im Moment einfiel, sie also spontan erfolgte, - dann scheint der Tatbestand, so unbegreiflich es auch anmuten mag, allerdings gesichert. Es sei denn : der Betreffende wäre wirklich überra- schend, ungewöhnlich und auffällig mager gewesen !“72

Winer, glückselig einschlafend, notiert: „Und der bärtige Rundumkuß der Kamelhaardecke : wenn jetzt bloß der nächste Krieg ausbräche ! “73. Dazu der Übersetzer: Aus dieser Stelle ist in der, für den Publikumsgebrauch bestimmten, Artikelserie folgendes geworden : >Ach, könnte doch Allewelt solch Glück mit mir teilen !<. - Wahrlich, der Egoismus des Verfassers ist abstoßend und grenzenlos!“74

Die Unterschiede zwischen Winer und Chr. M. Stadion tabelliert Schmidt folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten75

Besonders in der Gelehrtenrepublik und in KAFF zeigen die Protagonisten eine auffällige Abneigung gegen Bauern, was für mich etwas belustigend wirkt, da ich selber diesem Berufsstand angehöre. Richter hat eine deutliche Aversion gegen Landwirte: „Drüben auf dem Feld waren die Schtarken=Schönen rüstich bei der Arbeit.[...] Sahen wieder abfällich zu uns herüber; auf schtinkend=rauhen Füßen, deren Sohlen ein Beschlagen mit Hufeisen vertragen hätten. [...] >Warum kannstu eigentlich Bauern nie leidn ?<; nachdenklich. : <Allein schon deshalb, weil sie mich auch nich leidn könn´.<“76 An anderer Stelle heißt es: „ Daß manche Blum´sortn sich zu schließn, wenn Bauern vorbei gehen, ist Dir bekannt, ja ?“77 und „Linx war eben eine große=schöne=stille Wiese vorbeigekomm. Natürlich nicht ohne daß 1 Bauern=Fatzke sie nicht bereiz umzuflüügn begonn hätte.“78

Bauern werden als intellektuell unterlegen beschrieben: „>Kuck Da doch bloß amma das Ge- sichtl an ! : Viel zu kleen erstns. Unt dann noch so dämlich -<. : >Meingott=z wird halt´n Lantwirt sein“79

In der Gelehrtenrepublik dienen die Bauern „zur Belebung der Landschaft“80 und Winer räsoniert: „Wahrlich : der Unverschämtheit dieser Klütenpedder sind keine Grenzen gesetzt ! : Verhindern in aller Welt die Einfuhr billiger Lebensmittel : wenn sie nicht so billig erzeugen können, sollen sie doch´n anderen Beruf ergreifen !“81

Ein weiterer Wesenszug Richters ( wie auch von Arno Schmidt) ist die Ablehnung abstrakter und feingeistiger Kunst: „ Der Bildhauer hatte auf Schiefertafel schon wieder 2 nackte Frauen beantragt; angeblich zum <Modell=Schtehen> [...] Der Kerl ist bekanntlich ein sogenannter <Abstrakter> ! und kann nicht eine ähnliche Porträtbüste herschtellen : der braucht kein Modell ! Schickt den Fuscher in´n Schteinbruch : arbeitn !“82

An anderer Stelle heißt es: „ >Es freut mich, Tanndte, daß auch=Du geegn all den Schellen- klang unn Oh=pie=um bisst, mit dem uns die romantischn Heinies apfinndn wollen : das All- tägliche issd so klaa noch nichd, wie jene Herrn uns glaubm machen wolln :ja nich hallp so klaa !<“83

oder „ Dank=Dir für den <Künstler>, mein Lieb; wenn ich Einer wär´, würd´ich mich henngn ! Bei <Dichter> wird mir regelmäßich schlecht : wie ehrlich=arbeitsam ist dagegen <Schrift=Schteller>. Man müßte noch weiter gehen, und ganz rüstich=derbe Ausdrücke für den fleißijen Literaturwerker einführen :<Wort=Metz> oderso;“84

Richter ist einmal für einige Zeit alleine, Hertha und Tante Heete sind weggefahren, Besor- gungen zu machen; Richter befindet sich sofort in seiner Lieblingswelt, er denkt an Literatur, an Autoren und Bücher. Versammelt ist die Schmidt eigene Mischung an Olympiern und Ver- gessenen: James Joyce, Däubler, Döblin, Hans Henny Jahnn, Leopold Schefer, Karl May, Jo- hannes von Müller, Gullivers Reisen, Johann Gottfried Schnabel, Faust, Richard Adam Locke, Poe, Marat, Siegmund von Birken und Goethe.85 Über fast alle hat Schmidt gearbeitet.

Durch das Werk Schmidts zieht sich ein Odeur der Auflehnung gegen eine Schöpfung, „deren lebende Wesen dadurch bestehen, dass sie einander auffressen“86. Diese kommt im Früh- werk Schmidts als geballte Wut, in der Gelehrtenrepublik und in KAFF ist nur noch leise Re- signation übrig. „ ... den Himmel hat a armer Mann erleuchtet.“87 sagt Hertha am Weg zum Theater und auch Tante Heete zeigt atheistische Züge: „ Wenn es 1 Gott giebt ? : zumindest hat er die Übersicht verlorn. [...] wenn´as in´ Paradies keine Kiefern giebt, und kein´ Wacholder : bleib ich ´a aufe Länge nich in.“88

Schmidts Protagonisten sind sehr oft Misanthropen. Weniger in der Gelehrtenrepublik, deren Held (er ist im Schmidtschen Oeuvre der lebenslustigste) vom Wunsch nach Reichtum ange- trieben wird. Karl Richter und Hertha Theunert gesellen sich in KAFF zur großen Schar der Gottes- und Menschenverachter des Schmidtschen Werkes. „Da jedoch die meistn Menschn hässlich sind, hatte es etwas Bedrückendes [...] diese Kollektion von 50 Butznantlitzn hier zu durchmustern. : / Vorn 1 wollüstich fette Schtirn : an der Seite hingn die Ohrn wie Lumpn. (>Große Lappm< verbesserte Hertha, ohne die Lippen zu verändern.). Der Hinterkopf daür wie abgesägt; (>Und zwaa von keem schüchternen Säger.<)./ Schtarkbehaarte Sassen, Kerls mit ungeschnobenen Nasn : Flotzmäuler./“89

5. Die literarische Tradition

Schmidt stellt seine Arbeiten mit einer Flut von Anspielungen und Zitaten in einen engen Kon- text zur ganzen Literaturgeschichte. Bereits die Titel seiner Bücher verweisen oft auf die Ar- beiten anderer (verstorbener) Autoren. Schmidts Erstling „Leviathan“ führt die Spur zu Tho- mas Hobbes, „Schwarze Spiegel“ hat im Titel Wielands „Der Goldene Spiegel“ eingebaut, „Aus dem Leben eines Fauns“ hat Bezüge zu Eichendorffs Taugenichts, „Das steinerne Herz“ zu Hauffs Märchen vom kalten Herz, welches ja auch ein steinernes ist, „Die Gelehr- tenrepublik“ wurde 190 Jahre vor Schmidt als „Die deutsche Gelehrtenrepublik“ von Klop- stock verfasst, „Zettels Traum“ enthält im Titel Shakespeares Weber Zettel aus dem „Som- mernachtstraum“, „Die Schule der Atheisten“ verweist auf die Schule der Robinsons von Ju- les Verne.

Schmidts Berufung auf literarische Ahnen betrifft aber natürlich nicht nur den Titel. Dazu Götz Müller: „Arno Schmidts Gelehrtenrepublik hat strukturell drei Vorbilder. 1. Die Fabel vom Inselschiff, eine Umbildung von Jules Vernes Roman >L´ile a helice<. 2. Die Republica litteraria als Basisutopie des Barock und der Aufklärung. Mit Klopstocks Plan teilt Arno Schmidt die Idee einer elitären Aristokratie des Geistes. [...] 3. Die Rahmenfiktion orientiert sich an Wielands utopischem Staatsroman >Der Goldene Spiegel<, in dem Wieland als Herausgeber eines Textes figuriert, der aus dem Scheschianischen ins Sinesische, von da ins Lateinische und schließlich ins Deutsche übersetzt wurde.“90

Meist sind es Details, mit denen sich Schmidt in Bezug zur Literaturgeschichte setzt. Götz Müller hat darauf hingewiesen, daß „der Überfluß an Bibeln auf dem Mond bei gänzlichem Mangel an anderer Literatur die sehnlichst erwartete Schiffsladung von 200 deutschen und 100 englischen Bibeln nebst 400 Gesang- und Gebetbüchern [parodiert], die endlich mit dem lange vermißten regulär-ordinierten Pastor auf Felsenburg eintrifft.“91 Mit „Felsenburg“ meint Müller den gleichnamigen Roman von Schmidts Hausheiligen Johann Gottfried Schnabel; Karl erhält diesen von Hertha zum Geschenk.

Die meisten der Schmidtschen Literaturanklänge sind schwer erkennbar; als Beispiel für Schmidts entlegene Lektüre möge Karls Traum in KAFF dienen: „((((Völkerschaften ohne Kopf / ein warmer Fluß (< I Amazone saß auf der Kwelle>) / I sehr große Säule / I Brief mit Mohnkörnern darin / schwarze Schteine im Fluß, die schwarz machen / I Berg mit goldenen Kettn / wilde Menschn sitzn auf Felsn; sie rühren sich nicht / [...]“92

Diese Traumsequenzen könnten nun von einer x-beliebigen Assoziationskette stammen, sie sind jedoch, wie Thomas Lautwein darstellt, „Material […] des sogenannten PseudoKallisthenes […], der Schmidt seit seiner Laubaner Zeit […] bekannt war.“93 Der PseudoKallisthenes ist eine „im 4. Jahrhundert nach Christus entstandene romanhafte Alexanderbiographie“94, dessen Verarbeitung als Traum für den Schriftsteller Schmidt bedeuten konnte, seine hinter sich liegende Jugend ins Werk zu integrieren.

Einige Zitate sind relativ leicht erkennbar. So manche Zitate aus Goethes Faust : „ ... Hoyce´s Vorschlag zur Einführung anregend=akademischer Zwischengrade : Bakkalaureus Magister Heißedoktorgar ...95, „(<In Auerbachs Keller> oder <Giffendorf subterranea>)“96, oder wenn Karl und Hertha in einer Kirche die Deckengemälde bestaunen, heißt es: „ und unsre Blicke irrtn, vereint, vom Himmel. Durch die welt. Zur Hölle.“97

Die „Zitaterkennungsquote“ ist natürlich in erster Linie eine Frage der grundsätzlichen Lektüre des Lesers; heben kann man sie nur, indem man den Schmidtschen Kanon liest. Andere Beispiele für Zitate aus dem Faust, die Barbara Malchow gefunden hat, sind: „...und Schtirn-Runzeln: ,die Angejahrten wissen Euch zu schätzen´! (K, 114 = Faust II, 1. Akt, am Hof des Kaisers rät Mephisto Faust: „Müßt Euer Glück nicht auf die Jüngste setzen. Die Angejahrten wissen Euch zu schätzen!“) natürlich Tanndte Heete. Ihr göttinnenbreites Gesicht füllte schon, und zwar mühelos, 1 der klein´n Fensterscheiben (:,Wirkommen, wirkommen, Du allter Pattron!´) (K, 246= Faust II, 2. Akt, der Chor der Insekten begrüßt Faust: „Willkommen! willkommen, Du alter Pat- ron!“)“98

Dass sich Schmidt schon einmal (unabsichtlich?) selber zitiert, kann dann schon einmal vor- kommen, bzw. dass er ein Bild in KAFF („ dann geh´ich längst am Schtock : <Es wirt a Wein=sein>.“)99 und, datiert mit August 1960, also kurz nach der Niederschrift von KAFF, in Windmühlen („Wenn wir längst am Stock gingen; <Es wird a Wein=sein>.“)100 verwendet. In KAFF sind Bearbeitungen des Nibelungenliedes, Herders Cid und eine Schüleraufführung von Ifflands Komet integriert. Und in all diesen Stücken passiert eine Katastrophe, bzw. bei Iffland wird sie erwartet. Dazu passt auch, dass Karl Richter über Johann Esaias Silberschlag („Er ist das absurdeste Gemisch von früh=technisch=kleiner Gelehrsamkeit; und bibelfor- scherischem Wahnwitz;“)101 und dessen Sintflutthesen referiert. Die Katastrophe war, ist und wird immer sein.

Das modernisierte Nibelungenlied erscheint als „Das neue, umfassend=nazionale Ro- man=Epos“102 des US-Dichters, das dieser vorträgt. Niemand erkennt es als Plagiat, außer dem russischen Kulturaustauschbeauftragten. Hier wie in der Gelehrtenrepublik erscheint das russische Volk als das kulturell kompetentere; während in der Gelehrtenrepublik die Dichter der Westzone faul in den Tag hineinleben und unproduktiv sind, haben deren Kollegen der Osthälfte einen ausgefüllten Tag: sie betreiben das Dichten kollektiv und fließbandmäßig. Auch die Giffendorfer Landkinder lassen Deutschland direkt als Kulturnation erscheinen. Sie spielen Theater, während Karl die Amerikaner sich nur mit einer Partie Crocket vergnügen lässt.

Das modernisierte Nibelungenlied, das „kurz nach dem Great Old War“103 spielt, wird von Charles großteils als Zusammenfassung rezipiert, einige Male sind jedoch Verse eingearbeitet, die dem Aufbau der Nibelungenstrofe (Anvers, Zäsur und Abvers) entsprechen. Beim Beginn:104

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

“hat Schmidt zwar einfach die ihm vorliegenden zwei Strophen der englischen Übersetzung des Nibelungenlieds von Lettsom als Leistung seines Alter ego Karl Richter requiriert“105, was aber nur für die erste Strophe gelten kann, da zumindest einige Wörter (HEIDELBÖRRG, Cream=hilled, WAC ( = Women´s Army Corps106 )) nicht in den mittelalterlichen Sprach- gebrauch passen. Und zu guter Letzt hat ja Lawrence, der amerikanische Dichter, das Nibe- lungenlied umgeformt und ist somit Urheber des Plagiats der ersten zwei Strophen.

Kriemhild wird in kalauerischer Laune zu Cream=hilled (mit der Namensgebung weist Schmidt ironisch auf Kriemhields weibliche Attribute hin), Brünhild zu „Brown=hilled“, Ha- gen zu „H.G. Trunnion“, Sigfried zu „Dillert“, der Fiedler Volker zum Countrysänger „Folker“; und die im Nachkriegsdeutschland angesiedelte Bearbeitung von Lawrence/Karl ist e- benso blutrünstig wie das Original.

6. Frauenfiguren bei Schmidt

In KAFF sind Tante Heete (TH - so wird sie auch im Text bezeichnet) und „HT“ (Hertha Theunert) als Gegensatzfiguren angelegt. Hertha nimmt die Rolle der „modernen“ Frau ein (und zwar im Jahr 1959 !), sie ist selbständig, kocht nicht und fährt Auto. Sehr zu Richters Bedauern ist sie sexuell eher passiv, bzw. kann ihre Sexualität mit Karl nicht unverkrampft ausleben. Aber Karls Sprache ist auch eine, die die weibliche Sexualität als eine passive sieht: „LäßDu dann nich?“107 fragt Richter seine Freundin, und einmal entgegnet Hertha auf die verbalen Verführungsversuche Karls: „Heute Aabmd, in Northorn, kannsDe meinet- weegn“108. - Hier benützt Hertha ein im wesentlichen männliches Vokabular und degradiert sich selbst zum Objekt; oder besser gesagt, sie wird vom nicht so feinfühligen Schmidt zum Objekt gemacht. Im Anhang des dritten Bandes der ersten Werkgruppe der Bargfelder Ausga- be ist in den (zu Lebzeiten Schmidts unveröffentlichten) „Notizen zu KAFF auch MARE CRISIUM“ die Rede vom „Sexualterror der Frauen“109, womit er das „schlecht-lassen“ der Frauen meint. Und 1948 schreibt Schmidt in den (fingierten und erst posthum veröffentlichten) Briefen der „Wundertüte“ an seinen im Krieg gefallenen Schwager: „und für einen edel gear- teten Jüngling gibt es ja zunächst gar nichts Widerliches als die Vorstellung der Manipulati- onen, unter welchen man Vater zu werden pflegt.“110 - Zumindest die Figur (Karl), wenn nicht sogar der Autor selbst (Schmidt) hat eine seltsame Auffassung von Sexualität, insbeson- dere der weiblichen. Er beschwert sich zwar über das Ausbleiben des Orgasmus bei Hertha („opwohl es bei Ihr natürlich wieder nicht gekomm´ war“)111, andererseits tut er aber auch nichts zur Erreichung dieses Ziels.

Tante Heete dagegen geht auffallend oft mit den Meinungen ihres Neffen konform, bzw. sie vertritt Standpunkte der Männerwelt oder benützt ebenfalls deren Sprache. Somit wird Herta bei geschlechtsspezifischen Auseinandersetzungen gegen das Tante/Neffe-Team in die Rolle der Außenseiterin gedrängt. Die Glaubwürdigkeit des Umstands, dass eine Frau Statements wie folgenden von sich gibt, möge man für sich beurteilen: „Also <vergewaltijen>, mein Jung : entweder mußDu vorher der Frau 1 midde Ackst übern Kopp geebm. Oder es muß noch Ei- ner middn geladn´n Gewehr daneben s=tehen, dass sie aus Anxd leßt. Aber sonns ? - Op- wohl´n Mann, im Allgemein´n, ja kräftijer iss - aber in diesn=s=pehzielln Fall hadder keine Schangßn.“112

In der Gelehrtenrepublik hat die Zentaurin Thalja mit Winer beim Geschlechtsverkehr einen „wie ein[en] Wahnsinnige[n]“113 arbeitenden Mann. - Auch hier wird Sexualität mit Leistung gleichgesetzt, bzw. eine weibliche Wunschvorstellung ausgemalt, die eher männlichem Den- ken entspricht. (Winers Penis wurde von Thalja mit einem Kraut eingerieben, welches sehr starken Juckreiz erzeugt, sodass der Betreffende diesen möglichst schnell wieder loswerden möchte, was auch mit dem Orgasmus geschieht, der Winer vom Brennen befreit.) Tante Heete wird als eine Frau beschrieben, die sich nicht nur vor ihrem Neffen Respekt zu verschaffen weiß ( Hertha als sensible junge Frau ist a priori kein Match für sie), sondern der auch die unbelebten Dinge untertan ist : „Ich gaffde nur auf die Fläche ihrer an=derenn Hannt; wo sich, anxt=voll, 2 winnzich=feuerrote Teckstielijin wanden “114 Auch die (Nahrungsmittel)Versorgungsarbeit überlässt Richter den Frauen, bzw. er versucht Hertha in die Rolle der Köchin zu drängen: „>Hertha - : KönnzDu mir nich 1 Büxe Kornd=Bief braatn ?<; (lüsterner) : >- und 1 - oder 2 ? - Eier drüber schlaagn ?<.. - Pause. Sie begann unbehaglich die Schultern zu beweegn. (Und immer TH´s Augn : Tik : Tak -). Unmutich : >Och. - : Das schpritzt immer so ...<“115. Richter versucht damit eigentlich, sei- ner Tante Heethe, die als Übermutter fungiert, zu zeigen, wie bedauernswert er als Mann ei- gentlich ist, eine Frau wie Hertha zu haben, die ihn nicht nur sexuell nicht versorgt, sondern sich auch um sein leibliches Wohl nicht kümmert . Zeitweise wirkt Karl wie ein Mann, der zwischen zwei Frauen steht. Dazu passt auch, dass Karl in jungen Jahren schwer verliebt in seine Tante war. Tante Heete würde ihm solche Liebesbeweise (Karl zu verpflegen) ohne mit der Wimper zu zucken angedeihen lassen, würde sie sich damit nicht in Herthas Revier bege- ben. So aber kann sie nur Druck auf Hertha ausüben, ihm das zu geben, was sie ihm gerne ge- ben würde: „(Erst begann der Tisch unter IHREN Fäusten zu grollen; dann auch noch der Schtuhl [...] >>Na. - n büschn=was möchtn wir ihm ja doch auch woh´ machen.<< - Lau- ernd : >>Oder meinßu nich ? - : Mein´ Deern.<<“116

Richter hat Erfolg mit seinem Spiel: „(Und mein Lieb errötete langsam. Aber sehr=sichtlich. Und TH ließ den Blick auch sork=fälltich auf ihr ruhen. - (Bis Hertha noch ma <mußde>, und verschwannd.) -)“117

Tante Heethes Vorschlag, mit Karl und Hertha eine Wohngemeinschaft zu bilden und von ih- rer veräußerten Landwirtschaft zu leben, würde für Hertha bedeuten, von dem Wohlwollen Tante Heethes abhängig zu sein; bei einer Trennung von Karl müsste sie wahrscheinlich wie- der ausziehen. Aber auch mit dieser Idee von einem gemeinsamen Haushalt kommt Tante Heetes Funktion als Übermutter zu Tage; sie ist diejenige, die Karl gerne versorgen würde.

Schmidts Frauenfiguren in den besprochenen Romanen sind vom Typus a) durchtriebene und etwas naive „Unschuld“ vom Land (Thalja in der Gelehrterepublik), b) spröde moderne, intel- lektuell durchaus interessierte, mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehende Frau aus der Stadt (Hertha) und c) die etwas unsensible rüstige, Respekt einflößende 60-jährige Landfrau. Gemeinsam ist allen Dreien, dass sie intellektuell dem jeweiligen (männlichen) Protagonisten weit unterlegen sind.

7. Extro

Arno Schmidt war einer der am wenigsten gelesenen und zurückgezogensten Autoren der Nachkriegszeit. Trotz eines enormen Arbeitspensums konnte er lange Zeit kaum von seinen Erzeugnissen leben. Erst 1973, als er, fast 60 Jahre alt, den mit 50.000 DM dotierten GoethePreis der Stadt Frankfurt erhielt, besserten sich seine bescheidenen Verhältnisse langsam. Ab 1977 stand ihm der Multimillionär Jan Philipp Reemtsma als Mäzen zur Seite. Diese Veränderungen in seinem Leben konnte er nicht mehr lange genießen. Arno Schmidt starb 1979, 65- jährig, an den Folgen eines Gehirnschlages.

Einigermaßen bekannt wurde er 1970 mit dem Erscheinen von Zettels Traum. Nicht, weil das gewichtige Buch so viel gekauft und gelesen wurde, sondern eher seines Umfanges (1334 Sei- ten DIN A3), seines Preises und der Begleiterscheinungen der Veröffentlichung (es kam zu ei- nem stark verkleinerten Raubdruck in Berlin) wegen. Für Aufregung sorgte er auch mit Sprü- chen, wie dem folgenden, anlässlich der Verleihung des Goethe-Preises: „Sei es noch so unzeitgemäß und unpopulär; aber ich weiß, als einzige Panacee, gegen Alles, immer nur >Die Arbeit< zu nennen; und was speziell das anbelangt, ist unser ganzes Volk, an der Spitze natürlich die Jugend, mit nichten überarbeitet, vielmehr typisch unterarbeitet: ich kann das Geschwafel von der >40=Stunden=Woche< einfach nicht mehr hören : meine Woche hat immer 100 Stunden gehabt; und >Zettels Traum< 25.000 erfordert ! - es war ein großer Tag, als er fertig war.“118

Auch Schmidts letzter geschriebener Satz (in dem Fragment gebliebenen Text „Julia, oder die Gemälde“) beschäftigt sich mit dem Thema Arbeit: „<Iss Fleiß ´ne Tugend?> / (müsste man erst noch eine andre Frage davorschalten): <Ist Fleiß für Menschen & Tiere eine einfache (Lebens) Notwendigkeit?>“119

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Nachbemerkung:

Die Zitate wurden grundsätzlich kursiv wiedergegeben; im Original kursive Zitate wurden in offener Schrift angeführt. Die Zeichen „<“ und „>“ sind im Original zumeist kleiner. Benützte Literatur:

Ernst Korn: Erlebnis Literatur. München: Manz, 1987

Thomas Lautwein: Richters Traum in „Kaff“, Bargfelder Bote 156-157. München: edition text & kritik (August 1991)

Barbara Malchow: „Schärfste Wortkonzentrate.“ Untersuchung zum Sprachstil Arno Schmidts. München: Edition Text + Kritik 1980

Wolfgang Martynkewicz: Arno Schmidt. Reinbek: Rowohlt 1992 (rowohlts monographien 484)

Götz Müller: Utopie und Robinsonade bei Arno Schmidt. In Text + Kritik Nr. 20/20a (hg. von Heinz Ludwig Arnold), 4. Auflage: Neufassung

Friedrich P. Ott: Aufnahme und Verarbeitung literarischer Traditionen im Werk Arno Schmidts. In: Michael schardt/ Hartmut Vollmer (Hg.): Arno Schmidt. Leben - Werk - Wirkung. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 1990 (Sachbuch 8737)

Wolfgang Proß: Arno Schmidt (Autorenbücher 15). München: Beck; Edition Text & Kritik 1980

Bernd Rauschenbach(Hg.): Arno Schmidts Wundertüte. Bargfeld, Zürich :Arno Schmidt Stiftung, Haffmanns 1989

Arno Schmidt: Werke. Studienausgabe. Bd. 1/1: Enthymes. Leviathan. Gadir. Alexander. Brand´s Haide. Schwarze Spiegel. Die Umsiedler. Aus dem Leben eines Fauns. Seelandschaft mit Pocahontas. Kosmas. Zürich: Haffmanns 2 1992

Arno Schmidt: Werke. Studienausgabe. Bd. 1/2: Das steinerne Herz. Tina. Goethe. Die Gelehrtenrepublik. Zürich: Haffmanns2 1992

Arno Schmidt: Werke. Studienausgabe. Bd. 1/3: Kaff auch mare crisium. Ländliche Erzählungen. Zürich. Haff- manns2 1992

Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 1: Der Briefwechsel mit Alfred Andersch. 2., verbesserte Auflage. Zürich: Haffmanns 1986

Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 2: Der Briefwechsel mit Wilhelm Michels. Zürich: Haffmanns 1987

Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 3: Der Briefwechsel mit Eberhard Schlotter. Zürich: Haffmanns 1991

Arno Schmidt: Berechnungen I. In: ders.: Aus julianischen Tagen. Frankfurt 1979. Fischer Taschenbuch Verlag

Arno Schmidt: Dankadresse zum GoethePreis 1973. in: Reemtsma/Rauschenbach (Hg.): Der Rabe. Magazin für jede Art von Literatur. Nr. 12. Bargfeld, Zürich: Arno Schmidt Stiftung, Haffmanns 1985 Arno Schmidt: „>WAHRHEIT< - ?“, seggt Pilatus, un grifflacht in: ders.: Deutsches Elend. 13 Erklärungen zur Lage der Nationen. Zürich. Haffmanns 1985 (3. Auflage); zuerst in: Die Zeit, 19.7. 1963 Hartwig Suhrbier: Zur Prosatheorie von Arno Schmidt. München: Edition Text u. Kritik 1980

[...]


1 Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 2: Der Briefwechsel mit Wilhelm Michels. Zürich: Haffmanns11987, S.192

2 Bargfelder Ausgabe (im folgenden abgekürzt als BA) I/1, S. 363 f.

3 der Brief entstand bereits 1949 für die „Wundertüte“, einer Sammlung von fiktiven Briefen, von deren Veröf- fentlichung dann abgesehen wurde. Schmidt integrierte den oben zitierten „Brief an die UNO“ später in den Roman „Aus dem Leben eines Fauns“. Die „Wundertüte“ wurde nach Schmidts Tod von Bernd Rauschenbach herausgegeben.

4 BA I/1, S.364

5 so der Untertitel der Gelehrtenrepublik

6 Thalia heißt in der griechischen Mythologie die Muse der Komödie; eine der drei Grazien, der Göttinnen der Anmut und geselligen Freude hat den gleichen Namen

7 Götz Müller: Utopie und Robinsonade bei Arno Schmidt. In Text + Kritik (hg. von Heinz Ludwig Arnold), 4. Auflage: Neufassung, S. 89

8 BA I/3, S. 12 f.

9 BA I/3, S. 276

10 BA I/3, S. 11; „Nix Niemann Nirgns Nieh“(S.12), „Nichz=Niemant=Nirgnz=Nih“(S.143), „Nichts Niemand Nirgends Nie“(S.171), „<Nichtsniemandnirgendsnie> : Die Uhwertüre ist Wein´n; Röcheln das Fienale; dazwischn Possn & höllische Dissonantzn !“(S. 271 f.)

11 BA I/3, S. 19

12 BA I/3, S. 29 f.

13 BA I/3, S. 30

14 BA I/3, S. 39

15 BA I/3, S. 121

16 BA I/3, S. 243

17 BA I/3, S. 234

18 BA I/3, S. 234 f.

19 BA I/3, S. 243

20 BA I/3, S. 155

21 Arno Schmidt: „>WAHRHEIT< - ?“, seggt Pilatus, un grifflacht in: ders.: Deutsches Elend. 13 Erklä- rungen zur Lage der Nationen. Zürich. Haffmanns 1985 (3. Auflage), S. 73 f; zuerst in: Die Zeit, 19.7. 1963

22 bei Fischer unter dem Titel „Kühe in Halbtrauer“ erschienen

23 Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 1: Der Briefwechsel mit Alfred Andersch. 2., verbesserte Auflage. Zürich: Haffmanns 1986, S. 106

24 zitiert nach: Wolfgang Martynkewicz: Arno Schmidt. Reinbek: Rowohlt 1992 (rowohlts monographien 484), S. 107

25 Wolfgang Proß: Arno Schmidt (Autorenbücher 15). München:Beck; Edition Text & Kritik 1980, S. 61

26 Wolfgang Proß: Arno Schmidt (Autorenbücher 15). München:Beck; Edition Text & Kritik 1980, S. 71

27 Barbara Malchow: „Schärfste Wortkonzentrate.“ Untersuchung zum Sprachstil Arno Schmidts. München: Edition Text + Kritik 1980, S.216 f.

28 Arno Schmidt: Berechnungen I. In: ders.: Aus julianischen Tagen. Frankfurt 1979. Fischer Taschenbuch Verlag, S. 234

29 a.a.A.o., S. 236

30 Hartwig Suhrbier: Zur Prosatheorie von Arno Schmidt. München: Edition Text u. Kritik 1980, S.10

31 Arno Schmidt: Berechnungen. In: ders.: Aus julianischen Tagen. Frankfurt: 1979. Fischer Taschenbuchverlag, S. 240 f.

32 BA I/1, S. 301 f.

33 Arno Schmidt: Berechnungen. In: ders.: Aus julianischen Tagen. Frankfurt: 1979. Fischer Taschenbuchverlag, S. 245

34 unter E I versteht Schmidt die Erlebnishälfte, die das reale Geschehen schildert, während E II gewissermaßen den Tagtraum darstellt.

35 a.a.A.o., S. 252

36 Hartwig Suhrbier: Zur Prosatheorie von Arno Schmidt. München: Edition Text u. Kritik 1980, S. 20

37 BA I/3, S.14

38 BA I/3, S.14

39 BA I/3, S.15

40 BA I/3, S.15

41 BA I/3, S. 240

42 BA I/3, S. 38

43 BA I/3, S. 45

44 BA I/3, S. 63

45 BA I/3, S. 115

46 BA I/3, S. 121

47 BA I/3, S. 152

48 BA I/3, S. 134

49 BA I/3, S. 169

50 BA I/3, S. 175

51 BA I/3, S. 206, mit Dank an Ulrich von Moellendorff

52 BA I/3, S. 208

53 BA I/3, S. 213

54 BA I/2, S. 243

55 BA I/2, S. 321

56 BA I/3, S. 134

57 BA I/3, S. 171

58 BA I/2, S. 307

59 BA I/2, S. 311

60 BA I/2, S. 311

61 BA I/2, S. 321

62 BA I/3, S. 270 (Der Maler Eberhard Schlotter war mit Schmidt befreundet)

63 BA I/2, S. 336

64 BA I/2, S. 230

65 BA I/3, S. 171

66 BA I/3, S.177

67 BA I/2, S.238

68 BA I/2, S. 238

69 BA I/2, S. 281

70 BA I/2, S. 281

71 BA I/2, S. 291

72 BA I/2, S. 291

73 BA I/2, S. 304

74 BA I/2, S. 304

75 BA I/2, S. 222

76 BA I/3, S. 32

76 BA I/3, S. 36

77 BA I/3, S. 165

78 BA I/3, S. 230

79 BA I/3, S. 177

80 BA I/2, S. 313

81 BA I/2, S. 313

82 BA I/3, S. 36

83 BA I/3, S. 102

84 BA I/3, S. 167

85 BA I/3, S. 207 ff.

86 BA I/1, S. 458, ähnlich im Aufsatz „Atheist? : Allerdings !(BA III/3); mein Dank gilt Friedhelm Rathjen, der mir bei der Auffindung dieser Zitatstelle geholfen hat.

87 BA I/3, S.55

88 BA I/3, S. 48

89 BA I/3, S. 57

90 Götz Müller: Utopie und Robinsonade bei Arno Schmidt, S. 79

91 Götz Müller: Utopie und Robinsonade bei Arno Schmidt, S. 90

92 BA I/3, S. 270

93 Thomas Lautwein: Richters Traum in „Kaff“, Bargfelder Bote 156-157. München: edition text & kritik (August 1991), S. 4

94 a.a.O., S. 4

95 BA I/3, S. 40

96 BA I/3, S. 89

97 BA I/3, S. 174

98 Barbara Malchow: “Schärfste Wortkonzentrate.“ Untersuchung zum Sprachstil Arno Schmidts. München: Edition Text + Kritik 1980, S.192

99 BA I/3, S. 188

100 BA I/3, S. 289

101 BA I/3, S. 104

102 BA I/3, S. 78

103 BA I/3, S. 78

104 BA I/3, S. 79

105 Friedrich P. Ott: Aufnahme und Verarbeitung literarischer Traditionen im Werk Arno Schmidts. In: Michael schardt/ Hartmut Vollmer: Arno Schmidt. Leben-Werk-Wirkung. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch,1990 ( Sach- buch 8737), S. 273

106 mein Dank gilt der Arno-Schmidt-Mailing-Liste für die Erklärung des Kürzels

107 BA I/3, S. 116

108 BA I/3, S. 262

109 BA I/3, S. 544

110 Bernd Rauschenbach(Hg.): Arno Schmidts Wundertüte. Bargfeld, Zürich :Arno Schmidt Stiftung, Haffmanns 1989, S. 150

111 BA I/3, S. 119

112 BA I/3, S. 156; die Quelle dafür könnte ein Brief, datiert mit 8.12 1957 von Dorothea Schlotter an Alice

Schmidt sein: „Ich musste dran denken, dass ich mal mit Eberh. >rücksichtslos< probierte, ob er mich vergewaltigen kann. Es war nicht möglich.“ (Arno-Schmidt-Brief-Edition, Bd. 3: Der Briefwechsel mit Eberhard Schlotter. Zürich: Haffmanns11991, S. 65)

113 BA I/2, S. 252

114 BA I/3, S. 215

115 BA I/3, S. 218

116 BA I/3, S. 218

117 BA I/3, S. 218

118 Arno Schmidt: Dankadresse zum GoethePreis 1973. in: Reemtsma/Rauschenbach (Hg.): Der Rabe. Magazin für jede Art von Literatur. Nr. 12. Bargfeld, Zürich: Arno Schmidt Stiftung, Haffmanns 1985, S.29

119 zitiert nach Wolfgang Martynkewicz: Arno Schmidt.

Details

Seiten
29
Jahr
2001
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105084
Note
1
Schlagworte
Schmidt Arno Gelehrtenrepublik KAFF Ein- Zweispaltenbuch Jahren

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Titel: Schmidt, Arno - Die Gelehrtenrepublik (1957) und KAFF auch mare crisium (1960) - Vom Ein- zum Zweispaltenbuch in drei Jahren.