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Angst

Facharbeit (Schule) 2001 18 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Was ist Angst?

Angst ist die grundlegende menschliche Empfindung. Manche Menschen führen ein Leben ohne Freude, Glück und Vergnügen, aber niemand entgeht der Erfahrung der Angst und ihres Gefährten, dem Schmerz. Wir werden in Angst und Schmerz geboren, und unser Leben ist davon ebenso grundsätzlich geprägt wie von dem Bemühen, beides zu vermeiden.

Wir sterben in Angst und Schmerz.

Die Angst vor Krankheit, Unfällen, Armut und unzählige andere Ängste prägen die alltäglichsten Aspekte unseres Daseins: was wir essen, wie wir autofahren, wo wir arbeiten. Die Angst formt aber auch den innersten Kern unseres Wesens und führt die größten Wechselfälle der Weltgeschichte herbei. Wenn wir uns unseren Ängsten stellen und sie überwinden, reifen wir und verwirklichen wir unser ganzes menschliches Potential. Die Angst kann uns dazu bringen, dass wir Gott anbeten oder ihn verleugnen, Gutes oder Böses tun. Die Angst kann kriege auslösen oder sie beenden. Unsere Haltung gegenüber der Angst bestimmt, wie unsere Gesellschaft beschaffen ist.

I. Definition von Angst:

Das Wort „Angst“ ist verwandt mit dem lateinischen „angustus“ und bedeutet „eng“, „beengend“, „die freie Bewegung hindernd“.

In DORSCH (1987) wird Angst definiert als „ein mit Beengung, Erregung, Verzweiflung verknüpftes Lebensgefühl, dessen besonderes Kennzeichen die Aufhebung der willensmäßigen und verstandesmäßigen „Steuerung“ der Persönlichkeit ist. Man sieht in der Angst auch einen aus dem Gefahrenschutzinstinkt erwachsenden Affekt, der, teils, der in akutem Ausbruch (dem Schreck verwandt), teils in schleichend-quälender Form eine elementare Erschütterung bewirkt.“

Differenzierung zwischen Angst und Furcht:

Diese zwei Begriffe werden im täglichen Sprachgebrauch oft synonym benutzt. Beides sind Bezeichnungen für eine emotionale Erregung im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von Gefahr.

KIERKEGAARD war der erste, der diese zwei emotionalen Zustände voneinander unterschieden hat. Furcht bezieht sich auf was Konkretes - zum Beispiel eine bevorstehende Operation, oder Furcht vor Hunden, nachdem jemand gebissen wurde.

Angst dagegen ist diffus und ungerichtet. Sie kann Beispielweise auftreten, wenn man sich allein in einer unbekannten dunklen Gegend befindet oder bei einem Kind, das sich verlaufen hat.

LAZARUS bezeichnet Angst als eine mehrdeutige Gefahrensituation, in der eine angemessene Handlung nicht möglich scheint. Furcht ist auf eine eindeutige Gefahrenquelle gerichtet und löst Fluchtverhalten aus.

KROHNE unterscheidet die Angst- und Furchtmerkmale:

Angstmerkmale: Furchtmerkmale:

-Gefahrenreiz -eindeutige Gefahrenquelle

-Unsicherheits- bzw. -Fluchttendenz

Mehrdeutigkeitserlebnis

-Reaktionsblockierung

Bei Freud steht Angst in Zusammenhang mit „Erwartung“, ist also auf die Zukunft gerichtet, unbestimmt und objektlos. Furcht ist auf ein Objekt gerichtet. FREUD nennt die Furcht auch „Realangst“, im Gegensatz zur „neurotischen Angst“, die sich in 3 Formen unterteilen lässt:

(1) Phobie: Die phobische Angst ist an eine angstmachende Situation, einen Ort, ein Tier oder etwas anderes gebunden. Dazu gehören beispielsweise Angst vor dem Alleinsein (Monophobie), die Angst sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten (Klaustrophobie), weiter die Angst auf Straßen und Plätzen (Agoraphobie), Angst vor bestimmten Tieren (z.B. Spinnen-Phobie). Ebenso gehören dazu die Angst vor dem Erröten (Erythrophobie) und die Angst in Gruppen von Menschen (Soziophobie), Höhenangst (Akrophobie), um nur einige aufzuzählen. Da die Angst an spezifische Dinge gebunden ist, ist es oft auch möglich die Angstsituation zu vermeiden (phobische Vermeidung): Der Preis ist eine zunehmende Einengung des Verhaltens und des Bewegungsspielraums. Was bleibt, ist die Angst vor der Angst, d.h. die Angst vor der bedrohlichen Situation.

(2) Panikreaktion: Die Panikreaktion in der psychoanalytischen Theorie ist ein plötzlicher Angstausbruch, von dem ein Person überwältigt wird. Bei dieser Erkrankung treten wiederholt Panikattacken auf. Unter Panikattacken versteht man das plötzliche Auftreten intensiver Angst, das nicht durch eine bestimmte Situation ausgelöst wird. Innerhalb weniger Minuten steigert sich die Angst zu einem Höhepunkt. Neben psychischen Anzeichen treten auch ausgeprägte körperliche Symptome wie Herzrasen, Beklemmungsgefühle, Atemnot und Zittern auf. Viele Patienten empfinden deshalb Todesangst. Häufig entwickelt sich eine Erwartungsangst vor der nächsten Attacke, auch sozialer Rückzug kann eine Folge der Panikstörung sein. Die Dauer einer Panikattacke schwankt von zwei oder drei Minuten bis zu einigen Stunden, in den meisten Fällen hält sie aber 10 bis 30 Minuten an. Wenn die körperlichen Symptome einer Panikstörung sich auf das Herz konzentrieren, spricht man von einer Herzphobie. Von dieser Form der Panikstörungen sind am häufigsten Männer im mittleren Lebensalter betroffen. Sie wird vermutlich oft durch eine Herzerkrankung im näheren Umfeld des Patienten ausgelöst.

(3) Frei-flottierende Angst: ist eine ständig vorhandene, nicht situationsadäquate und unspezifische Angst. Hierbei handelt es sich um langanhaltende Angst, die nicht nur auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt ist. Der Patient kann sich nur kurzfristig von dieser Angst ablenken oder distanzieren. Es zeigen sich folgende typische Symptome: Motorische Spannung, die durch Zittern, Muskelanspannung und Ruhelosigkeit gekennzeichnet ist. Unkontrollierbare Übererregbarkeit, die sich durch Beklemmungsgefühle, Schwitzen, Mundtrockenheit und Schwindel äußert. Übermäßige Wachsamkeit und erhöhte Aufmerksamkeit, die sich durch ein Gefühl der Anspannung, übermäßige Schreckhaftigkeit, Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten und Reizbarkeit bemerkbar macht.

Eine genaue Unterscheidung von Furcht und Angst ist theoretisch zwar möglich, jedoch praktisch neigt man oft zur Tendenz dahin, die beiden Begriffe als austauschbar anzusehen.

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Angst kann sein als

- Zustand: Allgemein lässt sich Zustandsangst als akut und zeitlich vorübergehend definieren. Sie ist von starker Intensität und kurzer Dauer. Zustandsangst ist ein privates Erleben, das verbal mitgeteilt werden kann, aber von Außenstehenden nicht immer wahrgenommen sein muss. Es handelt sich um eine Situation, die vom Individuum bewusst als Bedrohung eingeschätzt wird.
- Wesenszug: ist von geringer Intensität, aber unbestimmter Dauer.

YERKES&DODSON- Gesetz:

Angst versetzt Menschen in einen Erregungszustand, der zu Leistungsbeeinträchtigung führen kann, allerdings als „Antrieb“ auch leistungsfördernd wirkt. Allerdings hängt das mit dem Grad der Erregung zusammen.

YERKES&DODSON entdeckten, dass ein mittlerer Grad an Erregung für Leistung (z.B.: Problemlösen) optimal, bei niedriger oder hoher Aktivierung die Leistung aber geringer ist. Diese 2 Forscher machten Versuche mit Mäusen, deren Lernverhalten sie bei unterschiedlich starken Elektroschocks beobachteten. Sie stellten fest, dass schwache Schocks das Lernen forcierten und starke Schocks den Lernvorgang behinderten. Zusätzlich ergab ihre Untersuchung, dass bei schwierigen Aufgaben die Beeinträchtigung der Mäuse durch Schocks größer war, als bei einfachen Aufgaben. Deshalb besitzt nicht nur der Erregungsgrad , sondern auch die Aufgabenschwierigkeit Bedeutung für die Lernleistung.

Übertragen auf emotionale Belastungen bei Menschen ergibt sich daraus: Bei zu geringer Aktiviertheit (keine Angst), ebenso wie bei extremer Angst ist die Leistungsfähigkeit einer Person äußerst stark eingeschränkt oder schwindet vollkommen.

Besonders für Schüler ist dieses Faktum von Bedeutung: Denn vor etwaigen Prüfungen wirkt sich Übermüdung oder starke Prüfungsangst negativ auf das Lernvermögen aus. Personen ohne oder fast ohne Prüfungsangst hingegen lernen möglicherweise zu wenig, weil ihnen Der „Antrieb“ fehlt.

Wie erleben wir Angst konkret? (Symptome der Angst):

Jede natürliche Form der Angst wird von Symptomen begleitet, die sowohl körperliche, als auch seelische Folgen nach sich ziehen.

Diese Folgen sind natürliche Mechanismen, die zur Flucht vor einer angstbesetzten Situation herausfordern. Sie dienen als Schutz. So kann es möglich sei daßein Schüler aus Angst vor einer Klassenarbeit krank wird. Er versucht, vor der Situation zu fliehen. Die Krankheit, die er real empfindet, dient als Schutz.

Wird Angst aber zu einer krankhaften Erscheinungsform, hilft dieser Fluchtmechanismus nicht. Das liegt vor allem daran, daßdiese Angst von außen häufig unreal und nicht objektiv begründbar erscheint.

- Körperliche Symptome der Angst

Angst erzeugt ein Gefühl der inneren Anspannung. Diese Anspannung wird auf die Muskulatur übertragen. Es kann zu chronischen und schmerzhaften Muskelverspannungen kommen.

Durch eine Überreizung des Sympathikus, eines Nervenstranges im vegetativen Nervensystem, der für die Anregung des Herzkreislaufsystems zuständig ist, kommt es zu Zittern und Angstschweißbildung. Subjektive Empfindungsstörungen am Herzen, wie Beklemmungsgefühle, Schmerzen und Herzrhytmusstörungen, beeinträchtigen den gesamten Kreislauf.

Möglich ist eine Verengung der Arterien, wodurch es zu einem erhöhten Blutdruck kommt. Eine umgekehrte Reaktion mit zu niedrigem Blutdruck kommt ebenfalls vor. Dadurch werden Ohnmachtsanfälle, Schwindel, Erröten oder ein zu blasses Gesicht als Folge der Angst erklärbar. Angst kann ebenfalls nachhaltige Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben. Es können Koliken, aber auch Durchfall und der Verlust über die Muskulatur der Blase als mögliche Folgen der Angst auftreten. Diese Folgen können zu dauerhaften Schäden führen. Zusätzlich können u.a. eine vermehrte hektische Atmung, asthmaartige Atemnot, anfallsartige Kopfschmerzen und Sehstörungen als Symptome der Angst eintreten.

-Psychische Symptome der Angst

Angstzustände werden häufig nicht als solche erkannt. Oft sprechen Patienten von einem Gefühl des Unbehagens. Sie fühlen sich bedrückt, verunsichert und allgemein bedroht, ohne dafür einen Grund angeben zu können.

Da sich dieses Unbehagen auf das gesamte Lebensgefühl auswirkt, treten häufig neben der Angst depressive Verstimmungen, Pessimismus, Melancholie und Niedergeschlagenheit auf. Durch Angst erzeugte innere Anspannung führt zu dauernder Unruhe, die begleitet werden kann durch schlechten Schlaf, häufiges Aufwachen und Angstträume. Verständlicherweise sind diese Menschen häufig gereizt. Sie reagieren oft übersteigert. Die Reaktionen können z. B. sein Wut, Weinkrämpfe oder auch scheinbar unerklärliche Zornausbrüche. Angst kann zur "Erstarrung" führen. Die Unfähigkeit zu einer sinnvollen Reaktion wie z. B. eine Flucht vor der Angst, ist am ehesten noch mit dem Totstellreflex aus der Tierwelt vergleichbar. Da sich das Wohlbefinden eines Menschen auf seine geistige Leistung auswirkt, beeinträchtigt Angst auch häufig die geistige Leistungsfähigkeit. Vor allem die Aufmerksamkeit und die Konzentration können gestört sein. Bei sehr schweren Angstzuständen kann es zu Gefühlen der völligen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung kommen.

II. Entstehung von Angst

a) Psychoanalytische Theorie

Dieses Angstkonzept ist von Siegmund FREUD entwickelt und er setzt diese Theorie ist für ihn Angst ein Signal für einen Konflikt des Ichs mit den Anforderungen aus dem Es, dem Überich oder der Umwelt.

- FREUDs Theorie der Angstneurose:

In seiner ersten Angsttheorie befasste sich Freud mit der „Angstneurose“. Angst entsteht durch die Unterdrückung unbewusster Impulse, d.h. nicht entladene Libido führt zur Verdrängung und wird in Angst umgewandelt.

Starke Triebspannung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Verdrängung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ANGST

Nach FREUD ist diese Angst aus einer neurotischen innerer Erregung und verläuft chronisch.

- FREUDs Signaltheorie der Angst:

Diese Theorie besagt, dass Angst die Funktion eines Signals, einer Warnung vor einer antizipierten Gefahr haben kann. Damit revidiert Freud seine frühere Konzeption, denn die zweite Theorie setzt nicht mehr verdrängte Sexualerregung als Ursache der Angstentstehung, sonder umgekehrt ist Angst jetzt die Voraussetzung der Verdrängung und auch aller anderen Abwehrmechanismen.

Der psychische Apparat setzt sich aus den drei Instanzen Es, Ich und Überich zusammen. Das Ich stellt eine vermittelnde Organisation zwischen den Forderungen von Es, Überich und Realität dar. Das Ich ist also die eigentliche Angststätte, denn wenn es mit einem der drei Bereiche in Konflikt gerät, produziert es Angst.

Unbewältigter Konflikt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ANGST [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Verdrängung (o.a. Abwehr) Angstarten:
a. Ich - Realität [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Real-Angst
b. Ich - Es [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Es-Angst
c. Ich - Überich [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Überich-Angst

Real-Angst:

Sie entspricht einem Konflikt zwischen Ich und Realität. Sie ist die Reaktion des Ichs auf die Wahrnehmung einer bekannten äußeren Gefahr.

Es-Angst:

Sie entsteht aus einem Konflikt zwischen Ich und Es. Die menschlichen Grundbedürfnisse, deren Vertreter das Es ist, drängen auf unverzügliche und bedingungslose Befriedigung. Kann das Ich die Es-Ansprüche nicht bewältigen, bedeutet der daraus entstehende Konflikt eine Bedrohung für das innere Gleichgewicht und es kommt zu Angst. FREUD nennt das neurotische Angst. Die Verdrängung der Angst ist ein Fluchtversuch des Ich, das die von innen drohende Gefahr wie eine äußere behandeln möchte. Bei Freud ist Angst das Zentralproblem der Neurose. Die Krankheit ist aber nicht Folge des Konflikts, sondern eine Verdrängungstaktik des Ichs und damit eine unzureichende Maßnahme der Angstbewältigung.

Überich-Angst:

Sie entsteht aus einem Konflikt zwischen dem Ich und dem Überich. Konfliktursache ist die Reaktion des Überich auf Triebwünsche. Es ist die Angst vor Bestrafung aus dem Überich, die vom Ich als Schuld- oder Schamgefühl erlebt wird.

b) Bahavioristische Theorie:

Diese Erklärungen eignen sich insbesondere für die Beschreibung der Entstehung von Phobien. Es wird ein mehrstufiger Prozess angenommen. Zunächst "erlernt" eine Person die Angst vor einer ehemals neutralen Situation. Am Beispiel der Flugangst erklärt bedeutet das: Eine Person, die nie Angst vor dem Fliegen hatte, erlebt bei einem unruhigen Flug die Angst abzustürzen. Die ehemals neutrale oder sogar als angenehm erlebte Situation des Fliegens ist nun mit Angst besetzt. Würde diese Person sich danach wiederholt dieser Situation aussetzen und dabei sehen, dass die Angst unbegründet ist, würde das Fliegen seinen bedrohlichen Charakter verlieren. Die erworbene Angst vor dem Fliegen hält aber die Person davon ab, sich dieser Situation erneut auszusetzen. Auf diese Weise wird durch die Vermeidung der angstbesetzten Situation die Angst aufrechterhalten, denn die Vermeidung der Situation wird durch das Ausbleiben der Angst "belohnt". Es kann auch Angst vor einer Situation oder einem Objekt erworben werden, mit der die Person selbst noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat. So kann beispielsweise bei einem Kind schon Angst vor einer Maus entstehen, weil es gesehen hat, mit welcher Angst seine Mutter auf den Anblick einer Maus reagiert hat. Durch diese Beobachtung hat es gelernt, dass eine Maus etwas ist, wovor man Angst haben muss. Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst spielt auch die Wahrnehmung körperlicher Symptome eine wichtige Rolle. Verspürt eine Person Angst, stellen sich bei ihr körperliche Reaktionen wie z.B. Herzrasen ein. Diese Symptome werden vom Betroffenen subjektiv als Gefahr gedeutet, was dazu führt, dass das Angstgefühl noch verstärkt wird. Das wiederum trägt im Rahmen einer Stressreaktion zur Verstärkung der körperlichen Symptome bei. Es hat sich auf diese Weise ein Teufelskreis gebildet, der die stete Zunahme der Angstsymptomatik bewirkt.

Die Lerntheorie kann auch erklären, warum es im Zusammenhang mit Panikstörungen zum Auftreten von Erwartungsangst kommt. Durch das eventuell wiederholte Auftreten einer Panikattacke wird Angst vor weiteren Attacken ausgelöst; eine Angst vor der Angst entsteht.

c) Kognitionspsychologische Angsttheorie

Angst wird gedeutet als Folge von Erwartungen und Bewertungen von Situationen. Angst und Kognition sind also eng miteinander verbunden, es stellt sich die Frage nach dem Verhältnis das sie zueinander haben.

- Arousal-Bewertungstheorie

Die Arousal Theorie von SCHACHTER&SINGER besagt, dass Menschen in gegebenen Situationen zunächst eine unspezifische physiologische Erregung (Arousal) erleben. Diese Erredung wird dann bewertet und interpretiert. Die Kognition bestimmt dann durch Spezifizierung die Emotionsqualität.

Arousal [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Kognition [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Emotionsqualität

KRITIK: Diese Theorie besagt dass Angst nur denkbar ist als kognitive Deutung physiologischer Erregung. Es bleibt aber offen, warum es zur körperlichen Erregung kommt, bevor eine Situation kognitiv als Bedrohung oder Gefahr eingeschätzt wird.

- Kognitiv-emotionales Prozessmodell

Nach der Theorie von LAZARUS ist angst ein Begleitzustand eines gefahrbezogenen Informationsverarbeitungsprozesses, ein Korrelat von Stress. Diese Begleiterscheinung wird in einem mehrphasigen Prozess bewertet und es wird nach einer Bewältigung gesucht. Die Person reagiert nicht auf die objektive Situation sondern auf die subjektiv gedeutete.

Angst entsteht aus der Bewertung einer Situation als mehrdeutig und gefährlich. Wie alle anderen Emotionen wird Angst als Syndrom bezeichnet, das sich zusammensetzt aus kognitiven und physiologischen Reaktionskomponenten, Körperausdruck und Bewältigungsverhalten. Auslöser des Angstzustandes in der Theorie von LAZARUS sind bewertete interne oder externe Reize. Die Bewertungsproßesse werden von ihm „appraisal“ (Einschätzungen) genannt. Diese sind 1. primary appraisal, 2. secondary appraisal, 3. reapraisal

Zuvor werden die antezendenten Bedingungen der Angstentstehung erläutert: Situationsvariablen sind bewusste oder unbewusste Umweltfaktoren.

Persönlichkeitsvariablen werden von LAZARUS bezeichnet als das kombinierte Ergebnis der biologischen und kulturellen Herkunft einer Person in Verbindung mit seiner Geschichte. Es sind dies Faktoren wie Persönlichkeitseigenschaften (Angstneigung), persönliche Bewältigungsstrategien.

Primary Appraisal: Die Person schätzt ein ob die gegebene Situation eine Bedrohung für sie darstellt. Es gibt 3 Arten von Bewertung beim primary Appraisal. Entweder kann ein Ereignis bewertet werden als irrelevant, günstig oder stressreduzierend. Eine Situation die als irrelevant bewertet wird, hat keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Von einer günstig bewerteten Situation wird angenommen, dass sie das Wohlbefinden bewahrt oder steigert. Wird eine Situation als stressinduzierend gewertet kann das sein:

- Schädigung: des Selbswertgefühls oder der sozialen Anerkennung; Verlust von geliebten Personen oder Verlust von persönlichen Bindungen; erlittene psychische Verletzung oder Krankheit.

- Bedrohung: jede bereits erlittene Schädigung ist ebenfalls mit Bedrohung verbunden, weil sie Konsequenzen für die Zukunft hat

- Herausforderung: mobilisiert ebenso wie Bedrohung Energie für die Bewältigung einer Gefahrensituation, zielt aber auf den Nutzen, der aus dem Ereignis gezogen werden kann, und ist im Gegensatz zur Bedrohung mit positiven Emotionen verbunden.

Secondary Appraisal: Ist ein Prozess der Einschätzung der dem Individuum zur Verfügung stehenden Bewältigungsmaßnahmen. Auf ein in der primären Bewertungsphase als Bedrohung konziertes Ereignis wird eine Reaktion gesucht. Diese Reaktion kann sowohl eine direkte Handlung sein, als auch ein intrapsychischer Pozess (Aufmerksamkeitsveränderung). Die Angstentstehung vollzieht sich erst in der ersten Phase und zwar als Begleitemotion. Stress entsteht nur dann, wenn eine Person das Ereignis als relevant beurteilt und keine oder nur ungenügende Bewältigungskompetenz hat oder meint, dass ihre Kompetenz nicht ausreicht. Die Bewertungsprozesse sind subjektive Kognitionen.

Reappraisal: Ist ein spezielle Neubewertung der Gefahrensituation von Umweltveränderungen oder eigenen Bewältigungsversuchen. Der Prozess der Angstauslösung kenn entweder erneut auftreten, oder endet nach der Theorie von LAZARUS, wenn das ehemals bedrohliche Ereignis beim wiederholten primary appraisal als irrelevant bewertet wird.

Coping: Nach der Bewertung einer Situation setzt die Bewältigung ein. Nach LAZARUS gibt es 4 Coping Arten:

- Informationssuche
- Direkte Aktion
- Aktionshemmung
- Intrapsychische Prozesse

Darüber hinaus gibt es 2 versch. Bewältigungsformen die sich differenzieren lassen: - instrumentell: wirkt auf das Verhältnis zwischen Person und Umwelt ein, beabsichtigt wird die Änderung der gestörten Transaktion. Oder - palliativ: die der Regulierung der Emotion dient. ZB.: durch Leugnung oder Verharmlosung einer Gefahrensituation.

III. Normale-Krankhafte Angst

Was ist normale Angst?

Als Warn- und Alarmsignal hilft die Angst - ähnlich wie der Schmerz - auf Bedrohungen aufmerksam zu machen. Nur wenn man eine Gefahr erkennt, kann man sie auch bewältigen. Darum ist die Angst lebensnotwendig und zunächst einmal etwas Positives.

Ob gerade wir im Zeitalter der Angst leben, wie immer wieder behauptet wird, ist mehr als fraglich. Es gibt aber einige Entwicklungen, die diesen Eindruck entstehen lassen. "Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten", heißt es unter Journalisten. Die meisten Menschen sind weitaus interessierte an dramatischen Meldungen bis hin zu Katastrophen, als an positiven Nachrichten - und wie bekommen sie deshalb auch aus dem hintersten Winkel dieser Erde. Wenn man aber Tag für Tag so viel angstmachende Informationen aufnehmen muß, dann bleibt das für den eigenen Gemütszustand nicht ohne Folgen. Man beginnt, diese Welt als beängstigend zu empfinden. Zwar soll man vor dem Elend dieser Erde nicht die Augen verschließen; man sollte aber auch erkennen, dass der dichte Informationsstrom der Massenmedien seinen Preis hat.

Angst kann auch als Erkennungszeichen, gleichsam als Ausweis einer besonderen Empfindsamkeit und menschlichen Qualität missbraucht werden. Jeder kann sich mit Recht in Pessimismus, Resignation oder Depressivität zurückziehen - oder in verzweifelte Aggressionen ausbrechen. Wer jedoch das Positive sucht, der findet trotz allem erstaunlich viel Vertrauen, Optimismus und Zufriedenheit, ja sogar Dankbarkeit.

Besondere Angstursachen in unserer Zeit: Sicher haben wir nicht mehr Angst auszustehen, als die Generationen z. B. vor, während und zwischen den großen Kriegen. Aber auch wir haben unsere Ängste wie wachsende Kriminalität, Rauschdrogen, Umweltzerstörung, Klimaveränderung, Rohstoffschwund, Arbeitslosigkeit usw. Dazu kommt eine wachsende religiöse Unsicherheit bis hin zum Glaubensverlust.

Was ist krankhafte Angst?

Kein Mensch kann behaupten, noch nie Angst gehabt zu haben. Aber so wenig wie jede Stimmungsschwankung gleich eine krankhafte Depression ist, so wenig ist jede Befürchtung gleich eine krankhafte Angst. Leider wird beides oft gleichgesetzt. Das aber ist verhängnisvoll. Denn dann gewohnt man sich leicht daran, die quälenden Gemütskrankheiten Angst und Depression mit alltäglichen Gefühlsreaktionen gleichzusetzen. Die wirklich ernsthafte Erkrankung wird dann nicht rechtzeitig erkannt. Die krankhafte Angst ist nicht nur lästig oder unangenehm, sondern beeinträchtigend, behindernd, demütigend, peinigend, ja gefährlich, wenn sie den Betroffenen in dunkle Selbsttötungsgedanken treibt.

Es ist deshalb wichtig, normale Alltagsängste von krankhaften Ängsten zu unterscheiden. Eine solche krankhafte Angst, die man in der Medizin als Angststörung bezeichnet, ist vor allem gekennzeichnet durch:

- Immer längere Dauer und immer häufigeres Auftreten entsprechender Angstzustände.
- Die Unfähigkeit, diese Angstzustände auf Dauer durch eigene Anstrengungen zu überwinden.
- Unangemessene Angstzustände, d. h. die Lebensbedingungen können diese Angstzustände nicht erklären.
- Charakteristische Beschwerden oder auch ihr plötzliches, fast überfallmäßiges Auftreten, z. B. bei den Panikzuständen.

Krankheitszeichen bei krankhafter Angst:

- Zunehmendes Vermeidungs- und Rückzugsverhalten: Wenn eine Situation oder ein Ort Angst machen, versucht man der Situation auszuweisen oder den Ort zu meiden. Das ist normal. Wenn es sich aber um etwas Alltägliches handelt, dann neigt der Angstpatient dazu, sich unter Vorwänden aus dem Alltag zurückzuziehen. Dadurch verliert er immer mehr an zwischenmenschlichem Kontakt, gerät langsam in Vergessenheit und damit Isolation.
- Selbstbehandlungsversuche mit Genußmitteln (Alkohol, Nikotin), Medikamenten (Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmittel), ggf. Rauschdrogen (Haschisch/Marihuana usw.). Dabei ist nicht nur die drohende Suchtgefahr zu beachten, sondern auch die schleichende Entwicklung einer sog. "psychologischen Krücke". D. h., der Betroffene bewältigt den Alltag nur noch mit "chemischer Hilfe" und erlahmt immer mehr bei dem Versuch, die Probleme durch eigene Willenskraft zu lösen.
- Sogenannte Überkompensationsversuche im zwischenmenschlichen Bereich (Partnerverhalten, Familie, Freundeskreis), auf beruflichem Gebiet und sogar im sportlichen Bereich. Ein typisches Beispiel ist der Begriff "Angstbeißer", den es keineswegs nur unter kleinen Hunden gibt.

IV._Umgang mit Angst:

Sich über Angst informieren: Mittlerweile gibt es zahlreiche ausgezeichnete Selbsthilfebücher zum Thema Angst. Außerdem sollte man sich über das gegebene Problem mit einem Arzt unterhalten.

Angst als normal akzeptieren: Ängste gehören zum Leben. Sie sind Ausdruck menschlicher Entwicklung und treten regelmäßig auf, wenn man sich auf Neues einlässt. Sie stimulieren das Nervensystem, um es zu Höchstleistungen zu befähigen (z.B. durch vermehrte Wachsamkeit, Konzentration und Handlungsbereitschaft). Erst wenn die Ängste gleichsam außer Kontrolle geraten („Überreaktion“), werden sie für das Nervensystem zum Stress und rufen weitere Symptome hervor.

Sich Ängsten auszusetzen: Angst kann man sich nicht ausreden, ihr muss standgehalten werden. Im Endeffekt bereitet es weniger Schrecken, Ängste zu überwinden, als sie auf Dauer mit sich herumzuschleppen und so dauernd unter dem Gefühl der Hilflosigkeit zu leiden. Wer sich seinen Ängsten stellt, spürt anschließend erneut seine Energie und wird im Handeln und Entscheiden zunehmend freier. Jedesmal wenn man sich erfolgreich auf ein Risiko einläßt, erweitert sich der eigene Handlungsspielraum. Wer dagegen aus ängstigenden Situation flieht, wird beim nächsten Mal nur noch größere Angst haben. Ausweichen beendet die Angst zwar sofort, nur erfährt man dabei nicht, wie wenig gefährlich die Situation in Wirklichkeit ist. Nicht zuletzt nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich die Angst auf immer größere Bereiche ausdehnt.

Angsttagebuch führen: Ein solches Tagebuch hilft, den Zusammenhang zwischen Ängsten und ihren Auslösern zu erkennen (wie äußere Anlässe und innere Stimmen), die Fortschritte zu dokumentieren, eine mögliche Arzneimittelbehandlung zu steuern und andere Helfer (z.B. Ärzte) optimal zu informieren. Ein mögliches Raster sieht beispielsweise Raum für folgende Notizen vor: 1. Zeitpunkt, 2. auslösende Situation, 3. Intensität der Panik/Angst, 4. Die mit der Angst einhergehenden eigenen (meist negativen Gedanken), 5. die Folgehandlung (z.B. Flucht). Manche Arzneimittelfirmen wie Pharmacia & Upjohn stellen „Angsttagebücher“ kostenlos zur Verfügung.

Geduld bewahren: Viele Ängste haben sich im Laufe von Jahren, manchmal sogar des ganzen Lebens festgesetzt. Deshalb braucht es auch seine Zeit, angstfreieres Verhalten wieder zu erlernen.

Sich den „Teufelskreis“ bewußt machen: Angst- und Panikstörungen beginnen im allgemeinen damit, daßein äußeres Ereignis Angst und damit zusammenhängende körperliche Reaktionen auslöst. Zu einer Fehlentwicklung kommt es jedoch erst dann, wenn sich im weiteren die Aufmerksamkeit immer mehr auf den Körper richtet. Die gesteigerte Selbstbeobachtung hat nämlich meist zur Folge, dass jedes Symptom überbewertet wird, was nur die Angst steigert und weitere Symptome fördert. Diesen Teufelskreis kann man verlassen, indem man sich bewußt macht, wie man Ängste durch Selbstbeobachtung schürt und wie man es in der Hand hat, sie aktiv auszulösen (durch verstärktes Atmen, Selbstmessung des Pulses). Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich abzulenken und damit die Angst gar nicht erst wachsen zu lassen (Vorschläge: Zeitung lesen während einer ängstigenden U-Bahn-Fahrt, andere Menschen beobachten).

Beruhigungsmittel nur auf Zeit: Beruhigungsmittel lindern Symptome, verhelfen Ihnen aber nicht zu einem besseren Umgang mit Ihrer Angst. Für Menschen, die vor lauter Angst schon nicht mehr das Haus verlassen, können Sie sehr sinnvoll sein. Mitunter wird es ihnen durch ein solches Arzneimittel erst wieder möglich, sich überhaupt in eine fachliche Behandlung zu begeben und mit dem Angsttraining zu beginnen. Bei einer Angst- bzw. Panikstörung sind Beruhigungsmittel jedoch niemals eine Dauerlösung.

Auseinanndersetzung mit Angst: Angst kann durch Verarbeitung bewältigt werden, es kann aber auch mit Verhaltensweisen reagiert werden, die die Angst nicht verarbeiten, sondern emotionale Störungen bis hin zu Depressionen hervorrufen.

Abwehrmechanismen der psychoanalytischen Theorie: Der Umgang mit Angst nach der psychoanalytischen Theorie FREUDs dient der Unlustvermeidung und Konfliktreduktion. Real-Angst als Konflikt zwischen Ich und Realität hingegen kann meist durch situationsadäquate Reaktionen beseitigt werden. Die Abwehmechanismen des Ich sind dem gegenüber als unbewusste Strategien zu sehen, die unzureichende Angstbewältigungsmaßnahmen darstellen. Anna FREUD gab 10 Beispiele für Abwehmechanismen:

- Verdrängung
- Regression
- Reaktionsbildung
- Isolierung
- Ungeschehenmachen
- Projektion
- Introjektion
- Wendung gegen die eigene Person
- Verkehrung ins Gegenteil
- Sublimierung

Angstbewältigung aus kognitionstheoretischer Sicht (Coping)

Nach der Kognitionstheorie wird der Mensch als ein vernunftbegabtes und selbstverantwortliches Wesen gesehen, das über sein Bewusstsein zur Erkenntnis gelangt. Durch Einsicht werden Erwartungen aufgebaut, die die Zukunft antizipieren, was Menschen zu planmäßigem, zielgerichtetem Handeln befähigt.

Mit dem Begriff COPING sind kognitive Prozesse zur Bewältigung von Bedrohungssituationen gemeint. Aktuelle Angstbewältigung geschieht direkt als Flucht oder Angriff oder durch ein intrapsychischen Prozess wie Aufmerksamkeitsveränderungen oder eine Neubewertung der Situation.

V. Die häufigsten Angstformen und ihre Ursachen:

1. "Normale", also angemessene Angst: Sie kann von der reinen Befürchtung oder Besorgnis, wie wir sie alle kennen, bis hin zu durchaus belastenden Angstzuständen mit zusätzlichen seelischen und sogar körperlichen Beschwerden reichen. Selbst nachvollziehbare Angst kann quälende Ausmaße annehmen.

Bewältigung: Aber: "Normale Angst" ist im allgemeinen durch eigene Initiative und entsprechende Bewältigungsmethoden zu lösen. Dazu gehören vor allem Aussprache und körperliche Aktivität, die die Angst regelrecht abführen. Vor allem aber eines: fällt die Ursache weg, geht auch die Angst zurück.

2. Angststörungen auf körperlicher Grundlage :

Es ist zu wenig bekannt, daßauch eine Reihe von organischen Leiden Angstzustände auslösen kann. Manchmal steht die Angst sogar so im Vordergrund, daßdie begleitenden körperlichen Krankheitszeichen lange nicht als störend empfunden oder überhaupt bemerkt werden. Dazu gehören Angstzustände durch Überfunktion der Schilddrüse oder Unterzuckerung bei Diabetes mellitus. Ferner die Herzangst, etwa nach schweren Herzleiden oder -operationen. Angstzustände drohen auch vor, während und nach epileptischen Krampfanfällen sowie nach sonstigen Beeinträchtigungen des Zentralen Nervensystems durch Schädel-Hirn-Unfall, Hirntumor, Hirnhautentzündung, aber auch Vergiftung (Alkohol, Rauschdrogen, Medikamente, gewerbliche Gifte).

Behandlung: Die Behandlung der Angststörungen durch organische Leiden besteht vor allem in der Therapie der zugrunde liegenden Krankheit.

3. Angstzustände auf seelischer Grundlage:

Auch seelische Krankheiten können neben ihren spezifischen Krankheitszeichen, wie Wahn, Sinnestäuschungen, Schwermut usw., mit Angstzuständen einhergehen. Dazu gehören die schizophrene Psychose, die schizoaffektive Psychose (hier treten Schizophrenie, Depression oder Manie zusammen oder kurz hintereinander auf), sonstige Wahnkrankheiten, ferner Depressionen, neurotische Entwicklungen usw. Und nicht zuletzt die schon erwähnten Suchtkrankheiten, und zwar sowohl während des Missbrauchs, als auch im Entzug und oft noch lange danach.

Behandlung: Die Therapie besteht ebenfalls in der Behandlung der zugrunde liegenden Krankheit, d. h. durch entsprechende Arzneimittel, aber auch psychotherapeutische Maßnahmen.

4. Sogenannte primäre Angststörungen :

Bei den sog. primären Angststörungen ist die Angst nicht nur ein besonders quälendes Krankheitszeichen, sondern das eigentliche Krankheitsbild. Früher kannte man vor allem die Angstneurose, eine mehr diffuse, allgemeine Angststörung, sowie die Phobien, also zwanghafte Angststörungen. Heute spricht man in der Medizin von generalisiertem Angstsyndrom, Sozialphobie, Agoraphobie, spezifischen Phobien, vom Paniksyndrom, Zwangssyndrom und von der posttraumatischen Belastungsreaktion.

Details

Seiten
18
Jahr
2001
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105120
Note
Schlagworte
Angst

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Titel: Angst