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Hesse, Hermann - Der Steppenwolf - Eine Selbstanalyse Hermann Hesses und Kritik an der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 18 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Der Steppenwolf (Hermann Hesse): Eine Selbstanalyse Hermann Hesses und Kritik an der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts

1. Einleitung

„Der Steppenwolf“ ist eines der bedeutendsten Werke Hermann Hesses, das zu Beginn seiner Veröffentlichung eher Ablehnung hervorrief, aber später die Lieblingslektüre besonders der Jugendlichen in den 70er Jahren wurde.

„Der Steppenwolf“ ist fast eine Autobiographie Hermann Hesses, denn in diesem Roman verarbeitete der damals fünfzigjährige Autor seine seelische Krise. Deshalb ist der Name der Hauptperson Harry Haller nicht zufällig gewählt. Hermann Hesse ist der „Steppenwolf“.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt darin, den Charakter des „Steppenwolfs“ und seine Beziehung zur Gesellschaft zu analysieren. Dabei ist der „Traktat vom Steppenwolf“ von besonderer Bedeutung, da der Leser tiefe Einblicke in das Seelenleben Harry Hallers bzw. Hermann Hesses bekommt. So schreibt der Autor Volker Michels in seinem Buch über den „Steppenwolf“:

„Der <Steppenwolf> ist die bei weitem schonungsloseste seiner Selbstanalysen. Die Aufrichtigkeit wirkt hier geradezu masochistisch.“1

Auffällig ist, daßder Roman viele Züge der Ideen C.G. Jungs enthält, da der „Steppenwolf“zu der Zeit entstand, als Hesse an vielen Sitzungen mit Dr. J.B. Lang, einem Schüler des berühmten Psychologen, teilnahm.

Doch nicht nur der „Steppenwolf“ als eine Selbstanalyse Hermann Hesses soll untersucht werden, sondern auch der „Steppenwolf“ als Kritik an der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Hesses Gesellschafskritik war auch eine der Gründe dafür, warum seine Bücher während des Zweiten Weltkrieges verschmäht wurden. Denn Hesse, der engagierte Kriegsgegner, appellierte an das deutsche Volk, die Schuld am Krieg nicht nur bei den anderen zu suchen. Seitdem war Hesse eine lange Zeit in Deutschland als Vaterlandsverräter verschrien.

2. Über Hermann Hesse

2.1 Kurze Biographie und andere Werke

Hesse wird am 2. Juli 1877 als Sohn eines baltischen Missionars und der Tochter eines Indologen in Calw/ Württemberg geboren. Schon früh wird er zur theologischen Laufbahn bestimmt. Nach der Lateinschule in Göppingen und dem evangelischen Seminar in Maulbronn, versucht er sich als Buchhändler, Antiquar und als Mechanikerlehrling.

Seit 1900 lebt er als freier Schriftsteller und Literaturkritiker.

1904 heiratet er Maria Bernoulli und zieht mit ihr nach Gaienhofen am Bodensee.

1905 wird sein erster Sohn Bruno geboren.

In den Jahren 1910-1912 unternimmt Hesse viele Reisen nach Österreich, Italien und Indien, wo die Mutter geboren wurde.

1919 trennt Hesse sich von der Familie und zieht nach Montagnola/ Ticino.

1923 läßt er sich von seiner Frau, die in psychiatrischer Behandlung war, scheiden.

Ein Jahr später wird er Schweizer Staatsbürger und heiratet Ruth Wenger. Doch diese Ehe währt nicht lange. 1931 heiratet er die Kunsthistorikerin Ninon Doblin.

1946 erhält Hesse für sein Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur. Weitere Auszeichnungen sind u.a. der Goethe-Preis, der Bauernfeld-Preis, der Gottfried- Keller-Preis, der Wilhelm-Raabe-Preis und der Friedenspreis des deutschen Buch- Handels.

1962 wird Hesse Ehrenbürger von Montagnola . Dort stirbt er am 9. August desselben Jahres.

Hesse war ein großer Kritiker seiner Zeit und deren, seiner Meinung nach, verkommenen Kultur, die sehr industriell ausgerichtet ist. Außerdem war Hesse ein engagierter Pazifist.

Seine wichtigsten Werke:

Peter Camenzind (1904)

Unterm Rad (1906)

In diesen beiden Romanen verarbeitet Hesse die drückenden Erinnerungen der Schulzeit und des Priesterseminars.

Siddharta (1922)

Demian (1919)

Der Steppenwolf (1927)

Morgenlandfahrt (1932)

Narzißund Goldmund (1930)

Das Glasperlenspiel (1943)

Diese Romane sind psychoanalytisch und von Zügen der fernöstlichen Philosophie beeinflußt.

2.2 Zur Entstehung des Romans „Der Steppenwolf“

Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ entstand in einer schweren seelischen Krise des damals 50jährigen Autors.

Die Vorarbeiten reichen bis ins Jahr 1922, in dem Hesse „Das Tagebuch eines Entgleisten“ schrieb, „das bereits den Widerspruch zwischen dem Leben des Augenblicks und dem Zwang zur Selbstbeobachtung und Selbstkritik ausspricht“2:

„Ich schmeiße es hin, mein Leben, daßdie Scherben klirren; ich vergeude, ich alternder Mann, meine Tage und Stunden wie ein Student. Ich gebe mir große Mühe, ein Eintagsleben zu leben,[...] Aber der Andere, der Zweite in mir, spitzt den Griffel, unerträglich ist ihm Eintagsleben, er braucht Herkunft, er dürstet nach Zukunft, er schreit brennend nach Zusammenhang und Fortdau- er, [...].“3

Hesse hatte viele Probleme in der Familie. Seine Frau Maria mußte mehrmals in psychiatrische Behandlung gehen. Sorgen um sie und um die drei Kinder dieser ersten Ehe belasteten ihn sehr.

1919 trennt er sich von seiner Familie in Bern und zieht nach Montagnola, wo er bis zu seinem Tode lebt.

1928 erscheinen neben dem „Steppenwolf“ noch andere Bücher Hesses, wie das „Tagebuch eines Entgleisten“, „Krisis, ein Stück Tagebuch“, die alle, wie „Der Steppenwolf“, autobiographisch geprägt sind.

In einer Mansardenwohnung in Basel schreibt der von Gicht geplagte Schriftsteller, der sich immer mehr zum selbstmörderischen Einzelgänger entwickelt, den ersten Teil des „Steppenwolfs“.

Wie Harry Haller, die Hauptperson des Romans, ekelt Hesse das Leben und die ganze Welt an:

„Auf Eure Welt anders zu reagieren als durch Krepieren oder durch den Steppenwolf, wäre für mich Verrat an allem, was heilig ist.“4

Doch Hesse versucht verzweifelt Freude am Leben zu haben, lernt Tanzen, feiert Feste, reist, trinkt, verliebt sich, um „aus dem verbissenen Einsiedler Hesse ein gutes, dummes und etwas vergnügtes Vieh zu machen“.5

Das Schreiben wird für Hesse zu einer Therapie, ist für ihn „Aussprache und Be- kenntnis“6.

Einerseits von der persönlichen Lebenskrise des Autors geprägt, spricht der „Steppenwolf“ auch die Probleme der damaligen Zeit an. Dabei geht es besonders um den Konflikt zwischen Außenseiter und Bürger und die Erfahrung der Ich-Spal- tung, beliebte Themen in den Romanen der Jahrhundertwende.

Hesse versuchte seine Lebenskonflikte in therapeutischen Gesprächen mit Dr. J.B. Lang, einem Schüler C.G. Jungs zu bewältigen. Im „Steppenwolf“ finden sich auch viele Hinweise auf Ideen C.G. Jungs und der Philosophie Nietzsches, die Hesses Denken und Werk stark beeinflußt haben.

3. Inhaltsangabe

Das Buch beginnt mit einem Vorwort des fiktiven Herausgebers. Er erzählt, wie er Bekanntschaft mit dem „Steppenwolf“ Harry Haller macht. Dieser mietet die Mansardenwohnung der Tante des Erzählers.

Dem Steppenwolf sind solch bürgerliche Häuser verhaßt, aber irgendwie fühlt er sich immer zum Bürgerlichen hingezogen.

Der Erzähler empfindet gleich am Anfang eine Antipathie gegen Haller, da er ihm verdächtig vorkommt. Hallers Auftreten erscheint dem Erzähler widersprüchlich: Haller verhält sich ihm und der Tante gegenüber zwar höflich und geradezu freundlich, aber dem Erzähler scheint es oft so, als käme dieser Mann sich selbst dabei zugleich sehr lächerlich vor. Außerdem lebt Haller sehr zurückgezogen und führt ein unstetes Leben, denn er ist arbeitslos und scheint nur an seinen Büchern interessiert zu sein. Doch durch Gespräche mit dem Steppen- wolf lernt der Erzähler Haller immer besser kennen und verliert langsam seine Abneigung.

Eines Tages verschwindet Harry Haller spurlos und hinterläßt nur sein Tagebuch, das die Aufschrift „Nur für Verrückte“ trägt. Dieses Tagebuch gibt tiefere Einblicke in Hallers Persönlichkeit: ein einsamer hochintelligenter Mensch, der viel über sich selbst und seine Mitmenschen nachdenkt.

Als Haller eines abends durch die Straßen der Stadt streift, trifft er einen jungen Mann, dem er ein Buch abkauft, den „Traktat vom Steppenwolf“. In diesem Trak- tat erfährt man etwas von Hallers seelischem Leiden, eine gespaltene Persönlichkeit zu sein. Er ist halb „Mensch“ und halb „Wolf“. Das Problem ist, daßdiese beiden Seelen in ständigem Streit leben. Aber andererseits kann der eine ohne den anderen nicht existieren. Nachher kommt das Buch zu folgendem Schluß: Haller mußerkennen, daßer wie jeder andere Mensch, nicht nur zwei Seelen, sondern mehrere hunderte besitzt. Nur wenn Haller zu dieser Erkenntnis kommt, ist er von seinem Leiden befreit.

Sehr von diesem Buch beeindruckt, nimmt Haller sich vor, sein Leben zu ändern. Er besucht einen Bekannten, den Professor, der den typischen Bürger darstellt. Aber es kommt zu einer heftigen Diskussion über Goethe, in der Haller den Pro- fessor beleidigt. Nach diesem verhängnisvollen Besuch beschließt Haller, sich das Leben zu nehmen, da er versagt hat: Der „Wolf“ hatte sich wieder durchgesetzt. Verzweifelt irrt er durch die Stadt, bis er eine junge Frau namens Hermine in der Kneipe „Zum Schwarzen Adler“ trifft. Bei Hermine findet Haller Trost und läßt sich von ihr „bemuttern“. Hermine zeigt ihm ihre Welt der Tanzlokale und Mas- kenbälle. Durch sie lernt Haller für kurze Zeit, sein Leben nicht zu ernst zu neh- men und einfach nur Spaßzu haben. Sie bringt ihm sogar das Tanzen bei. Er lernt durch sie den Saxophonisten Pablo kennen, der nicht viel redet, aber immer guter Laune ist, und verliebt sich in die junge Maria. Dennoch wird Haller wieder depressiv, da der Steppenwolf ohne Leiden und Schmerz nicht leben kann.

Zum Schlußzeigt Pablo ihm sein Magisches Theater, in dem Haller lernen soll, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und „unsterblich“ zu werden.

Pablo erklärt Haller die Spielregeln und läßt ihn alleine. Haller mußverschiedene Türen öffnen, hinter denen sich bedeutende Momente seines Lebens abspielen. Außerdem bekommt Haller Einblicke in sein Unterbewußtsein. Doch Haller ver- liert das „Spiel“, denn hinter der letzten Tür ersticht er Hermine, als er sie mit Pablo nackt auf dem Boden liegen sieht. Pablo macht ihm klar, daßer die Illusion mit der Wirklichkeit verwechselt hat. Haller hat also aus dem „Spiel“ nichts ge- lernt und wird deshalb mit seiner „Hinrichtung“ bestraft, die darin besteht, ausgelacht zu werden. Haller versteht jetzt, was er falsch gemacht hat und nimmt sich vor, das „Spiel des Lebens“ nächstes Mal besser zu spielen und das Lachen zu lernen.

4.Wichtige Charaktere

4.1 Harry Haller

Harry Haller, der „Steppenwolf“ , ist ca. 50 Jahre alt. Sein Spitzname paßt gut zu ihm, denn er ist ein sehr ungeselliger Mensch und lebt ruhig und zurückgezogen. Er möchte am liebsten nichts von der Außenwelt wissen und lebt lieber in seiner Bücherwelt. An seiner Wohnung, die mit Büchern, wie z.B. von Lessing und Dos- tojewski, vollgestopft ist, erkennt man sofort, daßHarry ein gebildeter Mensch ist. Er hat eine Vorliebe für Goethe und Mozart, die für ihn die größten Genies aller Zeiten sind. Harry ist hochintelligent, ein Mensch, der viel über sich selbst und seine Mitmenschen nachdenkt.

Besonders auffällig ist sein widersprüchliches Auftreten, das er für den Erzähler am Anfang an den Tag legt: seinen Mitmenschen gegenüber verhält er sich sehr höflich, aber trotzdem scheint er sich dabei irgendwie lächerlich vorzukommen.

„Er mietete das Zimmer, hörte alles aufmerksam und freundlich an, und doch schien er bei allem nicht recht dabeizusein, schien sich selber in seinem Tun komisch zu finden und nicht ernst zu nehmen, so als sei es ihm seltsam und neu, ein Zimmer zu mieten und mit Leuten Deutsch zu sprechen, während er eigentlich und im Innern mit ganz anderen Sachen beschäftigt wäre.“7

Doch obwohl der Steppenwolf sich selbst in Situationen dieser Art komisch vorkommt, bemüht er sich immer darum, einen anständigen Eindruck zu machen. Harry hat eine Eigenart an sich, für die Menschen interessant, aber ablehnend zu wirken. Er ist ein Außenseiter, haßt das bürgerliche Leben, andererseits fühlt er sich dazu hingezogen. Es ist eben nicht seine Welt. Er bewundert zwar die Korrektheit und Ordnung des Bürgers, aber er verabscheut sie und fühlt sich dadurch eingeengt. Auf der anderen Seite liebt er die Einsamkeit über alles, doch möchte er auch so gern diese Isolation von den anderen durchbrechen.

„Ein zu uns, in die Städte und ins Herdenleben verirrter Steppenwolf- schlagender konnte kein andres Bild ihn zeigen, seine scheue Vereinsamung, seine Wildheit, seine Unruhe, sein Heimweh und seine Heimatlosigkeit.“8

Abgesehen davon, daßHarry an Gicht leidet, ist sein größtes Leiden psychisch bedingt. Er ist ein „Genie des Leidens“.9 Er ist ein totaler Pessimist, verachtet seine Mitmenschen, kritisiert sie und schließt sich selbst dabei nie aus. Es ist bei ihm schon eine Krankheit, daßer sich durch seinen Selbsthaßglücklich fühlt.

Im „Traktat vom Steppenwolf“ erfahren wir Harry Hallers größtes Problem: sein zwiegespaltenes Wesen. Harry ist halb „ Mensch“ und halb „Wolf“, wobei das „ Menschliche“ für den Geist und das „Wölfische“ für das Schlechte steht. Diese beiden Seelen werden ständig miteinander konfrontiert. Aber hierauf werde ich später im Kapitel „Erläuterungen zum Traktat“ noch näher eingehen.

4.2 Hermine

Hermine ist das genaue Gegenteil von Harry. Sie ist ein junges, einfaches Mädchen. Ihre Welt sind Tanzlokale und Cafes. Dennoch fühlt sich Harry gleich von Anfang an zu ihr hingezogen. Bei Ihr findet er Trost und läßt sich von ihr wie ein kleines Kind behandeln. Er läßt sich von ihr befehlen und tut alles für sie.

„Es tat ungeheuer wohl, jemand zu gehorchen, neben jemand zu sitzen, der einen ausfragte, einem befahl, einen ausschalt.“10

Es kommt sogar so weit, daßHarry Hermines letzten Wunsch erfüllt- sie umzubringen.

Hermine macht Harry klar, daßer ein „Kindskopf “ ist. Da er sich zum Beispiel darüber aufregt, welche Vorstellungen der Professor über Goethe hat. Dabei hat jeder das recht seine eigene Meinung zu vertreten, auch wenn es dem anderen nicht paßt.

Im Gegensatz zu Harry verachtet Hermine das Bürgertum nicht. Trotzdem versteht sie Harrys Ansichten und Probleme. Sie kann praktisch seine Gedanken lesen. Als sie Harry bittet, ihren Namen zu erraten, und ihm das gelingt, fragt er Hermine, wie das möglich war. Darauf antwortet sie:

„Begreifst du das nicht, du gelehrter Herr: daßich dir darum gefalle und für dich wichtig bin, weil ich wie eine Art Spiegel für dich bin, weil in mir innen etwas ist, was dir Antwort gibt und dich versteht?“11

Hermine bildet Harrys Ergänzung. Sie gibt ihm das, was ihm noch fehlt. Sie zeigt ihm den Spaßam Leben, bringt ihm das Tanzen bei, geht mit ihm einkaufen, stellt ihm den Jazzmusiker Pablo und die schöne Maria vor, in die sich Harry später verliebt.

Hermine führt Harry also „in dieser [ihm] so fremden und widerwärtigen, so tief verachteten Welt der Bummler und Vergnügungsmenschen, ...“12 ein. Durch Hermine erfährt Harry zum ersten Mal, was es heißt, jung zu sein.

4.3 Pablo

Pablo ist ein Saxophonbläser, spanischer oder südamerikanischer Herkunft, der einen sehr lockeren Lebensstil pflegt. Angeblich kann er alle Instrumente spielen, und alle Sprachen sprechen, dafür redet er aber sehr wenig. Am Anfang hält Harry nicht sehr viel von ihm. Er sieht in ihm nur einen jungen hübschen, nichtsnutzigen Frauenhelden. Als ihm Pablo durch Hermine das erste Mal vorgestellt wird, empfindet Harry gegenüber Pablo, der so ganz anders ist als er, eine gewisse Eifersucht, „ denn er schien [ihm] des Interesses und der auffallenden Auszeichung, ja Verehrung, die sie für ihn zeigte, nicht so recht würdig zu sein.“13

Harry ahnt nicht, daßer Pablo schon einmal gesehen hatte. Denn er ist der junge Mann, der ihm den „Steppenwolftraktat“ überreicht hatte. Pablo ist auch der Besitzer des Magischen Theaters. Wie man sieht, spielt Pablo eine bedeutende Rolle im „Steppenwolf“.

Für Harry ist Pablo nichts weiter als „eine hübsche Null“14 und keineswegs gebildet. Pablo verhält sich Harry gegenüber aber immer höflich und freundlich, gibt sich sogar Mühe, ihm zu gefallen. Er bemitleidet Harry, diesen seiner Meinung nach unglücklichen Mann, dessen Augen man es ansieht, daßer nicht lachen kann. Pablo versucht am Ende, Harry mit dem Magischen Theater glücklich zu machen.

4.4 Maria

Maria ist Hermines Freundin und führt ein genauso turbulentes Leben wie sie. Harry lernt sie in einem Tanzcafe kennen und ist sofort bezaubert von ihr. Sie verbringen auch eine Liebesnacht miteinander.

Es ist verwunderlich, daßHarry sich mit so einem einfachen, ungebildeten Mädchen abgibt, das auch noch so viele andere Männer beglückt. Denn wie er selbst sagt, „hätte es [ihm] vorher unmöglich geschienen, ein Mädchen länger als eine Stunde zu lieben, das kaum ein Buch gelesen hatte, kaum wußte, was Lesen ist, und einen Tschaikowsky von einem Beethoven nicht hätte unterscheiden können.“15 Trotzdem „schien Maria [ihm] die erste wirkliche Geliebte zu sein .“16 Harry liebt sie einfach wegen ihrer Natürlichkeit und der Art, wie sie sich für etwas Einfaches, wie zum Beispiel „einem amerikanischen Song“17 begeistern kann. Durch Maria lernt Harry auf unkomplizierte Art zu lieben und jemanden wegen dem zu lieben, was er ist. Im Gegensatz zu Harry lebt Maria in der Wirklichkeit, ist kein Träumer wie Harry, der hohe Bildung braucht und in seiner Bücherwelt versinkt.

4.5 Der Professor

Der Professor ist ein alter Bekannter Harrys, mit dem er sich früher oft über orientalische Mythologie unterhalten hat. Er stellt den idealen Bürger dar, lebt in einer bieder eingerichteten Wohnung, ist konservativ und sehr vaterlandstreu.

„...er hält Juden und Kommunisten für hassenswert, er ist ein gutes, gedankenloses, vergnügtes, sich wichtig nehmendes Kind...“18

Der Professor lädt Harry zum Abendessen ein. Harry nimmt die Einladung mit einem unguten Gefühl an. Dieses Gefühl ist berechtigt, denn als Harry vom Professor begrüßt wird, schimpft dieser über einen Zeitungsartikel Harrys, und beruft sich auf ein Hetzblatt, in dem Harry als „vaterlandsloser Geselle“19 bezeichnet wird. Grund ist seine Kritik zur Einstellung der Deutschen zum Krieg. Harry läßt den Professor im Glauben, ein Namensvetter von ihm habe den Artikel geschrieben.

5. Der Traktat vom Steppenwolf

5.1 Funktion des Traktats

Der Traktat gibt dem Leser tiefe Einblicke in den Charakter des Steppenwolfs, und man erfährt außerdem viel über Harrys seelischen Probleme.

Man könnte den Namen „Harry Haller“ auch durch „Hermann Hesse“ ersetzen, da Hesse in diesem Roman seine seelischen Probleme verarbeitet. Er schrieb den „Steppenwolf“ nämlich während der Zeit, als er oft mit dem Psychologen Dr. J.B. Lang, einem Schüler C.G. Jungs, verkehrte. Überhaupt ist der „Steppenwolf“ sehr autobiographisch. Der Traktat ist sozusagen ein „Buch im Buch“, da er nicht zur eigentlichen Handlung gehört. Der Traktat ist ein Einschub, der dem Leser das eigenartige Verhalten des Steppenwolfes verständlich machen soll.

„Die allwissende Erzählhaltung, die sich selber den Anschein der Wahrheit und Glaubwürdigkeit gibt, vermittelt dem Leser zunächst den Eindruck, der Traktat gebe ihm den Schlüssel zum Verständnis des Steppenwolfschicksals an die Hand.“20

Diese „innere“ Biographie Hallers/Hesses nimmt der eigentlichen Geschichte schon vorweg, was Hallers/Hesses Probleme sind, und wie man sie löst.

5.2 Erläuterungen zum Traktat

5.2.1 Harry Haller: Halb „Mensch“, halb „Wolf“

Wie ich schon in der Charakterisierung Harrys erwähnt habe, ist sein größtes Leiden, daßer zwei Seelen besitzt- also „Wolf“ und „Mensch“, die ständig miteinander im Streit leben. Sie stehen sich immer gegenseitig im Weg, kämpfen gegeneinander. Diese Eigenschaft ist auch der Grund dafür, warum Harrys Be- nehmen auf andere oft komisch und gegensätzlich wirkt. Wenn sein „Menschsein“ zutage kommt, er sich anderen gegenüber freundlich und höflich benimmt, fühlt der „Wolf“ in ihm sich lächerlich und verspottet den „Menschen“. Kommt der „Wolf“ zum Vorschein, zeigt er den Mitmenschen den Haß, den er für sie empfindet. Der Teil „Mensch“ ist dann der Beobachter, der das wilde Verhal- ten des „Wolfes“ verachtet.

Wenn Harry zum Beispiel Stücke von Mozart hört, kommt der „Mensch“, seine feinfühlige Ader zu Tage. Exemplarisch für sein „wölfisches“ Verhalten ist, als er später mit dem Professor über das Portrait von Goethe diskutiert, das nach Harrys Meinung Goethe fälschlicherweise eitel und selbstgefällig darstellt.

Der Umgang mit anderen Menschen fällt ihm schwer, da er immer mißverstanden wird. Denn die, die ihn zuerst als klugen, freundlichen , sensiblen Menschen kennenlernen, werden dann von seinem „wölfischen“ Wesen abgeschreckt. Aber Harry kann keines seiner beiden Wesen verstecken, da sie untrennbar miteinander verknüpft sind. Diejenigen, die den „Wolf“ lieben, in dem sie dann doch irgend- wann den „Menschen“ kennenlernen, sind oft von dieser jämmerlichen Erscheinung enttäuscht.

„Er [der Steppenwolf] war meistens sehr unglücklich, das ist nicht zu leugnen, und unglücklich konnte er auch andere machen, nämlich wenn er sie liebte und sie ihn.“21

So gesehen ist Hallers Leben von Leid geprägt. Aber manchmal gibt es auch Momente, in denen „Wolf“ und „Mensch“ miteinander harmonieren. Dies sind für Harry wunderbare Momente.

„ Und diese Menschen, deren Leben ein sehr unruhiges ist, erleben zuweilen in ihren seltenen Glücksaugenblicken so Starkes und unnennbar Schönes, der Schaum des Augenblicksglückes spritzt zuweilen so hoch und blendend über das Meer des Leidens hinaus, daßdies kurz aufleuchtende Glück ausstrahlend auch andere berührt und bezaubert.22

5.2.2 Harry Haller, der Selbstmörder

Harry ist ein Mensch, für den nichts mehr zählt als seine Unabhängigkeit. Er hat es bisher auch immer geschafft, seine Unabhängigkeit zu bewahren. Er hat zwar Freiheit, doch er isoliert sich auch immer mehr von seinen Mitmenschen. Schließlich hat Harry das Gegenteil von dem bewirkt, was er eigentlich wollte: durch seine Unabhängigkeit glücklicher werden. Aber jetzt ist er vereinsamt und todunglücklich.

Deswegen kann man sagen, daßHarry das „Leben eines Selbstmörders“ führt. Hier mußman aber auch wieder zwischen dem „echten Selbstmörder“ und dem „Typ Selbstmörder“ unterscheiden, wie es im Traktat erklärt wird. Die „echten Selbstmörder“ bringen sich wirklich um. Der „Typ Selbstmörder“ würde sich nie das Leben nehmen, jedoch führt er ein Leben als würde er kurz vor dem Selbstmord stehen. Zu dieser Gruppe gehört Harry. Er empfindet sein Leben als ein großes Leid. Darum sieht er nur im Tod seine Erlösung. Andererseits würde er aber auch nie auf die Idee kommen, sich wirklich umzubringen. Das Komische an diesem Menschentyp ist nämlich, daßgerade der ständige Gedanke an Selbstmord ihre Lebenskraft verstärkt. Wenn Harry sich wieder einmal in einer seelischen Krise befindet, tröstet er sich immer mit dem Gedanken, daßer sich jederzeit von seinen seelischen Qualen befreien kann.

Damit entsteht aber auch ein Ehrgeiz zu erfahren, wieviel Leid er zu ertragen im Stande ist. Denn falls er es wirklich nicht mehr aushalten sollte, kann er sich immer noch umbringen. Es entsteht somit auch ein ständiger Kampf gegen die Versuchung zum Selbstmord. Dieser Kampf stärkt aber gleichzeitig Harrys Lebenswillen.

5.2.3 Harry Hallers Verhältnis zum Bürgertum

Harry verachtet das Bürgertum, das fällt schon zu Anfang seines Tagebuches auf. Einerseits bewundert er den korrekten, ordentlichen Bürger, aber „alsdann brennt in [ihm] eine wilde Begierde nach starken Gefühlen, nach Sensation, eine Wut auf dies abgetönte, flache, normierte und sterilisierte Leben und eine rasende Lust, ...einigen Vertetern der bürgerlichen Weltordung das Gesicht ins Genick zu drehen.“23

Dann fängt er an, die Gemütlichkeit des Bürgers zu verabscheuen. Harry sieht den Bürger als einen Menschen, der nach einer Mitte zwischen zwei Extremen strebt, also ein Mittelding zwischen der „Heiligkeit“ und des „ Wüstlings“. Genauer gesagt möchte der Bürger zwar anständig und gottesfürchtig sein, aber nicht gottesbesessen. Auch möchte er ein angenehmes und bequemes Leben führen, sich aber nicht nur einzig und allein seinen Trieben hingeben. Harry kritisiert am Bürger, daßer so ein Durchschnittsmensch ist. Aus Bequemlichkeit geht er Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg und steht nicht zu seinen Idealen, da er Angst hat, aufzufallen und sich von der Masse abzuheben.

Deshalb ist Harry stolz darauf, kein Bürger zu sein. Er hält sich für etwas Besonderes, „ ein geniemäßig veranlagtes, über die kleinen Normen des Durchschnittslebens erhabenes Individuum.“24

Trotzdem ist Harry selbst in mancher Hinsicht auch ein Bürger. Zum Beispiel hat er Geld auf der Bank, kleidet sich anständig und ist immer darauf bedacht, nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Der Steppenwolf ist also ein etwas rebellischer Außenseiter, der doch irgendwie an der Bürgerlichkeit hängt. Harry ist ein Individuum, das beide Extreme durchlebt, sich von den anderen abhebt und die „Lämmerherde“ verachtet.

5.2.4 Die Bedeutung des Humors für den Steppenwolf

Wie schon gesagt, liegt das Problem des Steppenwolfes darin, daßer sich selbst als Nichtbürger ansieht, sich aber trotzdem nicht vom Bürgertum losreißen kann und deshalb den „ Schwung in den freien Weltraum“25 nicht schafft. Außerdem ist er von beiden Extremen, also vom „Heiligen“ und vom „Wüstling“ hin- und hergerissen.

Zur Lösung des Problems nennt der Traktat den Humor, da der „stets bürgerlich bleibt“ und mit ihm ist es dem Steppenwolf möglich, beide Extreme zueinander zu bringen und „den Bürger in die Bejahung mit einzubeziehen.“26

Der Steppenwolf könnte sich von seinem seelischen Leiden befreien, wenn er sich selbst nicht zu ernst nehmen würde. Er wäre dann zwar immer noch an das Bürgerliche gebunden, aber wenigstens wäre das Leben für ihn erträglicher. Der Humor ist nur ein Kompromiß, der es Harry ermöglicht, ein seelisches Gleichgewicht zu erlangen.

„ In der Welt zu leben, als sei es nicht die Welt, das Gesetz zu achten und doch über ihm zu stehen, zu besitzen, als besäße man nicht, zu verzichten, als sei es kein Verzicht- alle diese beliebten und oft formulierten Forderungen einer hohen Lebensweisheit ist einzig der Humor zu verwirklichen fähig.“27

Der Steppenwolf mußseine Fehler und Schwächen eingestehen, mußden Mut haben, in seine Seele zu blicken und versuchen, sich seiner selbst bewußt zu werden. Wenn ihm dies gelingt, kann er den „Sprung ins Weltall“ schaffen und „unsterblich“ werden.

„Dieser Humor ist allerdings nur möglich, wenn sich das Individuum anschickt, die Konflikte in seinem Inneren zu lösen.“28

Der Traktat bietet drei Möglichkeiten zur Selbstbekenntnis: die Selbstbe- spiegelung, die Begegnung mit dem Unsterblichen und das Magische Theater. Pablo gibt Harry am Schlußdes Romans die dritte Möglichkeit, aber Harry nutzt sie nicht.

In einem Brief an Alfred Kubin aus dem Jahre 1932 definiert Hesse Humor „als etwas verflucht Dorniges und Hartes.“29

5.2.5 Die Vielschichtigkeit des Menschen

Am Ende des Traktats wird Harry klargemacht, daßes falsch ist, sich selbst als ein zweigeteiltes Wesen zu sehen. Er lebt zwar geistig in einer Welt von „Gedanken, Gefühlen und Kultur“ und hat als „Wolf“ eine raubtierhafte Natur, dennoch gibt es Momente, in denen diese beiden vereint sind. Harry hat mehr als zwei Seiten, wie jeder andere Mensch. Es ist ein natürlicher Irrtum des Menschen, sein Ich als eine Einheit vorzustellen, denn er ist nicht fähig, so abstrakt zu denken.

Ein zweiter Grund, warum die Menschen ihre seelische Vielfältigkeit nicht sehen können/wollen ist, daßfalls einer zur Erkenntnis seiner Vielfältigkeit käme und es laut ausspräche, die anderen ihn für verrückt erklären würden. Es ist wenigstens schon ein Fortschritt, daßHarry erkannt hat, nicht nur ein Ich zu besitzen. Aber der Steppenwolf ist lediglich eine Einbildung, denn der Mensch ist nicht etwas Vollendetes, sondern „ eine Forderung des Geistes“30

Harrys Problem liegt darin, sich als Körper mit zwei Seelen zu sehen, die er als Last empfindet. Er meint, sein Körper sei zu klein für diese zwei Seelen. Aber er ahnt nicht, daßer tausende von Seelen hat. Ihm ist nicht bewußt, daßer seine anderen Eigenschaften in zwei Gruppen ordnet, die eigentlich nicht dorthin gehören. Harry mußden „ Weg des Unsterblichen“31 gehen, das heißt, sein wahres, vielfältiges Ich suchen. Das allerdings fällt ihm schwer, da der Weg viel Leid und schmerzliche Vereinsamung kostet. Jedoch wird er nur so zum richtigen Menschen.

Jedes menschliche Wesen besitzt eine gewisse Vielfalt, deshalb mußjeder einen Weg finden, die vielen Seelen miteinander zu vereinigen. Der Mensch mußdabei seinen Leidenschaften freien Lauf lassen können, was ihm aber meist nicht gelingt, da die Gesellschaft ihn daran hindert. Für Harry ist der Weg zur „Menschwerdung“ schwierig, so daßer sich das Bild vom Steppenwolf einredet.

Man merkt, daßder Traktat viel von der fernöstlichen Philosophie beinhaltet. So schrieb Martin Rockenbach:

„Der Weg des Buddha wird wiederum von Hesse als die Erlösung des Menschen hingestellt. Rückkehr ins All, Aufhebung der leidvollen Individuation, Gottwerden bedeutet: seine Seele so erweitert haben, daßsie das All wieder zu umfassen vermag.“ 32

6. Das Magische Theater

Das Magische Theater wurde schon im Traktat als Möglichkeit zur Selbst- begegnung erwähnt. Es zeigt Harry seine Seele, eine Welt ohne Zeit, in der Harry sich vom Steppenwolf befreien soll. Endlich ist er bereit für seine Reise ins Ich.

Harry wird von Pablo in einen Opiumrausch versetzt, und jetzt, mit dem Eintritt ins Magische Theater, „hat der Prozeßder Ich-Zerstörung und neuen Ich-Werdung seinen Höhepunkt erreicht.“33

Das Magische Theater kann man zweifach deuten. Auf der oberflächlichen Ebene ist es nur eine Halluzination im Opiumrausch, ein wirrer Traum. Auf der tieferen Ebene ist es, wie schon gesagt, die Seelenwelt Harrys. Pablo erklärt:

„ Sie wissen ja, wo diese andere Welt verborgen liegt, daßes die Welt Ihrer eigenen Seele ist, die Sie suchen. Nur in Ihrem eigenen Innern lebt jene andre Wirklichkeit, nach der Sie sich sehnen. Ich kann Ihnen nichts geben, nur die Gelegenheit, den Anstoß, den Schlüssel. Ich helfe Ihnen Ihre eigene Welt sichtbar machen, das ist alles.“34

Harry wird in die Mitte des Theaterkorridors geführt, wo nach beiden Seiten der Gang zu mehreren Türen mit verschiedenen Aufschriften führt. Zuerst hält Pablo ihm einen Handspiegel vor. Harry soll sein Spiegelbild auslachen, um seine Persönlichkeit zu vernichten. Plötzlich wird der Spiegel grau und undurchsichtig. Dann stellt sich Harry sich vor einen zweiten Spiegel, aus dem viele verschiedene Harrys herausspringen, die alle für seine vielfältigen Persönlichkeiten stehen.

Er mußnun verschiedene Türen öffnen. Hinter der ersten , mit der Aufschrift „ Auf zum fröhlichen Jagen! Hochjagd auf Automobile“, trifft Harry seinen Jugendfreund Gustav, mit dem er an einem Kampf zwischen Menschen und Maschinen teilnimmt. Auf einmal erfährt der überzeugte Kriegsgegner Haller Zerstörungswut und die Lust am Töten. Im Moment wird Harry also vom „Wolf“ beherrscht.

Hinter der nächsten Tür „Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit“ trifft Harry einen Schachspieler, dem Pablo sehr ähnlich sieht. Dieser führt ihm das Spiel von den vielen Möglichkeiten seines Lebens vor. Er versucht Harry klarzumachen, daßtausende von Einzelseelen in ihm stecken, mit denen er „spielen“ muß. Aber Harry ist noch nicht fähig, das Spiel zu spielen. Stattdessen geht er in einen Raum, in dem er die „Wunder der Steppenwolfdressur“ erlebt. Zuerst sieht er, wie ein Dompteur einen Wolf Kunststücke vorführen läßt. Danach werden die Rollen getauscht, und der Wolf dressiert den Menschen. Diese Szene soll den inneren Seelenkonflikt Harrys, also den Konflikt zwischen „Mensch“ und „Wolf“ ver- deutlichen.

In „ Alle Mädchen sind dein“ trifft Harry noch einmal alle Frauen, in die er in seinem Leben unglücklich verliebt war, und bekommt eine zweite Chance, sie alle zu erobern. Er kann nun alles, was er in seiner Jugendzeit verpaßt hat, nachholen.

Mit „Wie man durch Liebe tötet“ endet Harrys Reise ins Ich. Er erinnert sich, daßHermine einmal gesagt hat, sie werde ihn in sich verliebt machen, um von ihm getötet zu werden. Harry erschrickt und möchte seine Schachfiguren aus der Tasche holen, doch plötzlich hat er ein Messer in der Hand. Ab jetzt beginnt die Prüfung der Unsterblichen. Sie „fordert ihn [Harry] auf, die Zeit, die Wirklichkeit in der Illusion zu besiegen.“35 Denn nun sind die Unterschiede zwischen Illusion und Wirklichkeit nicht mehr zu erkennen.

Entsetzt flieht Harry aus dem Zimmer und trifft Mozart (oder Pablo?), mit dem er über klassische Musik diskutiert. Die Begegnung mit diesem „Unsterblichen“ wirkt auf Harry sehr ernüchternd, da Mozart ihm klarmacht, daßnur der Humor ihn retten und auch „unsterblich“ machen kann.

„Im Feuerwerk Mozartschen Lachens spürt Haller zum ersten mal etwas von der dünnen Eisluft und der eisigen Heiterkeit der Unsterblichen. Er spürt zugleich, daßer den Unsterblichen, denen er sich für Augenblicke so nahe glaubte, niemals gleich werden könne.“36

Langsam läßt die Wirkung des Opiums nach. Harry geht an Türen vorbei, die keine Aufschriften mehr tragen. Hinter der letzten Tür sieht er Hermine und Pablo, vom Liebesspiel erschöpft, schlafend auf dem Boden liegen. Mit dem Messer ersticht Harry Hermine und hat damit ihren Wunsch erfüllt.

Wahrscheinlich hat er sie im ersten Moment aus Eifersucht getötet. Aber nachher wird ihm klar, daßer somit auch „ die Seelenkraft in sich, die zum Leben führt, gemordet hat.“37 Denn Hermine war die „Sonne“ in seinem Leben, durch sie hat er gelernt zu lieben und ein „Mensch“ zu sein.

Plötzlich betritt Mozart den Raum, schaltet einen Radioapparat an, wovon Harry ganz entsetzt ist.

„Mein Gott, rief ich entsetzt, was tun Sie, Mozart? Ist es Ihr Ernst, daßSie sich und mir diese Schweinerei antun? DaßSie diesen scheußlichen Apparat auf uns loslassen, den Triumph unsrer Zeit, ihre letzte siegreiche Waffe im Vernichtungskampf gegen die Kunst? Mußdas sein, Mozart?“38

Mozart lacht Harry aus und sagt ihm, er solle nicht alles so ernst nehmen.

Am Ende wird Harry von der Jury der Unsterblichen angeklagt, weil er die Illusion mit der Wirklichkeit verwechselt hat. Die Strafen: ewiges Leben, zwölf- stündiger Ausschlußaus dem Magischen Theater, und einmal ausgelacht werden.

Nun erkennt Harry, daßMozart Pablo ist. Pablo erklärt: „Sie sollen leben, und Sie sollen das Lachen lernen.“39 Jetzt hat Harry verstanden, und er wird auch bald geheilt sein, da er bereit ist, das Spiel (des Lebens) noch einmal zu spielen, die Hölle seines Inneren noch einmal zu durchwandern, in der Hoffnung, daßer das Figurenspiel dieses mal gewinnen wird und das Lachen lernt.

„Humor und die Nachfolge der Unsterblichen- so begreift Haller jetzt- sind nicht, wie im Traktat dargestellt, strenge Alternativen und implizieren weder eine Vernunftehe mit der Bürgersphäre noch ein tragisches Scheiten; die Unsterblichen sind humorige Naturen und haben bei aller psychischen Differenziertheit ein versöhnliches Verhältnis zur Endlichkeit von Ich und Welt.“40

7. Kritik an der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts

7.1 Zivilisationskritik

Hermann Hesse, alias Harry Haller, kritisiert im „Steppenwolf“ die moderne Gesellschaft und ihre technisch orientierte Welt. Er glaubt, daßdie Gesellschaft geistig verkümmert ist. Der von der humanistischen deutschen Bildungstradition geprägte Haller sieht „die technischen und kulturellen Entwicklungen seiner eigenen Zeit, ... lediglich als Verfallserscheinungen.“41

Haller lehnt technische Errungenschaften ab, die „seine“ Kunst und Kultur verderben. Dies wird besonders an der Stelle deutlich, als Mozart im Magischen Theater das Radio anschaltet und Haller hierüber ganz entsetzt ist.

Musik ist für ihn die „goldene göttliche Spur“, die ihm „die Tür zum Jenseits“42 öffnet. Seiner Meinung nach wird Musik durch ihre technische Vervielfältigung geschändet. Er meint, daßMusik den Menschen zu sich selber führt und sogar auf den Weg des Göttlichen. Er verachtet deshalb die Menschen, die Musik nur zum Vergnügen hören, da diese sie angeblich nicht richtig zu schätzen wissen. Die „Untergangsmusik“ des Jazz sei „mit Bach und wirklicher Musik verglichen, eine Schweinerei.“43

In der Szene „Auf zum fröhlichen Jagen! Hochjagd auf Automobile“ wird besonders deutlich, wie sehr Hesse die Technisierung der Welt ablehnt. Denn wie schon erwähnt, geht es hier um den Kampf zwischen Maschine und Mensch.

Die bedeutenden Vertreter für „Kultur“ , „Geist“, „Seele“, „das Reich des Echten“44 sind für Haller Mozart und Goethe. Hierin sieht man in Haller einen weiteren Widerspruch, nämlich daßer der neuen „Scheinkultur“, die Kultur des bürgerlichen Bildungsideals entgegensetzt, obwohl er das Bürgertum doch so sehr verachtet.

Im Gespräch zwischen Harry und Mozart im Magischen Theater zur Weltanschauung spürt man wieder seine heftige Kritik an Technik und moderner Kultur.

„Wenn Sie dem Radio zuhören, so hören und sehen Sie den Urkampf zwischen Idee und Erscheinung, zwischen Ewigkeit und Zeit, zwischen Göttlichem und Menschlichem. Gerade so, ... wie das Radio die herrlichste Musik der Welt zehn Minuten lang wahllos in die unmöglichsten Räume wirft, ... gerade so schmeißt das Leben, die sogenannte Wirklichkeit, mit dem herrlichsten Bilderspiel der Welt um sich Das ganze Leben ist so, ... und wir müssen es so sein lassen, und wenn wir keine Esel sind, lachen wir dazu. Leuten von ihrer Art steht es durchaus nicht zu, am Radio oder am Leben Kritik zu üben. Lernen Sie lieber erst zuhören!“45

Man spürt die intolerante Einstellung Hallers, der oft vom Leben enttäuscht worden ist. Hier fordert ihn Mozart auch nochmals dazu auf, mehr Toleranz und Humor zu zeigen, anstatt alles schlecht zu machen.

7.2 Warnung vor dem Krieg

Hesse kritisiert in seinem Roman nicht nur die moderne Kultur, sondern auch die politische Einstellung der Gesellschaft. Der Kriegsgegner Hesse wurde schon während des Ersten Weltkrieges als Vaterlandsverräter beschimpft, obwohl er nur „gelegentlich zu Ruhe, Geduld, Menschlichkeit und Selbstkritik gemahnt“46 hatte. Hesse (Haller) macht es traurig, daßseine Landsleute von den Zeitungen „verhetzt, unzufrieden und böse gemacht“47 werden. Der „Steppenwolf“ ist also auch eine Warnung vor dem Krieg. Hesse glaubt, der Krieg habe seinen Ursprung im Denken der Bürger. Der Bürger wolle zwar keinen Krieg, liebe den Frieden, aber im Kriegsfall fühle sich der Bürger seinem Vaterland verpflichtet und teile stürmisch die Begeisterung am Kampf.

Hesse, der von den Kritikern aufgrund seiner ständigen Warnungen vor dem Krieg belächelt wurde, schrieb einmal in einem Brief an Erhard Bruder:

„Auch Sie, wie alle meine Kritiker, finden es eine rein subjektive Schrulle oder Empfindlichkeit, daßHarry immer noch an den alten Kriegsgeschichten zu kauen hat. Ja, für mich ist der Krieg mit seinen vier Jahren Mord und Unrecht, mit seinen Millionen Leichen und seinen zerstörten herrlichen Städten keine alte Geschichte, die jeder Vernünftige doch Gott sei Dank längst vergessen hat, sondern er ist, weil ich die Bereitschaft zu seiner Wiederholung in tausend Zeichen überall atme, sehe, fühle, rieche, für mich wahrlich eine mehr als ernste Angelegenheit. [...]“.48

8. Reaktionen auf den „Steppenwolf“

8.1 Allgemeine Reaktionen

Der „Steppenwolf“ rief bei seiner Erstveröffentlichung 1927 heftige Reaktionen bei Freunden und Gegnern Hesses hervor. Der Grund: die schroffen Bekenntnisse des Steppenwolfs schockierten sie und die psychoanalytische Sichtweise wurde von ihnen abgelehnt:

„Sein Buch bleibt eine giftige, gefährliche Wirrnis, giftig in seiner ungezügelten Sinnlichkeit, gefährlich in seiner radikalen und ätzenden Verneinung aller Lebenswerte, eine Wirrnis abstruser, schillernder und paradoxer Ideen. Großes stilistisches Können ist hier ziellos und maßlos vergeudet.“49

Der „Steppenwolf“ wurde von seinen ablehnenden, wie auch begeisterten Lesern häufig mißverstanden. Dabei klagte Hesse nicht nur über die Urteile der Kritiker, die die innere Wahrheit des „Steppenwolf“ leugneten und seine Warnungen vor dem Krieg nicht ernst nahmen, sondern auch, daßder „Steppenwolf“ von den Lesern „verharmlost“ wird, und sie sich vorschnell mit ihm identifizieren:

„Der Steppenwolf wird freundlicher aufgenommen als ich dachte und als mir lieb ist. Gerissene Journalisten und schmachtende Tanten entdecken plötzlich auch in sich den Steppenwolf und klopfen mir kollegial auf die Schulter!“50

Besonders gute Kritiken gab es von Hesses Schriftstellerkollegen, zum Beispiel erwähnte Thomas Mann:

„... ist es nötig zu sagen, daßder Steppenwolf ein Romanwerk ist, das an experi- menteller Gewagtheit dem <Ulysses> , den <Faux-Monnayeurs> nicht nach- steht?“51

Während des Zweiten Weltkriegs waren Hesses Bücher in Deutschland „uner- wünschte Literatur“, Hesse selbst als Vaterlandsverräter verschrien. Erst nach dem Krieg hatten seine Bücher ein breiteres Lesepublikum. Die Verleihung des Nobelpreises 1946 bewirkte eine weitere Verbreitung der Werke Hesses. Hesses Anerkennung als bedeutender Schriftsteller seiner Zeit hatte damit seinen Höhepunkt erreicht.

Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre waren Hesses Bücher aber wieder unbeliebter, z.B. bezeichnete Curt Hohoff Hesse als einen „Autor des individuellen Katzenjammers“.52

Umso höher war die Begeisterung für Hesse in den USA der 60er und 70er Jahre. Besonders Jugendliche, die sich gegen die spießige Gesellschaft, Rassendiskrimi- nierung und den Vietnamkrieg auflehnen wollten, fühlten sich vom „Steppen- wolf“ angesprochen.

8.2 Hermann Hesse- Vorbild der Jugend in den 70er Jahren

Hesses „Steppenwolf“ hatte eine starke Wirkung auf die Jugend der 70er Jahre, also in der „Hippie-Zeit“, in der stark gegen die "spießigen" Erwachsenen rebelliert wurde. Die Jugendlichen fühlten sich von dem Roman auch deshalb besonders angesprochen, weil die Hauptperson Krisen durchlebt, die wohl in der Pubertät vorhanden sind. Die Hauptperson Harry Haller ist auf der Suche nach seinem Ich und darum bemüht, sich selbst zu verwirklichen. Obwohl Harry ein Mann von fünfzig Jahren ist, fühlt er sich wie ein hilfloses Kind, das noch viel lernen muß. Wie ein Jugendlicher macht Harry verschiedene Stadien der Entwicklung zu einem „richtigen“ Mann durch. Er sammelt Erfahrungen, versucht sein Bewußtsein zu erweitern, selbstsicher zu werden.

Wie viele Jugendliche zu der Zeit, haßt Harry das Konventionelle, verachtet den Krieg und folgt einem weltverbesserlichem Ideal. Aber später kommt er zu der Erkenntnis, „daßes nicht damit getan ist, Krieg und Technik, Geldrausch, Nationalismus und all die Phänomene, die ihm hassenswert erscheinen, für minderwertig zu erklären, sondern daßhinter den Erscheinungen die zeitlosen Ideen stehen, daßsich über allem Triebhaften, Chaotischen eine zweite, höhere, überpersönliche, überzeitliche Glaubenswelt erhebt.“53

Außerdem war in den 70er Jahren das Interesse an fernöstlicher Philosophie sehr groß, von der der „Steppenwolf“ stark geprägt ist.

Somit wurde Hesse ein Idol der Jugend in den 70er Jahren, die sich von ihm mit ihren Problemen verstanden fühlte.

„Zweifellos sind es seine völlige innere Freiheit, sein niemals Festgelegtsein, sein humanes Offenbleiben für alle Fragen des Lebens, die ihn als einen Freund und Vertrauten jugendlicher Menschen erscheinen lassen.“54

8.3 Von Drogen

Oft wurde behauptet, Hesse habe den „Steppenwolf“ im Drogenrausch geschrie- ben. Dieser Verdacht wurde durch das Magische Theater verstärkt, da Harry Haller seine bizarren Erlebnisse im Opiumrausch wahrnimmt. Außerdem trinken Harry, Hermine und Pablo am Anfang einen geheimnisvollen Likör und rauchen Zigaretten.

Timothy Leary schrieb in seinem Essay „Hermann Hesse, the Poet of the Interior Journey“:

„Es scheint klar, daßHesse ein psychedelisches Erlebnis beschreibt, einen durch Drogen herbeigeführten Verlust des Selbst, eine Reise in die innere Welt So erlebte Harry Haller, der Steppenwolf, seine psychedelische Sitzung und entdeckte statt einer Realität unendliche Realitäten in seinem Gehirn Auf einer anderen Ebene ist Hesse der Meisterführer zum psychedelischen Erlebnis und seiner Anwendung. Vor deiner LSD-Sitzung solltest du <Siddharta> und <Steppenwolf> lesen. Der letzte Teil des Steppenwolfs ist ein unschätzbares Lehrbuch.“55

Es konnte jedoch nie bewiesen werden, daßHesse wirklich Drogen genommen hatte. Die meisten Kritiker hielten die Behauptung auch für sehr unwahrschein- lich.

9. Abschließender Kommentar

Obwohl der „Steppenwolf“ mehr eine Selbstanalyse Hermann Hesses ist, und der Autor in dem Roman seine seelischen Probleme verarbeitet hat, glaube ich, daßjeder einzelne etwas daraus lernen kann.

Da stimme ich Hesse ganz zu: Es ist naiv, sich nach dem Lesen des Romans, gleich als Steppenwolf zu sehen. Ich finde, das Wichtigste, was man sich vom „Steppenwolf“ merken sollte ist, daßjeder Mensch vielfältig ist. Die Gesellschaft formt uns und hindert uns oft daran, uns selbst zu verwirklichen. Wir selbst eignen uns bestimmte Eigenschaften an und glauben, das sei alles, was in uns steckt. Stattdessen sollten wir nach unseren anderen Seiten suchen und die guten hervorheben. Wenn wir diese finden, können wir uns selbst verwirklichen und im Leben weiterkommen. Dabei müssen wir auch den Mut haben, zu uns selbst zu stehen und uns von anderen nichts sagen zu lassen.

Einen weiteren Gedanken, den ich wichtig finde, ist der, daßwir Fehler nicht nur bei den anderen, sondern zu allererst auch bei uns selbst suchen müssen.

Der „Steppenwolf“ hat mich sehr angesprochen, und ich würde ihn auch weiterempfehlen.

Anmerkungen

1 Michels, Volker: Hermann Hesse, der distanzierte Deutsche. In: Hermann Hesse, Der Steppenwolf und unbekannte Texte aus dem Umkreis des SteppenWolf. Hrsg. Von Volker Michels. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M., Wien, Zürich, 1972, S.315-339.

2 Esselborn-Krumbiegel; Helga: Hermann Hesse: Der Steppenwolf- Interpretation. R. Oldenbourg Verlag, München, 1985, S.7.

3 „Aus dem Tagebuch eines Entgleisten“, entnommen einer unvollendeten Dichtung des Jahres 1922, einer Vorstudie zum „Steppenwolf“, zitiert nach: Michels, Volker (Hrsg.): Materialien zu Hermann Hesses „Der Steppenwolf“. Frankfurt/M., 7. Auflage, 1981, S.199.

4 Aus einem Brief an Felix Braun, Nov. 1927 und aus „Kofferpacken“, Berliner Tageblatt vom 14.11.1926, zitiert nach: Michels, Volker: Materialien, S.124 und 100.

5 Aus einem Brief an Otto Blümel, 10.3.1926, zitiert nach: Michels, V.: Materia- lien, S.72.

6 Aus einem Brief an Felix Braun, 10.4.1926, zitiert nach: Michels, V.: Materia- lien, S.74.

7 Hesse, Hermann: Der Steppenwolf. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/ M., 1972; S.11.

8 Hesse, Hermann, a.a.O., S.24.

9 Hesse, Hermann, a.a.O., S.17.

10 Hesse, Hermann, a.a.O., S.101.

11 Hesse, Hermann, a.a.O., S.121.

12 Hesse, Hermann, a.a.O., S.135.

13 Hesse, Hermann, a.a.O., S.135.

14 Hesse, Hermann, a.a.O., S.145.

15 Hesse, Hermann, a.a.O., S.157.

16 Hesse, Hermann, a.a.O., S.157.

17 Hesse, Hermann, a.a.O., S.153.

18 Hesse, Hermann, a.a.O., S.90.

19 Hesse, Hermann, a.a.O., S.92.

20 Esselborn-Krumbiegel, Helga, a.a.O., S.78.

21 Hesse, Hermann, a.a.O., S.51.

22 Hesse, Hermann, a.a.O., S.53.

23 Hesse, Hermann, a.a.O., S.33.

24 Hesse, Hermann, a.a.O., S.59.

25 Hesse, Hermann, a.a.O., S.63.

26 Hesse, Hermann, a.a.O., S.64.

27 Hesse, Hermann, a.a.O., S.64.

28 Pfeifer, Martin, Hermann Hesse: Siddharta, Der Steppenwolf- Zum Verständnis seiner Prosa. Joachim Beyer Verlag, Hollfeld/Ofr., 1990, 3. Auflage, S.94.

29 Pfeifer, Martin, a.a.O., S.95.

30 Neis, Edgar, Erläuterungen zu Hermann Hesse- Demian, Siddharta, Der Steppenwolf, C. Bange Verlag, Hollfeld/Obfr., 1984, 5. Auflage, S.57.

31 Hesse, Hermann, a.a.O., S.72.

32 R[ockenbach], M[artin], Der Steppenwolf. Eine Deutung. In: Orplid, Augsburg, 4, 1927, 5/6, S.54-56.

33 Esselborn-Krumbiegel, Helga, a.a.O., S.86.

34 Hesse, Hermann, a.a.O., S.191.

35 Ball, Hugo, Hermann Hesse, Berlin 1947, S.238-243.

36 Pfeifer, Martin, a.a.O., S.104-105.

37 Lüthi, Hans-Jürgen, Hermann Hesse, Stuttgart 1970, S.80-89.

38 Hesse, Hermann, a.a.O., S.230.

39 Hesse, Hermann, a.a.O., S.235.

40 Kindler-Verlag (Hg.), Kindlers Neues Literaturlexikon (Band 7), München, 1990, S.804.

41 Esselborn-Krumbiegel, Helga, a.a.O., S.72.

42 Hesse, Hermann, a.a.O., S.36.

43 Hesse, Hermann, a.a.O., S.45.

44 Esselborn-Krumbiegel, Helga, a.a.O., S.74.

45 Hesse, Hermann, a.a.O., S.231-232.

46 Hesse, Hermann, a.a.O., S.129.

47 Hesse, Hermann, a.a.O., S.131.

48 Brief an Erhard Bruder, 1928. In: Materialien zu Hermann Hesses „Der Step- penwolf“. Hrsg. von Volker Michels. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1972, S.127.

Details

Seiten
18
Jahr
2000
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105133
Note
14
Schlagworte
Hesse Hermann Steppenwolf Eine Selbstanalyse Hesses Kritik Gesellschaft Jahrhunderts

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Titel: Hesse, Hermann - Der Steppenwolf - Eine Selbstanalyse Hermann Hesses und Kritik an der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts