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Körpersprache

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 18 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung
- Hinführung zum Thema
- Definition: Körpersprache und Körperkommunikation

II. Die Körpersprache
- Individualität und Normalität
- Gefühl und Emotion
- Haltung
- Gangarten
- Sitzen
- Begrüßungen

III. Schlußwort
- Vorsicht bei der Deutung der Körpersprache

IV. Quellenverzeichnis

I. Einleitung

Hinführung zum Thema

Über die Bedeutung der Körpersprache wird sehr viel diskutiert. Aber nicht jeder Fingerzeig ist auf die sprichwörtliche Goldwaage zu legen und kommunikationspsychologisch zu deuten. Tatsächlich nehmen wir jedoch gerade derartiges sehr intensiv wahr und beziehen es bei einer Auswertung einer Nachricht in unsere Überlegungen ein. Ob wir wollen oder nicht.

Es bestehen unmittelbare Zusammenhänge zwischen Körperhaltung und Bewegung sowie den Gefühlen, den Gedanken und des Mitteilungen eines Menschen. Der Mensch kann zwar bewußt oder auch unbewußt in seinen Worten die Unwahrheit sagen, der Körper jedoch lügt nicht. Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Körper Botschaften aussendet, die, richtig gedeutet, die Wörtersprache ergänzen oder Lügen strafen. Die Wissenschaft von der nicht- verbalen Kommunikation, die Kinesik, interpretiert die Zeichensprache, mit der der Körper die geheimsten Gedanken des Menschen verrät.

Wir wissen, dass unsere Gesten Ausdruck haben: der erhobene Zeigefinger, die hochgezogene Augenbraue, die gerümpfte Nase und der wippende Fuß sprechen eine unmißverständliche Sprache. Doch die subtileren Botschaften, die der Körper ständig aussendet, erkennen wir nur selten bewußt.

Wir benutzen das Kommunikationsmittel meist intuitiv. Die Regeln und Bedeutungen der Signale, die wir aussenden und empfangen, werden uns nur selten bewußt. Wer die Körpersprache jedoch beherrscht und versteht, läßt sich von seinen Mitmenschen nicht täuschen und knüpft leichter Kontakte mit ihnen.

Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich einen kleinen Einblick in die Lehre geben, im geheimnisvollen Spiel des Körpers das Wesen des Menschen zu erkennen.

Definition: Körpersprache und Körper-kommunikation

Verhalten, Arm- und Beinhaltung, Ausdruck der Augen, Mundwinkel oder Hände verraten unsere Gedanken, Seelenleben, Ängste, Wünsche und Begierden. Auch Eigenschaften wie Körperfülle, Kleidung, Stimme, Frisur und sogar manche Details des Gesichtes sind Informationsquellen, aus denen man bis zu einem ungewissen Grade auf Charaktereigenschaften oder Stimmungen schließen kann. All dies nennt man Körpersprache, wobei hier auch oft im gleichen Sinne von Körpersignalen die Rede ist.

Körperkommunikation ist nonverbale Verständigung, das heißt, sie funktioniert nicht über gesprochene Wörter. Sie ist grundsätzlich auf den Bereich der Beziehungskommunikation und der Interaktion beschränkt. In diesen Bereichen stellen die Körpersignale einen wesentlichen Kommunikationsbeitrag dar. Körperhaltung, Gestik, Mimik, Augenkontakt, Körperhaltung, die manchmal andere Botschaften übermitteln als die gesprochenen. Die verbale Sprache vermittelt Fakten, während die Körpersignale die Bedeutung übermitteln.

Körpersprache offenbart Anzeichen innerer Befindlichkeiten oder interpersoneller Einstellungen. Stellt man zum Beispiel fest, dass es dem Gegenüber gefühlsmäßig nicht gut geht oder man davon ausgehen kann, angelogen zu werden, achtet man sehr genau auf Mimik und Körpersprache.

II. Die Körpersprache

Individualität und Normalität

Als natürlich bezeichnet man ein Verhalten, wenn man dieses gewohnt ist und es so für normal erklärt. Abweichungen von dieser Norm erscheint einem fremd und unnatürlich. Dies gilt für einen selbst als auch für andere. Eine Abweichung gegen die Gewohnheit und Erwartung setzt einen in Verlegenheit und wird so als unnatürlich bezeichnet. Insoweit folgt jeder seinen eigener eigenen Natur. „Sie ist Signum und Charakteristikum seiner Eigenart und Individualität“, so Samy Molcho.

Die Natürlichkeit einer Person ist der Ausdruck ihrer Identität. Jeder wird nach der Form und der Farbe, des Geruchs und Klanges, der Art und Intensität der Bewegung etc. identifiziert. Die Kombination und die Akzente dieser Kategorien werden als typische Eigenschaften einer bestimmten Person registriert. Gewisse elementare Eigenschaften sind bereits in der genetischen Information eines jeden erhalten. Hierzu gehören die Physiognomie und Gestalt, Temperament und Intensitätsbegabung. Der größte Teil der individuellen Eigenschaften ist jedoch angeboren.

Etwas, das man beachten muss, ist, dass die Information, die man durch seinen Körper und seine Ausdrucksformen gibt, bestimmt, wie man wirkt. Wenn diese Wirkung mit der Absichten oder Vorstellungen nicht entspricht, kann man sie korrigieren- verbal oder durch die Körpersprache. Doch dies sollte nicht zu abrupt geschehen, da Menschen danach bemessen werden, ob ihr Verhalten den gewohnten Erwartungen entspricht oder nicht. Wenn bestimmte Erscheinungsbilder diesen Erwartungen nicht entsprechen, nicht beherrscht werden und aufgesetzt scheinen, wirkt dieser Mensch unglaubwürdig. In der Regel verändert man sein Verhalten aber ohnehin allmählich durch neue Einsichten, Überzeugungen etc.

Gefühl und Emotion

Zwischen Gefühlen und Emotionen liegt ein sehr großer Unterschied: Gefühl ist alles, was wir durch sinnliche Eindrücke wahrnehmen. Durch Gefühle wird das Gleichgewicht nicht gestört und es entstehen keine Konflikte.

Bei Kälte zieht man einen Mantel an, bei Wärme zieht man die Jacke aus und bei dröhnendem Geräusch hält man sich die Ohren zu. Das gleiche gilt für Gefühle, die aus dem Innern kommen: Zärtlichkeit, Zuneigung, Wohlbehagen und Unwohlsein. Man bringt sie durch Worte und Gesten zum Ausdruck.

Eine Emotion entsteht, wenn einen etwas aus dem Gleichgewicht bringt. Emotionen können positiv aber auch negativ registriert werden. Positiv zum Beispiel bei der Erwartung eines schönen Abends. Negativ zum Beispiel, wenn Gefühle nicht erwidert werden oder bei Angst vor Verlust. Eine Emotion wirkt auf den ganzen Körper, und solange dessen Gleichgewicht gestört ist, wirkt sich das auf alle Aktionen aus.

Blockierungen erzeugen oft psychosomatische Störungen, da der Körper auf seelischen Überdruck mit Krankheit reagiert.

Die Gefühlsäußerungen eines „Gefühlsmenschen“ informiert über seine Beziehung zu einer Situation oder Position und gibt seine Einstellung und Wertung wieder. Nach Samy Molcho ist der Gefühlsausdruck das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Menschen, weil jeder Kontakt auf „diesem subjektiven Erfahrungsaustausch beruht“, da keiner objektiv wahrnehmen kann.

Haltung

Aufrechtstehen bedeutet, dass sich das Knochengerüst des Körpers ohne Muskelanstrengung im Gleichgewicht befindet. „Der Kopf ruht waagerecht im Nacken und der Blick ist geradeaus gerichtet. Die Schultern hängen gerade, Hände und Arme locker entlang des Körpers.“ Der Kopf, der Hals und die Wirbelsäule bilden eine gerade Linie und der Brustkorb hängt „ohne Druck oder Zug“ in der Wirbelsäule.

Objektiv betrachtet steht jedoch kaum ein Mensch wirklich gerade. Was oft als gerade Haltung bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine leicht nach vorne hängende Haltung, die die Wirbelsäule mit einiger Muskelanstrengung belastet. Wer versucht diese Haltung zu einer wirklich geraden zu korrigieren, hat meistens das Gefühl, gleich auf den Rücken oder auf die Nase zu fallen. Dies ist ein Beispiel dafür, dass jeder das als richtig registriert, was er gewöhnt ist.

Gangarten

Jeder besitzt seine eigene Art zu gehen, und jede Emotion, jedes Gefühl und jeder Reiz färbt sofort auf die Gangart ab. Die Gangart ist aber auch der Absicht und dem Zweck der Bewegung, der körperlichen Verfassung und dem Alter unterworfen.

Samy Molcho unterscheidet folgende Gangarten:

Wenn der Kopf nach hinten gedrückt ist, sperrt dies automatisch die Beweglichkeit des Halses. Damit wird auch der Gang starr und steif. Sie läßt keine Information von rechts oder links zu, die vom geplanten Ziel ablenken könnten. Es ist die Gangart von Leuten mit einer „festgefügten Weltanschauung“, die sich exakt an ihre Richtlinien halten. Oft ist diese Kopfhaltung gepaart mit einer starren Haltung der Brust. Diese Person legt großen Wert auf Konventionen und ist von gesellschaftlicher Anerkennung abhängig.

Menschen, deren Kopf und Hals während des Gehens hingegen unablässig in lebhafter Bewegung sind, gehören zu jenen Leuten, die einfach alles interessiert und dauernd Informationen sammeln. Zwar sind sie dadurch auch abgelenkt, aber das wird durch den umfassenden Informationsgewinn ausgeglichen. Diese Leute haben ständig Einfälle und Anregungen parat. Ob sie auch alles ausarbeiten, was sie aufnehmen und vorschlagen, hängt davon ab, ob ihre Fähigkeit zur Umsetzung hoch genug entwickelt ist und schnell genug funktioniert.

Bei vorgeschobenem Kopf wird die Beweglichkeit des Halses, der Blickwinkel und die schnelle Reaktion eingeschränkt. „Diese Menschen sind vorsichtig. Sie schicken ihre Augen voraus, halten zuerst Ausschau- und können dann noch ihren Kopf rechtzeitig zurückziehen.“

Ganz besonders vorsichtig sind Leute, die während des Gehens dauernd auf den Boden vor sich schauen. Sie neigen dazu, ihre Gedanken in der Vergangenheit zu lassen, vertrauen nur Schritten, die schon erprobt sind, und machen allein das, was sie bereits wissen und können. Sie vermeiden also jedes Risiko.

Die nach vorne gezogene Brust signalisiert einen ehrgeizigen Menschen, der immer mehr erreichen will, als ihm bisher gelungen ist. Wenn man ihn eine Zeit lang beobachtet, hat man das Gefühl, „er ist sich selbst mit seiner Aktivität eigentlich schon weit voraus, aber seine Beine haben Mühe, ihm hinterher zu rennen.

Jemand, der die Brust beim Gehen nach hinten zieht, ist „einer, der nicht will“. Er hält sich mit seinem Oberkörper immer eine Schritt zurück. Er empfindet das Leben als einen Kampf, den man durchstehen muss. Wenn die Brust richtig einfällt, ist das Signal laut Samy Molcho eindeutig: „Ich bin passiv, ich kämpfe nicht, und alles bedrückt mich.“

Den wiegenden Gang, bei de der Körper von einer auf die andere Seite pendelt, haben Leute, die sich schwer entschieden können. Sie müssen lange zwischen ihrem Gefühl und ihrer Ratio abwägen.

Die lebhafte Bewegung der Hände während des Gehens zeigt Aufgeschlossenheit und Bereitschaft. Beim natürlichen Gehen hängen die Händegerade von den Schultern herunter und die Handflächen sind parallel zur Gangrichtung. Wird der Handrücken nach vorne gerichtet, so erscheint einem dies als eine unnatürliche Drehbewegung. Solche Menschen verdecken ihre Absicht und man weiss nicht, was sie vorhaben. Hängt eine Hand dagegen leblos an einem Körper, so ist das der Versuch, die Aktivität dieser Seite zu blockieren- links die Emotionale, rechts die Ratio, so Samy Molcho. Das gleiche geschieht, wenn eine Hand in Richtung zur Brust angezogen wird.

Schultern, „die mit einer leichten Seitenwendung von der Mittellinie abweichen, (...) erinnern nicht zu Unrecht an die Haltung eines Boxers.“ Solche Menschen vermeiden Konfrontationen und gehen Problemen und Mühen aus dem Weg.

Sitzen

Zwar muss die Wirbelsäule auch beim sitzen eine tragende Funktion ausüben, aber trotzdem ist es eine Entspannung und Entlastung für den Organismus. Nach Samy Molcho ist Sitzen eine ideale Position für kommunikativen Austausch. Dies ist so zu erklären: Der Körper ist im Sitzen in der Lage, in einer weiten Skala von Bewegungen und Gesten zu agieren und eine Fülle von Signalen zu geben.

Sitzen ist eine feste räumliche Position, aus deren Anordnung zueinander sich bestimmte Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Personen ergeben.

Die Art, wie jemand sitzt, ist Ausdruck seiner Eigenart und inneren Verfassung, unterliegt aber auch äußeren Bedingungen wie Zeitmangel, gegebene Räumlichkeiten oder Temperatur.

Bei der Betrachtung der Sitzordnungen ist als aller erstes festzustellen, dass die Entfernung der sitzenden Personen zueinander auch Ausdruck ihrer mehr oder minder großen persönlichen Distanz ist.

Wenn jemand in einer Gruppe sitzt, um ihn herum jedoch mehr Raum besteht als um die anderen, so gibt es dafür mehrere Deutungen:

* Wird der Raum sozusagen mit Respekt gefüllt, so ist er jemand, der mehr Macht besitzt oder einen höheren Rang als die anderen besitzt.

* Der Grund kann aber auch freundliche Ignoranz sein, wobei es sich dann wahrscheinlich um einen Neuling in der Gruppe handelt.

* Wird er allerdings auffällig gemieden, ist das ein Zeichen von Ausgestoßensein.

* Positionen am Rande der Gruppe mit auffallendem Abstand deuten entweder auf Distanzierung durch die anderen oder Neutralität des Betroffenen.

Die Nähe der Sitze zueinander ermöglicht intimen Kontakt und zeigt Vertraulichkeit. 9

„Gleichgestellte Personen“ oder „untergeordnete Gruppen“ rücken gerne enger aneinander. Sie gewinnen dadurch Wärme, Geborgenheit, Sicherheit und beweisen damit Solidarität. Das Sitzen im Kreis ist hier eine Verstärkung, aber auch das Sitzen in einer Linie symbolisiert Gemeinsamkeit der Betrachtungs- und Handlungswiese gegenüber der anderen.

„Das Sitzen vis-à-vis ... bedeutet, dass man sich ganz dem Gegenüber widmet.“ Diese Aufmerksamkeit kann sowohl sach- als auch gefühlsbezogen sein.

Das Sitzen über Eck ermöglicht einen großen Verhaltensspielraum. Man kann eine „Verhärtung“ vermeiden, die sich beim Sitzen Visavis leicht ergibt, besitzt aber die Möglichkeit des direkten Kontakts. Diese Sitzposition ermöglicht auch eine sehr bewegliche Gesprächssituation und wird daher von Individualisten, selbständigen oder eigenwilligen Menschen bevorzugt.

„Die Art wie jemand sitzt, ist Ausdruck seiner Eigenarten und inneren Verfassung, unterliegt aber auch äußeren Bedingungen wie Zeitmangel und selbstverständlich den direkten Reizen der jeweiligen Situation...“ (Samy Molcho).

Dies gilt unter anderem für die Ausnutzung der Sitzfläche:

Sitzt jemand mit dem vollen Körpergewicht auf der ganzen Sitzfläche, erklärt er damit: „Mir steht das hier zu, ich bleibe eine Weile sitzen und lasse mich nicht so leicht abservieren“ (Samy Molcho).

Nimmt jemand hingegen auf der Stuhlkante Platz, so dass sich sein Schwerpunkt vorne über dem Fußballen befindet, kann er jederzeit aufstehen und drückt damit aus, dass er entweder wenig Zeit hat und gleich gehen will oder, dass er bereit ist, dem Gastgeber jederzeit behilflich sein kann.

Frauen sitzen oft am Rande eines Stuhles und haben somit die Möglichkeit ihre Beine seitlich parallel aufeinanderzukreuzen und damit die Beinlinie zu verlängern. Diese Sitzposition gilt als erotisches Signal und ästhetisches Bild.

Sitzt jemand nur auf der Hälfte eines Stuhles, fehlt ihm an Selbstbewußtsein. Diese Menschen „opfern“ sich für andere und sind dabei auch oft von Schuldgefühlen geplagt.

Wer sich lässig in einen Sessel fallen läßt, ist entweder sehr erschöpft oder es fehlt ihm an innerem Halt, Festigkeit, Richtung und Willen.

Vor allem jüngere Leute nehmen gerne auf einem umgekehrten Stuhl Platz, mit der Rückenlehne als Schild und Barriere vor dem Körper. Diese Position weist auf Unsicherheit, Schutz- und Deckungssuche hin.

Eine aufrechte Haltung des Oberkörpers bedeutet Vitalität. Ein eingesunkener Oberkörper läßt auf Passivität und „depressives Naturell“ schließen. Ein dem Partner zugewandter Oberkörper zeigt natürlich Interesse an, während das Zurücklehnen auch ein Zurückziehen des Geistes bedeutet.

Derartige Signale können sich aber auch scheinbar widersprechen: Zum Beispiel sagt einer ja und lehnt sich dabei zurück. Dies bedeutet, dass er sich damit von seinen eigenen Worten distanziert. Das Signal des Körpers ist dabei aber auf jeden Fall das wichtigere!

Auch aus der Fußstellung ist einiges zu interpretieren. Verriegelt jemand zum Beispiel seine Füße am Knöchel hintereinander, ist das so, als halte er etwas zurück, das noch nicht gesagt wurde und vielleicht auch nicht gesagt werden sollte. Diese Stellung zeigt aber auch eine innere Verspannung an.

Schlingt jemand seine Füße aber um die Stuhlbeine, zeigt er damit deutlich, dass er einen festen Standpunkt hat und diesen auch bereit ist zu vertreten.

Besonders interessant ist es, wenn jemand die Beine übereinander schlägt.

Wenn beim Übereinanderschlagen der Beine der Oberschenkel vom Gesprächspartner weggezogen wird, signalisiert dies auch eine Abwendung in Richtung des aufgelegten Beines.

Sitzen zwei Personen so neben einander, dass die Fußspitzen ihrer überschlagenen Beine zueinander zeigen, ist das ein Zeichen für Kontaktsuche, Zuneigung und Harmonie.

Sind die Fußspitzen jedoch einander abgewendet, läßt sich dies auf Differenz und Trennung schließen.

Vor allem Männer sitzen auch oft mit gespreizten aufgeschlagenen Beinen, so dass der Knöchel des einen Beines rechtwinklig auf dem Knie des anderen ruht. Dies ist eine lässige und scheinbar offene Position, in der aber das quergelegte Schienbein eine Barriere baut.

Begrüßungen

Eine offene Hand signalisierte schon immer, dass man in friedlicher Absicht kommt und keine Waffen trägt.

In manchen orientalischen Kulturen wird auch heute noch der Boden geküßt, auf dem der „hohe Herr“ steht. Der Untertan, aber auch der Gast, demonstriert damit seine Unterwerfung. „Die Skala dieser Geste gleicht einer Entwicklungsgeschichte menschlicher Sitten auf dem Wege zu demokratischem Selbstbewußtsein“ (Samy Molcho): Vom Sich-zu-Boden-Werfen und die Füße-Küssen über den Kniefall bis zum Neigen des Kopfes und dem Zugehen aufeinander mit aufrechtem Blick.

Während der direkte Augenkontakt bei der Begrüßung in Ländern wie Asien und Afrika aber als unhöflich gilt, wird er im Westen als etwas Selbstverständliches angesehen.

Der direkte Augenkontakt ist ein Zeichen dafür, dass man zur Konfrontation bereit ist; doch erklärt man durch die übrigen Begrüßungsgesten, wie das Reichen der Hand, dass „in Frieden“ kommt.

In Deutschland gehört dieser Augenkontakt und ein starker Händedruck fast zum Anstandsgebot. Jede Abweichung läßt bereits individuelle Eindrücke des Gegenüber entstehen. Im Druck und Schütteln der Hände zeigen sich das Maß an Vitalität, Gefühl und Sachlichkeit.

Eine offene und energische Begrüßung ist es, wenn jemand mit sicherem Schritt auf den anderen zu geht, bis sie eine Standposition zueinander erreichen, in der die Distanz etwas größer als die Armlänge ist. In gerader Haltung bewegt sich der Oberarm von der Brust weg und schiebt den Unterarm nach vorne; die Hände treffen sich in der Mitte mit energischem Zugriff und werden kurz geschüttelt. „Befreit sich der Oberarm nicht vom Körper, so deutet das auf eine Gefühlshemmung und zwingt den anderen näherzukommen“ (Samy Molcho).

Kommt jemand mit gestrecktem Arm auf einen zu, erweckt dies bei einem den Eindruck des Entgegenkommens. Aber in Wirklichkeit blockiert er damit unsere freie Bewegung und zwingt uns, einen Schritt zurückzumachen. Auf diese Weise wird eine offene Annäherung vermieden und ein Abstand bewahrt. Das Gegenteil geschieht, wenn der andere unsere Hand ergreift und zu sich zieht: er vereinnahmt uns.

Ist der Handdruck zu stark, so baut dies ein Blockade und läßt vermuten, dass der andere eine Unsicherheit überdecken will. Eine lasche Hand bei gleichzeitig lascher Körperhaltung weist auf eine Vitalitätsmangel, Desinteresse oder Gleichgültigkeit hin. Die Beachtung der Körperhaltung ist ohnehin sehr wichtig. Eine aufrechte und offene Haltung ist ein Zeichen von Intensität und Aufgeschlossenheit, während eine lasche Körperhaltung ein Zeichen dafür ist, dass jemand sachlich bleiben und Gefühle aus dem Spiel lassen möchte.

Nimmt jemand unsere Hand nur kurz zwischen Finger und Daumen und nimmt sie danach sofort wieder zurück, signalisiert er damit seine Abneigung.

Gibt jemand die ganze Hand, zieht dabei aber den Handteller ein, ist dies eine andere Variante der Berührungsscheu.

Als väterlichen Gruß bezeichnet man es, wenn die Hand zwischen beide Hände genommen wird. Dies ist eine dezente Form von Umarmung, die herzliche Zuneigung versichern soll.

Kommt jemand mit beiden Händen auf einen zu, weckt er meist Gefühle der Zuneigung.

Wenn jemand mit der einen Hand unsere ergreift und schüttelt und gleichzeitig mit der anderen unseren Ellbogen oder Oberarm umfaßt und festhält, ist das eher eine Art von Manipulationsversuch. Er schränkt damit unsere freie Bewegung ein. In der Andeutung einer Umarmung will er uns zwar seine Zuneigung zeigen, aber unsere Reaktion gleichzeitig unter Kontrolle halten. „Das ist die Art von liebevollen, aber besitzergreifenden Menschen“ (Samy Molcho).

III. Schlußwort

Vorsicht bei der Deutung der Körpersprache

Die Deutung der nonverbalen Kommunikation muss immer im Zusammenhang mit der verbalen Kommunikation gesehen werden. Denn normalerweise tragen die Körpersignale zu dem besseren Verständnis des Gesprochenen bei.

So kann man also auf Grund des visuellen Eindrucks Freude, Überraschung, Wut oder Verachtung an der Sprache des Körpers ablesen. Angst wird aber meistens auditiv, also über das Gehör, wahrgenommen.

Wichtig dabei ist jedoch, dass man nicht die Individualität eines jeden und damit auch die Individualitätsspanne bezüglich der Körpersprache eines jeden vergißt.

Während ich für diese Hausarbeit recherchierte, beobachtete ich auch öfters Menschen, vor allem Bekannte, und achtete auf ihre Körpersprache. Somit überprüfte ich, ob Samy Molchos Studien auch der Wirklichkeit entsprechen. Auch achtete ich auf meine eigene Körpersprache. Ich kam zu dem Ergebnis, dass sich alles auch täglich sowohl in der Schule als auch in der Freizeit beobachten läßt.

Der Händedruck meines Großvaters war mir zum Beispiel schon immer unangenehm. Er hält meinen einen Arm immer fest, während er mir die andere stark schüttelt. Bei ihm trifft die Charakterisierung Samy Molchos zu: Er engt einen damit zwar ein, will aber auch seine Zuneigung damit deutlich zeigen.

Bei mir Selbst hingegen machte ich aber die Beobachtung, dass die Theorie mit den überschlagenen Beinen bei mir nicht zu trifft. Denn ich wechsle immer mal wieder die Richtung und das oben liegende Bein- eben so, wie es mir gerade gemütlich erscheint. Auch mit der Theorie, dass verschränkte Arme ein Zeichen für Abneigung sind, entspricht meiner Meinung nach nicht immer der Wahrheit. Sicherlich trifft diese Theorie oft zu, wenn es aber kalt ist, verschränken viele ihre Arme vor dem Körper als Schutz vor der Kälte.

Alles andere erschien mir als sehr interessant und wahrheitsgetreu.

Ein sehr interessanter Aspekt im Rahmen der Körpersprache ist die Sprache des Gesichts.

Diese Theorien bestehen nicht nur daraus, dass man sagt angespannte Gesichtszüge verraten Wut und Ärger und weiche, entspannte Züge bedeuten Freundlichkeit und Güte. Dieses Gebiet ist sehr vielseitig. Man muss die Augen , die Augenbrauen, den Mund, die Nase, das Kinn, die Stirn und die verschiedenen Arten von Lachen betrachten. Darum habe ich dieses Gebiet völlig aus meiner Arbeit herausgelassen.

IV. Quellenverzeichnis

http://www.netdoktor.de/ratschlaege/fakten/korpersrache.htm

http://www.trainart.de/koerper.htm

http://www.bilding-mv.de/texte/rph/rph/rph-01.htmhttp://www.methode.de/pm/um/pmum3.htm

http://www.knowhow-kompakt.com/am/zmana/amzm005.htm

- Samy Molcho: Körpersprache

Details

Seiten
18
Jahr
2000
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105310
Note
15 Punkte
Schlagworte
Körpersprache

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Titel: Körpersprache