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Der Nordirlandkonflikt

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 29 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsangabe

Vorwort

I. Die geschichtliche Entwicklung des Konfliktes

II. Eine Einschätzung des Friedens und mögliche Schritte auf dem Weg zum Frieden in Nordirland
1. Der Inhalt und das Wesen des Konflikts
2. Die IRA
3. Die Spaltung in der Bevölkerung
4. Vergleich Nordirlandkonflikt mit Konflikt in Südafrika

Nachwort

Anhang

Literaturverzeichnis

Vorwort

Wir Deutschen leben im Frieden, die Demokratie garantiert uns Menschenwürde und Menschenrechte. Nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung kennen wir Krieg. Dort sehen wir Gewalt und Elend, wir sehen Menschen, die um ihre Rechte und ihre Freiheit kämpfen müssen; wir sehen Menschen, die bereit sind, für ihren Glauben zu sterben. Dies sind oftmals Berichte aus fernen Ländern, aus Kambodscha, Irak oder Israel. Um so überraschender ist die Tatsache, dass es auch in Europa, in unserer ‚zivilisierten‘ und aufgeklärten Welt, solche Kämpfe gibt. Auch hier sind Menschen bereit, Gewalt für die Durchsetzung ihrer politischen oder religiösen Ziele einzusetzen.

Das Paradebeispiel dafür liefert der Nordirlandkonflikt. In vorliegender Facharbeit möchte ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Um in die Thematik einzuführen möchte ich im ersten Teil auf die geschichtliche Entwicklung des Konfliktes eingehen. Ich werde die Ursprünge aufzeigen und den Strang bis in die Gegenwart ziehen. Im zweiten Teil werde ich damit beginnen den Inhalt des Konfliktes zu konkretisieren, um das Verständnis der nachfolgenden Erörterungen zu ermöglichen. Im weiteren Verlauf richte ich mein Augenmerk auf die IRA, denn meines Erachtens ist von ihr maßgeblich das Voranschreiten des Friedensprozesses abhängig. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Spaltung der Gesellschaft. Auch hierauf werde ich eingehen, denn an dieser Stelle liegt ebenfalls ein wichtiger Angriffspunkt im Voranschreiten des Friedensprozesses. Um meine Ausarbeitung abzurunden und um meine Betrachtungen auszuweiten beziehe ich die Problematik abschließend auf den Konflikt in Südafrika und zeige Differenzen auf beziehungsweise ziehe Parallelen auf.

Im Anhang sind Quellen zu finden, die zur Untermauerung der getroffenen Aussagen dienen.

Ich habe versucht meine Ausarbeitung möglichst objektiv zu gestalten, was sich aufgrund der größtenteils subjektiven Quellen, die mir zur Verfügung standen, als anspruchsvoll herausgestellt hat. Dennoch habe ich mich bemüht mich unparteiisch zu verhalten und die Problematik von mehreren Seiten zu beleuchten.

Die Erörterungen ebenso wie die vorgenommenen Einschätzungen und Beurteilungen habe ich vorgenommen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es nicht in meinem Ermessen liegt detaillierte Friedenslösungen anzubieten. Ich habe aber versucht, gemäß meiner Möglichkeiten unter Zuhilfenahme meines Wissens, Einschätzungen vorzunehmen und Vorschläge zur Konfliktlösung zu unterbreiten.

Es ist im folgenden nicht immer möglich, sich absolut präzise auszudrücken. Die Begriffe ‚nationalistisch‘ und ‚katholisch‘ werden oft synonym gebraucht, ebenso die Begriffe ‚unionistisch‘ und ‚protestantisch‘.

I. Die geschichtliche Entwicklung des Konfliktes

Bereits vor Einwanderung der Kelten (nach 500 v. Chr.) war Nordirland besiedelt. Diese „vorkeltische“ Bevölkerung kam vermutlich aus Britannien. Anfänglich siedelten sie in der Gegend um Ulster, nach und nach eroberten jedoch gälische Kelten aus Gallien die Insel. Irland, das weder unter römischen noch unter germanischen Einfluß geriet, gliederte sich schon früh in fünf Landschaften: Ulster, Leinster, Munster, Connaught sowie Meath.

Während des 4. und des 5. Jahrhunderts griffen die Iren häufig die Küsten Britanniens und Schottlands an und gründeten dort dauerhafte Siedlungen. Diese Angriffe endeten mit der beginnenden Christianisierung durch den ersten Bischof Irlands Palladius (um 430), der von Papst Coelestin I. als Missionsbischof entsandt wurde, und durch das Wirken des Heiligen

Patricks1. Seine Missionstätigkeit machten aus der irischen Bevölkerung eines der streng gläubigsten Völker in der westlichen Welt.

Zu dieser Zeit war Irland in nahezu zweihundert Kleinstaaten zerfallen, an deren Spitze jeweils ein König stand. Diese Stammeskönigtümer befehdeten sich gegenseitig, je nach Interessenlage.

Ende des 8. Jahrhunderts kam es dann zu vermehrten Einfällen der Wikinger. Sie überfielen das Landesinnere, gründeten zahlreiche Siedlungen (z.B. Dublin) und zerstörten irische Klöster. Damit setzten sie der ersten Blütezeit Irlands (etwa 500-800) ein Ende. Im Laufe des 10. Jahrhundert werden die ansässigen Wikinger christianisiert.

Zugleich mit der sogenannten Gregorianischen Reform2 der Kirche auf dem Festland erfolgte eine durchgreifende Reform der irischen Kirche, erst unter Mithilfe aus England, später weitgehend selbständig. Im Laufe der Reform wird Irland in Diözesen3 aufgeteilt.

Im Jahr 1171 verbündete sich der in einem Stammeskrieg unterlegene König von Leinster mit dem englischen König Heinrich II. (Regierungszeit 1154-1189). Unter Führung des legendären Feldherrn Strongbow landeten die Normannen in Irland, besiegten die Kelten und brachten die Insel unter Obhut der normannischen Krone.

Von britischen Unterdrückung war vorerst nichts zu spüren. Die normannischen Kolonisten paßten sich an keltische Sitten an, lernten die gälische Sprache und knüpften familiäre Verbindungen mit den Kelten. So blieb die keltische Gesellschaftsstruktur von der Invasion verhältnismäßig unberührt.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts versuchte König Heinrich VIII. dem Treiben seiner Stadthalter in Irland ein Ende zu setzen und die Insel unter uneingeschränkte Kontrolle der britischen Krone zu bringen.

Heinrich VIII. von England versuchte 1537 die Reformation in Irland durchzuführen. Während sich aber die Einführung des englischen Land- und Erbrechts noch im Einverständnis mit den meisten Stammesoberhäuptern durchführen ließ, stieß Heinrich VIII. bei der Umsetzung der Reformation auf großen Widerstand. Die Klöster wurden aufgelöst, der Grundbesitz wurde an königstreue Barone und neue Siedler aus England und Schottland vergeben. Der Versuch Heinrichs scheiterte, die Bevölkerung blieb katholisch. 1541 ließ sich Heinrich vom irischen Parlament zum König von Irland erklären und übte eine direkt Herrschaft über ganz Irland aus.

Unter der Herrschaft der katholischen Maria Stuart, (1542-1587), Königin von Schottland, ging die Kolonialisierung durch englische Siedler weiter.

Ebenso ersetzte Königin Elisabeth, (1533-1603), Königin von England und Irland (1558- 1603), Tochter König Heinrichs VIII., irische Pächter durch englische Siedler. Elisabeth I. war zunächst auf eine Aussöhnung mit den irischen Fürsten bedacht. Der Aufstand des irischen Fürsten Shane O’Neil veranlasste sie allerdings eine strengere Politik zu wählen. Die von ihr geführten Religionskriege zur Verbreitung des protestantischen Glaubens wurden von Aufständen irischer Katholiken begleitet. Um den irischen Widerstand zu brechen, verwüsteten die Engländer irische Dörfer, zerstörten die Ernte, schlachteten das Vieh ab und ermordeten viele Menschen. Der Großteil Munsters und Ulsters wurde verwüstet, unzählige Menschen starben am Hungertod.

1607 floh der gälische Adel nach den gescheiterten Aufständen aus Ulster, dem Zentrum des irischen Widerstandes. Daraufhin siedelte England etwa 100 000 schottische Presbyter in sechs Grafschaften der nordischen Provinz Ulster an. So schuf sich England eine breite Bevölkerungsbasis im Norden der Insel.

Bis heute wird diese Ansiedlung von Protestanten als Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen in Irland bezeichnet.

Ab 1641 nahmen die enteigneten Katholiken Rache an den protestantischen Siedlern; sie ermordeten mehr als 12 000 Protestanten in Ulster. Den Aufstand schlug Oliver Cromwell 1649/50 grausam nieder. Er enteignete alle Katholiken in Ulster oder siedelte sie um und gab ihr Land an Protestanten. Auch die Restauration unter Karl II änderte nichts an der neuen Ordnung.

Die Thronbesteigung des römisch - katholischen Jakob II. 1685, seine Absetzung und sein gescheiterter Versuch, an der Spitze der irisch - jakobinischen Armee seinen Thron wiederzuerlangen, führten am 1. Juli 1690 zur Schlacht am Boyne. Jakob II wurde allerdings von den protestantischen Streitkräften Wilhelms III.4 besiegt. Anschließend erließ das protestantische irische Parlament Strafgesetze, sogenannte Penal Laws, gegen die irischen Katholiken. Von nun an war es ihnen verboten die Messe zu besuchen, Land zu kaufen oder zu erben. Damit waren die Grundlagen für eine wirtschaftliche Betätigung der katholischen Iren zerstört. Im Laufe der Zeit wurden die Gesetze zwar gelockert, aber die Katholiken wurden auch weiterhin benachteiligt.

Nachdem 1795 durch William Pitt der Catholic Relief Act beschlossen worden war, durften männliche Katholiken, die im Besitz von eigenem Land waren wählen und sich zur Wahl aufstellen lassen, jedoch nicht ihre Sitze einnehmen.1867 wurde das Wahlrecht auf alle städtischen Hausbesitzer ausgedehnt.

1800 handelte Pitt den Act of Union (Unionsgesetze) aus. Damit wurde Irland ein Teil des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland. Das irische Parlament wurde abgeschafft und bekam dafür eine volle parlamentarische Vertretung in Westminster. Pitt forderte vergebens die volle Gleichstellung der Katholiken. Er mußte darauf hin zurücktreten.

Im 19. Jahrhundert änderte sich die politische Lage in Irland. Daniel O`Connels Massenbewegung hatte Erfolg, als 1829 unter Wellingtons Regierung die Ungerechtigkeiten gegen die Katholiken abgeschafft wurden.

Ein weiteres entscheidendes Ereignis für Irlands Zukunft war die große Hungersnot zwischen 1845 und 1848, in der eine dreiviertel Million Menschen starben und über eine Million auswanderte hauptsächlich in die USA. Diese Emigranten nahmen ihre Unzufriedenheit mit der britischen Anwesenheit in Irland mit. Sie und ihre Nachfahren spielten eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des irischen Kampfes um Unabhängigkeit.

Die Fenier5 versuchten in der Zwischenzeit vergebens die britische Regierung mit Gewalt zu stürzen.

Mit der Forderung nach Home Rule6 erwachte der irische Nationalismus wieder. Unter der Führung von Charles Stuart Parnell7 entstand eine Massenbewegung.

Der britische Premierminister William E. Gladstone bekannte sich 1880 zu den Ideen Parnells. Er scheiterte allerdings zweimal (1886 und 1895) bei dem Versuch, die Gesetzesvorlage zur Home Rule durch das britische Parlament zu bringen.

Die Folge war eine Radikalisierung unter den Iren, die sich der Sinn Féin8 oder anderen Organisationen, die für ein freies Irland eintraten, anschlossen.

Am Ostermontag 1916 fand dann der Osteraufstand statt. 1600 bewaffnete Männer und Frauen übernahmen die Macht über die Straßen Dublins und über strategisch wichtige Gebäude. Anschließend riefen sie die irische Republik aus. Sie wußten, dass sie nicht gewinnen konnte, ihr Ziel war es aber das irische Volk aufzurütteln. Die Erklärung verkündete „das Recht des irischen Volkes auf den Besitz Irlands“ und erklärte die „irische Republik zu einem unabhängigen Staat“. Sie garantierte religiöse Freiheit sowie gleiches Recht und Chancengleichheit für alle. Nach einer Woche blutiger Kämpfe wurde der Aufstand schließlich niedergeschlagen und die Anführer von der britischen Regierung hingerichtet. Es kam zu einer erneuten Radikalisierung: Sinn Féin und die IRA bekamen tausendfachen Zulauf.

Als der I. Weltkrieg 1918 endete, brach in Irland ein Untergrundkrieg um die

Unabhängigkeit Irlands aus. Der sogenannte anglo-irische Krieg wurde zwischen der IRA und der Royal Irish Constabulary ausgetragen. Letztere wurde von britischen

Armeeeinheiten unterstützt. Die Taktik der IRA, Polizisten zu töten, wo immer sie ihnen begegnete, war dafür verantwortlich, dass die öffentliche Ordnung zusammenbrach.

Die Gewalt, die von beiden Seiten angewendet wurde, erregte die britische und US- amerikanische Öffentlichkeit so sehr, dass der britische Premierminister Lloyd George im Juli 1921 schließlich bereit war, mit der Sinn Féin zu verhandeln. Nach fünfmonatigen Gesprächen wurde am 6. Dezember 1921 ein Unabhängigkeitsvertrag unterzeichnet, der am 7. Januar 1922 quittiert wurde (Anglo-Irische Vertrag). Nach diesem Vertrag erhielten 26 Grafschaften den Status eines Freistaates innerhalb Großbritanniens. Sechs Grafschaften der ehemaligen Provinz Ulster, die im 17. Jahrhundert von schottischen Presbyterianern besiedelt worden waren, hatten bei einer Volksabstimmung für den Beitritt zu Großbritannien gestimmt und gehörten demnach nicht dazu. Tyrone, Fermanagh, Armagh und Lononderry zählten zu den Hauptsiedlungsgebieten der Protestanten im 17. Jahrhundert. Antrim und Down im Osten, welche die Hauptstadt der Provinz, Belfast, umschließen, waren dagegen mehrheitlich von schottischen Stämmen bewohnt.

Nach heftigen Diskussionen nahm die Mehrheit des irischen Nationalparlaments den Vertrag als einen ersten Schritt zur vollkommenen Autonomie an.

Die sechs Grafschaften wurden durch den Government of Ireland eine eigenständige politische Einheit des Vereinten Königreiches mit eigener Verfassung, eigenem Parlament und eigener Lokalverwaltung.

In dieser Region gab es ein Bevölkerungsanteil von zwei Protestanten pro Katholik. Der Irische Freistaat betrachtete die Abspaltung nicht als endgültig. Nordirland weigerte sich, eine Wiedervereinigung in Erwägung zu ziehen. Die Grenze zwischen den beiden Teilen wurde 1925 vertraglich festgelegt. Eine Mehrheit der nordirischen Bevölkerung betrachtete die Trennung vom katholischen Süden und die politische Zugehörigkeit zu Großbritannien als Absicherung für ihren protestantischen Glauben und ihre Vorherrschaft. Viele irische Katholiken empfanden die Schaffung Nordirlands als großes Unrecht.

Der Republikanische Flügel der Sinn Féin sowie die Mehrheit der IRA lehnten den Vertrag, besonders die Abtrennung der Provinz Ulster, jedoch entschieden ab. Sie wollen die Wiedervereinigung und die Unabhängigkeit für ganz Irland, also einschließlich Ulster. Die Gegner des Teilungsvertrages spalteten sich als Fianna Fáin von der Sinn Féin ab. Ihr Führer war Eamon de Valera (1882-1975). Die Vertragsbefürworter innerhalb der Sinn Féin nannten sich Fine Gael. Die Vertragsbefürworter innerhalb der IRA gingen zur regulären irischen Armee über, der bei weitem größere Teil der IRA kämpfte weiterhin gegen den Teilungsvertrag. Sechsmonatige Verhandlungen zwischen Vertragsgegnern und irischer Regierung zur Beilegung der Streitigkeiten blieben erfolglos.

Ende Juni 1922 brach der Bürgerkrieg zwischen dem gemäßigten und dem radikalen Flügel der Sinn Féin aus. Die Radikalen (Fianna Fáin) unter Eamon de Valera wollen die Unabhängigkeit für ganz Irland, der andere Flügel trat für einen Ausgleich mit Großbritannien ein. Dies war einer der tragischsten Momente der irischen Geschichte, und der brutale Krieg, der folgte, hinterließ ein bitteres Erbe. Bereits am 13.4.1922 hatte die IRA das Gerichtsgebäude in Dublin besetzt. Unter Druck der britischen Regierung setzte der Ministerpräsident Irlands, Arthur Griffith, am 28. Juni 1922 erstmals Waffengewalt gegen die IRA ein. Die Kämpfe weiteten sich rasch aus, die Befürworter des Vertrags behielten allerdings die Oberhand. Ende August hatten sie dann die meisten größeren Städte in Südirland unter Kontrolle. Anfang 1923 zeichnete sich allmählich ein Sieg der zahlenmäßig überlegenen Befürworter des Vertrages ab. Der Krieg endete mit einer

Waffenstillstandserklärung der besiegten IRA im Mai 1923. Die Gründe für die Niederlage lagen im mangelnden Rückhalt innerhalb der Bevölkerung und in dem unorganisierten Auftreten der Rebellen.

Die Jahrzehnte bis zum Ausbruch der Unruhen in Nordirland 1969 waren für die IRA die sogenannten „Twilight Years“. Es war eine Zeit, in der der Organisation jegliche Orientierung fehlte. Die Bewegung spaltete sich so häufig, dass schließlich nur noch ein Kern von Ideologen und Militaristen übrig blieb.

1926 brachte die entscheidende Wende: Eamon de Valeran erkannte, dass der irische Staat mittlerweile zur Realität geworden war und von den meisten Menschen akzeptiert wurde.

Fünf Jahre später übernahm er die Macht und blieb, mit kurzen Unterbrechungen, bis Ende der 50ger irischer Regierungschef. Seine Regierung betrieb die Loslösung von Commonwealth9 und die Wiedervereinigung mit Nordirland.

Zurück blieb eine geringer werdende Zahl „Unverbesserlicher“, die auch weiterhin an die Legitimität des bewaffneten Kampfes glaubte.

In der Folgezeit verübten sie Anschläge auf Geschäfte, die britische Produkte verkauften, lieferten sich Straßenschlachten, erpreßten Zeugen und Richter und ermordeten wahllos Polizisten und Soldaten. Diese Maßnahmen waren vergeblich, das Einzige was folgte, war 1936 ein Verbot der IRA.

Ende der Dreißiger erwachte die IRA zu neuem Leben. Sie wollten den Kampf für die

‚Befreiung‘ Irlands von da an da austragen, wo der Feind am verwundbarsten erschien - in Großbritannien selber. Dabei kam nur England in Frage, Schotten und Waliser blieben als „keltische Brudervölker“ verschont. Die IRA setzte sich zum Ziel, Militär und Infrastruktur Englands zu zerstören, ohne dabei Menschen zu töten.

1939 entschließt man sich dem britischen Außenminister einem Brief zuzustellen, in dem es Folgendes hieß: “Die Regierung der irischen Republik... verlangt den Abzug aller britischen Truppen, die in Irland stationiert sind... Wir bedauern, sollten wir gezwungen sein, in das militärische und kommerzielle Leben ihres Landes einzugreifen, so wie Ihre Regierung es in unserem Land tut...“* Die britische Regierung ignoriert das Schreiben worauf in England innerhalb eines halben Jahres 127 Anschläge auf Kraftwerke, Bahnhöfe, Postämter, Kinos u.ä. verübt werden.

De Valera reagierte erbost, wie konnte sich die IRA als irische Regierung ausgeben, außerdem gefährdeten die Terrorakte die Neutralität Irlands in sich anbahnendem II. Weltkrieg. Den Versuch der IRA, über Deutschland an Waffen zu gelangen, hätte London zweifellos einen Vorwand geliefert, Irland zu besetzen. Aus diesem Grund ließ Valera insgesamt 4oo Republikaner festnehmen.

1937 wurde in der neuen Verfassung der Name des Landes in Ireland (Éire) geändert. 1949 proklamierte Irland seine Unabhängigkeit. Die irische und die britische Regierung führten seitdem immer wieder Gespräche zur Lösung der Konflikte, die auch das Thema der Wiedervereinigung von Nordirland und Irland einschlossen. Abgesehen von einer

Vereinbarung 1985, die der Republik Irland eine beratende Funktion bei Nordirland betreffenden Angelegenheiten einräumte, brachten sie jedoch kaum Fortschritte.

Als Reaktion auf die Versuche, die Vereinigung Irlands und Nordirlands mit Gewalt zu erreichen von Seiten der IRA, bildeten sich paramilitärische protestantische Gruppen, zu denen die UDA (Ulster Defense Association) und die UVF (Ulster Volunteer Force) gehören, die ihrerseits mit Gewalt gegen Katholiken vorgingen. Erst 1994 gab es Anlass zu Hoffnungen auf ein Ende der Gewalt, als die IRA die Beendigung der Terroraktionen ankündigte, wenn im Gegenzug die Sinn Féin von der irischen und britischen Regierung zu Gesprächen über die Zukunft Nordirlands eingeladen würde.

Im zweiten Weltkrieg blieb Irland neutral, Nordirland war als Teil Großbritanniens am Krieg beteiligt. Auch nach 1945 ist die Beziehung zwischen Irland und Großbritannien durch konfessionelle Gegensätze geprägt. Irland verzichtet außerdem nicht auf eine Eingliederung Nordirlands, aber ihr Anspruch verliert allmählich an politischer Brisanz. Lediglich Extremistengruppen sind bestrebt, den irischen Forderungen auch durch Terror Nachdruck zu verleihen. Von der irischen Regierung erhalten sie jedoch keine Unterstützung mehr, werden sogar von ihr bekämpft.

1949 tritt Irland aus dem Commonwealth aus und wird damit unabhängige Republik.

In den Fünfzigern und Sechzigern werden die Terroranschläge fortgesetzt. Zur blutigen Eskalation des Konflikts kam es, als angekündigte Reformen ausblieben. Nach dem Regierungsantritt Terence O’Neills 1963 war in die nordirische Politik zunächst Bewegung gekommen. O’Neills Annäherung an die Republik Irland auf wirtschaftlichem Gebiet und zaghafte Reformversuche im Inneren erzeugten auf katholischer Seite eine Erwartungshaltung, die jedoch enttäuscht wurde.

1964/65 kam es zu Demonstrationen. Man forderte ein gerechtes Wahlsystem und mehr soziale Gerechtigkeit. Beim Bürgerrechtsmarsch vom 5. Oktober 1968 in Londonderry10 kam es nach Übergriffen der Polizei zu Straßenschlachten zwischen Protestanten und Katholiken mit schwerwiegenden Folgen. Es fand eine Radikalisierung beider Seiten statt, insbesondere die Ulster Protestant Volunteers trugen entschieden zur Eskalation bei, indem sie häufig in das katholische Viertel in Londonderry eindrangen. Bei allen wichtigen Veranstaltungen, Feiertagen und Umzügen beider Seiten kam es in der Folgezeit zu blutigen Zusammenstößen.

Als sich die Übergriffe auf katholische Wohngebiete häuften - angeblich suchte man nach versteckten Waffen - und der Terror gegen die Bevölkerung heftiger wurde, trat die IRA erneut mit Sabotageakten und Bombenanschlägen in Erscheinung. Im Sommer 1969 verschärften sich die Auseinandersetzungen. Die britische Armee griff mit etwa 5 000 Soldaten. Anfänglich wurden sie auch von der katholischen Bevölkerung als Ordnungsmacht begrüßt.

Durch die Gewaltbereitschaft der IRA, die infolge interner Streitigkeiten über ihr Selbstverständnis (Schutztruppe für die katholischen Viertel oder Terrororganisation) gespalten war, bewegte sich der Konflikt im Sommer 1971 auf einer neuen Ebene. Das Schwergewicht verlagerte sich nun auf die Auseinandersetzung zwischen der Armee und den verschiedenen Untergrundorganisationen: Die IRA führte einen Freiheitskampf gegen die britische Armee, die mit willkürlichen Übergriffen auf die katholische Bevölkerung reagierte. Dabei kamen zahlreiche Menschen ums Leben, darunter auch Zivilisten. Darüber hinaus kam es zu groß angelegten Verhaftungswellen, die den Hass unter den Katholiken schürten.

Am 30. Januar 1972 protestierten Katholiken in Londonderry gegen die gewaltsamen Eingriffe der britischen Trupen. Dieser Protestzug wurde dann auch vom Militär blutig beendet (Bloody Sunday ). 13 Menschen fanden dabei den Tod. Dieses Geschehnis verschärfte sich der Konflikt derart, dass London selbst die Initiative ergriff und die Regierung in Belfast am 30. März 1972 absetzte. Einem Nordirlandminister wurde die Regierungsgewalt übertragen und mehr Soldaten wurden nach Ulster geschickt. Den

„Blutsonntag von Derry” beantwortete die IRA mit einem Rachefeldzug gegen britische Soldaten. Der Terror nahm zu.

Seit Sommer 1976 wurden von den überkonfessionellen Peace People immer wieder Massendemonstrationen organisiert, die sich gegen den Terror und die Unfähigkeit der Politiker richteten, die Situation zu entschärfen. Dennoch terrorisierte die IRA weiter (z.B. Morde an Lord Mountbatten of Burma (Birma, heute Myanmar) oder auch Soldaten). In englischen Internierungslagern sitzende IRA-Kämpfer wurden zu Märtyrern emporgehoben. Wahlen für das nordirische Parlament im Oktober 1982 brachten eine Mehrheit (46 Sitze) für die Protestanten und Unionisten, 14 Mandate für die Social Democratic Labour Party und fünf für die Sinn Féin. Damit dominierten weiterhin die Protestanten die Katholiken.

Im November 1983 wählte die Sinn Féin Gerry Adams11 zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er saß für die Sinn Féin als Abgeordneter im britischen Unterhaus,. Er sollte in den nächsten Jahren zu einem der wichtigsten Hoffnungsträger für einen Friedensprozess werden.

Ein vorläufiger Höhepunkt war am 13. Oktober 1984 der Bombenanschlag auf das Grand Hotel in Brighton, in dem sich die britische Premierministerin Margaret Thatcher während des Parteitages der konservativen Partei aufhielt. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, die Premierministerin blieb unverletzt. Die Terrorserie setzte sich auch weiterhin fort.

Die Bevölkerung Nordirlands blieb gespalten. Im weiteren Verlauf des Konflikts schaltete sich die Regierung in Dublin infolge des Drucks aus der Bevölkerung in den Konflikt ein und kritisierte zunehmend das britische Vorgehen. Dublin stationierte irische Truppen an der Grenze zu Nordirland und richtete außerdem Flüchtlingslager ein.

Im Abkommen von Hillsborough zwischen Großbritannien und der Republik Irland vom November 1985 erklärte sich Irland bereit, die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien so lange anzuerkennen, wie es der Wunsch der Mehrheit der Nordiren ist. Dublin erhielt im Gegenzug Mitwirkungsrechte bei der Vertretung der Interessen der Katholiken in Ulster. Doch weder die protestantische Seite noch die IRA akzeptierten dieses Abkommen: Die IRA forderte den Abzug der britischen Armee, und die Protestanten befürchteten einen Ausverkauf ihrer Rechte.

Im November 1989 gestand die britische Regierung ein, dass der Kampf militärisch nicht zu gewinnen sei und war deshalb zu Verhandlungen mit der IRA bereit.

Auch im Denken der IRA war eine Wende zu verzeichnen. Diese Wende wurde durch ein Schreiben Peter Brookes herbeigerufen. Zum ersten Mal erklärte ein britischer Nordirlandminister dass London der Vereinigung Irlands nicht im Wege stehen werde.

Parallel zu Brookes öffnete John Hume, der Vorsitzende der gemäßigten Partei der nordirischen Katholiken SDLP (Social Democratic and Labour Party), einen weiteren Kanal zur IRA. Unter strenger Geheimhaltung nahm er Gespräche mit Adams auf. Seiner Meinung nach könne ein vereintes Irland nur durch die Einigung der Katholiken und Protestanten und nicht durch den Zwang von außen herbeigeführt werden.

Der Versuch, zwischen Protestanten und Katholiken zu vermitteln, scheiterte im Sommer 1991 an der Unvereinbarkeit beider Positionen.

Auch 1992/93 blieben Anschläge der IRA-Terroristen nicht aus, beispielsweise auf das Londoner U-Bahn-Netz. In Nordirland kam es nach einem Attentat in Warrington am 20. März 1993, bei dem zwei Kinder starben, zu größeren Demonstrationen gegen den Terror. Inzwischen wieder aufgenommene Verhandlungen wurden abgebrochen.

Im September 1993 zeigten die Gespräche erste Erfolge. Gerry Adams und John Hume einigten sich auf eine gemeinsame Friedensstrategie. Am 18. November nahmen in 16 Städten Nordirlands über 50 000 Menschen an Friedenskundgebungen teil und forderten das Ende der Gewalt in Nordirland.

Am 31. August 1994 verkündete die IRA nach 25 Jahren bewaffnetem Kampf eine bedingungslose Waffenruhe und sicherte zu, ihre militärischen Operationen zugunsten von Friedensgesprächen vorläufig einzustellen. Am 8. Dezember 1994 trafen Vertreter der britischen Regierung zu Gesprächen mit der Sinn Féin in Belfast zusammen, und am 22. Februar 1995 kam ein britisch-irisches Rahmenabkommen zustande, die sogenannte Dawning-Street-Erklärung, die das Selbstbestimmungsrecht für Nordirland festlegte. Weiterhin sicherte sie den irischen Protestanten zu, dass sich nichts ändern würde, es sei denn durch eine demokratische Mehrheitsentscheidung. Das Resultat war zwar eine Entspannung der Lage und ein Verhandlungsspielraum, doch blieben die Kernfragen des Konflikts ungelöst. Im Februar 1996 antwortete die IRA auf dass, was sie als britische Taktik zur Verzögerung ernsthafter Verhandlungen betrachtete und brach den 17- monatigen Waffenstillstand: Während der Fußballmeisterschaft in England zündete in der Fußgängerzone von Manchester der größte Sprengsatz, den die IRA jemals auf britischem Festland jemals zur Detonation gebracht hatte. In Reaktion auf den Anschlag sagte Adams, dass der Friedensprozess nur durch eine baldige Aufnahme von Allparteiengesprächen zu retten sei, denn bisher war die Sinn Fein von den Parteingesprächen ausgeschlossen; aber erst im Juli 1997 machte die IRA durch eine neuerliche Waffenruhe, die sie auf Druck der Sinn Féin verkündet hatte, den Weg für die Aufnahme erneuter Friedensgespräche über Nordirland frei. Im Oktober 1997 trafen sich mit Tony Blair (britischer Premierminister und Vorsitzender der Laybor-Party) und Gerry Adams, erstmals seit der Teilung Irlands ein britischer Premierminister und ein Sinn Féin-Führer, zu Verhandlungen über die Zukunft Nordirlands. Mit diesem Treffen markierten Blair und Adams den Auftakt für eine weitere Runde der Allparteiengespräche, an denen nun auch die Sinn Féin beteiligt war. Die Verhandlungen mündeten am 10. April 1998 im Abschluss eines Friedensabkommens, das den seit Jahrzehnten andauernden Nordirlandkonflikt beenden sollte. Im Gegensatz zu früheren Vereinbarungen ähnlicher Art wurde dieser Vertrag auch vom Vorsitzenden der Sinn Féin, Gerry Adams, unterschrieben. Das Abkommen verpflichtete die Unterzeichner auf den Gebrauch ‚ demokratischer und ausschließlich friedvoller Mittel. Der Vertrag läßt hoffen, dass die IRA der Gewalt abgeschworen hat, und dass der bewaffnete Kampf zur Durchsetzung des vereinten Irlands ein Ende gefunden hat.

Auf einem Sonderparteitag Anfang Mai 1998 sprach sich die Sinn Féin mit großer Mehrheit für die Annahme des von Adams mit ausgehandelten Abkommens aus .

Bei einem Brandanschlag in der nordirischen Stadt Ballymoney kamen am 12.7.1998 drei katholische Kinder ums Leben. Zu erneuten Gewaltausschreitungen war es gekommen, nachdem die Regierung in London einen Marsch der Protestanten durch ein katholisches Viertel verboten hatte. Mit diesem Marsch, gedenkt der sogenannte Oranierorden der Schlacht am Boyne12. Jedes Jahr kommt es dabei zu gewaltsamen Ausschreitungen im katholischen Viertel, durch das die traditionelle Marschroute führt.

In der Folgezeit stagnierte der Friedensprozess erneut; vor allem die im Friedensabkommen vorgesehene nordirische Regionalregierung war auch ein Jahr nach Abschluss des Abkommens noch nicht zustande gekommen. Denn Trimble13 und die UUP weigerten sich, zwei Vertreter der Sinn Féin in die Regierung aufzunehmen, solange die IRA noch nicht mit ihrer Entwaffnung begonnen habe. Zwar war die Entwaffnung sowohl der katholischen als auch der protestantischen paramilitärischen Untergrundverbände im Friedensabkommen festgeschrieben worden, allerdings nur äußerst vage, und als Termin war das Jahr 2000 genannt worden. Sowohl die Sinn Féin wie auch die IRA selbst lehnten eine Entwaffnung der IRA als Vorbedingung für die Beteiligung der Sinn Féin an der Regierung ab. So streiten Unionisten und Nationalisten nach wie vor über die Abrüstung der paramilitärischen Waffenarsenale.

Der Frieden in Nordirland kann demnach nicht als gesichert gelten. Die Wurzeln des Konfliktes liegen so tief, dass beide Seiten nach wie vor sehr empfindlich reagieren. Trotz permanenter Gespräche kommt es immer noch zu gewaltsamen Differenzen. Die letzte blutige Auseinandersetzung fand im Februar 2ooo statt. Bei einem Anschlag der IRA in Irvinestown wurden durch eine Autobombe 29 Menschen getötet und ca. 2oo verletzt.

II. Eine Einschätzung des Friedens und mögliche Schritte auf dem Weg zum Frieden in Nordirland

1. Der Inhalt und das Wesen des Konflikts

Um eine Einschätzung der Situation in Nordirland vorzunehmen scheint es mir angemessen, vorab erst einmal den Inhalt des Konfliktes zu präzisieren.

Die einfachste Methode, den Konflikt zu beschreiben, besteht darin zu sagen, worum es nicht geht. Außerhalb Irlands besteht beispielsweise die Auffassung, der Konflikt in Nordirland beschränke sich lediglich auf religiöse Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Tatsächlich aber steht weder die Missionierung der jeweils anderen Bevölkerungsgruppe im Vordergrund, noch streiten Protestanten und Katholiken um die Interpretation ihrer Glaubensgrundsätze. Der Konflikt hat also nicht in erster Linie religiösen Charakter, obwohl die Konfessionszugehörigkeit die beiden Lager in Nordirland grob voneinander abgrenzt, er hat eher politischen Charakter. Während sich die Katholiken als Iren begreifen und einer Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland anstreben14, bestehen die Protestanten auf die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich,also zu Großbritannien. Dass Katholiken und Protestanten in einer konfliktreichen Beziehung zueinander stehen, rührt also eher von einer politischen Seite.

Die Interessen der Protestanten werden in erster Linie von der Ulster Inionist Party (UUP) sowie die Democratic Unionist Party (DUP) vertreten. Beide kämpfen für die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich, wobei dich die DUP eine Unabhängigkeit im Rahmen des britischen Commonwealth vorstellen kann. Auf katholischer Seite führt die Social Democratic and Labour Party (SDLP) und die Sinn Fein das Lager an. Während erstere auf eine friedliche Einigung mit den Protestanten aus ist, stimmt Sinn Fein der Anwendung von Gewalt zur Erreichung ihrer Ziele zu. Das Parteiensystem Ulsters wird also von vier Parteien bestimmt, die im wesentlichen die relevanten Denkrichtungen in Nordirland repräsentieren. Diese strikte Trennung von ‚katholischen‘ und ‚protestantischen Parteien‘ spiegelt die tiefe Spaltung der nordirischen Bevölkerung wieder. Der fehlende Konsens hinsichtlich der auseinanderstrebenden Vorstellungen der Katholiken und Protestanten in Bezug auf die Friedenslösung schuf Raum für die eigene Überzeugung auch mit Waffengewalt einzutreten.

Daraus resultierend ist der Konflikt in Nordirland ein blutiger Konflikt15. Auch deshalb erlangt er weit über die Grenzen Irlands hinaus soviel öffentliche Aufmerksamkeit. Seit 1968 hat die Auseinandersetzung um die sechs Grafschaften mehr als 3200 Menschen das Leben gekostet Diese Menschen wurden von katholischen ebenso wie von protestantischen Untergrundorganiationen, den sogenannten Paramilitärs, aber auch von staatlichen Sicherheitskräften, der nordischen Polizei oder der britischen Armee getötet. Hinzu kommen unzählige Verletzte, Schätzungen zufolge mindestens 4o ooo. Obwohl 1998 ein offizielles Friedensabkommen geschlossen wurde, bestehen nach wie vor gewaltige Differenzen zwischen den beiden Lagern und es kommt nach wie vor zu gewaltsamen Ausfällen.

2. Die IRA

Will man den Frieden in Nordirland beurteilen, ist es unerläßlich, ein Augenmerk auf die IRA zu richten. Denn das Umdenken innerhalb der republikanischen Bewegung16 bildete die Voraussetzung für einen Frieden in Nordirland.

Der Abschied vom bewaffneten Kampf, der Weg hin zu einer politischen Lösung des Konfliktes in Nordirland sollte ein langer, komplizierter und blutiger Prozess sein.

Ende der Achtziger unterzog sich die republikanische Spitze einer kritischen Bestandsaufnahme. Von einem Umdenken konnte zwar nicht die Rede sein, vom Nachdenken über traditionelle Positionen aber sehr wohl, einem Nachdenken über die Natur des Konflikts, über das eigene Verhalten und über die Rolle Londons. Auf dem Parteitag der Sinn Féin im Januar 1989 kritisierte Adams in aller Öffentlichkeit die IRA - ein noch wenige Jahre zuvor unvorstellbarer Vorgang. Die Organisation, so Adams, treffe mit ihren Aktionen zu viele Unschuldige und bringe damit die gesamte republikanische Strategie in Verruf.

In Nordirland selbst spürte man allerdings wenig von dem Nachdenken innerhalb der republikanischen Spitze. Bombenanschläge und Terrorakt bestimmten nach wie vor das Bild Nordirlands. Ende Oktober 1990 machte die Organisation durch sogenannte menschliche Bomben Negativschlagzeilen. Zivilisten wurden gezwungen Autobomben in die Nähe von Kontrollpunkten der Polizei zu fahren.

7 Menschen kamen auf diese Weise ums Leben.

Oberflächlich änderte sich zu Beginn des neuen Jahrzehnts also nur wenig. Der Anstoß zur Abkehr von traditionellen Positionen kam letztlich von außen.

Obwohl es der eiserne Grundsatz der britischen Regierung war erst dann mit der Republikanischen Bewegung zu verhandeln, wenn diese zu einem endgültigen Gewaltverzicht, das heißt zu einer Entwaffnung bereit wäre, trat der britische Nordirlandminister Peter Brooke mit der Führung der IRA in Verbindung. Auf diesem Wege wurden einige Jahre lang Standpunkte ausgetauscht. Nach Ansicht Brookes war dies eine vertrauensbildende Maßnahme.

Im November 1990 ließ Brooke der IRA einen Text zukommen, die den Denkprozess innerhalb der IRA ganz entscheidend beeinflußte: „Die britische Regierung hat kein egoistisches oder strategisches oder ökonomisches Interesse an Nordirland. Unsere Rolle besteht darin, zu ermöglichen und zu ermutigen. Der Zweck britischer Präsenz ... ist, die demokratische Debatte und eine freie demokratische Entscheidung zu gewährleisten...“* Brook sprach mit dieser Rede die republikanische Annahme, dass Großbritannien nur aus Eigeninteresse an Nordirland handeln würde, direkt an. Zum ersten Mal erklärte ein Nordirlandminister in glaubwürdiger Weise, dass London der Vereinigung Irlands nicht im Wege stehen werde.

Parallel zu Brookes Bemühungen führte John Hume ab Anfang 1991 geheime Gespräche mit Adams. Hume sah Großbritannien von Beginn an in einer ehrlichen Vermittlerrolle zwischen den zwei Interessengruppen in Nordirland. Ein vereintes Irland könne nur durch ein Einverständnis von Katholiken und Protestanten, niemals aber durch Zwang erreicht werden.

Schon ein Jahr später waren eindeutige Anzeichen einer Neuorientierung hinsichtlich der Konfliktlösung zu erkennen. Anfang 1992 veröffentlichte die Sinn Féin ein Grundsatzdokument, darin hieß es: „Wir erkennen an, dass Frieden in Irland einer Lösung des langanhaltenden Konflikts zwischen irischen Nationalismus und irischem Unionismus bedarf. Wir sähen diesen, häufig blutigen, Konflikt gerne ersetzt durch den Prozess der nationalen Versöhnung, des konstruktiven Dialogs und der Diskussion. Die Unionisten haben demokratische Rechte, die in einem unabhängigen Irland nicht nur aufrecht erhalten werden können, sondern müssen .. diese demokratischen Rechte jedoch dürfen sich nicht zu einem Veto über die nationalen Rechte des irischen Volkes als Ganzes ausdehnen.“** Die traditionelle Position zur Einheit Irlands blieb also bestehen, jedoch mit dem Unterschied, dass jetzt auch die Sorgen und Ängste der Unionisten wahrgenommen wurden. Außerdem verzichtete Sinn Féin zum ersten Mal auf eine einseitige Rückzugserklärung Londons als Bedingung für ein Ende des bewaffneten Kampfes.

Dies ließ deutlich werden, dass die Republikaner dazu bereit waren von ihren traditionellen Grundsätzen abzuweichen und Kompromisse zu schließen. Ein Frieden in Nordirland kann meiner Meinung nach nur erreicht werden, wenn beide Seiten nicht auf ihrem Standpunkt beharren, sondern aufeinander zugehen.

England kam dem entgegen, indem man bereit war Gespräche mit den Republikanern aufzunehmen, ohne dass dem eine Entwaffnung vorausging. Im Gegenzug waren die Republikaner zum Dialog bereit, ohne dass die Briten ihre Truppen zuvor aus Nordirland abziehen mussten. Jim Gibney, ein Vorstandsmitglied der Sinn Féin, erklärte dazu: „Wir wissen und akzeptieren, dass der Abzug Großbritanniens einer ausgedehnten Periode des Friedens folgen und das Ergebnis von Verhandlungen sein wird.“***

Dieser Kompromiss kann zwar als ein erster Schritt gesehen werden, meiner Meinung nach ist er allerdings noch längst nicht ausreichend. Solange Großbritannien seine Truppen weiterhin in Nordirland beläßt und so lange die IRA nicht freiwillig ihre Waffen abgibt, solange ist keine absolut friedliche Basis möglich. Dass keiner den ersten Schritt wagt, läßt deutlich werden, dass auf beiden Seiten ein hohes Maß an Mißtrauen besteht. Um Frieden zu schaffen muß allerdings ein gegenseitiges Vertrauen gegeben sein.

** zitiert nach „IRA - Langer Weg zum Frieden“; Rotbuch Verlag, Seite 170 (siehe auch

*** zitiert nach „IRA - Langer Weg zum Frieden“; Rotbuch Verlag, Seite 170 (siehe auch Literaturverzeichnis)

Dieses Vertrauen ist, nach der momentanen Situation zu urteilen, aber noch nicht gegeben. Die Republikaner verwehren sich einer Entwaffnung der IRA weil ihr breites Waffenarsenal im Fall der Fälle immer noch ein politisches Druckmittel darstellt andererseits aber auch weil die republikanische Führung fürchtet, skeptische Traditionalisten könnten sich von der Bewegung abspalten. Militärische, nicht politische Stärke war stets das herausragende Merkmal der Bewegung, und genau deswegen fällt es vielen Aktivisten schwer, sich mit dem Ende des bewaffneten Kampfes abzufinden. Der Einsatz militärischer Mittel hat den Republikanern die Aufmerksamkeit und Bedeutung verschafft, die ihnen ihre politischen Aktivitäten nicht eingebracht haben. Nach einer Verschrottung ihrer Waffen laufen die Republikaner demnach Gefahr an politischer Bedeutung zu verlieren.

Die britische Regierung hat bisher ihre Truppen in Nordirland belassen, mit dem Argument, im Fall von Gewaltanwendung vonseiten der IRA eingreifen zu können um damit schlimme Zwischenfälle zu verhindern.

Zu diesemZeitpunkt ist der Stand der Dinge noch so, dass beide Seiten trotz entscheidender Annäherungen, auf ihrem Standpunkt beharren. Die IRA ist nach wie vor nicht dazu bereit ihre Waffen abzugeben und London hat bisher noch keine Bemühungen gezeigt, die Truppen aus Nordirland abzuziehen. Zur Konfliktlösung ist es jedoch unabdingbar, dass beide Parteien aufeinander zugehen.

Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass die IRA nach und nach einen Teil ihrer Waffen abgibt, um so die Ernsthaftigkeit ihres Friedenswillens zu demonstrieren. Denn so lange sie dazu nicht bereit sind, geben sie der britischen Regierung Anlass zum Mißtrauen. London müßte im Gegenzug mit dem Abzug des britischen Militärs aus Nordirland beginnen.

Man könnte vertraglich festlegen, dass in bestimmten Zeitabständen Waffen abgegeben werden und schrittweise britische Truppen von der grünen Insel abgezogen werden. So wäre die Möglichkeit gegeben, dass beide Seiten Vertrauen fassen könnten. Und Vertrauen ist die Vorbedingung für einen endgültigen Frieden in Nordirland.

Was ein weiteres Problem darstellt, ist die Tatsache, dass sich zwar die republikanische Führung mit dem Gedanke abgefunden hat, dass ein vereintes Irland nicht „herbeizubomben“ ist, dass sich dieses Bewußtsein allerdings in erster Linie auf den

Führungskreis der Bewegung beschränkt. Die republikanische Basis ist zum Teil nach wie vor der Meinung, dass die Erreichung der Ziele am wirkungsvollsten durch Anwendung von Gewalt möglich ist, was auch die Terrorakte nach Abschluß des Friedensabkommens erklärt. Objektiv betrachtet könnte man meinen die Menschen müßten einen freiwilligen Verzicht auf die Anwendung von Gewalt begrüßen. Die Realität zeigt allerdings dass sich das Friedensabkommen in den Köpfen der einzelnen IRA - Aktivisten nicht etabliert hat. Sie sehen auch weiterhin die Gewalt als ein Mittel, ihre politischen Ziele wirksam zu vertreten. Sie handeln getreu dem Motto ‚Großbritannien wird sich so weit bewegen, wie wir es treiben‘.

Zuvor haben Generationen von Volunteers17 für die Durchsetzung ihres Ideals ihr Leben gelassen. Verständlicherweise fällt es den Menschen schwer, von heute auf morgen ihre Sichtweise zu wechseln und auf Gewalt zu verzichten.

Die Flamme der republikanischen Auflehnung wird seit jeher von einer Generation auf die nächste übertragen. Alle Versuche einen Umsturz herbeizuführen verlängern letztendlich nur die Liste der im Namen des republikanischen Mythos Gefallenen. Die Überzeugung, dass der Kampf für eine irische Nation die patriotische Pflicht eines jeden Republikaners sei ist zu tief in dem Bewußtsein dieser Menschen verankert.

Hinzu kommt dass das Abkommen von 1998 zwar einen Frieden sicherstellt und gewisse Zugeständnisse macht18, dass aber das Hauptziel der Republikaner, eine Vereinigung Irlands, noch immer nicht erreicht ist. Verständlich also, dass das Friedensabkommen für viele IRAAktivisten lediglich einen ‚faulen Kompromiss‘ darstellt.

3. Spaltung in der Bevölkerung

Wie schon erwähnt hat der Konflikt in Nordirland zwar in erster Linie politischen Charakter, dennoch teilt die Konfessionszugehörigkeit die Menschen in zwei Lager. Ein weiterer entscheidender Schritt in Richtung Frieden wird also sein, einen Ausgleich zwischen den beiden Konfessionen zu schaffen um so ein friedliches Miteinander zu ermöglichen.

Zu diesem Aspekt äußert sich Klaus Stadler in treffender Weise:

„Als wichtigstes Ereignis der Geschichte des irischen Nordens ist festzustellen, dass es heute in Nordirland einen verhängnisvollen Zusammenhang zwischen Konfessionszugehörigkeit, politischer Einstellung und politischen Einfluss sowie sozialem und ökonomischen Status gibt. Die objektive Existenz einer vertikal gespaltenen Gesellschaft wird von niemandem bestritten; ihre Auswirkungen sind so offensichtlich und so tiefgreifend, dass bisher jeder Versuch, die Kluft zwischen Protestanten und Katholiken zu überbrücken, gescheitert ist. Bei den meisten Protestanten wurde die Sicherung ihres objektiv und vermeintlich privilegierten Status zur zentralen Frage. Dies half ihnen, die Diskriminierung der Minderheit als gerechtfertigt anzusehen. Folgerichtig mußte für viele Protestanten jeder Ansatz, die vertikale Spaltung zu unterlaufen, eine schwerwiegende Gefährdung ihres Status bedeuten. Als dann in den sechziger Jahren die diskriminierte katholische Minderheit ihre objektive Deprivation in voller Schärfe erkannte und sich mit den Bürgerrechtlern für deren Abbau einsetzte, war dies ein Alarmzeichen für die Protestanten. Das Konfliktpotential, das in der vertikalen Spannung von Anfang an enthalten war, reichte aus, um einen schweren Zusammenstoß der Gruppen herbeizuführen, der zu einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt eskalieren konnte.“*

Die Frage ist nun, wie kann man die Kluft bzw. die vertikale Spaltung zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen beseitigen oder zumindest verringern. Um dies zu beantworten ist es erforderlich, zuerst die gegenwärtige Situation aufzuzeigen.

Nach Ansicht von Sozialwissenschaftlern handelt es sich bei Nordirland um eine tief gespaltene Gesellschaft. Nach einer Statistik aus dem Jahr 1995 leben in Nordirland etwa 730 000 Katholiken, was in etwa 43% der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Mehrheit, etwa 55 %, bekennen sich zum protestantischen Glauben. Diese Menschen bewohnen zwar denselben Landstrich, es besteht aber kaum eine soziale, gesellschaftliche oder kulturelle Verbindung zwischen ihnen.

Wer Nordirland besucht, wird beispielsweise die zahlreichen Fahnen am Wegesrand bemerken.

* Klaus Stadler: “Nordirland - Analyse eines Bürgerkrieges“, 1979; zitiert nach „Krisenherde der Welt“, Westermann Lexikon, Seite 287

Sie markieren die Zugehörigkeit der Straße, des Viertels oder des Ortes zu einer bestimmten Gruppe: der britische Union Jack weißt darauf hin, dass hier Protestanten wohnen, die irische Flagge steht für eine katholische Siedlung. In manchen Gegenden haben die Bewohner sogar Häuserwände oder Bordsteine mit ihren Farben bemalt.

Diese strickte Trennung des Wohnraumes steht exemplarisch für den Lebensweg der meisten Bewohner Nordirlands. Zum Beispiel findet man gemischte Schulen nur sehr selten. Katholiken besuchen in der Regel kirchliche Schulen und Protestanten lernen an staatliche Schulen. So begreifen die Kinder schon von klein auf den Unterschied zwischen Menschen der eigenen und der anderen Religion. Auch die Freizeitgestaltung bietet wenig Gelegenheit für interkonfessionelle Begegnungen. Die meisten Katholiken spielen Gaelic Football während die protestantische Bevölkerung Rugby bevorzugt. Obwohl bereits eine Institution eingerichtet wurde, die sich für die Gleichberechtigung in Bezug auf Arbeitsstellenvergabe einsetzt, sind in vielen Betrieben die Angehörigen einer Konfession unter sich. Auch gemischte Ehen besitzen Seltenheitswert.

Meines Erachtens wird der Konflikt in Nordirland erst dann zu lösen sein, wenn die gewaltigen Differenzen zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen verringert werden können. Dies wird sicherlich schwierig sein. Man kann nicht erwarten, dass eine über Jahrhunderte gewachsene Rivalität innerhalb kurzer Zeit beseitigt werden kann. Dennoch ist es für das Voranschreiten des Friedensprozesses unerläßlich an einer Annäherung der beiden Parteien zu arbeiten.

Ein entscheidender Ansatzpunkt wäre zum Beispiel die Erziehung der Kinder. Man müßte schon im Kindesalter damit beginnen, die Kinder aufzuklären. Eine Erziehung hin zur gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz wäre anstrebenswert. Gemischte Schulen würden dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Durch staatliche Förderung könnte man solche Schulen für Eltern und deren Kinder attraktiv machen. Workshops, gemeinsame (sportliche) Wettkämpfe und Unternehmungen könnten schon im Kindesalter einen Beitrag zur Aufhebung der Gegensätze leisten.

Auf diese Weise würde eine Generation heranwachsen die der jeweils anderen Religion nicht mit Gewalt, sondern mit Toleranz und Akzeptanz entgegen tritt.

Ein Umdenken der Bevölkerung ist zwingend notwendig, denn solange sich Protestanten und Katholiken weiterhin feindlich gegenüberstehen, ist an einen endgültigen Frieden nicht zu denken. Wenn sich aber die konfessionellen Gegensätze verringern, so wäre auch eine Annäherung von politischer Seite her möglich.

4. Vergleich Nordirlandkonflikt mit Konflikt in Südafrika

Um meine Ausarbeitung abzurunden, möchte den Nordirlandkonflikt in Beziehung zu dem Befreiungskampf der Schwarzen in Südafrika setzen. Ich habe diesen Konflikt gewählt, weil Garry Adams sich gern in einem Atemzug mit Nelson Mandela nennt. Inwieweit dieser Vergleich gerechtfertigt ist, möchte ich an dieser Stelle prüfen.

In der Zeit von 1948 bis 1990 ist Südafrika von der Politik der völligen sozialen Trennung von weißer, farbiger und schwarzer Bevölkerung gekennzeichnet. Durch diese sogenannte Apartheidpolitik sollte die räumliche, politische, gesellschaftliche und kulturelle Trennung der hellhäutigen, europäischstämmigen, südafrikanischen Minderheit von der dunkelhäutigen Mehrheit der Bevölkerung erreicht werden, um damit die Vorherrschaft der Minderheit auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet zu sichern.

Als die Nationalpartei 1948 an die Macht kam führte sie eine strickte Apartheidspolitik. Gemischte Ehen wurden als Verbrechen geahndet, weiße bekamen bessere Ausbildungsmöglichkeiten als Schwarze und Wohnbezirke lagen streng getrennt. Allen Schwarzafrikanern wurden bestimmte Stammesgebiete zugewiesen und sie mußten Pässe bei sich haben, wenn sie die den Weißen vorbehaltene Gebiete betreten wollten. Die Gesetze von 1950 verboten soziale Kontakte zwischen den verschiedenen Gruppen und schufen gesetzliche Grundlagen für getrennte öffentliche Einrichtungen. 1956 wurde den Schwarzen zusätzlich das Wahlrecht verweigert.

Der Widerstand der Schwarzen hatte friedlich begonnen. Doch in der Folgezeit kam es vermehrt zu Streiks, Unruhen und Aufständen.

Als der bereits 1912 gegründete Afrikanische Nationalkongress (ANC) im März 1960 einen friedlichen Protestmarsch veranstaltete, erschoß die Polizei 69 Demonstranten und verwundete 180 weitere Personen. Anschließend verbot die Regierung alle politische Organisationen von Schwarzafrikanern, darunter auch den ANC. Der ANC und dessen Splitterorganisation PAC entschieden sich darauf hin für den bewaffneten Kampf gegen das Regime. 1961 bildete der ANC im Untergrund eine paramilitärische Organisation der unter der Leitung Nelson Mandelas einen Sabotagefeldzug gegen die Regierung begann. Mandela wurde daraufhin verhaftet. Während der nächsten Jahre operierte der ANC aus dem Untergrund; seine Führer saßen entweder im Gefängnis oder sie lebten im Exil. In den Siebzigern kämpften Arbeiter und Studenten mit Streiks und Demonstrationen gegen die Regierung. Der Widerwille gegen die Apartheid machte sich besonders in dieser Zeit durch eine sprunghaft ansteigende Mitgliederzahl des ANC’s bemerkbar. Der Widerstand unter den Gegnern der Apartheid sowie die politische Umwälzung in den Nachbarstaaten Mocambique, Simbabwe und Angola zwangen die Regierung, einige ihrer Einschränkung zu lockern.

Trotz einiger Zugeständnisse kam es zu immer neuen Unruhen in den Städten, welche zusammen mit dem internationalen Druck die Regierung zu weiteren Zugeständnissen zwangen. Als 1989 Frederik W. de Klerk das Amt des Präsidenten einnahm, führt dieser die Reformpolitik fort. Auf internationalen Druck hin hob Klerk das Verbot des ANC auf und ließ Nelson Madela 1990 nach 28 Jahren Haft wieder frei. Im März 1990 wurde Mandela zum Vizepräsidenten und im Juli zum Präsidenten des ANC gewählt. Nachdem er zwischen 1990 und 1994 Verhandlungen mit der südafrikanischen Regierung über politische Reformen geführt hatte, hob diese das letzte Apartheidsgesetz im August 1991 auf. Im Gegenzug verzichtete der ANC auf weitere Gewaltanwendung. 1993 erhielten Mandela und Klerk gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Demokratie. Aus den ersten freien demokratischen Wahlen 1994, zu denen erstmals alle ethnischen Gruppen zugelassen waren, ging der ANC mit über 60 Prozent der Stimmen als Sieger hervor, und im Mai wurde Mandela zum ersten schwarzen Staatspräsidenten von Südafrika gewählt. Ende 1997 gab Mandela das Amt des ANC-Parteipräsidenten an Thabo Mbeki ab.

Nach Adams Ansichten ist die Situation Südafrikas vergleichbar mit der Nordirlands, wobei er die Rolle Mandelas einnimmt und die IRA das nordische Pendant zum ANC darstellt. Die Katholiken wären demnach die Schwarzen Nordirlands und werden von den Weißen, d.h. den Protestanten unterdrückt.

Der grundsätzliche Unterschied der beiden Konflikte ist sicherlich der Grad der Unterdrückung. Im Unterschied zu der ehemaligen Situation der Schwarzen sind die Katholiken freie Menschen, die sich politisch organisieren und wählen dürfen, sie können sich ihren Wohnplatz frei aussuchen und gemischte Ehen schließen. Von verfassungsrechtlicher Seite besteht demnach eine völlige Gleichstellung der Katholiken gegenüber den Protestanten. Dass dennoch eine „vertikale Spaltung“ zwischen den beiden Religionen besteht ist nicht durch den Staat bedingt, wie das in Südafrika der Fall war, sondern hat historische und gesellschaftliche Ursachen.

Der zweite entscheidende Unterschied besteht in der Unterstützung innerhalb der Bevölkerung. Während der ANC mit Recht behaupten konnte, für die Interessen der Bevölkerungsmehrheit sprechen zu können, so präsentierte die IRA doch immer nur eine Minderheit. Die Katholiken, deren Interessen von der republikanischen Bewegung vertreten werden, bilden in Nordirland eine Minderheit und von dieser Minderheit stimmte bei Wahlen niemals mehr als ein Drittel für Sinn Féin, dass sind 15 Prozent der Provinzbevölkerung. In der Republik Irland hatte der bewaffnete Kampf noch weit weniger Anhänger. Die Terrorakte verursachten Schrecken und Ablehnung unter dem Großteil der Bevölkerung, denn dem bewaffneten Kampf fielen zwar nicht beabsichtigt aber zwangsläufig zivile Menschen zu Opfer. Die Bevölkerung war immer weniger gewillt dies zu akzeptieren und reagierte darauf indem sie die Sinn Féin bei den Wahlen nicht mehr unterstützten. Zu keinem Zeitpunkt des Konfliktes hatten die Republikaner das Mandat der Menschen, in deren Namen sie eigentlich kämpften. Eine nationale Befreiungsarmee, die zur Aufgabe hat das Volk zu befreien, ist die IRA also sicher nicht. Im Gegensatz zum ANC der sich für die Rechte der Schwarzen, das heißt für 75 % der Südafrikaner eingesetzt hat.

Parallelen lassen sich in den Strategien beider Organisationen erkennen. ANC ebenso wie IRA versuchen, bzw. haben versucht, die Erreichung ihrer Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Terrorattacken und Gewaltübergriffe gehör(t)en zu den taktischen Mittel beider Organisationen.

Ebenso wie der ANC war die IRA nach einem Umdenkungsprozess dazu bereit auf diplomatischem Wege Gespräche zu führen um so den Konflikt zu lösen. Beiden gelangen durch diese Bereitschaft Fortschritte; der ANC erreichte politische Reformen zugunsten der Schwarzen und 1991 schließlich die Aufhebung der Apartheidsgesetze und die IRA konnte Friedensverhandlungen führen die 1989 schließlich zum Friedensabkommen führten.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass die Verwendung friedlicher Waffen zu bevorzugen ist. Durch Gespräche, in denen die jeweils eigene Position verdeutlicht werden kann und in anschließenden Verhandlungen können eher Einigungen erzielt werden, als durch die Verwendung gewaltsamer Mittel. Denn wie es beispielsweise der nordirische Osteraufstand gezeigt hat erzeugt Gewalt nur Gegengewalt.

Im irischen Friedensabkommen in gleicher Weise wie im südafrikanischen Übereinkommen mußten sich der ANC ebenso wie die IRA damit einverstanden erklären, auf die weitere Anwendung von Gewalt zu verzichten. Während man sich in Südafrika daran hielt, wurde, bzw. wird in Nordirland auch weiterhin versucht die Ziele unter Zuhilfenahme von Gewalt zu verwirklichen. Um eines Tages auf die gleiche Stufe wie Mandela gestellt zu werden muss sich Adams an sein Versprechen halten und auf Gewalt verzichten. Um seine

Kompromissbereitschaft zu demonstrieren sollte er es in Betracht ziehen, mit der Entwaffnung der IRA zu beginnen. So lange er dazu nicht bereit ist, kann sich kein Vertrauen zwischen London und zwischen ihm und der Bevölkerung entwickeln. Mandela ist 1994 auf demokratischem Wege zum Präsidenten gewählt worden. Solange Adams kein Vertrauen der Bevölkerung besitzt, wird ihm das nicht gelingen.

Der positive Ausgang der Auseinandersetzungen in Südafrika hat der Welt neue Hoffnung gegeben. Hoffnung, dass blutige Spannungen durch diplomatische Verhandlungen und gegenseitige Kompromisse auf friedlichem und demokratischem Wege gelöst werden können.

Meiner Meinung nach sollte sich Adams nicht mit Mandela auf eine Stufe stellen, dazu ist er nicht berechtigt. Er sollte sich allerdings Personen wie Mandela zum Vorbild nehmen. Mandela hat gezeigt, dass auf friedlichem Wege Lösungen zu erzielen sind, an dem sollten sich Gerry Adams, die IRA, Sinn Féin und auch protestantische Paramilitärs in Nordirland ein Beispiel nehmen.

Nachwort

Abschließend möchte ich meine eigene Meinung darstellen. Voranstellen will ich an dieser Stelle, dass ich jede Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer und religiöser Ziele verurteile. Schon allein aus diesem Gesichtspunkt heraus kann ich das Verhalten der republikanischen Bewegung nicht für gutheißen. Dennoch haben mir gerade die Argumente des Republikaners Danny Morrison Perspektiven geöffnet, die mir als Rechtfertigung für das Verhalten der Aktivisten zwar nicht akzeptabel erscheinen, aber zumindest plausibel vorkommen.

Er verdeutlicht beispielsweise, für den Leser einleuchtend geschrieben, warum die Menschen, trotz offensichtlicher Kriegsmüdigkeit, immer wieder zur Gewalt greifen. Während ich mich in meiner Belegarbeit in erster Linie auf den politischen Bereich beschränkt habe, wäre es auch interessant, zu untersuchen, warum das Individuum zu gewalttätigen Mitteln greift. Warum gehen Katholiken auf die Straße und töten Protestanten und umgekehrt? Morrison erklärt dies mit Hilfe einer Gewaltspirale: ein Katholik verliert in Straßenschlachten seinen Sohn der vom britischen Militär erschossen wurde. Zu dem Hass, den Katholiken auf Engländer ohnehin schon haben paart sich nun der Schmerz und die Trauer um den verlorenen Sohn. Gewalt erzeugt Gegengewalt und so wird sich der Katholik zu wehren versuchen. Er wird nicht zu friedlichen Mitteln greifen, seine Wut wird sich verstärken und so wird er mit Gewalt Rache nehmen. So setzt sich die Gewaltspirale fort. Schlag provoziert Gegenschlag. Auf dem Weg zum Frieden wird es eine schwere aber notwendige Aufgabe sein, diese zu unterbrechen. Doch so lange keine Annäherung der beiden in Feindschaft zueinander stehenden Religionen zu erkennen ist, solange wird ein Frieden in Nordirland nicht möglich sein.

Dieser und zahlreiche weitere Aspekte müßten in einer vollständigen Analyse der Problematik angesprochen werden. Dies würde den Rahmen meiner Belegarbeit allerdings sprengen. Ich habe mich deshalb auf einige Gesichtspunkte konzentriert um so einen Einblick in dieses komplexe Thema zu ermöglichen.

Um sich umfassend über den Konflikt zu informieren, kann man sich an, im Literaturverzeichnis aufgeführte Quellen, wenden.

Anhang

1.

Four Green Fields

What did I have,

said the proud old woman,

What did I have, this proud old woman did say.

I had four green fields, each one was a jewel,

But strangers came and tried to take `em from me.

But my fine strong sons, they fought to save my jewels. They fought and they died

and that was my grief, said she.

Long time ago,

said the proud old women,

Long time ago, this proud old woman did say,

There was war and death, plundering and pillage.

My children starved by mountain, valley and stream,

And their wailing cries, they reached the very heavens. And my four green fields

ran red with their blood, said she.

What have I now,

said the proud old woman,

What have I now, this proud old woman did say,

I have four green fields, but one of them’s in bondage, In stranger’s hands that try to take it from me. But my sons have sons as brave as were their fathers, And my four green fields

will bloom once again, said she.

(Gerhard Heimler, “Hard Times. Songs from Ireland’s Past”, Frankfurt am Main, 1998, S. 39; zitiert nach “Aus dem Labyrinth”, Danny Morrison, Unrast Verlag, März 1999, S.158)

Republikanischer Song. Dargestellt wird Irland traditionell als stolze alte Frau, der ihre vier

Felder, gemeint sind die vier Provinzen, von Fremden, d.h. von Wikingern, Anglo-Normannen und Engländern, weggenommen werden. Die Söhne verteidigen die Provinzen, doch vergebens, ihr Blut färbt die Felder rot. Eine Provinz, gemeint ist Ulster, wird ihr von den Fremden entrissen. Doch die Söhne haben Söhne, und diese werden um die vierte Provinz kämpfen. Und eines Tages werden die Felder wieder blühen. Die Republikaner sehen sich in diesem Lied als die Söhne und es ist ihre Aufgabe Irland wieder zusammen zu fügen damit es wieder blühen kann.

2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.

2. und 3. aus “Krisenherde der Welt - Konflikte und Kriege seit 1945”, Westermann Lexikon, 1996, Seite 287 - 288

4.

aus „The Independent“, 1.9.1994, S.3; entnommen aus „Großbritannien- Wirtschaft, Gesellschaft, Politik“, Leske + Budrich, 1997, S. 296

Literaturverzeichnis

™ „Aus dem Labyrinth - Schriften auf dem Weg zum Frieden in Nordirland“, Danny Morrison, Jörg Redemacher (Hrsg.), 1999

™ „Der Fischeratlas - Kriege und Konflikte“, Fischer Verlag, Dan Smith, 1997

™ „Großbritannien - Geschichte Großbritanniens und Irlands zum Nachschlagen", Verlag Plötz, 1993

™ „Großbritannien - Wirtschaft, Gesellschaft, Politik“, Roland Sturm

Verlag Leske + Budrich, 1997

™ Internet, www.fireball.de, Nordirlandkonflikt

™ „IRA - Langer Weg zum Frieden“, Peter Neumann, Rotbuch Verlag, 1999

™ „Krisenherde der Welt- Konflikte und Kriege seit 1945“; Weßermann Lexikon; 1996

™ Microsoft Encarta 99 ®

™ Microsoft Encarta 2000 ®

™ „Nationalitätenkonflite“, Heyne Verlag; 1995

™ „Troubles - Eine Einführung in die Geschichte Nordirlands“, Danny Morrison, Unrast, 1997

Hiermit erkläre ich, dass ich vorliegende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.

Nadine Liebold, den 20.12.2000

[...]


1 Heiliger Patrick um 389 bis ca. 461, Missionar Irlands. Der Legende nach wurde Patrick von Piraten nach Irland verschleppt und als Sklave verkauft. Nach sechs Jahren der Leibeigenschaft gelang ihm die Flucht an die Nordküste Galliens, wo er sich in verschiedenen Klöstern aufhielt. Sicher ist sein Eintreffen 431 in Irland als Missionar. Patricks Festtag wird am 17. März als irischer Nationalfeiertag begangen.

2 Gregorianische Reform; Wurde vom Heiligen Gregor (um 1020 bis 1085, mittelalterlicher Reformer, Benediktiner und Papst (1073-1085)) durchgeführt. Er sicherte die Oberhoheit der Kurie über weltliche Machthaber und führte die erste Auseinandersetzung mit dem Heiligen Römischen Reich. Sein Kampf um die Verleihung kirchlicher Ämter wird gemeinhin als Investiturstreit bezeichnet.

3 Diözese: Pfarrbezirk, Gemeinde

4 Wilhelm III. genannt Wilhelm von Oranien, (1650-1702), König von England, Schottland und Irland (1689- 1702), Generalstatthalter der Niederlande (1672-1702).

5 Fenier-Bewegung nationalistische und revolutionäre Bewegung im 19. Jahrhundert, trat für Trennung Irlands von Großbritannien und für die Errichtung einer unabhängigen irischen Republik ein, setzte sich aus einem Geheimbund in Irland, der Irish Republican Brotherhood und der Fenian Brotherhood in den USA zusammen. Die Fenier in den USA versorgte die Irish Republican Brotherhood mit Geld und Waffen und sagte ihre bewaffnete Unterstützung bei der geplanten Revolte gegen die britische Herrschaft in Irland zu. 1865 führende Mitglieder der Fenian Brotherhood von den britischen Behörden in Irland verhaftet, und die Geldmittel, die aus Amerika zur Finanzierung der Revolte gesandt worden waren, wurden konfisziert. Die Fenier war durch diesen Schlag doch vorübergehend gelähmt. Ein von ihr initiierter Aufstand in Irland wurde 1867 niedergeschlagen. Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Fenier in den USA und in Irland vorerst an Bedeutung; nach 1900 wurde sie wieder aktiv. Durch die Gründung des Irischen Freistaates 1922 wurden ihre Ziele teilweise verwirklicht.

6 Home Rule („Selbstregierung“), Forderung nach nationaler Selbständigkeit im Rahmen des Britischen Reiches.

7 Charles Stewart Parnell, (1846-1891), irischer Nationalist und Politiker

8 Sinn Féin (irisch: „wir selbst“), irische republikanische Partei, wurde 1905 u. a. von Arthur Griffith gegründet. Ihr Hauptanliegen bestand in der politischen, ökonomischen und kulturellen Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien. Der Gründung der Sinn Féin war der Zusammenbruch der irischen Home-Rule-Bewegung vorausgegangen. Ihr Ziel war es, zusammen mit Gewerkschaften und sozialistischen Gruppierungen verstärkt Druck auf das von ihr abgelehnte britische Parlament auszuüben. Ihr militärischer Arm war die Irisch- Republikanische Armee (IRA).

9 Commonwealth (of Nations), loser, freiwilliger Zusammenschluss von Staaten, die die britische Krone symbolisch oder tatsächlich als gemeinsames Oberhaupt. Dazu gehören 51 souveräne Staaten und mehrere abhängige Gebiete.

* zitiert nach „IRA - Langer Weg zum Frieden“; Rotbuch Verlag, Seite 54 (siehe auch Literaturverzeichnis)

10 hierzu befindet sich ein Bild (Quelle2) im Anhang

11 hierzu befindet sich ein Bild (Quelle 3) im Anhang

12 Schlacht am Boyne 1.7.1690, Sieg der protestantischen Truppen Wilhelms von Oranien über die Armee des zu Katholizismus konvertierten König Jakob II.

13 Vorsitzender der Ulster Unionist Party (UUP)

14 hierzu befindet sich ein Liedtext (Quelle 1) im Anhang, der den Wunsch nach Wiedervereinigung widerspiegelt

15 hierzu befindet sich eine Statistik im Anhang (Quelle 4)

16 Sammelbegriff für Sinn Féin und IRA, wobei Sinn Féin politischen und IRA militärischen Flügel darstellt

* zitiert nach „IRA - Langer Weg zum Frieden“; Rotbuch Verlag, Seite 168 (siehe auch Literaturverzeichnis)

17 Volunteers englisch Freiwillige; wird als Synonym für IRA-Aktivisten gebraucht

18 siehe dazu Die geschichtliche Entwicklung des Konflikts

Details

Seiten
29
Jahr
2000
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105357
Note
11 Punkte
Schlagworte
Nordirlandkonflikt

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Titel: Der Nordirlandkonflikt