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Soziale Marktwirtschaft

Facharbeit (Schule) 2001 42 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Soziale Marktwirtschaft 2.1 Definition der Sozialen Marktwirtschaft 2.2 Begriff der Sozialen Marktwirtschaft 2.3 Geschichtlicher Hintergrund

3 Schöpfer der Konzeption 3.1 Tragende Entwickler der Sozialen Marktwirtschaft und ihre Grundideen 3.1.1 Walter Euken (1891-1950) 3.1.2 Alfred Müller- Armack (1901-1978) 3.1.3 Wilhelm Röpke (1899-1966) 3.1.4 Ludwig Erhard (1897-1977)

4 Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft 4.1 Voraussetzungen für die Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft in der Nachkriegszeit 4.2 Grundideen und Ziele des Konzepts und des Schöpfers Ludwig Erhard 4.3 Gefahren der Sozialen Marktwirtschaft

5 Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft 5.1 Wirtschaftliche und politische Situation nach dem Zweiten Weltkrieg 5.2 Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland 5.3 Kritik

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang Schülererklärung

1 Einleitung

Folgendes Zitat möchten wir unseren Ausführungen zu unserem Thema voranstellen, da in diesem besonders deutlich dargestellt wird, was überhaupt der Begriff `Soziale Marktwirtschaft´ bedeutet.

„Die soziale Marktwirtschaft verbindet die wirtschaftliche Effizienz des Privateigentums und der Marktwirtschaft mit dem sozialen Ausgleich.“1 Dieses Konzept wurde in Westdeutschland mit der Währungsreform von 1948 weitgehend realisiert und führte somit die Bundesrepublik Deutschland in den fünfziger Jahren unter den Industrieländern an die Spitze des Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums, der Preisstabilität, des Wachstums der Währungsreserven bei gleichmäßig werdender Einkommensverteilung und zunehmender sozialer Sicherheit.

In dieser Arbeit stellen wir uns die Frage, welche Ziele die Gründer der Sozialen Marktwirtschaft von 1945 hatten und wie sie ihre Konzeption durchsetzen wollten. Gleichzeitig haben wir uns mit dem sozialen und gesellschaftlichen Situationen zu dem besagten Zeitpunkt in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt. Entscheidend ist diese Wirtschaftsform noch heute für jeden Anbieter und auch für uns Konsumenten. Denn, wie schon angedeutet, versucht diese Wirtschaftsform das Prinzip der Freiheit mit dem des sozialen Ausgleichs und der sozialen Gerechtigkeit zu koppeln. Um die oben genannten Fragen beantworten zu können, haben wir anhand von der uns zur Verfügung stehenden Literatur näher mit den Gründern, der Konzeption und der eigentlichen Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft beschäftigt.

2 Die Soziale Marktwirtschaft

2.1 Definition der sozialen Marktwirtschaft

Die soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland ist eine in der Wirklichkeit existierende Wirtschaftsform. Aufgabe der sozialen Marktwirtschaft ist, auf der Grundlage der Marktwirtschaft das Prinzip der Freiheit mit dem des sozialen Ausgleichs und der sozialen Gerechtigkeit zu verbinden.2

2.2 Begriff der sozialen Marktwirtschaft

Der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ ist zunächst einzuordnen in die Versuche, dem Wirtschaftsliberalismus, aufbauend auf den Erfahrungen der Vergangenheit, ein neues Gesicht zu geben. Als zweites jedoch stellen sich die Autoren und Politiker, vor allem nach 1945, eine freiheitliche, demokratische Alternative gegenüber dem autoritären Regime der Sowjetunion vor. Es ist schwer, einem Begriff, der Konzeption, Programm und Schlagworte enthält, eine Darstellung zu geben, die jedem gerecht wird.

Soziale Marktwirtschaft ist eine marktwirtschaftliche Gesamtordnung, (Wirtschaftsordnung).3 Der hauptsächliche Punkt des Konzepts soll der Wettbewerb sein. Die Funktion beinhaltet, die sozialen Aufgaben der modernen Gesellschaft in einem neuen und besseren System zu erfassen. Somit hat es eine andere Zielsetzung als der Sozialismus. „Der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft kann so als eine ordnungspolitische Idee definiert werden, deren Ziel es ist, auf der Basis der Wettbewerbswirtschaft die freie Initiative mit einem durch marktwirtschaftliche Leistung gesicherten sozialen Fortschritt zu verbinden.“4

2.3 Geschichtlicher Hintergrund

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entfernte sich die Deutsche Wirtschaftsordnung immer weiter von der Marktwirtschaft. Der internationale Wettbewerb wurde eingeschränkt und durch die staatliche Förderung von Kartellen (darunter versteht man „eine vertragliche Vereinbarung zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen mit dem Zweck, den Wettbewerb untereinander teilweise auszuschließen.“5 ) folgte eine Verminderung des nationalen Wettbewerbs. Die Wirtschaftsordnung der Nationalsozialisten baute auf diesen Kartellen auf. Es wurde eine totale staatliche Wirtschaftslenkung installiert. Durch den 1936 vorgenommen Preisstop ergab sich eine komplette Beseitigung der Marktwirtschaft.6

Im Mai 1945, Kriegsende, zeigte sich die katastrophale wirtschaftliche Lage Deutschlands. Der Krieg hatte ein Drittel des deutschen Volkseinkommens von 1936 vernichtet. Die Infrastruktur war zu 40% zerstört worden und Tausende von Menschen lebten in Hütten oder notdürftig ausgebesserten Ruinen.7 Alle Güter in dieser Zeit waren knapp und nicht einmal die auf den Bezugsscheinen zugeteilten Güter konnten erworben werden. Durch eine rasende Inflation hatte das Geld die Funktion als Zahlungsmittel verloren. In dieser Zeit blühte ein enormer Schwarzhandel, der die Diskrepanz zwischen zu niedrigen Angebot und immer weiter steigender Nachfrage bei gestoppten Preisen am Deutlichsten aufzeigte.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich eine Diskussion um die Wirtschaftsordnung, wie die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland am besten zu beseitigen sei. Sowohl amerikanische Nationalökonomen als auch die beiden größten deutschen Parteien sprachen sich für eine Fortsetzung der staatlichen Wirtschaftslenkung aus.

Gegen diese Planwirtschaft (darunter versteht man: Eine Wirtschaftsordnung bei der alle wirtschaftlichen Vorgänge zentral gelenkt werden.8 ) setzte sich der 1948 gegründete „Wissenschaftliche Beirat bei der Verwaltung für Wirtschaft im Vereinigten Wirtschaftsgebiet“ ein.9 Der Beirat befürwortete eine Einführung der Marktwirtschaft, die die deutsche Wirtschaft von Preiskontrollen und staatlicher Lenkung der Güter und Arbeitskräfte befreien und somit einen wirtschaftlichen Aufschwung garantieren sollte. In der Folgezeit galt es eine Wirtschaftsordnung zu entwickeln, die Freiheit, Effizienz und sozialen Ausgleich gleichermaßen gewährleisten sollte. Hervorzuheben sind hier die Wissenschaftler der Freiburger Schule, denen trotz einer Reihe von Meinungsverschiedenheiten die Überzeugung gemeinsam war, dass nur eine marktwirtschaftliche Ordnung in der Lage sei, die katastrophale wirtschaftliche Lage in Deutschland zu beseitigen und einen sozialen Ausgleich herbeizuführen.

Schließlich wurde in Rahmen der Wirtschafts- und Währungsreform im Jahre 1948 das Programm der sozialen Marktwirtschaft, das sich nach den Vorstellungen der Freiburger Schule in einer stattlich geordneten Marktwirtschaft konstituieren sollte, realisiert.10 Ludwig Erhard hob in dieser Zeit einen Großteil der Preisbindungen und Rationierungen auf, und führte dadurch die Marktwirtschaft ein.11

3 Schöpfer der Konzeption

3.1 Tragende Entwickler der sozialen Marktwirtschaft und ihre Grundideen

Für die wirtschaftliche und politische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland war entscheidend, dass vor und während des zweiten Weltkrieges die Ideen über die Schaffung eines neuen freiheitlichen Wirtschaftssystems nach dem Ende der Kriegswirtschaft in eine praktische Politik umgesetzt werden konnten. Die Durchsetzung des Konzepts war vor allem dem Engagement der Freiburger Schule zu verdanken, die sich stark für ein freiheitliches Wirtschaftssystem einsetzte. Bereits vor Kriegsende wurde dieses Modell für eine Wirtschaftsordnung entwickelt, dass Freiheit, Effizienz und sozialen Ausgleich gewährleisten sollte.12 Besonders haben sich die Mitglieder der Freiburger Schule Walter Eucken, Franz Böhm, Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke für dieses Konzept eingesetzt. Zwar gab es Meinungsverschiedenheiten unter den Wissenschaftlern, jedoch waren sie alle der Überzeugung, dass nur eine marktwirtschaftliche Ordnung in der Lage sei, den Wohlstand in der Bundesrepublik zu erhöhen und sozialen Ausgleich herbeizuführen.

Die Autoren gingen bei der neuen staatlich geordneten Marktwirtschaft von der bereits von Adam Smith geäußerten Annahme aus, dass Unternehmer zur Kartellierung neigen und daher der Staat durch eine Ordnung den Wettbewerb sichern müsse. Aus den Erfahrungen in den Zwanziger Jahren sollten Kartelle grundsätzlich verboten werden. Dieser Ansicht sprach besonders Franz Böhm zu.

Die Akteure der Freiburger Schule werden auch häufig in der Literatur als Vertreter des „Ordoliberalismus“ oder auch des „Neoliberalismus“ genannt. „Der „neoliberale“ Lösungsvorschlag ging in die Richtung, dass keine Machtkonzentration beim Staat, sondern eine Dezentralisierung der Entscheidungsbefugnisse bei gleichzeitiger Konstituierung einer funktionierenden Wettbewerbsordnung“ hauptsächlich ist.13 Jeder einzelne Mensch, jede Einheit oder Gruppe soll um seine Ziele und Interessen eifern, der Staat soll jedoch nur die Wettbewerbsregeln und -normen setzen. Damit war immer noch eine Kontrolle für die am Wettbewerb Beteiligten gewährleistet.

3.1.1 Walter Euken (1891-1950)

Walter Eucken wurde am 17.Januar 1891 in Jena geboren. 1921 machte er seinen Professor Titel an der Universität Berlin mit der Arbeit über „Die Stickstoffversorgung der Welt“ . Von 1921-1925 war er Privatdozent an der Universität Berlin. 1927 übernahm er in Freiburg den Lehrstuhl von Goetz Briefs. Hier entstanden die Grundlagen der Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Walter Eucken setzte sich unter dem Begriff „Freiburger Schule“ für eine Marktwirtschaft im Sinne der klassischen Nationalökonomie ein. Am 20. März 1950 starb Walter Eucken in London.

Aus der Gruppe der „Neoliberalen“ hat insbesondere Euken schon in den vierziger Jahren ein detailliertes Programm für die neue Wirtschaftsordnung entwickelt. Für Euken bestand der hauptsächliche Punkt dieses Programms in der Wettbewerbsordnung, die für ihn nur dann funktionsfähig ist, wenn bestimmte Prinzipien durch die staatliche Wirtschaftspolitik verwirklicht werden. Eucken nennt sieben wesentliche konstituierende Prinzipien einer Wettbewerbsordnung.

Für Eucken beinhaltet der erste Punkt, dass die Herstellung eines funktionsfähigen Preissystems auf dem Güter- und Dienstleistungsmärkten ausgearbeitet wird. Damit ist gemeint, dass weder Anbieter noch Nachfrager den Marktpreis zu ihrem Wohlwollen beeinträchtigen können (Preisbildung der vollständigen Konkurrenz). Der Staat soll staatliche Preiseingriffe oder Einfuhrbeschränkungen verhindern, jedoch wettbewerbsfördernde Maßnahmen einsetzen. Eine wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung des ersten Punktes ist eine Währungspolitik, die den Geldwert immer stabil hält, also Inflationen (Preisniveausteigerungen) und Deflationen (Preisniveausenkungen) ausschaltet. Als dritten Punkt nennt Euken den freien Marktzugang, das soll heißen , dass für alle Beteiligten der Wettbewerb gefördert wird, da der Konkurrenzdruck durch potentielle Marktanbieter und -nachfrager immer mehr verstärkt wird. Euken nennt hierbei nicht nur Marktschließungsmethoden (Einfuhrverbote, Investitionsverbote etc.) zu verhindern, sondern auch private Kartellabsprachen wirtschaftlich zu unterbinden. Viertens sagt Euken, dass sowohl private Konsumgüter als auch Produktionsmittel die Wettbewerbsordnung voraussetzen, jedoch umgekehrt für ihn Privateigentum an Produktionsmitteln nur unter Wettbewerbsbedingungen ein ökonomisch und sozial sinnvolles Ordnungsinstrument ist14: Private Verfügungsmacht über Produktionsmittel führt für Euken zu ökonomisch und sozialen Umständen.15 Als fünften Punkt stellt Eucken das Problem dar, dass privates Produktionsmitteleigentum mit dem Prinzip der vollen Haftung des Eigentümer zu vereinbaren ist. Damit wird vermieden, dass der Eigentümer Fehleinschätzungen auf andere übertragen kann. „Hier muss immer der Grundsatz beachtet werden, dass, wer für Pläne und Handlungen der Unternehmen und Haushalte verantwortlich ist, haftet.“16 Danach führt Euken das Prinzip an, dass für ihn die Vertragsfreiheit unersetzbar ist, da alle Entscheidungen des Wirtschaftsprozesses vertraglich abzusichern sind. Als letzten Punkt schildert Eucken, dass eine Konstanz in der Wirtschaftspolitik zu entwickeln ist. Es sollen schnelle und überhastete Entscheidungen in der Wirtschaftspolitik zugunsten aller Beteiligten vermieden werden.

Neben diesen sieben Prinzipien nennt Eucken noch vier weitere regulierende Prinzipien der Wirtschaftspolitik, die eine Wettbewerbsordnung verwirklichen sollen.

Euken stellt als ersten Punkt das Prinzip der konsequenten Monopolkontrolle auf. Damit versucht er, die Bildung von Machtpositionen zu vermeiden und vorhandene monopolistische Marktpositionen aufzulösen. Danach veranschaulicht Euken das Prinzip der Einkommenspolitik und will damit sagen, dass die Verteilung des Sozialproduktes nicht immer den Vorstellungen einer sozial angenehmen Verteilung entspricht, und es daher einer Berichtigung der Einkommenspolitik bedarf.17 Euken fügt noch hinzu, das diese finanzpolitisch zu verwirklichen sei. Drittens nennt er die Funktion der Mindestpreisregelung. Euken will damit sagen, dass der Staat durch diese Regelungen negative und soziale Eindrücke ausschalten soll, da das Marktangebot auf einigen Märkten ungewöhnlich auf die Preisänderung reagiert. Er bezieht sich hier besonders auf die Anbieter der Arbeitsleistungen, die mit sinkenden Lohnsätzen bei relativ niedrigem Lohnniveau das Arbeitsangebot ausdehnen, sich also somit „anomal“ verhalten.18 Daher sollen Mindestlohngarantien solche Reaktionen ausschließen. Als letzten Punkt der vier Prinzipien spricht Euken davon, dass auch dann der Staat eingreifen muss, wenn von privaten Einzelwirtschaftern Kosten verursacht werden, die sie nicht selbst, sondern andere oder sogar die ganze Gesellschaft tragen müssen. Somit vertritt Euken das Prinzip einer konsequenten Wirtschaftsrechnung.

Das durch die konstituierenden und regulierenden Prinzipien verdeutlichte Programm Eukens ist sicherlich ergänzungs- und interpretationsbedürftig. Gleichwohl zeigt der kurze Überblick, dass schon früh die Gestaltungsprobleme erkannt wurden, die heute in der Gesellschaft immer noch im Rampenlicht stehen und noch ausgiebig diskutiert werden. Dem Staat wird in diesem Konzept eine ausführliche Aufgabe zugewiesen.19

3.1.2 Alfred Müller-Armack (1901-1978)

Alfred Müller-Armack, der auch als Nationalökonom und Kultursoziologe bezeichnet wird, wurde am 28 Juni. 1901 in Essen geboren. Er studierte bis 1923 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und promovierte zum Dr. rer. pol. und war Professor für Nationalökonomie und Kultursoziologe an der Universität in Köln und Münster. Nach 1945 entwickelt Müller-Armack die Idee und den Begriff der sozialen Marktwirtschaft und wurde 1952 vom Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard zum Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik im Bundeswirtschaftsministerium berufen. Nach 10 Jahren wird Müller-Armack mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet. Ein Jahr später nach dem Kanzlerwechsel scheidet Müller-Armack aus dem Bundesdienst aus. 1974 veröffentlichte er sein Buch „Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft“. In diesem Buch faßt er die Grundlagen und Konzepte der sozialen Marktwirtschaft zusammen. Am 16.März 1978 stirbt Alfred Müller-Armack in Köln.

Alfred Müller-Armack wird auch als einer der Väter der Wirtschaftsordnung genannt. Er war es auch, der den Begriff der sozialen Marktwirtschaft begründet hat. Müller-Armack ist zwar nicht so hervorgetreten wie Wirtschaftsminister Erhard, gehörte aber zweifelsfrei zum Inneren Zirkel der politischen Machtteile.

Alfred Müller-Armack vertrat die Idee von der staatlichen Einflußnahme auf die Ergebnisse der Marktwirtschaft deutlicher als alle anderen. Das lag daran, dass er von den Gedanken der philosophischen Anthtrophologie (darunter versteht man die Lehre vom Menschen) und der christlichen Soziallehre sowie von der Wicksellschen Konjunkturtheorie geprägt war.20 Müller-Armack hatte auch den besonderen Gedanken, die Marktwirtschaft als ein Instrument zu sehen, da er die Entscheidung für die Marktwirtschaft eher als eine bewusste Entscheidung für einen bestimmten Wirtschaftsstil interpretierte als die Entwicklung einer „spontanen Ordnung“21.

„In seinem Aufsatz „Die Wirtschaftsordnung, sozial gesehen“ bezeichnet er als zentrale staatliche Aufgaben neben „Maßnahmen zur Schaffung und Sicherung der Wettbewerbswirtschaft“ :„sozialpolitische Einkommensleitung“, „marktforme Maßnahmen für die Erhaltung der klein- und mittelbetrieblichen Struktur“, „Entproletarisierung“ durch „Schaffung persönlicher, auf Mitbestimmung gegründeter Betriebsbeziehungen“ und last not least „Konjunktursicherung“ durch „marktwirtschaftliche Konjunkturpolitik“ als „entscheidene Aufgabe““22

Alfred Müller-Armack sieht die Aufgabe sozialer Gestaltung noch umfassender. Seine Vorstellungen konkretisierte er 1947/48 wie folgt:

1. Er wollte eine soziale Betriebsordnung schaffen, so dass jeder Arbeiter ein Mitgestaltungsrecht bekommt, jedoch ohne die Verantwortung und Initiative des Unternehmers einzuschränken.23
2. Die Realisierung einer Wettbewerbsordnung, um dem Einzelnen ein Gesamtwohl zu erfüllen.
3. Verwirklichung einer Anti-Monopolpolitik zur Bekämpfung eines Machtmißbrauchs in der Wirtschaft.24
4. Schaffung einer konjunkturpolitischen Beschäftigungspolitik mit dem Ziel den Arbeitern eine Sicherheit gegenüber Kriesenrücklagen zu geben. In diesem Punkt sind auch die Maßnahmen einer sinnvollen Haushaltssicherung enthalten.
5. Marktwirtschaftlicher Einkommensausgleich, um Einkommens- und Besitzverschiedenheiten zu verhindern. Dieses will er durch Familienzuschüsse, Kinder- und Mietbeihilfen an sozial Bedürftige erreichen.
6. Siedlungspolitik und sozialer Wohnungsbau
7. Soziale Betriebsstruktur - Politik durch Förderung kleinerer und mittlerer Betriebe und Schaffung sozialer Aufstiegschancen.
8. Einbau genossenschaftlicher Selbsthilfe - etwa im Wohnungsbau- in die Wirtschaft.
9. Erweiterung der Sozialversicherung.
10. Städtebauplanung.
11. Minimallöhne und Schutz der Einzellöhne durch Tarifvereinbarungen auf freier Basis.25

Bei Müller Armack kommt vor allem der Geldpolitik für den Konjunkturverlauf eine besondere Rolle zu. „Sie soll u.a. über die Beeinflussung des Geldzins den Konjunkturverlauf verstetigen, wenngleich er Auf- und Abschwünge als sehr bedeutsam für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung ansieht und die Vorstellung von einer konjunkturlosen Wirtschaft für ebenso wenig wirklichkeitsnah hält, wie das Versprechen dauernder Entwicklung.“26

3.1.3 Wilhelm Röpke (1899-1966)

Wilhelm Röpke wurde am 10. Oktober 1899 in Schwarmstedt bei Fallingborstel geboren. Er wird meistens als Nationalökonom bezeichnet. Als Vertreter der Freiburger Schule wurde er 1933 beurlaubt und musste in die Türkei emigrieren. Bis 1937 war er dort Professor. Danach lebte er in der Schweiz, und lehrte in Genf. Am 12. Februar 1966 starb Wilhelm Röpke.

3.1.4 Ludwig Erhard (1897-1977)

Ludwig Erhard wurde am 4. Februar 1897 in Fürth geboren. Nach seinem Volks- und Betriebswirtschaftsstudium übernahm er den elterlichen Betrieb. Im Jahre 1945-46 wurde er Bayrischer Staatsminister für Wirtschaft. Danach ernannte man ihn zum Direktor der Verwaltung für Wirtschaft in der Bizone (vereinigtes Wirtschaftsgebiet). Am 20. Juni trat die von ihm vorbereitete Währungsreform in Kraft und wurde das Ende der Preisbindung veranlasst. 1949 kandidierte er für die CDU. Adenauer wurde Bundeskanzler. Am 16. Oktober 1963 wurde er zum zweiten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Drei Jahre später trat er als Bundeskanzler zurück. Am 12. Mai 1977 starb Erhard in Bonn.

Kein anderer hat so vehement für die soziale Marktwirtschaft gekämpft wie Ludwig Erhard. Vor allem in der Zeit vor und nach der Währungsreform (20.Juni.1948) hat er gegen den Willen der alliierten Besatzungsmächte sein wirtschaftspolitisches Konzept durchzusetzen gewusst.27 Gegen ihren Widerstand erklärte Erhard am Tage der Währungsreform das Ende der Zwangsbewirtschaftung.

Ludwig Erhard, Verfechter der sozialen Marktwirtschaft , wollte nach eigenen Bekunden die alte konservative soziale Struktur endlich überwinden. Der Gegensatz „Arm“ und „Reich“ sollte in seinen Augen mittels Wettbewerb bekämpft werden. „Nur allein der Wettbewerb führt dazu, den wirtschaftlichen Fortschritt aller Menschen , insbesondere in ihrer Funktion als Verbraucher, zugute kommen zu lassen.“28

Konkret umfasst also die soziale Marktwirtschaft Erhards folgende wirtschatspolitische Prinzipien: Wettbewerbspolitik, Geld- und Finanzpolitik, Wachstumspolitik, Aussenhandelspolitik, Sozialpolitik und die psychologische Wirtschaftsführung. Dem Staat kommt in Erhards Wirtschaftssystem eine große Bedeutung zu, denn er muss darüber wachen, dass das Grundrecht der wirtschaftenden Menschen auf Freiheit und nicht durch private kollektive Bindungen und Vereinbarungen außer Kraft gesetzt wird.29

„Soziale Marktwirtschaft soll ... besagen, dass der Staat nicht nur die Aufgabe, sondern sogar die Verpflichtung hat, der Wirtschaft bestimmte, politisch gewollte Maximen zu setzen und das weitgespannte Instrumentarium der Wirtschaftspolitik so zu handhaben, dass die freien Entscheidungen der wirtschaftenden Menschen aller Kategorien gleichwohl zu dem gewollten Effekt hinführen.“30 Die soziale Marktwirtschaft soll auf der Betrachtungsweise der Freiheit und der Ordnung beruhen. Nach Erhards Vorstellungen soll Freiheit und Ordnung ein untrennbares Ganzes bilden, denn wo Freiheit ohne Ordnung existiert, droht sich ein chaotisches System zu entwickeln; und wo Ordnung ohne Freiheit bestehen soll, steht all zu schnell ein brutaler Zwang bevor.

Erhard schreibt noch einmal Stichwortartig die Ziele und Instrumente der sozialen Marktwirtschaft nach seinen Vorstellungen auf:

„Gesellschaftspolitische Ziele: Selbstverwirklichung der Individuen, gesellschaftliche Harmonie („Formierte Gesellschaft“)

Wirtschaftspolitische Primärziele: Wirtschaftliche Freiheit, Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit („Wohlstand für alle“)

Wirtschaftspolitische Sekundärziele: Geldwertstabilität, Vollbeschäftigung, Wachstum, Zahlungsbilanzausgleich, Verteilungsgerechtigkeit

Instrumente der Wirtschaftspolitik: Wettbewerbspolitik, Geld- und Finanzpolitik, Wachstumspolitik, Aussenhandelspolitik, Sozialpolitik, Psychologische Wirtschaftsführung“31

4 Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft

4.1 Voraussetzungen für die Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft in der Nachkriegszeit

Für die wirtschaftliche und politische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland in der Nachkriegszeit waren die Ideen über eine Schaffung eines neuen liberalen Wirtschaftssystems nach dem Zusammenbruch der Kriegswirtschaft ganz entscheidend. Doch Ideen alleine reichten nicht, um ein neues System zu erstellen, sondern man benötigte das Engagement und die Durchsetzungskraft der Männer, die man zur Freiburger Schule zählen kann. Freiburger Schule nennt man die Anhänger, die ein liberales und soziales Wirtschaftssystem fordern, was wir heute ganz selbstverständlich `Soziale Marktwirtschaft´ nennen.32

Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow, Walter Eucken, Franz Böhm und Wilhelm Röpke, die zur Freiburger Schule gehören, hatten keinesfalls die gleichen Ideen, denn nur so konnte ein ausgeglichenes Konzept für ein neues System entstehen. Das Ziel hatten Walter Eucken und dessen Anhänger ganz klar vor Augen. Sie wollten, dass das System die Folgen der totalitären Herrschaft beseitigt, dass dem Einzelnen genügend Spielraum und Anreiz zur freien Entfaltung seiner Eigeninitiative gegeben wird und dass so die noch vorhandenen ökonomischen Ressourcen eines zerstörten Landes am Besten für die Gesellschaft genutzt werden können. Außerdem war eine der zentralen geistigen Quellgründe der marktwirtschaftlichen Ordnung die Frage nach der Beschränkung politischer und wirtschaftlicher Macht. Nach Überzeugung der Freiburger Schule musste ein `Laissez - faire´ im Sinne der Abwesenheit einer starken staatlichen Wettbewerbspolitik zu einem Zusammenschluss der Märkte und schließlich erneut zu einer übergroßen Abhängigkeit des Einzelnen von bestimmten Machtgruppen führen.33 `Laisser-faire´ heißt übersetzt `lassen Sie machen´ oder im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik im 19. Jahrhundert „Nichteinmischung des Staates in die Wirtschaft“.34

Eine marktwirtschaftliche Ordnung konnte demnach nur funktionieren, wenn die Garantie dafür gegeben werden konnte, dass der Wettbewerb staatlich kontrolliert wird. Freiheit und soziale Gerechtigkeit waren für die Ordnung eines neuen Systems von hoher Bedeutung. „In einer Welt leben ohne Monopole, ohne Macht, das heißt `sozial´."35

4.2 Grundideen und Ziele des Konzepts und des Schöpfers

Ludwig Erhard kommt für die Durchsetzung der sozialen Marktwirtschaft das meiste Lob zu. Denn schon vor Kriegsende hatte Ludwig Erhard, der Vater des Wirtschaftswunders und spätere Wirtschaftsminister und Bundeskanzler, richtungweisende Grundsätze für die Beseitigung der Zwangswirtschaft und den Aufbau einer sozial orientierten marktwirtschaftlichen Politik entwickelt. Durch die Idee, das vorhandene Geld zu stabilisieren, die Währungsreform durchzusetzen, wurde der Grundstein für die Etablierung einer funktionierenden Marktwirtschaft gelegt. Nur dadurch konnte eine wirtschaftliche Ordnung erstellt werden, denn der völlig beaufsichtigte Wirtschaftsablauf im Krieg, die staatliche Verschuldung und die zurückgestaute Inflation machten wirtschaftliche Entscheidungen unkalkulierbar und verzerrten die Preisstrukturen. Somit verwandelte sich eine moderne Geldwirtschaft zu einer primitiven Tauschwirtschaft. Doch seine Vorstellungen stießen sowohl bei den Besatzungsmächten als auch bei den maßgeblichen deutschen Parteien auf Widerstand. SPD und Gewerkschaften wollten eine sozialistische Wirtschaftsordnung durchsetzen, und auch die Christdemokraten bestanden auf einen `Christlichen Sozialismus´ laut dem Ahlener Programm von 1947. Unterstützung fand Erhard vor allem bei den ordoliberalen Mitgliedern der Freiburger Schule. Nachdem die drei westlichen Alliierten im Juni 1948 die Währungsreform angekündigt hatten, legte Erhard der Vollversammlung des Wirtschaftsrates eine Gesetzesvorlage über die Politik nach der Währungsreform vor. Ludwig Erhard schaffte es in einer langen Sitzung den Wirtschaftsrat von seiner Vorlage zu überzeugen. Dazu entstand im Juni 1948 ein Leitgesetz, das da lautet „ Gesetz über Leitsätze für die Bewirtschaftung und Preispolitik nach der Geldreform“. Darin heißt es, dass die Freigabe der Preise vor der behördlichen Festsetzung zu geben ist.36 Da die Menschen ausgehungert und die Einkaufsregale leer waren, verrät dieser Satz, dass die Bevölkerung sehr viel Hoffnung in die führenden Kräfte setzte. Somit bildete das Leitsätzegesetz den Kern des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft und die Basis für den Wiederaufbau der Bundesrepublik nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges.

Für die Ordnungsform des `Laisser-faire´ musste eine stabile Währung her, erst dann lösten sich die sozialen Probleme über die Wirksamkeit des Marktsystems. Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft sollten die alten Probleme, die bei der freien Marktwirtschaft herrschten, ersetzt werden, die da waren

- Monopolarisierung = Aufbau von Monopolen,
- Inflation,
- Arbeitslosigkeit und
- soziale Ungerechtigkeiten.37

Diese Wirtschaftsform versucht eine Synthese von

- Freiheit + Ordnung,
- wettbewerbsgelenkten Märkten + wirtschaftspolitischen Eingriffen
- und einzelwirtschaftlichem Erwerbsstreben und Verantwortung + sozialer Verpflichtung und sozialem Ausgleich auf der Basis von
- liberaler Gesellschaftsordung,
- demokratischer Grundordnung und
- Eigeninitiative und Selbstverantwortung gestützt auf

➯ eine liberale Rechtsordung und

➯ auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik.38

Die Entscheidung für die Marktwirtschaft ist in erster Linie unter dem Aspekt der Freiheit entschieden worden und nicht primär unter dem des Wohlstands oder der materiellen Leistungsfähigkeit. Das System wurde also nicht deswegen ausgewählt, weil es das Effektivste oder Produktivste ist, denn es wäre auch ausgewählt worden, wenn es nur die zweitbeste Wahl gewesen wäre. „Die Zielkombination aus Freiheit und sozialer Gerechtigkeit gibt den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft wieder: Marktwirtschaft steht für die wirtschaftliche Freiheit.“39

Sie besteht

- aus der Freiheit der Verbraucher, nämlich Güter zu erwerben, die nach beliebiger Wahl aus dem Sozialprodukt auszuwählen sind (Konsumfreiheit),
- aus der Freihheit der Produktionsmitteleigentümer, ihre Arbeitskraft, ihr Geld, ihre Sachgüter und unternehmerischen Fähigkeiten nach eigener Wahl einzusetzen (Gewerbefreiheit, Freiheit der Berufs- und Arbeitsplatzwahl, Freiheit der Eigentumsnutzung),
- aus der Freiheit der Unternehmer, Güter eigener Wahl zu produzieren und abzusetzen (Produktions- und Handelsfreiheit) und
- aus der Freiheit jedes Käufers und Verkäufers von Gütern oder Leistungen, sich neben anderen um das gleiche Ziel zu bemühen (Wettbewerbsfreiheit).

Die Grenzen finden diese Freiheitsrechte da, wo die Rechte Dritter, die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verletzt werden.40

Das Attribut `Sozial´ spielte in der Konzeption eine sehr wichtige Rolle, und wird daher im Folgenden näher erklärt. `Sozial´ bedeutet in Bezug auf die Soziale Marktwirtschaft, dass sie allein wegen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, wegen der Schaffung der wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Wohlstands für alle Menschen und wegen der Gewährleistung wirtschaftlicher Freihheitsrechte, die an den Rechten Dritter ihre Schranken finden, einen sozialen Charakter trägt.

Eine weitere Bedeutung des Wortes liegt in der Marktfreiheit, die aus sozialen Gründen dort beschränkt werden muss, wo sie sozial nicht erwünschte Ergebnisse erzielt.41

Um die Inhalte und die Entwicklungsmöglichkeiten der Sozialen Marktwirtschaft zu verstehen, muss man wissen, dass sie eine grundwertbezogene Sozialtechnologie ist, mit einem für Veränderungen offenen Zielsystem.

„Soziale Marktwirtschaft ist keine Philosophie über das Wertfundament unserer Gesellschaft. Dies überläßt sie dem vom Religiösen oder Philosophischen her urteilenden Normensystem. Sie ist vielmehr ein irenischer das heißt friedenstiftender Ordnungsgedanke, eine Stilform, durch die versucht wird, die wesentlichen Ziele unserer freien Gesellschaft nocht nicht realisierten praktischen Ausgleich zu bringen.“42

Zu guter Letzt war wohl der höchste Grundwert, auf den die Markwirtschaft bezogen wurde, der der Humanität. Humanität heißt, eine edle menschliche Verhaltensweise an den Tag zu legen, die sich der Würde des Menschen verpflichtet.43 Dazu schreibt Alfred Müller- Armack: „Letztes Kriterium einer [...] Ordnung kann nicht ein Ziel wie Macht oder Recht, Mehrheit oder Freiheit, Demokratie oder Diktatur sein, sondern nur dies eine: Humanität [...] ist für uns der Inbegriff alles dessen, was wir aus einem tieferen Verstehen des Menschen heraus als Wesensvoraussetzung seines Daseins und seiner Daseinserfüllung verstehen [...].“44

Daraus folgt die Zielsetzung, eine freie Entfaltung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung zu ermöglichen. Doch dieses musste wiederum im Konzept beachtet werden, denn dadurch versuchte man im wirtschaftlichen Bereich vom Staat (Mittelpunkt) entfernte Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse zu organisieren. Näher erläutert heißt das, die wirtschaftliche Aktivität marktwirtschaftlich gelenkt werden musste. Wilhelm Röpke sagte einmal, dass es zugleich ein Gebot der Moral und der Menschlichkeit wäre und eines der staatsmännischen Klugheit sei, die Wirtschaftspolitik dem Menschen anzupassen und nicht den Menschen der Wirtschaftspolitik.45

Demnach kann man die genauen Ziele seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wie folgt zusammenfassend formulieren:

1. Verwirklichung eines möglichst großen wirtschaftlichen Wohlstands

a) durch Herstellung einer Wettbewerbsordnung,
b) durch eine bewusste Wachstumspolitik, die einen stetigen und ein angemessenes Wachstum sichert und die die wirtschaftliche Freiheit möglichst wenig einengt,
c) durch Sicherung der Vollbeschäftigung, die auch aus sozialen Gründen angestrebt werden muss, weil so jedem Arbeitsfähigen und jedem Arbeitswilligen ein Einkommen gesichert werden kann und
d) durch Gewährleistung der Außenhandelsfreiheit, der freien Austauschbarkeit der Währungen und durch den Ausbau der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung, weil die deutsche Wirtschaft im hohen Maße exportabhängig ist, die wirtschaftliche Freiheit im Inneren an die wirtschaftliche Freiheit nach außen gebunden ist und weil die Auffassung besteht, dass die wirtschaftliche Freiheit nach außen den Wohlstand erhöht, so wie die wirtschaftliche Freiheit im Inneren der Volkswirtschaft den Wohlstand fördert.

2. Sicherung einer wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Geldordnung, das heißt insbesondere Sicherung der Stabilität des Preisniveaus,

a) durch eine unabhängige Zentralbank,
b) duch Stabilität des Staatshaushaltes und
c) durch Sicherung des Zahlungsbilanzausgleichs und des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts.

3. Soziale Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und sozialer Fortschritt, insbesondere Familiensicherung, gerechte Einkommens- und Vermögensteilung

a) durch die Vergrößerung des Sozialproduktes als wirtschaftliche Grundlage sozialer Sicherheit,
b) durch Herstellung einer Wettbewerbsordnung, weil diese soziale Ungerechtigkeiten auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig den sozialen Fortschritt fördert und
c) durch staatliche Korrektur der ursprünglichen Einkommens- und Vermögensverteilung in Form von Sozialhilfeleistungen, Renten und Ausgleichszahlungen, Wohnungsbauzuschüssen, Subventionen, Maßnahmen der Förderung der Vermögensbildung usw., wobei die sozialpolitschen Korrekturen, die Selbstverantwortung des Einzelnen und der sozialen Gruppen, die Freiheit und Leistungsbereitschaft der Einzelnen und die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft so wenig wie möglich beeinträchtigt werden sollen.46

Aus dieser Zielsetzung heraus sollte eine Marktwirtschaft entstehen, die zwar frei ist und auf Wettbewerb beruht, aber sie sollte nicht frei im gesellschaftlichen, politischen und moralischen Raum stehen. Die Marktwirtschaft, die angestrebt wurde, sollte einen festen Rahmen gesellschaftlicher, politscher und moralischer Art haben. Recht, Staat, Sitte und Moral, feste Normen und Wertüberzeugungen sollten nicht weniger in diesem Rahmen enthalten sein als eine Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik, die jenseits des Marktes Interessen ausgleicht, Schwachen hilft, Macht begrenzt, Spielregeln setzt und auch die Einhaltung bewacht.47 Frei nach dem Motto: „Soviel Markt wie möglich, soviel Staat wie nötig“48 wurde das Optimum im Zusammenwirken zwischen Staat und Markt ausbalanciert.

4.3 Gefahren der Sozialen Marktwirtschaft

Die Bundesrepublik Deutschland gilt auch heute noch als eines der Länder mit dem höchsten gleichmäßig verteilten materiellen Wohlstand. Dennoch drohen dieser liberalen Wirtschaftsform etliche Gefahren, die man nicht verkennen sollte. Die Soziale Marktwirtschaft gilt als Grund und Boden unserer Gesellschaft und aus diesem Grund sollte man sich der Probleme annehmen. Es werden hier nur einige wenige Gefahren aufgezeigt, über die schon lange nachgedacht wird.

a) Der steigende Staatsanteil und die zunehmende Bürokratisierung

Im Laufe der letzten vierzig Jahre übernahm der Staat immer mehr Aufgaben in der Gesellschaft und erließ fortwährend kompliziertere bürokratische Regelungen. Doch der wirtschaftliche und technolgische Fortschritt wurde dadurch gebremst. Seit 1950 ist der Anteil der Staatsausgaben am Bruttosozialprodukt von 30 auf 50 Prozent gestiegen, gleichsam ist die Belastung der Erwerbseinkommen mit Steuern und Sozialbeiträgen von Null auf 1.300 Milliarden angewachsen (Stand 1992). In diesem Zusammenhang kann man nur die Sorgen Wilhelm Röpkes wiedergeben, der schon in der Entwicklungsphase sagte: „Wir geraten an einen Punkt, an dem der verbleibende Rest der Marktwirtschaft seinen Dienst versagt“.49

b) Die Anspruchsgesellschaft und Gefälligkeitsdemokratie

In einer liberalen Gesellschaft bildeten sich Vereinigungen und Verbände, um die jeweiligen Interessen besser durchsetzen zu können. Je mächtiger der Interessenverband war, desto häufiger konnten Ziele durchgesetzt werden, die nicht dem Allgemeinwohl dienen. Es wurden vom Staat mehr Leistungen gefordert, ohne sich auf das Prinzip der Selbstverantwortung zu konzentrieren.

c) Die Konzentration und Internationalisierung der wirtschaftlichen Macht

Obwohl es ein modernes Wettbewerbsgesetz gab, konnte die Konzentration wirtschaftlicher Macht in Deutschland nicht aufgehalten werden. Große Unternehmen bildeten internationale Konzerne und strategisch wirksame Bündnisse (Allianzen) und vereinigten somit eine wirtschaftliche Macht, denen die Politik eines einzelnen Landes nichts entgegenzusetzen hatte.

d) Die strukturelle Massenarbeitslosigkeit

Trotz Wirtschaftspolitik und Marktwirtschaft konnte das Problem der Massenarbeitslosigkeit in allen Industriestaaten nicht gelöst werden. Arbeitsplätze wurden durch Rationalisierung schneller vernichtet als neue durch Innovation und Investitionen geschaffen werden konnten. Der technologische und soziale Fortschritt konnte dem Anschein nach nicht mit dem grundlegenden wirtschaftspolitischen Ziel der Vollbeschäftigung vereinbart werden.50

e) Die Umweltzerstörung und Erschöpfung der Ressourcen

Auch der Prozess der Umweltzerstörung konnte im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft nicht gestoppt werden. Die Einbeziehung der ökologischen Ziele in die Soziale Marktwirtschaft erfordert auch heute noch ein umfassendes Umdenken, zu dem viele Bürger und Politiker offensichtlich nicht bereit sind. Diese Wirtschaftsordnung verlangt die Verantwortung der Gesellschaft für die Erhaltung der Lebensgrundlagen und die Verantwortung für die folgenden Generationen. Demnach sollte man diese Verantwortung im Rahmen dieser Ordnung umsetzen.51

5 Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft

5.1 Wirtschaftliche und politische Situation nach dem Zweiten Weltkrieg

„Mit Beendigung des Zweiten Weltkriegs, der militärischen Niederlage Deutschlands, wurden zunächst die Voraussetzungen für einen arbeitsteiligen Wirtschaftsprozess nahezu beseitigt.“52

Im Mai 1945 kapituliert Deutschland, der Zweite Weltkrieg ist beendet. Die Nationalsozialisten und Adolf Hitler sind besiegt. Das Deutschland, das zu Beginn und während des Krieges immer den Sieg vor Augen hatte, liegt nun in Schutt und Asche. Ganze Wohngebiete wurden durch die Bomben der feindlichen Flugzeuge zerstört. „Der Krieg hat ein Drittel des deutschen Volksvermögens von 1936 vernichtet, rund ein Fünftel aller Produktionsmittel, 40 Prozent aller Straßen und Schienenwege sind unbrauchbar[...].“53

Die Bevölkerung lebt am Rande des Existenzminimums. Viele sind obdachlos und hausen in ausgedienten Bunkern oder in Kellern. Es gibt fast keine Möglichkeiten an genügend Lebensmittel zu kommen. Tausende von Flüchtlingen und Kriegsgefangenen kehren ohne Zukunftsperspektiven in das zerstörte Land zurück. Die drei Siegermächte, verhandelten über die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes. In dem Potsdamer Abkommen von 1945 verständigten sie sich auf wesentliche Grundsätze zu diesem Thema. Besonders im Vordergrund stand die organisatorische Verteilung der Wirtschaftsmacht und die damit verbundene weitgehende Zerstörung von Monopolen. Deutschland sollte sich mehr auf die Entwicklung der Landwirtschaft konzentrieren um deren Produktion zu erhöhen.

Die Zerstörung der Infrastruktur wurde auch bedacht. Deshalb waren die Zahlungen der Reparationen an die Siegermächte so niedrig zu halten, dass Deutschland die Bewältigung dieser Probleme und ein Überleben ohne Eingriff von außen ermöglicht werden konnte.

Eine solche Lösung wäre für Deutschland sicher vernünftig gewesen, doch die drei Siegermächte konnten sich nicht auf ein einheitliches Konzept einigen. Die USA waren nicht mit der Politik der Sowjetunion einverstanden. Deutschland sollte kein kommunistischer Staat mit zentraler Lenkung werden. Besonders die Nachricht von den Massenvertreibungen im Osten und weiteren Expansionsplänen der Sowjets und auch die Vorstellung, wie und in welcher Form die Reparationszahlungen von Deutschland verlangt werden sollten, verhinderten die Einigung mit den westlichen Mächten.

So entwickelten sich in Deutschland zwei verschiedene Wirtschaftszonen. Im Osten richtete sich die Politik nach den Vorgaben aus Moskau, im Westen sollte das besetzte Deutschland als wirtschaftliche Einheit erhalten bleiben, gleichzeitig aber alle Konzentrationen wirtschaftlicher Macht gebrochen werden.54

Durch Produktionsverbote und- begrenzungen für zahlreiche wirtschaftliche Güter schafften es die Alliierten die Produktionen in der Industrie im Vergleich zu den Vorjahren erheblich zu reduzieren. Für die Bevölkerung bedeutete das Unterernährung und Armut. Viele hatten keine Perspektive mehr, und die Politik der Alliierten gab noch keine Freiräume um neue Existenzen aufzubauen. Bedingt durch diese politische Lenkung war klar, dass der wirtschaftliche und politische Notstand nicht beseitigt werden konnte. Durch diese Entwicklung schwand das Vertrauen der Bevölkerung an die geldwirtschaftliche Organisation des Tauschverkehrs. Die Reichsmark war zwar im Überfluss vorhanden, jedoch hatte sie jeglichen Wert verloren. Viele versuchten die Produktionsvorschriften der Alliierten zu umgehen und durch Schwarzmärkte und Korruption an die benötigten Güter zu gelangen .

In dieser aussichtslosen Lage handelte als erstes der US- Außenminister James F. Byrness. In einer Rede, in der er erstmals das Konzept der Vereinigten Staaten der Öffentlichkeit präsentierte, verkündete Byrness, dass Deutschland nun wieder Selbstverantwortung übertragen werden könne für die Aufgaben, die das deutsche Volk betreffen.55

Bedingt durch Byrness und die Tatsache, dass die Alliierten immer mehr von ihrem politischen Konzept abrückten, schlossen sich 1947 die amerikanischen und britischen Besatzungszonen zu einer bizonalen Verwaltung zusammen. Unter bizonaler Verwaltung versteht man die Verschmelzung der beiden Besatzungszonen zu einem Wirtschaftsstaat. An diesem Prozess waren auch erstmals die Deutschen beteiligt. Unter den Wirtschaftsexperten, die sich zu diesem Thema trafen, befand sich auch Ludwig Erhard, der als Wirtschaftsminister von Bayern eingeladen war. „Aus seiner Sicht hatte die Zonenverschmelzung positive Auswirkungen auf den außenpolitischen Handel Deutschlands mit anderen Ländern. Außerdem sah er sie als eine Art Ergänzungswirtschaft, die der Industrie zu neuem Aufschwung verhelfen sollte“.56

Auch die Bevölkerung sah in der Bi-Zone eine neue Chance. Die Menschen wollten einen neuen Anfang machen ohne Nationalsozialismus und Kommunismus. Der Wiederaufbau der Wirtschaft sollte beginnen. Besonders der Marshallplan vom US- Außenminister George Marshall von 1948 trug dazu bei. Deutschland sollte noch mehr mit einbezogen werden und auch auf die finanzielle Unterstützung der USA hoffen können. Viele wollten den neuen Anfang jedoch nicht mit der Teilung Deutschlands in Ost und West beginnen. Doch der letzte Versuch, diesen Schritt zu verhindern, wurde mit der Ministerpräsidentenkonferenz im Jahre 1947 niedergeschlagen. Schon zu Beginn der Konferenz kam es zum Zerwürfnis der Ministerpräsidenten. Kurz darauf verließen die Vertretern der Sowjetzone die Tagung.

Der Wirtschaftsrat, der wenig später gegründet wurde, war die Institution, in der nun alle wichtigen nationalen Entscheidungen fielen. Der erste Direktor der Verwaltung für Wirtschaft, Johannes Semler, wurde Anfang 1948 schon wieder abgesetzt, da er amerikanische Hilfeleistungen als `Hühnerfutter´ bezeichnet hat.57

Sein Nachfolger war der Staatsminister für Wirtschaft in Bayern, Ludwig Erhard. Erhard, der ein Verfechter der Freiburger Schule war , hatte nun endlich genügend Macht um seine Vorstellungen einer politischen und sozialen Marktwirtschaft durchzusetzen.

5.2 Die Durchsetzung der Sozialen Markwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland.

Für diejenigen, die schon während der Krise nach dem zweiten Weltkrieg gedanklich an Ideen für eine neue Wirtschaftsordnung gearbeitet hatten, war nun der Zeitpunkt gekommen, diese Konzepte in die Realität umzusetzen, denn in Deutschland standen die wirtschafts- und deutschlandpolitischen Zeichen auf Sturm.58

Die Vereinigung der westlichen Besatzungszonen hatte den Menschen Hoffnung auf eine stabilere Zukunft gegeben. Besonders das Engagement des Direktors der Verwaltung für Wirtschaft, Ludwig Erhard hatte dazu beigetragen, dass aus dieser Startsituation die soziale Marktwirtschaft entstanden ist. Die Alliierten strebten zuerst Verhandlungen für eine Tri- Zone an. Auch Frankreich sollte sich der bizonalen Verwaltung anschließen. Als der Zusammenschluss der drei Besatzungszonen gelungen war und die wirtschaftlichen und politischen Interessen übereinstimmten, konnte man sich darauf einigen, dass in Deutschland eine einheitliche Währung eingeführt werden sollte. Der Plan der USA, auch die Sowjetische Zone in diese Reform miteinzubeziehen, scheiterte allerdings an Konflikten um die Währung.

Die Sowjetunion war nicht damit einverstanden, dass die amerikanische Regierung die Kontrolle über die Druckplatten der DM erhalten sollte. Auf der anderen Seite erklärten sich die USA nicht bereit, der Sowjet- Zone eine der Druckplatten auszuhändigen, da sie befürchteten, dass diese eine erfolgreiche Währungsreform aus ideologischen Gründen verhindern wollten.59 Dieser Konflikt bedeutete das Scheitern der Viermächteverhandlungen und die Einführung der D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen.

Anfang April 1948 traf sich eine Gruppe von Wirtschaftsexperten, die über Verordnungen für die Durchführung der Reform diskutieren. Der Amerikaner Edward Tennenbaum, der auch ein Fürsprecher von Ludwig Erhard war, war maßgeblich daran beteiligt, in welche Richtung die Reform gehen sollte. Erhard selbst besuchte die Runde nur einmal, doch er war sich sicher, das Tennenbaum seine Vorstellungen durchsetzen würde. Für Erhard war es besonders wichtig, dass jeder Bürger nur eine geringe Menge DM bekam, damit das Warenangebot der Kaufkraft standhalten konnte. Besonders der Mangel an Gütern beschäftigte viele der Experten. Doch Erhard vertraute auf die Kaufleute, die während der Nachkriegszeit ihre Waren gehortet hatten, um sie nach der Währungsreform zu verkaufen.

Am 20. Juni 1948 war es dann endlich so weit. Der erste Schritt zur Sozialen Marktwirtschaft wurde getan. In den drei West- Zonen begann die Ausgabe der DM. Jeder erhielt 40DM. Zuvor waren aber noch vier wesentliche Gesetze zur Regelung des Geldverkehrs beschlossen worden.

1. Das Währungsgesetz, das den Umtausch von Reichsmark in DM vorschrieb.
2. Das Emissionsgesetz, das ausschließlich der Bank Deutscher Länder das Recht gab die neue Währung auszugeben.
3. Das Umstellungsgesetz, das die Umstellung des Altguthaben- und forderungen regelte.
4. Das Festkontogesetz, nach dem 7/10 der nach dem Umstellungsgesetz gebundenen Gelder ersatzlos gestrichen wurden. Über 2/10 standen zu freien Verfügung und 1/10 des Geldes war nur in Form von Wertpapieren verfügbar.60

Die notwendigen Vorbedingungen für das Entstehen der neuen Wirtschaftsordnung waren nun gegeben. Den nächsten Schritt verdanken wir Ludwig Erhard, der die Preis- und Mengenregulierung für Produktion und Verteilung aufheben ließ. Außerdem leitete er den Übergang zur freien Marktpreisbildung ein.

Kurze Zeit später wurde auch in der Verfassung diese Entwicklung bedacht. Festgelegt wurden die Sicherung der Grundrechte, wie das Recht auf freie wirtschaftliche Betätigung, Gleichheit vor dem Gesetz, Vertrags- und Koalitionsfreiheit und das Recht auf Streik. Außerdem hatte jeder die freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl. Das Recht auf Privateigentum zusammen mit sozialer Verpflichtung wurde auch festgelegt.61

Obwohl das Grundgesetz keine konkrete Wirtschaftsordnung vorschrieb , waren auf dieser Basis nun die Bedingungen für einen arbeitsteiligen Wirtschaftsprozess geschaffen. Zur endgültigen Durchsetzung der Marktwirtschaft fehlte nun nur noch ein Ordnungsprinzip, welches die Wirtschaftsordnung festlegen sollte. Viele Gesetze, wie das Tarifgesetz, das Betriebsverfassungsgesetz oder das Gesetz zur Wettbewerbsordnung gaben dem Einzelnen immer mehr Freiheiten. Gleichzeitig zog sich der Staat langsam zurück und übernahm eine überwachende Funktion.

Natürlich gab es auch Auseinandersetzungen über den neuen Kurs in der Wirtschaftspolitik. Die Wochen nach der Währungsreform waren eine harte Probe für das neue System. Zwar gab es ein hohes Angebot an Gütern , doch es reichte nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Die Folge waren Preissteigerungen. Viele kamen nicht mehr mit ihrem Geld aus, besonders der breiten Mittelschicht fiel es schwer, die Zuteilung der Lebensmittelkarten und Bezugsscheine zu bezahlen, denn diese waren noch nicht abgeschafft worden. Besonders Gewerkschaften und auch die SPD kritisierten die Umstellung der Währung ohne Rücksichtnahme auf soziale Verhältnisse. Die Aufhebung des Lohnstopps 1949 stimmte die Gewerkschaften allerdings wieder positiv.

Dem Wirtschaftsboom und dem Wohlverhalten der Gewerkschaften ist es deswegen auch zu verdanken, dass das Konzept Erhards für die Marktwirtschaft durchsetzbar war.62

Erhard selbst verteidigte seine Idee der Marktwirtschaft immer wieder in verschiedenen Reden. In seiner Rede vor dem Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes verteidigte Erhard die Preiserhöhungen nach der Währungsreform mit der Erklärung, das nur so die neue Kaufkraft in Deutschland zu bewältigen sei.

„ [...], aber wenn Sie 10 Milliarden Kaufkraft durch die Währungsreform schaffen, dann gibt es nur den Weg, entweder die Kaufkraft an die Leine zu legen, um die ganze Zwangsbewirtschaftung in vollem Umfange aufrechtzuerhalten, oder aber dafür zu sorgen, dass die Kaufkraft nicht ins Leere stößt, und das allerdings war meine Absicht[ ].63

Die enormen Gewinne aus den gehorteten Vorräten der Kaufleute, die durch die höheren Preise erreicht werden konnten, gaben diesem Konzept Recht. Doch die Heimkehr der Kriegsgefangenen und die Flüchtlingsströme aus dem Osten schwächten das Land zugleich. Die Zahl der Arbeitslosen stieg bedrohlich und die Kaufkraft der Masse wurde immer geringer. Die Wirtschaftspolitik Erhards geriet in Schwierigkeiten.

Trotzdem schaffte er es zum Bundesminister für Wirtschaft gewählt zu werden.

Die Wende in Deutschland begann mit dem Ausbruch des Korea-Krieges 1950. Deutsche Produkte wurden auf dem Weltmarkt immer gefragter. Der Industriestaat war als einziger in der Lage, in großen Mengen frei zu produzieren. Deutschland erlebte einen Aufschwung. Die Zahl der Beschäftigten nahm um die Hälfte zu, die der Arbeitslosen blieb, bedingt durch Massenfluchten aus dem Osten, gleichhoch. Deutschland war wirtschaftlich vollkommen ausgelastet. Doch der Korea-Krieg hatte auch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. Die internationalen Rohstoffpreise stiegen durch die hohe Nachfrage stark an. Deutschland, das fast die Hälfte aller Lebensmittel importierte, war davon besonders stark betroffen. Für Erhards Konzept war dieser Rückschlag die letzte große Gefahr.

Doch schon bald beruhigten sich die Preise auf dem Weltmarkt wieder. Für die deutsche Wirtschaft bedeutete diese Ruhephase einen enormen Aufschwung.

In Deutschland wurde Ende 1951 ein Devisenbestand von 1,5 Milliarden DM berechnet. Ein Jahr später war es bereits mehr als doppelt so viel. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland begann rasend schnell.64

Anfang 1952 hatte sich Ludwig Erhards Konzept von der Marktwirtschaft endgültig in Deutschland durchgesetzt. Seine Politik brachte Deutschland eine enorme Verbesserung des Lebensstandards. Steigende Löhne und Stabilität des Geldes waren Gründe dafür, dass niemand mehr vom Konzept der Marktwirtschaft abweichen wollte. Auch der Handel mit den anderen Ländern florierte. Bald war in Deutschland die Vollbeschäftigung erreicht. Um die mittlerweile erreichte Hochkonjunktur wieder abzuflachen, erhöhte die Bank Deutscher Länder den Diskontsatz schrittweise von 3% auf 5,5%. Doch die Entspannung der Wirtschaft dauerte nicht lange. Kurze Zeit später stand die Bank vor einem neuen Problem. Durch viele ausländische Anleger, die die Aufwertung der DM erwarteten, kam es zu einem Überschuss an Devisen.

Die Bank Deutscher Länder versuchte zwar die Anleger durch niedrige Zinsen abzuschrecken, doch die Lage wurde immer brisanter. Trotzdem stimmte die Mehrheit im Zentralrat der Bundesbank gegen die Aufwertung. Der Abwertung des Franc und einer Hochzinspolitik in England verdankte Deutschland die nächste kleine Erholung der Konjunktur, die jedoch nicht lange anhielt. Bereits kurze Zeit später kam aber wieder ein Aufschwung. Jetzt konnte auch die Bundesbank die Aufwertung der DM nicht mehr verhindern. Sie wurde 1962 um 5% aufgewertet.65

Die Lage auf dem Weltmarkt beruhigte sich, und auch in der BRD entwickelte sich ein langsameres Wirtschaftswachstum, das nicht mehr an den Boom von 1949 bis 1960 erinnerte. Zwar stieg das Bruttosozialprodukt in den folgenden Jahren noch, doch schon bald flachte auch diese Entwicklung ab.

Das marktwirtschaftliche Konzept Erhards, das 1959 auch offiziell anerkannt wurde hatte Deutschland zu einem enormen wirtschaftlichen Wachstum verholfen. Doch da die Politik sich nicht immer an dieses Konzept gehalten hatte und die Aufwertung der D-Mark so lange aufgeschoben wurde, entwickelten sich jetzt aus diesen Fehlern die negativen Auswirkungen. Eine davon war der Anstieg des Preisniveaus, die mit dem Begriff „importierte Inflation“ beschrieben wurde. Grund waren die Überschüsse an ausländischem Kapital, die ab 1964 besonders bedrohlich wurden.

Für Erhard, der seit 1963 Bundeskanzler war, war es das letzte Jahr in dem er auf positive Entwicklungen zurückverweisen konnte. In den folgenden Jahren stiegen die Preise noch weiter und die Abwertung des Geldes nahm noch mehr zu . Der Rückgang der Konjunktur war unabwendbar. Erhards politische Fehlentscheidungen in der Wirtschaftsund Finanzpolitik waren nicht allein der Grund für diese Entwicklung, und bedeuteten auch nicht die Abkehr von der Marktwirtschaft, doch für Erhard war diese Situation das Ende seiner Karriere.

In den folgenden Jahren gelang es zwar die Rezession weitgehend zu überwinden und wieder stabile Preise zu schaffen. Doch der erste kleine Aufschwung 1972/1973 wurde schnell durch die erste Ölkrise 1973 beendet.

5.3 Kritik

In den Jahren von 1949-1960 hat uns Erhards Konzept der Sozialen Marktwirtschaft den wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Ein Land, das noch vor kurzem vor den Trümmern des Krieges stand, hatte auf einmal die Vollbeschäftigung erreicht. „ Wohlstand für alle“, so hieß es damals. Doch was ist heute aus den Ideen von damals geworden?

Eine Volkswirtschaft mit zu vielen Arbeitslosen, die arbeiten wollen und zu vielen die unter dem Deckmantel des Sozialstaates versorgt werden, und gar nicht daran denken sich eine Arbeit zu suchen, kann nicht funktionieren. Ein Staat der Unternehmer und Investoren eher entmutigt als sie zu ermutigen bestärkt nicht das Wirtschaftswachstum. Eine Gesellschaft für die die Freizeit das wichtigste ist kann sich nicht weiterentwickeln. Wie soll sich Deutschland aus dieser Situation befreien.

Die wirtschaftlichen Prinzipien von 1948 wie Wettbewerb, Risikobereitschaft, Selbstverantwortung und auch Selbstbewusstsein sind sicher auch heute noch die richtigen.66

Schon damals hat man den Fehler gemacht, aus Deutschland einen Versorgungsstaat zu machen. In zu großem Übermaß wurde in Sozialleistungen investiert. Die Folgen waren damals wie heute zu hohe Belastungen, zum Beispiel durch Steuern für den Einzelnen. Doch wie soll man diese Situation ändern. Das ist die große Frage unserer Zeit. Das Konzept Erhards wäre sicherlich nicht schlecht, doch ist es heute auf Grund von Globalisierung und Digitalisierung nicht mehr anwendbar.

Die Lösung für Deutschland wäre ein neues, verbessertes Konzept, das alle Fehlern vermeidet. Die Sozialleistungen müssen zurückgeschraubt werden und der Einzelne muss mehr Verantwortung für sich übernehmen. Ein Konzept muss her, das auf dem Markt mehr Freiheit schafft, um Platz für neue Ideen zu machen. Sicherlich gibt es noch keinen perfekten Weg für eine perfekte Wirtschaftsform, doch mit dem Mut zur Veränderung wird sie vielleicht bald entwickelt.

6 Schlussbetrachtung

Freiheit, Effizienz und sozialer Ausgleich, das waren die Ziele der Gründer von 1945. Diese Grundprinzipien wollten sie in einem von ihnen erstellten Konzept realisieren. „Wohlstand für alle“; mit solchen und anderen Parolen machten die Begründer der sozialen Marktwirtschaft ihre Ideen eines arbeitsteiligen Wirtschaftsprozesses publik. Einer der herausragensten unter ihnen war Ludwig Erhard. Mit politischem Engagement und viel Mut setzte er seine Ideen durch und verhalf der Bundesrepublik von 1945 bis 1960 zum Wirtschaftswunder.

Die Vorbedingungen für diese Entwicklung wurden bereits 1945 mit der Beendigung des Zweiten Weltkrieges geschaffen. Die amerikanischen und britischen Besatzungsmächte schlossen sich zu einer bizonalen Verwaltung zusammen, und wendeten sich so vom Nationalsozialismus und Kommunismus der Vergangenheit ab. Durch die Währungsreform 1949, und die Verfassung, die die Rechte des Einzelnen bestärkte, wurde der Weg zur Marktwirtschaft frei gemacht. Durchgesetzt hat sich dieses Prinzip während des Wirtschaftsbooms um 1950. Die Erfolge der Wirtschaft und der steigende Wohlstand der Nation überzeugte Wähler wie Gewählte nun endgültig von dieser Wirtschaftsordnung.

Doch wie hat sich das System von damals bis heute bewährt? Das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft ist zwar, wie wir es in den Jahren 1949-1960 gesehen haben, von Vorteil für Deutschland gewesen. Doch warum ist es nicht beim Wirtschaftswunder von damals geblieben?

Deutschland hat den Fehler gemacht zum Versorgungsstaat zu mutieren. Die Folge daraus ist, dass der Einzelne zu hohe Abgaben zahlen muß, um den riesigen Versorgungskomplex Deutschland zu finanzieren. Schon früh zeigten sich diese Fehler im System doch wirklich behoben wurden sie nie. Da stellt man sich natürlich die Frage: Wohin führt uns die Soziale Marktwirtschaft? Oder ist sie vielleicht einfach nur zu sozial und fördert durch ein soziales Netz das jeden auffängt, auch wenn dieser keinen Anschein weckt, selbst etwas zur Verbesserung seiner Situation beitragen zu wollen, den Untergang der Wirtschaft?

7 Literaturverzeichnis

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- Erhard, Ludwig: Deutsche Wirtschaftspolitik. Der Weg der Sozialen Marktwirtschaft, Düsseldorf, Wien und Frankfurt, 1962
- Grosser, Dieter: Soziale Marktwirtschaft: Geschichte - Konzept - Leistung. Stuttgart; Berlin; Köln; Mainz: Kohlhammer, 1988
- Grube/Richter: Das Wirtschaftswunder: Unser Weg in den Wohlstand. 1. Auflage, Hamburg 1983
- Hampe, Peter: Währungsreform und Souiale Marktwirtschaft: Rückblicke und Ausblicke.Band 23, München 1989
- Hartmann/Härter: Allgemeine Wirtschaftslehre für kaufmännische Auszubildende. 28., aktualisierte Auflage, Rinteln 1997
- Heusgen, Christoph: Ludwig Erhards Lehre von der sozialen Marktwirtschaft: Ursprünge, Kerngehalt, Wandlungen. Bern; Stuttgart: Haupt, 1981
- Knaurs: Rechtschreibung und Fremdwörterlexikon. München 1976
- Krüger, H.: Staatsverfassung und Wirtschaftsverfassung. In: Deutsches Verwaltungsblatt. 1951, S.361ff
- Lampert, Heinz: Die Wirtschafts- und Sozialordnung der BRD. 12. überarbeitete Auflage, München und Landsberg am Lech: Olzog 1995
- Müller-Armack Alfred, Fibel der sozialen Marktwirtschaft (mit Beiträgen von Franz Böhm, Walter Eucken, F. A. Hayek, K. F. Maier, Leonard Mikesch, Alfred Müller-Armack, Wilhelm Röpke, Friedrich A. Lutz und Alexander Rüstow). Düsseldorf 1953
- Ders.: Soziale Marktwirtschaft. In: Wirtschaftsspiegel, 1947
- Ders.: Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik. 1. Auflage, Breisgau
- Ders.: Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft. Frühschriften und weiterführende Konzepte. 2. Auflage, Bern - Stuttgart 1981
- Müller-Vogg, Hugo: Unsere unsoziale Marktwirtschaft: Vom guten Modell zur traurigen Praxis. Köln 1998
- Nörr/Starbatty: Soll und Haben- 50 Jahre Soziale Marktwirtschaft. In: Rolf Hasse und Joachim Starbatty (Hrsg.), Marktwirtschaftliche Reformpolitik Schriftenreihe der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft N.F.. Bd 3, Stuttgart 1999
- Olten, Rainer: Volkswirtschaftliche Grundprobleme. 6. Auflage, Kassel
- Röpke, W.: Marktwirtschaft ist nicht genug. In: Hat der Westen eine Idee?. Schriftenreihe der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, Ludwigsburg 1957
- Ders.: Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. 5. Auflage, Erlenbach - Zürich 1950
- Ders.: Jenseits von Angebit und Nachfrage. 5. Auflage, Bern - Stuttgart 1950
- Schlecht, Otto: Grundlagen und Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft. Tübingen: Mohr, 1990
- Thieme, H. Jörg: Soziale Marktwirtschaft Konzeption und wirtschaftspolitische Gestaltung in der Bundesrepublik Deutschland

8 Anhang

Schülererklärung

1. Hiermit erklären wir, dass wir die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfsmittel verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet haben.

Insbesondere versichern wir, dass wir alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Wir sind damit einverstanden, dass ein Exemplar unserer Facharbeit der schulinternen Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erklärung der Verfasserinnnen

Im Anschluss an diese Arbeit möchten wir, die Verfasserinnen, deutlich machen, dass diese Arbeit nicht hätte entstehen können, wenn nicht alle Gruppenmitglieder zu gleichen Teilen mitgearbeitet hätten. Dennoch müssen wir differenzieren, wer von uns, an welchen Teilen dieser umfangreichen Facharbeit gearbeitet hat.

Dorothee Nonnenmacher erarbeitete die Seiten 4 bis 15, Kathrin Preuth demnach die Seiten 15 bis 25 und die Seiten 25 bis 35 haben wir Christin Grale zu verdanken. Alle übrigen Seiten wurde von der Gruppe gemeinsam verfasst.

Unterschriften der Verfasserinnen:

[...]


1 Dürr. E.: Die soziale Marktwirtschaft. 1988,S. 270

2 Vgl. Hartmann/Härter: Allgemeine Wirtschatfslehre. 28.Auflage, S. 434

3 Vgl. Fibel der sozialen Marktwirtschaft, 1953, S. 390

4 Müller-Armack, Alfred.:Fibel der sozialen Marktwirtschaft, 1953, S. 390

5 Das große Duden - Schülerlexikon, S. 300

6 Vgl. Dürr E.: a.a.O., 1988, S. 270

7 Vgl. Grube F.: Richter G., Das Wagnis der Marktwirtschaft, 1983, S. 54f.

8 Das große Duden- Schülerlexikon, S. 456

9 Vgl. Dürr E.: a.a.O., 1988, S. 270

10 Vgl. Erhard, L.: Wohlstand für alle, 1983, S. 48

11 Vgl. Abschnitt 3.1.4

12 Vgl. Dürr, E.: a.a.O. ,1988,S. 271

13 Thieme, H. J.: Soziale Marktwirtschaft, S.22

14 Vgl. Euken W.: Grundsätze der Wirtschaftspolitik, S. 256 ff

15 Thieme,H. J.:a.a.O., S 24

16 Euken W.: a.a.O.; S.279 ff

17 Thieme, H.J.: a.a.O.: S.25

18 Thieme, H. J.:a.a.O.,S.25

20 Vgl. Schlecht O.: Grundlagen und Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft, S.13

21 Schlecht O. :a.a.O., S.13

22 Schlecht O.: a.a.O., S.13

23 Vgl. Grosser D.: Die soziale Marktwirtschaft, S. 13

24 Vgl. Grosser D.:a.a.O., S. 13

25 Vgl. Grosser D.: a.a.O., S.13

26 Schlecht O.: a.a.O.

27 Erhard L.:Wohlstand für alle, S.48

28 Erhard L.:a.a.O., S.48

29 Vgl. Erhard L.: Bundestagsreden, 1972, S.71

30 Erhard L.: Deutsche Wirtschaftspolitik, S.399

31 Heusgen Ch.: Ludwig Erhards Lehre von der Sozialen Marktwirtschaft, S.151

32 Vgl. Schlecht, Otto: Grundlagen und Perspektiven. S. 10f.

33 Vgl. Schlecht, Otto: a.a.O., S. 10f.

34 Nach Knaurs: Rechtschreibung und Fremdwörterlexikon. S. 466

35 Krüger, H.: Staatsverfassung und Wirtschaftsverfassung. In: Deutsches Verwaltungsblatt, S.361ff.

36 ebenda

37 Vgl. Olten, Rainer: Volkswirtschaftliche Grundprobleme. S. 22f.

38 ebenda S.25

39 Lambert, Heinz: Die Wirtschafts- und Sozialordnung. S.89

40 ebenda S. 89ff.

41 Vgl. Grosser, Dieter: Soziale Marktwirtschaft. S. 13

42 Müller-Armack, A.: Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft. S.298

43 Vgl. Knaurs: Rechtschreibung und Fremdwörterlexikon. S. 370

44 Müller-Armack, A.: Soziale Markwirtschaft. S.24

45 Vgl. Röpke, W.: Jenseits von Angebot und Nachfrage. S. 177

46 Vgl. Lampert, Heinz: Die Witschafts- und Sozialordnung. S. 92f.

47 Vgl. Röpke, W.: Marktwirtschaft ist nicht genug. In: Hat der Westen eine Idee?. Schriftenreihe der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft. S. 10

48 Grosser, Dieter: Soziale Marktwirtschaft. S. 17

49 Röpke, W.: Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. S. 102

50 Vgl. Olten, R.: Volkswirtschaftliche Grundprobleme. S.2

51 Vgl. Hasse/Starbatty: Marktwirtschaftliche Reformpolitik. S. 1

52 Thieme, H. Jörg: Soziale Marktwirtschaft. Seite. 29

53 Grube, Frank ; Richter, Gerhard: Das Wirtschaftswunder. 1983, Seite 54f.

54 Vgl. Hampe, Peter (Hrsg.):Wandel, Eckhard : Zur Vorgeschichte der Währungsreform von 1948.

55 Vgl. Grube, Frank ; Richter, Gerhard: Das Wirtschaftswunder. Seite 54ff.

56 Erhard, Ludwig: Deutsche Wirtschaftspolitik. Seite. 16

57 Vgl. Grube, Frank ; Richter, Gerhard: Das Wirtschaftswunder. Seite. 54ff.

58 ebende Seite 60ff.

59 Vgl. Wandel, Eckhard in Hampe, Peter: Währungsreform und Soziale Marktwirtschaft. Seite 44ff.

60 Vgl. Thieme H. Jörg: Soziale Marktwirtschaft. Seite 32ff.

61 Vgl. Schlecht, Otto: Grundlagen und Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft. Seite 10ff.

62 Vgl. Grube, Frank / Richter, Gerhard: Das Wirtschaftswunder. Seite 63f.

63 Erhard, Ludwig: Deutsche Wirtschaftspolitik. 1962. Seite 89f.

64 Vgl. Grube, Frank ; Richter, Gerhard: Das Wirtschaftswunder. Seite 94

65 Vgl. Grosser; Lange; Müller-Armack; Neuss: Soziale Marktwirtschaft. Seite.80ff

66 Vgl. Müller, Hugo: Unsere Unsoziale Marktwirtschaft. 1998 Seite 13ff.

Details

Seiten
42
Jahr
2001
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105376
Note
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Soziale Marktwirtschaft

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Titel: Soziale Marktwirtschaft