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Farbe um uns, Farbe in uns

Hausarbeit 2000 19 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Emotionen
2.1 Das Erleben von Gefühlen

3 Farbe

4 Die Farbenpsychologie
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Kurzer Abriß zur Farbensymbolik
4.3 Die innere und äußere Farbe
4.4 Kann man Farben fühlen?
4.5 Farbe und Traum
4.6 Stimmen uns Farben?
4.7 Lieblingsfarben im Zuge der persönlichen Entwicklung

5 Die einzelnen Farben und ihre psychologische Bedeutung
5.1 Blau
5.2 Rot
5.3 Grün
5.4 Gelb
5.5 Schwarz
5.6 Weiß
5.7 Abschließende Bemerkungen zum Kapitel Farben

6 Literaturverzeichnis

„ Ich fing an, blau zu malen, als mir bewußt wurde, daß Casagemas tot war.“

(Pablo Picasso, Reaktion auf den Tod seines Freundes)

1 Einleitung

Welche Empfindungen habe ich beim Anblick von Rot oder Blau? Und sind dies die selben die meine Mitmenschen in der gleichen Situation fühlen? Ist nicht das Rot der untergehenden Sonne, welches mir einen letzten warmen Gruß des Tages schickt das selbe, das mich bei einem Brand in Schrecken versetzt?

Farben können verschiedenste Assoziationen, Reaktionen und Emotionen beim Menschen auslösen. Unser Körper reagiert rein physiologisch und für uns unbewußt auf die Farbreize, die aus der Umwelt auf uns treffen, verändert Puls, Blutdruck und Atemfrequenz. Doch nicht darum soll es in den nachfolgenden Abschnitten gehen. Vielmehr möchte ich aufzeigen, warum bestimmte Farben bestimmte Emotionen auslösen, welche Farbe wie wahrgenommen wird und die Nutzung dieses Phänomens in therapeutischer Hinsicht in unserer Zeit.

2 Emotionen

Die Erforschung der Emotion als einem Teilgebiet der Psychologie kommt erst seit Anfang der 70er Jahre wieder verstärkt eine Bedeutung zu. Die behavioristische Position , vor allem der amerikanischen Psychologen in den vorhergehenden Jahrzehnten, stellt wahrscheinlich den Grund dar, warum diesem Feld, welche bis dahin keinesfalls tief durchdrungen war, so wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, da sie den Gegenstand der wissenschaftlichen Psychologie nur in den beobachtbaren Reizen und Reaktionen sahen. Im Zuge der „kognitiven Revolution“ Ende der 60er Jahre erlebte auch die Forschung über das subjektive Empfinden und damit auch die Emotionsforschung wieder einen Aufschwung.

Was ich nun darstellen will, ist lediglich ein Erklärungsversuch, möglicherweise nur eine Hypothese des Begriffs Emotion. Sie sind Zustände wie z.B. Freude, Trauer, Ärger, Angst, Enttäuschung, Schuld und andere die aktuell Personen betreffen, in ihrer Intensität und Qualität sich unterscheiden, ein charakteristisches Erleben hervorrufen sowie bestimmte physiologische Veränderungen und Verhaltensweisen mit sich führen.

2.1 Das Erleben von Gefühlen

Die Individualität eines jeden Menschen ist ausschlaggebend dafür, das jeder Emotionen auf seine ganz persönliche Art empfindet. Man bezeichnet dies auch als die „subjektive Komponente“ von Emotionen. Dieses Gefühl unterscheidet Emotionen von anderen Zuständen wie z.B. Gedanken. Die Frage aber, welche die Wissenschaft in diesem Zusammenhang interessiert ist, wie dieses Gefühl und seine spezifische Qualität zustandekommt. Kann man das Erleben von Gefühlen darauf zurückführen, das Bewußtseinselemente existieren, die nicht weiter analysierbar sind, wie das Erleben von Lust oder ist es vielmehr das Empfinden von physiologischen Veränderungen oder zwingenden Impulsen, die uns Handeln lassen. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage ist hier noch nicht getroffen worden.

3 Farbe

Was ist nun eigentlich Farbe? Im ersten Augenblick wohl eine leicht Frage, doch ist es vielleicht bei näherer Betrachtung gar nicht so leicht, dies genauer zu erläutern. Wir arbeiten damit, wenn wir Räume renovieren, doch vielmehr ist dies ein Farbstoff, den wir auftragen; Pigmente, die durch ein Bindemittel auf die Wand gebracht werden. Doch es gibt auch Farben, die nicht diesem Prinzip folgen. Schauen wir in den Himmel, sehen wir blau. Dies geschieht durch die Ablenkung der Lichtwellen vor einem lichtlosen Raum. Die kurzen Lichtwellen des Blaus werden leichter durch die Molekularteilchen abgelenkt, als langwelligere und so erscheint unser Himmel blau. Lichtwellen bewegen sich in einem Bereich, der zwischen vierhundert und achthundert Nanometern liegt, also nur einen geringen Teil der Wellen abdeckt, die täglich auf uns einströmen. Doch dies ist das Fachgebiet eines Farbmetrikers und soll uns hier nicht weiter interessieren, denn das Geheimnis oder besser die Beziehung Mensch und Farbe liegt tiefer als das es der Ablauf des „Sehens“ allein darstellen kann.

4 Die Farbenpsychologie

4.1 Historische Entwicklung

Der Einsatz von Farbe als psychologisches Mittel um Stimmungen und Emotionen zu beeinflusse, entstand zu dem Zeitpunkt, als der Mensch anfing, sich Gedanken zu machen um die Beziehungen untereinander, dem eigenen Wesen und seiner Umgebung. Sie dienten zum Ausdruck und zur Unterscheidung der Stämme, Gemeinschaften, Familien und Persönlichkeiten. Höhlenmalereien zeugen heute noch von der schon zu Urzeiten herrschenden Verbundenheit der Farbe mit dem Mystischen. Man findet den Einsatz von Farben in allen Religionen und Kulturen um kultische Handlungen noch zu verstärken. Man kann also sagen, das die ersten Farbpsychologen Schamanen und Priester waren. In Babylon wurden den Planeten entsprechende Farben zugeordnet. Im alten Ägypten hatten die Gottheiten bestimmte Farben. So war Gold die Farbe des Sonnengottes Ra, Seth als gefährlicher Gott Rot und Amun, dem Mystische, wurde die Farbe Blau zugeschrieben. Auch in der Bibel werden Farben symbolisch eingesetzt. In der Offenbarung des Johannes liest man von roten, schwarzen und weißen Pferden, die für Krieg, Gerechtigkeit und Tod stehen.

Im antiken Griechenland legte Hippokrates mit seiner Viersaftlehre, die dem Blut die Farbe Rot, der Galle Schwarz und Gelb und dem Schleim die weiße Farbe zuordnet, den Grundstein der Medizin der nächsten 2000 Jahre.

Im europäischen Raum geriet die Nutzung von Licht und Farbe dann aber mehrere Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst mit der Farbenlehre Johann Wolfgang von Goethes begann man sich wieder mit der Erforschung und der Bedeutung von Farbe zu befassen. Sie ist heute noch eine Grundlage der modernen Farbtherapie.

Aber erst im letzten Jahrhundert fing man an den wirklichen Stellenwert der Farbpsychologie und – therapie zu realisieren. Wesentlich dazu beigetragen haben unter anderem Joseph von Frauenhofer, Nils Ryberg Finsen und Rudolf Steiner. Doch trotz der Erkenntnisse der Bedeutung der Farben für die Psyche des Menschen, steht ihre Umsetzung und unmittelbare Anwendung noch am Anfang.

4.2 Kurzer Abriß zur Farbensymbolik

Die Symbolik einer Farbe entsteht durch Erfahrung. Doch ist hier nicht die eigene Erfahrung gemeint, sondern über Jahrhunderte gesammelte Erfahrungen, die weitergegeben wurden und werden. Die aufkeimende Saat im Frühjahr, nach einem kalten Winter, gab Hoffnung auf ein gutes Jahr. Die beginnende Liebe wurde im Mittelalter mit der Farbe Grün verbunden. Durch die Verallgemeinerung der einzelnen psychologischen Farbwirkungen einsteht somit eine symbolische Farbwirkung.

Nun hat aber jeder Kulturkreis seine eigene Farbigkeit und Farbensymbolik. Wie kommt das zustande? In unseren Breitengraden ist Grün die normale Farbe der uns Umgebenden Natur. Im Gegensatz dazu erscheint Grün den Wüstenvölkern wie eine

Zuflucht, eine Oase inmitten des Sandes. Deshalb ist grün auch die heilige Farbe des Islam. Weiterhin hängt auch viel mit der Verfügbarkeit von Farbsubstanzen in Zusammenhang. Farben, wie z.B. Purpur, werden von uns heute noch als Farben der Könige angesehen, da sie in Vorzeiten durch den Aufwand der Herstellung und die Seltenheit sehr teuer waren. Im übrigen ist noch anzumerken, daß in allen Kulturkreisen die hochgeachteten Farben das Männliche und die zweitrangigen Farben das Weibliche symbolisieren. Auch haben manche Farben verschieden nationale Besonderheiten. Wenn ein Brite „blue“ ist bedeutet das etwas anderes, als wenn dies ein Deutscher ist, worauf ich in einem nachfolgenden Teil aber noch genauer eingehen werde.

4.3 Die innere und äußere Farbe

Stellen wir uns vor, wir stehen auf einer grünen Wiese. Doch was sehen wir?. Können wir die Farbe im eigentlichen Sinne wahrnehmen? Es ist uns nahezu unmöglich, die Farbe ohne die Wiese zu sehen. Oder besser noch erklärt an dem Beispiel eines Sprichwortes. „Der ist mir nicht grün!“ Hier ist die Farbe zum Begriff geworden. Man kann dieses Grün erleben. Farben werden oft bildhaft verwand, etwa in den Wendungen „Du siehst alles Schwarz“ oder „Ich sehe Rot“. Dies sind Begrifflichkeiten, die aus dem Inneren des Menschen dringen. Man darf also nicht nur davon ausgehen, daß die Wirkung auf die Seele nur von einer vorhergehenden Wirkung auf den Körper kommt. Wahrnehmen von Farbe heißt also nicht nur bloßes sehen. Wir können sie nur „wahr nehmen“, wenn in uns schon eine definierte Farbpalette existiert, die unseren Ausdruck bestimmt.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638169370
ISBN (Buch)
9783640336340
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10543
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg – Kultur- und Medienpädagogik
Note
2,3
Schlagworte
Farbe Psychologie

Autor

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