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Guevara, Ernesto Che

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 7 Seiten

Biographien

Leseprobe

Ernesto „Che“ Guevara

Er hatte ständiges Fernweh und so brach er Anfang 1950 in den Semesterferien auf einem Fahrrad mit eingebautem Hilfsmotor zu einer Reise durch Argentinien auf. Auf dieser sechswöchigen Reise, auf der er viertausend Kilometer zurücklegte, begegneten ihm zum ersten Mal die sozialen Unterschiede in Argentinien. Er sah die erbärmlichen Lebensumstände der Armen und die ungeheuren Privilegien der Reichen. Ende 1950 machte er eine Ausbildung als Krankenpfleger und heuerte von seiner Reiselust getrieben auf einem Öltanker als Schiffsarzt an, wo er wieder sechs Wochen unterwegs war. Ende Juni begann er wieder zu studieren, doch er hatte das Interesse daran langsam verloren. Als ein alter Freund, Alberto Granado, Che fragte, ob er mit ihm eine Reise quer durch Südamerika machen wollte, sagte er sofort zu und brach sein Studium und seine Zelte ab.

Um nicht einem Hinterhalt zum Opfer zu fallen, marschierten sie nur in der Nacht, sodass es 40 Tage dauerte, bis sie Santa Clara erreichten. Hier kam es nun zu der Schlacht, die der Batista-Armee endgültig den Todesstoß versetzte. Nachdem die Kasernen von den Rebellen eingenommen waren, war das Militär so demoralisiert, dass es sich zurückzog und die Guerilleros die Stadt ganz leicht einnehmen und somit alle wichtigen Verkehrswege besetzen konnten.

Sie hatten inzwischen auch die internationale Presse auf ihrer Seite.

Kubas Diktator Batista erkannte den Ernst der Lage und floh, durch einen Verräter aus Ches Truppe alarmiert, in der Silvesternacht aus dem Land. Das Gerücht seiner Flucht verbreitete sich rasch und führte dazu, dass am Morgen des 1.1. 1959 der letzte Rest der Regierungsarmee die Waffen streckte.

Am 8.1. zog die siegreiche Guerilla-Armee in Havanna ein, löste nicht nur den Kongress, sondern auch Armee, Polizei und Geheimdienst auf und legalisierte die bis dato verbotene sozialistische Partei „Partido Socialista Popular“. Im Februar 1959 schließlich wurde Fidel Castro zum Ministerpräsidenten Kubas ernannt.

Jegliche Organisierungs- und Ausbildungsversuche der Kubaner scheiterten, und als dann nach zwei Monaten ein Angriff auf die Garnison Bendera stattfand, konnten sie von den über tausend Rebellen knapp 170 mobilisieren, wovon bereits vor dem Angriff 70 desertierten. Der Angriff war damit natürlich völlig wirkungslos, bereits vorher hatte die Söldnerarmee Mobutus den Bezirk Fizi immer enger eingekreist.

Außerdem musste Che schon bald feststellen, dass seine Revolutionsideale nicht den Vorstellungen der Kongolesen entsprachen.

Er verließ dieses Land sehr schnell wieder und kehrte 1966 nach Südamerika zurück.

Im Mai verlor die Nachhut den Kontakt mit der Hauptgruppe, die somit nur mehr aus 25 Männern bestand. Zudem war die Verbindung zwischen Bolivien und Kuba abgerissen, was schwer ins Gewicht fiel. Die Guerillabewegung galt trotzdem als unbesiegbar, was aber an der Unfähigkeit des Militärs lag. Im August folgte ein weiterer schwerer Schlag durch den Verlust aller Verstecke mit Dokumenten und Medizin. Die fehlenden Medikamente führten bei Che zu einem unkontrollierten Asthmaausbruch, wodurch die Moral der Truppe erheblich sank.

Im September fielen die Guerilleros einem Hinterhalt zum Opfer, bei dem einige Männer ihr Leben ließen. Außerdem erfuhren sie nun, dass die Nachhut am Yado del Yeso vernichtet worden war. Die Moral war zwar noch in Ordnung, doch das Militär wurde immer effektiver.

Am 8. Oktober 1967 schließlich kam es in einer bolivianischen Schlucht zu einem Schusswechsel, bei dem einige Rebellen getötet wurden und Che durch eine Kugel in der Wade verwundet und von den Soldaten mitgenommen wurde. Er wurde von der Regierung festgenommen und in einem Schulhaus festgehalten, wo er dann jede Hoffnung aufgab, da er merkte, dass die Unterstützung der Bevölkerung auch weiterhin ausblieb. Am 9. Oktober 1967 überbrachte ihm CIA-Agent Felíx Rodríguez die Nachricht von seiner Exekution. Als letzte Worte soll Che darauf gesagt haben: „Schieß doch, Feigling, du wirst bloß einen Mann töten.“ Wenige Stunden später wurde er in dem kleinen Ort La Higuera ohne Gerichtsverhandlung durch die Kugel einen Soldaten „zum Wohle des Staates“ getötet. Anschließend wurde sein Leichnam in Vallegrande öffentlich zur Schau gestellt, um der Welt seinen Tod zu präsentieren. Anschließend wurden seine Hände abgehackt und sein Körper in einem geheimen Massengrab verscharrt.

1Ernesto „Che“ Guevara wurde am 14. Mai 1928 als Sohn von Ernesto Guevara Lynch und Celia de la Serna in Rosario/Argentinien geboren. Als offizielles Geburtsdatum gilt zwar der 14. Juni, doch Ches Eltern hatten sein Geburtsdatum gefälscht, weil er sonst offiziell ein uneheliches Kind gewesen wäre. Er hatte drei jüngere Geschwister, einen Bruder und zwei Schwestern.

Che wuchs zunächst auf der Mate-Plantage seiner Eltern in Misiones auf, da er sich jedoch 1930 beim Schwimmen ein schweres Asthma holte (das er übrigens das ganze Leben nicht mehr los wurde) und die Luftfeuchtigkeit auf der Plantage für ihn zu hoch war, zogen die Guevaras zuerst nach Buenos Aires und auf Anraten des Arztes einige Zeit später nach Alta Gracia, einem kleinen Kurort. Wegen seines Asthmas wurde er erst mit neun eingeschult, jedoch in der Zeit bis dorthin von seiner Mutter zuhause unterrichtet. Im März 1942 wechselte er auf die Oberschule, das „Colegio Nacional Dean Funes“ in Córdoba, wo die Familie dann 1943 auch hinzog. Er war ein guter Schüler, der sich sehr interessiert zeigte und auch privat sehr viel las. Von den politischen Wirren dieser Zeit um Nazideutschland und die angeblichen Kontakte des argentinischen Kriegsministers Perón zum Dritten Reich zeigte er sich unbeeindruckt, beteiligte sich weder an politischen Aktivitäten, noch ließ er sich davon in der Wahl seiner Freunde beeinflussen.

1946 schloss er die Oberschule ab und arbeitete gleich darauf bei einer städtischen Straßenbaubehörde. Gemeinsam mit einem Freund wollte er im darauffolgenden Jahr ein Ingenieurstudium beginnen. Doch als er von seiner Familie, die inzwischen wieder nach Buenos Aires gezogen war, hörte, dass seine Großmutter, zu der er immer ein sehr enges Verhältnis hatte, im Sterben liege, gab er seine Stelle auf und zog nach Buenos Aires. Nach ihrem Tod begann er sein Studium an der medizinischen Fakultät der Uni, als Grund dafür gab er später an, er glaubte, als Arzt etwas wirklich Nützliches leisten zu können. Nebenbei hatte er verschiedene Teilzeitjobs, legte jedoch seine größte Energie in seine ehrenamtliche medizinische Assistentenstelle in einem Allergiekrankenhaus.

1Auf dieser Reise erlebte er vor allem in Bolivien immer wieder die Schreckensherrschaft der lateinamerikanischen Diktatoren, die unter dem Einfluss der USA standen. Als er Raúl Castro kennenlernte und von seinem Plan, eine Guerillaaktion zu starten, hörte, wusste er, dass man nur so Lateinamerika wirklich befreien konnte.

1954 traf er in Mexiko Raúls Bruder Fidel Castro und wurde von dessen Guerillatrupe aufgrund seiner medizinischen Fähigkeiten aufgenommen. Er entwickelte sich sehr bald zu einem der besten Kämpfer und wurde daher mit einer Führungsposition betraut.

1956 leitete er gemeinsam mit einigen Guerilleros die kubanische Revolution ein, während deren Kämpfe er sich endgültig zum Freiheitskämpfer entwickelte und am Sieg der Rebellen maßgeblichen Anteil hatte. 1959 heiratete er im Juni Aleida March, aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

1961 wurde Che kubanischer Staatsbankchef und Industrieminister, legte diese Ämter aber bereits 1965 nieder und verließ Kuba mit dem Ziel, die Revolution auch in anderen Ländern anzutreiben. Dazu besuchte er 1965 den Kongo und 1966 Bolivien, wo er allerdings bereits nach elf Monaten Kampf ohne Unterstützung der Bevölkerung verhaftet und am 9. Oktober 1967 unter Mitwirkung des CIA erschossen wurde. Er wurde an einem geheimen Ort verscharrt, um sein Grab nicht zu einem Wallfahrtsort zu machen. 1997 wurden seine Reste gefunden, nach Kuba überstellt und in Santa Clara beigesetzt.

Mit ihm starben auch seine Ideale von einer totalen Befreiung Lateinamerikas von der Diktatur

2Die Kubarevolution

Am 25. 11. 1956 brachen 82 Guerilleros unter der Führung von Che Guevara und Fidel Castro in einem kleinen Boot nach Kuba auf, um dort mit kubanischen Guerilleros zusammenzutreffen. Wegen einiger wetterbedingter Probleme erreichten sie jedoch erst am 2. 12. die Küste. Zuvor hatten kubanische Rebellen bereits am 30. 11. das Polizeipräsidium in Santiago de Cuba besetzt und alle politischen Gefangenen befreit. Die Guerillatruppe um Che und Fidel war allerdings am falschen Ort und u spät gelandet, um an diesen Kämpfen teilnehmen zu können, die kubanischen Rebellen mussten sich einige Tage später auch wieder zurückziehen.

Die Guerillerotruppe marschierte landeinwärts, doch aufgrund von Nahrungsmittelknappheit war die Moral der Rebellen nahezu Null.

Am 5. 12. wurden sie von einem Verräter in einen Hinterhalt der Truppen des Diktators Fulgencio Batista gelockt. Die meisten starben, Che wurde schwer verwundet. Übrig blieben nur zwölf Mann, u.a. Che, Fidel und Raúl Castro und Camilo Cienfuegos, die Männer, die später entscheidende Rollen spielen sollten. Da die Radiostationen verschlüsselt den Standpunkt der Guerilleros durchsagten, schlossen sich ihnen bald eine Menge Bauern an, sodass bald wieder eine kleine Armee zusammen war.

Am 13. 3. 1957 wurde auf einmal ein Anschlag auf Batista verübt, der zwar scheiterte und extremen Gegenterror des Diktators hervorrief, den Guerilleros aber Auftrieb gab, weil sie nun um weitere Unterstützung wussten. Es schlossen sich ihnen immer wieder Personen an, im Mai bestand die Armee bereits wieder aus 80 Mann. Diese mussten es zwar mit dem 60.000 Mann starken Heer Batistas aufnehmen, doch durch eine geschickte Taktik der Überraschungsangriffe und Hinterhalte schafften sie es, das Militär immer mehr zu demoralisieren. Die große Unterstützung seitens der Bevölkerung war ihnen dabei natürlich eine enorme Hilfe, sie gab ihnen den nötigen moralischen Rückhalt. Durch die vielen Siege hatten die Guerilleros in der 2. Jahreshälfte ihr Gebiet so weit ausgedehnt, dass sie eigene Fabriken eröffnen konnten.

1958 schließlich wurde die Bildung neuer Fronten beschlossen. 2 Truppen, angeführt von Che bzw. Camilo Cienfuegos brachen am 27.9. getrennt voneinander auf, um in Santa Clara wieder zusammenzutreffen.

3Der Kongokrieg

1965 verließ Che Guevara Kuba um die Revolution auch in anderen Ländern anzukurbeln. Er ging in den Kongo, wo die Simba-Rebellen, die Anhänger Patrice Lumumbas, schon seit einiger Zeit einen Kampf gegen Staatspräsident Kasavubu, Ministerpräsident Tschombe und Militärchef Mobutu, sowie die von ihnen angeheuerten Söldnerverbände führten. Als er das angebot bekam, eine Guerillatruppe zu führen, willigte er schließlich ein. Er holte sich aus Kuba einen Trupp von ca. 200 Mann, mit denen er in den Bezirk Fizi marschierte. Dort hatten die Simba-Rebellen bereits im Jahr 64 eine vernichtende Niederlage durch die Söldnertrupps erlitten, nachdem sie zuvor auf äußerst brutale Weise die Herrschaft über zwei Drittel des Landes errungen, sie aber bald durch eine genauso brutale Rückeroberung wieder verloren hatten. Daher waren die Rebellen, als Che mit seiner kubanischen Truppe eintraf, sowohl politisch als auch militärisch völlig desorganisiert und untereinander völlig zerstritten.

4Die Bolivianische Guerilla

Im November 1966 brach Che, getarnt als uruguayischer Wirtschaftsfachmann Adolfo Mena Gonzalez nach Bolivien auf, um den Kampf in der Guerilla zu beginnen.

Che und seine Männer begannen als erstes mit dem Anlegen von Verstecken für Munition, Verpflegung und Medikamenten. Dann errichteten sie in den bolivianischen Anden ein Lager, wo Che seine Männer hart trainierte. Die Zahl der bolivianischen und kubanischen Freiheitskämpfer wuchs stetig an. Im Januar 1967 kam es jedoch zum Bruch mit der kommunistischen Partei, da Che sich weigerte, ihnen die militärische Leitung des Unternehmens zu überlassen. Außerdem stellte sich die Eingliederung der bolivianischen Kämpfer als ziemlich schwierig heraus. Die Zusammenarbeit mit der Agentin Tamara Bunke klappte jedoch gut.

Im März wurde die inzwischen 50 Mann starke Guerillaeinheit von 2000 Mann in einem Umkreis von 120 Kilometer eingekreist, es kam auch bald zu Kampfhandlungen. Da nun dem Militär der Standort der Guerillatruppe bekannt war, mussten sie sich früher als geplant zu bewegen beginnen. Es folgten zwar beachtliche Erfolge der Guerilla und auch die Moral der Truppe war gut, doch die Unterstützung der zivilen Bevölkerung, besonders die der Bauern, mit der Che viel zu optimistisch gerechnet hatte, blieb aus. Obwohl die bolivianischen Militärs extreme Schwächen zeigten, schafften sie es immer wieder erfolgreich, die Bevölkerung mittels Drohungen von Festnahmen einzuschüchtern.

6Der Mythos Che lebt aber auch noch heute, fast 35 Jahre nach seinem Tod weiter, sein Name ist einem Großteil der Menschen zumindest ein Begriff. Er gilt als DER Feind des Kapitalismus, insbesondere der USA. Ein berühmtes Zitat aus dem Buch „Mesaje a la Tricontinental“ lautet „Wie glänzend und nah wäre die Zukunft, wenn zwei, drei, viele Vietnam auf der Oberfläche des Erdballs entstünden, mit ihrer Todesrate und ihren ungeheuren Tragödien, mit ihren alltäglichen Heldentaten, mit ihren wiederholten Schlägen gegen den Imperialismus, mit dem Zwang für diesen, seine Kräfte unter dem heftigen Ansturm des zunehmenden Hasses der Völker der Welt zu zersplittern“.

[...]

1 Vgl. Jon Lee Anderson „Che-Die Biographie“

2Vgl. Internet...http://come.to/guevara

3 Vgl. Internet...http://come.to/guevara →Seine Kämpfe →Die kubanische Revolution

4Vgl. Internet...http://come.to/guevara →Seine Kämpfe →Der Kongo-Krieg

5Vgl. Internet...http://come.to/guevara →Seine Kämpfe →Die bolivianische Guerilla

6Vgl. Internet...http://come.to/guevara →Che Guevara →Wir brauchen viele Vietnam

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105473
Note
1
Schlagworte
Guevara Ernesto

Autor

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Titel: Guevara, Ernesto Che