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Waffenrecht in den USA

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 5 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

Das Waffenrecht sowie der Umgang mit ihnen in den USA

Dieses Thema ist sehr komplex und um die Problematik zu Verdeutlichen möchte ich zu Beginn ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit heran ziehen:

Der 44- jährige, in Georgia lebende, Mark Burton, Ehemann und zweifacher Familienvater, erschießt in Atlanta neun Menschen und verletzt zwölf weitere. Nach fünfstündiger Verfolgungsjagd richtet der frustrierte Börsenmakler sich selbst hin. Bei Nachforschung werden außerdem seine Frau und seine Kinder tot aufgefunden, die er vorher schon getötet hatte. Wahrscheinliches Motiv: Scheidungsentschluss der Frau!

Die Frage, die sich jetzt stellt: Ist solch ein Drama auch in Deutschland möglich?

Im Folgenden werde ich zunächst einmal auf die rechtliche Situation in den USA und zum Vergleich der in Deutschland eingehen.

Die Legalisierung der Waffen für den Bürger in den USA geht auf die Verfassung von 1788 zurück, die besagt, dass jeder Amerikaner das Recht besitzt eine Schusswaffe zu führen. Dies sei die Notwendigkeit zum Selbstschutz der amerikanischen Staatsbürger. Darin liegt aller- dings das Problem, auf das ich später noch eingehen werde. Dieses Gesetz wurde in einigen Staaten der USA abgeändert. In sieben Staaten ist das Führen einer Schusswaffe mittlerweile ganz untersagt. Lediglich mit einer Ausnahmegenehmigung für bedrohte Bürger ist es dort möglich eine Waffe zu erwerben.

In Deutschland sind die Bestimmungen deutlich schärfer. Hier wird unterschieden zwischen Erlaubnis- und nicht erlaubnispflichtigen Schusswaffen. Für die letzteren, zu denen z.B.: Harpunen, Luftgewehre bis zu einer bestimmten Größe oder Armbrüste gehören, ist keine Waffenbesitzkarte von Nöten. Diese wird jedoch benötigt bei Waffen ab einer bestimmten Größe, Durchschlagskraft, Bewegungsenergie oder Art des Auslösens. Beispiele hierfür sind: Handfeuerwaffen mit Patronenmunition, Perkussionsgewehre, - pistolen, usw.

Somit ist der Erwerb einer Waffe in Deutschland deutlich schwerer als in den USA, was folgendes Beispiel aus dem „Spiegel 41/1989“ deutlich macht:

Der Artikel beschreibt die Geschäfte eines Waffenhändlers in Cobb County im Bundesstaat Georgia. Diese Waffenhandlung bietet jedem die Möglichkeit, eine Waffe zu Erwerben, wobei dies mit der hohen Kriminalität gerechtfertigt wird. Das Geschäft bietet alle erdenk- lichen Waffen ( Bild und Karikatur), und verfügt sogar über einen eigenen Schießübungsplatz im Hinterzimmer. Die Besitzer sind überzeugte Waffenbefürworter, da sie nur die eine Möglichkeit sehen sich ausreichend zu schützen. Es ist außerdem möglich, dort einen Waffenschein für 35 Dollar ohne Prüfung o.Ä. zu erwerben, wobei auch deutlich gemacht wird, dass dieser keinesfalls Pflicht ist und dass nur wenige darüber verfügen.

Allgemeines zur Diskussion der legalen Waffen in den USA:

Die nackten Zahlen ergeben eine erschreckende Bilanz. In über 60 Mio. Haushalten der USA befinden sich mindestens 200 Mio. Schusswaffen, die den Leuten Schutz bieten sollen. Jeder vierte Staatsbürger und sogar jeder dritte Jugendliche verfügt über eine Waffe. Hinzu kommt noch eine nicht definierbare Anzahl von illegalen, also nicht registrierten Waffen. Jährlich sterben in den USA 30.000 Menschen an den Folgen von Schussverletzungen. In dieser Zahl verbergen sich nicht nur Überfälle auf Personen, sondern die Anzahl der Selbstmorde ist ebenso enorm hoch. Im Jahr werden 250.000 Verbrechen mit Waffen begangen wobei die Dunkelziffer hier auch noch bedeutend höher sein könnte. Eine Statistik aus dem Jahre 1971 zeigt die Mordrate innerhalb eines Landes an. Hier liegen die USA mit der höchsten Rate mit Abstand an erster Stelle. Laut Statistik haben sich 5,5 Morde auf 100.000 Menschen in den USA ereignet. In der BRD war die Zahl damals bei 0,28 Morden auf die gleiche Anzahl von Menschen deutlich geringer. Diese Statistik hat sich, den vorhergesagten Tendenzen nach, eher noch dramatisiert.

Die extrem hohe Kriminalität in den USA lässt sich damit auf die freie Verfügbarkeit der Waffen erklären, so dass Kritiker davon überzeugt sind, dass eine Eindämmung der Kriminalität nur mit einem erschwerteren Zugang möglich sei.

Diese Schwachstelle in der amerikanischen Verfassung wurde 1999 auch von der Menschen- rechtsorganistation „Amnesty international“ kritisiert. Dieser Artikel mit dem Namen „USA- Hüter der Menschenrecht ???“ In diesem Artikel fordert die Organisation die USA u.a. auf, das Waffenrecht zu ändern und die Polizeibrutalität, die vorherrscht einzudämmen. Dies sei unabdingbar, da die USA ein Vorbild für viele anderen Staaten darstellen, die die Leitlinien der USA auf ihr Land übertragen könnten, wodurch weiterer Schaden im Bereich der Menschenrechte angerichtet wird.

Ein Beispiel für die Ignoranz und die nicht Eignung ist ein Beispiel aus der oben genannten Waffenhandlung. Im Schießübungsraum haben die Kunden die Möglichkeit auf ein Abbild des Libyers Gaddafi, der als Terrorist gilt, zu schießen. So etwas schürt den Hass zwischen den Völkern und ist mit Sicherheit nicht positiv für die globale Friedensentwicklung. Die Problematik wird durch zwei Instanzen besonders geprägt. Die erste ist der amerikanische Kongress, der, nachdem Clinton ein Gesetz zur Überprüfung der Waffen-besitzer ( Brady- Gesetz 1994), seit der Eroberung der Mehrheit durch die Republikaner Ende des Jahres 1994, keine weiteren Gesetzesänderungen bezüglich des Waffengesetzes durchführte. Das zweite sehr bedeutende Gremium ist die NRA ( National Rifle Association). Dieser überaus mächtige Interessensverband zur Erhaltung der bestehenden Gesetze, hält die „Volks- bewaffnung“ für absolut notwendig. Die knapp 3 Mio. Mitglieder sind der Überzeugung, dass eine Waffe ebenso zu einem Haushalt gehört wie ein Feuerlöscher, um sich vor der immer weiter steigenden Kriminalität zu schützen.

Doch genau in diesem Punkt setzen die Kritiker an. Die unglaublich hohe Kriminalität resultiert aus der Leichtigkeit des Waffenerwerbs. Wenn dieser erschwert würde, könnte man die Rate sicher senken, da die Täter nicht so leichten Zugriff und damit auch keine Möglich- keit für einen Gesetzesübertritt hätten. Somit muss man nicht das Volk mit Waffen ausstatten, damit es sich vor sich selbst beschützen kann, sondern man muss es entwaffnen, damit die Anzahl der Taten reduziert wird. Denn dieser Teufelskreis wird mit der jetzigen Entwicklung kein Ende finden.

Dies haben mittlerweile auch die Behörden registriert, wie die Aussagen des Polizeipräsi- denten: „Wir waren zu tolerant, denn Bürger brauchen keine militärischen Sturmgewehre.“

Das dieser Kreis kein Ende findet, zeigen auch zwei Beispiele aus Los Angeles und New Orleans, in denen die Korruption der Polizisten aufgezeigt wird, die zu Mördern, Dealern und Vergewaltigern mutieren.

In beiden Städten sind viele Polizisten dermaßen korrupt, dass die meisten illegalen Machen- schaften in irgendeiner Art und Weise in Kontakt zu Polizisten stehen, diese jedoch aufgrund großzügiger Schmiergelder darüber hinwegsehen. So sind z.B. in New Orleans einige Polizisten wegen Drogenbesitz und weitreichendem Drogenhandel angeklagt. Ein Problem besonderer Art ist die Gewaltbereitschaft der Polizei. Es wird in keinem anderen Land der Erde so schnell die Pistole gezogen und geschossen wie in Amerika. So eine Handlung wird dann z.B.: mit „ NAT (necessary action taken) und Code 30 (Mord) protokolliert und zu den Akten gelegt.

Dieses Verhalten der Polizei wird von Experten durch folgende zwei Aspekte begründet:

Zum einen werden die Polizisten nicht ausreichend bezahlt, so dass der Drang zu Neben- verdiensten recht groß ist und zum anderen ist die mittlerweile vielerorts eingetretene Macht- losigkeit der Polizei ein Problem. Die Kriminellen verfügen z.T. über die gleiche hoch- moderne Ausrüstung wie die Polizei, so dass die Polizisten ihnen nicht überlegen sind und ihr Leben stark gefährdet ist, da vor nichts zurück geschreckt wird. Die Wahrung der Exekutiv- gewalt durch die Polizei ist aber unbedingt notwendig, damit ein Staat die „innere Ruhe“ einhalten kann. Dies ist mit dem geltenden Waffengesetz nur schwer möglich.

Ein weiterer Aspekt im Umgang mit Waffen in den USA ist das Aufwachsen der Kinder mit diesen.

Im Jahr 2000 gab es in den USA sowie in Deutschland zwei grausame Amokläufe von Jugendlichen. In den USA töteten zwei Schüler im April 12 Schüler, einen Lehrer und sich selbst. Im November erschoss ein Jugendlicher vier Menschen und vollzog dann Selbstmord. Außerdem gibt es vor allem in den USA weitere Tötungsdelikte, vollzogen durch Kinder/ Jugendliche. Die Frage nach dem Auslöser dieser Kriminalität stellt folgende Fragen:

1) Werden die Kinder zu früh mit Waffen konfrontiert?
2) Wird ihnen der Zugang zu leicht gemacht oder werden sie sogar beim Umgang mit einer Waffe unterstützt?
3) Haben womöglich virtuelle Waffenspiele eine bedeutende Wirkung auf das Handeln der Kinder?

Die Kinder werden eindeutig mit Waffen vertraut gemacht, was ein Beispiel aus Texas deutlich macht.

Im Rückblick erinnert sich ein Texaner, dass es auch für Kinder selbstverständlich gewesen wäre, ein Gewehr schon in früher Kindheit zu bedienen. Ein verlorener Finger des Befragten zeugt von dieser Tatsache. Dieses Beispiel beantwortet eigentlich auch schon die zweite Frage: Die Eltern, besonders die Väter leben ihren Kindern den Umgang mit Waffen vor, so dass sie keinerlei Probleme haben an Waffen zu gelangen. Viele Väter verfügen über mehrere Waffen, die sie in einem Schrank aufbewahren, der entweder nicht abgeschlossen ist oder dessen Schlüssel direkt daneben liegt, so dass potentielle Amokläufer ohne Probleme Zugang haben.

Die letzte Frage ist eine im Moment heiß diskutierte. Die Meinungen, ob der virtuelle Um- gang mit Waffen einen Realitätsverlust verursacht und damit Amokläufe provoziert, sind gespalten. Tatsache ist jedoch, dass die genannten drei Täter alle begeisterte Spieler dieser „Ballerspiele“ waren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre ein Verbot dieser Spiele nur konsequent.

Fazit:

Die Waffensituation in den USA ist ein großes Problem der amerikanischen Gesellschaft, dass nur mit Hilfe einiger weitreichender Gesetze zu verändern ist. Dies ist allerdings nur schwer durchsetzbar, da es neben den Kritikern auch viele Befürworter der jetzigen Situation gibt. Das Hauptargument der Befürworter wird immer die Verfassung sein, in dem das Recht des Führens einer Waffe erlaubt ist.

Quellen:

- Spiegel 21/ 1995

- Spiegel 41/ 1998

- A shooting gallery called America

- Stern: Interview mit Joachim Streitberger „Forum Waffenrecht”

- Amnesty International

Handout zum Referat „Waffen in den USA“

- In den USA ist das Recht des Führens einer Waffe für jeden Amerikaner in der Verfassung von 1788 verankert.

- Einige Staaten der USA haben interne Gesetze erlassen, die das Führen einer Waffe nur in besonderen Fällen erlauben.

- In Deutschland benötigt man ab einer bestimmten Größe der Waffen eine Waffenbe- sitzkarte.

- Über 200 Mio. Schusswaffen in 60 Mio. Haushalten der USA.

- Jährlich 250.000 Straftaten mit Waffen und über 30.000 Menschen sterben an Schuss- verletzungen pro Jahr.

- Die USA haben eine 20-mal so große Mordrate wir die Deutschland.

- Eindämmung der sehr hohen Kriminalitätsrate nur mit erschwerterem Zugang zu den Waffen durch Gesetze möglich.

- Die USA wurden 1999 durch „Amnesty International“ kritisiert und als Hüter der Menschenrechte in Frage gestellt.

- Bisherige Versuche, die Waffengesetze zu ändern, z.B.: Brady- Gesetz von 1994, schlugen eher fehl, da sie durch die Gerichte wieder aufgelockert wurden.

- NRA ( National Rifle Organisation): Interessensverband zur Wahrung der bestehenden Gesetze.

- „Volksbewaffnung“ führt zu Unsicherheiten der Bevölkerung, da man sich ohne Waffe nicht mehr sicher fühlt.

- Korrupte Polizisten werden zu Kriminellen ( Drogenhandel, Prostitution, Mord,...), um nicht selbst Opfer der Kriminellen zu werden.

- Kinder werden schon in frühen Jahren an eine Waffe heran geführt. Unsachgemäße Aufbewahrung der Waffen ermöglicht den Zugriff auf sie durch Kinder/ Jugendliche.

- Quellen: - Spiegel 21/ 1995

- Spiegel 41/ 1989

- A shooting gallery called America

- Stern: Interview mit Joachim Streitberger vom „Forum Waffenrecht”

- Amnesty International

Details

Seiten
5
Jahr
2001
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105648
Note
Schlagworte
Waffenrecht

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Titel: Waffenrecht in den USA