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Das Thema "Fingerspiel" im Kindergarten. Ein Entwurf

Unterrichtsentwurf 2002 19 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Didaktische Überlegungen
1.1 Kurze Beschreibung der Aktivität
1.2 Begründung der Aktivität
1.3 Begründung der Gruppenzusammensetzung
1.4 Erfahrungsmöglichkeiten der Zielgruppe
1.5 Auseinandersetzung mit dem Erfahrungsfeld
1.5.1 Verbindung zu anderen Erfahrungsfeldern

2. Methodische Überlegungen:
2.1 Vorbereitungen
2.1.1 Eigene Vorbereitungen
2.1.2 Materialien/ Medien
2.1.3 Raumvorbereitung
2.2 Motivation
2.3 Einstieg und Verlaufsplanung
2.4 Weiterführende Aktivitäten
2.5 Lernprinzipien

3. Literaturhinweis

1. Didaktische Überlegungen:

1.1 Kurze Beschreibung der Aktivität:

Inhalt dieser Aktivität ist ein Fingerspiel („Der kleine Wurm Karl Theodor“), jedoch wird das Fingerspiel noch mit einem Gespräch ( wie leben Würmer, was essen sie, wie sehen sie aus,...) eingeleitet. Deshalb erfahren die Kinder auch etwas über die Umwelt. Die Kinder können in dem Gespräch ihr Wissen mit einbringen.

In diesem Angebot werden die Kinder in ihrer Sprache gefördert. Durch das wiederholte Reimsprechen gelingt es den Kindern in kurzer Zeit, das Gedicht/ Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ zu lernen. Mit Begeisterung lernen sie das richtige und deutliche Sprechen. Ich werde ihnen ein Vorbild sein, indem ich sehr deutlich spreche. Mit Betonung während dem Sprechen werden die Kinder motiviert und sie fühlen sich aufgefordert, mit zu sprechen. Die Kinder lernen ebenfalls in diesem Angebot, das man Sprache und Bewegung miteinander koordinieren kann. Dies ist ebenfalls eine weitere Motivation. Wenn die Kinder sich während dem Sprechen Bewegen, so haben sie noch mehr Spaß daran.

Bei dem Fingerspiel müssen sich die Kinder auch den Reim, die Sätze merken. So wird ihr Gedächtnis und ihre Denkfähigkeit gefördert.

Der „kleine Wurm Karl Theodor“ kriecht über den Körper, so lernen die Kinder ebenfalls noch mal ein paar Körperteile kennen. Er kriecht über Knie, Bauch, Nase, auf den Fuß. Sie müssen daher wissen wo welcher Körperteil ist.

1.2 Begründung der Aktivitätenwahl:

Vielen Kindern mangelt es heut an aktiven, sinnlichen Erlebnissen. Die wichtigste kindliche Beschäftigung ist das Spiel!

Kinder wachsen heut zu Tage unter vielen Reizüberflutungen auf. Sie haben ein Zimmer voll mit Spielzeugen, überall ist Streß. Sie können sich kaum mehr auf eine einzige Sache konzentrieren.

Bei dem Fingerspiel werden auch einige Sinne der Kinder gefördert. Die Kinder müssen Sehen, Hören und ihren Körper wahrnehmen. Das sind wichtige Aspekte in der Erziehung des Kindes.

Sehen:

Im Mutterleib kann das ungeborene Kind schon sehen. Mit etwa sechs bis sieben Monate öffnet es die Augen, kann hell und dunkel deutlich unterscheiden. Das geborene Kind sieht am Anfang noch unscharf, jedoch nimmt die Sehschärfe Woche für Woche zu. In der Regel steigert sich die Sehfähigkeit eines Kindes etwa bis zum achten Lebensjahr.

Das Farbensehen entwickelt sich im Laufe der Zeit. Obwohl wir in einer Kultur leben, in der der Sehsinn dominiert, heißt das nicht, das wir diesen Sinn nun bewußt vernachlässigen sollten. Durch die Geschwindigkeit, mit der die Kinder optische Eindrücke empfangen (zum Beispiel Fernsehen), verlernen sie oft, Einzelheiten konzentriert wahr zu nehmen.

Gerade diese Fähigkeit wird bei dem Fingerspiel gefördert. Die Kinder müssen die einfachen Bewegungen genau wahrnehmen und sie danach genau so nachmachen (Prinzip der Wiederholung).

Hören:

Schon das ungeborene Kind kann hören. Am Ende des dritten Monats kann das Kind bereits hören, es kann laut und leisen unterscheiden.

Nach der Geburt werden höhere Töne mehr wahrgenommen, als tiefere Töne.

Im Alltag hört das Kind viele unterschiedliche Dinge, Töne, Geräusche, Laute,... Es wird überflutet mit Geräuschen. So sollte auch darauf geachtet werden, das das Kind sich auf etwas konzentrieren kann. Bei dem Fingerspiel muß das Kind ebenfalls genau zuhören, und später die selben Worte wiedergeben. Es konzentriert sich auf die Worte.

Durch Betonung und deutliches Sprechen der Erzieherin fällt es dem Kind leichter, das Fingerspiel zu sprechen. Es lernt dadurch auch Betonung.

Körperwahrnehmung:

Beim Spiel können die Kinder auch ihren Körper wahrnehmen. Ein beliebtes Spielzeug bei den Säuglingen sind die eigenen Hände und Füße. Bei dem Spiel mit den Händen wird auch die Feinmotorik gefördert. Das ist auch bei dem Fingerspiel der Fall. Die Finger werden bewegt, die Bewegungen des eigenen Körpers (der eigenen Hand) wird wahrgenommen und durch die Bewegung der Finger wird ebenfalls die Feinmotorik gefördert.

Ein weiterer Förderungspunkt des Fingerspieles ist die Sprache. Die Kinder lernen, deutliches und betontes Sprechen. Deshalb ist es sehr wichtig, das die Erzieherin sehr deutlich und betont spricht.

1.3 Begründung der Gruppenzusammensetzung:

Ich nehme sechs Kinder zu dem Fingerspiel dazu. Die ist eine sehr überschaubare Zahl. Bei dem Gespräch am Anfang kann jedes Kind zu Wort kommen und ich kann auf jedes Kind gut eingehen. Ich nehme Kinder aus beiden Gruppen, da der Kindergarten in Ebersweier Gruppenübergreifend arbeitet. Ich nehme bei meinen wöchentlichen Angeboten ebenfalls Kinder gemischt aus beiden Gruppen. So kenne ich auch alle Kinder und die Kinder kennen mich.

Ich wähle die Kinder im Alter von vier Jahren. Bei dem Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ sind die Bewegungen einfach, die Bewegungen wären für ältere Kinder zu leicht und sie würden sich langweilen. Der Text ist einfach und gut zu merken, da die Bewegungen zu dem Text passend sind. Für die dreijährigen wäre der Text aber noch zu schwer.

Ich lasse die Kinder frei entscheiden, ob sie zu dem Fingerspiel dazu möchten. Jedoch möchte ich, das ein Kind aus unserer Gruppe mit zu dam Fingerspiel geht. Das benannte Kind hat noch Probleme mit der Aussprache. Die Mutter hat uns ebenfalls gebeten, das wir besonders bei ihm achten, das er ganze Sätze spricht. Ich finde, das ein Fingerspiel eine gute Gelegenheit dafür ist, die Sprache des Kindes zu fördern. Es ist spielerisch und macht Spaß.

1.4 Erfahrungsmöglichkeiten der Zielgruppe:

-Bei dem Gespräch, welches ich am Anfang mit den Kindern über

Regenwürmer führe, lernen die Kinder, wie und wo der Regenwurm lebt, was er frißt und wie er aussieht.

-Bei dem Anfangsgespräch lernen die Kinder zu kommunizieren, da ich darauf achte, das jedes Kind ausreden kann und nicht unterbrochen wird

-Ich werde auch während des Gespräches die Kinder bei Namen rufen und ihnen Fragen stellen, so trauen sich auch schüchterne Kinder zu sprechen

-Die Kinder lernen, aufmerksam zu beobachten

-Die Kinder lernen zuhören

-Die Kinder erfahren, wie es ist, Sprache und Bewegung zu koordinieren

-Das Gehör der Kinder wird geschult

-Die Feinmotorik wird geschult

-Die Konzentration wird ebenfalls gefördert

-Die Sprache wird geschult, deutliches, betontes Sprechen

-Die Kinder lernen genaues Beobachten

-Ebenfalls lernen die Kinder gehörtes und gesehenes zu wiederholen

1.5 Auseinandersetzung mit dem Erfahrungsfeld:

Das Fingerspiel gehört zu der Kinderlyrik. Zu der Kinderlyrik gehören ebenfalls:

-Kinderlieder

-Schlaflieder

-Kreislieder

-Spiellieder

-Trostlieder

-Tanzlieder

-Zungenbrecher

-Kinderreime

-Rätsel

-Kniereiter

-Auszählreime

-Gedichte

-Trostverse

„Spielen ist eines der Grundbedürfnisse der Kinder. Und das Spiel kennzeichnet auch die Begegnung des Kindes mit Sprache und Literatur im Kinderreim. ( ) Manche Eltern meinen sogar, das Spiel mit der Sprache, wie es etwa in Wortverdrehungen oder Lautmalerei zum Ausdruck kommt, sei nur Unsinn, der vom Standpunkt des Erziehers nicht zu vertreten sei.“

(Buch - Partner des Kindes, Ravensburg 1980) Kinderlyrik kann schon im Kleinkindalter (bis zu drei Jahren) eingesetzt werden. Hierbei verwendet man Kose - und Neckspielchen. Dies schafft eine Nähe von Erwachsenem und Kind und die Kinder lernen mit Freude. Kinder lieben die ständige Wiederholung der Reime. Das Spiel mit der Sprache erleichtert den Kindern den Zugang zu dem manchmal schwer verständlichen Kommunikationsmittel (Mund - Sprache,...) Wortschatzerweiterungen, Sprachgefühl, Sprach - und Sprechfreude sind Begleiterscheinungen im Umgang mit Kinderlyrik. Gerade Kinder, die sich im sprachlichen Ausdruck schwer tun, oder sogar Hemmungen haben, finden durch die verschiedenen Bereiche der Kinderlyrik einen Zugang zur Sprache. Das größte Ziel bei der Kinderlyrik ist die Spracherziehung. Sprache ist etwas sehr wichtiges für den Menschen.

In den ersten sieben Lebensjahren entwickelt sich die Sprache des Kindes.

Hierbei ist es sehr wichtig, das das Kind eine konstante Bezugsperson hat und das es gute Vorbilder hat. Sprechen lernt das Kind durch beobachten und nachahmen.

Verlauf der Sprachentwicklung:

Geburtsschrei:

Die Sprachentwicklung des Menschen beginnt mit dem Geburtsschrei. Die

Lungen entfalten sich und die Atmung setzt ein. Mit dem Schreien bekundet das Kleinkind Unlust oder Unbehagen. Im späteren Zeitpunkt setzt der Säugling sein Schreien ein, um etwas zu bewirken, zum Beispiel, das er Hunger hat, das er zu seiner Bezugsperson möchte,...

Ungefähr sechs Monate:

Das Kind beginnt erste Buchstaben zu kombinieren (mamamama, dadadada, lalala,...). Das sind sogenannte Lallmonologe. Das Kind hört sich selbst und wiederholt das Gehörte. Das Kind ahmt sich selbst nach. Wichtig ist dabei, das es den Erwachsenen hört und diesen nachahmt.

Ungefähr acht bis neun Monate:

Das Kind beginnt, die Sprache zu verstehen. Vorher ist die Sprache ein Spielzeug des Kindes.

Ungefähr ein Jahr:

Jetzt beginnt die Zeit des eigentlichen Spracherwerbs. Das Kind spricht erste Worte aus. Es bildet Ein - Wort - Sätze. Wenn es zum Beispiel „Auto“ sagt, meint es genau: „Das ist ein Auto“. Durch Betonung kann das Kind auch meinen: „Ist das ein Auto?“. Man nennt dieses Alter auch erstes Fragealter. Da das Kind schon Wort und Tonfall beherrscht.

Ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre:

Das Kind verwendet zwei oder mehrere Wörter. Es äußert damit Wünsche oder Gefühle. „Ohr aua“ bedeutet „mein Fuß macht weh“. Bei normalem Entwicklungsverlauf kann das Kind schon 50 Wörter. Jedoch kann es diese noch nicht deutlich aussprechen.

Ungefähr drei Jahre:

Kind beginnt Sätze zu konstruieren. Das Subjekt steht nach dem Prädikat. „Ich bin gesitzt“ } es übt sich in Flexionen. Ebenfalls bildet es neue Worte, wie zum Beispiel Mülltonner, damit meint es Müllmänner.

Ungefähr fünf Jahre:

Das Kind spricht immer differenzierter und strukturierter. Sätze werden

grammatikalisch richtig gebildet. In diesem Alter entstehen auch die

Warum - Fragen. Dieses Alter wird als zweites Fragealter bezeichnet. Das Kind spricht in kurzen Sätzen.

Sechstes bis siebtes Lebensjahr:

In diesem Alter ist die grundlegende Sprachentwicklung geschehen. Die

Ausdrucksfähigkeit verfeinert sich. Die Sprache kann gestaltet und verändert werden. Die Sprache steht jedoch noch als Objekt, um damit Inhalte mitzuteilen. In den kommenden Jahren erst lernt das Kind Sachverhalte mit Hilfe von Sprache darzustellen.

Bedeutung der Sprache:

-Durch Sprache wird die Beziehung zu anderen gepflegt

-Sprache ist zentrales Medium der Mitteilungsmöglichkeit

-Durch Sprache kann man verbal kommunizieren

-Gedanken und Gefühle werden ausgedrückt

-Zentrale Bedeutung ist die Sprache auch bei der Entwicklung der

individuellen Persönlichkeit, insbesondere auch für die geistige Entwicklung

-Denken und Sprechen bilden eine Einheit

-Der Mensch kann seinen Willen bekunden, den Willen anderer kann verstanden werden und somit kann eine Beziehung gestaltet werden

1.5.1 Verbindung zu anderen Erfahrungsfeldern:

In Verbindung mit der Spracherziehung steht die Sozialerziehung. Die Kinder befinden sich während des Fingerspieles in einer Kleingruppe. Sie lernen, das man andere Kinder ausreden läßt, das jedes Kind mal etwas erzählen kann und das sie lernen auch die wechselseitige Kommunikation.

Die Kinder lernen im Fingerspiel die Freude an der Sprache. Mit Hilfe des Spieles (in diesem Falle das Fingerspiel) macht es den Kindern Spaß zu sprechen, sie haben Freude und lernen so nicht nur die Worte deutlich zu Sprechen, sondern auch Betonung. Ebenso lernen sie durch das Fingerspiel und durch das nachahmen der Erzieherin die Mimik und die Gestik. So lernen sie, wie sie Gefühle ausdrücken können.

Dadurch, das jedes Kind einmal dran kommt mit erzählen, lernt das Kind Selbstbewußtsein. Da wir uns bei dem Fingerspiel in einer Gruppe befinden fühlt sich das Kind nicht so beobachtet und es traut sich, die Bewegungen mitzumachen und mit zu sprechen. Manche Kinder trauen sich während dem Freispiel nicht so vieles zu, als in einer Kleingruppe.

Die Feinmotorik der Kinder wird ebenfalls geschult, da sie ihre Finger bewegen und sich bücken, die Arme sind ebenfalls in Bewegung.

Die Kinder lernen auch eine Koordination mit Sprache und Bewegung.

Die Merkfähigkeit wird ebenfalls geschult, da die Kinder durch Beobachten und Zuhören das Fingerspiel wiederholen.

2. Methodische Überlegung:

2.1 Vorbereitungen:

2.1.1 Eigene Vorbereitung:

Ich muß mir erst ein Fingerspiel aussuchen, welches leicht und gut verständlich für die Kinder ist. Ich habe mich für das Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ entschieden Ich lerne das Fingerspiel auswendig, damit ich mit den Kindern in Blickkontakt bleiben kann und mich auf Mimik und Gestik konzentrieren kann. Ich muss ebenfalls die Bewegungen zu dem Fingerspiel fließend können, da Kinder nach dem Prinzip der Anschauung und Wiederholung lernen. Somit ist es sehr wichtig, das die Erzieherin (Vorbild) die Bewegungen gleich durchführt, um das Kind nicht durcheinander zu bringen. Kinder merken sofort, wenn ein Wort oder eine Bewegung bei einer Wiederholung nicht mit dem vorherigen Durchgang übereinstimmt. Kinder sollen lernen selbstständig zu sein, sie sollen ihre Phantasien einbringen können. Bei Klanggeschichten, Theaterstücken, Turnen, etc. bringen Kinder ihre Vorschläge und Phantasien mit ein. Dies finde ich sehr wichtig, für die Erziehung bei Kindern. Jedoch habe ich mich in diesem falle, Fingerspiel, dazu entschlossen, den Kindern die Bewegungen vorzugeben. So lernen die Kinder auch einmal vorgegebenes genau zu beobachten um danach Sprache und Bewegungen genau so zu wiederholen. Dies ist für ihr späteres Leben auch sehr wichtig. Mein Ziel bei dem Fingerspiel ist die Sprache. Würden die Kinder noch selbst Bewegungen erfinden, sind sie abgelenkt und konzentrieren sich mehr auf die Bewegungen, als auf die Sprache. Ich finde es in diesem Falle nicht schlimm, das die Bewegungen schon von mir vorgegeben sind. So lernen die Kinder mehr. Nicht nur genaue Sprache, sondern sie lernen, etwas Anschauliches zu wiederholen. In der Schule ist dies mal sehr wichtig. Wenn die Kinder etwas von der Tafel abschreiben, abmalen müssen oder wenn sie ein Gedicht auswendig lernen müssen.

Ebenfalls überlege ich mir, wie ich das Fingerspiel einleiten kann. Ich habe mir überlegt, da es in dem Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ um einen Wurm geht, das ich mit einem Gespräch über Würmer einsteige. Deshalb muss ich mich darüber informieren, wie Würmer leben, was Würmer fressen, wo sie leben,... So kann ich alle Fragen der Kinder beantworten. Ich besorge mir noch ein Bild mit einem Regenwurm, damit die Kinder sich vorstellen, wie ein Wurm aussieht.

Ebenfalls muß ich den Text des Fingerspieles genau analysieren, ob er für die Kinder geeignet ist. Ich gehe nach folgender Struktur vor:

-Besteht das Fingerspiel aus kurzen oder langen Sätzen?

Das Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ besteht aus lauter kleinen Sätzen. Die Kinder können sich die Sätze dadurch sehr gut merken.

-Sind die Sätze für Kinder leicht verständlich und nachvollziehbar?

Die Sätze sind einfach gehalten. Es sind keine Fremdwörter enthalten. Die

Worte des Fingerspieles sind im altersentsprechendem Wortschatz enthalten.

-Wie lange ist das Fingerspiel?

Es besteht aus 12 leichten Sätzen. Für die Altersgruppe von vier Jahren ist der Text richtig, da die Wörter und der Inhalt leicht zu verstehen sind.

-Wiederholen sich in dem Fingerspiel bestimmte Ereignisse?

Der Wurm Karl Theodor, kriecht. Er kriecht über den ganzen Körper.

-Enthält das Fingerspiel viel wörtliche Rede?

Es enthält keine wörtliche Rede, jedoch kann trotz des Fehlens der

wörtlichen Rede betont werden, um die Geschichte lebendiger zu gestalten.

Erfahrungshorizont:

-Entspricht das Fingerspiel dem Erfahrungshorizont der Kinder?

Jedes Kind im Alter von vier Jahren wird schon einmal einen Wurm gesehen haben. Ich habe noch ein Bild dabei, um den Kindern noch einmal das Bild des Wurmes aus dem Gedächtnis hervor zu rufen. Die Kinder haben eventuell schon einmal die Erfahrung gemacht, einen Wurm anzufassen.

-Ist der Inhalt des Fingerspieles für die Kinder vorstellbar?

In dem Fingerspiel geht es darum, das der kleine Wurm Karl Theodor über einige Körperteile kriecht. Somit ist es vorstellbar für die Kinder, wie der Wurm kriechen würde.

2.1.2 Material/ Medien:

-Bild mit Regenwurm:

Die Kinder können noch mal genau sehen wie ein Regenwurm aussieht. Sie können sich dann eventuell besser daran erinnern, wo und wann sie einen Regenwurm gesehen haben.

-Neun Stühle:

Jedes Kind hat einen Stuhl. Wenn die Kinder auf den Stühlen sitzen, sitzen sie bequem und sie hampeln nicht herum. Das ist nicht angebracht, wenn sie sich konzentrieren müssen.

Die zwei restlichen Stühle sind für meine Anleiterin, für meinen Lehrer und für mich. Die Stühle stelle ich in einem Halbkreis auf, damit mich jedes Kind richtig sehen kann und damit ich jedes Kind sehen kann, und auf jedes Kind Rücksicht nehmen kann.

2.1.3 Raumvorbereitung:

Das Angebot (Fingerspiel) führe ich im Turnraum durch. Dort ist genügend Platz und die Kinder werden nicht durch die anderen abgelenkt und sie können sich besser konzentrieren.

Störende Gegenstände räume ich auf die Seite, damit nur noch die Stühle vorhanden sind. So ist ein weiterer Störfaktor beseitigt.

Ich richte einen Stuhlhalbkreis. Meinen Stuhl plaziere ich so hin, damit mich jedes Kind sehen kann. So kann es jede Bewegung gut sehen. Es fällt mir in dieser Position auch leichter, den Blickkontakt mit allen Kindern zu halten. Die Stühle von meiner Anleiterin und meinem Lehrer stelle ich so hin, das die Kinder und ich zu sehen sind.

Ich richte unter meinen Stuhl das Bild mit dem Regenwurm hin, so kann ich es herausholen, wenn ich es den Kindern zeige.

2.2 Motivation:

Ich zeige den Kindern das Bild mit dem Regenwurm. Somit werden die Kinder motiviert, zu erzählen. Kinder erzählen gerne über Erlebnisse aus ihrem Leben. Sie erzählen, wo sie Würmer gesehen haben, und was sie sonst noch über Würmer wissen.

Nach dem Gespräch erzähle ich den Kindern, das ich einen kleinen Wurm kenne und das ich ihnen von ihm erzählen möchte. Ich mache die Kinder neugierig, was der Wurm gemacht hat. Kinder sind neugierig und somit sind sie motiviert, da sie wissen möchten, was für ein Wurm der Karl Theodor ist. Ich spreche mit Betonung und sehr deutlich. Wenn man betont spricht, so gefällt dies den Kindern und sie sprechen beim zweiten Durchlauf gerne mit. Bei dem „Hatschi, hatschi“ in dem Fingerspiel werden die Kinder sicher auch motiviert, da dies ein lustiger teil ist, wo Karl Theodor von der Nase über den Bauch auf die Knie rutscht. Das ist eine lustige Vorstellung in der Welt der Kinder. Der ganze Text ist lustig geschrieben und somit schon von der Handlung her eine Motivation für die Kinder.

Ich werde den Kindern die Finger als Wurm bemalen, so sind sie ebenfalls motiviert, da ihr Finger nun „lebendig“ wirkt.

Wenn die Kinder gegen Ende des Angebotes nicht mehr ganz motiviert sind, so spreche ich das Fingerspiel mal laut, mal leise, ich setzte die Sprachbetonung ein, das macht den Kindern riesen Spaß und sie machen wieder mit.

2.3 Einstieg und Verlaufsplanung:

Ich suche die Kinder zusammen, welche sich für das Fingerspiel gemeldet haben. Ich gehe mit ihnen in den Flur. Die Kinder ziehen sich die Schuhe an. Wir ziehen immer die Schuhe an, bevor wir in den Turnraum gehen, da wir aus dem Kindergartengebäude runter in die Turnhalle laufen.

Wenn alle Kinder die Schuhe anhaben, gehen wir gemeinsam in den Turnraum. Ich bitte die Kinder dort auf die hingestellten Stühle Platz zu nehmen. Wenn alle Kinder bequem sitzen und eine Hörbereitschaft vorhanden ist, hole ich das Bild mit dem Regenwurm unter dem Stuhl hervor und frage sie was auf dem Bild ist. Ich bin mir darüber im klaren, das die Kinder wissen, das dies ein Regenwurm ist, jedoch möchte ich mit ihnen durch das Bild ein Gespräch beginnen. Nachdem die Kinder mir gesagt haben, was auf dem Bild zu sehen ist, rufe ich einzelne Kinder mit Namen auf und frage, ob sie schon einmal einen Regenwurm gesehen habe. („Kevin, hast du schon mal einen Regenwurm gesehen? Wo hast du einen Regenwurm gesehen? ) Ich frage alle sechs Kinder, damit jedes zu Wort kommt und etwas erzählen kann. In dem Gespräch erzählen die Kinder von ihren Erlebnissen mit Regenwürmer. Ich werde die Kinder ebenfalls fragen, falls ein Kind noch nicht von selbst erzählt hat, was denn die Regenwürmer fresse. Ich habe mich vorher erkundigt, was ein Regenwurm frisst, wie er lebt, was er macht,... damit ich alle Fragen der Kinder beantworten kann (Informationsblatt über Regenwurm nach der Ausarbeitung angeheftet).

Nachdem die Kinder alle über den Regenwurm wissen, lege ich das Bild mit dem Regenwurm bei Seite.

Ich sage den Kindern, das ich mit ihnen ein Fingerspiel mache, über einen Regenwurm den ich kenne.

Ich beginne ihnen das Fingerspiel vor zu Spielen. Ich führe es ihnen mit deutlicher und betonter Sprache vor. Ebenfalls achte ich auf die Bewegungen, das sie deutlich sind und gleich bleiben.

Nachdem ich den Kindern das Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ vorgespielt habe, spielen wir es noch mal gemeinsam durch. Nachdem die Kinder einmal mit mir das Fingerspiel durchgemacht habe, male ich ihnen den Finger als "Wurm“ an. So sind sie motivierter und machen in der nächsten Runde mit Begeisterung mit.

Wir wiederholen das Fingerspiel etwa drei bis vier mal, je nach Befinden der Kinder. So können sich die Kinder den Ablauf von Text und Bewegung verinnerlichen.

Wenn wir das Fingerspiel ein paar Mal (drei bis vier mal) durchgespielt haben, sage ich den Kinder, das ich eine Idee habe.

Ich schlage ihnen vor, das wir den Kindern, welche nicht am Angebot teilgenommen habe, das Fingerspiel einmal vorspielen. So können die Kinder den andern zeigen, was für ein Fingerspiel sie gelernt haben. Kinder sind stolz, wenn sie anderen zeigen können, was sie gelernt haben.

Wir gehen gemeinsam in die Zimmer zurück und führen das Fingerspiel den anderen Kindern vor.

2.4 Weiterführende Aktivitäten:

Wir bringen den anderen Kindern gemeinsam das Fingerspiel im Stuhlkreis bei. Das Thema Regenwurm kann ebenfalls vertieft werden, indem ich mit den Kindern gemeinsam Bilder male.

Man könnte ebenfalls einen Regenwurm Kasten herstellen (Wenn Regenwürmer zu finden sind). In diesen Kasten wird Grund eingefüllt und Regenwürmer eingesetzt. So können die Kinder beobachten, wie die Regenwürmer unter der Erde Bahnen graben.

2.5 Lernprinzipien:

Prinzip der Aktivität:

Die Kinder führen das Fingerspiel mit durch. Sie ahmen die Bewegungen nach und sprechen mit.

Prinzip der Übung:

Das Fingerspiel wird öfters (drei bis vier mal) wiederholt. Die Kinder üben das Fingerspiel und nach jedem Mal verinnerlichen sie die Bewegungen und die Sätze mehr.

Prinzip der Kindgemässheit:

Kindern macht es Spaß zu spielen und zu erzählen. Das Fingerspiel ist auch leicht, es ist Kindgemäß.

Prinzip der Anschauung:

Die Kinder lernen die Bewegungen und das Fingerspiel durch beobachten.

Teilschritte:

Der Ablauf des Angebotes ist sehr überschaubar für die Kinder. Das Angebot ist in einzelnen Schritten aufgeteilt. Bei jedem Teilschritt lernen die Kinder etwas dazu.

-Gesprächüber den Regenwurm

-Ich mache das Fingerspiel vor

-Wiederholung des Fingerspieles

-Vorführen des Fingerspieles

(Kinder lernen frei zu erzählen und zu kommunizieren)

(Kinder merken sich den Ablauf von Bewegung, Sprache, sie verinnerlichen das Fingerspiel, sie beobachten und schauen zu)

(Kinder wirken mit, sie setzen Beobachtung um, machen mit, sie verinnerlichen bei jedem Durchgang das Fingerspiel mehr)

(Kinder zeigen ihr Erlerntes anderen, sie sind stolz darüber und freuen sich, das sie etwas neues erlernt haben)

3.Literaturhinweis:

„Der Natur auf der Spur“

Eine Handreichung für Kindergärten zum Thema Kompostierung Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Ortenaukreis

„Erziehungswissenschaften Band1“

Blank - Mathieu, Gebhardt, Kocs, Metzinger, Rümmele, von Stockert, Weßbecher - Wenz

Kieser - Verlag

„Spielend die Sinne entdecken“ Johanna Friedl

Ravensburger Verlag

Weitere Quellen:

Das Fingerspiel „Der kleine Wurm Karl Theodor“ Schulordner

Gespräch über den Wurm

Was möchte ich den Kindern mitteilen?

Wie sieht ein Regenwurm aus?

Ich zeige den Kindern ein Bild. Er ist lang, sieht fast so aus wie eine Schlange, der Regenwurm ist braun und wenn man ihn anfaßt ist er glitschig.

Was frisst ein Regenwurm?

Der Regenwurm frißt abgestorbene, pflanzliche Substanzen. Blätter, die welk sind. Ebenfalls fressen sie Küchenabfälle.

Wo leben Regenwürmer?

Regenwürmer leben unter der Erde, am liebsten in lehmigen Boden. Der Boden sollte auch feucht sein.

Im Winter schlafen die Regenwürmer tief unten in der Erde. Dort überstehen sie auch die Kälte.

Wie alt können Regenwürmer leben?

Regenwürmer können bis zu drei Jahre alt werden.

Von welchen Tieren muß sich der Regenwurm fürchten?

Von Vögeln, Igel, Mäusen, Maulwürfe und Frösche.

Was machen Regenwürmer?

Sie fressen alte Blätter, hinten kommt ein ganz guter Boden heraus. Gute Erde, die Nährstoffe enthält. Regenwürmer lockern ebenfalls den Boden auf, indem sie tiefe Gänge in die Erde graben.

Wenn es warm ist, kommen sie aus der Erde, legen Eier, nach 3-4 Wochen schlüpfen die Kinder aus.

Haben Regenwürmer Augen?

Nein, Regenwürmer haben keine Augen, aber sie haben an den Vorder- und

Hinterenden mikroskopisch kleine Lichtsinneszellen. Sie meiden starkes Licht (Sonnenlicht), werden aber von schwachem Licht angezogen (Mondlicht)

Wie bewegen sich die Regenwürmer?

Durch die rhythmische Muskelkontraktionswellen und im Zusammenspiel mit ihren Borsten können sich die Regenwürmer im Boden vorwärts bewegen.

„Der kleine Wurm Karl Theodor“

Der kleine Wurm Karl Theodor der kriecht aus seinem Loch hervor. Er kriecht mal hier, er kriecht mal dort und plötzlich ist er wieder fort. Mit einem Mal merkst du es auch kriecht Theodor auf deinen Bauch.

Und eh du dich versehen hast nimmt er auf deiner Nase Platz. Hatschi Hatschi

Jetzt rutscht er vom Bauch auf die Knie und dann auf die Füße irgendwie.

Und wie könnt es anders sein:

ihm wird’s zu bunt, er kriecht wieder heim

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2002
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105829
Note
Schlagworte
Fingerspiel

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Titel: Das Thema "Fingerspiel" im Kindergarten. Ein Entwurf