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Liebig, Justus Freiherr von

Referat / Aufsatz (Schule) 2002 4 Seiten

Biographien

Leseprobe

Justus Freiherr von Liebig

Gliederung:

- Einleitung zur Person (Bilder 40 J. + 68 J.)

- Biographie Liebigs

- Wirken im Industrialisierungsprozess

- Beurteilung seiner Rolle

- Quellenangabe

Einführung:

- Im Europa des 19. Jhd. Ist die Entwicklung der Chemie als Wissenschaft mit dem Namen Justus von Liebig verbunden

- Denn er entdeckte unter anderem, dass die Pflanzen „Hunger haben“ und dass sie ohne Nährstoffe ebenso wenig gedeihen können wie Menschen und Tiere

- Und mit dieser Theorie der Pflanzenernährung hat er Millionen Menschen vor dem Hungertod bewahrt.

- Zugleich war Liebig Forscher, Bildner einer ganzen Generation und auch Propagandist und Schriftsteller.

Biographie:

- Justus Freiherr von Liebig wurde am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren

- Im Kirchenbuch: Den 1.Majo ist dem Bürger und Handelsmann Herrn Georg Liebig und dessen Ehefrau Caroline … ein Sohn Johann Justus getauft worden. Geb. 12. Morgens um halb 9 … Mit Bleistift hat jemand später einmal darunter geschrieben: Gestorben 1873 in München als weltberühmter Chemiker

- Liebigs Vater war Materialhändler ( Drogist) und einen Teil seiner Handelsprodukte, zum Beispiel Farben, Seifen oder andere Chemiewaren stellte er selbst her und unterhielt dazu ein kleines Laboratorium, in dem sein Sohn erste chemische Erfahrungen sammelte.

- 6 Geschwister

- Lebten in kleinem Haus mit winzigen Zimmer - Drogenladen ebenfalls darin ➔unerträglich eng

- Liebigs Mutter ➔ kaufte gerade noch rechtzeitig, bevor Napoleon 1806 die Kontinentalsperre verhängte, einen großen Posten Rohrzucker ein

- In der Zeit des Mangels konnte sie den Zucker mit Gewinn verkaufen ➔ der Erlös reichte, um der Familie Liebig einen gewissen Wohlstand zu verschaffen.

- Doch auch Liebigs Vater trug zu diesem Wohlstand mit seinen zahlreichen effektiven Erfindungen bei

- Uninteressiert an dem vor allem altsprachlichem Unterricht im Gymnasium, half er immer öfter seinem Vater in der Werkstatt ➔ recherchierte für ihn in der Hofbibliothek

➔ in der er sich schon mit 16 Jahren

➔„nach eigener Aussage“ das aus Büchern erfahrbare Chemiewissen der Zeit in unsystematischer Weise angeeignet hatte

- außerdem trieb er sich liebend gerne auf dem Jahrmarkt herum , wo er den Händlern die Fertigkeit absah, Knallsilber und Knallquecksilber herzustellen und eigene Schlussfolgerungen zog ➔ dabei entwickelte sich

- sein experimentelles Geschick

- seine Beobachtungsgabe

- sein visuelles Gedächtnis

- seine Kombinationsfähigkeit

- da Justus an der Schule so wenig Freude hatte wie sie an ihm und er immer schlechter wurde, von seinem Vater mit 15 Jahren von der Schule genommen

- ging in die Apothekerlehre nach Heppenheim

„Chemiker will ich werden und nicht Apotheker!“ ➔ wird nach Hause geschickt

- Vater schickt Justus für das Chemiestudium 1820 an die Universität Bonn ➔ heutiger Sicht Wunder : - erst 17 Jahre

- kein Abiturzeugnis

- keine abgeschlossene Lehre

- Liebigs Lehrer war Kastner, der zu seiner Zeit als einer der bedeutendsten Chemiker galt

➔ Er förderte Justus außerordentlich

- Kastner ➔ Uni Erlangen -➔ Liebig mit

- Liebig stürzt sich ins Studentenleben

- fleißiger Student - Selbststudium nachholen

- Erste Veröffentlichungen ➔ betreffend Liebigs Lieblingsthema das Knallgas

- Lehrer kann ihm nichts mehr beibringen ➔ Liebig erhält ein Reisestipendium für ½ Jahr in Paris

- Jedoch traf er 1822 erst einmal wieder in seinem Elternhaus ein

➔ Studentenunruhen ➔ Hausdurchsuchung ➔ gehörte der Landsmannschaft „Rhenania“ an ➔ Karlsbader Beschlüsse Burschenschaften verboten ➔ Haftbefehle ➔ wird verhaftet ➔ freigelassen

- Abgesetzt ➔ Paris

- An der Sobonne ➔ Lehrer = Gay-Lussac, der bekannteste französische Chemiker

- Zum ersten Mal ist Liebig wirklich gefordert

- Innerhalb von 6 Monaten stellt Liebig seine Dissertationsschrift „Über das Verhältnis von der Mineralchemie zur Pflanzenchemie“ fertig ➔ Doktortitel

- Entscheidend für Liebigs wissenschaftliche Entwicklung wurde seine Bekanntschaft mit Alexander von Humboldt

- Durch dessen Empfehlung beim Großherzogtum von Hessen➔ 1825 zum Professor an der Landesuni Gießen ernannt ➔ jüngste P. in Deutschland

- er kämpfte mit

- Vorurteile seine Kollegen +

- Schwierige räumliche Bedingungen : - Hörsaal = halbverfallenes Gartenhaus ➔ ehemalige Wachtlokal der Infanteriekaserne ➔ primitive Einrichtung (kein fließendes Wasser, Abzug,…) (Bild)

- Zusatzmaterialien (Geräte,…( selbst anschaffen

- Einzige Platz in Deutschland, wo angehenden Chemikern ein mit praktischen

- Übungen verbundener Chemieunterricht geboten wurde, ausgehend von aufgestellten Thesen die experimentell bewiesen wurden

- Sprach sich herum ➔ immer mehr Studenten kamen nach Gießen (England, Frk., sogar aus Amerika)

- Diese Vorlesung wurde später an allen Unis eingeführt

- Und nach 15 Jahren Lehrtätigkeit konnte Liebig 1839 endlich einen Erweiterungsbau einweihen, das damals modernste Laborgebäude der Welt

- große Anzahl hervorragender Naturwissenschaftler, die seiner Schule entstammten ➔ darunter zahlreiche Nobelpreisträger

- 1826 heiratete Liebig Henriette Moldenhauer, mit der er 5 Kinder hatte (Foto)

➔ dadurch Verschlechterung finanz. ➔ Bitten um Unterstützung

- Jahr für Jahr wurden aus Liebigs Labor wichtige Ergebnisse veröffentlicht

➔ z.B. Liebig erfand Chloroform - Narkosemittel ➔ Chloral , erste synthetische Schlafmittel

➔ entwickelte neue Methode der Spiegelherstellung die sich bis heute kaum verändert hat

- jedoch mehrere katastrophale Missernten führten zu Hungersnot

➔ große Ackerflächen in Dtl. Wurden nicht mehr bewirtschaftet, weil der Ertrag so gering war, dass sich ein Anbau nicht mehr lohnte

- Liebig fühlte sich durch das bäuerliche Elend herausgefordert Forschungsreise nach England + Irland ➔ große Industriezentren

- Entwickelte eine neue Theorie des Pflanzenwachstums

- Liebig erkannte dass die Missernten auf die Verarmung an Nährstoffen im Boden zurückzuführen sind

- 1840 Buch: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikulturchemie und

Physiologie ➔ Meilenstein in der Geschichte der Landwirtschaft

- Doch er erntete nur Spott + Ärger für seine Theorie

- Meinungsstreit unter Chemikerkollegen ➔ Liebig schien zu scheitern da

- Der nach seinen Rezept hergestellte „Patentdünger“ - Pottasche verschmolzen mit kohlensaurem Kalk - zeigte auf den Feldern keinerlei Wirkung

- Zusammenarbeit mit Liebig wurde immer schwerer ➔ Bitterkeit, Sarkasmus

- Außerdem war Liebig ein Wahrheitsfanatiker der sich nie der Mehrheitsmeinung

anschloss, leidenschaftlich gegen Betrug ankämpfte und gegen Dummheit unerbittlich war

- überzeugende Reden ➔ Die Lärmtrompete

- glänzender Schriftsteller der es wie kaum ein anderer schaffte die komplizierte Vorgänge verständlich auszudrücken (Chemische Briefe ➔ weltbekannt)

- Schüler fürchteten seine Zornausbrüche ➔ liebten seinen ironischen Witz

2 beispiele

- 1845 in den Freiherrnstand erhoben und geadelt worden

- Erneuter Streit mit hessischer Regierung ➔1852 Liebig nach München ➔ extra neues

chemisches Institut für ihn gebaut worden ➔ größte chemische Anstalt der Welt (Bild)

- Erkannte jetzt den Grund für die Unwirksamkeit des Patentdüngers

- Anhand neuer Erkenntnis formulierte er „Liebigs Gesetz des Minimums“

- Liebigs Theorie die rettende Lösung

Düngung mit Pflanzennährstoffen setzte sich in meisten Länder schnell durch

- Arbeitet aber auch an Fragen wie - Herstellung eines schmackhaften und zugleich haltbaren Brotes

- Rezepte für Säuglingssuppen

- Für Backpulver

- Spezielles Arbeitsgebiet = Zusammensetzung des Fleisches

- Schaffte es mit einem von ihm eigens hergestellten „Fleischtrank“ ein Frau von Typhus zu heilen, da sie nichts anderes zu sich nehmen konnte als diesen Trank

- Erst 8 Jahre gründet Geschäftsmann Giebert Unternehmen zu Herstellung

- Lediglich Liebig’s Namen ➔ weltberühmt

➔ „Liebig’s Extract Company Ltd.“

- Reißender Absatz in der ganzen Welt

- Zum ersten Mal Sammelbilder aller Art Motive „als Annerkennung für treue Kundschaft“ was daraufhin ebenfalls Geschichte machen sollte

- Sammelboom setzte ein (Stickeralben)

- Erste Beispiel des Einsatzes von farbigen Drucksachen für Werbezwecke

- Abendvorlesungen ➔ sehr gut besucht ➔ auch Adlige

- Einmal sogar der bayerische König Ludwig I

- Liebig’s kleine Welt im Glase ➔ beliebt

- geschlossenes Glasgefäß mit Wasserpflanzen, Goldfischen und Wasserschnecken ➔ bewies dass auch Pflanzen und Tiere unter Luftabschluss leben können, weil die Pflanzen den Sauerstoff erzeugen

- große Mode in ganz Europa

- 1859 wurde er Präsident der bayerischen Akademie der Wissenschaft

- Auf der Weltaustellung1867 in Paris wurde Liebig ebenfalls zum Präsidenten gewählt

und für die „Erfindung des Fleischextrakts“ mit dem großen Preis ausgezeichnet

- Außerdem bekam er in seinem Leben mehr als 25 Orden aus den verschiedensten Ländern

- nach München zurück

- Leidenschaftlicher Kaffeetrinker => beschäftigte sich mit Entwicklung eines wasserlöslichen Kaffee-Extraktes

- Scheiterte an dieser Aufgabe + ruinierte sich seine Gesundheit

- Lungenentzündung starb er am 18. April 1873 in München als hochangesehener Mann

Wirkung im Industrialisierungsprozess

- Ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts => Missernten (1844) => Hungersnot und große Ackerflächen wurden nicht mehr bewirtschaftet, weil der Ertrag so gering war, das sich ein Anbau nicht mehr lohnte

- Mit seiner Theorie der Düngung mit Pflanzennährstoffe entscheidenden Beitrag ➔ landwirtschaftliche Erträge seit den achtziger Jahren wieder deutlich gesteigert werden ➔ Hungersnöte gingen zurück ➔ Lebensbedingungen der Menschen entscheidend verbessert

➔Betriebe erstmals zur Herstellung chemischer Düngemittel entstanden

Beurteilung der Leistung:

- Erstmalige, systematische Ausbildung von Chemikern als einen ganzneuen Berufstand durch ihn

- Bahnbrechend auf den verschiedensten Gebieten der Chemie

- Begründer der modernen Düngelehre und der Agrikulturchemie + Mitbegründer der Agrarwissenschaften

- Nutze all sein Wissen und Können bedingungslos und erfolgreich für die Erfüllung einer der gesellschaftlichen Hauptaufgaben seiner Zeit mit der Absicht, mit Hilfe der Naturwissenschaften die naturgegeben Bedingungen der menschlichen Gesellschaft wesentlich zu erweitern und zu verändern, zu ihrem Wohle und Wachstum, verbleibt ihm ein unvergänglicher historischer Verdienst

Quellenangabe:

„Sternstunden der frühen Chemie“ vom Verlag C.H.Beck

„Justus von Liebig“ von DR. Irene Struble - Teubner Verlagsgesellschaft

„Biographien bedeutender Chemiker“ von Dr. Karl Heinig - Volk und Wissen „Abiturwissen - Industrielle Rev. und soziale Frage“ Klett Verlag „Enzyklopädische Bibliothek“

diverse Internetadressen

Details

Seiten
4
Jahr
2002
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v105832
Note
15 Punkte
Schlagworte
Liebig Justus Freiherr

Autor

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Titel: Liebig, Justus Freiherr von