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Die Pflegetheorien von Virginia Henderson und Joyce Travelbee im Vergleich

Seminararbeit 2002 23 Seiten

Zusammenfassung

Leseprobe

1.Einleitung

Pflege ist, seitdem es uns Menschen gibt, ein elementarer Bestandteil des Lebens. Jeder Mensch wird in seinem Leben mit Krankheit oder anderen Krisensituationen konfrontiert, sei es durch Familienangehörige oder persönlich.

In solchen Momenten kommt der betreuenden Pflegekraft eine bedeutungsvolle und wichtige Aufgabe zu, da sie diejenige ist, die im stationären Bereich den meistenKontakt mit dem Patienten pflegt. Sie muss den Patienten dabei unterstützen, wieder gesund zu werden, muss ihm aktiv zuhören und auf ihn eingehen, damit der Patient den Mut nicht verliert und nach vorne blicken kann.

Im Laufe der Geschichte haben viele Krankenschwestern ihre Gedanken und Überlegungen zur Pflege konkretisiert, vor allem in Amerika sind sehr viele Pflegetheorien entstanden, von denen jede einen speziellen Blickwinkel beinhaltet und einen anderen Schwerpunkt setzt.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Betrachtung zweier Pflegetheorien, von denen eine von Virginia Henderson in den 50er Jahren und die andere von Joyce Travelbee in den 60er Jahren veröffentlicht wurde. Das Augenmerk liegt dabei darauf, wie sie Pflege definierten und was ihrer Meinung nach eine gute Pflege ausmacht. Da Pflege immer mit Menschen zu tun hat, ist die zwischenmenschliche Beziehung ein wesentlicher Bestandteil der Betrachtung. Je mehr Vertrauen der Patient zur Pflegekraft aufbauen kann und je mehr er sich wirklich verstanden und angenommen fühlt, desto besser sind die Voraussetzungen für eine Steigerung seines Wohlbefindens. Diese Hausarbeit soll die Unterschiede aufzeigen zwischen dem bedürfnisorientierten Pflegemodell von Virginia Henderson und der auf Interaktion und persönliche Erfahrung ausgerichteten Theorie Joyce Travelbees, die in vielen Punkten übereinstimmen, aber sich dennoch in Feinheiten voneinander unterscheiden.

2.Virginia Henderson

2.1 Darstellung ihrer Theorie

Der Grundgedanke in Hendersons Theorie ist der, dass jeder Mensch bestimmte Bedürfnisse hat, die erfüllt werden müssen. Normalerweise ist der Mensch in der Lage, diese selbständig zu befriedigen. Sobald er in einem oder mehreren Bereichen aufgrund von Krankheit oder anderen Umständen eingeschränkt ist, bedarf er Pflege. Das Ziel der Pflege ist demnach, dem Patienten dazu zu verhelfen, seine Aktivitäten wieder unabhängig auszuführen.

Virginia Hendersons berühmte Definition über die einzigartige Funktion der Pflege sagt aus, dass die Aufgabe der Pflegekraft darin besteht, „dem kranken oder auch gesunden Individuum bei der Verrichtung von Aktivitäten zu helfen, die seiner Gesundheit oder Wiederherstellung (oder auch einem friedlichen Sterben) förderlich sind und die er ohne Beistand selbst ausüben würde, wenn er über die dazu erforderliche Stärke, Willenskraft oder Kenntnis verfügte. Sie leistet ihre Hilfe auf eine Weise, dass er seine Selbständigkeit so rasch wie möglich wiedergewinnt“ (Henderson 1997, 42).

Die Autorin Kirkevold erwähnt, dass Henderson auch darauf aufmerksam macht, dass jeder Mensch diese Bedürfnisse und deren Befriedigung anders erlebt und damit umgeht, abhängig von seinem kulturellen, sozialen und individuellen Hintergrund (Kirkevold 1997, 52). Auch die Einflussfaktoren, die auf die Bedürfnisse einwirken, werden genannt. Diese sind nach Henderson „sein soziokultureller Hintergrund, seine physischen und psychischen Ressourcen, seine Energie, sein Wille, seine Motivation und sein Alter“ (Henderson in Kirkevold 1997, 52).

Die Definition der Funktion der Pflege zeigt auf, dass die wichtigste Aufgabe der Pflegekraft die ist, herauszufinden, was dem Patienten fehlt und was er braucht. Sie muss sich dazu in ihn hineinversetzen können. Henderson weist darauf hin, dass die Bedürfnisse des Patienten nicht unüberprüft festgelegt werden dürfen, sondern dass die Pflegekraft in gemeinsamer Arbeit mit dem Patienten, unterstützt durch ihr Beobachtungsgeschick, die Bedürfnisse einschätzt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

Henderson hat 14 Grundbedürfnisse ermittelt, die ihrer Meinung nach für jeden Menschen existenziell sind und anhand derer eine Einschätzung erfolgen sollte.

Als Synonym für den Begriff „Grundbedürfnisse“ verwendet sie in ihren Ausführungen auch den Begriff „Aktivitäten“. Diese Aktivitäten umfassen ihrer Ansicht nach alle Aufgaben der Pflege und sind zentrales Thema ihrer Theorie.

Die Pflegekraft leistet Hilfe, wo nötig, und schafft Bedingungen, unter denen der Patient diese Aktivitäten selbständig durchführen kann.

Nach Henderson gehören zu den Grundbedürfnissen: „- normal atmen

- ausreichend essen und trinken
- körperliche Abbauprodukte ausscheiden
- sich bewegen und an der Körperhaltung arbeiten
- schlafen und ruhen
- passende Kleidung aussuchen, sich an- und auskleiden
- durch entsprechende Bekleidung und Veränderung der Umwelt die Körpertemperatur im Normalbereich halten
- den Körper reinigen, pflegen und die Haut schützen
- Selbstgefährdungen und Gefährdungen anderer vermeiden
- durch Äußerung von Gefühlen, Bedürfnissen, Ängsten usw. mit anderen kommunizieren
- sich entsprechend seiner Religion betätigen
- in einer Art und Weise arbeiten, die das Gefühl vermittelt, etwas Sinnvolles zu leisten
- spielen oder an Freizeitaktivitäten teilnehmen
- lernen, entdecken oder die Neugier befriedigen, die eine „normale“ Entwicklung und Gesundheit zur Folge hat
- die vorhandenen Gesundheitsversorgungseinrichtungen nutzen.“ (Henderson 1997, 47)

In ihrer Primärliteratur sind fünfzehn Aspekte zu finden, jedoch zeigen andere Autoren wie Kirkevold, Marriner-Tomey oder Hilde Steppe nur vierzehn auf, wobei sie dabei den letzten Punkt, die Nutzung der vorhandenen Gesundheitsversorgungseinrichtungen nicht erwähnen. Virginia Hendersons Modell ist als Modell der 14 Grundbedürfnisse bekannt geworden.

Henderson betont, dass die Krankenschwester als selbständige Kraft für die Befriedigung der Bedürfnisse des Patienten alleine verantwortlich und zuständig ist (Henderson1997, 47).

Wichtig ist ihr, dass das gesamte therapeutische Team im Patienten den Mittelpunkt ihres Handelns sieht und dass die Pflege nicht durch andere nichtpflegerische Aufgaben wie zum Beispiel bürokratische oder administrative Tätigkeiten vom Patienten und ihrer Hauptaufgabe abgehalten werden darf. Henderson gesteht der Pflegekraft zu, in Notsituationen für den Arzt, falls er noch nicht zur Stelle ist, einzuspringen, doch dies entspricht nicht ihrer Auffassung der eigentlichen Funktion der Pflege und beeinträchtigt die Pflegekräfte in ihrer Wahrnehmung (Henderson 1997, 50). Die Pflegekraft muss gemäß Henderson ihre Hauptaufgabe in der Unterstützung des Patienten sehen, ihr Streben muss dem Wiedererwerb der Selbständigkeit gelten mit dem Ziel der Gesundheitsförderung oder Heilung ( Kirkevold 1997, 52). Um dieses Ziel zu erreichen, wird von der Pflegekraft Einfühlungsvermögen und Wissen benötigt, sowie ein Gespür dafür, was dem Patienten fehlt. Laut Henderson erfüllt die Pflege eine Kompensationsfunktion für alle Bereiche, die durch Mangel an Körperstärke, Willenskraft oder Kenntnis eingeschränkt sind. Das bedeutet, dass die Pflegekraft dem Patienten das geben muss, was er benötigt, um „vollständig“ zu sein. Henderson ist sich bewusst, dass dies eine sehr schwer zu bewältigende, fast unmöglich scheinende Aufgabe ist, die aber trotzdem angestrebt werden muss und das höchste Ziel der Pflege darstellt (Henderson 1997, 42).

Das folgende Zitat verdeutlicht, in welchem Maße die Pflegekraft sich in den Patienten hineinversetzen muss:

„Sie ist eine Zeitlang für den Bewusstlosen sein Bewusstsein, für den Selbstmordgefährdeten die Liebe zum Leben, für den Amputierten das Bein, für den gerade Erblindeten seine Augen, für das Kleinkind das Fortbewegungsmittel, für die junge Mutter Wissen und Zuversicht, für diejenigen, die zu schwach oder zu kontaktarm sind, um sich mitzuteilen, das „Sprachrohr“ und so weiter“ (Henderson 1997, 43). Henderson betont allerdings auch, dass der Patient Mitarbeit leisten muss, soweit es ihm möglich ist, da dies den Heilungsprozess beschleunigt. Dies setzt voraus, dass der von der Pflegekraft entworfene Plan mit dem Patienten besprochen wird, denn nur dann kann er die Maßnahmen auch verstehen und unterstützen. Der Patient muss informiert und angeleitet werden, damit er nachvollziehen kann, warum welche Behandlung notwendig ist und eventuell Teilaufgaben selbständig durchführen kann (Henderson 1997, 42).

Henderson hat keine eigene Definition von Gesundheit entwickelt, aber laut Marriner- Tomey sieht sie Gesundheit „als Fähigkeit des Patienten, die 14 Komponenten der Krankenpflege ohne Hilfe auszuführen“ (Marriner-Tomey 1992, 140).

Ihren Aussagen nach setzt sie Gesundheit mit Unabhängigkeit gleich.

Ihr ist es aber auch wichtig, dass der Tod in der Pflege nicht tabuisiert wird, denn auch bei sterbenden Patienten kann die Pflegekraft viel zu einem friedlichen Tod beitragen, indem sie das Umfeld des Sterbenden auf den Patienten abstimmt und durch pflegerische Maßnahmen dessen Qualen zu vermindern mag. Hendersons Definition der Funktion der Pflege beinhaltet sowohl die Förderung der Gesundheit als auch die Fähigkeit dort, wo keine Gesundheit mehr möglich, den Patienten auf seinem Weg zu einem friedlichen Sterben zu begleiten (Henderson 1997, 48).

Henderson sieht die Funktion der Pflege als „komplexe Dienstleistung“, bei der von der Pflegekraft mehr gefordert wird als in der Ausbildung erworbenes Fachwissen. Sie muss auch biologische und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge verstehen und in die Pflege miteinbeziehen (Henderson 1997, 48).

Chinn und Kramer beschreiben die Pflegekraft-Patient-Beziehung bei Henderson als ein „von Empathie geprägtes Verständnis, das auf echtem Interesse beruht“ (Chinn/ Kramer 1996, 189).

Empathie impliziert die Fähigkeit, sich in Gefühle und Einstellungen eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Der Patient muss spüren, dass die Pflegekraft mit ihm mitfühlt, ihn so annimmt, wie er ist und durch ihr umfassendes Wissen ihm zur Unabhängigkeit verhelfen kann.

Kirkevold gibt zu beachten, dass die Pflege nicht ihr eigenes Verständnis als Maßstab sehen darf, sondern dass immer vom Verständnis und Hintergrund des Patienten ausgegangen werden sollte, da jeder Mensch anders geprägt ist und verschiedene kulturelle, individuelle und soziale Voraussetzungen in die Beziehung mitbringt: „Die Krankenpflege muß von dem Verständnis des Patienten ausgehen und von seiner Idee, wie diese Bedürfnisse zu befriedigen sind, um das zu erreichen, was der Betreffende unter guter Gesundheit, Heilung oder unter einem friedvollen Tod versteht“ (Henderson in Kirkevold 1997, 52).

Um das Verhältnis zwischen Pflege und Medizin zu verdeutlichen und die Abhängigkeit des Patienten zu veranschaulichen, entwarf Henderson das Modell eines Kreisdiagramms, das in der Regel in mehrere Sektoren aufgeteilt ist: ein Sektor für den Patienten selbst und je ein Sektor für die an seiner Genesung beteiligten Berufsgruppen.

Die Größe der Sektoren hängt von den Bedürfnissen des Patienten ab und verändert sich mit dessen Gesundheitszustand. Ist ein Patient bewusstlos oder anderweitig stark eingeschränkt, fällt ihm nur ein kleiner Abschnitt zu. Henderson gibt an, dass die Pflege unter allen Mitgliedern des Teams meist die am häufigsten beteiligte Berufsgruppe darstellt (Henderson 1997, 48).

Hilde Steppe verglich das Kreisdiagramm mit einer Torte und beschrieb das Ziel des Patienten folgendermaßen: „Das Ziel des Patienten ist es, das größtmögliche Stück der Torte zu bekommen oder die ganze Torte zu haben“ (Steppe 1990, 586). Auf dieses Ziel muss jede Pflegekraft hinarbeiten.

2.2 Zielsetzung ihrer Theorie

Das Ziel ihrer Pflegetheorie ist, deutlich zu machen, dass jeder Mensch Grundbedürfnisse hat, die von der Pflegekraft wahrgenommen und bei Bedarf erfüllt werden müssen. Ihr Menschenbild ist stark am Individuum orientiert und dies erwartet sie auch von professionellen Pflegekräften. Das Wohl des Patienten steht im Vordergrund, nach seinem Verständnis und seiner Auffassung sollte gehandelt werden. Ziel ist demnach, dem Patienten wieder zur Unabhängigkeit zu verhelfen, auch wenn Henderson angibt, dass eine gewisse Abhängigkeit unter allen Menschen festzustellen ist. Sie erklärt das folgendermaßen: „Niemand von uns ist von anderen unabhängig, aber wir streben nach einer gesunden gegenseitigen Abhängigkeit, nicht nach einer kranken Abhängigkeit“ (Henderson in Steppe 1990, 585).

Ihr ist es auch ein Anliegen, die Familie des Kranken in die Behandlung und Betrachtung durch die Pflegekraft mit einzubeziehen: „Sie wird ihm, seiner Familie und seinen Freunden mit Interesse zuhören“ (Henderson 1997, 42).

Der Patient darf nicht isoliert betrachtet werden, da er immer auch ein Teil seiner Familie und seines Freundeskreises ist und die Pflegekraft auch dort nützliche Erkenntnisse über seine ganz individuelle Art erfahren kann. Ein weiteres Ziel ist, dass die Pflegekraft den Patienten dabei unterstützt, Lebensbedingungen zu schaffen, die sowohl der Gesundheitserhaltung als auch Gesundheitsförderung zuträglich sind (Kirkevold 1997, 54).

3. Joyce Travelbee

3.1 Darstellung ihrer Theorie

Der Schwerpunkt Joyce Travelbees Theorie beruht auf zwischenmenschlichen Aspekten. Für sie steht die Interaktion zwischen dem kranken Individuum und der Pflegekraft im Vordergrund. In ihrem 1966 veröffentlichten Buch „Interpersonal Aspects of Nursing“ definiert sie das Wesen der Pflege folgendermaßen:

„Pflege ist ein interpersonaler Prozeß, in dem eine professionelle Pflegekraft einer einzelnen Person oder einer Familie assistiert, die Erfahrung von Krankheit und Leiden abzuwenden oder ihr standzuhalten, und ihnen gegebenenfalls hilft, in dieser Erfahrung einen Sinn zu finden“ (Travelbee 1997, 100).

Travelbee sieht Pflege immer als Prozess, da sie durch Beeinflussung und Gegenbeeinflussung gekennzeichnet ist, die zu fortwährender, sich verändernder Aktivität führt. Sie beschreibt, dass Pflegende immer das gleiche Ziel haben: andere zu verändern und zu beeinflussen (Travelbee 1997, 100).

Aufgabe der Pflegekraft ist es, so zu handeln, dass die Gesundheit des Patienten möglichst optimal erhalten bleibt und, wo dies nicht mehr möglich, gemeinsam mit dem Patienten einen Weg zu finden, dessen Leid zu bewältigen, anzunehmen und zu erleichtern.

Die Grundannahme Joyce Travelbees ist die, dass das Ziel der Pflege über den Aufbau einer Pflege-Patient-Beziehung erreicht wird. Sie ist das Instrument zur Zielerreichung. Durch gezielte Interaktion und Kommunikation wird der Patient darin bestärkt, seine Krankheit nicht ausweglos zu sehen und zu erkennen, dass jede Erfahrung ihren Sinn hat und Möglichkeiten der persönlichen Weiterentwicklung bieten kann. Pflegekompetenz lässt sich ihrer Meinung nach daran messen, inwieweit dieses Ziel erreicht wurde (Travelbee 1997, 107).

Die wichtigsten Konzepte ihrer Theorie sind laut der Autorin Kirkevold:

Individuum, Leiden, Sinn, Beziehung von Mensch zu Mensch und Kommunikation.

Travelbee betont, dass jeder Mensch einmalig ist und als Individuum betrachtet werden muss. Sie sieht den Menschen als „ein einzigartiges, unersetzliches Individuum, ein nur einmal daseiendes Wesen in dieser Welt, gleich und doch ungleich mit jedem Menschen, der einmal gelebt hat oder der einmal leben wird“ (Travelbee in Kirkevold, 1997, 77).

Trotz vieler Menschen mit gleichen oder ähnlichen Erkrankungen darf die Pflegekraft nicht vergessen, dass die ganz persönliche Art des Erlebens bei jedem Menschen verschieden ist, sie muss auf jeden einzelnen eingehen. Travelbee beschreibt, dass die Begriffe „Patient“ und „Krankenschwester“ nur Kategorien sind, die mit Klischees behaftet sind, sobald beide sich zum ersten Mal begegnen. Beide haben vom Gegenüber ein gewisses Bild im Sinn, welches durch vorangegangene Erfahrungen geprägt ist und ein Rollendenken mit sich brachte. Dies muss gemäß Travelbee verhindert werden. Die Aufgabe der Pflegekraft besteht darin, „Kategorisierungen zu durchbrechen und den individuellen Menschen im Kranken wahrzunehmen und umgekehrt“ (Travelbee in Meleis 1999, 561).

Leiden steht meist mit Krankheit im Zusammenhang. Travelbee geht davon aus, dass Leiden immer mit dem verbunden ist, was dem Individuum in seinem Leben wichtig ist. Sie stellt eine Verbindung her zwischen Leiden und „sich um etwas kümmern“. Sich um etwas kümmern bedeutet Zuwendung und Sorge und eine Verbindung zu etwas oder jemandem aufbauen. Der Mensch kann nur dann Leid empfinden, wenn er spürt, dass er etwas, dass ihm liebgeworden ist, verlieren könnte oder verliert. Dieses Gefühl erzeugt Trauer. Travelbee beschreibt verschiedene Phasen des Leidens, wobei jeder Mensch seine persönlichen Erfahrungen macht. Leiden wird von ihr definiert als „ein Gefühl des Unbehagens, das von einem einfachen, vorübergehenden geistigen, körperlichen, oder seelischen Unwohlsein bis zu äußerster Angst reicht, bis zu jenen Phasen, die über Angst hinausgehen. Das sind, insbesondere in der malignen Phase, Verzweiflung, das Gefühl von Gleichgültigkeit und in der terminalen Phase der Zustand von Apathie“ (Travelbee in Meleis 1999, 560).

Wie der einzelne Mensch mit Leiden umgeht, hängt auch von seiner Einstellung zu Krankheit und Tod ab, von religiösen oder spirituellen Überzeugungen. Sie beeinflussen das individuelle Erleben. Eine andere Definition von Leiden durch Travelbee ist folgende: „Leiden heißt, in ein schwarzes Meer von Schmerz getaucht zu sein“ (Travelbee in Meleis 1999, 561).

Die Aufgabe der Pflegekraft besteht aber nicht nur darin, dem Patienten bei der Leidensbewältigung beizustehen, sondern ihm auch zu helfen, in dieser Erfahrung einen Sinn zu finden. Die Sinnfindung nimmt bei Travelbee eine zentrale Rolle ein. Hier wird deutlich, dass sie stark von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie beeinflusst worden ist, der seine Aufgabe darin sah, anderen Menschen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens zu helfen. Ein Auszug aus dem Kapitel Logotherapie des

Buches „Grundkonzepte der Psychotherapie“ von Kriz zeigt dies auf: „Was der Therapeut allerdings versucht, ist die Überzeugung beim Patienten zu wecken, dass sich der persönliche Einsatz für bestimmte Inhalte lohnt und dass selbst unter schlechten Bedingungen (z.B. sozial, ökonomisch oder körperlich) ein Sinn im Leben gefunden werden kann- und sei er nur, im Extremfall das Schicksal mit Würde zu ertragen und Leid zu bewältigen“ (Kriz 2001, 204).

Auch Kirkevold bestätigt dies, indem sie schreibt: „Ihre Sicht der Krankenpflege ist von einer humanistischen existenzialistischen Philosophie geprägt“ (Kirkevold 1997, 85). Laut Travelbee kann der Mensch in einer Lebenserfahrung Sinn erkennen, wenn er sich ihr stellt und bereit ist, sie zu verarbeiten. Ihre Intention ist diese, dass „Krankheit eine Lebenserfahrung ist, die für die kranke Person zur Selbsterfahrung werden kann“ (Travelbee 1997, 105). Somit hat Sinnfindung eine viel größere Bedeutung als bloßes Akzeptieren der Gegebenheiten, sie kann das Individuum stärken und zu einer Weiterentwicklung der Persönlichkeit führen..

Um das Ziel der Pflege zu erreichen, ist der Aufbau einer Pflege-Patient-Beziehung erforderlich. Ihr Aufbau und die Aufrechterhaltung dieser Beziehung liegt allein im Verantwortungsbereich der Pflegekraft, auch wenn sie es nicht alleine tun kann, da diese Beziehung ein wechselseitiger Prozess ist. Travelbee definiert die Beziehung folgendermaßen: „Die Pflege-Patient-Beziehung beruht auf Erfahrungen zwischen Pflegekraft und Patient beziehungsweise jener Person, die die Dienstleistungen der Pflege in Anspruch nimmt. Das Hauptmerkmal dieser Erfahrungen ist darin zu sehen, dass der Pflegebedarf des Betreffenden beziehungsweise seiner Familie erfüllt wird“ (Travelbee 1997, 107).

Das bedeutet, dass die gelungene Pflege-Patient-Beziehung das geeignete Instrument ist, um den Pflegebedarf zu ermitteln und zu erfüllen.

Diese zwischenmenschliche Beziehung, in der die Menschlichkeit und Individualität des anderen wahrgenommen wird, verläuft in mehreren Phasen, die später noch genauer erläutern werden.

Kommunikation ist laut Travelbee eines der wichtigsten Werkzeuge, mit denen die Pflegekraft arbeitet. Kirkevold zitiert Travelbees Verständnis von Kommunikation:

„Kommunikation ist ein zweiseitiger Prozeß, in dem Gedanken und Gefühle ausgetauscht werden“ (Travelbee in Kirkevold 1997, 82). Kommunikation ist notwendig, um eine Beziehung zueinander aufzubauen; die Pflegekraft nutzt sie, um die Bedürfnisse des Patienten zu ermitteln und zu ihm eine Nähe aufzubauen. Dies geschieht sowohl durch verbale als auch nonverbale Kommunikation. Travelbee betont, dass Kommunikation zielgerichtet stattfinden muss, um notwendige pflegerische Handlungen planen zu können. Kirkevold beschreibt, dass der Inhalt der Kommunikation nach Travelbee „Wohltätigkeit“ sein soll, demnach steht das Wohl des Patienten im Mittelpunkt (Kirkevold 1997, 82).

Travelbee weist darauf hin, dass eine gelungene Kommunikation bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten voraussetzt, wie z.B. Sensibilität, Wissen und auch der therapeutische Einsatz der eigenen Person. Dies bedeutet, dass die Pflegekraft die Wirkung ihrer Persönlichkeit und ihres Verhaltens auf andere einschätzen kann und dadurch bewusst zu einer Veränderung beim kranken Menschen beiragen kann. Therapeutisch wird die Veränderung dann, wenn das Leid des Kranken dadurch gelindert wird. Travelbee definiert den therapeutischen Einsatz der eigenen Person folgendermaßen: er umfasst die Fähigkeit, „die eigene Person bewusst einzusetzen, um eine Beziehung aufzubauen und pflegerische Interventionen zu strukturieren“ (Travelbee 1997, 109).

Eine Pflegekraft, die auf diese Weise Gebrauch von ihrer Persönlichkeit machen kann, hat laut Travelbee eigene Auffassungen von Leben, Leiden und Tod, reflektiert diese und ist fähig, darüber zu sprechen. Sie ist in der Lage, Urteilsfähigkeit und Intellekt mit Emotionen zu vereinen, sodass ein Gleichgewicht entsteht.

3.2 Zielsetzung ihrer Theorie

Kirkevold schreibt über Travelbees Intention der Theorie, dass ihr Ziel war, die Krankenpflege zu einer humanistischen Revolution zu führen, um sich von der Enthumanisierung, die in den Jahren ihrer Theorieentwicklung in der Pflege herrschte, zu distanzieren. Sie wollte die Pflege wieder in eine andere Richtung führen und dazu beitragen, dass sie wieder zu ihrer fürsorgenden, unterstützenden Rolle zurückkehrt (Kirkevold 1997, 86).

Mit ihrer sowohl rationalistischen als auch positivistischen Sichtweise steht für sie der kranke Mensch im Vordergrund, der durch ein Ereignis in seiner Lebensqualität eingeschränkt und auf die Hilfe der Pflegekraft angewiesen ist. Merkmal der Pflegequalität ist für sie zielgerichtete Interaktion und Kommunikation mit dem Patienten; die Pflegekraft plant professionell ihre Pflegetätigkeiten und stimmt sie mit dem Patienten ab, woraus der Pflegeprozess resultiert, so wie er sich heute etabliert hat. Ziel ist, dem Patienten zu Gesundheit zu verhelfen, bzw. dazu, was er ganz subjektiv unter Gesundheit versteht; seine Einstellung dazu ist maßgeblich. Für Travelbee ist Gesundheit ein individueller Begriff. Genauso ist ihr Ziel, Krankheit und Leiden vorzubeugen, z.B. durch Gesundheitserziehung, und den Patienten im Falle einer schweren Erkrankung dabei zu unterstützen, einen Sinn in dieser Erfahrung zu finden.

4. Vergleich der Theorien

4.1 Professionelle Pflege

Für Virginia Henderson zeichnet sich professionelle Pflege dadurch aus, dass die Grundbedürfnisse des Patienten wahrgenommen und erfüllt werden und ihm zur Unabhängigkeit verholfen wird, während der Fokus bei Joyce Travelbee auf zwischenmenschlichen Beziehungen und der Sinnfindung des Einzelnen in Leidenserfahrungen liegt. Für Travelbee ist Pflege dann professionell, wenn sie durch gezielte Kommunikation den Pflegebedarf ermittelt und dem Patienten hilft, in seiner Krankheit eine Bedeutung oder sogar eine Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung zu finden. Sie bezieht philosophische Aspekte in ihre Theorie mit ein, während Henderson näher am Fachgebiet der Krankenpflege bleibt. Henderson definierte ihre Vorstellungen von den grundlegenden Aufgaben der Pflege ganz explizit, nannte die 14 menschlichen Bedürfnisse, auf deren Erfüllung die Pflegekraft hinarbeiten sollte, während Travelbee den Begriff „Pflegebedarf“ benutzt, den sie folgendermaßen definiert: „Pflegebedarf umfasst jede Anforderung des Patienten, die von der professionellen Pflege im Rahmen der gesetzlichen Definition von Pflegepraxis erfüllt werden kann“ (Travelbee 1997, 111.). Sie erläutert die gesetzliche Definition von Pflegepraxis nicht näher und gibt auch keine Beispiele für Pflegebedarf an.

Jedoch gibt sie einen Leitfaden vor, der für die Bestimmung und Durchführung professioneller Pflege von Bedeutung ist. Der erste Schritt ist die Beobachtung des Patienten, die systematisch und kontinuierlich erfolgen sollte und Fachwissen sowie Fähigkeiten (z.B. Urteilsvermögen) voraussetzt und natürlich auch Kommunikation mit einschließt. Der zweite Schritt beinhaltet die Verifizierung der Annahmen, wobei die Pflegkraft in einem Gespräch mit dem Patienten ihre Einschätzung überprüft und ihm Gelegenheit zur Bestätigung oder Verneinung gibt. Danach folgt die Entscheidung über Hilfsangebote; die Pflegekraft muss entscheiden, ob sie dafür geeignet ist, den geforderten Pflegebedarf zu erfüllen, oder ob andere Möglichkeiten, wie Überweisung in eine andere Einrichtung oder Betreuung durch andere Berufsgruppen, genutzt werden sollen. Die nächste Phase besteht aus der Planung der Pflegemaßnahmen, in der die Pflegekraft festlegt, durch welche Methode und zu welchem Zeitpunkt der Bedarf erfüllt werden soll, sowie Alternativen erarbeitet. Da Pflegebedarf laut Travelbee ständig veränderlich ist, ist die Interaktion mit dem Patienten auch in dieser Phase ein elementarer Bestandteil professioneller Pflege. Der letzte Schritt umfasst die Evaluation, die bedeutet, dass die Pflegekraft durch Beobachtungs- und Kommunikationsgeschick prüft, ob der Bedarf erfüllt wurde, und falls nötig, eine neue Planung erstellt. Travelbee misst der Evaluation größte Wichtigkeit bei: „Der Prozess der Evaluation [...] begleitet im Grunde von Anfang an den Umgang der Pflegekraft mit dem Patienten“ (Travelbee 1997, 116).

Damit beschreibt sie die Schritte des Pflegeprozesses, so wie wir ihn heute auch kennen und wie ihn viele andere auch formuliert haben. Der Pflegeprozess ist ein Instrument für professionelle Pflege, aber für Travelbee ist die Durchführung dieser Schritte allein kein Garant für Erfolg, es ist eine Methode der Wissenschaft, die mit dem Aufbau einer persönlichen Beziehung verbunden werden sollte.

Ebenso wie Travelbee formulierte auch Henderson ihre Gedanken des Pflegeprozesses und als eine der ersten legte sie damals den Grundstein für die heutige Ausformulierung.

Hilde Steppe nennt die verschiedenen Phasen nach Henderson, die sie leider in ihrer Primärliteratur nicht erwähnt: Einschätzungsphase, d.h. Beurteilung anhand der 14 Komponenten der Krankenpflege, Analyse der gewonnenen Informationen, Planungsphase, Durchführungsphase, Bewertung ( Steppe 1990, 586).

Henderson legt Wert darauf, dass der pflegerische Plan auf den ärztlichen Behandlungsplan abgestimmt wird, wohingegen Travelbee diesen Aspekt nicht erwähnt. Für beide Theoretikerinnen ist der Nutzen dieses Vorgehens zu erkennen und deshalb auch zu empfehlen, wobei Henderson das Mitdenken und Entwickeln eigener Schemata von Krankenschwestern befürwortet (Henderson 1997, 43). Trotz dieses methodischen Vorgehens steht sowohl für Travelbee als auch für Henderson die Individualität des Patienten im Vordergrund, die flexibles Handeln erfordert. Sie

nehmen den Menschen in seiner Ganzheit wahr, wobei Travelbee ihren Schwerpunkt auf die Interaktion und Kommunikation mit dem Menschen legt, während für Henderson die Bedürfniserfüllung im Mittelpunkt steht.

In beider Theorien ist der Fürsorge-Aspekt vorhanden, auch wenn dies nicht explizit ausgesprochen wird. Kirkevold zitiert eine Aussage Hendersons, von der sich ihrer Meinung nach der Begriff „Fürsorge“ ableiten lässt: „Sich fortwährend bemühen, die grundlegenden körperlichen und gefühlsmäßigen Bedürfnisse der Patienten zu deuten und zu verstehen, durch Empathie, ein offenes Ohr und Sensibilität für die eigenen begrenzten Möglichkeiten, die wirklichen Bedürfnisse eines anderen Menschen zu erkennen“ (Henderson in Kirkevold 1997, 54). Damit zeigt Henderson auf, wie wichtig und schwierig es ist, die wirklichen Bedürfnisse eines Menschen zu erfassen. Sie schreibt auch, dass die Fähigkeit des Einzelnen, Bedürfnisse eines Anderen zu erkennen, begrenzt ist (Kirkevold 1997, 55). Trotzdem muss die Pflegekraft das Äußerste versuchen, einem Verständnis des Patienten näher zu kommen. Der fürsorgliche Aspekt bei Travelbee lässt sich leicht erkennen, da sie Fürsorge als eigentliche Funktion der Krankenpflege sieht (Kirkevold 1997, 86).

Während Henderson jedoch nur die Bedürfnisse des Kranken betrachtet, weist Travelbee darauf hin, dass die Pflegekraft als Mensch auch Bedürfnisse hat, da dies menschlich ist. Verleugnet man ihre Bedürfnisse, führt dies zu einer Dehumanisierung, aus der resultiert, dass die Pflegekraft keine Befriedigung in ihrer Arbeit finden kann. Travelbee sagt auch, dass nicht all ihre Bedürfnisse erfüllt werden können, aber um gute Arbeit leisten zu können, müssen auch ihre eigenen Wünsche und Anliegen Bestätigung finden. Travelbee gibt an, dass dies dadurch gewährleistet wird, dass die Pflegekraft in Kontakt mit anderen Menschen steht. Dazu zählt der Patientenkontakt ebenso wie der Austausch im Kollegenkreis. „Pflegekräfte sind nicht in der Lage, die Bedürfnisse von Patienten durchgängig zu erfüllen, wenn ihre eigenen Bedürfnisse mißachtet werden“ (Travelbee 1997, 111).

Henderson und Travelbee sind einer Meinung, dass die Pflegekraft in Bezug auf den Patienten eine Assistenzfunktion wahrnimmt. Henderson geht besonders darauf ein, den Patienten als Hauptfigur zu sehen und in erster Linie ihm zu assistieren, um selbständig zu werden (Henderson 1997, 42), während Travelbee beschreibt, dass die Assistenzfunktion auf das Individuum sowie seine Familie gerichtet ist, und dass es sowohl direkte als auch indirekte Assistenz gibt, mit dem Ziel, die Gesundheit zurückzuerlangen oder auf einem möglichst optimalen Niveau zu halten (Travelbee 1997, 101).

Henderson greift allerdings zusätzlich den Aspekt auf, dass die Krankenpflege vom ärztlichen Behandlungsplan beeinflusst und verändert werden kann und demnach vom zuständigen Arzt abhängig ist. Henderson erklärte dies folgendermaßen: „Die Pflegekraft sollte die Anleitung des Patienten zusammen mit dem Arzt planen und sich in dem, was sie dem Patienten rät oder erklärt, nach der Meinung des Arztes richten“ (Henderson in Kirkevold 1997, 56). Dies würde implizieren, dass die Pflege gemeinsam mit dem Arzt geplant wird, was sich nicht mit dem deckt, was Henderson in ihrer Primärliteratur sagt: „Meines Erachtens ist die Krankenschwester eine selbständig praktizierende Kraft und sollte auch gesetzlich als solche anerkannt werden“ (Henderson 1997, 47). Inwieweit sich dieser Widerspruch vereinbaren lässt, bleibt unklar.

Travelbee erwähnt den Einfluss des Arztes gar nicht, für sie steht die Aufgabe der Pflegekraft im Vordergrund, die klar definiert ist. Laut Travelbee ist die Pflegekraft mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten in der Lage, eigenständig durch eine Pflege- Patient-Beziehung den Patienten darin zu unterstützen, Krankheit und Leid zu bewältigen und einen Sinn darin zu finden.

Ein Aspekt, auf den Travelbee besonderen Wert legt und den Henderson in ihren Ausführungen nicht erwähnt, ist die Gesundheitserziehung, der ihrer Meinung nach hohe Priorität eingeräumt werden muss. Sie schrieb, dass Prävention in Zukunft ein höherer Stellenwert beigemessen werden sollte, um Krankheiten zu vermeiden und auch Krankenhausaufenthalte zu verkürzen, und damit hat sie auch Recht behalten, denn Vorsorge wird heutzutage von jedem propagiert und gewünscht. Für sie besteht für die Pflege die Hauptaufgabe in der Gesundheitserziehung darin, dass sie den Patienten behilflich ist, „den Sinn ihrer Krankheit, aber ebenso den Sinn der Maßnahmen zu erkennen, die sie ergreifen müssen, um ihre Gesundheit zu erhalten und Krankheitssymptome unter Kontrolle zu halten“ (Travelbee 1997, 103). Dies bedeutet für sie mehr als eine bloße Weitergabe von Informationen, sie muss den Patienten dazu führen, dass er versteht, wieso er auf dieses oder jenes besser verzichtet oder weshalb er welche Opfer bringen muss. Ziel ist, die Mitarbeit des Patienten zu erlangen, ohne die das Bemühen der Pflegekraft nicht fruchten kann. Eine professionelle Pflegekraft bezieht demnach Gesundheitserziehung in ihre pflegerische Beziehung mit ein.

4.2 Art der pflegerischen Beziehung / Interaktion

Marriner-Tomey beschreibt, dass die Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient nach Henderson auf verschiedenen Ebenen ablaufen kann, von sehr abhängig bis völlig unabhängig. Sie stellt die Ebenen folgendermaßen dar:

„1. Die Krankenschwester als einen Ersatz für den Patienten
2. Die Krankenschwester als einen Helfer für den Patienten und
3.Die Krankenschwester als Partnerin des Patienten“ (Marriner-Tomey 1992, 142).

Dies veranschaulicht die von Henderson erläuterte Kompensationsfunktion der Pflegekraft, die im Falle einer schweren Erkrankung des Patienten als Ersatz dafür gesehen wird, was dem Patienten fehlt, um unabhängig zu sein. Je unabhängiger der Patient demnach ist, desto partnerschaftlicher wird die Beziehung. Für Henderson ist es von Bedeutung, dass der Patient, so weit wie möglich, seinen gewohnten Lebensrhythmus beibehalten kann. Aufgabe der Pflegekraft ist es, den Tagesablauf so zu gestalten, dass der Patient sich zu Hause fühlt und seinen Gewohnheiten nachgehen kann. Henderson sieht „den Zweck der Pflege darin, den Tagesablauf für den einzelnen so normal wie möglich zu erhalten- den einzelnen im „Lebensstrom“ zu belassen“ (Henderson 1997, 45).

Die Beziehung zum Patienten soll laut Henderson im Mittelpunkt stehen, wobei sie darauf hinweist, dass die Pflegekraft versuchen soll, diese „konstruktiv oder therapeutisch“ (Henderson 1997, 49) zu gestalten, was ihrer Meinung nach Selbsterkenntnis voraussetzt. Für wichtig erachtet sie auch, dass die Pflegekraft dem Patienten etwas von sich selbst gibt. Konkrete Vorschläge oder Erklärungen, wie die Pflegekraft die Beziehung konstruktiv gestalten könnte, gibt Henderson nicht. Sie setzt dieses Wissen wohl voraus. Unter einer konstruktiven Beziehung ist eine positive und helfende Beziehung zu verstehen, die den Patienten stärkt, ihm Mut gibt und ihm in Zeiten des Leids hilft. Es darf nicht über den Kopf des Patienten hinweg entschieden werden, er soll in die Erstellung des pflegerischen Plans ganz miteinbezogen werden. Pflegehandlungen, die der Patient selbst durchführen kann, sollte er ihrer Ansicht nach auch unter der Anleitung der Pflegekraft durchführen, die dafür sorgt, dass ihm an nichts mangelt, und ihn unterstützt, sobald er handlungsunfähig ist. Hieraus ergibt sich nochmals die fürsorgliche Haltung der Pflegekraft. Henderson gibt an, dass der Erfolg der pflegerischen Handlungen daran gemessen werden kann, wieweit seine Selbständigkeit im Laufe der Zeit zunimmt. Je selbständiger der Patient ist, desto mehr wandelt sich ihre Aufgabe vom Handeln zum Beistehen (Henderson 1997, 49).

Für Joyce Travelbee ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung unabdingbar und von größter Wichtigkeit, sie ist die Voraussetzung für den Genesungsprozess. Die Pflegekraft nutzt sie als Instrument, um das Ziel in der Pflege zu erreichen. Auch wenn die Verantwortung für Aufbau und Aufrechterhaltung derselben bei der Pflegekraft liegt, ist sie ein wechselseitiger Prozess gegenseitiger Beeinflussung, deren Gelingen von beiden Seiten abhängig ist. Das Ziel dieser Beziehung ist laut Travelbee, dass der Pflegebedarf des Patienten umfassend erfüllt wird; an der Zielerreichung lässt sich demnach Pflegekompetenz ableiten (Travelbee 1997, 107). Eine persönliche Beziehung zueinander muss allerdings erst entstehen und hängt auch von dem Erfahrungshintergrund der Beteiligten ab. Sie wird über mehrere Phasen, bzw. Stufen eines Interaktionsprozesses erreicht, die bewältigt werden müssen. Diese Phasen sind laut Travelbee: Begegnung, Identifizierung, Empathie und Sympathie. In der Begegnungsphase entsteht ein erster Eindruck vom anderen bei Pflegekraft und Patient, Beobachtungen werden gemacht, Gefühle entstehen. Travelbee beschreibt, dass anfangs stereotype Wahrnehmungen und Kategorisierungen der Begriffe „Pflegekraft“ und „Patient“ das Denken beeinflussen. Ziel ist, das Besondere am anderen zu entdecken. In der Phase der Identifizierung gelingt es, die Individualität des anderen wahrzunehmen und eine Beziehung mit ihm einzugehen. Der andere wird nicht mehr als Rolleninhaber gesehen, sondern als Wesen mit eigener Identität. Für Travelbee ist diese Phase Voraussetzung für das Entstehen der Empathie, in der die Unterschiede beider noch deutlicher werden und die gekennzeichnet ist durch die „Fähigkeit, sich auf den augenblicklichen Gemütszustand eines anderen Menschen einzulassen, an ihm Anteil zu nehmen und ihn zu verstehen“ (Travelbee 1997, 118). Empathie ist auch ein Prozess, der dazu befähigt, Verhaltensweisen des anderen vorhersagen zu können. Kirkevold fügt hinzu, dass diese Fähigkeit durch den eigenen Erfahrungshintergrund begrenzt wird und Travelbee auch sagte, dass die Pflegekraft nicht bei jedem Patienten fähig ist, Empathie zu empfinden. „Empathiefähigkeit wird so durch einen reichen persönlichen Erfahrungshintergrund gefördert, aber auch durch den Wunsch, den anderen Menschen zu begreifen und zu verstehen“ (Travelbee in Kirkevold 1997, 81). Aus dem Prozess der Empathie entsteht laut Travelbee die Fähigkeit, Sympathie füreinander zu empfinden. Sympathie unterscheidet sich von Empathie im wesentlichen dadurch, dass man bestrebt ist, Leiden eines anderen Menschen zu lindern. Man empfindet echtes Mitgefühl und Besorgnis über das Schicksal des anderen, möchte ihm beistehen und helfen, um seiner selbst willen. Travelbee betont, dass ohne Sympathie bestenfalls eine oberflächliche Pflege-Patient-Interaktion entstehen kann und dass Herzlichkeit, Verständnis und Zuwendung unerlässlich sind: „Sympathie heißt Herzlichkeit, Freundlichkeit, ist eine Art zeitweiligen Mitleidens und Fürsorglichkeit, die auf der Gefühlsebene erfahren und anderen vermittelt wird“ (Travelbee 1997, 120). Durch Erreichen der Phase der Sympathie ergibt sich laut Travelbee ein persönliches Verhältnis. Sie weist daraufhin, dass dies allein nicht ausreicht, um den Pflegebedarf zu ermitteln und dass die Pflegekraft Fachwissen sowie die Fähigkeit, ihre eigene Person in therapeutischer Absicht einzusetzen, mitbringen muss. Somit haben Pflegekraft und Patient ein Stadium gegenseitigen Verstehens und der Verbundenheit geschaffen und ideale Bedingungen für den Heilungsprozess erreicht, den die Pflegekraft durch ihre fürsorgliche Haltung sowie zielgerichtete Durchführung des Pflegeprozesses positiv beeinflusst.

4.3 Bild der zu pflegenden Person

Sowohl Henderson als auch Travelbee betrachten den zu pflegenden Menschen als einzigartiges Individuum. Für Henderson ist der Mensch ein normalerweise selbständig handelndes Wesen, das bestimmte Bedürfnisse hat. Sie gibt an, dass die Einflüsse, welche auf die Bedürfnisse wirken, „sein soziokultureller Hintergrund, seine physischen und psychischen Ressourcen, seine Energie, sein Wille, seine Motivation und sein Alter“ (Kirkevold 1997, 52) sind. Im Gegensatz dazu macht Travelbee wenig Aussagen über Einflussfaktoren, sie ist der Meinung, dass die Kultur, in der der Mensch lebt, seine Auffassung von Krankheit und Leiden beeinflusst, erklärt dies aber nicht näher. Die Familie des Kranken wird erwähnt, aber der kranke Mensch steht im Mittelpunkt (Kirkevold 1997, 84). Das Bild der zu pflegenden Person bei Henderson ist hilfsbedürftig, auf die Kompetenz und Unterstützung der Pflegekraft angewiesen. Man könnte vermuten, dass die Pflege auf dem ganzheitlichen Pflegeverständnis basiert, da der Patient bedürftig und abhängig wirkt und die Pflegekraft die umsorgende, alles erfüllende aktive Rolle übernimmt. Der kranke Mensch äußert seine Bedürfnisse und die Pflegekraft kompensiert seine Schwächen mit ihrer Stärke und ist für sein gesamtes Wohlbefinden zuständig. Bei Travelbee könnte man mutmaßen, dass der Interaktion zwischen Pflegendem und Patient das partnerschaftliche Pflegeverständnis zugrunde liegt, da der Patient gleichberechtigt und selbstbestimmt dargestellt wird und die Pflegekraft eine begleitende und beratende Funktion innehat. Die Grenzen zwischen ganzheitlichem und partnerschaftlichem Pflegeverständnis sind jedoch in diesem Fall schwer zu ziehen. Es finden sich jeweils auch Aspekte des anderen Verständnisses in den Theorien wieder.

5. Abschließende Betrachtung / Kritik

5.1 Virginia Henderson

Die Pflegetheorie von Virginia Henderson, die grundsätzlich nie als Theorie geplant war, sondern nur eine eigene Definition von Hendersons Verständnis von Pflege darstellte, ist beschreibend und relativ leicht nachzuvollziehen. Die Darstellung der 14 Grundbedürfnisse scheint logisch und auch praktisch umsetzbar. Die Frage ist nur, ob es ausreicht, den kranken Menschen nach den 14 Komponenten der Krankenpflege zu beurteilen, oder ob man sich dadurch nicht den Blick versperrt auf andere, vielleicht selten auftretende Aspekte, da ansonsten der Mensch auf diese Bedürfnisse „reduziert“ werden könnte. Kirkevold stellt sich auch die Frage, ob das Bedürfnis nach Erholung zum Aufgabengebiet der Krankenpflege gehört (Kirkevold 1997, 57), und dem kann ich mich nur anschließen, wobei meiner Meinung nach auch zu bedenken wäre, ob die Bedürfnisse „Lernen“ oder „Religionsausübung“ dazu zu zählen sind. Liegen diese Aktivitäten im Verantwortungsbereich der Pflege? Ich bin eher skeptisch, was die Realisierung im stationären Alltag von heute betrifft.

Ein anderer Kritikpunkt ist der bereits erwähnte große Einfluss des Arztes, mit dem die Pflegekraft den Pflegeplan absprechen sollte. Meiner Beurteilung nach ist das Wissen der Ärzte in Bezug auf Pflegeprozess und Pflegeplanung eher lückenhaft, sodass sie keine wirkliche Hilfe darstellen, vor allem deswegen, weil Ärzte heutzutage genug mit ihren eigenen Aufgaben belastet sind und dafür keine Zeit aufbringen. Es ist natürlich möglich, dass sich das Verhältnis damals zur Zeit der Theorieentwicklung in den 50er Jahren anders gestaltete.

Zum weiteren geht Henderson weder auf die Gesundheitsvorsorge allgemein noch auf Maßnahmen zur Prävention von Krankheiten ein, obwohl dies sehr wichtig ist. Dadurch, dass immer neue Krankheiten entdeckt werden und die Mittel zur Bekämpfung aufgrund von Budgetierungen knapp bemessen sind, gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung. Ein anderer, sehr interessanter Kritikpunkt an der Theorie Hendersons ist von Kirkevold genannt worden. Hendersons Ziel in der Pflege wird, wie schon erwähnt, darin gesehen, dem Patienten so schnell wie möglich wieder zur Selbständigkeit zu verhelfen oder, wo dies nicht möglich, dem Patienten zu einem friedvollen Tod zu verhelfen. Nach Kirkevolds Meinung wird dadurch eine große Gruppe Patienten außer Acht gelassen, nämlich die der Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen, die nicht heilbar sind, aber auch nicht implizieren, dass derjenige bald versterben wird. Gerade heute hat auch dieser Punkt Bedeutung, da die Anzahl von Menschen mit chronischen Krankheiten steigt. Zu kritisieren ist auch, dass Hendersons Aussagen zur Pflege von Patienten im terminalen Stadium sehr begrenzt sind und sie nicht aufzeigt, durch welche Maßnahmen oder Tätigkeiten konkret die Pflegekraft die Qual des Patienten lindern kann, sodass dieser friedlich sterben kann. Positiv ist meiner Meinung nach zu bewerten, dass Henderson stark am Individuum orientiert ist und dass sie der Pflegekraft die Aufgabe stellt, sich wirklich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen und bei allen Handlungen immer die Haltung des Patienten zugrunde zu legen. Mit ihren 14 Komponenten hat Henderson alle Grundbedürfnisse erfasst und verständlich dargestellt. Anbetracht der Tatsache, dass Virginia Henderson nach Florence Nightingale eine der ersten Krankenschwestern war, die ihre Überlegungen zur Pflege schriftlich niederlegte, und dessen, dass ihr 1955 veröffentlichtes Buch „Textbook of the Principles and Practice of Nursing“ heute noch Aktualität besitzt, wird deutlich, dass Henderson einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung der Professionalität in der Pflege leistete. Sie legte den Grundstein für den Pflegeprozess, wie er heute gelehrt und praktiziert wird. Ihr Konzept der Bedürfnisse ist von anderen Pflegewissenschaftlerinnen aufgegriffen und weiterentwickelt worden (z.B. Nancy Roper, Monika Krohwinkel). Schaeffer und Steppe formulieren ihre Bedeutung für die Pflege folgendermaßen: „Henderson kommt das Verdienst zu, Wegbereiterin der Etablierung von Pflegewissenschaft als eigenständiger Disziplin zu sein, für deren Aufbau, Theorie- und Forschungsentwicklung sie eine Orientierung an Fragen der Pflegepraxis fordert - ein Anspruch, der bis heute nur zum Teil eingelöst ist“ (Schaeffer/ Steppe 1997, 39). Daher ist ihre Theorie trotz der genannten Kritikpunkte meines Erachtens nach eine verständliche, konkrete und umfassende Sichtweise auf die Pflegepraxis, wie sie sein sollte.

5.2 Joyce Travelbee

Travelbee hat meiner Meinung nach eine sehr interessante und gut nachvollziehbare Pflegetheorie entwickelt, deren Fokus auf einem ganz besonderen Bereich, der Sinnfindung liegt. Als Kritik wäre anzuführen, dass sie nicht genügend auf die Faktoren der Umwelt eingeht, die den Patienten beeinflussen. Jeder Mensch ist durch die Kultur, in der er aufwächst, geprägt sowie durch seinen sozialen Hintergrund. Diese können sich auf seine Einstellung zum Sinn des Lebens auswirken. Gerade heute, wo viele verschiedene Kulturen zusammenleben, wäre dieser Aspekt relevant. Zum besseren Verständnis in Bezug auf die Pflegepraxis hätte ich mir außerdem gewünscht, dass Travelbee anhand von Gesprächs- oder Praxisbeispielen verdeutlicht, wie die Pflegekraft den Patienten konkret in der Sinnfindung in Leidenssituationen unterstützen kann, denn dies scheint mir bei Patienten mit terminalen Erkrankungen eine höchst schwierige Aufgabe zu sein.

Kirkevold greift die Frage auf, ob dieser Aspekt wirklich in den Aufgabenbereich der Pflegenden fällt und diese durch ihre Ausbildung überhaupt dazu in der Lage sind, oder ob nicht Seelsorger und Psychologen damit besser betraut sind (Kirkevold 1997, 89). Meines Ermessens nach ist es ein sehr erstrebenswertes Ziel, dem Patienten zu helfen, einen Sinn in seinem Leiden zu entdecken. Aber ich vermute, dass sich das in der Praxis nur ansatzweise verwirklichen lässt, denn darauf ist die Krankenpflegeausbildung nicht ausgerichtet, sodass Pflegende in solchen Situationen oft hilflos sind.

Joyce Travelbee stellt ihre Theorie aus einem sehr positivistischen Blickwinkel dar, und meiner Meinung nach verkörpert sie ein Ideal in der Pflege. Kann denn wirklich der Mensch in jeder Leidenserfahrung einen Sinn finden? Dies erscheint mir ein fast unmöglich zu erreichendes Ziel, da der Großteil der Patienten sich die Frage: „Warum gerade ich?“ stellt und darauf keine Antwort findet. Und den Sinn, weshalb gerade dieser Mensch so leiden muss, kann oft die Pflegekraft selbst nicht sehen, geschweige denn der Mensch persönlich. Leiden erscheint einem in den meisten Fällen sehr ungerecht und kann nur schwer als Möglichkeit der Weiterentwicklung gesehen werden, vor allem wenn die Prognose fatal ist. Das Problem der Sinnlosigkeit wird von Travelbee leider gar nicht aufgegriffen.

Sehr gut finde ich ihre Erläuterung der Entstehung einer Pflege-Patienten-Beziehung, sowie deren Wichtigkeit in der Pflege und den Gedanken, dass der gelungene Aufbau dieser persönlichen Beziehung Voraussetzung für das Erreichen des Ziels der Pflege ist und der Mensch in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen wird. Obwohl ihr Buch „Interpersonal Aspects of Nursing“ bereits 1966 herausgegeben wurde und laut Schaeffer und Steppe bislang in Europa wenig diskutiert wurde, denke ich, ist es auch heute für jede Krankenschwester interessant und verständlich und regt zum Nachdenken darüber an, ob es vielleicht wirklich möglich ist, eine als leidvoll erlebte Krankheitssituation in eine sinnvolle, lebbare Erfahrung zu transferieren.

Literaturverzeichnis:

-Chinn, Peggy; Kramer, Maeona: Pflegetheorie. Konzepte - Kontext - Kritik. Berlin: Ullstein Mosby 1996
-Henderson, Virginia: Das Wesen der Pflege. In: Schaeffer/ Steppe, PflegetheorienBeispiele aus den USA. Bern: Huber 1997. S.39-54
-Kirkevold, Marit: Pflegetheorien. München; Wien; Baltimore: Urban und Schwarzenberg 1997
-Kriz, Jürgen: Grundkonzepte der Psychotherapie. München: Urban und Schwarzenberg 5.Auflage 2001
-Meleis, Afaf Ibrahim: Pflegetheorie. Gegenstand, Entwicklung und Perspektiven des theoretischen Denkens in der Pflege. Bern; Göttingen; Toronto; Seattle: Huber 1999
-Marriner - Tomey, Ann: Pflegetheoretikerinnen und ihr Werk. Basel: Recom 1992
-Steppe, Hilde: Pflegemodelle in der Praxis, 2.Folge: Virginia Henderson. In: Die Schwester, Der Pfleger 1990, S. 584-588
-Travelbee, Joyce: Interpersonale Aspekte der Pflege. In: Schaeffer/ Steppe, Pflegetheorien- Beispiele aus den USA. Bern: Huber 1997. S. 99-122

Details

Seiten
23
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640046218
DOI
10.3239/9783640046218
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Erscheinungsdatum
2002 (April)
Note
1,0
Schlagworte
Pflegetheorien Virginia Henderson Joyce Travelbee Vergleich

Autor

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Titel: Die Pflegetheorien von Virginia Henderson und Joyce Travelbee im Vergleich