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Der Settings-Ansatz der Gesundheitsförderung am Beispiel Kindergarten

Hausarbeit 2002 28 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ZUSAMMENFASSUNG

1. DER SETTINGANSATZ IN DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG
1.1 EINLEITUNG/ BEGRIFFSBESTIMMUNG
1.2 ENTWICKLUNG DES SETTINGS - ANSATZES
1.2.1 Einfluss von Organisationen und Organisationsentwicklung
1.2.2 Bis zur Ottawa Charter zur Gesundheitsförderung – Kerndokument für des Settings – Ansatz der Gesundheitsförderung

2. GESUNDHEITSFÖRDERNDES SETTING
2.1 ENTWICKLUNG EINES GESUNDHEITSFÖRDERNDEN SETTINGS
2.1.1 Phasen der Schaffung eines gesundheitsfördernden Settings
2.2 BEDEUTUNG DER PROJEKTARBEIT FÜR DEN SETTINGS – ANSATZ DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG

3. PROJEKTE NACH DEM SETTINGS – ANSATZ DER GESUNDHEITSFÖRDERUNGIN KINDERGÄRTEN
3.1 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE GESUNDHEIT VON KINDERN
3.1.1 Sozialer Status des Kindes
3.1.2 Einflüsse der Familie
3.1.3 Bedeutung des Kindergartens für die Gesundheit von Kindern
3.2 PROJEKTE IM SETTING KINDERGARTEN
3.2.1 Kinder in Bewegung – Ein Projekt in Kindergärten des Landkreises Schaumburg (Niedersachsen)
3.2.2 Hüpfdötzchen – Kindergarten in Bewegung. Ein Projekt des Kreisgesundheitsamt Neuss
3.2.3 Gesunde Kindertagestätte – erleben und gestalten. Ein Projekt der Landesvereinigung für Gesundheit Thüringen e.V
3.2.4 Chancen für zukünftige Projekte im Rahmen des Settings – Ansatzes in Kindergärten

4. ZUSAMMENFASSUNG

LITERATUR

Zusammenfassung

Der Settingsansatz der Gesundheitsförderung ist eine Methode der Gesundheitsförderung, nach der sämtliche Interventionen nicht nur auf Einzelindividuen abzielen, sondern auf Individuen in Settings. Mit der Definition von einzelnen Settings wird die alleinige Fokussierung auf „die Kinder“, die Jugendlichen“, „alte Menschen“, „Raucher“ als Zielgruppe verlassen und ein Raum definiert, in der sich Menschen üblicherweise aufhalten. Das können entsprechend der WHO – Konzeption Schulen, Betriebe, Städte usw. sein, aber auch kleinräumige Bereiche wie „die Familie“, „der Verein“ usw. Der Vorteil liegt dabei insbesondere darin, dass Menschen über die I- dentifikation mit den Werten ihres Settings leichter erreichbar sind, wenn bestimmte Strategien der Gesundheitsförderung in die „Philosophie“ des Settings integriert werden. Als gutes Mittel, Gesundheitsförderung in Settings durchzuführen, stellte sich Projektarbeit heraus.

Auch Kindertagesstätten werden auch in Deutschland zunehmend Handlungsfelder der Gesundheitsförderung. Nach dem Settingsansatz sind davon Kinder, Mitarbeiter und Eltern direkte Adressaten und im Rahmen der Netzwerkbildung im nächsten Schritt auch der Stadtteil usw. Im Rahmen dieser Arbeit wird eine theoretische Einführung in den Settingsansatz der Gesundheitsförderung gegeben, über die Methodik seiner Durchführung im Rahmen von Projekten und es werden Projekte vorgestellt, die nach dem Settingsansatz der Gesundheitsförderung durchgeführt wurden und werden.

1. Der Settingansatz in der Gesundheitsförderung

1.1 Einleitung/ Begriffsbestimmung

Unter dem Begriff Setting wird ein soziales System verstanden, in dem verschiedene relevante Umwelteinflüsse auf eine bestimmte Personengruppe (die Mitglieder des Settings) wirken. Ergänzend beinhaltet die Betrachtung von Umwelten als Settings die Chance, Einfluss auf die relevanten Umwelten nehmen zu können, sie im Fokus Gesundheit, so zu gestalten, dass sie den Mitgliedern des Settings Gesundheit ermöglichen (Grossmann, Scala, 1999). Eine weitere Möglichkeit den Begriff des Setting zu definieren, leitet sich aus seiner wörtlichen Übersetzung ab. Danach ist ein Setting ein Rahmen oder Schauplatz. Gesundheitsfördernde Maßnahmen nach dem Settings – Ansatz sind danach auf Lebensbereiche, auf die Schauplätze des Zusammenlebens ausgerichtet, in denen Menschen die meiste Zeit verbringen und die durch ihre Struktur die Gesundheit von Menschen am meisten beeinflussen (WHO, 1997). Der Fokus des Settings – Ansatzes liegt auf den Rahmenbedingungen unter denen Menschen leben, lernen, arbeiten und konsumieren. Maßnahmen und Interventionen richten sich damit nicht allein an homogene Zielgruppen („alte Menschen“,

„Kinder“, „Jugendliche“) und ihre spezifischen (Gesundheits)Probleme, vielmehr wirken sie auf die jeweiligen Lebensräume (Settings) in denen unterschiedliche soziale Gruppen leben können.

Im Rahmen der Gesundheitsförderung wird der Begriff „Setting“ jedoch nicht allein zur räumlichen Abgrenzung gebraucht, mit ihm wird vielmehr eine soziale Einheit bezeichnet, die sich besonders gut für Interventionen eignet (Grossmann, Scala, 1994). Solche Settings sind in erster Linie Kommunen, Schulen, Betriebe und Krankenhäuser, also Settings in denen ein großer Querschnitt der Bevölkerung erreicht wird. Bei der Planung und Gestaltung gesundheitsfördernder Interventionen im Rahmen des Settingsansatzes, werden solche Settings stärker differenziert, so dass im Rahmen eines „Gesunde Stadt“ – Projekts weitere Settings definiert werden können. Das können z.B. Stadtteile, kommunale Einrichtungen (Eigenbetriebe, Dezernate) oder Kindergärten, in denen Maßnahmen nach dem Settings – Ansatz der Gesundheitsförderung geplant werden können.

1.2 Entwicklung des Settings - Ansatzes

Methoden und Maßnahmen wie Gesundheitsförderung, Gesundheitsbildung oder Gesundheitserziehung in Settings haben bereits eine längere Tradition. So wurden Krankenhäuser, Schulen oder Betriebe schon lange als Einzugsbereiche gesehen um auf bestimmte Zielgruppen mit einem spezifischen Problembesatz einzuwirken. Im Unterschied zum Settings – Ansatz konnten hier allenfalls Verhaltensmodifikationen der einzelnen Zielgruppenmitglieder erhofft werden. Jedoch waren die durch Gesundheitsbildung oder Gesundheitserziehung erreichten Änderungen des Gesundheitsverhaltens oft nicht weitreichend genug, zu wenig nachhaltig und es konnten nicht alle Mitglieder der Zielgruppe dauerhaft erreicht werden. (Baric, Conrad, 1999, Brösskamp – Stone u.a. 1998). Mit dem Konzept “Settings” als einem Organisationssystem ergeben sich neue Möglichkeiten gesundheitsfördernder Aktivitäten. Theoretische Grundlage dieses Konzepts bildet die Organisationsentwicklung, in deren Rahmen Gesundheitsförderung geplant, durchgeführt und evaluiert werden muss.

1.2.1 Einfluss von Organisationen und Organisationsentwicklung

Im Alltag der Menschen bilden Organisationen sehr relevante, einflussreiche Umwelten. Sämtliche Aktivitäten von Menschen finden in der heutigen Realität in komplexen Konstrukten statt. Durch unsere täglichen Aktivitäten gestalten wir unsere Lebenswelten, Verhältnisse unserer Lebenswelten beeinflussen uns, stellen Ressourcen und Gefahren dar, fördern die Gesundheit oder machen krank, verdienen unseren Schutz und können unseren Erfordernissen entsprechend verändert werden. Interaktionen in und zwischen Staaten, Kommunen, Betrieben, Krankenhäusern, ebenso wie Familien und weiteren Anteilen unseres sozialen, personalen und gesellschaftlichen Umfelds unterliegen einem mehr oder weniger starkem Organisationsgrad. Für die verschiedenen Problemlagen haben sich spezialisierte Organisationen herausgebildet, für die Lösung komplexer Probleme bilden sich Netzwerke verschiedener Organisationen. Als Organisation wird „... eine bewusst koordinierte soziale Einheit, mit relativ klar abgrenzbaren Zugehörigkeiten, die auf einer relativ kontinuierlichen Basis zur Erreichung eines order mehrerer Ziele arbeitet“ bezeichnet (Robbins, 1990). Es haben sich für die unterschiedlichen Anforderungen unserer komplexen Welt, „Leistungserbringer“ also spezielle Organisationen für die bestimmte Aufgaben entwickelt. Eine Organisation ist dabei ein Gefüge sozialer Stellungen und Rollen. Organisationen nehmen entsprechend ihres Leistungsspektrums und ihrer Aufgaben einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit war. Die Realität außerhalb ihres Leistungsspektrums existiert grob gesagt für eine Organisation nicht (Grossmann, Scala, 1994). Für die Gesundheit von Menschen haben Organisationen insofern eine große Bedeutung, in dem sie durch ihre Struktur und interne Kommunikation den Interaktionsrahmen von Menschen (Organisationsmitgliedern) bilden also Einfluss auf sie haben.

Eine bedeutungsvoller Aspekt, für die Intervention in Organisationen, betrifft die Kommunikation in Organisationen als soziale Systeme. Innerhalb von sozialen Systemen interagieren oft schwer durchschaubare soziale Strukturen, die untereinander ähnlich einem Netz verflochten sind mit den physischen Gegebenheiten der Organisation. Berührungspunkte sozialer Strukturen sind die Knotenpunkte dieses Netzes. Veränderungen in einem Knoten haben Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk. Verändert sich das Verhalten eines Mitglieds dieses Netzes, hat das Auswirkungen auf die gesamte Organisation, Veränderungen des natürlichen Umfeldes wirken sich auf die einzelnen Mitglieder aus. Neuere soziologische Erkenntnisse stellen heraus, dass wenn sie von Mitgliedern eines sozialen Systems reden, nicht die Menschen als solche, sondern Kommunikationsmuster die von Organisationsmitgliedern ausgehen meinen (u.a. Luhmann, 1984). Jedes System hat spezifische Muster, bestimmte Regeln, nach denen Kommunikation stattfindet. Familien kommunizieren direkt, Face to Face, die Kommunikation in höheren Organisationsgraden findet nicht mehr unbedingt direkt zwischen Sender und Empfängerstatt, sondern folgt einem entsprechenden „Dienstweg“ jedoch noch verbal. Kommunikation in der Wirtschaft erfolgt über Geldtransfers, Rechnungen, also nonverbal. Systeminterne Regeln legen fest, für welche Inputs ein System offen ist, zum Schutz und zur Sicherstellung ihrer Aufgaben werden von solchen Regeln abweichende Inputs ignoriert (Grossmann, Scala, 1994).

Organisationen sind zwar autonome Einheiten, die relativ unabhängig voneinander agieren, gleichzeitig sind sie mit anderen durch enge sehr sensible Anschlusspunkte verknüpft (Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Abhängigkeit zwischen Organisationen (aus Grossmann, Scala, 1994)

Ausgehend von diesen Überlegungen werden Veränderungen in Organisationen nicht nur über Verhaltensmodifikationen ihrer Mitglieder sondern in bedeutendem Maß über die Veränderung der Kommunikationsstrukturen innerhalb der Organisation erreicht, die natürlich Verhaltensänderungen bewirken und diese voraussetzen.

Gesundheitsförderung durch Organisationsentwicklung – Organisationsentwicklung durch Gesundheitsförderung?

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Details

Seiten
28
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640054893
ISBN (Buch)
9783640559138
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107215
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Stendal
Note
Schlagworte
Settings-Ansatz Gesundheitsförderung Beispiel Kindergarten

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