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Von der Französischen Revolution bis zur deutschen Nachkriegszeit

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 21 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die Französische Revolution

Restauration und Revolution 1815 - 1849

Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich

Imperialismus und Erster Weltkrieg

Weimarer Republik

Die Machtergreifung

Das Dritte Reich

Die Nachkriegszeit 1945-1949

Quellenangaben

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Die Französische Revolution

Historischer Rückblick:

Die französische Gesellschaft war in 3 Stände geteilt: Klerus, Adel und dritter Stand. Klerus und Adel zahlten keine Steuern und hatten den größten Anteil an Grundbesitz, obgleich sie nur 2% der Bevölkerung ausmachten. Der dritte Stand in den Städten reichte vom wohlhabenden Bankier bis zum Manufakturarbeiter und Laufburschen. Die Zahl dieser Abhängigen wuchs im 18. Jahrhundert stark an. Die Landbevölkerung mußte viele Abgaben an den König, die Kirche und den Grundherren entrichten und hatte oft kaum noch genügend Geld zum Leben.

1770-1789 : Seit 1770 verschlechterte sich in Frankreich die wirtschaftliche Lage, es gab mehr Tagelöhner und viele Arbeitslose. Die Lebenshaltungskosten stiegen um fast 50 %.

Die Aufklärer kritisierten das System in Frankreich. Die Botschaft lautete: „Der dritte Stand ist eine vollständige Nation“ - die Privilegierten aber sind nutzlos. Sie vertraten die Forderung nach Menschenrechten, einer Verfassung mit Gewaltenteilung und der Einrichtung eines Parlamentes. Der König sollte nur die Exekutivgewalt innehaben.

1789 : Da der Staat in großen Finanzschwierigkeiten steckte, wollte er auch die Privilegierten besteuern, was aber nicht gelang, da die Stellen an den Gerichtshöfen, die erlassene Gesetze erst registrieren mußten, bevor sie in Kraft traten, von den Privilegierten besetzt waren. So rief Ludwig XVI. die Generalstände ein, wo allerdings ein großes Stimmenungleichgewicht herrschte - zugunsten der ersten beiden Stände. Daraufhin erklärten sich die Abgeordneten des dritten Standes zur „Nationalversammlung“ Revolution, da die Nationalversammlung auf der Grundlage der Volkssouveränität handelte.

In der Nationalversammlung saßen jedoch keine Kleinbürger.

14. Juli 1789 : Bastille-Sturm (Zeichen des Absolutismus) von armen Händlern und kleinen Handwerkern in Paris aufgrund von Truppenbewegungen in und um Paris. Nun setzten Unruhen auf dem Lande ein, Bauern plünderten Schlösser und Klöster und zündeten sie an, sie verjagten Grundherren und ermordeten sie.

August 1789 : Die Nationalversammlung proklamiert ein Ende der Privilegien für den Adel sowie Menschen- und Bürgerrechte. Der Bruch mit dem Absolutismus war vollzogen.

1792 : Die europäischen Monarchen lehnten die Revolution in Frankreich ab, jedoch zögerten sie mit einem Eingreifen. Da erklärte die Nationalversammlung - auch, um von den inneren Problemen (Unruhen, Inflation) abzulenken - den verbündeten Mächten den Krieg. Derweilen wurde der König gefangengenommen, die National- versammlung aufgelöst und der neue „Nationalkonvent“ gewählt, der eine republikanische Verfassung ausarbeiten sollte. Dabei gewinnen vor allem 2 Gruppen: die Jakobiner, die für eine soziale Republik und direkte Volksherrschaft eintreten, und die Girondisten, die für eine Republik, aber gegen direkte Volksherrschaft und radikale soziale Reformen waren.

Sept. 1792 : Septembermorde: Die Häuser werden nach Königstreuen durchsucht und 1100 „Verdächtige“ umgebracht.

1794 : Die Girondisten werden beschuldigt, mit dem Feind zusammenzuarbeiten und die Mehrheit ihrer Abgeordneten wird von den Jakobinern hingerichtet. Die Jakobiner versuchten nun in ihrer Schreckensherrschaft mithilfe von Terror, Frankreich zentral von Paris aus zu lenken.

1799 : Die radikale Phase der Revolution brach zusammen und es gab eine neue Verfassung

mit Gewaltenteilung und der Exekutive eines Direktorates. Durch einen Staatsstreich des Militärs unter Führung Napoleons das Direktorium ab, löste das Parlament auf und hob die Verfassung auf.

1799 trat eine neue Verfassung in Kraft, die an die Staatsspitze 3 Konsuln stellte, von denen der erste -Napoleon- die Exekutivgewalt innehatte und nur er Gesetze erlassen konnte. Auch gab es nun das Plebiszit, mit dem er sich 1802 vom Volk sein Konsulat auf Lebenszeit verlängern ließ. 1804 krönte sich Napoleon zum Kaiser. Doch warum gab es jetzt keine Volkserhebung ? Gründe waren die Bewunderung seiner militärischen Siege, außerdem war er ein geschickter Taktiker in der Innenpolitik, dem der Ausgleich von Gegensätzen aus der Revolution gelang. Er erreichte eine Versöhnung mit der Kirche, persönliche Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetze -diese wichtige Errungenschaft der Revolution- wurden garantiert, und es gelang ihm, die Geldentwertung zu beenden.

Fazit: Frankreich unter Napoleon: das Land eines militärischen Machthabers, aber doch nicht mehr das Frankreich des Absolutismus. Einige Ergebnisse der Revolution hatten Bestand. Napoleon aber war weit davon entfernt, das Programm der Französischen Revolution -„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“- einzulösen.

1801 : Bis 1801 wurden die Fürstentümer und Grafschaften links des Rheins von Frankreich besetzt und annektiert. Unter dem Druck Napoleons wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst, 1806 legte Kaiser Franz II. die Krone nieder.

Napoleon machte aus der Vielzahl kleiner Territorien rechts des Rheins neue Staaten mittlerer Größe, die sich -außer Preußen und Österreich- 1806 zum Rheinbund zusammenschlossen. Bald wurden auch Preußen und Österreich geschlagen und kamen unter den Einfluß Napoleons.

1806-1815 : Mit Reformen von oben antwortete man rechts des Rheins auf die Herausforderung der Franz. Revolution, in Preußen z.B. gab es die „Preußischen Reformen“. Zunächst wurde die Staatsverwaltung reformiert und dadurch wesentlich effektiver und stärker gemacht. Es folgte die Bauernbefreiung, die Schaffung der Gewerbefreiheit durch Abschaffung der Zünfte, das Bürgerrecht, der Ausbau des Bildungswesens und die Herresreform.

In Teilen der Bevölkerung erhob sich ein „deutscher Nationalgeist“ (-> Nation) gegen Frankreich, als die harte Herrschaft Frankreichs, seine Steuern und seine Bürokratie als Unterdrückung spürbar wurden.

Napoleon mußte abdanken, nachdem seine Armee von den Russen zurück- geschlagen worden war und die sich dann verbündeten russischen, englischen, preußischen und österreichischen Truppen die Franzosen schlugen.

Bedeutung für die Zukunft:

Die Zeit von 1789-1815 war ein tiefer Einschnitt in die europäische Geschichte. Während dieser Zeit endete auf dem Kontinent (mit Ausnahme von Rußland und der Türkei) die politische und gesellschaftliche Vorherrschaft des Adels. Die Grundherrschaft wurde beseitigt, die Landbewohner wurden frei, Grund und Boden konnten wie jedes andere Wirtschaftsgut gekauft und verkauft werden. Die Zunftbeschränkungen fielen, an ihre Stelle trat die Gewerbefreiheit.

Alles zusammen bedeutete das Ende der ständischen Gesellschaft und den Durchbruch des Bürgertums.

Außerdem leitete die Französische Revolution die Demokratisierung in Europa ein.

Stichworte:

Bastille-Sturm - Nationalversammlung - Terrorherrschaft - Napoleon - Nationalgefühl - Demokratisierung

Restauration und Revolution 1815 - 1849

Historischer Rückblick:

Die Erfahrung der napoleonischen Fremdherrschaft über weite Teile Mitteleuropas hatte zur Entfaltung einer National- und Freiheitsbewegung geführt. Die deutschen hofften nun auf nationale Einigung und eine freiheitliche Verfassung. In den 25 Jahren zwischen 1789 und 1813/14 war viel in Bewegung geraten: die Grenzen der Staaten, die politischen Kräfte, die herkömmlichen Institutionen, das Volk. Jetzt bemühten sich die alten Gewalten - die Herrscher, die Adligen, die konservativen Beamten - die Bewegung zu bremsen und, wenn nötig, zu unterdrücken.

1813 - 1815 : Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongreß Restauration

Restauration:

- Legitimität: Die Herrscher legitimierten ihre Ansprüche mit dem Gottesgnadentum

- Solidarität: Die Herrscher wollten zusammenstehen, um das System zu erhalten Heilige Allianz (Preußen, Österreich, Rußland; später Frankreich und England)

Hauptvertreter der Restauration war der österr. Außenminister Metternich, der für die vereinbarten Gebietsveränderungen eintrat, da das europäische Gleichgewicht gewahrt werden sollte (keine Großmacht sollte so übermächtig werden wie einst Frankreich). Preußen wuchs durch die Neuordnung nach Westen.

1815 : Gründung des Deutschen Bundes mit 35 souveränen Landesherren und 4 freien

Städten Staatenbund

- Preußen und Österreich gehörten nur mit den Teilen zum Bund, die einst zum alten Reich gehört haben

- Alle Mitglieder unterhielten Gesandte beim Bundestag

1816 : Nach 1815 kleinliche und schikanöse Überwachungspolitik im Deutschen Bund. Die studentischen Burschenschaften demonstrierten 1817 auf ihrem Wartburgfest gegen Kleinstaaterei, „Undeutschheit“ und Despotismus, sie verlangten „Einheit und Recht und Freiheit für Deutschland“

1819 : Ermordung des Schriftstellers Kotzebue durch einen Burschenschaftler Karlsbader Beschlüsse:

- Studenten und Professoren an den Universitäten sollten überwacht werden

- Alle Zeitungen, Zeitschriften und Bücher unter 300 Seiten sollten zensiert werden

- Einrichtung einer „Zentraluntersuchungskommision“ zur Überwachung revolutionärer Umtriebe Einrichtung eines Polizeistaates

Preußen hatte eine moderne, liberale Wirtschaftsgesellschaft, aber keine Verfassung. Die süddeutschen Länder hatten Verfassungen, doch das Wirtschaftsleben war rückständig.

Der Liberalismus machte sich bemerkbar. Sie wollten:

- Recht des einzelnen auf freie Entfaltung

- wenig Eingreifen des Staates

- Grundrechte zum Schutz der Freiheit und des Eigentums

- Möglicherweise Einrichtung einer parlamentarischen Monarchie, keine Revolution

1830 : revolutionäre Vorgänge in Deutschland im Anschluß an die „Julirevolution“ am 26.07 in Frankreich, wo die Republik gefordert worden war
Auch die norddeutschen Staaten bekamen eine Verfassung Nun erstarkten die Demokraten ebenfalls. Ihre Ziele waren:

- Einrichtung einer Republik

- Volkssouveränität, Parlamentsherrschaft

- Freiheit des Einzelnen

- Gleichstellung aller Bürger

- notfalls Revolution

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1834 : Gründung des deutschen Zollvereins (ohne Österreich), dadurch geschlossenes

Wirtschaftsgebiet Grundlage zur Entfaltung einer leistungsfähigen Industrie-

gesellschaft und zur späteren nationalen Einigung

1830 - 1848 : „Vormärz“: Verschärfung der Demagogenverfolgung und der Pressezensur

März 1848 : Aufstände, nachdem in Paris die Republik ausgerufen worden war Regierungen

machten Liberale zu Ministern und vollendeten die Bauernbefreiung, doch die Demokraten und Sozialisten wollten mehr: die Republik.

Nach einem Aufstand gab Preußenkönig Wilhelm IV. nach und stimmte der Wahl zur „preußischen Nationalversammlung“ zu. In Österreich wurde Metternich entlassen. Außerdem wurde ein konstitutionelles Regime zugesichert. In Wien hatte die Revolution gesiegt.

April 1848 : „Vorparlament“ von 574 Männern tritt in Frankfurt zusammen und die liberale Mehrheit

beschließt aus Angst vor einer Revolutionsregierung, die in Frankreich die Terrorherrschaft auslöste, Wahlen zur Nationalversammlung.

Mai 1848 : Gewählte Nationalversammlung tritt in Frankfurt zusammen, um Deutschland eine Verfassung zu geben und die Einigung vorzubereiten. Bald bilden sich verschiedene Fraktionen (Heft 265,S. 17). Es wurde eine vorläufige Gesamtregierung unter Leitung des Reichsverwesers Erzherzog Johann eingerichtet.

Die Nationalversammlung hatte mit großen Problemen zu kämpfen: die Schleswig- Holstein Frage und die Schwierigkeiten mit Österreich. Schleswig-Holstein Frage: Die Nationalversammlung beschließt, Schleswig gegen Dänemark militärisch zu helfen, bald jedoch schließt Preußen selbstständig einen Waffenstillstand mit Dänemark

Machtlosigkeit der Nationalversammlung

1849 : Vollendung der Verfassung mit den Grundrechten (Heft 163,S15). Da die alten Mächte

wieder stärker geworden waren, lehnte Wilhelm IV. die Kaiserkrone der konstitutionellen Monarchie ab Ende der Nationalversammlung

Warum scheiterte die Revolution ?

Die Liberalen suchten den Ausgleich mit der Monarchie, statt massiv die Republik zu fordern; die Nationalversammlung hatte viel zu lange herumdiskutiert und hatte es versäumt, sich Macht zu verschaffen; die Gegensätzlichkeit der sozialen Interessen, die Unterschiedlichkeit der politischen Ziele der Abgeordneten waren zu groß.

Bedeutung für die Zukunft:

Die Revolution hatte die Reste des Feudalismus endgültig beseitigt. Preußen hatte nun eine

Verfassung. Es grenzten sich nun in der Öffentlichkeit verschiedene Richtungen voneinander ab: Konservative, Liberale, Demokraten und Sozialisten.

Vor allem aber bleibt das Erbe der Paulskirche: Nationalversammlung und Grundrechte werden zum Vorläufer für alle späteren Parlamente und Verfassungen in Deutschland.

Der Reichstag des zweiten Deutschen Reiches von 1871 war ausgestattet mit dem Wahlrecht der Paulskirchenverfassung von 1849.

1919, bei der Gründung der Weimarer Republik, stand die Verfassung von 1849 Pate, vor allem die Grundrechte finden sich hier wieder.

Auch im Grundgesetz der Bundesrepublik von 1949 wird auf die Grundrechte von 1849 teilweise wörtlich zurückgegriffen (Heft 256, S. 23). Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland stellt im Kern eine Realisierung der Leitideen der 1848er in einem dritten Anlauf dar.

Stichworte:

Wiener Kongreß - Restauration - Deutscher Bund - Karlsbader Beschlüsse - Vormärz - Vorparlament - Nationalversammlung - Grundrechte

Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich

Historischer Rückblick:

Nach der Revolution gab es in Deutschland die Politik der „Reaktion“ (->Reaktion). Durch den Krimkrieg (1853-1856) und den italienisch-österreichischen Krieg 1859 war Österreich geschwächt worden und Preußens Gewicht gewachsen. Der italienische Einigungskrieg brachte die öffentliche Diskussion über die deutsche Frage wieder in Gang.

1859 : Die Vorstellungen einer Reform des Deutschen Bundes waren sehr verschieden:

Preußen: - erstrebte Gleichberechtigung mit Österreich im Deutschen Bund und Vorherrschaft in Deutschland bis zur Mainlinie

Österreich: - wollte seine führende Stellung in Deutschland nicht aufgeben oder auch nur den Einfluß mit Preußen teilen

Mittelstaaten: - lehnten sowohl die Gleichberechtigung Preußens und Österreichs als auch eine Hegemonie derselben ab

- Föderales Gefüge sollte gestärkt, Zuständigkeiten des Bundes erweitert werden

1862: : In Preußen kam es wegen einer von Wilhelm I. geplanten Heeresreform zum Verfassungskonflikt Bismarck wird preußischer Minister- Präsident, der notfalls auch gegen die Verfassung handeln sollte

1864 : Deutsch-Dänischer Krieg: Nach einem Sieg über Dänemark mußten Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich abgetreten werden.

1866 : Preußisch-Österreichischer Krieg wegen der Rivalität in der deutschen Frage - Preußen wollte seine Macht steigern und ein Ende des Dualismus (->Dualismus).

Nach einem schnellen Sieg Preußens Friedensschluß mit Österreich.

Folgen: Auflösung des Deutschen Bundes, Ausschluß Österreichs aus Deutschland, Annexionen nördlich der Mainlinie

1866/67 : Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung Bundesstaat

1870/71 : Deutsch-Französischer Krieg nach Veröffentlichung der „Emser Depesche“, durch

geheime Schutz- und Trutzbündnisse kämpfte ganz Deutschland gegen Frankreich,

Deutschland gewinnt schnell Elsaß-Lothringen an Deutschland

18.01.1871 : Ausrufung des Deutschen Kaiserreiches in Versailles föderaler Bundesstaat

18.04.1871 : Inkrafttreten der Verfassung des „Deutschen Reiches“, einer konstitutionellen Monarchie. Der Kaiser war Inhaber des Bundespräsidiums. Der Bundesrat aus den 25 Bundesstaaten war oberstes Reichsorgan, in welchem Preußen das stärkste Gewicht hatte. Den Vorsitz hatte der Reichskanzler. Der Reichstag war die Repräsentation der deutschen Nation, der nach allgemeiner, gleicher und geheimer Wahl gewählt wurde.

Das Wahlrecht war eine Gemeinsamkeit mit der Paulskirchenverfassung. Die Unter- Schiede waren vor allem: Es fehlten die Grundrechte. Das parlamentarische Regierungssystem, das in der Paulskirchenverfassung wenigstens angelegt war, wurde abgeblockt.

Bedeutung für die Zukunft:

Deutschland war nun ein Nationalstaat geworden, allerdings ganz anders, als es sich die Revolutionäre von 1848 gedacht hatten. Die alten Kräfte hatten wieder die Macht im Staat und wurden wieder geduldet.

Preußen bildete die große Übermacht im Deutschen Reich. Österreich war von Deutschland ausgeschlossen worden.

Imperialismus und Erster Weltkrieg

Historischer Rückblick:

Die Friedensordnung des Wiener Kongresses von 1815 beruhte auf einem ungefähren Gleichgewicht der fünf Großmächte England, Frankreich, Rußland, Preußen und Österreich-Ungarns. Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 veränderte dieses Mächtesystem tiefgreifend. Die politischen Mächte verschoben sich nach Berlin in die Mitte des Kontinents. Die deutsche Regierung befürchtete, daß sich die Nachbarn im Westen und Osten verbünden und Deutschland in einen Zweifrontenkrieg geraten könne. Die Verhinderung dieser Situation war Angelpunkt Bismarcks Außenpolitik.

Bismarcks Politik nach 1871 war defensiv und auf Frieden ausgerichtet, sein Ziel war es, den in Europa erlangten Zustand zu sichern. Er bezeichnete Deutschland als „saturiert“ (zufrieden mit seinen Gebieten), jedoch erwarb er 1884 deutsche Kolonien in Afrika und in der Südsee. Bismarck baute ein europäisches Bündnissystem auf, das auf die Isolierung Frankreichs und die Verhinderung einer Koalition gegen Deutschland zielte:

- 1873: Dreikaiserabkommen mit Österreich und Rußland

- 1879: Zweibund mit Österreich-Ungarn, der

- 1882: durch den beitritt Italiens zum Dreierbund wurde

- 1887: Rückversicherungsvertrag mit Rußland

1889 : Reichskanzler Otto von Bismarck wird von Kaiser Wilhelm II. entlassen Beginn einer neuen Epoche der deutschen Außenpolitik: der Imperialismus (->). Wilhelm II. hielt Kolonien für notwendig, um als Großmacht bestehen zu können. Deutschlands Gebiete waren jedoch wirtschaftlich und militärisch für das Reich vollkommen bedeutungslos.

Gründe für den Imperialismus:

- Steigender Bedarf an Rohstoffen

- Erschließung neuer Absatzmärkte

- Investitionen (z.B. Eisenbahn) in anderen Ländern

- Eroberung von Siedlungsland

- Verbreitung der europäischen Kultur

- Christliche Mission

- Erhöhung des nationalen Ansehens

Bismarcks Nachfolger verlängerte den Vertrag mit Rußland nicht, was zu einem geheimen Militärbündnis zwischen Rußland und Frankreich führte.

Zudem entstand eine neue Art des Nationalismus. Der Egoismus verdrängte das Bewußtsein einer internationalen Solidarität. Die Bevölkerung forderte eine Weltmachtstellung Deutschlands.

1898 : Erstes deutsches Flottengesetz: Verstärkung der Kriegsflotte, damit das Deutsche Reich der weltbeherrschenden Seemacht England ebenbürtig werden sollte. Ziele:

- Militärische Überlegenheit

- Nationales ansehen

- Drängen England zu einem Bündnis mit Deutschland

Deutschland schaffte es nicht, England zu einem Bündnis zu zwingen, was auch daran lag, daß das Deutsche Reich zum Bau von Großkampfschiffen überging.

1902 : Neutralitätsabkommen zwischen Italien und Frankreich Dreibund zu Zweibund

1904 : Entente Cordiale (Vertrag über die Abgrenzung der kolonialen Interessenssphären)

zwischen Frankreich und Großbritannien.

1907 : Der Entente cordiale wird zum Triple Entente, einem lockeren Zusammenschluß

zwischen England Frankreich und Rußland

Deutschland war von allen Seiten eingekreist

Deutschland hatte sich selbst isoliert. Nach Bismarcks Abgang war die deutsche

Außenpolitik wankelmütig, wenig Vertrauen erweckend und sie gab sich forscher und Aggressiver, als sie es meinte.

Juni 1914 : Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo, woraufhin Wilhelm II.

Österreich volle Unterstützung bei jeglicher Aktion zusicherte („Persilschein“).

August 1914 : Nach russischer Mobilmachung deutsche Kriegserklärung an Rußland und Frankreich;

Deutscher Einmarsch ins neutrale Belgien; britische Kriegserklärung an Deutschland.

Bald schon kamen die Offensiven ins Stocken und es begann der Stellungskrieg.

Oktober 1918 : Die deutsche Front zerbröckelt. Die OHL forderte von der Regierung einen sofortigen Waffenstillstand. Die vom Kaiser eingesetzte Reichsleitung sollte abgesetzt werden und eine neue, vom Reichstag getragene Reichsregierung eingesetzt werden (parlamentarisch-demokratische Monarchie), die aus Mitgliedern der MSPD, der Fort- schrttspartei und des Zentrums bestand. Die OHL wollte folgendes: Die Mehrheits- parteien MSPD, FP und Zentrum sollten jetzt den frieden aushandeln und damit die

Verantwortung für den Krieg übernehmen „Dolchstoßlegende“

9. Nov. 1918 : Nach Novemberaufständen Abdankung Wilhelms II. Philipp Scheidemann (MSPD)

ruft in Berlin die „deutsche Republik“ aus.

Juni 1919 : Unterzeichnung des Versailler Vertrages:

- Alleinschuld des Deutschen Reiches und der Verbündeten am Krieg

- Verlust aller Kolonien und großer Gebiete im Osten und Westen

- Hohe Abgaben und Reparationen

- Verbot der Wehrpflicht und starke Abrüstung, keine schweren Waffen, Heeresstärke höchstens 100 000 Mann

- Verbot der Vereinigung des Deutschen Reiches mit Deutsch-Österreich

Zudem wurde Österreich-Ungarn zerschlagen und in mehrere kleinere Staaten Aufgeteilt.

Kriegsschuldfrage: Wer hat die Schuld am Ersten Weltkrieg ?

Es gibt verschiedene Meinungen. Am treffendsten ist wohl diese: Die Politik aller Großmächte führte zum Weltkrieg, die Verantwortung für den Krieg tragen die herrschenden Kreise aller Großmächte. Der Krieg brach aus, weil auf fast allen Seiten eine verhängnisvolle Bereitschaft zum Waffengang bestand, man hatte gerüstet und Eventualbündnisse geschlossen. Die hochgeputschten nationalen Emotionen und Ängste hatten ein politisches Klima geschaffen, dem sich niemand entziehen konnte. Nur Deutschland hatte mit einem Zweifrontenkrieg zu rechnen und war somit in jedem Fall darauf angewiesen, den Angriffsplänen seiner Gegner zuvorzukommen, wenn es siegen wollte. So erklärte es den Krieg.

Bedeutung für die Zukunft:

Der Erste Weltkrieg war die Folge und Katastrophe des Nationalismus, Imperialismus und Militarismus. Er beendete die Vormachtstellung Europas, die Autorität der monarchischen Regierungsform und das bürgerliche Zeitalter. Mit ihm ging das 19. Jahrhundert endgültig zu Ende.

Die OHL legte ausgerechnet den Friedensschluß (oder vielmehr die Kapitulation, die keiner wahrhaben wollte), in die Hände der neuen demokratischen Regierung. Sie sollte die Suppe auslöffeln, die Ihnen vom Kaiser und der OHL eingebrockt worden war.

Damals, in den Jahren 1814/15, am Ende der napoleonischen Kriege, hatten in Wien die Besiegten gleichberechtigt mit am Konferenztisch gesessen, in Paris aber 1918/19 wurden sie von den Verhandlungen ausgeschlossen.

Der Friedensschluß sollte in der Zukunft schwerwiegende Folgen haben. Gerade die Kriegsschuldfrage war es, die in der Folgezeit in der jungen deutschen Republik nicht nur bei Radikalen Erbitterung hervorrief. Vergleicht man den Frieden von Versailles jedoch mit dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk, wo das Reich Rußland zu einem Verzicht von ¼ seines Gebietes und ¾ seiner Schwerindustrie zwang, war Deutschland durchaus glimpflich davongekommen. Es konnte bald wieder die Rolle einer europäischen Großmacht einnehmen. Jedoch wurde dies von der Bevölkerung nicht wahrgenommen.

Es wurde beschlossen, geheime Dokumente, z.B. mit den wahren Kriegszielen Deutschlands, nicht zu veröffentlichen, um die deutsche Regierung in den Verhandlungen nicht zusätzlich zu schwächen. Dieser Verzicht auf eine rückhaltlose politische Aufarbeitung des Weltkrieges, leistete später unfreiwillig der Dolchstoßlegende (->) Vorschub.

Gerade der Versailler Vertrag war es, der der neuen Republik später zum Verhängnis werden sollte und ein bedeutender Grund für ihr Scheitern war.

Stichworte:

Bündnissystem - Imperialismus - Nationalismus - Aufrüstung - Entente Cordiale - Triple Entente - Kriegsbeginn - Demokratisierung - Versailler Vertrag - Kriegsschuldfrage - Dolchstoßlegende

Weimarer Republik

Historischer Rückblick:

Das deutsche Kaiserreich war am Ende, der Krieg konnte nicht mehr gewonnen werden. In Deutschland gab es große Unzufriedenheit, die Ende Oktober 1918 in der Matrosenrevolte ihren Ausdruck fand. Bald weitete sich die Revolution auf ganz Deutschland aus (Novemberrevolution), als schließlich Philip Scheidemann 1918 in Berlin die Republik ausrief.

70 Jahre zuvor, im Jahre 1848, gab es schon einmal eine Republik auf deutschem Boden - doch diese scheiterte. Die Parteien sind in der Weimarer Republik ganz andere als in der Paulskirche. Würden es diese schaffen, die Demokratie zu bewahren?

1919 : Wahlen zum Reichstag. Die SPD wurde stärkste Partei und ging ein Bündnis mit dem

bürgerlichen Zentrum und der linksliberalen DDP ein.

14. Feb.1919 : Friedrich Ebert wird zum ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.

Juni 1919 : Annahme des Versailler Vertrages durch SPD, Zentrum und DDP Radikalisierung

der bürgerlichen Wähler

August 1919 : Inkrafttreten der Weimarer Verfassung. Damit wurde Deutschland zu einer parlament-

arischen Demokratie:

- zentrale Verfassungsprinzipien waren die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung und die Grundrechte

- Der Föderalismus blieb in abgeschwächter Form erhalten

- Der Reichstag war das wichtigste Organ, die Regierung vom Vertrauen des

Reichstages abhängig. Der Reichspräsident („Ersatzkaiser“) hatte weitreichende Befugnisse: Er konnte den Reichstag auflösen, nach Artikel 48 Notverordnungen erlassen (und damit die Gesetzgebungs- und Kontrollrechte des Parlamentes sowie die Grundrechte außer Kraft setzen) und hatte den Oberbefehl über die Reichswehr

- Die Grundrechte waren kein unmittelbares, die Gewalten bindendes Recht (wie im GG von 1949)

- Es gab keine Institution wie den Bundesgerichtshof als Hüterin der Verfassung

- Durch Volksentscheide konnte in die Gesetzgebung eingegriffen werden

- Der Kanzler wurde durch den Präsidenten ernannt und erlassen, nicht vom Reichstag gewählt

- Es gab keine Verfassungsbindung der Parteien und keine Prozentklausel

Trotz ihrer strukturellen Schwächen bildete die Weimarer Verfassung ein

tragfähiges Fundament für den Aufbau eines föderalistischen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates

1920 : Reichstagswahlen. Großes Erstarken der nationalen Parteien durch bürgerliche

Wählerdie politische Rechtswanderung des Bürgertums hatte begonnen

1922 : Seit 1918 rasche Beschleunigung der Inflation aufgrund hoher Staatsschulden durch den Krieg. 1922 geriet Deutschland mit den Reparationslieferungen von Holz und Kohle in Rückstand Besetzung des Ruhrgebietes, Aufruf der Regierung zum „passiven Widerstand“

9. Nov. 1923 : Hitlerputsch in Bayern, der nach einem Gefecht mit Polizisten scheitert

1923 : Durch passiven Widerstand galoppierende Inflation. Reichskanzler Gustav Stresemann (DVP) erklärte den Widerstand für beendet.

Einführung der Rentenmark: Die Inflation war beendet, doch Besitzer von Kapital- vermögen und viele kleine Sparer verloren ihr Geld ihr Vertrauen in die Republik war von nun an tief erschüttert

1924 : Dawes-Plan: Erste Entspannung in der Reparationsfrage: die deutsche Wirtschaft sollte sich erholen, die jährliche Belastung für einige Jahre verringert werden.

1925 : Verträge von Locarno zwischen dem deutschen und dem französischen Außen- ministers Gustav Stresemann und Aristide Briand:

- Anerkennung der neuen Westgrenze zu Frankreich, Verzicht auf Elsaß- Lothringen

- Anerkennung der Entmilitarisierung des Rheinlandes

- Die Ostgrenze wurde im Locarnovertrag nicht berührt, Stresemann wollte aber keinesfalls die neuen Ostgrenzen anerkennen

Außenpolitische Ziele Stresemanns:

1. Gewaltverzicht, d.h. Revision des Versailler Vertrages nur mit friedlichen Mitteln

2. Schutz der Auslandsdeutschen

3. Korrektur der Ostgrenzen

Teilweise Revision des Versailler Vertrages und spürbare Verbesserung der deutschen Position in der internationalen Politik, jedoch Haß auf Stresemann bei nationalen Parteien und Verbände / DNVP scheidet aus der Regierung aus

1925 : Nach dem Tode Friedrich Eberts wird Paul v. Hindenburg Reichspräsident

1926 : Beitritt Deutschlands in den Völkerbund Zunahme des internationalen Ansehens

1926 : Young-Plan:

- Begrenzung der Reparationsschuld auf 57 Jahre

- Herabsetzung der Jahresraten

- Vorzeitige Räumung des Rheinlandes durch die Alliierten bis 1930 Weitere deutliche Verbesserung der Situation von Deutschland

1929 : Beginn der Weltwirtschaftskrise. Grund: Jahrelange Überinvestition der Industrie und dadurch Überangebot an Waren Æ Produktionsdrosselung, Kurzarbeit, Entlassungen, Firmenzusammenbrüche Æ Massenarbeitslosigkeit (-> Heft 261, S. 48)

1930 : Bruch der großen Koalition aus SPD, Zentrum, DDP und DVP wegen großen wirtschaftspolitischen Unterschieden gerade bei der Arbeitslosenversicherung (durch Weltwirtschaftskrise) Einsetzung der Regierung Brüning (Zentrum), die als Endziel die Wiedereinführung der Monarchie anstrebte. Regiert wurde hauptsächlich Durch Notverordnungen (erstes „Präsidialkabinett“) durch Kombination von Art. 48 WV Und Art. 25 WV (Auflösung des Reichstages durch den Präsidenten)

1930 : Reichstagswahl bringt hohe Gewinne für NSDAP und KPD, bürgerliche Parteien und SPD verloren stark.

1930 : „Deflationspolitik“ der Regierung Brüning: Erhöhung der Steuern, Senkung der Ausgaben (Sozialleistung, Beamtengehälter, u.s.w.). Er wollte dadurch den Sieger- mächten zeigen, daß Reparationszahlungen nicht möglich seien und sie dadurch gesenkt oder abgeschafft werden sollten soziale Verelendung

1931 : Der Terror radikaler Gruppierungen wie SA und SS nimmt stark zu.

1932 : Entlassung Brünings durch wiedergewählten Hindenburg, da er seine eigene Politik machte mit Tolerierung der SPD, was ihm den Haß der monarchistisch-konservativen Präsidentenberater einbrachte

Juli 1932 : Reichstagswahl. Stärkste Fraktion wurde die NSDAP

Nov. 1932 : Nach Auflösung erneute Reichstagswahlen. Erstmals Verluste für NSDAP, erstarken Der „Papen-Parteien“ DVP und DNVP sowie der KPD.

1932 : Entlassung Papens, Einsetzung Generals von Schleicher als Kanzler, der eine soziale Militärdiktatur errichten wollte, damit jedoch scheiterte.

30. Jan.1933 : Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler trotz großer Bedenken Hindenburgs. Er dachte aber, daß Hitler durch die Regierungsbeteiligung von DNVP und Zentrum bald ausgeschaltet sei. Doch die Koalition mit dem Zentrum kam nie zustande. Ein weiterer NSDAP-Abgeordneter wird Innenminister.

Warum scheiterte die Weimarer Republik ?

- Strukturfehler in der Verfassung

- Wirtschaftskrisen

- Viele demokratiefeindliche Parteien

- Autoritäre Traditionen in Deutschland

- Stellung der Reichswehr

- Niederlage im Weltkrieg

- Versailler Vertrag

- Dolchstoßlegende

- Die Republik hatte ihren Rückhalt im Bürgertum eingebüßt, und ohne hinreichend starke bürgerliche Partner konnte die SPD die Demokratie nicht retten Keiner dieser Gründe erklärtalleindie Errichtung der NS-Diktatur. Erst ihr Zusammentreffen bedeutete das Ende der Republik in Deutschland.

Bedeutung für die Zukunft:

Die Weimarer Republik war die erste Republik in Deutschland, die längere Zeit bestand hatte.

Vorbildlich für das spätere Bonner Grundgesetz ist der Grundrechtskatalog der Weimarer

Verfassung. Die Weimarer Verfassung diente zudem als Vorlage für das Grundgesetz, in dem die Fehler dieser Verfassung umgangen werden sollten.

Weimar war die erste große Chance der Deutschen, parlamentarische Demokratie zu lernen.

Insofern gehört Weimar zur Vorgeschichte der alten Bundesrepublik, der zweiten Lehrzeit in Sachen Demokratie.

Viele Parteien der Weimarer Republik gründeten sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder und setzten ihre Traditionen fort.

Stichworte:

Versailler Vertrag - Weimarer Verfassung - Radikalisierung - Inflation - Dawes-Plan - Locarno-Verträge - Young-Plan - Weltwirtschaftskrise - Deflationspolitik - Aufstieg der NSDAP

Ideologische Gruppierungen im Reichstag:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Machtergreifung

Historischer Rückblick

Die Reichskanzler Brüning, Papen und Schleicher waren gescheitert. Die NSDAP war stärkste Kraft im Reichstag. So ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler, in der Hoffnung, ihn bald ausschalten und zur Monarchie zurückkehren zu können. Doch es kam ganz anders.

Der Weg in die Diktatur vom Januar 1933 bis August 1934 wird als „Machtergreifung“ bezeichnet, das Instrument dafür als „Gleichschaltung“.

30.Januar 33 : Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Er bildet ein Präsidialkabinett, dem zwei weitere NSDAP-Minister angehören.

4.Februar 33 : „Verordnung zum Schutze des deutschen Volkes“: die Grundrechte der Presse- und Versammlungsfreiheit werden außer Kraft gesetzt.

28.Februar33: „Reichstagsbrandverordnung“: Nach dem Brand des Reichstages werden die in der Weimarer Verfassung garantierten Grundrechte außer Kraft gesetzt Einsetzen einer großen Verhaftungswelle, der Kommunisten, Sozialdemokraten und Anarchisten zum Opfer fallen Ausschaltung der stärksten oppositionellen Kräfte

5. März 1933 : Wahlen zum Reichstag, die durch den Terror der NSDAP nicht mehr frei waren. Die NSDAP wird stärkste Kraft. Nach der Wahl werden der KPD die Mandate aberkannt und die Abgeordneten verhaftet.

23.März `33 : „Ermächtigungsgesetz“ wird verabschiedet mit den Stimmen von NSDAP und Zentrum. Der deutsche Reichstag erteilt der Regierung das Recht, Gesetze ohne Beteiligung von Reichsrat, Reichstag und Reichspräsident zu erlassen und internationale Verträge abzuschließen

Grundlage für den Aufbau eines autoritären Herrschaftssystems

Danach : Es begann daraufhin die „Gleichschaltung“, was die erzwungene Umformung von

Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im NS-Sinn bezeichnet. Zunächst kam es zur

Gleichschaltung der Länder, die ihrer verfassungsrechtlichen Kompetenzen beraubt wurden. Statt der Landesparlamente wurden Reichsstatthalter eingesetzt, die die Gleichschaltung von Partei und Staat gewährleisteten. Das Ende der Einrichtung der zentralen Herrschaftsstruktur kam mit dem Gesetzt über den „Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934.

Eckpfeiler der Gleichschaltung:

- 28. März 33 : Verbot der KPD

- 22. Juli 33 : Verbot der SPD

- 1. Dezember 33: NSDAP wird zur Staatspartei, DR damit Einparteienstaat

- 7. April 1933 : Berufsbeamtengesetz: Entfernung jüdischer und oppositioneller

Beamter aus dem Staatsdienst

- 2.Mai 1933 : Zerschlagung der Gewerkschaften

- 22. September : Zwangsmitgliedschaft aller im Kultur- und Medienbereich

Tätigen in der Reichskulturkammer

Ziele Hitlers:

Eroberung neuen Lebensraumes im Osten und dessen rücksichtslose

Germanisierung sowie die Vernichtung „minderwertigen“ Völkern, bes. von Juden. Das Endziel war die Eroberung der Sowjetunion und die Errichtung einer rassistisch begründeten Weltherrschaft.

Das Dritte Reich

Der Weg in die Diktatur vom Januar 1933 bis August 1934 wird als „Machtergreifung“ bezeichnet, das Instrument dafür als „Gleichschaltung“.

30.Januar 33 : Hitler bildet als Reichskanzler ein Präsidialkabinett, dem von der NSDAP nur zwei

Minister angehören (Wilhelm Frick und Hermann Göring).

28.Februar33: „Reichstagsbrandverordnung“: Nach dem Brand des Reichstages werden die in der

Weimarer Verfassung garantierten Grundrechte außer Kraft gesetzt Einsetzen Einer großen Verhaftungswelle, der Kommunisten, Sozialdemokraten und

Anarchisten zum Opfer fallen Ausschaltung der stärksten oppositionellen Kräfte

23.März `33 : „Ermächtigungsgesetz“: Der deutsche Reichstag erteilt der Regierung das Recht,

Gesetze ohne Beteiligung von Reichsrat, Reichstag und Reichspräsident zu erlassen und internationale Verträge abzuschließen

Grundlage für den Aufbau eines autoritären Herrschaftssystems

Danach : Es begann daraufhin die „Gleichschaltung“, was die erzwungene Umformung von

Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im NS-Sinn bezeichnet. Zunächst kam es zur

Gleichschaltung der Länder, die ihrer verfassungsrechtlichen Kompetenzen beraubt wurden. Statt der Landesparlamente wurden Reichsstatthalter eingesetzt, die die Gleichschaltung von Partei und Staat gewährleisteten. Das Ende der Einrichtung der zentralen Herrschaftsstruktur kam mit dem Gesetzt über den „Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934.

Eckpfeiler der Gleichschaltung:

- 28. März 33 : Verbot der KPD

- 22. Juli 33 : Verbot der SPD

- 1. Dezember 33: NSDAP wird zur Staatspartei, DR damit Einparteienstaat

- 7. April 1933 : Berufsbeamtengesetz: Entfernung jüdischer und oppositioneller

Beamter aus dem Staatsdienst

- 2.Mai 1933 : Zerschlagung der Gewerkschaften

- 22. September : Zwangsmitgliedschaft aller im Kultur- und Medienbereich

Tätigen in der Reichskulturkammer

30. Juni 1934: Im sog. „Röhm-Putsch“ werden neben der SA-Führung auch frühere politische Gegner Hitlers ermordet

2.August 34 : Einen Tag nach dem Tode Hindenburgs vereinigt Hitler das Amt des Reichs -

präsidenten und des Reichskanzlers in seiner Person.

15.Sept.1935 : „Nürnberger Gesetze“: Die Diskriminierung und Verfolgung der Juden erhielten eine juristische Grundlage

9. Nov. 1938 : Reichskristallnacht: In Deutschland werden über 250 Synagogen und zahlreiche

Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger zerstört und geplündert

Außenpolitik und Zweiter Weltkrieg

1932 : Als Folge der Weltwirtschaftskrise kam es zu einer zunehmenden Destabilisierung

des internationalen Systems, indem die kollektiven Konfliktregelungsmechanismen immer brüchiger wurden und jeder Staat nur noch auf sein eigenes ökonomisches Überleben fixiert war.

1933 : Wegen des Mißtrauens der anderen europäischen Mächte kam für die Regierung

Hitler alles darauf an, in der ersten kritischen Phase der Außenpolitik die tatsächlichen Ziele zu verschleiern.

14.Oktob. 33 : Deutschland tritt aus dem Völkerbund aus und wird damit isoliert.

26.Januar 34 : Freundschaftsvertrag mit Polen, der besagt, daß Probleme friedlich zu lösen seien.

16. März 35 : Deutschland führt unter Verletzung internationaler Verträge die Wehrpflicht ein.

7. März 1936 : Besetzung der entmilitarisierten Zone des Rheinlandes unter Verletzung des Versailler

Vertrages

1936 : Gründung der „Achse Berlin-Rom“: Mussolini nährt sich an Deutschland an, weil er

durch den Abessinenkrieg in einen Gegensatz zu England und Frankreich geriet; Damit gewinnt Deutschland Italien (25. Oktober) und Japan (25. November) als Bündnispartner

12.Febr. 38 : Hitler erzwingt im Berchtersgardener Abkommen die Ernennung des österr. Nazis

Seyß-Inquart zum Sicherheitsminister in Österreich

März 1938 : Hitlers Ultimatum zur Ernennung Seyß-Inquarts zum Bundeskanzler wird erfüllt,

woraufhin der deutsche Einmarsch in Österreich am 11. März beginnt.

1938 : Unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung der Völker fordert Hitler auf dem

Nürnberger Parteitag die Durchsetzung der Rechte der Sudetendeutschen und drohte mit Krieg. Hitlers Interesse galt jedoch der Machterweiterung im Südosten und den Rohstoffen und Industrieanlagen.

29./30.09.38 : „Münchner Konferenz“ durch Vermittlung Mussolinis, damit Friedenserhalt in letzter

Sekunde. Hitler, Mussolini, Chamberlain und der franz. Ministerpräsident vereinbarten, daß überwiegend deutsche Gebiete der Tschechoslowakei geräumt und von dt. Truppen besetzt werden sollte. Daraufhin erklärten sich Slowakei und Karparto- Ukraine unabhängig, wodurch ein Ende des Rumpfstaates zu erwarten war. Hitler war unzufrieden, da ihm die Möglichkeit zum Losschlagen genommen worden war.

31.März 39 : Erklärung der tschechischen Territorien zum „Protektorat von Böhmen und Mähren“

31.März 39 : England erklärt, bei einer Bedrohung den Bestand Polens und für dessen nationale

Souveränität eintreten zu wollen.

22. Mai 1939 : Deutschland und Italien schließen den „Stahlpakt“, in dem sie sich verpflichten, gegen-

seitig militärischen Beistand zu leisten.

23.August 39 : „Nichtangriffspakt“ zwischen Deutschland und der Sowjetunion. In einem geheimen

Zusatzprotokoll werden die gemeinsame Teilung Polens und die Abtretung Finnlands, Estlands, Lettlands sowie Bessarabiens an die UCSSR beschlossen.

1. Sept. 39: Mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg

3. Sept. 39: England und Frankreich erklären Deutschland den Krieg

27.Sept. 39: Kapitulation Polens

10. Mai 1940 : Deutscher Angriff an der Westfront, Kapitulation Hollands nach fünf Tagen

22.Juni 1940 : Waffenstillstand mit Frankreich nach Eroberung von Paris

12.Oktob. 40 : Angriffe auf England scheitern, die Invasion wird abgebrochen

22. Juni 1941: Wehrmacht wird in Richtung Osten in Gang gesetzt, zunächst Erfolge im Osten

31.Januar 43 : Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad, nachdem Hitler Ausbruchsversuche abgelehnt

hatte

Wendepunkt des Krieges, herbe Rückschläge für die deutschen Truppen in der Folgezeit

1944 : Die Alliierten besetzen Frankreich und kämpfen sich nach Deutschland vor, am 20.10.

fällt Aachen.

Januar 1945 : Die Sowjets fallen in Ostdeutschland ein

30. April 45 : Hitler begeht Selbstmord

8. Mai 1945 : Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation in Berlin

Stichworte:

Machtergreifung - Ermächtigungsgesetz - Gleichschaltung - Reichskristallnacht - Achse Berlin-Rom

- Sudetenland - Münchner Konferenz - Nichtangriffspakt - Stalingrad - Kapitualation

Die Nachkriegszeit 1945-1949

8.Mai 1945 : Bedingungslose Kapitulation der Regierung Dönitz. Deutschland war zerstört.

Die Reichsmark war durch die hohe Inflation, versucht vom Dritten Reich, das zur Finanzierung des Krieges immer mehr Geld ohne Gegenwert druckte, wertlos

geworden Deutschland fiel auf den Zustand der Naturalwirtschaft zurück, d.h. man tauschte Ware gegen Ware. Zudem entstand ein Schwarzmarkt, wo Waren nur zu extrem hohen Preisen erworben werden konnten.

4.-11. Feb.45: „Jalta-Konferenz“ mit Theodore Roosvelt (USA), Winston Churchill (GB) und Stalin. Es wurde beschlossen:

- Vollständige Entwaffnung und Entmilitarisierung Deutschlands

- Hohe Reparationszahlungen

- Deutschland sollte zerschlagen werden; Frankreich wurde zur vierten Kontroll- Macht mit eigenem Sektor

17.7.-2.8.´45 : „Potsdamer Konferenz“ mit Harry Trueman, Churchill (später Clement Attlee), und Stalin. Potsdamer Abkommen:

- Demilitarisierung und Demobilisierung: Völlige Abrüstung und Entmilitarisierung

- Demokratisierung

- Dezentralisierung

- Entnazifizierung : Alle Organisationen der NSDAP sollten aufgelöst werden, NS- Beamte entfernt werden und Kriegsverbrecher verurteilt werden.

- Errichtung eines Außenministerrates der 5 Hauptmächte (USA, GB, UdSSR, F, China) zur Regelung territorialer Fragen und der deutschen Frage.

- Reparationszahlungen (Höhe offen)

- Festlegung der Oder-Neiße-Grenze

- Kontrolle der Wirtschaft durch die entspr. Besatzungsmacht, aber

- Deutschland sollte wirtschaftliche Einheit bilden

- Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten

Die Westmächte sahen die Beschlüsse über Reparationen, Entnazifizierung, Entmobilisierung und Demokratisierung als zeitlich befristet an.

Oberste Gewalt in den Besatzungszonen hatten die entspr. Oberbefehlshaber, die nur ihrer Regierung Rechenschaft schuldeten.

Gesamtdeutsche Fragen sollten im „Alliierten Kontrollrat“ getroffen werden, in dem die Oberbefehlshaber saßen. Beschlüsse konnten nur einstimmig getroffen werden.

10.Juni 1945 : In der SBZ werden Parteien offiziell zugelassen, bald gründeten sich KPD, SPD, CDU

und LPD.

Aug.-Nov.45 : USA: August 1945, GB: September 1945, Frankreich: November 1945.

Es gründen sich SPD, CDU, FDP und KPD.

Politik in der SBZ:

27. Juli 1945 : Auf Befehl der SMAD werden 12 Zentralverwaltungen eingerichtet, die jedoch der

SMAD gegenüber weisungsgebunden waren, und 5 Länder mit Landes- und ProvinzialVerwaltungen eingerichtet.

Ab Sept. ´45 : Beginn der Bodenreform. Großgrundbesitzer werden enteignet.

Reparationspolitik:

- Viele Betriebe und Eisenbahnschienen werden demontiert schlechte

Infrastruktur

- Hohe Entnahme von Waren aus laufender Produktion und Export nach Osten

1946 : Justizreform: Über 85 % der Richter und Staatsanwälte wurden entlassen und durch

KPD-treue „Volksrichter“ ersetzt. Gleichzeitig wurde der Justizapparat zentralisiert.

Die Schwer- und Schlüsselindustrie wird verstaatlicht, ihre Besitzer enteignet.

21./22.4.´46: Unter erheblichem sowjetischen Druck vereinigen sich in der SBZ die KPD mit der

SPD-Ost zur SED (Sowjetische Einheitspartei Deutschlands). Die West-SPD lehnt Eine Vereinigung ab.

1946 : In den Westzonen bilden sich weitere Parteien wie das Zentrum, DP, WAV, Bayern-

partei u.a. Rechte Parteien wurden nicht erlaubt (auch nicht die DVP).

1946 : Ernährungskrise: Nach dem Krieg ist der Kalorienverbrauch in Deutschland stark

gesunken. Die Selbstversorgung durch die Landwirtschaft lag nur noch bei 35 % (durch die Gebietsverluste im Osten und den Krieg).

Kohlekrise:

- Die Kohle wurde von den Alliierten weit unter Weltmarktpreis verkauft

Den deutschen Betrieben fehlten die Rohstoffe

- Geringe Effektivität durch veraltete Anlagen und unerfahrene Arbeiter

- Transportproblem durch zerstörte Strecken und Tunnel

1946 : Beginn der Entnazifizierung: Es werden fünf Gruppen gebildet: Hauptschuldige,

Belastete, Mitbelastete, Mitläufer und Entlastete.

In der amerik. BZ wurde durch Fragebögen ermittelt, welcher Gruppe die Personen angehörten. Besonders im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft wurden viele Leute aus ihren Ämtern entfernt. Mit der Zeit setzte sich der Rehabilitierungsgedanke durch und die Strafen wurden geringer. Strafen von Dauer erhielten nur weniger als 1% der Bevölkerung.

In der SBZ wurden alle NSDAP-Mitglieder aus ihren Positionen entfernt. Drastische Folgen hatte das Gerade in der Justiz, da hier ein großes Vakuum entstand und auf die Schnelle ausgebildete Volksrichter eingesetzt werden mußten. Es wurden Richtlinien für die Bestrafung von Naziverbrechern aufgestellt, die u.a. zusätzliche Arbeits-, Sach- und Geldleistungen, Kürzungen der Versorgungsbezüge und die Nichtgewährung politischer Rechte beinhaltete. Es wurden Entnazifizierungs- kommissionen gebildet, die sich wieder in Kreiskommissionen gliederten. In Speziallagern wurden nicht nur Nazis, sondern auch Gegner des gesellschaftlichen Umsturzes untergebracht. Ab 1947 kam der Gedanke der Rehabilitierung auf: Ehe- malige NSDAP-Mitglider sollten schnell integriert werden, weil man sie zum Wieder- aufbau brauchte. Die entspr. Personen erhielten ihre Rechte weitestgehend zurück.

1946 : Ein weiterer wichtiger Punkt war die Demokratisierung: Im Herbst 1945 eröffneten die

Schulen in allen Zonen wieder, es gab jedoch großen Lehrermangel, weil fast alle in einer NSDAP-Organisation gewesen waren.

Die Franzosen versuchten bis 1949, das franz. Schulsystem einzuführen, das vor allem der sozialen Auslese und der Elitenbildung diente.

Die Amerikaner propagierten das Modell einer Einheitsschule, die Kinder gleich

welchen Geschlechts und sozialer Herkunft 6 Jahre gemeinsam besuchen sollte, um Gemeinschaftsgefühl und demokratisches Verhalten zu entwickeln. Die Briten handelten nach dem Grundsatz, daß Schulreformen von den Deutschen selbst entwickelt und durchgeführt werden sollten.

In der SBZ wurde eine Einheitsschule eingeführt mit dem Ziel, bürgerliche Privilegien abzubauen: Die Kinder von Arbeitern und Bauern sollten gefördert werden.

6. Sept. 1946: Byrnes-Rede in Stuttgart: Byrnes sagt, Amerika wünsche eine größtmögliche wirt- schaftliche Einheit Deutschlands und die Bildung einer deutschen Regierung

Wende in der amerikanischen Deutschlandpolitik

1. Jan. 1947 : Nur die Briten nehmen das amerik. Angebot einer wirtschaftl. Verschmelzung ihrer

Zonen an Gründung der „Bizone“.

Ziel war es, bis Ende 1949 die ökonomische Unabhängigkeit der Doppelzone herzu- stellen

Erster Schritt zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland

12.März ´47 : „Truman-Doktrin“: Amerika sei entschlossen, vom Kommunismus bedrohte Länder

materielle Hilfe zu leisten Beginn der amerikanischen „Containment-Politik“,

mit der kommunistische Offensiven eingedämmt und Moskau von seiner unnachgiebigen Politik abgebracht werden sollte.

März 1947 : Moskauer Außenministerkonferenz: Die Sowjets beharrten auf ihren Reparations-

forderungen und verlangten u.a. die Auflösung der Bizone, die Franzosen wünschten weiterhin die Abtrennung des Ruhr- und Saargebietes von Deutschland. Aufgrund der Unnachgiebigkeit der Länder scheiterte der Gipfel.

Juni 1947 : Zusammenfassung der bizonalen Organe in Frankfurt. Es wird ein „Exekutivrat“,

bestehend aus Vertretern der 8 Länder der Bizone, der als Lenkungsorgan der

Verwaltungen mit jeweils einem Direktor an der Spitze fungierte, und einen

„Wirtschaftsrat“, ein Parlament, dessen 52 Abgeordnete von den Landtagen gewählt

werden (föderalistisches Element) Vorläufer der BRD, nur die Gesetzgebung unterstand den amerikanischen und britischen Militärregierungen

7. Mai 1947 : Münchner Ministerpräsidentenkonferenz: Der bayer. Ministerpräsident erhoffte sich

eine Lösung für das ökonomische und soziale Elend sowie eine Stärkung föderaler Strukturen. Das von der westlichen Seite angebotene feierliche Bekenntnis zur dt. Einheit war der Ostdelegation zu wenig, sie beharrte auf der Bildung einer dt. Zentralverwaltung, eine gemeinsame Erklärung zur deutschen Einheit scheiterte.

Juni 1947 : „Marshall-Plan“: Wirtschaftliches Hilfsprogramm zum Aufbau von Europa (ERP).

Anstelle von punktueller Unterstützung trat nun die Strategie, durch Kredite die

Volkswirtschaften Westeuropas zu eigener Güterproduktion zu befähigen. Gleichzeitig wurden die Empfänger gezwungen, ihre Volkswirtschaften aufeinander abzustimmen. Ziele des Marshall-Plans:

- Endgültige Überwindung der Kriegsfolgen

- Abwehr kommunistischer Einflüsse auf die notleidende Bevölkerung

- Sicherung von Absatzmärkten für die amerikanische Wirtschaft

1.März 1948 : Bildung der Trizone. Die „Bank Deutscher Länder“ wird als Zentralbank für die drei

Westzonen eingerichtet.

März 1948 : Ludwig Erhardt wird zum „Wirtschaftsminister“ der Bizone gewählt.

18.Juni 1948 : Die Währungsreform in den Westzonen begann. Die Reichsmark wurde im Verhältnis

10 RM : 1 DM, angelegte Ersparnisse im Verhältnis 100 RM : 6,50 DM getauscht,

wodurch Geldwertbesitzer einen erheblichen Nachteil gegenüber Sachwertbesitzern hatten. Öffnung der Lager, Preisanstieg, Zusammenbruch des Schwarzmarktes

21.Juni 1948 : Die SBZ reagierte mit einer eigenen Währungsreform. Durch Stillegung von Spar-

guthaben 1945, womit 70 Milliarden RM aus dem Verkehr gezogen wurden, war eine Währungsreform nicht so dringend. Da keine neuen Banknoten zur Verfügung standen, wurden die alten Reichsmark-Scheine mit Coupons überklebt.

1. Juli 1948 : Frankfurter Konferenz: Den deutschen Länderchefs wurde ein Gründungsauftrag für

einen deutschen Nachkriegsstaat übergeben, der die Chance zur Selbständigkeit nach den Jahren der Besatzungsherrschaft bot

Wendepunkt vom alliierten Kriegsrecht zur deutschen Eigenverantwortung

10.Aug. 1948 : „Herrenchiemseer Verfassungskonvent“: Der Verfassungskonvent, bei dem CDU und SPD etwa gleich stark vertreten waren und so relativ neutral war, erarbeitete Richt- linien für ein Grundgesetz.

1.Sept. 1948 : Der Parlamentarische Rat, bestehend aus 65 Abgeordneten, die in indirekter Wahl

aus den Landtagen delegiert werden, tritt zur konstituierenden Sitzung in Bonn zusammen und wählt Konrad Adenauer zum Präsidenten.

23.Mai 1949 : Feierliche Verkündigung des Grundgesetzes: Fehler der Weimarer Verfassung sollten

vermieden werden:

- Die Regierung sollte sich auf das Vertrauen einer arbeitsfähigen Mehrheit des Parlaments stützen

- Das Staatsoberhaupt sollte politisch neutral und ohne Macht sein

- Volksbegehren sollte es nicht mehr geben

- Die Grundrechte sollten unveränderbar sein

10.Mai 1949 : Bonn wird vom Parlamentarischen Rat mit knapper Mehrheit zur Hauptstadt erklärt.

10.Aug. 1949: Wahlen zum ersten deutschen Bundestag:

Nach einem harten Wahlkampf gewann die CDU/CSU knapp vor der SPD. Konrad Adenauer (CDU) wurde Bundeskanzler, Ludwig Erhardt (CDU) Wirtschaftsminister. Zur Regierungskoalition gehörten CDU/CSU, FDP und DP. Außerdem im Bundestag Vertreten waren SPD, WAV, Bayernpartei, Zentrum, KPD, DKP/DRP (rechte Parteien)

12.Sept. ´49 : Theodor Heuss (FDP) wird vom Bundestag zum Präsidenten gewählt.

Stichworte:

Jalta-Konferenz - Potsdamer Abkommen - Bodenreform - Justizreform - Kohlekrise -

Entnazifizierung - Demokratisierung - Byrnes-Rede - Bizone - Truman Doktrin - Marshall-Plan

- Trizone - Währungsreform - Frankfurter Konferenz - Herrenchiemseer Verfassungskonvent

- Grundgesetz

Quellen:

- „Informationen zur politischen Bildung“, Bundeszentrale für politische Bildung, Ausgaben:

163, Das 19. Jahrhundert 1

265, Revolution von 1848 261, Weimarer Republik 251, Nationalsozialismus I 266, Nationalsozialismus II 259, Deutschland 1945-49 212, Politische Ideologien

- „Geschichte 2“, Cornelsen

- "Die Großen Ereignisse", Coron Verlag Zürich, 1991

- Microsoft Encarta Enzyklopädie 99

Details

Seiten
21
Jahr
2001
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107524
Note
Schlagworte
Französischen Revolution Nachkriegszeit

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Titel: Von der Französischen Revolution bis zur deutschen Nachkriegszeit