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Protoindustrialisierung: Auswirkungen von wirtschaftlichen Veränderungen auf Demographie und sozialen Status von Heimarbeiterfamilien

Seminararbeit 2002 20 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG
1. 1 Beschreibung der Fragestellung und des Untersuchungsgebietes
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Die Baselbieter Heimatkunden von 1863/64 und die verwendete Forschungsliteratur
1.4 Das Modell der Protoindustrialisierung und seine Anwendung auf das Untersuchungsgebiet

2. Hauptteil
2.1 Langfristige wirtschaftliche Entwicklung: Der Aufschwung der Basler Seidenbandindustrie 1798-1863
2.2 Die beginnende Industrialisierung und der Übergang zur modernen Heimindustrie
2.1 Die Krisen von 1816/17 und 1845-47: Kurzfristige Konjunkturschwankungen?
2.4 Seidenbandweberei und demographische Veränderungen
2.5 Soziale Schichtung im Dorf und der Status der Posamenter

3. schlussbemerkungen
3.1 Zusammenfassung
3.2 Schlussfolgerungen und Ausblick

4. BIBLIOGRAPHIE

5. Anhang: Tabellen und Graphiken
5.1 Tabelle/ Grafik 1: Anzahl Bandstühle auf der Landschaft Basel bzw. im Kanton Baselland 1646-1856
5.2 Tabelle/ Grafik 2: Anzahl Bandstühle in den untersuchten Gemeinden 1786 und 1856
5.3 Tabelle 3: Bandstühle, Einwohnerzahlen und Bandstuhldichten nach den Heimatkunden 1863
5.4 Tabelle 4: Prozentuale Zunahme der Bevölkerung im Untersuchungsgebiet 1699-1815

1. EINLEITUNG

1.1 Beschreibung der Fragestellung und des Untersuchungsgebietes

Am Anfang dieser Arbeit stand die Idee, ausgehend von den Baselbieter Heimatkunden von 1863 - einem „Schatzkästlein“[1] und einer „Fundgrube“[2] für regionalgeschichtlich Interessierte – die vom Modell der Protoindustrialisierung postulierten Zusammenhänge zwischen Bevölkerungswachstum und der Zunahme von protoindustrieller Heimarbeit zu untersuchen. So entstand der Titel: „Zur Spätphase der Protoindustrialisierung in den Gemeinden des Hinteren Frenkentals 1798-1862: Auswirkungen von wirtschaftlichen Veränderungen auf Demographie und sozialen Status von Heimarbeiterfamilien“. Als Beginn wählte ich mit 1798 ein Jahr, in dem durch die politischen Umwälzungen auch Weichen für wirtschaftliche Veränderungen gestellt wurden. Den Endpunkt stellt 1863 dar, das Jahr der Niederschrift der meisten Heimatkunden. Verschiedentlich werden jedoch Rückgriffe auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts nötig sein, insbesondere da sich ein grosser Teil der in Kap. 1.3 genannten Untersuchungen auf diesen Zeitraum bezieht. Das Reigoldswilertal und die westlich daran angrenzenden Gemeinden wählte ich, da die Heimindustrie in der Wirtschaft dieses Gebietes eine sehr wichtige Rolle spielte. Obwohl sich diese Gemeinden[3] nicht alle im Amt (vor 1833) bzw. im Bezirk Waldenburg befanden, werde ich mich bisweilen auf diese beiden Verwaltungseinheiten beziehen, da die Sozial- und Erwerbsstruktur der Gemeinden meines Untersuchungsgebietes weitgehend mit derjenigen im Amt/ Bezirk Waldenburg übereinstimmt.

1.2 Aufbau der Arbeit

In den meisten Kapiteln werden die Angaben aus der Forschungsliteratur mit Auszügen aus den Heimatkunden von 1863 verglichen. Nach einer kurzen Quellenkritik und Beschreibung der vorhandenen Literatur wird im letzten Teil der Einleitung das theoretische Modell der Protoindustrialisierung skizziert. Anhand von Angaben über die Zahl der Seidenbandwebstühle gibt Kapitel 2.1 einen Überblick über die langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Kapitel 2.2 handelt von der beginnenden Industrialisierung auf dem Gebiet des Kantons Basel-Landschaft. Dass kurzfristige Konjunkturschwankungen und Nahrungskrisen starke Auswirkungen auf den Alltag der Heimarbeiterfamilien hatten, wird in Kapitel 2.3 dargestellt. Kapitel 2.4 wiederum vergleicht den von der Protoindustrialisierungs-Theorie postulierten positiven Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Heimindustrie mit Daten aus dem Untersuchungsgebiet. Im abschliessenden Kapitel 2.5 wird auf die soziale Schichtung im Dorf eingegangen, die eine wichtige Voraussetzung für die Etablierung der Seidenbandindustrie in den Dörfern des Reigoldswilertales darstellte.

1.3 Die Baselbieter Heimatkunden von 1863/64 und die verwendete Forschungsliteratur

Nach der 1833 erfolgten Trennung des Kantons Basel sollte im jungen Kanton Basel-Landschaft als Mittel der Identitätsstiftung Heimatkunde unterrichtet werden, doch fehlte es an geeigneten Lehrmitteln.[4] Der Pfarrer und Bezirkslehrer Friedrich Nüsperli initiierte deshalb 1862 einen Beschluss der „Schullehrer-Conferenz“, wonach jeder Lehrer eine Heimatkunde für seine Gemeinde ausarbeiten solle. Das Ergebnis waren zwei Jahre später 63 handgeschriebene Heimatkunden, die heute im Staatsarchiv Baselland aufbewahrt werden. Für meine Arbeit habe ich die Heimatkunden von typischen Posamentergemeinden verwendet, die im Hinteren Frenkental oder auf den östlich angrenzenden Höhenzügen liegen: Bretzwil, Lauwil, Reigoldswil, Ziefen, Bubendorf, Seltisberg und Lupsingen. Gelegentlich werde ich auch die Heimatkunde der „Fabrikgemeinde“ Gelterkinden heranziehen. Bei Heimatkunden, die nachträglich editiert wurden, beziehe ich mich jeweils auf die gedruckte Ausgabe.

Es ist hauptsächlich Markus Mattmüller und seinen Schülern[5] zu verdanken, dass das Zusammenwirken von protoindustriellem Heimgewerbe und demographischen Veränderungen für das Untersuchungsgebiet sehr gut erforscht ist. Dank der Forschungsstelle Baselbieter Geschichte, die 2001 ihre Arbeit mit der Herausgabe einer neuen Kantonsgeschichte[6] abgeschlossen hat, gibt es eine Fülle aktueller Literatur[7] zu Themen wie der Veränderung der Landwirtschaft, der Industrialisierung oder dem Alltagsleben im Dorf. Das Problem bestand deshalb bei der vorliegenden Arbeit weniger darin, gute Literatur zu finden, als vielmehr aus einer Fülle von Materialien eine gezielte Auswahl zu treffen.

1.4 Das Modell der Protoindustrialisierung und seine Anwendung auf das Untersuchungsgebiet

Der Begriff der „Protoindustrialisierung“ wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erstmals von Franklin Mendels verwendet. Unter diesem Begriff versuchten Mendels und ihm nachfolgende Forscher einen Prozess wirtschaftlicher und demographischer Veränderungen zu subsumieren, der sich – je nach Region – vom 15. bis ins 19. oder gar 20. Jahrhundert erstreckte. Kriedte, Medick und Schlumbohm erweiterten Mendels’ Ansatz 1977 zu einem Modell für den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Hausindustrie mit demographischen und sozialstrukturellen Veränderungen[8], das seither verschiedene Modifikationen erlebt hat.[9] Dieses Modell möchte ich anschliessend kurz skizzieren.

Die Protoindustrialisierung wird heute als ein eigenständiges System aufgefasst, das die zünftisch und feudal geprägten Wirtschafts- und Sozialstrukturen ablöste. In einzelnen Regionen leitete sie die Industrialisierung ein, in anderen Regionen wurde sie dagegen von einer De-Industrialisierung und einer damit verbundenen Reagrarisierung abgelöst.[10] Komplexe Organisationsformen wirtschaftlicher Aktivitäten wie das in der Basler Seidenbandindustrie vorherrschende Verlagssystem entstanden und führten zur Herausbildung von Gewerberegionen, in denen „ein erheblicher Teil der städtischen als auch der ländlichen Haushalte gewerblichen Tätigkeiten nachgehen“[11]. Die gewerbliche Produktion auf dem Land wurde sehr oft mit landwirtschaftlicher Arbeit kombiniert.[12] Die „Industrialisierung vor der Industrialisierung“ – schuf in vielen Regionen (wie etwa in Teilen des Kantons Basel-Landschaft) die Voraussetzungen für die „eigentliche“ Industrialisierung des späten 18. und des 19. Jahrhunderts und den damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung.

Gewerbliche Güter wurden nicht mehr nur für einen lokalen, sondern auch für einen überregionalen, zum Teil sogar internationalen Markt hergestellt.[13] Hierbei stand die Produktion verhältnismässig billiger Güter für einen Massenmarkt im Zentrum.

Die Technologie war über die gesamte Zeit der Protoindustrialisierung gesehen relativ statisch. Wie die Einführung des Kunststuhles in Basel um 1670 zeigt, gab es während der Protoindustrialisierung durchaus effizienzsteigernde Innovationen[14], doch wurden diese dann über lange Zeiträume hinweg nicht mehr wesentlich weiterentwickelt.

Das ausgeprägte Bevölkerungswachstum in protoindustriellen Regionen erklärte Mendels damit, dass die Heimgewerbeproduzenten in Zeiten günstiger Konjunktur häufiger heirateten, während sie auf wirtschaftliche Krisen nicht mit einem entsprechenden Rückgang der Heiratshäufigkeit antworteten.[15] Dieser Zusammenhang erwies sich in der weiteren Forschung nicht als durchgängig haltbar. Nicht nur das Heiratsalter, sondern auch erhöhte Geburtenraten oder – wie M. Mattmüller und seine Schüler für Baselland nachgewiesen haben – eine tiefere Sterblichkeit führten zu einem Bevölkerungswachstum in protoindustriellen Regionen.[16] Mit dem Einsetzen der „eigentlichen Industrialisierung darf der umfassende Begriff der Proto-Industrialisierung nur noch für Regionen in Anspruch genommen werden, in denen es noch keine Fabriken gibt.[17] Nach dem Übergang zur Fabrikindustrie wird der Begriff der „modernen Hausindustrie“ verwendet.[18]

2. Hauptteil:

2.1 Langfristige wirtschaftliche Entwicklung: Der Aufschwung der Basler Seidenbandindustrie 1798-1863

Die heimgewerbliche Seidenbandweberei auf der Landschaft Basel bzw. im Kanton Baselland befand sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einer starken Wachstumsphase.

Eine einfache und doch aussagekräftige Masszahl für die Produktionsveränderung in der Seidenbandindustrie ist die Zahl der Bandstühle. In unregelmässigen Abständen sind Schätzungen und Zählungen der Bandstühle in der Landschaft Basel bzw. im Kanton Basel-Landschaft überliefert, die ich in Tabelle 1 zusammengestellt habe. Während zwischen 1646 und 1770 durchschnittlich 9,3 neue Stühle errichtet wurden, waren es zwischen 1770 und 1856 225 Stühle jährlich (siehe auch Grafik 1).[19] Das stärkere Wachstum in diesem Wirtschaftszweig lässt sich aus der Erschliessung neuer Absatzmärkte für die Basler Seidenbandindustrie und der dadurch bedingten Produktionssteigerung erklären.[20]

Um ein differenzierteres Bild von der Entwicklung in den Gemeinden des Hinteren Frenkentales zu erhalten, müssen wir uns auf die Zahlen der Webstuhlzählungen von 1856 und 1786 beziehen, da für die Jahre dazwischen keine systematisch erhobenen Daten verfügbar sind. Mit einem Vergleich der Anzahl Stühle von 1856 mit denen von 1786 möchte ich die zunehmende Bedeutung der Seidenbandindustrie in den einzelnen Gemeinden illustrieren (Tabelle/ Grafik 2): In sämtlichen Gemeinden ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Zwischen den Gemeinden gibt es jedoch erhebliche Unterschiede: Während in Lauwil, wo schon 1770 relativ viele Stühle in Betrieb waren, bloss eine Zunahme um etwa einen Drittel zu verzeichnen ist, vervierfachte sich die Zahl der Maschinen in Seltisberg!

Je mehr Bandstühle aufgestellt wurden, desto mehr Bargeld floss in Form von Löhnen in die Heimarbeitergemeinden. Dies ermöglichte den Posamentern eine vermehrte Befriedigung ihrer Bedürfnisse über den Markt. Damit erweiterte sich die demographische „Tragfähigkeit“[21] des Raumes, was nach der klassischen Theorie der Protoindustrialisierung zu einem Bevölkerungswachstum geführt haben sollte. Ob sich diese Logik auf das Untersuchungsgebiet in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts übertragen lässt, soll in Kapitel 2.4 erörtert werden.

Um die Bedeutung der Heimposamenterei im Verhältnis zu andern Wirtschaftsbereichen im gleichen Zeitraum zu beurteilen, lassen sich die Daten über die Hauptbeschäftigung der Haushaltsvorstände in Volkszählungen heranziehen, wie sie für die Jahre 1774, 1815 und 1860 vorliegen. Im Amt Waldenburg machten die Heimarbeiter 1774 43% der männlichen Haushaltsvorstände aus, im ganzen Kanton 26%.[22] Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte also die Heimposamenterei im Untersuchungsgebiet eine grosse Bedeutung erlangt. Im Vergleich zu 1774 hatte sich der Anteil der „Fabrikarbeiter“[23] bei der Volkszählung von 1815 im ganzen Kanton kaum verändert, im Hinteren Frenkental stieg der Anteil jedoch auf über 50%.[24] Dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten in diesem Sektor tätig waren, zeigt die starke Dominanz der Seidenbandindustrie. Dies erklärt auch, warum gerade das Reigoldswilertal von den Krisen besonders stark betroffen war (siehe auch Kapitel 2.3): Eine schlechte Auftragslage in der Seidenbandindustrie traf die gesamte Wirtschaft der „Posamentergemeinden“.

Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden ist ein direkter Vergleich der Volkszählungsdaten von 1815 mit denjenigen von 1860 nicht möglich. Eine Umrechnung auf den Bezirk [25] Waldenburg ergab für 1815 einen Anteil der Heimarbeiter an der gesamten Erwerbsbevölkerung von 47,4%, für 1860 jedoch einen Anteil von 42,6%.[26] Die Seidenbandindustrie stiess offenbar in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an ihre Grenzen; dennoch blieb sie auch in den 1860er Jahren der dominierende Wirtschaftsfaktor im Bezirk Waldenburg. Ein Blick in die Heimatkunden von 1863 bestätigt dies: In Ziefen kommen beispielsweise auf 1014 Einwohner 200 Stühle[27], was einen Bandstuhlanteil von 5,07 ergibt, d.h. auf ca. 5 Bewohner kam ein Webstuhl. Eine Zusammenstellung von Angaben zu Einwohnerzahl, Bandstuhlzahl und –dichte für einzelne Gemeinden findet sich Tabelle 3. In allen untersuchten Gemeinden ergibt sich eine Bandstuhldichte zwischen 4 und 5 Einwohnern pro Webstuhl.

2.2 Die beginnende Industrialisierung und der Übergang zur modernen Heimindustrie

Nach den ersten Fabrikgründungen in den 1820er und 30er Jahren zeichnet sich für die Basler Landschaft (bzw. ab 1832 den Kanton Basel-Landschaft) der Übergang von der Protoindustrialisierung zur “eigentlichen” Industrialisierung ab.

1805 erfand der Franzose Joseph Marie Jaquard einen mechanischen Webstuhl, der von einem Lochkartensystem gesteuert wurde. Dieser Apparat erlaubte das präzisere Weben von komplizierten Bandmustern in kurzer Zeit.[28] Bereits 1815 wurde von einem Basler Seidenbandfabrikanten ein Jaquard-Automat verwendet, ab den 1830er Jahren wurden auch zunehmend Webstühle auf der Landschaft mit dieser neuen Technik ausgerüstet[29], was die Qualität und Menge der Produktion erhöhte.

Die Angaben zur ersten Bandfabrik in der von mir konsultierten Literatur sind widersprüchlich[30], doch lässt sich vermuten, dass im oberen Baselbiet (Sissach, Gelterkinden) erst in den 1850er Jahren erste Fabriken mit Wasserkraft betrieben wurden[31]. Im Hinteren Frenkental den östlich angrenzenden Gemeinden gab es vor der Niederschrift der Heimatkunden 1863 keine Fabriken. Über zwei Fabriken wird hingegen in der Heimatkunde von Gelterkinden berichtet:

“Die untere Fabrik wurde im Jahr 1827 erbaut. Nachdem sie am 7. April 1832, im sog. Gelterkindersturm, sammt Inhalt abgebrannt und wieder neu erbaut worden war, wurde sie 1848 um einen Stock erhöht [...] Die obere Fabrik wurde 1853 errichtet und im Jahr 1854 zum Posamenten eingerichtet[.] Sämmtliche Webstühle, Wind- und Spühlemaschinen werden vom Wasser getrieben, das durch einen kunstgerechten neuen Kanal von Ormalingen her aus der Ergolz geleitet ist und in einem Falle von zirka 20 Fuß durch ein eisernes Rohr in die Turbine fällt.”[32]

Der Anteil dieser Fabriken an der gesamten Seidenbandproduktion ist in den 1860er Jahren noch sehr gering. Hier bahnte sich jedoch bereits eine strukturelle Krise der Heimposamenterei an, die erst im weiteren Verlaufe des 19. Jahrhunderts deutlich in Erscheinung trat[33]: Die neuen Fabriken waren viel kapitalintensiver als die Heimbetriebe. Die Verleger versuchten nun in erster Linie die Fabriken auszulasten und vergaben nur noch an die Posamenter, was an Aufträgen übrig blieb, womit der Hausindustrie zunehmend die Rolle eines Konjunkturpuffers zukam. Aufgrund der günstigen Konjunkturlage und dem noch relativ bescheidenen Anteil der Fabriken an der Gesamtproduktion bekamen die heimindustriellen Produzenten diese Entwicklung vorerst noch nicht zu spüren.

2.3 Die Krisen von 1816/17 und 1845-47: Kurzfristige Konjunkturschwankungen?

In den meisten Heimatkunden von 1863 finden sich nur Angaben zur konjunkturellen Entwicklung der Heimposamenterei, da sich die meisten Autoren auf die Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes beschränken. In dieser Hinsicht stellt die Heimatkunde von Lauwil eine Ausnahme dar:

“Besonders schlecht ging das Passementen anno 1815, anno 1817, in welchem Jahr die Regierung, um dem Verdienstmangel abzuhelfen, Strassenbauarbeiten anordnete; anno 1836/37, 1846/47, 1861. Seit 1862 hat es sich gebessert.”[34]

Im Folgenden gehe ich der Frage nach, inwiefern diese „schlechten“ Jahre in der Seidenbandindustrie mit zwei schweren Nahrungskrisen im Untersuchungsgebiet zusammenfielen. Die Auftragslage auf dem Markt für Seidenbänder hing unter anderem von politischen Konstellationen ab: 1806 wurde die Basler Industrie von den französischen Besetzern gezwungen, sich der Kontinentalsperre Napoleons gegen England anzuschliessen, und verlor so auf einen Schlag einen wichtigen Absatzmarkt.[35] Die daraus resultierenden Lohneinbussen für die HeimarbeiterInnen führten zu wirtschaftlicher Not: In Posamentergemeinden wie Reigoldswil, Ziefen und Bubendorf nahmen Strassenbettel und Rechtsbrüche wie Holzfrevel oder Seidendiebstähle zu.[36]

Zu diesem lange anhaltenden Konjunkturtief kam die Krise der Jahre 1816/17, in der eine Missernte zu starken Nahrungsengpässen führte.[37] Der Sommer 1816 war in der Region Basel, aber auch in weiten Teilen Europas aussergewöhnlich kalt, was sich katastrophal auf die Ernten auswirkte. Die hohen Transportkosten erschwerten die Getreideimporte aus Gebieten mit guter Ernte. Die Getreidepreise auf dem Basler Kornmarkt stiegen von 1815 bis 1817 auf mehr als das Doppelte; sanken danach jedoch bis 1819 wieder ungefähr auf das Niveau vor der Krise. Dies lässt sich damit erklären, dass die Bauern wegen der hohen Getreidepreise vermehrt Getreide anbauten, was wiederum bei „günstigeren klimatischen Verhältnissen zu einem Überangebot und entsprechendem Preiszerfall führte”.[38]

Wie wirkte sich die Krise von 1816/17 auf die Lebensverhältnisse der Posamenterfamilien im Untersuchungsgebiet aus? Die Posamenter und Posamenterinnen von Reigoldswil beispielsweise bekamen 1817 nur noch zwischen einem Viertel und der Hälfte der üblichen Arbeitsmenge und mussten mit schlechterer Seide arbeiten, die schwieriger zu verarbeiten war. Dies führte zu noch tieferen Nettolöhnen, weil die PosamenterInnen einen grossen Teil des Lohnes an die WinderInnen abgeben mussten.[39] Die Gemeinden des Hinteren Frenkentales gehörten zu den am stärksten betroffenen Gebieten, da dort wegen der Verschiebung von der Agrar- zur Viehwirtschaft einerseits und der Heimarbeit andererseits wenig Getreide angebaut und gelagert wurde.[40] Als Massnahme zur Linderung der Not beschloss der Rat unter anderem “food-for-work-Programme”[41], wie etwa das im Zitat am Kapitelanfang erwähnte Strassenbauprojekt. Die Kartoffelfäule, die 1847/48 in weiten Teilen Europas zu einer Hungersnot führte, breitete sich zur selben Zeit auch im Baselbiet aus und führte zu einer Verteuerung der Lebensmittel.[42] Unter den Folgen der Pilzkrankheit litt der Bezirk Waldenburg besonders stark, da sich die Kartoffel in diesem Gebiet als Hauptanbauprodukt durchgesetzt hatte.[43]

Der Bezirk Waldenburg und damit auch die Gemeinden des Hinteren Frenkentales waren sowohl von der Krise 1815/16 als auch von derjenigen von 1845-47 besonders stark betroffen, da „wegen der starken Ausrichtung der Landwirtschaft auf Vieh- und Milchwirtschaft und wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Seidenbandweberei die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zurückgegangen war und eine Mehrheit der Bevölkerung einen Grossteil ihrer Lebensmittel kaufen musste, d.h. in hohem Masse von den entsprechenden Preisen abhängig war”[44].

Stolz hat für beide Krisen (1816/17 und 1845-47) mittels Indikatoren (Brotpreise und Steuererträge) die Nahrungsmittelteuerung mit der Konjunkturentwicklung verglichen. Er gelangte zur erstaunlichen Erkenntnis, dass sich die beiden Reihen genau entgegengesetzt verhielten.[45] Die Konjunktur in Basel war also nicht mehr direkt mit Subsistenzkrisen verknüpft[46], was sich unter anderem durch die starke aussenwirtschaftliche Verflechtung Basels erklären lässt. Obwohl sich die Untersuchung von Stolz auf die Stadt bezog, vermute ich, dass diese Abhängigkeit auch auf dem Land nicht mehr vollständig gegeben war. Als Begründung möchte ich erneut das eingangs erwähnte Zitat anführen: Weder wird in der Aufzählung der „schlechten Jahre“ für die Posamenterei die Krisenperiode 1845-47 erwähnt, noch sind für die Jahre 1836/37, 1846/47, 1861 tiefgreifende Nahrungsmittelkrisen bekannt.

Die Posamenter unterlagen also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tendenziell nicht mehr einem „agrarischen“, sondern einem „industriellen“ Konjukturzyklus.

2.4 Seidenbandweberei und demographische Veränderungen

Zwischen 1699 und 1815 wies eine Gruppe von 24 „Heimarbeiterdörfern“ der Basler Landschaft (Dörfer mit hohem HeimarbeiterInnenanteil) im Vergleich zu einer Gruppe von 17 „Bauerndörfern“ (in denen eine Mehrheit der Familien von der Landwirtschaft lebte) ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum auf.[47] Letzteres kann durch eine gegenüber den Bauerndörfern geringere Sterblichkeit der Erwachsenen erklärt werden, welche ihrerseits durch das vielfältigere Nahrungsangebot zustande kam. Auch die Auswanderung wurde in den Posamentergemeinden seltener. Dies weist nach Mattmüller ebenso wie die gesunkene Erwachsenensterblichkeit auf einen gestiegenen Lebensstandard hin.[48]

Im Reigoldswilertal und den angrenzenden Gemeinden lassen sich zwischen 1699 und 1815 Wachstumsraten im Bereich 65 bis 182% beobachten (Tabelle 4), während die Bevölkerung der Landschaft als Ganzes um 55% gestiegen war.[49] Heimgewerbliche Arbeit als neue Erwerbsquelle hatte ein stärkeres Wachstum in Gebieten ermöglicht, die für die Landwirtschaft eher ungünstige Voraussetzungen aufwiesen:

„Die Seidenbandindustrie schob sich gleichsam als Keil zwischen die herkömmliche Agrarwirtschaft (samt Landhandwerk) und die Bevölkerung, lockerte die bisher starke Abhängigkeit zwischen den beiden Faktoren und schuf als neues Element die Voraussetzung für ein erneutes Bevölkerungswachstum, nachdem die Bevölkerung seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts stagniert hatte.“[50]

Konkret waren die Heimarbeiter dank dem zusätzlichen Bargeld einerseits in der Lage, sich mehr Nahrungsmittel von auswärts (v.a. Fleisch) zuzukaufen, konnten sich andererseits aber auch die Gebühren für eine „Einschlagsbewilligung“ leisten.[51]

Um die Bedeutung von Einschlägen zu verdeutlichen, ist ein kleiner Exkurs nötig. In der neuen Kantonsgeschichte „Nah dran, weit weg“ wird der Begriff „Einschlag“ wie folgt definiert:

„Als Einschlag wird ein Grundstück bezeichnet, das von einem Holzzaun oder Lebhag umschlossen, oder auch nur von einem Graben umgeben war. Entscheidend ist dabei, dass das Grundstück nicht mehr unter den Flurzwang oder andere Regelungen der kollektiven Nutzung fiel, der Besitzer es also grundsätzlich frei bewirtschaften konnte.“[52]

Auf diesen Einschlägen wurde meist nicht mehr Getreide, sondern Futter angebaut. Dadurch konnte mehr Vieh gehalten werden, wodurch wiederum die Dungversorgung der Äcker gesteigert werden konnte.[53] Somit wurden auch die Getreideäcker fruchtbarer.[54] Die Einschläge ermöglichten den Heimarbeitern, die Produktivität ihrer nebengewerblichen Landwirtschaft zu erhöhen[55]. Nicht allein die Seidenbandweberei, sondern ein Zusammenspiel von Heimindustrie und Enschlagsbewegung hatte also das starke Bevölkerungswachstum zwischen 1699 und 1815 ermöglicht.

Für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt sich in der demographischen Entwichklung ein anderes Bild: Die Bevölkerung im Bezirk Waldenburg wuchs zwischen 1815 und 1850 kaum mehr stärker als diejenige in den Bezirken Arlesheim und Sissach[56]. Im klassischen Heimarbeitergebiet hatte sich das Wachstum deutlich verlangsamt, was darauf hindeuten könnte, dass die Seidenbandindustrie als „Motor der Wirtschaftsentwicklung“[57] an Kraft eingebüsst hatte.

Meier untersuchte die Frage, ob zwischen dem Bevölkerungswachstum und der Entwicklung der Hausindustrie ein Zusammenhang bestanden habe, indem er für die Bezirke Liestal, Sissach und Waldenburg die Korrelationen zwischen Bandstuhldichte (Bandstühle pro 100 Einwohner) und dem Bevölkerungswachstum berechnete.[58] Für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts (bis 1798) ergab sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen der Bevölkerungszunahme und der Bandstuhlzunahme (und somit auch der hausindustriellen Produktion).[59] Ab den 1780er Jahren und insbesondere nach der Jahrhundertwende lässt sich zwischen den beiden Parametern kein positiver statistischer Zusammenhang mehr nachweisen, die Seidenbandindustrie konnte demnach die „Tragfähigkeit“[60] des Raumes nicht mehr nachhaltig erhöhen. Die „Bauerngemeinden“ wuchsen gar ab den 1850er Jahren stärker als die Posamentergemeinden.

Für die Zeit dazwischen 1798 und 1862 bedeutet dies, dass der vom theoretischen Modell der Protoindustrialisierung erwartete positive Zusammenhang zwischen heimgewerblicher Tätigkeit und Bevölkerungswachstum empirisch nicht nachweisbar ist.

Nach 1850 nahm die Bevölkerung in einigen Gemeinden sogar ab. Die Heimatkunde Bubendorf erklärt diese Bewegung wie folgt:

„Nach der Volkszählung vom 10. Dezember 1860 betrug die Einwohnerzahl der hiesigen Gemeinde 1354 [...] Die Zählung im März 1850 ergab 1485 Einwohner, es zeigte sich also eine Abnahme der Bevölkerung um 131 Seelen. Diese Erscheinung findet ihre Erklärung in den veränderten Verhältnissen der Bandweberei. Ehemals wurde alle Arbeit den Arbeitern ins Haus gegeben [...] Dies hat sich in Folge Errichtung von Fabriken geändert: Die Arbeit zieht sich immer mehr in diese zurück und da sie dort leichter ist und besser bezahlt wird, so zogen viele junge Leute nach den Fabrikorten (Basel, Säckingen, Lörrach), diesem Beispiel folgte auch manche grössere, unbemittelte Familie.“[61]

Die in Kapitel 2.2 beschriebene beginnende Industrialisierung schlug sich also ab den 1850er Jahren auch in der Bevölkerungsentwicklung einzelner Gemeinden nieder.

2.5 Soziale Schichtung im Dorf und der Status der Posamenter

Im südöstlich gelegenen Teil der Basler Landschaft hatte die Seidenbandweberei stark Fuss fassen können, da viele „Tauner“[62] über einen so kleinen Grundbesitz verfügten, dass dieser als Subsistenzbasis nicht ausreichte.[63] Sie waren deshalb froh über eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit. Aufgrund ihrer schmalen ökonomischen Basis waren sie nicht in der Lage, Zugtiere zu halten. Dieser Umstand sowie die Taglöhnerei brachten sie in Abhängigkeit gegenüber den „Vollbauern“, die einen ganzen Zug (vier Ochsen oder Pferde) ihr Eigen nennen konnten[64], was für das Pflügen oder für schwere Transporte unabdingbar war.[65]

Damit werden bereits wichtige Kennzeichen der sozialen Schichtung im frühneuzeitlichen Baselbieter Dorf deutlich: Grundbesitz und Besitz eines Zuges hoben die „Vollbauern“, die 1774 im ganzen Kanton 18% und im Amt Waldenburg 17% der erwerbstätigen Bevölkerung ausmachten, von der übrigen Bevölkerung ab.[66] Die Schicht der Bauern hatte auch politisch das Sagen: Sie stellte im Ancien Régime den Untervogt und die Geschworenen, die einerseits für die Obrigkeit als Sachverwalter der Gemeinde fungierten, andererseits die Interessen der Gemeinde gegenüber der Herrschaft vertraten.[67] Nach der Kantonstrennung gehörten auch die Gemeinderäte meist der bäuerlichen Oberschicht an.[68] Die Vollbauern verlangten von den Taunern, ihrer „Klientel“, dass sie an Gemeindeversammlungen nicht die eigene Meinung, sondern diejenige „ihrer“ Bauern vertraten.[69]

Die fast ausschliesslich bäuerliche Oberschicht hob sich deutlich von der Mittel- und Unterschicht ab. Der Mittelschicht gehörten vermögendere Handwerker sowie die materiell bessergestellten Posamenter an. Der Unterschicht hingegen werden die Tauner im eigentlichen Sinne, die armen Handwerker und Posamenter mit sehr wenig oder gar keinem Landbesitz zugerechnet.[70] Die Grenzen zwischen diesen beiden Schichten sind jedoch fliessend.

Eine ausschliesslich von ökonomischen Masstäben bestimmte Schilderung der sozialen Schichtung im Dorf ist in der Heimatkunde Bubendorf von 1863 zu finden. Dorfschullehrer Heinrich Kunz beschreibt die „Vermögensvertheilung“ folgendermassen:

„Was die Vermögensverhältnisse anbelangt, so nennen wir nur Vermögen von fr. 20000 Reichthum[71] [...] In die erste Vermögensklasse haben sich Wirthe, Stuhlschreiner, Fuhrleute, Weinhändler, Boten emporgeschwungen. Die Mittelklasse bilden neben einzelnen Bauern hauptsächlich diejenigen Posamenter, die mit der Bandweberei die Landwirtschaft verbanden [...] Die „urchigen“ Posamenter dagegen sind gewöhnlich gewöhnliches Fussvolk, das bei guten Zeiten flott lebt, bei schlechten darbt.“[72]

Die Bauern werden nur in der Mittlklasse eingestuft, da der Landbesitz in dieser Aufstellung offensichtlich nicht berücksichtigt wurde (bei Bodenpreisen von bis zu Fr. 3000.- pro Juchart[73] müsste sich sonst eine viel höhere Summe ergeben). Ein grosser Teil der Heimatkunde ist jedoch landwirtschaftlichen Themen gewidmet und als Hauptbeschäftigung der Einwohner wird die Landwirtschaft (nebst der Heimarbeit) genannt. Ich vermute deshalb, dass die Bauern auch um 1863 in Bubendorf noch eine nicht unwichtige Rolle spielten.

Doch galten für die soziale Ordnung nicht bloss ökonomische Massstäbe:

„Darüber entschied ein viel differenzierteres Zusammenspiel von alltäglich praktizierten und sich wiederholenden Einschätzungen und Einordnungen, von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Kriterien wie Ehrenhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit, [...] die Zugehörigkeit zu einer Familie mit gutem oder schlechtem Ruf waren dabei so entscheidend wie die aktuelle ökonomische Stärke. Sie bildeten das symbolische Kapital, mit dem eine Person oder Familie ausgestattet war.“[74]

Huggel betont, dass die Einschlagsbewegung und das Aufkommen der Heimindustrie „eine gewisse Dynamik“ in das Schichtgefüge gebracht hätten.[75] Durch Erbteilungen, Misswirtschaft und Schicksalsschläge konnten Bauern zu Taunern absteigen, im 19. Jahrhundert schafften vereinzelt Boten oder Sennen den Aufstieg in den Kreis der Mächtigen im Dorfe.[76]

Posamenter, die auf eigene Rechnung einen Bandstuhl betrieben, verdienten häufig mehr als einzelne Handwerker der Mittelschicht:

„Diese Posamenter erwarben sich aber nur ein Ansehen, wenn sie den Weg einschlugen, auf dem sich in der Vorstellung der Bauern allein ein sozialer Aufstieg vollziehen konnte, wenn sie also auf den wichtigsten Vermögensausweis nicht verzichteten und wie die Bauern danach trachteten, den Besitz an Grünland auszuweiten. In verschiedenen Gemeinden schuf der Erwerb von Mattland die Voraussetzung dafür, dass Heimarbeiter einen Zug anschaffen konnten, wodurch ihr Aufstieg in die Mittelschicht vollzogen war.“[77]

Veränderungen in der Auftragslage der Heimposamenter konnten also längerfristig durchaus Auswirkungen auf das soziale Gefüge im Dorf haben. Ein gesellschaftlicher Aufstieg war jedoch nur möglich, wenn sich die heimgewerblich Tätigen den Normen der agrarisch geprägten Gesellschaft anpassten, die Landbesitz und Zugtiere als wichtigste Statussymbole betrachtete. Wie sich diese hohe Bewertung des Landbesitzes im Landpreis niederschlug, soll folgendes Zitat illustrieren:

„In den dreissiger und vierziger Jahren [des 19. Jahrhunderts, J.S.], da die Posamenter, die Bandstuhlschreiner und Mechaniker [...] reichlicher Verdienst hatten, gehörte es gleichsam zum guten Ton, auch einige Stücke guten Landes zu besitzen, [...] und es wurden oft Preise bezahlt, die im Verhältnis des Landes weit übertrieben waren. So wurde im untern Brüel eine Wiese von 1 Juch. 35’ für 3200 n/w verkauft, während gegenwärtig der Preis solchen stets noch käuflichen Landes etwa fr. 3000.- per Juchart beträgt.“[78]

3. Schlussbemerkungen

3.1 Zusammenfassung

Einleitend wurde der Entstehungshintergrund der Heimatkunden von 1863, die verwendete Literatur sowie das Modell der Protoindustrialisierung nach Kriedte, Medick und Schlumbohm erläutert. Dieses Konzept bildete den theoretischen Hintergrund sowohl dieser Arbeit als auch eines Teils der verwendeten Forschungsliteratur.

Die ersten drei Kapitel des Hauptteiles widmeten sich verschiedenen Aspekten der wirtschaftlichen Entwicklung im Untersuchungebiet. Aufgrund von Bandstuhlzählungen wurde gezeigt, dass die heimgewerbliche Seidenbandindustrie auf der Landschaft Basel bzw. im Kanton Basel-Landschaft zwischen 1770 und 1856 stärker gewachsen ist als in den 100 Jahren zuvor, wobei die Zuwachsraten in den einzelnen Gemeinden stark differierten. Die hohe Bedeutung der Bandweberei für das Hintere Frenkental wird dadurch unterstrichen, dass über die ganze Untersuchungsperiode mehr als 40% der Beschäftigten in diesem Sektor tätig waren. Aufgrund der günstigen Auftragslage wurde das Heimgewerbe bis 1863 durch die beginnende Industrialisierung kaum tangiert. Viel direkter als diese langfristigen Veränderungen erlebten die HeimarbeiterInnen die Nahrungsmittelkrisen der Jahre 1815/16 und 1845-47 sowie konjunkturelle Absatzschwankungen in der Seidenbandindustrie. Nahrungsmittelkrisen und Konjunkturbaissen stimmten jedoch zeitlich nicht miteinander überein. Posamenterfamilien waren stärker von „industriellen“ Konjunkturzyklen betroffen als von „agrarischen“, da sie sich zu einem wesentlichen Teil über den Markt versorgten.

Im 18. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung von „Heimarbeiterdörfern“ schneller als diejenige von „Bauerndörfern“, was sich einerseits auf das zusätzliche Einkommen durch die Seidenbandweberei und andererseits auf die mit der Einschlagsbewegung verbundene Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft erklären lässt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte die Entwicklung der Seidenbandindustrie dagegen keinen Einfluss mehr auf das Bevölkerungswachstum.

Die meisen PosamenterInnen waren ursprünglich Tauner und gehörten als solche meist der dörflichen Unterschicht an. Mit Geschäftstüchtigkeit und Fleiss konnte ihnen ein sozialer Aufstieg gelingen, was jedoch in einer nach wie vor bäuerlich geprägten Gemeinschaft nur durch Landerwerb geschehen konnte.

3.2 Ausblick

In meiner Arbeit habe ich mich hauptsächlich mit wirtschaftlichen, aber auch mit demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen befasst, die das Leben von Posamenterfamilien im Hinteren Frenkental zwischen 1798 und 1863 beeinflussten. Um jedoch ein umfassenderes Bild von der Lebensweise dieser Heimarbeiterfamilien zu erhalten, wäre eine ganze Reihe von weiteren Untersuchungen nötig. Ein wichtiger Topos wäre das „tägliche Leben“: die Kleidung und Nahrung der Menschen, die Rituale und Verhaltensweisen ihres Zusammenlebens. Zu diesem Thema gibt „Nah dran, weit weg“ vielfältige Anregungen , die leider im begrenzten Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt werden konnten. Weiter wurde der gesamte Gender-Aspekt ausgeblendet, was den Eindruck einer patriarchalisch geprägten Geschichtsschreibung erwecken mag, doch liegt diese Ausblendung eines wichtigen Themenbereiches einzig in der Begrenzung von Zeit und Umfang dieses Unternehmens begründet. Auch die über 3000 Seiten der Heimatkunden von 1863 bergen noch viele wertvolle Hinweise, die späteren Untersuchungen überlassen werden müssen. Kurz, die Arbeit zum Thema wird der Historikerzunft nicht so schnell ausgehen!

4. Literatur

1. Ungedruckte Quellen

Heimatkunden der Jahre 1863 folgende (Staatsarchiv Baselland: L VII, Bd. 1-6)

2. Gedruckte Quellen

Briggen, Daniel: Heimatkunde von Ziefen 1862, in: Gemeinderat Ziefen (Hg.): 750 Jahre Ziefen 1226-1976, Beiträge zur Ortgeschichte aus dem 18. und 19. Jh., Aarau 1976.

Kunz, Heinrich: Heimatkunde Bubendorf 1863, transkribiert von P. Frossard, Schwarzenburg 2000. (Typoskript im Staatsarchiv Baselland)

Lotz, Christoph: Heimatkunde von Lauwil, transkribiert von P. Suter, Hg. von der Gemeinde Lauwil, Liestal 1988.

Schaub, Johannn Jakob: Heimatkunde von Gelterkinden 1864. Faksimiledruck Sissach 1985.

3. Literatur

(QF= Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft)

Abt-Frössel, Viktor: Agrarrevolution und Heimindustrie. Ein Vergleich zwischen Heimarbeiter- und Bauerndörfern des Baselbiets im 17. und 18. Jahrhundert

(= QF 31), Liestal 1988.

Epple, Ruedi, Schnyder, Albert: Wandel und Anpassung. Die Landwirtschaft des Baselbiets im 19. Jahrhundert (= QF 58), Liestal 1996.

Fink, Paul: Geschichte der Basler Bandindustrie 1550-1800 (= Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft 147), Basel 1983.

Kriedte, Peter/ Medick, Hans/ Schlumbohm, Jürgen, Industrialisierung vor der Industrialisierung. Gewerbliche Warenproduktion auf dem Land in der Formationsperiode des Kapitalismus (= Veröffentlichungen des Max-Plank-Institutes Göttingen, Bd. 53), Göttingen 1977.

Kriedte, Peter/Medick, Hans/Schlumbohm, Jürgen, Sozialgeschichte in der Erweiterung – Proto-Industrialisierung in der Verengung? Demographie, Sozialstruktur, moderne Hausindustrie: eine Zwischenbilanz der Proto-Industrialisierungs-Forschung (Teil I und II), in: Geschichte und Gesellschaft 18, 1992 Heft 1, 70-87, sowie Heft 2, 231-255.

Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft (6 Bde.), Liestal 2001.

Grieder, Fritz: Glanz und Niedergang der Baselbieter Heimposamenterei im 19. und 20. Jahrhundert (= QF 25), Liestal 1985.

Gschwind, Franz: Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftsstruktur der Landschaft Basel im 18. Jahrhundert (= QF 15), Liestal 1977.

Huggel, Samuel: Die Einschlagsbewegung auf der Basler Landschaft. Gründe und Folgen der wichtigsten agrarischen Neuerung im Ancien Régime, 2 Bde (= QF 17), Liestal 1979.

Mattmüller, Markus: Kleinlandwirtschaft und Heimindustrie in protoindustriellen Gebieten der Schweiz, in: In: Studia Polono-Helvetica, Basel 1989, S. 79-94.

Meier, Martin: Die Industrialisierung im Kanton Basel-Landschaft. Eine Untersuchung des demographischen und wirtschaftlichen Wandels 1820-1940 (= QF 60), Liestal 1997.

Pfister, Ulrich: Protoindustrialisierung, in: Historisches Lexikon der Schweiz (Internet-Ausgabe), www.hls.ch (im März 2001 noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben), Abschnitt 1.

Salathé René: Die Baselbieter Heimatkunden des 19. und des 20. Jahrhunderts, in: Schweizer Volkskunde. Korrespondenzblatt der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 4/1994 (Basel 1994), S. 54-72.

Schnyder, Albert: Alltag und Lebensformen auf der Basler Landschaft um 1700. Vorindustrielle, ländliche Kultur und Gesellschaft aus mikrohistorischer Perspektive - Bretzwil und das obere Waldenburger Amt von 1690 bis 1750 (= QF 43), Liestal 1992.

Stolz, Peter: Basler Wirtschaft in vor- und frühindustrieller Zeit. Ökonomische Theorie und Wirtschaftsgeschichte im Dialog, Zürich 1977.

5.Anhang: Tabellen und Grafiken

5.1 Tabelle und Grafik 1:

Anzahl Bandstühle auf der Landschaft Basel bzw. im Kanton Baselland 1646-1856

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.2 Tabelle und Grafik 2:

Anzahl Bandstühle in den untersuchten Gemeinden 1786 und 1856

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gschwind 1977, S. 670ff.

Grafik 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Tabelle 2

5.3 Tabelle 3:

Bandstühle, Einwohnerzahlen und Bandstuhldichten nach den Heimatkunden 1863

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anmerkung: Vergleicht man die Daten der Volkszählung von 1860 mit denjenigen der Bandstuhlzählung 1856, die im Anhang zu Meier 1997 in Tabelle A-19 zusammengestellt wurden, so ergibt sich für alle Gemeinden eine Bandstuhldichte <5; die Zahl der Bandstühle muss also in Bubendorf und Ziefen zwischen 1856 und 1863 abgenommen haben.

5.4 Tabelle 4: Prozentuale Zunahme der Bevölkerung im Untersuchungsgebiet 1699-1815

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gschwind 1977, S. 203f.

[...]


[1] Salathé 1994, S. 55.

[2] Ebd.

[3] Bretzwil, Lauwil, Reigoldswil, Ziefen, Bubendorf, Seltisberg und Lupsingen.

[4] Im Folgenden beziehe ich mich auf Salathé 1994, S. 55f.

[5] Abt-Frössel 1988, Fink 1983, Gschwind 1977, Huggel 1979, Mattmüller 1989.

[6] Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft (6 Bde.), Liestal 2001. Da es sich hier um ein Gemeinschaftswerk diverser Autoren im Auftrag des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft handelt, verzichte ich der Einfachheit halber auf die Nennung von Namen und Jahreszahlen. Statt dessen verwende ich in den Anmerkungen den Kurztitel.

[7] U.a. Schnyder, Schnyder/Epple 1996, Meier 1997.

[8] Eine ausführliche Darstellung dieses Modells findet sich in: Kriedte u.a. 1977.

[9] Eine „Zwischenbilanz der Proto-Industrialisierungsforschung“ findet sich in: Kriedte u.a. 1992.

[10] Eine differenziertere „Skala von auffindbaren Entwicklungswegen“ nach der Protoindustrialisierung wird in Kriedte u.a. 1977, S. 307f. dargestellt.

[11] Pfister, Ulrich: Protoindustrialisierung, in: Historisches Lexikon der Schweiz (Internet-Ausgabe), www.hls.ch (im März 2001 noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben), Abschnitt 1.

[12] Zum Verhältnis von heimgewerblicher und landwirtschaftlicher Tätigkeit siehe Kap. 2.4.

[13] Im folgenden Abschnitt beziehe ich mich auf den in Anm. 13 genannten Artikel von Pfister (www.hls.ch).

[14] Nah dran, weit weg, S. 55.

[15] Kriedte u.a. 1992, S. 73.

[16] Kriedte u.a. 1992, S. 73ff.

[17] Kriedte u.a. 1992, S. 243f.

[18] Ebd.

[19] Die Angaben in Tabelle und Grafik 1 beziehen sich auf Meier 1997, S. 94f.

[20] Grieder 1985, S. 75.

[21] Mattmüller 1989, S. 93.

[22] Gschwind 1977, S. 360f.

[23] Unter diesem Begriff wurden Heimposamenter, Seidenwinder und andere Heimarbeiter zusammengefasst (nach Gschwind 1977, S. 346).

[24] Meier 1997, S. 91.

[25] Die Grenzen des Bezirks Waldenburg im neuen Kanton BL entsprechen nicht genau denjenigen des Waldenburger Amtes unter städtischer Herrschaft von 1832/33.

[26] Meier 1991, S. 90ff.

[27] HK Ziefen, S. 36ff.

[28] Grieder 1985, S. 53.

[29] Grieder 1985, S. 84.

[30] In Grieder 1985, S. 73 werden die Filialbetriebe der Firmen Sarasin in Binningen (1846) und Sissach (1860), De Bary-Bischoff in Gelterkinden (1849, Gelbe Fabrik) und Fiechter, Söhne (1859) in Sissach genannt. Epple (in: Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 28) bezieht sich zwar auf Grieder, nennt aber als Gründungsjahr von De Bary-Bischoff 1846 statt 1849 (Abschreibefehler?). Meier hat sich aufgrund der Quellenlage (Baupläne, deren Ausführung unsicher ist) “in einem Netz von Ungenauigkeiten und Widersprüchlichkeiten” verloren und nimmt eigenartigerweise nicht auf Grieder Bezug (Meier 1997, S. 120ff.; S.128).

[31] Meier 1997, S. 120ff.

[32] HK Gelterkinden 1864, S. 19.

[33] Zum Folgenden Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 31f.

[34] HK Lauwil, S. 20f.

[35] Grieder 1985, S. 28.

[36] Grieder 1985, S. 29f.

[37] Im folgenden Abschnitt beziehe ich mich auf Stolz 1977, S. 60ff.

[38] Stolz 1977, S. 70.

[39] Epple/Schnyder 1996, S. 107.

[40] Epple/Schnyder 1996, S. 112f.

[41] Epple/Schnyder 1996, S. 118.

[42] Epple/Schnyder 1996, S. 189.

[43] Epple/Schnyder 1996, S. 158.

[44] Epple/Schnyder 1996, S. 190.

[45] Stolz 1977, S. 59ff.

[46] Stolz 1977. S. 81.

[47] Zum Folgenden Mattmüller 1989, S. 89ff.

[48] Zu diesem Punkt macht die Forschung keine eindeutigen Aussagen: Abt-Frössel kam in seiner Untersuchung zum Ergebnis, der Produktivitätsgewinn in den Heimarbeitergemeinden Reigoldswil, Bretzwil und Lauwil habe nicht gereicht, um das Bevölkerungswachstum auszugleichen, so dass keine wirksame Verbesserung des Lebensstandards zu erzielen gewesen sei. Ausserdem sei die Lebenserwartung im Heimarbeiterbereich um Bretzwil tiefer gewesen als in den Bauerngemeinden Oltingen, Wenslingen und Anwil (Abt-Frössel 1988, S. 271). Mattmüller erwähnt Abts Ergebnisse in seinem 1989 erschienenen Aufsatz nicht explizit und verwendet in dieser Frage ausschliesslich Ergebnisse von Gschwind.

[49] Gschwind 1977, S. 223f.

[50] Gschwind 1977, S. 408.

[51] Mattmüller 1989, S. 91f.

[52] Nah dran, weit weg, Bd. 3, S. 28.

[53] Huggel 1979, S. 514.

[54] Nah dran, weit weg, Bd. 3, S. 29f.

[55] Huggel 1979, S. 514.

[56] Meier 1997, S. 80f. und eigene Berechnungen aufgrund der dort abgedruckten Tabellen.

[57] Meier 1997, S. 106.

[58] Meier 1997, S. 99ff.

[59] Zum Folgenden Meier 1997, S. 106.

[60] Mattmüller 1989, S. 93.

[61] HK Bubendorf, S. 15.

[62] Als „Tauner“ im eigentlichen Sinne werden wird ein „Angehöriger der dörflichen Unterschicht bezeichnet, der zu wenig Grund und Boden besass (wenn überhaupt,) um sich selber zu versorgen, und darum im Taglohn für Bauern oder Handwerker arbeitete“ (Nah dran, weit weg, Bd. 3, S. 222). Der Begriff „Tauner“ wurde jedoch auch als eine weiter gefasste Berufskategorie verwendet, unter der Tauner, Tagelöhner, Näherinnen, Spinnerinnen und Hirten zusammengefasst wurden (Gschwind, S. 345).

[63] Gschwind 1977, S. 344f.; Nah dran, weit weg , Bd. 4, S. 76ff.

[64] „Halbbauern“ dagegen besassen nach Gschwind, der sich auf Angaben der Volkszählung 1774 beruft, nur ein Zugtier, so dass sie sich weitere Zugtiere ausleihen musste. Sie wurden deshalb von vermögenderen Bauern nicht für „voll“ genommen (Gschwind 1977, S. 345).

[65] Grieder 1985, S.44f.

[66] Gschwind 1977, S. 360.

[67] Nah dran, weit weg, Bd. 4, S. 98.

[68] Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 206. Zur dörflichen Oberschicht zählten teilweise auch Wirte und Müller.

[69] Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 204f.

[70] Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 90.

[71] Zum Vergleich: Für Lauwil schätzt Ch. Lotz die Einkünfte von einem Bandstuhl auf Fr. 500 jährlich; bei 100 Stühlen im Dorf ergibt das „in Summa per Jahr 50 000 Fr.“ (HK Lauwil 1863, S. 20). Das jährliche (Brutto-) Einkommen in Lauwil betrug demnach das 2,5fache des Barvermögens in Bubendorf.

[72] Nah dran, weit weg., Bd. 5, S. 17.

[73] HK Bubendorf, S. 41.

[74] Nah dran, weit weg., Bd. 5, S. 92. Schnyder beschreibt diese „feinen Unterschiede“ detailliert am Beispiel von Bretzwil (Schnyder 1992, S. 152ff.), allerdings für den Zeitraum um 1700, als die Seidenbandindustrie in diesem Dorf noch nicht Fuss gefasst hatte.

[75] Huggel 1979, S. 512.

[76] Nah dran, weit weg, Bd. 5, S. 91f.

[77] Huggel 1979, S. 512f.

[78] HK Bubendorf 1863, S. 5f.

Details

Seiten
20
Jahr
2002
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v107635
Institution / Hochschule
Universität Basel
Note
sehr gut
Schlagworte
Protoindustrialisierung Auswirkungen Veränderungen Demographie Status Heimarbeiterfamilien Proseminar

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Titel: Protoindustrialisierung: Auswirkungen von wirtschaftlichen Veränderungen auf Demographie und sozialen Status von Heimarbeiterfamilien