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Wirtschaftliche Globalisierung - ein neues Phänomen? - Eine historische Einordnung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 22 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Historische Entwicklung bis 1945
3.1. 15. – 17. Jahrhundert
3.2. Industrialisierung
3.2.1. Die Außenhandels- und Zollpolitik
3.2.2. Die Nahrungsmittelproduktion und Bevölkerungsentwicklung
3.2.3. Der Handel mit Industrierohstoffen und Industriegütern
3.2.4. Verkehrssysteme und das Nachrichtenwesen
3.3. Vom ersten Weltkrieg bis heute
3.3.1. Internationale Handelsverträge
3.3.2. IWF und Weltbank
3.3.3. Die europäische Integration

4. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Fast täglich hört, sieht oder liest man das Wort „Globalisierung“ und es könnte der Verdacht entstehen, dieses Phänomen wäre erst am Ende des letzten Jahrhunderts entstanden. Der Begriff wurde Anfang der neunziger Jahre immer häufiger verwendet[1] und ist heute einer der meistgebrauchten Wörter im Zusammenhang mit Weltwirtschaft und internationalen Beziehungen.[2]

Doch wann entstand der Begriff wirklich und seit wann gibt es „Globalisierung“? Kann man von einer neuen Entwicklung sprechen? Stammt das Phänomen aus der Industriegesellschaft oder reichen die Wurzeln noch weiter zurück? Welchen Anteil hatten Europa oder die USA an der Entwicklung der „Globalisierung?

Diese Fragestellungen sollen in der vorliegenden Hausarbeit bearbeitet werden, wobei sich die Gliederung wie folgt darstellt:

Als erstes wird der Begriff „wirtschaftliche Globalisierung“ definiert und eingeordnet. Darauf folgt eine dreigeteilte Darstellung der historischen Entwicklungen und Ereignisse die die Globalisierung unterstützt haben, beginnend mit dem 15. Jahrhundert, über die Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert, bis hin zum digitalen Zeitalter. Das Fortschreiten der Globalisierung ab 1945 wird danach behandelt, wobei besonderes Augenmerk auf den Welthandel und dessen Regularien gelegt wird. Abschließend wird die Titelfrage noch mal aufgegriffen.

2. Definition

Die Grundbedeutung des Wortes Globalisierung ist „räumliche Ausdehnung über die Welt“.[3] Im Bereich der wirtschaftlichen Globalisierung ist vor allem die Ablösung von Staats- durch Wirtschaftsräume zu beobachten. Beck unterteilt diesen Teilbereich sinnvoller Weise noch in vier Unterdimensionen: Welthandel, globale ausländische Direktinvestitionen, Globalisierung der Finanzmärkte und Global Players, auf die aber angesichts des weitreichenden Themas nicht eingegangen werden kann.[4]

Andere Autoren hingegen behaupten, Globalisierung könne man – wenn überhaupt – nur sehr weit und allgemein definieren, da „sie – je nachdem welche Perspektive gewählt wird – unterschiedlich wahrgenommen und gedeutet werden kann und werden muss.“[5]

Ich möchte mich der Auslegung Dieckheuers, Luebs und Plaßmanns anschließen, die Globalisierung als „die zunehmende weltwirtschaftlich Verflechtung auf einer immer größeren Zahl von Märkten“ oder auch als „Ausdruck für den weltweiten wirtschaftlichen (und gesellschaftlichen) Strukturwandel“ definieren.[6]

Diese Definition ist aktuell aber nicht neu, da der Begriff der „Weltwirtschaft“ schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde.[7]

Es ist also erkennbar, das das Phänomen einer vernetzten weltweiten Wirtschaft keineswegs eine Entwicklung im 20. Jahrhundert darstellt, sondern sich vielmehr aus einem schon länger bestehenden Prozess einer globalen Verflechtung verschiedener Wirtschaftsfaktoren herausgebildet hat.[8]

Um genau diese geschichtlichen Wurzeln der Globalisierung geht es im folgenden Abschnitt, der die historischen Grundlagen zum Inhalt hat. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Zeit der Industrialisierung gelegt, da während dieser Periode der größte Sprung hin zur „vernetzten Welt“ heutiger Prägung gemacht wurde. Im Folgenden habe ich mich auf Europa und die „neue Welt“ beschränkt, da die Arbeit sonst zu umfangreich werden würde.

3. Historische Entwicklung bis 1945

3.1. 15. – 17. Jahrhundert

Dieser Zeitabschnitt wurde von mir als Startpunkt der ökonomischen Globalisierung gewählt, weil hier erstmals bedeutende Expansionen von europäischen Staaten ausgingen, die den Welthandel zum einen extrem beschleunigten und zum anderen durch die Kolonien eine neue Wertigkeit gaben.

Zwar existierte ein internationaler und interkontinentaler Warenaustausch auch schon Jahrhunderte vorher, doch die Eroberung der „neuen Welt“ stellte eine neue Qualität im internationalen Handel dar.[9]

Im 15. Jahrhundert also begann die Periode der räumlichen Ausdehnung der europäischen Staaten in die Welt. Innerhalb des europäischen Staatengefüges verlagerte sich die wirtschaftliche Macht von Italien und Mitteleuropa Richtung Westen nach Spanien und Portugal. Ebenfalls in diese Zeit (1430-1500) fielen die diversen Entdeckungen durch Seefahrer auf der ganzen Welt: Da Gama und Diaz umfahren den afrikanischen Kontinent, Nord- und Südamerika wurde von Columbus, Drake und Magellan erforscht und der asiatische Raum wurde erschlossen.[10]

Um 1515 beherrschte Portugal den gesamten Indischen Ozean und wickelte vornehmlich den Gewürzhandel nach Europa über diesen Handelsweg ab. Auch Spanien expandierte weiter, von 1519-1521 wurde das Aztekenreich durch Hernando Cortez und 1530 das Inkareich durch Pizzaro unterworfen.[11]

Die Spanier beherrschten gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Gebiet zwischen Florida und Südkalifornien. Im Gegensatz zu den Portugiesen – die für solche Pläne über nicht genügend Soldaten und Zivilisten verfügten – besetzten und besiedelten die Spanier die eroberten Gebiete und führten europäische Technik und Ausrüstung ein.

Die Bevölkerung in den annektierten Ländern litt unter den Eroberern vor allem unter eingeschleppten Krankheiten: Die Bevölkerung verringerte sich aufgrund von Epidemien von 25 Millionen zu Zeiten der Entdeckung durch Kolumbus auf wenige Millionen im Jahr 1550.

Da die lokalen Arbeitskräfte durch Seuchen dahingerafft wurden, führten die Eroberer schon um 1500 Sklaven ein, zuerst im Norden von Südamerika und den vorgelagerten Inseln.[12]

Die bevorzugten Güter aus den Kolonien, die nach Europa verschifft wurden, waren Gold und Silber und die Handelswege Kontinentaleuropas verlagerten sich vom Mittelmeer hin zu den nördlichen Meeren, Atlantik und Nordsee. Dabei konzentrierten sich Portugal und Spanien darauf, die Kolonien auszubeuten, während die Verteilung der Importe von den restlichen europäischen Ländern organisiert wurde. Bei diesem Handeln taten sich besonders die Niederlande – also Holländer und Flamen – hervor, die sich durch eine geschickte Handelspolitik und mit dem Aufbau einer mächtigen Handelsflotte an die Spitze der europäischen Staaten manövrierten.

Die europäischen Kräfte rangen weiterhin um die Vorherrschaft: Die Spanier fielen 1580 in Portugal ein, die Franzosen griffen zwischen 1607 und 1632 in Nordamerika an. Dabei ging es hauptsächlich um die ertragreichen Gebiete, die in Form von Exporten den Staaten in West- und Mitteleuropa den Reichtum sichern, damit diese ausreichende Mittel zur Kriegsführung zur Verfügung hatten.[13]

Im 16. und 17. Jahrhundert änderte dann sich der kontinentale Fernhandel dahingehend, dass weniger Luxusgüter und mehr Stapelgüter, also Holz, Kohle, Metalle, Fisch, Salz, etc..., nach Europa exportiert wurden. Im interkontinentalen Handel wurden vornehmlich Tabak, Zucker und Tierhäute aus den Kolonien exportiert und gewerbliche Produkte importiert, der Handel mit dem fernen Osten hatte praktisch keine Bedeutung in Europa.

Es war der Sklavenhandel, der die Produktion in den Kolonien sicherte und zum rasanten wirtschaftlichen Wachstum der expandierenden Staaten beitrug. Dieser Menschenhandel wurde als Dreiecksgeschäft abgewickelt: Schiffe laufen aus europäischen Häfen Richtung Afrika – mit Waffen, Glasperlen und Alkohol beladen – aus, tauschen die Waren dort gegen Menschen und fahren dann auf die Westindischen Inseln, Nord- oder Südamerika. In den Kolonien werden die Sklaven z. B. gegen Zucker oder Tabak getauscht und dann fahren die Schiffe wieder zurück nach Kontinentaleuropa.[14]

Das Credo, nach dem die Herrscher in Europa regierten, könnte auf die Devise „Profit und Macht seien gleichermaßen anzustreben“ verdichtet werden und immer wieder führten die Versuche, anderen Nationen Gebiete oder Handelsmöglichkeiten streitig zu machen, zu Kriegen.

Dieses Credo drückt sich auch in der damals vorherrschenden Wirtschaftspolitik, dem Merkantilismus, aus.[15] Dessen Maxime lässt sich wie folgt kurz beschreiben: Wenn das Einkommen die Ausgaben übersteigt, kann Gewinn eingefahren werden. Das bedeutet, die Staaten horteten Gold und Silber, um immer eine gefüllte Kriegskasse zu haben und für jede Eventualität gewappnet zu sein. Diejenigen Länder, die keine Edelmetallvorkommen im eigenen Land oder in Kolonien hatten, mussten erfolgreich Handel treiben um an genügend finanzielle Mittel zu kommen.[16]

Um das zu erreichen, wurde mit Hilfe von Schutzzöllen die heimische Produktion protektioniert, was zu einer Förderung inländischer Produkte führte und den Verbrauch inländischer Waren anregte. Allerdings waren dringend benötige Rohstoffe von diesen Importzöllen ausgenommen.[17]

Auch die Errichtung einer mächtigen Handelsflotte – die dann auch als Kriegsflotte eingesetzt werden konnte – trug zu dem eigentlichen Ziel aller europäischen Herrscher bei: Autarkie.

Die völlige Unabhängigkeit sollte eben durch eine Handelsflotte – um durch den Transport von Gütern Einkommen zu produzieren – und durch die Ausbeutung vieler Kolonien ermöglicht werden.[18]

3.2. Industrialisierung

Das Streben nach Autarkie war auch während der Industrialisierung eine starke Antriebsfeder, die wirtschaftliche Entwicklung voran zu treiben. Die größte Änderung war sicherlich der Einsatz von Maschinen statt Muskelkraft und die Verwendung neuer Energiequellen in Form von fossilen Brennstoffen. Es wurden neue, größere Unternehmenseinheiten geschaffen und es fand eine ausgeprägte Landflucht statt, die in den Städten zur Bildung eines Proletariats und zur Verelendung der arbeitenden Bevölkerung führte.

Ausgegangen war die Industrialisierung von England, wo im Jahr 1750 die erste industriell und maschinell geprägte Produktion stattfand. Die zahlreichen Erfindungen[19], die in diese Zeit fallen, ermöglichten erst den rasanten ökonomischen Fortschritt und traten zur selben Zeit auf, als Adam Smith (1723-1790) seinen berühmten Aufsatz[20] veröffentlichte und damit den Liberalismus begründete.[21]

Dabei nahm er eine grundlegende Neubewertung des Eigeninteresses vor und postulierte, dass „wirtschaftliches Eigeninteresse die Wohlfahrt aller steigere. In dem der Einzelne seine individuellen Ziele verfolgt, fördere er – geleitet durch die berühmte »unsichtbare Hand« des Marktes – das Allgemeinwohl.“[22]

Daher rührt die Ablehnung der merkantilistischen Forderung nach staatlicher Intervention. Der Staat solle sich auf die Bereitstellung des Rechtssystems und die Schaffung von Gerechtigkeit beschränken. Dieses sind klassisch liberalistische Standpunkte, die so auch heute noch politisch aktuell sind.

Neben Smith war David Ricardo (1772-1823) der zweite bedeutende Theoretiker[23] dieser Zeit, doch war er für den Außenhandel noch wichtiger als Smith, da Ricardo nachwies, dass Außenhandel auch dann vorteilhaft für ein Land ist, wenn es alle Güter billiger als das Ausland produziert. Es ist dann sinnvoll, die relativ billigsten Güter zu exportieren und die relativ teuersten zu importieren.[24]

Außerdem bewies er, „daß internationaler Handel und Arbeitsteilung selbst für solche Länder von Vorteil sind, die alle Güter zu geringeren Kosten herstellen können als das Ausland. Sie müssen sich nur auf die Produktion jener Güter spezialisieren, die sie relativ (komparativ) am günstigsten herstellen können.“[25]

Mit diesen Ideen des Liberalismus begann das eigentliche Zeitalter der wirtschaftlichen Globalisierung, da zu Zeiten des Merkantilismus die Staaten darauf bedacht waren, alles möglichst selbst herzustellen, so viele Güter wie möglich zu exportieren und so wenige Waren wie möglich zu importieren. Doch da alle Länder nach diesem Modell handelten, hinderte der Mangel an ökonomischem Kreislaufdenken die Staaten daran mit ihren Exporten Devisen zu verdienen und der internationale Handel konnte sich nicht entfalten.[26]

Das soll aber nicht heißen, dass nach dem Entstehen der Theorien des Liberalismus ein uneingeschränkter Warenaustausch stattfand. Die Entwicklung zu einem solchen System musste noch die ein oder andere Hürde nehmen, bis ein heutiger Status erreicht wurde.

Im Folgenden wird noch genauer auf einzelne Teilbereiche der Industrialisierung eingegangen, um den Fortschritt in der Zeit von 1850 bis Anfang des 20. Jahrhunderts zu veranschaulichen.[27]

3.2.1. Die Außenhandels- und Zollpolitik

Viele Staaten, die am Welthandel beteiligt waren, folgten in der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Vorbild Großbritanniens und schufen Handelsbarrieren ab, um einen freien Handel zu ermöglichen. Dabei schlossen sie besonders ab 1860 viele Handelsverträge, die genau diesen Abbau bi- oder multilateral festhielten. Diese Politik wurde zum einen mit dem Argument einer billigen Einfuhr von Nahrungsmittel und dem daraus folgenden Wohlstand und zum anderen durch ein äußerst günstiges Wachstumsklima der Industriekonjunktur unterstützt.[28]

Ab 1873 stagnierte die Wirtschaft[29] in Europa aber und viele Staaten, wie z.B. das deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Frankreich, wandten sich dem Freihandel ab und griffen auf protektionistischen Maßnahmen zurück. Diese Politik wurde von nationalistischen und imperialistischen Strömungen innerhalb dieser Länder begünstigt.[30] Dazu trug auch erheblich das Streben nach einer ausgeglichenen oder positiven Handelsbilanz bei, wobei die Importe aus dem Ausland zurückgefahren wurden und die Unabhängigkeit vom Ausland das eigentliche Ziel war.

Schon während der Freihandelsära stand der Finanzbedarf der einzelnen Länder im Vordergrund und verhinderte eine völlige Abschaffung der Zölle und zeichnete für eine Erhöhung der Abgaben während der Zeit des Protektionismus verantwortlich.[31]

3.2.2. Die Nahrungsmittelproduktion und Bevölkerungsentwicklung

Von diesen wirtschaftspolitischen Wechseln blieb auch die Nahrungsmittelproduktion dieser Zeit nicht verschont: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich ein Nahrungsmittelmarkt heraus und erreichte um 1870 eine solche Größe, dass sich weltweite Konjunkturschwankungen deutlich auf die regionalen Agrarproduktionen auswirkten. Generell zeichneten sich die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts durch eine wachsende Nachfrage und dadurch bedingte Ausdehnung der Produktion und des Welthandels von Nahrungsmitteln aus. Das hatte zur Folge, dass die regelmäßig auftretenden Hungersnöte und ihre negativen Konsequenzen in Europa und den USA gänzlich verschwanden.[32]

Das wiederum trug zu einem starken Bevölkerungswachstum in dieser Zeit bei, was zu großen Wanderungsbewegungen führte: Vor allem die Auswanderer nach Nordamerika seien an dieser Stelle erwähnt, denn diese trugen zum einen zur Entlastung des Arbeitsmarktes in den Auswanderungsländern bei und zum anderen war der Einwandererstrom gleichzeitig ein Transfer von technischem Wissen, das Fachkräfte mit ins Land brachten. Die ungelernten Arbeitskräfte aber waren ebenso wichtig, da sie z. B. zum rasanten Aufbau der Eisenbahn und der nordamerikanischen Städte beitrugen.[33]

Dadurch entwickelte sich dieser Raum von einem stark binnenwirtschaftlich orientierten immer mehr zu einem Importmarkt. In der Zeit von 1877 bis 1913 vervierfachte sich das Importvolumen an Industrieerzeugnissen. Daran hatten nicht zuletzt die technischen Verbesserungen auf den Transport- und Kommunikationssektoren einen erheblichen Anteil.[34]

3.2.3. Der Handel mit Industrierohstoffen und Industriegütern

Ebenso wuchs der Bereich der industriell verwertbaren Rohstoffe überproportional an, die agrarischen Rohstoffe hingegen verloren an Bedeutung. In diesem Sektor ist vor allem die Textilfaser zu nennen, die von der Frühphase der Industrialisierung bis zum Begin des 20. Jahrhunderts der wichtigste agrarische Rohstoff war und dringend zum Aufbau der Textilindustrie benötigt.

Im industriellen Bereich wurde Kohle zum wichtigsten Massenrohstoff, der ab 1840 im Aufbau der Eisen- und Stahlindustrie gebraucht wurde. Die Gruppe der Energierohstoffe blieb bis zum ersten Weltkrieg die wichtigste Gruppe der industriellen Rohstoffe. Die Fertigungsindustrie benötigte auch andere Rohstoffe, die zwar nie die Menge der Nachfrage nach Kohle erreichten, aber dennoch unverzichtbar in der Prozessindustrie waren, worauf das ebenfalls enorme Wachstum dieser Grundstoffe zurückzuführen war.[35]

In Nordwesteuropa und den USA vollzog sich von 1840 bis 1913 ein ungebremster Aufstieg des industriellen Sektors, der die Landwirtschaft in diesen Ländern – volkswirtschaftlich betrachtet – bald überflügelt hatte.

Großbritannien war unangefochten an der Spitze der textilverarbeitenden Industrie, zurückzuführen auf technisches Know-how und günstige Transportwege. Das große Arbeitskräftereservoir und die Rohstoffvorkommen im eigenen Land waren klare Standortvorteile. Die Produktion konzentrierte sich auf die Textilbranche, insbesondere die Baumwollspinnerei sowie die Eisenerzeugung und -verarbeitung.[36]

Doch als die Nachfrage nach derartigen Produkten sank, verpassten die Briten auch den Fortschritt in der Eisen- und Stahlherstellung. Dieser lag auf Seiten der USA und Deutschland: Seit den 1880er Jahren überholten die beiden Länder die Breiten in der Produktion von Eisen und Stahl und erschütterten so die Stellung Großbritanniens als führende Industrienation nachhaltig.[37]

3.2.4. Verkehrssysteme und das Nachrichtenwesen

Als wichtigste Errungenschaften im Verkehrs- und Nachrichtenwesen sind wohl der Einsatz der Dampfmaschine als Antrieb in Schiffen und Schienenfahrzeugen, sowie die Erfindung der elektrischen Nachrichtenübermittlung zu nennen. Damit stieg die Leistungsfähigkeit des Verkehrswesens sprunghaft an und die einzelnen Verkehrsmittel griffen sehr gut ineinander: Als Bindeglied zwischen den Kontinenten fungierten die Überseedampfschiffe, während vor allem die Eisenbahn als intrakontinentales Transportmittel an Bedeutung gewann und die Binnenschifffahrt schnell verdrängte. Der Straßenverkehr war eher marginal und nur als Verbindungstransportmittel von und zur Eisenbahn wichtig. Dieses Verkehrsmittel entfaltete ebenso wie das Flugzeug erst nach dem ersten Weltkrieg ihre volle ökonomische Wirksamkeit.[38]

Aufgrund der durch diese Erfindungen geschaffene Naturunabhängigkeit und der Zugkraft der Verkehrsmittel, kam die europäische und nordamerikanische Wirtschaft in den Genuss eines ungekannten Maßes an Schnelligkeit, Verlässlichkeit, Planungssicherheit und Regelmäßigkeit des Transports. Durch gesunkene Frachtkosten konnten Güter billig über weite Strecken und in großen Mengen transportiert werden. Die sinkenden Transportkosten förderten zudem Handel und Produktion sowie die Konzentration einzelner Produktionstypen in wenigen Zentren.[39]

Dazu trug auch erheblich das Nachrichtenwesen – insbesondere das Fernmeldewesen – bei, da nun ein sekundenschneller Informationsaustausch möglich war, der für die Entwicklung eines Weltmarktes unerlässlich ist. Die Warenbörsen – die erste wurde konnten nun regelmäßig Meldungen über Angebot und Nachfrage ausgetauscht werden und so Weltmarktpreise bestimmt werde. Außerdem konnten die Handelsströme entsprechend des Bedarfs gesteuert werden.[40]

3.3. Vom ersten Weltkrieg bis heute

Der technische Fortschritt machte sich auch in der Kriegsführung des ersten Weltkriegs bemerkbar: Eine neue Qualität an Waffen und Ausrüstung führte zu sinnlosen Materialschlachten und jahrelangen Grabenkämpfen.

Zum einen führte der Kriegsausbruch zwar zu einer Stärkung der Eisen- und Stahlindustrie, brachte den Welthandel aber völlig zum Erliegen. Die Situation nach dem Krieg war desaströs, die Volkswirtschaften lagen am Boden. Sie konnten sich nur kurz erholen, denn mit der Weltwirtschaftskrise, die am 25. Oktober 1929 ihren Höhenpunkt hatten, stürzte die internationale Wirtschaft in ungekannte Tiefen. Es herrschte Deflation und hohe Arbeitslosigkeit, die Staaten versuchten mittels Devisenbewirtschaftung Herr der Lage zu werden. Doch es gelang nicht und die Weltwirtschaft begann zu schrumpfen. In Deutschland beispielsweise führte unter anderem die dramatische ökonomische Situation zum Aufstieg der Nationalsozialisten und somit zum zweiten Weltkrieg.[41]

Im Folgenden werden nun verschiedene Gesichtspunkte der Weltwirtschaft seit 1945 historisch beleuchtet. Dabei ist es unmöglich auf alle Facetten des Welthandels einzugehen, die vorliegende Auswahl soll vielmehr einen Überblick über die Entwicklung der globalen Wirtschaft bis heute geben. Dabei waren seit beginn des 20. Jahrhunderts die USA der wirtschaftlich Stärkste Staat und seine Vormachstellung in fast allen Gebieten wird überdeutlich.[42]

3.3.1. Internationale Handelsverträge

Nach dem Schrecken des zweiten Weltkriegs verständigten sich die Industrieländer darauf, dass der kriegerische Nationalismus – der zu dem Krieg geführt hatte – überwunden und die Völkergemeinschaft durch aktive ökonomische Verflechtungen abgesichert werden muss.[43]

So wurde nur zwei Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde am 30.10.1947 ein Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen (GATT)[44] in Kraft gesetzt. Das GATT zielt darauf ab Zölle und Außenhandelsbeschränkungen abzubauen und den Welthandel zu fördern.

Die wichtigste Bestimmung des GATT ist wohl die Meistbegünstigungsklausel, die besagt, dass ein bilateral beschlossener Abbau von Zöllen allen Handelspartnern gewährt werden müsse und Ausnahmen vom Verbot mengenmäßiger Beschränkungen auf alle Teilnehmer Anwendung finden.[45]

Anfangs aber erreichte das GATT nur mäßige Erfolge, da viele Ausnahmen und Sonderbestimmungen das Abkommen aushebelten und so konnte allenfalls von mäßigem Fortschritt gesprochen werden.[46]

In so genannten GATT-Verhandlungsrunden wurde dann in unregelmäßigen Abständen versucht, die weltweiten Zoll- und Außenhandelsbeschränkungen sukzessive abzubauen, der Durchbruch gelang aber erst in der Zollsenkungsrunde von 1964-1967 (Kennedy-Runde): Hier wurden erhebliche Zollsenkungen vereinbart und in den westlichen Industrienationen einigte man sich auf das Prinzip eines marktwirtschaftlich gesteuerten Welthandels.[47]

Die „Uruguay-Runde“ von 1986 bis 1993 brachte ebenfalls weitreichende Veränderungen mit sich: Erneute Zollsenkungen um mindestens ein Drittel, vor allem in Lateinamerika, Abschaffung der Zölle in den Sektoren Luftfahrt, Pharma, Medizintechnik, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, das Ende des Multifaserabkommens, sowie die Gründung der WTO.[48]

Mit diesem Schritt wurde das GATT zur dritten Säule der neugeschaffenen Organisation, neben GATS[49] und TRIPS[50]. Das Ziel der WTO ist ein Welthandel ohne Einschränkungen und Hemmnisse, jedoch kann die WTO nur sehr begrenzt Sanktionen bei Verstößen verhängen und ist auf die Kompromissbereitschaft seiner Mitglieder angewiesen. Länder wie China oder Russland sind nicht in der WTO vertreten, was andeutet, dass es noch ein langer Weg zu einem uneingeschränkten Welthandel ist, zumal Freihandelszonen wie die NAFTA oder die EU die Meistbegünstigungsklausel immer wieder aushebeln.[51]

Dabei sind die Leidtragenden vor allem die Entwicklungsländer, die von diesen Vergünstigungen nicht profitieren können. Im Jahr 1963 regten Entwicklungsländer die Gründung einer Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) an, die dann von den Vereinten Nationen umgesetzt wurde.[52] Einer der wichtigsten Punkte der Konferenz war die Stabilität der Rohstoffpreise, da fast alle Entwicklungsländer von diesen abhängig waren (und noch immer sind). Mittels Krediten und Fonds wurden einige Rohstoffsektoren immer wieder gestützt, um die Preise nicht absacken zu lassen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Entwicklungsländer war die Unterrepräsentation in Weltbank und IWF.[53]

3.3.2. IWF und Weltbank

Der IWF (Internationale Währungsfond) wurde auf der Grundlage des Abkommens von Bretton Woods[54] im Jahr 1945 gegründet und hat folgende Ziele: Die Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik, die Förderung des Welthandels, sowie die Vergabe von Mitteln des Fonds an Mitglieder zur Hilfe bei Zahlungsbilanzproblemen.

In einem solchen Fall kann ein Land unterschiedliche Kreditarten in Anspruch nehmen, je nach Ausgangslage. Die Kredite sind allerdings an ökonomische Auflagen geknüpft, z. B. Antiinflationspolitik, die Kürzung von Staatsausgaben oder die Liberalisierung der einheimischen Wirtschaft. Die Vergabe dieser Kredite ist allerdings nicht unumstritten, da einige Experten meinen, die Kredite würde zu gering ausfallen und zu spät gewährt, andere hingegen meinen, die Kredite sollten noch mehr eingeschränkt werden, da diese zu risikoreichen Spekulativinvestitionen führen würden.[55]

Die Darlehen der Weltbank sind an weit weniger strenge Vorgaben geknüpft, lediglich müssen die Gelder für wirtschaftliche Projekte verwendet werden, die die ökonomische Entwicklung des Empfängerlandes verbessert. Die Laufzeit dieser Kredite beträgt 15 bis 20 Jahre und heutzutage werden sie meistens an Entwicklungsländer vergeben. Dazu hat die Weltbank auch beratende Funktion in wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Fragen. Der Unterschied zum IWF besteht vor allem in der Langfristigkeit der Kredite, da der IWF vor allem in akuten Situationen handelt, das Geld aber nur für 3 bis 5 Jahre verleiht.[56]

3.3.3. Die europäische Integration

Mit der Gründung der EGKS im Jahr 1951 beginnt der europäische Integrationsprozess, der bis heute andauert und noch nicht abgeschlossen ist. Der EWG-Vertrag von 1957. Der Kern dieses Vertrages war die Schaffung einer Zollunion und eines gemeinsamen Marktes. Zum Ziel der Zollunion gehörte die Beseitigung von Zöllen und Kontingenten für den innergemeinschaftlichen Warenverkehr sowie die Schaffung eines gemeinsamen Außenzolls. Mit dem Ziel des gemeinsamen Marktes waren der freie Warenverkehr, Niederlassungsfreiheit, freier Kapital- und Dienstleistungsverkehr und die Freizügigkeit der Arbeitskräfte verbunden.[57]

In den folgenden Jahren wurden die EWG-Beschlüsse sukzessive umgesetzt, so erfolgte ein völliger Abbau aller Handelshemmnisse erst 1980 und der Beitritt weiterer Länder eingeleitet.

Dieser Erweiterungsprozess – so die Teilnehmer auf der Konferenz in Den Haag 1969 – sollte nun verstärkt und die Gemeinschaft vertieft werden. 1973 traten Dänemark, Großbritannien und Irland der EG bei, fünf Jahre später wurde das EWS (Europäische Währungssystem) ins Leben gerufen, dass auf eine Zone stabiler Wechselkurse und stabilitätsorientierter Wirtschaftspolitik abzielte.[58]

Anfang der 80er Jahre traten dann Griechenland, Portugal und Spanien der EG bei und es wurden immer mehr Politikfelder gemeinsam abgestimmt. Das Projekt Europa erhielt im Jahr 1992 mit dem Vertrag von Maastricht sein ehrgeizigstes Ziel: Der wirtschaftlichen auch eine politische Einigung folgen zu lassen. Die Einführung des Euro, sowie sicherheitspolitische Übereinkünfte in der KSZE sind nur einzelne Maßnahmen auf diesem Weg.[59]

4. Schluss

Die Entwicklung der Globalisierung geht also weiter, doch wann genau begann sie nun?

Einige Autoren weisen darauf hin, dass es seit der Antike Warenaustausch gibt und die Globalisierung kein linearer Prozess ist, sondern eher in Schüben auftritt.[60] Andere definieren Globalisierung als funktionierende Weltwirtschaft, von der allerdings erst 1960 gesprochen werden kann.[61] Da es also keine einheitliche Position zu diesem Thema unter den Historikern und Wirtschaftswissenschaftlern gibt, möchte ich den Anfang der Globalisierung auf das Ende des 15. Jahrhunderts datieren.

Mit Beginn der Eroberung der „neuen Welt“ wurde ein neues Zeitalter eingeläutet. Die Expansion der Europäer führte zu der Gründung von Kolonien in aller Welt und es wurden neue Rohstoffe, Märkte und Produktionsmöglichkeiten entdeckt. Diese Kolonien und Rohstoffe ermöglichten die Industrialisierung in Europa erst, da die Nationalstaaten über genug Geld und Grundstoffe verfügten, um die industrielle Produktion und Entwicklung zu forcieren.

Dass die Entwicklung Mitte des 20. Jahrhunderts noch mal enorm an Tempo zulegte ist unbestreitbar und das die Diskussion[62] heute so engagiert geführt wird verständlich, denn die Zahlen sind beeindruckend: Die Produktion versiebzehnfachte sich zwischen 1948 und 1997, der internationale Warenhandel wuchs auf ein 30faches.[63] Die Globalisierung hat in dieser Zeit also enorm an Dynamik gewonnnen.

Doch daran haben bei weitem nicht alle Länder Anteil, im Jahr 1999 entfielen auf die westlichen Industrienationen inklusive Japan 66,5 % aller weltweiten Exporte. Die Entwicklungsländer insgesamt hatten in diesem Jahr einen Anteil von nur 29,8 % an allen internationalen Ausfuhren.[64]

Die Risiken dieser Entwicklung sind ebenfalls identifiziert: Nationalstaatliche Politiken greifen immer weniger und es „droht die Entgrenzung der wirtschaftl[ichen] Prozesse die bestehenden sozialen Integrationsmechanismen zu überfordern und die demokratischen Kontrollverfahren auszuhebeln, die jeweils nur nat[ionalen] Wirkungshorizont besitzen.“[65]

Im Moment weist nichts darauf hin, dass die Globalisierung abgeschwächt wird oder ein anderer Trend sich durchsetzt. Die Weltgemeinschaft ist gefordert, die Probleme und Risiken[66] der Globalisierung auszumachen, einzuordnen und Lösungsvorschläge[67] zu erarbeiten. Doch angesichts der Vielschichtigkeit des Phänomens und der vielen unterschiedlichen Bereiche die die Globalisierung berührt[68], sehe ich so schnell keine angemessenen Instrumente, um die negativen Aspekte der Globalisierung abzuschwächen.

5. Literaturverzeichnis

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[...]


[1] Vgl. die Tabelle auf Seite 49 in: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Schlussbericht der Enquete-Kommission: Globalisierung der Weltwirtschaft. Opladen 2002. Hier wird anschaulich dargestellt, dass 1993 der Begriff 34-mal in der FAZ genannt wurde und im Jahr 2001 das Wort „Globalisierung“ über 1100-mal verwendet wurde.

[2] Das folgende Zitat beschreibt diese Situation sehr gut: „Globalisierung ist sicher das am meisten gebrauchte - missbrauchte - und am seltensten definierte, wahrscheinlich missverständlichste, nebulöseste und politisch wirkungsvollste (Schlag- und Streit-) Wort der letzten, aber auch der kommenden Jahre.“ in: Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung? Frankfurt a. M. 1997. S. 42

[3] Lusser, Markus: Geldpolitik : Notenbank, Staat und Wirtschaft. Zürich 1996. S. 183

[4] Siehe hierzu: Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung? Frankfurt a. M. 1997. S. 50ff

[5] Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Opladen 82000. S. 137

[6] Dieckheuer, G./Lueb, T./Plaßmann, G.: Risiken, Chancen und Anpassungsstrategien in den Industrieländern, insbesondere in Deutschland. in: Eschenburg, Rolf/Dabrowski, Martin (Hrsg.): Konsequenzen der Globalisierung: Ökonomische Perspektiven für Lateinamerika und Europa. Münster 1998. S. 299f

[7] Siehe hierzu: Pohl, Hans (Hrsg.): Aufbruch zur Weltwirtschaft: Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg. Stuttgart 1989.S. 9ff

[8] Vgl.: Wallerstein, Immanuel: Globalization or the Age of Transition? A Long-Term View of the Trajectory of the World System, in: International Sociology, Vol. 15(2) (Juni 2000), S. 251

[9] Siehe hierzu auch den Beitrag: Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/veranstaltungen/VUPFLA,0,0,Globalisierung:_Geschichte_und_Dimensionen_eines_Begriffs.html [Stand: 05.07.2003]

[10] Vgl.: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Schlussbericht der Enquete-Kommission: Globalisierung der Weltwirtschaft. Opladen 2002. S. 49 und Ploetz, Karl Julius: Der große Ploetz : Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte. Freiburg 1998. S. 652ff

[11] Vgl.: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. S. 168ff

[12] Vgl.: List, Martin/Behrens, Maria/Reichardt, Wolfgang/Simonis, Georg: Internationale Politik: Probleme und Grundbegriffe. Opladen 1995. S. 131f

[13] Vgl.: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. S. 172ff

[14] Vgl.: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. S. 181ff

[15] Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 10

[16] Vgl.: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. S. 185ff

[17] Siehe hierzu: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 385f

[18] Vgl.: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. S. 190ff

[19] Als Beispiel seien genannt: Koksherstellung (1735), Dampfmaschine (1769), Eisenbahn (1804), Telegraph (1837), Fotografie (1838), Telefon (1861), Elektro-Glühbirne (1879), Radium (1898).

[20] „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations” im Jahr 1776.

[21] Vgl.: Cameron, Rondo: Geschichte der Weltwirtschaft. Stuttgart 1991. S. 24ff

[22] Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 12

[23] Sein Hauptwerk "On the principles of political economy and taxation" erschien 1817.

[24] Siehe zur „Theorie der komparativen Kosten“ auch: Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 12

[25] Bundeszentrale für politische Bildung: Informationen zur politischen Bildung: Globalisierung. Heft 263. S. 13

[26] Vgl.: Ebd. S.12

[27] Lesen Sie hierzu auch Tilly, Richard H.: Globalisierung aus historischer Sicht und das Lernen aus der Geschichte. Köln 1999.

[28] Vgl.: Ploetz, Karl Julius: Der große Ploetz : Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte. Freiburg 1998. S. 690ff

[29] Aufgrund einer von New York und Wien ausgehenden Finanzkrise; diese dauerte bis 1890 an.

[30] Laut der marxistischen Imperialismustheorie verschärfte sich der Wettbewerb innerhalb der kapitalistischen Welt, so dass Großunternehmen entstanden und kleine Unternehmen verschwanden. Jene Großunternehmen akkumulierten sehr schnell Kapital und da die Kaufkraft der inländischen Bevölkerung nicht ausreichte um alle Waren der großbetrieblich organisierten Industrie zu kaufen, sank die Profitrate. Um weiter wachsen zu können, mussten also neue Märkte und Investitionschancen erschlossen werden. Jedoch war diese Theorie nicht haltbar, da z. B. Frankreich und Großbritannien nur 10-25% in den Kolonien und den Rest innerhalb Europas investierten. Der Imperialismus ist daher eher auf nationalistische Bestrebungen der einzelnen Staaten zurückzuführen. Siehe hierzu: Fröhlich, Michael: Imperialismus: Deutsche Kolonial- und Weltpolitik von 1880 bis 1914. München 21997.

[31] Vgl.: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 387

[32] Siehe hierzu: Leisering, Walter: Putzger Historischer Weltatlas. 1011991. S. 98

[33] Vgl.: Ploetz, Karl Julius: Der große Ploetz : Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte. Freiburg 1998. S. 690ff

[34] Vgl.: Pohl, Hans (Hrsg.): Aufbruch zur Weltwirtschaft: Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg. Stuttgart 1989.S. 139f

[35] Vgl.: Pohl, Hans (Hrsg.): Aufbruch zur Weltwirtschaft: Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg. Stuttgart 1989. S. 204ff

[36] Vgl.: Murphy, Craig N.: Globalization and Governance: A Historical Perspective. in: Axtmann, Roland (Hrsg.): Globalization & Europe, London 1998. S. 150ff

[37] Siehe hierzu: Leisering, Walter: Putzger Historischer Weltatlas. 1011991. S. 97

[38] Vgl.: Cameron, Rondo: Geschichte der Weltwirtschaft. Stuttgart 1991. S. 64ff

[39] Vgl.: Leisering, Walter: Putzger Historischer Weltatlas. 1011991. S. 96

[40] Vgl.: Pohl, Hans (Hrsg.): Aufbruch zur Weltwirtschaft: Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg. Stuttgart 1989. S. 244ff

[41] Vgl.: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 389f

[42] Darauf weisen Auslandsdirektinvestitionen, Produktivität und Technologieinnovationen hin.

[43] Vgl.: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Schlussbericht der Enquete-Kommission: Globalisierung der Weltwirtschaft. Opladen 2002. S. 50

[44] General Agreement on Tariffs and Trade

[45] Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 236

[46] Vgl.: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 390

[47] Vgl.: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 390f

[48] Mehr zu den GATT-Runden findet sich bei List, Martin/Behrens, Maria/Reichardt, Wolfgang/Simonis, Georg: Internationale Politik: Probleme und Grundbegriffe. Opladen 1995. S. 170ff

[49] General Agreement on Trade and Services: Hier handelt es sich um eine Liberalisierung der Dienstleistungen.

[50] Trade-Related Intellectual Property Rights: Soll den Patentklau stoppen und dem Schutz geistigen Eigentums ausweiten.

[51] Vgl.: Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Opladen 82000. S. 546ff

[52] Siehe hierzu: Gareis, Sven Bernhard/Varwick, Johannes: Die Vereinten Nationen: Aufgaben, Instrumente und Reformen. Opladen 22002. S. 228ff

[53] Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 234

[54] Mehr zum Währungssystem von Bretton Woods findet sich bei Samuelson, Paul A./Nordhaus, William D.: Volkswirtschaftslehre. Wien 151998. S.832ff

[55] Vgl.: Keim, Helmut/Steffens, Heiko (Hrsg.): Wirtschaft Deutschland. Köln 2000. S. 399ff

[56] Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung: Wirtschaft heute. Bonn 2000. S. 272

[57] Vgl.: Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Opladen 82000. S. 90f

[58] Siehe hierzu: Schöllgen, Gregor: Geschichte der Weltpolitik von Hitler bis Gorbatschow. München 1996. S. 427ff

[59] Siehe Entwicklung Europas auch Weidenfeld, Werner/Wessels, Wolfgang (Hrsg.): Europa von A-Z: Taschenbuch der europäischen Integration. Bonn 1994. 336ff

[60] Siehe Edelmayer, Friedrich/Landsteiner, Erich/ Pieper, Renate (Hrsg.): Die Geschichte des europäischen Welthandels und der wirtschaftliche Globalisierungsprozeß. Oldenbourg 2001. S. 15f und bei Schreiber, Waltraud (Hrsg.): Vom Imperium Romanum zum Global Village : "Globalisierungen" im Spiegel der Geschichte. Neuried 2000.

[61] Vgl.: Baylis, John/Smith, Steve: The Globalization of Worls Politics. Oxford 32001. S. 17

[62] Siehe hierzu Waters, Malcolm: Globalization. London 1996.

[63] Vgl.: Nuscheler, Franz: Entwicklung und Frieden im Zeichen der Globalisierung. Bonn 2000. S. 176

[64] Vgl.: Fischer Weltalmanach 2002, Frankfurt a. M. 2001. S. 1217

[65] Nohlen, Dieter (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik. München 22002. S. 182

[66] Vgl.: Kaiser, Karl/Schwarz, Hans-Peter (Hrsg.): Weltpolitik im neuen Jahrhundert. Baden-Baden 2000. S. 255ff

[67] Vgl.: Nohlen, Dieter (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik. München 22002. S. 183

[68] Siehe hierzu: Hopkins, A. G. (Hrsg.): Globalization in World History. London 2002. und Weizsäcker, Carl Christian von: Logik der Globalisierung. Göttingen 1999.

Details

Seiten
22
Jahr
2003
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108200
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
Schlagworte
Wirtschaftliche Globalisierung Phänomen Eine Einordnung Herausforderungen

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Titel: Wirtschaftliche Globalisierung - ein neues Phänomen? - Eine historische Einordnung