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Die ökologischen Aspekte des Marketings

Facharbeit (Schule) 2003 11 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhalt

I Vorwort

1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2 Definitionen und Abgrenzung der zentralen Begriffe
2.1 Definition von Marketing
2.2 Instrumentarium des Marketings
2.2.1 Angebotspolitik
2.2.2 Distributionspolitik
2.2.3 Kommunikationspolitik
2.3 Kombination der Instrumente
2.4 Definition von Ökologie
2.5 Das ökologische (umweltpolitische) Instrumentarium
2.5.1 Grundlagen des Deutschen Umweltrechts
2.5.2 Ökosteuern
2.5.3 Subventionen

3 Ökologieorientiertes Marketing - ein Widerspruch?
3.1 Die ökologischen Aspekte des Marketings
3.2 Beispiele für Ökologieorientiertes Marketing

4 Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

I Vorwort

Die folgende Projektarbeit soll klären, welche ökologischen Aspekte im Marketing anzutreffen sind oder ob effektives Marketing und gesundes ökologisches Denken sich gegenseitig ausschließen. Im ersten Kapitel zeige ich die Problemstellung und den Aufbau der Arbeit auf. Im zweiten Kapitel sollen die wesentlichen Charakteristika der zentralen Begriffe dargestellt werden. Zudem werde ich erläutern, warum ich mich auf die von mir gewählten Punkte beschränke. Das dritte Kapitel wird dann zeigen, ob und wie diese zentralen, doch scheinbar widersprüchlichen Begriffe miteinander kombiniert werden können. Im vierten Kapitel werde ich eine Schlussbetrachtung der besprochenen Themen vornehmen. Ich werde die Definitionen und ihre Unterpunkte nur kurz und prägnant formulieren, da sonst der Rahmen dieser Projektarbeit gesprengt würde.

1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit

Die Grafik zeigt das komplexe Beziehungsgefüge von Markt, Umwelt und Unternehmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beziehungsgefüge Unternehmen, Markt, Umwelt (Lötters, 1998, S. 12)

Unter anderem gibt es die sozio-kulturelle Umwelt, die rechtlich-politische Umwelt, die technologische Umwelt, die ökologische und ökonomische Umwelt. Auf letztere Beiden werde ich mich beschränken, da nur diese für die Projektarbeit relevant sind. Laut Dr. George Winter beinhaltet die ökologische Umwelt die unbelebte Natur mit den dazugehörigen Umweltmedien Boden, Wasser, Luft und die belebte Natur mit den Bereichen Ökosysteme, Mensch, Flora und Fauna. Die ökonomische Umwelt hingegen sei generell durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet. Sie soll hierbei die für das Unternehmen relevanten Wirtschaftssubjekte wie Lieferanten, Kunden und Wettbewerber, aber auch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und volkswirtschaftliche Gesamtgrößen (z. B. das Bruttosozialprodukt) einhalten (vgl. Dr. Winter, 1996, S. 7 und S. 10). Ich werde die ökologische und ökonomische Umwelt in Bezug zum Marketing setzen und dabei erläutern, ob und wie eine Übereinkunft möglich ist.

2 Definitionen und Abgrenzung der zentralen Begriffe

2.1 Definition von Marketing

Eigentlich gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs Marketing, auch die Entstehung des Begriffs ist nicht geklärt. 1905 gab es historisch belegt erstmalig eine Vorlesung mit dem Thema: ,,Das Marketing von Produkten" unter Professor W. E. Kreusi (vgl. Hesse/ Neu/ Theuner, 1997, S. 11). Hier folgen zwei Beispiele für Definitionen von Marketing. So beschreibt Becker Marketing als ,,die rationale Antwort auf grundlegend veränderte Marktverhältnisse (Übergang von Knappheitswirtschaft zur Überflusswirtschaft)" (vgl. Lötters, 1998, S. 9). Eine verständliche und treffende Definition lautet: ,,Marketing ist die Kunst, Kunden auf gewinnbringende Weise zu finden und zufrieden zu stellen." (www.marketingcliff.de/Marketing/Was_ist_Marketing_/ was_ist_marketing_.html, Stand: 19.04.2003)

2.2 Instrumentarium des Marketings

Becker schreibt in seinem Buch ,,Das Marketingkonzept - Zielstrebig zum Markterfolg!", dass Marketinginstrumente jene operativen Mittel seien, mit denen Unternehmen im Sinne ihrer Ziele und Strategien auf Märkte aktiv einwirken (vgl. Becker, 1999, S. 98). Für meine Projektarbeit habe ich drei Instrumente, die ich für besonders wichtig erachte, ausgewählt: die Angebotspolitik, die Distributionspolitik und die Kommunikationspolitik.

2.2.1 Angebotspolitik Um das angebotspolitische Instrument richtig zu nutzen stehen drei Basisinstrumente bereit:

Produktgestaltung Programmgestaltung Preisgestaltung

Die Produktgestaltung ist das wichtigste Element der Angebotspolitik. Über die Produktgestaltung wird entschieden, welche Arten von Produkten oder Leistungen den Kunden angeboten wird. Dabei stehen zwei Produktgestaltungsebenen im Vordergrund:

Die Technisch-funktionale Leistung (das Produktinnere oder der Produktkern). Die Formal-ästhetische Leistung (das Produktäußere oder das Produktdesign).

Da die Konkurrenz unter den Wettbewerbern sehr hart ist, sind sie gezwungen die Produkte permanent zu verbessern, oder weitere Kaufanreize zu bieten wie lange Garantieleistungen oder z. B. serienmäßige Ausstattung eines Automobils mit Klimaanlagen (vgl. Becker, 1999, S. 99). Das Basisinstrument Programmgestaltung ist ein zweiter wichtiger Baustein der Angebotspolitik. Es wird entschieden, welche Produkte in welchen Ausführungen angeboten werden sollen. So wird über die Programmbreite bzw. über die Programmtiefe entschieden:

Universalisten haben ein breites, jedoch flaches Produktprogramm, d. h., sie haben mehrere Produktarten, aber nur eine streng begrenzte Anzahl an Ausführungen. Spezialisten haben hingegen ein schmales, jedoch tiefes Programm, d. h. sie haben wenig Produktarten, diese aber in vielen Ausführungen (vgl. Becker, 1999, S. 99).

Die Produktpalette sagt oft etwas über die Historie eines Unternehmens aus. So lassen sich häufig Ursprungsprodukte finden, von dem bestimmte Programmfolgen ausgehen wie beispielsweise bei Brandt Zwieback.

Unternehmen haben jeweils unterschiedliche Ursprünge. Ausgangspunkt bildet nicht selten ein bestimmtes Basisprodukt, von dem gezielte ,,logische" Programmfolgen ausgehen. (Becker, 1999, S.110)

Da die Rentabilität eines Produktes gewährleistet sein muss und die Kunden sich am Preis -Leistungs-Verhältnis orientieren, ist die Frage, welches Entgelt für das Produkt gezahlt werden muss, eine essenzielle Grundlage der Preisgestaltung. Die folgenden Grafiken werden dies verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Typische Preis-Leistungs-Verhältnisse Zusammenhang zwischen (PLV) im Markt Preis-Leistungs-Verhältnis und Rentabilität (ROI) (Becker, 1999, S. 115) Um das Produkt durch eine optimale Preisbestimmung rentabel zu machen gibt es drei Orientierungsmöglichkeiten:

Kostenorientierung Nachfrageorientierung Konkurrenzorientierung

Eine weit verbreitete Orientierungsmöglichkeit ist die Kostenorientierung, da diese auf der Grundlage der Kostenrechnung basiert und somit relativ einfach ist. (vgl. Becker, 1999, S. 121 - Preiskalkulation auf Voll-/ Teilkostenbasis)

2.2.2 Distributionspolitik

Unter Distribution versteht man den Weg, den ein Produkt bzw. eine Dienstleistung von der Erstellung bis zum Endverbraucher durchläuft. Dabei spielen die Absatzwege eine wichtige Rolle. Hierbei kann man grundsätzlich zwei Wege unterscheiden, den direkten und den indirekten Absatzweg. Bei dem direkten Absatzweg kann der Kunde direkt beim Hersteller kaufen, dies wird als ,,Absatz unter Ausschaltung des Handels" bezeichnet (Lötters, 1998, S. 151). Beim indirekten Absatzweg wird der Handel eingeschaltet, der Kunde kauft nicht beim Hersteller, sondern bei einem seiner Vertriebspartner.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Lötters, 1998, S. 149)

2.2.3 Kommunikationspolitik

Die Kommunikationspolitik ist ein äußerst weitreichendes Gebiet, da jedoch nicht alles für diese Projektarbeit relevant ist, werde ich mich auf die folgenden Punkte beschränken: Die Grundlagen des Kommunikationsprozesses, Sponsoring, PR (Public Relations), Merchandising und Werbung.

Aufgabe der Kommunikation ist die Übermittlung von Nachrichten/ Botschaften zwischen Sender und Empfänger mit dem Ziel, den Empfänger in der vom Sender gewünschten Weise zu beeinflussen ( Lötters, 1998, S. 151).

Ein bekanntes Element der Kommunikationspolitik ist das Sponsoring. Hier wird eine Veranstaltung, eine Einrichtung, aber auch Aktionen mit aktuellem Hintergrund etc., mit Geld unterstützt. Den Geldgeber nennt man Sponsor. Ziel des Sponsorings ist z. B. die Steigerung des Bekanntheitsgrades und die Umgehung von Werbebeschränkungen. Die bekannteste Art des Sponsorings ist das Sport-Sponsoring. Dabei werden einzelne Sportler, Vereine oder ganze Sportveranstaltungen finanziell unterstützt. Weitere Formen sind das so genannte Sozial-Sponsoring und das Kultur-Sponsoring. Durch das Sozial-Sponsoring werden soziale Einrichtungen, Umwelt oder Gesundheit unterstützt. Beim Kultur-Sponsoring werden Kunst, Kultur oder Musikveranstaltungen unterstützt. Häufig wären die Gemeinden nicht in der Lage solche kulturellen Veranstaltungen zu finanzieren und somit wäre das kulturelle Angebot ohne diese Sponsoren um ein vielfaches ärmer (Lötters, 1998, S. 173 f.). Öffentlichkeitsarbeit, auch Public Relations genannt, ist kein eindeutig einzusetzendes Instrument. Alternativen zur Nutzung dieses Instruments sind beispielsweise:

Pressekonferenzen Geschäftsberichte Tag der offenen Tür oder Betriebsbesichtigungen

(vgl. Lötters, 1998, S. 179) Eine weitere Möglichkeit beim Betreiben von Kommunikationspolitik ist das Merchandising. Dabei soll ein bekannter Name als Werbemittel eingesetzt werden. So nutzt z. B. die Firma Pfanni die Familie Feuerstein zur Vermarktung eines ihrer Produkte (vgl. Lötters, 1998, S. 179). Die Hauptaufgabe der Werbung ist es, Produkte bekannt zu machen und gezielt ein Image aufzubauen. Der Werbewettbewerb ist allerdings so stark, dass auf der Seite des Verbrauchers ein Informationsüberfluss gegeben ist. Infolgedessen ist es sinnvoll ein Werbekonzept zu planen, welches die Werbeaussage, den Werbeträger und das Verbraucherverhalten beinhaltet. Oft geschieht dies mittels des AIDA - Modells:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Allgemeines Modell der Wirkung von Werbung (AIDA - Schema) (Becker, 1999, S. 158)

2.3 Kombination der Instrumente

Die Feinabstimmung der besprochenen Instrumente stellt ein komplexes Problem dar. Zur Lösung dieses Problems gibt es keine einheitliche Formel. Jedes Unternehmen muss bei jedem einzuführenden Produkt eine neue Kombination erarbeiten. In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff Marketingkonzeption. Darunter versteht man einen gedanklichen Entwurf, der sich an bestimmten Zielen orientiert. In diesem Konzept sind grundsätzliche Strategien und der geplante Einsatz von vorhandenen Instrumenten zusammengefasst (vgl. Tiebler, 1996, S. 5). Die folgende Grafik zeigt auf, welche Prozesse/Schritte bei einem geplanten Mix beachtet werden müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gestufter Marketingmix-Prozess (Becker, 1999, S. 190)

2.4 Definition von Ökologie

Ökologie (gr. oikos = Haus, logos = Rede, Lehre) ist die Lehre von der Beziehung von Organismen untereinander und zur Umwelt. Sie untersucht ihre zeitliche Entwicklung, Krisen darin und Mechanismen der Wiederherstellung eines Gleichgewichtes ( http://www.umis.de/umis /archiv/glossar/ glossaro.html#54, Stand: 14.05.2003 ).

2.5 Das ökologische (umweltpolitische) Instrumentarium

2.5.1 Grundlagen des Deutschen Umweltrechts

Anfang der 70er Jahre begann die Umweltgesetzgebung und seitdem beruht sie auf drei umweltpolitischen Prinzipien:

Vorsorgeprinzip

Verursacherprinzip

Kooperationsprinzip

Durch das Vorsorgeprinzip werden z. B. Grenzwerte des Schadstoffausstoßes beim Bau und Betrieb von Maschinen festgelegt. Die Kernaussage des Verursacherprinzips besagt, dass der jenige, der die Umwelt belastet oder beschädigt, die Kosten dafür zu tragen hat. Darüber hinaus ist der Verursacher auch strafrechtlich belangbar. Die gesamte Gesellschaft inklusive aller zugehörigen Personengruppen, Unternehmen, Vereine etc. soll durch Kooperationsprinzip, oder auch Gemeinschaftsprinzip genannt, aktiv am Umweltschutz teilnehmen. Zudem sollen umweltpolitische Entscheidungen mit der Öffentlichkeit zusammen entschieden werden (vgl. Dr. Winter, 1996, S. 133 f.). Man unterscheidet in der Umweltpolitik zwischen zwei Grundbegriffen, den sogenannten Emissionen und den Immissionen. Emissionen sind unterschiedliche Arten von Umweltbelastungen wie Schmutz, Strahlen oder Staub. Diese werden an die Umweltmedien (Luft, Boden und Wasser) abgegeben. Emissionen können unter Umständen zu Immissionen führen. Immissionen sind negative Umwelteinwirkungen auf Mensch, Tier, Pflanzen und die unbelebte Natur. Ob diese Emissionen zu Immissionen führen hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, z. B. von der Stärke und der Dauer der Emissionen oder von der Selbstreinigungskraft der Natur. Trotz der bekannten Wirkung von Immissionen auf die belebte und unbelebte Umwelt werden seit langem enorme Mengen von Emissionen an die Umwelt abgegeben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Umwelt starke Schäden wie z. B. Verringerung der Ozonschicht oder Waldsterben davonträgt. Dadurch, dass die uns umgebene Natur im hohen Maße als ,,frei verfügbar" angesehen wird und für die Nutzung keinerlei Kosten erhoben werden, entsteht der Eindruck, dass dieses Gut scheinbar unbegrenzt verfügbar ist. Heute versucht man dieses Fehldenken mit Ge- und Verboten, Appellen, Subventionen und Ökosteuern von staatlicher Seite aus wieder zu korrigieren (vgl. Boller/ Schuster, 2001, S. 493).

2.5.2 Ökosteuern

Als ein solches Instrument hat die Ökosteuer das Ziel, die menschliche Arbeit zu verbilligen und den Naturverbrauch zu verteuern. Diese Idee besteht seit 20 Jahren und geht auf Prof. Binswanger zurück. Im Laufe der Zeit trat allerdings wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit immer mehr der Aspekt, die menschliche Arbeit zu verbilligen, in den Vordergrund (vgl. http://www.nachhaltig-leben.de/OESTEUER.HTM, Stand: 03.05.2003). Die Ökosteuer dient außerdem dazu, umweltschädliche Rohstoffe und Emissionen so zu verteuern, dass sie ökonomisch unattraktiv werden. Besonders interessant ist dieses Instrument für den Staat, da er so eine doppelte Dividende einstreicht: Zum einen übt der Staat umweltpolitischen Einfluss aus, zum anderen werden hohe Steuereinnahmen verbucht (vgl. http://www.excha.de/upolitik.htm, Stand: 04.05.2003). Effektiv ist diese Form von Steuern allerdings nur dann, wenn die Kosten zur Vermeidung von Umweltschäden niedriger sind als die Steuern für eine höhere Umweltbelastung.

2.5.3 Subventionen

Eine Möglichkeit, die Unternehmen zu ökologischem Denken zu bringen, ist über Subventionen zu erreichen. Der Ansatzpunkt bei Subventionen ist ein anderer, aber das Ziel ist dasselbe wie bei den Ökosteuern. Subventionen sind staatliche Unterstützungen. So kann der Staat finanzielle Unterstützung für Unternehmen bieten, die über ihre eigene Pflicht hinaus weitere Umweltschutzmaßnahmen treffen.

Dementsprechend werden zunehmend marktkonforme Instrumente der Umweltpolitik bevorzugt. Dazu gehören zunächst freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, die im Konsens bestimmte Umweltstandards freiwillig akzeptiert. Darüber hinaus werden sogenannte Bonus-Malus Systeme vorgeschlagen, denen zufolge ökologische Effizienz durch Subventionen belohnt wird, um so Anreize für umweltkonformen Fortschritt zu schaffen, wogegen Ineffizienz durch Sanktionen bestraft werden soll. Subventionen können so auch Anreize für bestimmte Techniken schaffen, die als ökologisch sinnvoll erachtet werden. Beispiel hierfür ist die Subventionierung von erneuerbaren Energien durch das sogenannte Einspeisegesetz (http://www.excha.de/upolitik.htm, Stand: 26.04.2003 ).

3 Ökologieorientiertes Marketing - ein Widerspruch?

In diesem Kapitel werde ich der Frage nachgehen, ob Ökologieorientiertes Marketing ein Widerspruch ist, oder ob es einen gesellschaftlich sinnvollen Ansatz zur Lösung ökologischer Probleme in Einklang mit der Erzielung wirtschaftlicher Gewinne bietet. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass der Gesetzgeber von den Unternehmen ein gewisses Umweltbewusstsein erwartet und dies auch mit entsprechenden Mitteln durchzusetzen weiß.

3.1 Die ökologischen Aspekte des Marketings

In den frühen Jahren der Industrialisierung nahm man die zunehmende Umweltverschmutzung durch die wachsende Industrie nicht wahr, obwohl ,,die Theoretischen Grundlagen der volkswirtschaftlichen Umweltökonomie mit der Theorie externer Effekte bereits sehr früh gelegt wurden" (Marschall 1890/ Pigou 1920; - zitiert nach: Tiebler, 1996, S. 1). Damals waren Begriffe wie Marketing oder Ökologie kaum geläufig, da sie noch im Entstehen waren (vgl. Abschnitt 2.1). Heute kann man der Frage, ob Ökologieorientiertes Marketing ein Widerspruch ist, ein klares Nein entgegensetzen. Mit dem Aufkommen der ersten Umweltgesetzgebung in den siebziger Jahren entstanden auch die Idee und der Begriff des Öko-Marketings. Erste wesentliche Forschungen bezüglich Ökologieorientiertem Marketings erfolgten dann in den achtziger Jahren. Obwohl die Anzahl der Publikationen zu diesem Thema von Mitte der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre drastisch angestiegen sind, schien das ökologische Interesse der Öffentlichkeit, laut einer Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken, doch recht begrenzt zu sein. Als Grund gaben die Bürger eine massiv verbesserte Umweltqualität an. Auch sieht es so aus, als ob der Umweltschutz in vielen Bereichen zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. (vgl. Boller/ Schuster, 2001, S. 507; Tiebler, 1996, S. 9 f.). Es ist erwiesen, dass das heutige Verständnis von Marketing weit über kurzfristiges Absatzdenken hinausgeht, obwohl dem Marketing immer noch eine Unterstützung der Weg-Werf-Mentalität und der Ressourcen-verschwendung nachgesagt wird. So weiß man heute, dass Marketing alle Marktpartner und Umfeldfaktoren mit einbezieht. Infolgedessen beinhaltet Marketing auch den Umweltschutzaspekt (vgl. Tiebler, 1996, S. 11 f.). Aber wie definiert man nun Ökologieorientiertes Marketing? Tiebler definiert Ökologieorientiertes Marketing als:

Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potentiellen Märkte ausgerichteten Aktivitäten, wobei gleichzeitig deren Auswirkungen auf die natürliche Umwelt berücksichtigt werden (Tiebler, 1996, S. 14).

Es wird also Absatzkontrolle und Absatzförderung und bewusster Umgang mit der Umwelt kombiniert. So bekommen die Basisinstrumente Produkt- und Programmgestaltung weitere Unterpunkte, sozusagen die ökologischen Aspekte des Marketings:

Umweltverträgliche Herstellung der Produkte, Umweltverträglicher Transport der Produkte, Umweltverträgliche Gebrauchs- bzw. Verbrauchsphase, Umweltverträgliche Rückführungs- und Entsorgungsphase.

Die aufgeführten ökologischen Funktionen müssen bereits bei der Produktentwicklung beachtet werden, denn nur so lässt sich ein integriertes und nachhaltiges Umweltkonzept aufbauen (vgl. Becker, 1999, S. 104). Weitere Techniken kommen aus anderen Bereichen wie dem Qualitätsmanagement. Da der Markt sich stetig verändert und die Ansprüche immer höher werden, müssen die Unternehmen ihre Umweltmanagementkonzepte permanent überarbeiten und verbessern und den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Hilfestellungen dabei bieten das ,,Öko-Audit" und das ,,Öko-Controlling". Mit Öko-Audit ist die Überprüfung eines Unternehmensstandortes durch einen Umweltgutachter auf die Erfüllung der Anforderungen des EMAS, Eco-Management and Audit Scheme, gemeint. EMAS ist ein Management-system, das Unternehmen dabei hilft, ihren betrieblichen Umweltschutz eigenverantwortlich und kontinuierlich zu verbessern. An EMAS können sich alle Firmen, die ihren betrieblichen Umweltschutz verbessern möchten, beteiligen. EMAS Teilnehmer erkennt man an dem EMAS-Logo (vgl. http://www.emas-logo.de/Willkommen/willkommen.html, Stand: 22.04.2003). Öko-Controlling:

Das umweltorientierte Controlling ist ein Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung des betrieblichen Umweltschutzes unterstützt (Dr. Winter, 1996, S. 270 - zitiert nach: Hoitsch/ Kals, 1993, S. 80).

Diese Definition enthält die Grundaufgaben des Controllings im direkten Bezug zum Umweltschutz. Es bleibt die Frage, ob und wie dieses Qualitätsmanagement in der Zukunft realisiert werden kann. Beispiele hierzu werden nachfolgend beschrieben.

3.2 Beispiele für Ökologieorientiertes Marketing

Viele Unternehmen werben mit folgenden ökologischen Funktionen eines Produktes:

Umweltverträglichkeit

Recyclingfähigkeit

Mehrwegverpackungen

Nachfüllpackungen

(vgl. Becker, 1999, S. 105) Besonders hervor sticht in diesem Zusammenhang meistens die Waschmittelindustrie. Die Palette der Werbemaßnahmen ist in dieser Branche enorm. Sie reicht von Aktionsware über Gratisproben bis hin zu werbetechnischen Zusammenschlüssen mit Waschmaschinenanbietern. Zum Beispiel wirbt Persil damit, dass eine Kombination ihres Waschmittels und der neuesten Waschmaschine von Siemens ein besonders hervorragendes Waschergebnis aufweisen würde. Natürlich seien beide Produkte äußerst umweltverträglich, das Waschmittel sei selbstverständlich zu 100 % ökologisch abbaubar und die Maschine sei zweifelsohne energiesparend. Nichtsdestotrotz kommen in regelmäßigen Abständen immer neue Produkte auf den Markt, die noch sparsamer und noch umweltverträglicher sind. Doch die Waschmittelindustrie ist nicht die einzige, welche sich die Umwelt zu Nutze macht, um ihre Produkte besser zu vermarkten. Auch die Autoindustrie weiß mit der Umwelt zu werben. Immer mehr Fahrzeuge mit extrem niedrigem Benzinverbrauch kommen auf den Markt. Der neue Polo von VW, der bei 100 Kilometern Laufleistung nur noch 3 Liter Benzin verbraucht, ist zu einem Verkaufsschlager geworden. Sogar die Limousinenklasse wirbt mit niedrigem Verbrauch bei hohem Komfort. Das zeigt, dass Marketing und Ökologie auf keinen Fall ein Widerspruch sind. Nestlé setzt bei seinem Kakaoprodukt ,,Nesquick" seit Jahren auf Nachfüllpackungen. Dies waren nur einige Beispiele, doch die Liste ist beliebig fortführbar.

4 Resümee und Ausblick

Wie sich in der Projektarbeit gezeigt hat, gibt es verschiedene ökologische Aspekte beim Marketing. Diese Aspekte sind wichtige und nicht mehr wegzudenkende Bestandteile des Marketings. Die heutigen ökologischen Ansätze im Marketing sind schon relativ gut ausgebaut, dennoch sagen Kritiker voraus, dass es im Jahre 2022, also 50 Jahre nach Einführung der ersten Gesetzgebungen, kein betriebliches Umweltmanagement mehr geben wird, wenn bis dahin nicht auch soziale Aspekte in dieses Management eingebunden werden. Es ist also nötig, neben den ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten auch die soziale Umwelt mit einzubinden, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Dazu gibt es schon einige Projekte wie z. B. ,,The natural Step" oder ,,das SIGMA Projekt" (vgl. Baumas/ Pape, 2001, S. 240 ff.).

Das ernsthafte ökologische Zusammenwirken von Unternehmen und politischen Kräften in diesen Projekten zeigt, dass ökologisches und politisches Marketing regional und global zu guten Lösungsansätzen führt und ein langfristig schonendes Miteinander von Mensch und Natur ermöglicht.

Literaturverzeichnis

Becker, Jochen: Das Marketingkonzept - Zielstrebig zum Markterfolg. Aachen im Frühjahr 1999. 1. Auflage 1999.

Baumast, Annett/ Pape, Jens. (Hrsg.): Betriebliches Umweltmanagement - Theoretische Grundlagen, Praxisbeispiele. St Gallen und Stuttgart, im Juni 2001. 1. Auflage 2001.

Boller, Eberhard/ Schuster, Dietmar: Praxisorientierte Volkswirtschaft für das Fachgymnasium. Siegen und Gießen, Sommer 2001. 1. Auflage 2001.

Hesse, Jürgen/ Neu, Matthias/ Theuner, Gabriele: Marketing - Grundlagen. Dieburg, Januar 1997. 1 Auflage 1997.

Lötters, Christine: Grundlagen des Marketing. 1. Auflage 1998.

Tiebler, Petra: Ökologieorientiertes Marketing in der Unternehmenspraxis: Frankfurt am Main, Dezember 1996. 1. Auflage 1996.

Winter, Georg (Hrsg.): Ökologische Unternehmensentwicklung. Hammburg, Sommer 1996. 1. Auflage 1996.

Internetquellen:

www.emas-logo.de

www.excha.de

ww.marketingcliff.de

www.nachhaltig-leben.de

www.umis.de

Details

Seiten
11
Jahr
2003
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108303
Note
Schlagworte
Aspekte Marketings

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Titel: Die ökologischen Aspekte des Marketings