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Kunst und Literatur als Motive in Goethes "Die Leiden des jungen Werther"

Hausarbeit 2003 23 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Roman im historischen Kontext
2.1 Definition des Begriffes Empfindsamkeit
2.2 Die Situation des Werther-Lesers
2.3 Gattungshistorische Einordnung des Romans

3 Das Motiv der Literatur
3.1.1 Werther und Homer
3.1.2 Werther und Klopstock
3.1.3 Werther und Ossian
3.1.4 Werther und Lessings „Emilia Galotti“

4 Das Motiv der Kunst
4.1 Werther als Künstler
4.1.1 Die Malerei
4.1.2 Das Schreiben der Briefe
4.1.3 Werthers Lebens als Kunstprodukt?
4.2 Werther als Dilettant

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur

1 Einleitung

„Die Leiden des jungen Werthers“ ist einer der Romane um 1800: er war ein großer Publikumserfolg und gleichzeitig doch umstritten wie kein anderes Werk Goethes. Hauptangriffspunkte der Kritik waren unter anderem der Vorzug des Gefühls vor der Vernunft bei Werther, seine unmoralische Lebensweise und vor allem die kommentarlose Darstellung dieser „Krankheit zum Tode“[1]. Dem Autor wurde vorgeworfen den Suizid zu glorifizieren, so daß sich doch jeder bei etwas Liebeskummer bestätigt fühlen könnte, sich kurzerhand das Leben zu nehmen. Und das nur, weil Goethe die Tat nicht explizit verurteilte.

Die Kritik ließ außer acht, daß Goethes Held jedoch keineswegs positiv oder gar als Vorbild angelegt war. Die Entwicklung hin bis zum Selbstmord Werthers ist sehr komplex und mit zahlreichen Motiven versehen, die bei genauerer Betrachtung Aufschluß darüber geben, wie die Werther-Figur nach Goethe zu verstehen ist.

Diese Hausarbeit greift nun zwei Motive auf, die sich durch den ganzen Roman ziehen und durch die Werthers Persönlichkeit näher erschlossen werden kann: Literatur und Kunst. Im ersten Teil der Arbeit soll der gesellschaftlich-historische Kontext des Romans, insbesondere mit der Epoche der Empfindsamkeit beleuchtet werden. Der Begriff der Empfindsamkeit wird hierbei erläutert und die Situation des Lesers, der damals mit dem Erscheinen des Romans konfrontiert war, umrissen. Dies soll helfen einzuordnen, ob Werther, beziehungsweise der Roman über ihn als Vertreter dieser Strömung zu sehen sind.

Daraufhin wird in der Analyse des Motivs „Literatur“, Werthers Leseverhalten und sein Verhältnis zur Literatur überhaupt untersucht, wie dies sein Denken und Handeln beeinflußt und damit auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung seiner „Krankheit“ spielt.

Da Werther sich selbst immer wieder als Maler darstellt, er also seine Persönlichkeit in gewisser Weise durch Kunst definiert, eignet sich auch dieses Motiv sehr gut, um seine Gedankenwelt näher zu erschließen. Das Augenmerk liegt hier auf seiner tatsächlichen künstlerischen Produktion und seinem künstlerischen Selbstverständnis, das im Anschluß nach Goethes Dilettantismus-Definition bewertet werden soll.

2 Der Roman im historischen Kontext

2.1 Definition des Begriffes Empfindsamkeit

„Mit dem Begriff ‚Empfindsamkeit’ meint die Literaturwissenschaft eine literarisch-ästhetische und moralische Strömung des 18. Jahrhunderts.“[2] Die Empfindsamkeit ist mit den zeitgleichen Strömungen des Sturm und Drang und der Aufklärung eng verwoben. Grundlage für diese Strömung ist, daß nun neben dem Vernunftkult der Aufklärung, auch das Gefühl und die Empfindung zu einem Bestandteil des tugendhaften, mündigen Menschen werden. Die Empfindsamkeit betrachtet sich als Teil des bürgerlichen Emanzipationsstrebens. Von Bedeutung ist, daß nicht die Gefühle alleine den Menschen beherrschen sollen, sondern ein Gleichgewicht der Rationalität und der Empfindungen angestrebt wird. „Über die Zugehörigkeit (zur Empfindsamkeit) entscheidet daher nicht die Intensität des Affektes, sondern die Dialektik des Gefühls, das heißt die Beziehung zwischen Emotion und Bewußtsein“[3] Die übermäßig starken Affekte sind verpönt und sollen mit Hilfe des Verstandes kontrolliert und gemäßigt werden. In diesem Zusammenhang ist deshalb auch immer wieder von sanften Empfindungen die Rede.

Ein weiteres Merkmal des empfindsamen Menschen ist, daß er sich durch seelische Aufgeschlossenheit und soziale Tugend[4] auszeichnet und nicht nur auf sich und seine subjektive Gefühlswelt konzentriert ist, so daß er der Außenwelt um ihn herum keine Aufmerksamkeit schenkt. „Die bewußt gewordenen Empfindungen (der Zärtlichkeit, der Sympathie, des Mitleids) sollen in den Dienst des geselligen Umgangs gestellt werden, wie umgekehrt der menschliche Kontakt zum Anlaß von genußfähigen Empfindungen wird.“[5]

Ist der Mensch jedoch nur noch auf das Ausleben seiner Affekte und seine Innenwelt fixiert, droht er in die Gefühlsschwärmerei abzudriften und verliert den Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ein Zustand, der später Empfindelei genannt und vor allem von den Aufklärern verurteilt wurde, weil hier kein Zusammenspiel von Rationalität und Emotionalität mehr gegeben war. In der Nachfolge des Werther-Romanes, der von der breiten Masse zum größten Teil nur als Liebesroman rezipiert wurde, entstand eine regelrecht Flut von Romanen, die das triviale Liebesgenre bedienten und sich auf das Sentimentalisieren von Gefühlen spezialisierten, was jedoch gegen die eigentlich Prinzipien der Empfindsamkeit verstieß. „Während die Empfindsamkeit als verfeinertes Empfinden mit moralischer und gesellschaftlicher Zielsetzung positiv bewertet wird, erfährt die Empfindelei als krankhaft übersteigerte Einbildungskraft ohne realen Bezug eine herbe Kritik.“[6]

2.2 Die Situation des Werther-Lesers

Ein Grund dafür, daß der Erfolg von Goethes Roman überhaupt erst möglich wurde, war daß um 1800 das Lesen sozusagen „zu einer allgemein zugänglichen Kulturtechnik wurde“[7] und der Roman damit die breite Masse überhaupt erreichen konnte. Im 18. Jahrhundert begann der Anteil der Analphabeten in der Bevölkerung immer stärker zu sinken, so daß ein neuer Markt für Bücher entstand und zwar für weltliche Literatur, die bis dahin kaum vertreten war, weil das Lesen bisher eher nur Gelehrten vorbehalten war.

Die starken emotionalen Reaktionen des Publikums, die beim Großteil Zeichen des Mißverstehens waren, sind auch auf die damalige Rezeptionsart zurückzuführen. Die Literatur war stark didaktisch geprägt, um den Menschen zu seiner tugendhaften, moralischen Daseinsform zu verhelfen. „Vom Roman und somit vom Autor wurde gefordert, die Empfindungen seiner Leser so zu beeinflussen, daß deren humane Kräfte wachgerufen werden. Er sollte dem Leser ein Leitbild geben, mit dessen Hilfe sich dieser besser in der Lebenspraxis zurechtfände.“[8] Also eine fiktive Geschichte als Lebenshilfe.

Aus dieser Haltung heraus ist auch die Kritik an Goethes Nicht-Kommentierung des Geschehens in „Die Leiden des jungen Werthers“ zu verstehen. Das „empfindelnde“ Verhalten des Protagonisten, das zu seinem Selbstmord führt, wird nicht explizit als schlechtes Beispiel angeführt, denn Goethes Intention war es den Leser, der zu dieser Zeit möglichst bestrebt sein sollte zu einem „mündigen“ Bürger zu werden, selbst sein Urteil fällen zu lassen. „An seine Stelle tritt der verantwortliche Leser“.[9]

Doch aus der alten Rezeptionshaltung heraus wurde Werther von der Leserschaft eher als Vorbild oder auch Held angesehen. Identifikationsfaktoren waren die unglückliche Liebe zu Lotte, auf die der Roman auch größtenteils reduziert wurde, und Werthers übermäßige Fixierung auf seine Gefühle. „Nicht mehr das maßvolle moralische Empfinden war [...] das Ideal, sondern die extreme Steigerung […]. Sie wurde bis zur leeren schablonisierten Empfindelei strapaziert.“[10] Dem Werther-Leser unterläuft letztendlich derselbe Fehler wie Werther, übermäßige Empfindelei und kein Abstand zur Literatur.

2.3 Gattungshistorische Einordnung des Romans

Der Roman wird gerade wegen der Gefühlsbetonung der Werther-Figur häufig als Prototyp des empfindsamen Romans gesehen. Doch zu dessen Charakteristik gehört die schon angesprochene didaktisch-moralisierende Zielsetzung, die im Werther gewissermaßen vorhanden ist, jedoch nicht im traditionellen Sinn, denn sein Wesen wird nicht „in sozial und moralisch guten Handlungen offenkundig“[11]. Er zeichnet sich viel mehr durch die in der Empfindsamkeit verpönte Gefühlsschwärmerei aus, indem er sich seinen Affekten ganz und gar hingibt.

„Der Roman ‚Die Leiden des jungen Werthers’ ist kein empfindsames Produkt, doch weite Teile beruhen auf einer empfindsamen Tradition.“[12] Dies vor allem, indem nun die Gefühle erstmals in der Literaturgeschichte überhaupt solch eine Heraushebung des Fühlens stattfand. Doch auch Aufklärung Sturm und Drang haben durchaus ihren Einfluß auf das Werk gehabt und zwar in der Propagierung von Natur, Phantasie, Gefühl, Leidenschaft, der Ablehnung von Regelhaftigkeit (sowohl in der Kunst als auch im gesellschaftlichen Leben) und der Genie-Ästhetik durch Werther selbst. Gleichzeitig ist aber Goethes Protagonist auch Beispiel dafür, daß das Konzept dieser Strömungen, nämlich die Versöhnung von Rationalität und Emotionalität, Vernunft und Natur, nicht unbedingt aufgehen muß. Werther ist zu sehr auf seine Emotionen und sich selbst fixiert.

Festzuhalten bleibt, daß der Werther-Roman stark von den Strömungen seiner Entstehungszeit, nämlich Aufklärung, Sturm und Drang und Empfindsamkeit, die zudem ideologisch ebenfalls miteinander verwoben sind, geprägt ist, aber diesen auch den Spiegel vorhält, wohin die Theorie in der Gesellschaft letztendlich wirklich geführt hat.

3 Das Motiv der Literatur

Werther ist ein ständig Lesender, doch zeichnet er sich dabei nicht durch eine Vielfalt in seinem Lesespektrum aus. In dem Zeitraum, der uns durch seine Briefe bekannt ist, sind es vor allem Homer und Ossian, die er liest und das, so scheint es, in ständiger Wiederholungslektüre. Des weiteren spielt auch Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ eine vermeintlich kurze Rolle. Über diese Lektüren hinaus, ist Werthers Leben beziehungsweise sein Denken, wie er es uns darlegt, auch ständig von literarischen Reminiszenzen geprägt, die ihn als literarisch bewanderten Menschen auszeichnen. Er kennt die zeitgenössischen Dichter, Philosophen, Theoretiker und zitiert an einigen Stellen die Bibel. So verwundert es um so mehr, daß er sich letzten Endes nur auf eine solch kleine Anzahl von Lektüren beschränkt und eine Erweiterung dieser auch entschieden ablehnt, denn in einem seiner ersten Briefe empört sich Werther über die Frage Wilhelms, ob er ihm Bücher schicken solle.

„Du fragst, ob du mir meine Bücher schicken sollst? – Lieber, ich bitte dich um Gottes Willen, laß sie mir vom Halse!“[13]

Werther möchte in seinen Empfindungen, seinem Welterleben nicht von Literatur „geleitet, ermuntert, angefeuert seyn“[14]. Dieser Anfangssatz, in dem Werther auf die Originalität seines Empfindens und den schlechten Einfluß der Literatur pocht, wird schon in diesem Brief negiert, da er eine Ausnahme für Homer macht, und bildet damit den Auftakt zu einer Dekonstruktion dieser Aussage, die durch das ganze Buch führt.

3.1.1 Werther und Homer

Daß Werther bei der Verdammung der Literatur als schlechten Einfluß eine Ausnahme für Homer macht, zeigt, daß er sich doch von Literatur beeinflussen läßt. Homer besänftigt seine Phantasie, „lullt“ ihn ein, ist ihm „Wiegengesang“, er braucht also den beruhigenden Einfluß dieses Werkes. Die Bezeichnung als Wiegengesang ist laut Peter Pütz Ausdruck eines Regressionswunsches[15], der sich auch in Werthers Wertschätzung der Kindheit in seinem Brief vom 29.Juni zeigt:

„Ja, lieber Wilhelm, meinem Herzen sind die Kinder am nächsten auf der Erde. […] Wenn ihr nicht werdet wie eines von diesen!“[16].

Er wünscht sich jedoch nicht nur in die Kindheit zurück, sondern lebt überhaupt sehr rückwärtsgewandt, indem er die einfachen urtümlichen Verhältnisse der alten Zeiten glorifiziert, die sich ihm aus der Lektüre Homers oder auch der Bibel erschließen. Er sucht „die Einfachheit, die Unverfälschtheit, die Selbstverständlichkeit und Unangefochtenheit früher patriarchalischer und gleichsam »natürlicher« Zustände“[17] und dies alles glaubt er dann auch in seinem neuen Zufluchtsort Wahlheim zu finden, wenn er auf seinen Spaziergängen herumstreift und die Gesellschaft der „einfachen“ Leute sucht.

„Da kommen dann die Mädchen aus der Stadt, und hohlen Wasser […] Wenn ich da sitze, so lebt die patriarchalische Idee so lebhaft um mich […]“[18]

Indem er sich diesen Ort als neuen Wohnort ausgesucht hat, zieht er sich vor der Gesellschaft zurück, die die homerischen Ideale für ihn nicht erfüllen kann. Was Werther jedoch hier sieht oder besser gesagt projiziert, entspringt alles seiner Lektüre. Diese patriarchalische Idee, die bei dieser Brunnen-Szene in ihm auflebt, rührt aus seiner Bibellektüre her. Und wenn er sich beispielsweise im Wirtsgarten selbst ein Essen zubereitet und dies dabei mit dem Festmahl von Penelopes Freiern in der „Odyssee“ gleichstellt, entbehrt dies nicht einer gewissen Ironie. Während in der „Odyssee“ Tiere geschlachtet werden, pflückt und fädelt er nur Erbsen ab und idealisiert sich zusätzlich als Bauern, obwohl gerade er davon nicht weiter entfernt sein könnte.

„Wie wohl ist mir’s, daß mein Herz die simple harmlose Wonne des Menschen fühlen kann, der ein Krauthaupt auf seinen Tisch bringt, das er selbst gezogen […]“[19]

Man sieht wie sehr Werther das im Homer Gelesene verinnerlicht, es sich aneignet, als ob es seine Erfahrung wäre, dabei hat er mit diesem patriarchalischen, einfachen Leben nie wirklich etwas zu tun gehabt. Er als Mensch des Bürgertums romantisiert diese Einfachheit geradezu und ist sich nicht bewußt, daß das Leben eines Bauern vor allem anstrengend ist und somit überhaupt nicht mit der ‚harten’ Arbeit Erbsen zuzubereiten zu vergleichen ist. Wie sehr er diese Lektüre für sich vereinnahmt, zeigt sich auch darin, daß er immer wieder von seinem Homer spricht. Er identifiziert sich voll und ganz damit und versucht die dort erlesenen Erfahrungen in seine Umwelt zu projizieren, anstatt daß er die Erfahrungen selbst macht und sie auf sich wirken läßt. Doch damit handelt Werther genau nach dem Prinzip, das er anfangs so hart verurteilte. Er läßt es bei seiner Wahrnehmung erst gar nicht zu Originalität kommen, sondern lebt von den Eindrücken einen anderen, nämlich Homers: „der Erfahrung geht die ästhetische Fantasie voraus, die reale Erfahrung verhindert.“[20] Es zeigt sich wie inkonsequent Werther in seinen Theorien ist. Zwar hat er diese Eingangsbemerkung bezüglich der Literatur eher auf theoretische Bücher bezogen, doch diese ungesunde Rezeptionsweise, die er ablehnt, schließt gerade bei ihm auch andere Bücher mit ein. Akademisches oder Theoretisches an sich kritisiert Werther als etwas Fremdbestimmtes, das die Originalität stört. Dies zeigt sich bei seiner Begegnung mit einem jungen Akademiker, der seiner Meinung nach nur „hübsche Kenntnisse“[21] hat, die er selbst aber für unwichtig erachtet und daher den Mann auch kaum ernst nimmt. Ähnlich ist die Situation bei dem Fürsten, bei dem er kurzzeitig wohnt. Dieser scheint ihm ebenfalls nur Angelesenes zu rezitieren, anstatt die Kunst richtig auf sich wirken zu lassen und das Gelesene zu reflektieren.

„Was mir noch leid thut, ist, daß er oft von Sachen redet, die er nur gehört und gelesen hat, und zwar aus eben dem Gesichtspuncte, wie sie ihm der andere vorstellen mochte.“[22]

Werther hat kaum Wertschätzung für allgemeines Wissen übrig, ihn interessiert das subjektive Empfinden.

„Ach, was ich weiß, kann jeder wissen - mein Herz habe ich allein!“![23]

Ihm geht es nicht um ein literarisches Urteil, das mit seinem Kunstverständnis zu fällen wäre, sondern was ihn an Literatur persönlich bewegt.

„Gefällt! das Wort hasse ich auf den Tod! […] Neulich fragte mich einer, wie mir Ossian gefiele!“[24]

Dies bestätigt sich auch in der Tatsache, daß er sich von seinem Homer eine Taschenausgabe schenken läßt. Erstens kann er ihn dadurch immer bei sich haben, was fast schon eine Abhängigkeit indiziert, und zweitens ist es im Gegensatz zu seinem alten Buch eine reine Textausgabe. Das heißt seine Leseerfahrung kann somit nicht mehr von Kritiken oder Interpretationen anderer beeinflußt oder gar in Frage gestellt werden. „its lack of critical apparatus leaves Werther emotionally free in his reading and interpretation“[25]

Daß ihm die Lektüre von Homers Odyssee auch als Zufluchtsort dient, zeigt sich später in der Geschichte ganz deutlich als er bei einer Gesellschaft aufgrund seines Standes nicht akzeptiert wird und sie verlassen muß. Nach dieser für ihn demütigenden Situation fährt er sofort in die Natur, um sich den Sonnenuntergang anzusehen, doch anstatt dies dann auch wirklich zu erleben, liest er erneut im Homer. Passend zu seiner derzeitigen Situation liest Werther die Stelle an dem Ulyß von einem Schweinehirten freundlich aufgenommen wird. Werther erhebt die dortige Welt zu einer besseren Gegenwelt, denn dort spielen Standesunterschiede keine Rolle. „Das war alles gut.“[26], sagt er und meint damit diese Gegenwelt, während seine Realität es nicht ist. „Dichtung wird hier zu einem Gegenbild der Wirklichkeit erhoben, in dem Werther Kompensation sucht für die gesellschaftlichen Insuffizienzen eben dieser Wirklichkeit.“[27] Mit seiner vereinnahmenden Leseweise schafft er es diese gute Erfahrung eines anderen zu verinnerlichen, um damit seine reale, schlechte Erfahrung zu verdrängen. Vaget kennzeichnet Werthers Rezeptionsweise als „prinzipielle(n) Verwechslung des Objektiven mit dem Subjektiven.“[28] Werther vereinnahmt die Literatur abstandslos, ohne sie zu objektivieren.

Zusammenfassend bleibt zu Werthers Homer-Lektüre folgendes zu sagen: sie ist einerseits Arznei gegen seine Affekte, vor allem aber Stimulanz des eigenen Erlebens oder vielmehr Ersatz dessen, und stellt sich ihm als kompensierende Alternative zur Realität dar. Es zeigt sich also, daß er Literatur vor allem „benutzt“. Dies wird auch durch sein stark selektives Lesen bestätigt, denn er weiß beispielsweise genau welche Stelle er lesen muß, um sich zu beruhigen. Zudem ist Homers „Odyssee“ auch ein durchaus sehr brutales Stück, doch diese Seite seiner Lieblingslektüre läßt Werther außen vor, weil sie ihm nicht für seine Zwecke nutzen kann.

3.1.2 Werther und Klopstock

Der Dichter Klopstock, beziehungsweise sein Werk, kommt im Roman zum ersten Mal im Brief vom 10. Mai zur Sprache, allerdings nur indirekt und zwar in Werthers Beschreibungen seines Naturerlebens.

„Wenn das liebe Thal um mich dampft […] wenn ich das Wimmeln der Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen, näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen […].“[29]

Doch dieses Naturerlebnis, das damit verbundene Gefühl ist wiederum jedoch das Klopstocks. „Auch hier also, wo Werther für sein »Gefühl von ruhigem Dasein« Ursprünglichkeit und Authentizität geltend macht, enthüllt sich seine mächtige Empfindung im Kern als Affektation.“[30] Werther lebt hier von einem Erlebnis eines Dritten und kann es nicht wie dieser zum Ausdruck bringen.

„ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde Spiegel deiner Seele […]“[31]

Er kann es jedoch nur deswegen nicht ausdrücken, weil es nicht seine eigene Erfahrung ist, weil eben nicht „so voll, so warm“ in ihm lebt, wie er glaubt.

Der konkrete Auftritt Klopstocks im Roman ist die Balkon-Szene, als Lotte beim Anblick eines Naturschauspiels ergriffen Werthers Hand nimmt und „Klopstock!“ sagt. Wichtig ist, daß ihn nicht das Naturschauspiel selbst in seinen Bann zieht und beeindruckt, wie es bei Lotte der Fall ist, sondern erst die Erinnerung an Klopstocks Ode „Die Frühlingsfeier“ bzw. an Klopstock

„Ich erinnerte mich sogleich der herrlichen Ode, die ihr in Gedanken lag, und versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Losung über mich ausgoß.“[32]

Werther braucht die von Klopstock im Gedicht sozusagen vorgefertigten Muster, um wirklich empfinden zu können. Sein Naturerlebnis ist auch hier wieder literarisch vermittelt.

Diese Szene ist zudem insofern wichtig, als daß sich Werthers Zuneigung für Lotte sozusagen verfestigt. Daß er ihre „Losung“ sofort versteht, ist für ihn ein Zeichen, daß sie in Sachen Literatur ähnlich fühlen. Dies ist jedoch eine Selbsttäuschung, denn Lotte weiß im Gegensatz zu ihm die Distanz zur Literatur zu wahren. Sie ist von dem Gewitter ergriffen und nicht wie Werther von der Ode, und bevorzugt auch bei ihrer allgemeinen Lektüre gegenwartsnahe Darstellungen und damit eine Bestätigung ihres eigenen Daseins. Allerdings können sowohl Lotte als auch Werther ihre Gefühle nicht selbst artikulieren, was sowohl für diese Szene als auch für die Ossian-Lektüre gegen Ende des Romans gilt. „In beiden Fällen kommt ihnen die Literatur zu Hilfe, das eine Mal in der Person des Dichters, das andere Mal durch die Worte und die Gestalten der Dichtung.“[33] Die Literatur bringt sie einander näher als Gespräch oder Tanz.

Dies zeigt eine neue Umgangsform mit Dichtung auf, die nun nicht mehr bloße Belehrung oder Erbauung ist, sondern Platz im intimen Leben der Leser nimmt. „Es begibt sich eine Vermengung von Kunst und Leben […]“[34], wie sie für Werther signifikant ist.

3.1.3 Werther und Ossian

Die Gesänge Ossians kursierten um 1800 als originale Gesänge eines keltischen Barden aus dem 8. Jahrhundert, waren jedoch aber von einem zeitgenössischen Engländer namens MacPherson verfaßt worden. Dies ist um so interessanter, als daß Werther eigentlich davon ausgeht, das altertümliche Original zu lesen. Schließlich folgt er bei seiner Lektüreauswahl dem Originalitätspostulat des Sturm und Drang, demzufolge „das Genie seine literarischen Inspirationsquellen auf jene Autoren reduziert, die „ganz Natur“ sind […]“[35] Doch hier handelt es sich keineswegs um ein „Original“, vielmehr stand MacPherson ebenfalls unter dem Einfluß der empfindsamen Strömung und brachte dies mit der heroisch-melancholischen, tragischen Färbung der Gesänge zum Ausdruck.

Die Ossian-Lektüre Werthers erfolgt schon im ersten Teil des Romans, als er noch vornehmlich Homer rezipiert, doch die intensivere Lektüre erfolgt als es Werther zunehmend schlechter geht.

„Wie die Natur sich zum Herbste neigt, wird es Herbst in mir und um mich her.“[36]

Die regressiven Wünsche, die die Homer-Lektüre kennzeichneten, wandeln sich hin zum Todeswunsch. Werther sucht nicht mehr Distanz von seinen Empfindungen, indem er sich von Homer besänftigen läßt, sondern Bestätigung eben dieser in der düsteren Ossianschen Welt. Ossian wird erstmals in Verbindung mit Lotte genannt und beide sind maßgeblich für seinen Weg in den Tod. „Hier liegt die Berührung zwischen Werthers Gedankenkreisen und Ossians Welt: es ist eine Welt, in welcher der Mensch schuldlos in tragischer Lage, nichts kann als würdig sterben.“[37]

Daß auch diese Gesänge von ihm wiederum distanzlos verinnerlicht werden, zeigt sich als er Wilhelm von der Lektüre erzählt. Werther läuft in seiner Phantasie selbst über die Hügel und trifft den Autor dieser Erzählung.

„Welch eine Welt, in die der Herrliche mich führt! […] Wenn ich ihn dann finde[…]“[38]

Das Heldenhafte in Ossians Dichtung überträgt sich ein Stück weit auch auf Werther, zum Beispiel als er sagt:

„Es ist nicht Verzweiflung, es ist Gewißheit, daß ich ausgetragen habe, und daß ich mich opfre für dich.“[39]

Er gibt vor sich umzubringen, um Lottes Leben mit Albert nicht weiter zu stören oder sogar zu zerstören. Dies ist ebenfalls eine elementare Selbsttäuschung, denn dazu müßte er theoretisch nicht sterben. Alleine diese Hingabe des eigenen Lebens für ihr Glück ist nicht die einzige Motivation für seinen Werthers Suizid. Dieses heroische Selbstbild gibt er auch bald wieder auf und zeigt für einen Moment Distanzierung vom Gelesenen.

„Daß ich des Glückes hätte theilhaftig werden können, für dich zu sterben! Lotte, für dich mich hinzugeben.“[40]

Er gibt zu, daß seine Tat nicht mutig ist und es zeigt sich, daß er im Grunde nicht für Lotte stirbt, da er weiß, daß er „die Ruhe, die Wonne“ ihres Lebens nicht wiederherstellen kann. „..his vanity still leads him to feel that her calm and her happiness will not be restored. “[41]

Bei Werthers letztem Besuch in Lottes Zuhause, bittet sie ihn aus Verlegenheit heraus aus der Ossian-Übersetzung vorzulesen, die er angefertigt und ihr geschenkt hat. Die Parallele zwischen Ossians Helden und Werthers Leben wird deutlich, als Werther Lotte Teile von Ossians Gesängen vorliest. Es geht einerseits um Liebende, die durch äußere Umstände nicht zusammenkommen können, andererseits auch um große Leiden und den Todeswunsch. Lotte wird davon genauso gerührt wie er, da sie ebenfalls hemmungslos in Tränen ausbricht. Es scheint wiederum, als ob Werther diese Stellen mit Rücksicht auf seine Lage hin ausgesucht hat, denn diese Gesänge geben Werthers düstere Grundstimmung wieder und deuten sogar auf seinen gewünschten, geplanten Selbstmord hin.

„Aber die Zeit meines Welkens ist nahe, nahe der Sturm, der meine Blätter herabstört! […]die ganze Gewalt dieser Worte fiel über den Unglücklichen. Er warf sich vor Lotten nieder in der vollen Verzweiflung, faßte ihre Hände, drückte in seine Augen, wider die Stirn, und ihr schien die Ahnung seines schrecklichen Vorhabens durch die Seele zu fliegen. Ihre Sinne verwirrten sich [...]“[42]

Lotte kann sich nach dieser Verwirrung wieder von der Literatur lösen, während Werther nun erst recht in seinem Vorhaben bestärkt ist. Der gemeinsame, aber durch Literatur ausgelöste Gefühlsausbruch, macht ihn sicher darin, daß Lotte ihn liebt. Doch hier projiziert er laut Vaget nur seine eigenen Wünsche und die Ossiansche Dichtung hinein, so daß er gemäß der Lektüre geliebt wird und dennoch sterben muß. Es ist allerdings zu beachten, daß Lotte sich ihm auch nicht wirklich entzieht, sie schaut ihn voller Liebe an, so daß man in der Tatsache, daß er glaubt, daß Lotte ihn liebt, nicht von einer Selbsttäuschung reden kann. Dies wird von Jasmin Hermann-Huwes Ausführungen[43] bestätigt, denen zufolge Lotte Werther durchaus immer wieder Signale der Zuneigung und Koketterie gegeben hat. Vielmehr ist die Tatsache eine Selbsttäuschung, daß er nun glaubt, daß die Liebe, der er sich ja nun sicher ist, nicht auslöschbar sei. Werther glaubt an eine Wiedervereinigung mit Lotte in der Ewigkeit, weshalb der Tod als der einzige Ausweg erscheint, weil nur dort eine solche Vereinigung, die gegen die irdischen, gesellschaftlichen Regeln ist, möglich wäre.

„Nahe am Grabe wird es mir heller. Wir werden seyn! wir werden uns wieder sehen!“[44]

3.1.4 Werther und Lessings „Emilia Galotti“

Die „Emilia-Galotti“-Lektüre kennzeichnet Werther als Intellektuellen, der durchaus trotz seinem Festhalten an seinen „Originalen“ Homer und Ossian, am zeitgenössischen, literarischen Leben teilnimmt.

„Emilia Galotti lag auf dem Pulte aufgeschlagen.“[45]

Dies ist die einzige Erwähnung von Lessings Trauerspiel im ganzen Roman und es gibt auch keine weiteren Kommentare dazu. Aufgrund dieser Tatsache wurde in der Forschung vielfach angenommen, daß die Lektüre nur direkt vor Werthers Selbstmord stattfand. Aufgrunddessen wurde das Erwähnen dieses Stückes nur dahingehend interpretiert, daß Werther sich mit der Lage Emilias identifiziert. Er glaubt sich ebenfalls von den äußeren Umständen zu Selbstmord genötigt, wobei es bei ihm doch eher innere Konflikte sind, die ihn zu Tat treiben. Ittner sieht die Parallele zwischen Emilia und Werther darin, daß sich beide schuldig fühlen, Emilia für den Tod ihres Verlobten und Werther für den Keil, den er dabei ist zwischen Albert und Lotte zu treiben, „er glaubte, das schöne Verhältniß zwischen Albert und seiner Gattinn gestört zu haben“[46] und beide ihre Sühne im Tod sehen. „Consciousness of guilt and a desire to atone for such guilt form a motif in the novel…“ [47]
Werther gibt zu, daran gedacht zu haben Albert zu töten.

„in diesem zerrissenen Herzen ist es wüthend herumgeschlichen, oft-deinen Mann zu ermorden! -dich!- | mich!- So sey es!“[48]

Indem er daran denkt seinen Nebenbuhler aus dem Weg zu räumen, erschließt sich auch eine Parallele zu dem Prinzen bei Lessing, der Emilias Verlobten töten läßt, um sie für sich zu haben. Werther sieht einerseits dadurch und andererseits durch die Geschichte des Bauernburschen, daß seine Leidenschaft kein gutes Ende nehmen kann.

Werther fühlt sich auch schuldig, daß er Lotte sexuell begehrt, obwohl er sie eigentlich zum unschuldigen, reinen Engel idealisiert. In sein Schema aber paßt keine Sexualität.

„Gott! bin ich strafbar, daß ich auch jetzt noch eine Seligkeit fühle, mir diese glühenden Freuden mit voller Innigkeit zurück zu rufen.“[49]

Wie schon gesagt, ist dieses Schuldgefühl jedoch nicht der Antrieb zum Selbstmord, sondern ein weiteres Motiv. Wenn Werther sich als Grund für Lottes Unglück sieht, könnte er sich einfach zurückziehen, doch seine Persönlichkeit ist auch ohne diese unglückliche Liebe nicht wirklich überlebensfähig, was Ittner als „his growing incapacity of life“[50] bezeichnet. Er ist viel zu sehr auf sich bezogen und flieht in den Tod, der für ihn die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit Lotte ist, bringt sich also für sein eigenes, erhofftes Glück im Jenseits um und nicht für Lottes Glück im Diesseits. Schließlich beachtet er nicht, daß sein Selbstmord für sie ebenfalls ein schwerer Schlag sein muß, da sie ihn ja auch liebt.

Werther ist sich seiner Schuld bewußt, doch eine wirkliche Sühne ist ihm der Tod nicht, vielmehr Erlösung der irdischen Regeln, die seine Leidenschaft als Sünde deklarieren, und eine Erfüllung seiner Sehnsüchte.

„Und was ist das, daß Albert dein Mann ist? Mann! - Das wäre denn für diese Welt - und für die Welt Sünde, daß ich dich liebe, daß ich dich aus seinen Armen in die meinigen reißen möchte? Sünde? Gut, und ich strafe mich dafür; […] Du bist von diesem Augenblicke mein! mein, o Lotte! Ich gehe voran!“[51]

Er sieht einerseits ein, daß er gegen die gesellschaftlichen Regeln verstößt und doch ist es gegen seine Natur sich irgendwelchen Regeln zu unterwerfen. Ein Grund, weswegen er am Leben selbst scheitern muß: er erkennt die Notwendigkeit von Begrenzung und auch Regeln für sich selbst nicht an. Dies gilt auch für sein Künstlertum, wie in Kapitel 4 noch dargelegt werden soll.

Es gibt also durchaus Parallelen zwischen Emilia und Werther, doch sind dies nicht die einzigen, die es zwischen Lessings Stück und Werthers Leben gibt. Schon am Anfang des Romans, im Brief vom 10. Mai, fällt ein in dieser Hinsicht bedeutender Satz:

„Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Mahler gewesen, als in diesen Augenblicken.“[52]

Diese Selbstdeutung Werthers als Künstler ist wiederum nur angelesen, denn diese Aussage stammt vom Maler Conti aus „Emilia Galotti“, der in einer Diskussion mit dem Prinzen von den Grenzen des Künstlertums spricht und wieviel er zwar sieht, aber nicht unmittelbar in seiner Kunst ausdrücken kann.

„Ha! daß wir nicht unmittelbar mit den Augen malen! Auf dem langen Wege, aus dem Auge durch den Arm in den Pinsel, wieviel geht da verloren! […]Denn aus jenem erkenne ich, mehr als aus diesem, daß ich wirklich ein großer Maler bin, daß es aber meine Hand nur nicht immer ist.“[53]

Werther zieht hieraus seine Rechtfertigung für sein immer wieder angesprochenes Unvermögen, seine Gefühle und Erlebnisse in der Kunst auszudrücken. Er kann diese sowieso nicht adäquat darstellen, weil soviel zwischen Auge und Hand verloren geht, doch beachtet nicht, „daß bei ihm der Weg vom Auge zur Hand weitgehend blockiert ist.“[54] Da er vornehmlich von Erfahrungen Dritter lebt, kann es ihm nicht gelingen, dies in Kunst zu verwandeln, eben weil sein Auge dies nicht mal selbst gesehen hat, so daß die Verbindung zwischen Auge und Hand bei ihm erst gar nicht existieren kann.

Es ist evident, daß die Erwähnung von Lessings Trauerspiel nicht zufällig ist, schon gar nicht bei jemandem wie Werther, der von Literatur buchstäblich lebt, und sich auch nicht auf die Verbindung der beiden Suizide beschränkt. „Emilia Galotti“ wird schon viel früher von ihm gelesen, was sich in seiner angelesenen Selbsteinschätzung niederschlägt. Goethe zeigt einmal mehr, durch die Verbindung mit Emilia und dem Prinzen, wie sehr Werther sein Verhalten nach literarischen Mustern richtet, und durch die Verbindung mit Conti, wie er sein Verhalten aus der Literatur heraus rechtfertigt.

4 Das Motiv der Kunst

In diesem Kapitel soll nun die Produktion Werthers im Mittelpunkt stehen: wie er sie einschätzt, wie sie tatsächlich ist und was das über ihn aussagt.

4.1 Werther als Künstler

4.1.1 Die Malerei

Werther stellt sich uns immer wieder als Maler dar, doch die wirkliche Betätigung als solcher kommt im ganzen Roman nur dreimal zur Sprache. Seine Beziehung zur Kunst wird an fünf Stellen angesprochen und dann häufig nur in Begleitung der Feststellung, daß er nicht schafft zu malen, was er malen möchte. Alles in allem ist dies sehr wenig für jemanden, der sich als Maler definiert.

In der ersten Szene, in der er wirklich malt, zeigt er sich seltsam emotionslos und distanziert seinem Werk gegenüber.

„ […] daß ich eine wohlgeordnete, sehr interessante Zeichnung verfertiget hatte, ohne das mindeste von dem meinen hinzuzuthun.“[55]

Seine Zeichnung ist interessant, aber auch nicht mehr und vor allem scheint sie ihn nicht wirklich zu befriedigen. Dies liegt daran, daß er auch hier wieder von seiner Homer-Lektüre beeinflußt ist, indem er sich hier auf die bäuerliche, kindliche Idylle konzentriert.

Er vollbringt seine homerische Zeichnung innerhalb einer Stunde und verbringt hinterher doppelt soviel Zeit damit, daß er „in mahlerischen Empfindungen vertieft“[56] vor sich hingrübelt. Tatsächlich ist das „geistige Malen“ wichtiger und aufwendiger als die tatsächliche Tat. „Maler zu sein heißt für Werther also nicht ein Werk mit den Händen auszuführen. Er identifiziert das Malen vielmehr mit dem Gefühl, mit unmittelbarem Welterleben.“[57] Daher kommt also die Distanz zu seinem tatsächlichen Produkt, denn es ist kein Ausdruck seines Erlebens, sondern Homers.

Seine Emotionen läßt er nicht zu und daher ist das Zeichnen auch kein emotionales Ventil für ihn. „These are emotions that should have transmuted in his creation, making it less distanced and more meaningful, and leaving him freed from pressure. But none of this happens.”[58]

„Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Daseyn versunken, daß meine Kunst darunter leidet. […] Aber ich gehe darüber zu Grunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.“[59]

Werther scheitert, weil er die Welt in sich aufnimmt, ohne sie objektivieren zu können. Seine Erfahrungen/Erlebnisse bleiben immer nur oberflächlich, weil er sich nicht damit auseinandersetzt, so daß sie quasi „unverdaut“ in ihm gären. Dadurch kann er sie aber auch nicht in Kunst umsetzen, was ein Mittel zur Verarbeitung seiner Gefühle sein könnte. So wird er zu dem, was Ilse Graham „minds without medium“ nennt – Werther hat kein Medium durch das er sich ausdrücken kann.

Seine distanzlose Subjektivierung bezieht sich nicht nur auf Literatur, sondern auch auf das wahre Leben. Werther ist so von der Liebesschilderung des Bauernburschen fasziniert, daß er am Ende „selbst davon entzündet“[60] ist. Die Schicksale des Bauernburschen und des Wahnsinnigen bezieht er voll und ganz auf sich und verzweifelt nur angesichts der Parallelen, die er zu seinem Leben erkennt, aber setzt sich nicht damit auseinander, wie er dem entgehen könnte.

“Werther sucht nicht tätige Auseinandersetzung mit Gegenwart und Wirklichkeit, sondern unbedingte Bezogenheit auf sich und sein Herz.“[61] Beispielsweise möchte er die Angebetete des Bauernburschen nicht sehen, um sich das Bild, das er von ihr in seinem Kopf hat, nicht zu verderben. In seiner Einbildung, so wie sie seinem Wesen entspricht, genügt es ihm. Seine innere Welt zieht er der wahren Welt vor.

In seinem zweiten Malversuch während des Romans versucht er, Lotte zu malen und schafft es nicht. Er ist so in Leidenschaft für sie, daß er sie aus seinem Blickwinkel zeichnen möchte. „Mit einem Bild von Lotte hingegen möchte Werther sein Ideal von ihr erlebbar machen.“[62] Lotte erfüllt dieses Ideal aber nicht, so daß sie tatsächlich nicht greifbar für ihn wird.

„Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll, meine vorstellende Kraft ist so schwach, alles schwimmt und schwankt so vor meiner Seele, daß ich keinen Umriß packen kann […]“[63]

Indem er einen Schattenriß von ihr zeichnet, zeigt sich wie entfernt Werther von der wahren Lotte, der Realität entfernt ist. Die wahre Natur, die er als wahren Künstler ansieht und die nachzumachen ist, kann er hier nicht malen, weil sie seinem Lotte-Bild nicht entspricht. Er ist gefangen zwischen der Wirklichkeit und seinen Idealen und bringt so nichts zustande.

4.1.2 Das Schreiben der Briefe

So wie er seine Emotionen malerisch nicht zu Papier bringen kann, so kann er es auch schreibend nicht.

„[…]ja ich darf wohl sagen, schwach, schwach hab ich’s erzählt, und vergröbert hab ich’s […]“[64]

Das Schreiben ist nur ein Mittel sich selbst das Erlebte wieder zu vergegenwärtigen, es nachzuvollziehen. So kommt er bei seinen Schilderungen von Situationen, immer auf seine Gefühle dabei zu sprechen, denn „er glaubt im Nachvollzug des Erlebten gar das dichterische Wort zu überbieten“[65] Laut Vaget[66] will Werther allein durch seine Empfindungen wirken können, ohne sie vorher in einem Medium manifestiert zu haben.„Da sich die Sprache als defizientes Medium einer ganzheitlichen Naturnachahmung erweist, bleibt nur der radikale persönliche Nachvollzug.“[67] Dies geschieht, indem er das Gelesene imitiert.

4.1.3 Werthers Lebens als Kunstprodukt?

Peter Pütz hat bezüglich Werthers Ausrichtung nach Mustern, sei es aus der Literatur oder aus dem Leben anderer in der Wirklichkeit, die Frage aufgeworfen, ob nicht Werthers Leben zum Gegenstand seiner Künstlertätigkeit wird, indem er sein Erleben so behandelt wie ein Autor sein Werk komponiert.

So steht für Werther nicht Lotte im Mittelpunkt, sondern das Verliebtsein. Dieses Gefühl bekam er auch vorher durch die Erzählung des Bauernburschen vermittelt, so daß sich die Frage stellt, ob auch seine Liebe zu Lotte nicht dadurch von ihm festgelegt und letztendlich beeinflußt wird. „Das reine unverstellte Gefühl des Burschen überträgt sich dergestalt […], daß er (Werther) nachspielt, was sich ihm als Schauspiel darstellt.“[68]

„Schelte mich nicht, wenn ich dir sage, daß bey der Erinnerung dieser Unschukld und Wahrheit mir die innerste Seele glüht […] und daß ich, wie selbst davon entzündet, lechze und schmachte“[69]

Für entsprechende Situationen legt sich Werther also die vorgelebten Gefühlsmuster von Dritten zurecht und wendet sie auf sein Leben an. Er weiß auch beispielsweise, mit welchen Stellen des Homers er sich beruhigen kann, welche er besser nicht liest, und welche Stellen Ossians seinem Todeswunsch Ausdruck geben können. „Er nimmt also gesellschaftliches Leben und Liebe in ästhetischer Einstellung wahr […] er führt sein Leben ästhetisch und inszeniert seine Welt nach literarischen Mustern und Reminiszenzen.“[70]

4.2 Werther als Dilettant

In Punkt 4.1 konnte gezeigt werden, daß Werther mit seiner Selbsteinschätzung als Maler eine Selbsttäuschung betreibt, da er eben nicht produktiv ist und dieses Medium nicht für sich zu nutzen weiß. In einigen Schriften hat Goethe das Bild vom Dilettanten entworfen, dessen Hauptgrundzüge auch auf Werther zutreffen.

„Die bedeutsamste Unterscheidung ist jedoch die zwischen der Ausübung der Kunst und einem bloß passiven Verhältnis zu ihr.“[71] Werther ist passiv und wenn er mal versucht aktiv zu sein, dann nicht wirklich ernsthaft. Der Dilettant glaubt alleine durch seine Rezeption schon und ihre Wirkungen auch wirken zu können: das Empfinden wird als Tätigkeit aufgefaßt. Die Rezeption von Kunst ist auch stärker als die Rezeption der Wirklichkeit. So sieht Werther Wahlheim quasi durch einen homerischen Schleier durch und auch die Natur wird ihm erst durch Klopstock wirklich zugänglich.

Die Verwechslung des Objektiven mit dem Subjektiven, also die abstandslose Verinnerlichung der Umwelt, kennzeichnet den Dilettanten und damit auch Werther, der sich, wie schon erwähnt, nicht von den äußeren Einflüssen zu distanzieren weiß.

„ ‚Nichts ist dem Dilettanten mehr entgegen’, heißt es in dem […] Aufsatz Über strenge Urtheile, ‚als feste Grundsätze und strenge Anwendung derselben“[72]

So ist Werther nach Goethes Definition ein Dilettant, da er vor allem gegen Regeln polemisiert.

„dagegen wird aber auch alle Regel, man rede, was man wolle, das wahre Gefühl von Natur und den wahren Ausdruck derselben zerstören“[73]

Er will sich nur an die Natur halten und verurteilt die Regelhaftigkeit der Gesellschaft, doch indem er nicht Abstand von seinen Empfindungen nimmt und gewisse Regeln. beachtet, kann er nur scheitern.

Sowohl in seiner Rezeption als auch seiner Produktion ist Werther also in Goethes Augen ein Dilettant.

5 Zusammenfassung

Literatur dient Werther zu höchst subjektiven Zwecken. Einerseits lehnt er im Laufe seiner Briefe jede Beeinflussung seiner Empfindungen oder unreflektierte Wissensaufnahme ab, doch parallel dazu, läßt er eben genau dies zu. Er sieht die Welt durch die Schablone der Literatur, übernimmt dort beschriebene Gefühlsmuster und wendet diese auf sein Leben an. Es ist ihm nicht möglich, sich von dem Gelesenen oder auch Erzählten zu distanzieren, indem er es analysiert und dann auf sein Leben anwendet. So sieht er beispielsweise im Bauernburschen oder bei Emilia Galotti wie seine Leidenschaft enden könnte, doch anstatt zu sehen, wie er es eben nicht so weit kommen lassen könnte, suhlt er sich im Selbstmitleid, als ob sein Schicksal durch diese Figuren schon vorbestimmt wäre. Die Literatur ist Werther also weniger Stimulanz, sondern vorgelebtes Muster, das er unverändert für sich übernimmt.

In dieser gestörten Rezeptionsweise liegt dann auch sein Grund für das Scheitern als Künstler. Als Dilettant nach Goethescher Definition ist er nur zur Nachahmung fähig, sowohl im Leben als auch in der Kunst. Es gelingt ihm nicht „Umrisse zu packen“, weil er stets einen riesigen Strom an Erlebnissen auf sich einprasseln läßt, ohne sie zu reflektieren. „He eats and drinks experience. He devours it. But he never assimilates and digests it and works it out in concrete productive activity.“[74]

Dadurch, daß er sein Inneres keine Form gewinnen läßt, verzehrt Werther sich selbst.

Werther ist als Repräsentant seiner zeitgenössischen Gesellschaft angelegt. Er weist ihr Leseverhalten auf: „die Wiederholungslektüre, die Versenkung in den Text, die Unfähigkeit oder Unwilligkeit zu kritischen Abstandnahme, das Bedürfnis nach Identifikation, ja Imitation sowie das Mit- und In-dem-Buch-Leben [...]“[75] Ein Verhalten, das ihn in den Tod stürzt, weil er sich mehr darauf konzentriert, als auf sein wahres Leben. Mit seinem Hang zu den unkontrollierten Affekten und seiner Fixierung auf sein Inneres, erweist er sich als „empfindelnder“ Mensch, der den Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit verloren hat.

Werthers Dilettantismus ist „eine allgemeine Lebensproblematik der jungen kunstbegeisterten Bürger.“[76] Goethe wollte diese empfindelnde und dilettantische Bewegung auf die Gefahren ihres Tuns hinweisen, auch wenn diese bei der Rezeption des Werthers gerade diese angeprangerten Fehler nicht als solche erkannte und selbst an den Tag legte

6.Literaturverzeichnis

6.1 Primärliteratur

- Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Paralleldruck der beiden Fassungen. hg. von Matthias Luserke. Stuttgart 1999
- Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti. http://gutenberg.spiegel.de/lessing/galotti/galott11.htm am 1. Dezember 2003 um 15.20 Uhr.

6.2 Sekundärliteratur

- Alewyn, Richard: „Klopstock!“. In: Euphorion 73. Heidelberg 1979
- Blessin, Stefan: Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis erzählender Literatur. Frankfurt am Main 1992
- Blessin, Stefan: Die Romane Goethes. 1979.
- Engel, Ingrid: Werther und die Wertheriaden. Ein Beitrag zur Wirkungsgeschichte. St. Ingbert 1986
- Graham, Ilse A.: Minds without Medium. Reflections on Emilia Galotti and Werthers Leiden. In: Euphorion 56. Heidelberg 1962
- Herrmann, Hans Peter (Hg.) Goethes >Werther<. Kritik und Forschung. Darmstadt 1994.
- Hermann-Huwe, Jasmin: „Pathologie und Passion“ in Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers. Frankfurt am Main 1997
- Hohendal, Peter Uwe: Der europäische Roman der Empfindsamkeit. Wiesbaden
- Hübner, Klaus: Alltag im literarischen Werk. Eine literatursoziologische Studie zu Goethes „Werther“. Heidelberg 1982.
- Ittner ,Robert T.: Werther and „Emilia Galotti“. In: The Journal of English and German Philology 41. Illinois 1942
- Karthaus, Ulrich. Sturm und Drang. Epoche-Werk-Wirkung. München 200
- Kurz, Gerhard: Werther als Künstler. In: Invaliden des Apoll. Motive und des Dichterleids. hg. von Herbert Anton. München 1982
- Marx, Friedhelm: Erlesene Helden: Don Sylvio, Werther, Wilhelm Meister und die Literatur. Heidelberg 1995
- Pütz. Peter: Werthers Leiden an der Literatur. In: Goethe’s Narrative Fiction. hg. von William J. Lillyman. Berlin New York 1983
- Scherpe, Klaus: Werther und Wertherwirkung. Bad Homburg 1970
- Tobol, Carol E. W. & Washington , Ida H.: Werther’s selective reading of Homer. In: Modern language notes 92. Baltimore 1977
- Trunz, Erich: Anmerkungen. In: Goethes Werk. Band VI. Romane und Novellen. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. hg. von Erich Trunz. München 1981
- Vaget, Hans Rudolf: Die Leiden des jungen Werthers. In: Goethes Erzählwerk. Interpretationen. hg. von Peter M. Lützeler & James E. McLeod. Stuttgart 1985
- Vaget, Hans Rudolf: Dilettantismus und Meisterschaft. München 1971
- Wuthenow. Ralph-Rainer: Im Buch die Bücher oder Der Held als Leser.Frankfurt am Main 1980

[...]


[1] Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Paralleldruck der beiden Fassungen. hg. von Matthias Luserke. Stuttgart 1999, S.99.
Im folgenden abgekürzt als: Goethe: Werther.
Grundlage ist in dieser Hausarbeit die zweite Fassung des Romans von 1787.

[2] Ingrid Engel: Werther und die Wertheriaden. Ein Beitrag zur Wirkungsgeschichte. St. Ingbert 1986,S. 116.

[3] Peter Uwe Hohendal: Der europäische Roman der Empfindsamkeit. Wiesbaden 1977, S.2.

[4] Vgl. Ebd. S.3.

[5] Ebd.

[6] Ingrid Engel: Werther und die Wertheriaden. S.146.

[7] Stefan Blessin: Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis erzählender Literatur. Frankfurt am Main 1992, S.9.

[8] Ingrid Engel: Werther und die Wertheriaden. S.133.

[9] Ulrich Karthaus. Sturm und Drang. Epoche-Werk-Wirkung. München 200, S.187.

[10] Ingrid Engel: Werther und die Wertheriaden. S.143.

[11] Ebd. S.136.

[12] Ebd. S.141.

[13] Goethe: Werther, S.15.

[14] Ebd.

[15] Vgl. Peter Pütz: Werthers Leiden an der Literatur. In: Goethe’s Narrative Fiction. hg. vonWilliam J. Lillyman. Berlin New York 1983, S.57.

[16] Ebd. S.61.

[17] Ralph-Rainer Wuthenow: Im Buch die Bücher oder Der Held als Leser.Frankfurt am Main 1980, S.67.

[18] Goethe: Werther, S.15.

[19] Ebd. S.59.

[20] Gerhard Kurz : Werther als Künstler. In: Invaliden des Apoll. Motive und des Dichterleids. hg. von Herbert Anton. München 1982, S.105.

[21] Goethe: Werther, S.21

[22] Ebd. S.157.

[23] Ebd.

[24] Ebd. S.75.

[25] Carol E. W. Tobol & Ida H. Washington: Werther’s selective reading of Homer. In: Modern language notes 92. Baltimore 1977, S.599.

[26] Goethe: Werther, S.147.

[27] Hans Rudolf Vaget: Die Leiden des jungen Werthers. In: Goethes Erzählwerk. Interpretationen. hg. von Peter M. Lützeler & James E. McLeod. Stuttgart 1985, S. 52.

[28] Ebd.

[29] Goethe: Werther, S.13.

[30] Hans Rudolf Vaget: Die Leiden des jungen Werthers. S.47.

[31] Goethe: Werther, S.13.

[32] Ebd. S.53.

[33] Richard Alewyn: „Klopstock!“. In: Euphorion 73. Heidelberg 1979, S.363.

[34] Ebd. S.364.

[35] Friedhelm Marx: Erlesene Helden: Don Sylvio, Werther, Wilhelm Meister und die Literatur. Heidelberg 1995, S.113.

[36] Goethe Werther, S.163.

[37] Erich Trunz: Anmerkungen. In: Goethes Werk. Band VI. Romane und Novellen. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. hg. von Erich Trunz. München 1981, S. 588.

[38] Goethe: Werther, S.175.

[39] Ebd. S.231

[40] Ebd. S.273.

[41] Robert T. Ittner: Werther and „Emilia Galotti“. In: The Journal of English and German Philology 41. Illinois 1942, S. 425.

[42] Goethe: Werther, S.253.

[43] Vgl. Jasmin Hermann-Huwe: „Pathologie und Passion“ in Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers. Frankfurt am Main 1997, S.170ff.

[44] Goethe: Werther, S.261.

[45] Ebd. S.275

[46] Goethe: Werther, S.209.

[47] Robert T. Ittner: Werther and „Emilia Galotti“, S.421.

[48] Goethe: Werther, S.231.

[49] Ebd. S.221

[50] Robert T. Ittner: Werther and „Emilia Galotti“, S.426.

[51] Goethe: Werther, S.259.

[52] Ebd. S.13.

[53] Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti. http://gutenberg.spiegel.de/lessing/galotti/galott11.htm am 1. Dezember 2003 um 15.20 Uhr.

[54] Hans Rudolf Vaget: Die Leiden des jungen Werthers, S.48.

[55] Goethe: Werther, S.27.

[56] Ebd. S.29.

[57] Gerhard Kurz : Werther als Künstler., S.107.

[58] Ilse A. Graham: Minds without Medium. Reflections on Emilia Galotti and Werthers Leiden. In: Euphorion 56. Heidelberg 1962, S.13.

[59] Goethe: Werther, S.13

[60] Ebd. S.35

[61] Gerhard Kurz : Werther als Künstler., S.101.

[62] Jasmin Hermann-Huwe: „Pathologie und Passion“ in Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers.

[63] Goethe: Werther, S.83.

[64] Ebd., S.167.

[65] Friedhelm Marx: Erlesene Helden, S. 131.

[66] Vgl. Hans Rudolf Vaget: Die Leiden des jungen Werthers, S.44.

[67] Friedhelm Marx: Erlesene Helden, S. 132.

[68] Ebd. S.127.

[69] Goethe: Werther, S.127.

[70] Gerhard Kurz : Werther als Künstler, S. 105.

[71] Hans Rudolf Vaget: Dilettantismus und Meisterschaft. München 1971, S.34.

[72] Ebd. S.103.

[73] Goethe: Werther, S.26.

[74] Ilse A. Graham: Minds without Medium, S.17.

[75] Hans Rudolf Vaget: Die Leiden des jungen Werthers,S.39.

[76] Ebd. S.43.

Details

Seiten
23
Jahr
2003
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108463
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)
Note
2,0
Schlagworte
Kunst Literatur Motive Goethes Leiden Werther Goethe Romane

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