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Interkulturelles Management in Norwegen

Hausarbeit 2002 30 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung

1 Politisch-ökonomische Rahmenbedingungen
1.1 Basisindikatoren im Vergleich
1.2 Politisch-ökonomische Struktur Norwegens

2 Sozio-kulturelle Rahmenbedingungen
2.1 Religionen
2.2 Monarchie und Nationalstolz
2.3 Family and women
2.4 Norwegische und deutsche Kulturelemente im Vergleich
2.4.1 Machtdistanz
2.4.2 Individualismus versus Kollektivismus
2.4.3 Maskulinität versus Feminität
2.4.4 Unsicherheitsvermeidung

3 Verbale und non-verbale Kommunikation
3.1 Begrüßung
3.2 Negotiation process
3.3 Smalltalk
3.4 Gastgeschenke
3.5 Geschäftsessen
3.6 Zeitfaktor
3.7 Kleidung
3.8 Paraverbale Kommunikation
3.9 Non-verbale Kommunikation

4 Führungs- und Entscheidungsverhalten

5 Summary

6 Literaturverzeichnis

Einleitung

Andere Länder andere Sitten, so besagt es ein altes Sprichwort. Man hat es schon oft gehört und darüber geschmunzelt, aber die wenigsten haben sich wohl je wirklich Gedanken darüber gemacht. Schon oft sind Deutsche, mit ihrem auch so guten Benehmen, unbewusst ins Fettnäpfchen getreten. Im Urlaub und privaten Bereich mag das verkraftbar sein, nicht aber im Berufsleben. Hier kann Unwissen und falsches Verhalten die mühsam aufgebauten Geschäftsbeziehungen leicht zunichte machen.

Jede Kultur hat ihre Eigenarten, die manchmal merkwürdig und konfus auf Fremde wirken. Wir leben in einer Gesellschaft, die durch globale Märkte und zunehmende Internationalisierung geprägt ist und werden durch diese zunehmend und fast ständig beeinflusst und geprägt.

Sowohl die Welt, als auch die Menschen kommen einander ständig näher. Aber dennoch behalten die Menschen und Kulturen ihre speziellen Charakteristika bei. Wenn nun also Geschäftspartner verschiedener Kulturen aufeinander treffen kann es durchaus zu Missverständnissen oder sogar Problemen kommen. Hat man jedoch solides Wissen und Grundkenntnisse über das Land und dessen Bewohner, gestaltet es sich einfacher. Denn Kenntnisse über regionale und kulturelle Begebenheiten helfen gravierende Missverständnisse zu vermeiden und gleichzeitig gute Beziehungen zum Geschäftspartner auszubauen. Manager, die im Ausland tätig sind müssen sich bewusst darauf vorbereiten und ein interkulturelles Training absolvieren. Dabei sollten Fremdsprachenkenntnisse, als auch fachliche Qualifikation und Landes- und Kulturkenntnisse trainiert und näher gebracht werden. Wie intensiv interkulturelles Management betrieben werden muss, hängt dabei immer von der Geschäftsverbindung und dem zu vertreibendem Produkt ab.

Am Beispiel Norwegens soll die enorme Bedeutung des interkulturellen Managements dargestellt werden, den obwohl Norwegen und Deutschland sich an und für sich politisch und kulturell ziemlich ähnlich sind, so gibt es doch einige kleine, aber feine Unterschiede.

1 Politisch-ökonomische Rahmenbedingungen

„Nicht nur der Preis und das Produkt entscheiden über den Erfolg mit ausländischen Partnern. Auch die Rücksicht auf nationale Eigenarten hilft, eine harmonische Atmosphäre zu schaffen, in der nicht nur Geschäfte blühen. Interkulturelles Management ist ein Zauberwort, das nicht weniger entscheidend ist als die Qualität, der Preis und das Produkt.“ (BMWI, 1999, S. 56)

Angesichts der ständig zunehmenden Internationalisierung des Weltmarktes sind Kenntnisse über die Zustände und Strukturen in anderen Ländern äußerst wichtig, denn Handeln und Geschäfte machen bedarf in jedem fremden Land einer gewissen Kenntnis der (politisch-ökonomischen) Rahmenbedingungen.

1.1 Basisindikatoren im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Ausgewählte Basisindikatoren im Vergleich Norwegen-Deutschland in den Jahren 1999/2000

Quellen: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gm.html und

http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/no.html

These figures are the latest available from national and multinational sources. These statistics will appear only occasionally: GDP (PPP), literacy rate. Gross Domestic Product (GDP) is the value of all goods and services produced within one year. Purchasing-Power Parity (PPP) is based on World Bank ratios and takes into account price differences between countries for a more accurate measure of national wealth. Literacy rate refers to population over 15 years.

1.2 Politisch-ökonomische Struktur Norwegens

„Nei til EU!“ (Nein zur EU) – so lautet die norwegische Antwort auf die Frage zum EU-Beitritt. Bei den Volksabstimmungen im September 1972 und November 1994 stimmten jeweils knapp über die Hälfte der Bevölkerung gegen die Mitgliedschaft und trotzen so den Wünschen der eigenen Regierung und Wirtschaft. Von anderen europäischen Staaten als unfassbar bezeichnet bleibt diese Nation ihren Idealen treu und behauptet sich selbst. Ob die oftmals vermuteten finanziellen Aspekte bei dem „Nein“ im Vordergrund stehen, ist nicht eindeutig klar. Es mag die Angst vor einer Bevormundung und ein gewisser Stolz sein. Lange Unionsphasen unter dänischer und schwedischer Herrschaft und die 1905 erlangte Unabhängigkeit, gefolgt von einer Monarchie spiegeln Norwegens neuere Geschichte in Kürze wieder. Angesichts dieser Tatsachen haben die Norweger einen enormen Patriotismus entwickelt, den sie mit allen Kräften verteidigen wollen. Eine erneute „Fremdherrschaft“ wäre für sie ein enormer Schlag und soll somit mit allen Kräften verhindert werden. Auch die Angst, die enormen versteckten Schätze – Erdgas und Öl – zu teilen machen den Norwegen zu schaffen. Angesichts dieser Tatsachen meinen die Norweger sie würden mehr verlieren als gewinnen, sollten sie sich der EU anschließen. (Möbius, 2001, S. 43)

Die Zusammenarbeit mit der EU klappt jedoch wunderbar und steht eindeutig im Vordergrund der praktischen Europapolitik, die in Norwegen betrieben wird. Zentrales Instrument dieser Politik ist das am 01.01.1994 in Kraft getretene Abkommen über den europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen). Es ermöglicht die norwegische Teilnahme am gemeinsamen europäischen Binnenmarkt mit Ausnahme der politisch sensiblen Bereiche Landwirtschaft und Fischerei. Hier fürchten Bauern um ihre Lebensgrundlage, falls sie mit den südeuropäischen Produzenten konkurrieren müssen und die Fischer haben Angst ihre immensen Meeresressourcen zu verlieren. (www.auswaertigesamt.de)

Norwegen ist wahrscheinlich auch eines der demokratischsten und klassenlosesten Länder der Welt. Demokratie ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine tief verwurzelte Philosophie. Ihre Autonomie ist zu neu-erkämpft und wertvoll, als das man sie einfach gegen die Träume einer europäischen Union eintauschen würde.

2 Sozio-kulturelle Rahmenbedingungen

Jede Kultur hat ihre Eigenarten, Tabus und Gebräuche, die einem Fremden manchmal komisch erscheinen mögen. Wer in einem fremden Land Geschäfte machen will, sollte sich also nicht nur über die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen allein informieren. Auch die sozio-kulturellen Verhältnisse sind wichtig und sollten keinesfalls außer Acht gelassen werden. In bezug darauf gibt es auch in Norwegen so einige Eigenarten, die man kennen und vor allem beachten sollte.

2.1 Religionen

Die Religion spielt in Norwegen keine besonders große Rolle. Zwar gehören 94 % der Bevölkerung der Evangelisch Lutherischen Kirche (offizielle Religion in Norwegen) an, aber das heißt nicht viel. Nur wenige von ihnen gehen regelmäßig in die Kirche und verfolgen ihren Glauben, wie es beispielsweise in der arabischen Welt der Fall ist. Zu Weihnachten, Ostern und Anlässen wie Taufen und Hochzeiten zieht es viele Norweger in die Kirche, aber ansonsten bleiben die Bänke eher leer. Der Glaube an sich spielt also keine so große Rolle im Leben der meisten Norweger. (Möbius, 2001, S. 259)

2.2 Monarchie und Nationalstolz

Norwegen hat ein altes Königshaus, auf das die Nation zu Recht stolz ist. Gern sehen sie ihre königliche Familie und freuen sich wenn es ihr gut geht. So war es auch kein Wunder, dass die ganze Nation auf den Beinen war, als Kronprinz Håkon diesen Sommer (2001) die bürgerliche Mette Marit heiratete. Festlich gekleidet begleiteten sie das Paar zur Kirche und erwiesen ihnen ihre Ehre.

Allgemein ist die königliche Familie beliebt und an Geburtstagen der königlichen Familie wird beispielsweise die Flagge vor dem Haus - jeder Haushalt besitzt einen

eigenen Fahnenmast - (Taylor-Wilkie, 1996, S. 25) gehisst und der jeweiligen Person gedacht.

Stolz feiern die Norweger auch alljährlich, am 17. Mai, ihren Nationalfeiertag. In Gedenken an die Niederschreibung des Grundgesetzes wird dieser Tag mit Paraden im ganzen Land begangen. Während viele Staaten an Nationalfeiertagen militärische Macht demonstrieren, gehört dieser Tag in Norwegen den Kindern. Mit Flaggen und Fahnen ziehen die festlich gekleideten Kleinen durch die Straßen. Überall erklingen die Nationalhymne und andere patriotische Lieder. Paraden mit Frauen in „bunader“ (Trachten) und Musikkorps ziehen auf abgesperrten Straßen durch die Städte. Am 17. Mai demonstrieren Norweger ihre Vaterlandsliebe, egal, wie alt sie sind, oder wo sie sich gerade befinden. Im Inland, in norwegischen Konsulaten, Botschaften, Seemannskirchen und Studentengruppen im Ausland wird die alte Tradition aufrecht erhalten. (Taylor-Wilkie, 1996, S. 75)

2.3 Family and women

Within the Norwegian society the family and especially living together with relatives is considered as quite important. People are pleased over helping each other and everybody enjoys spending time together. Old and young ones are living in the same house for a long time and due to that close relations are normal.

However Norway is also one of the countries in which most of the couples live together without a marriage certificate, as so called „samboer“. This kind of partnership is respected throughout the nation and the partners are having the same rights as married couples. Forty per cent of the children are born extramarital. (Marco Polo, 1993, S. 13)

In Norwegian families husband and wife share authority. However, more and more women are retaining their own surname after marriage. (Axtell et al, 1997, p. 70)

Norwegian women seem to be more emancipated then others. That is nothing special for them, it is more an implicitness. Norway has an equal law, a female prime minister, a government in which eight out of 17 ministers are women, and an Equal Status ombudsman who tries to ensure that men and women are treated the same way in the employment market. Moreover, the president of the Storting (government), commissioner of the Oslo Police, the president of Oslo’s University and governor of Svalbard in Norway’s arctic Far North are all women. (Mørkhagen, 1998)

Women are engaged quite a lot in politics (as politicians as well as voters) and are influencing politics a lot. This „trend“ started quite early. Already in 1913 (only 15 years after men) Norwegian women have got the opportunity to vote and to get elected. And they are using this right. It does not happen by accident that Norway has one of the highest female proportion in politics. Persistent and systematic efforts by women in the women’s movement, in the political parties, and in public administration have been rewarded by enhanced female participation in all fields of Norwegian life and society. (Su-Dale, 1995, S. 219/220)

Although Norwegian women are very emancipated and are said to be equitable, this fact is not always true. If we have a closer look at the everyday life of Norwegian women and their situation at work, the reality is less glamorous. Even though 70 per cent of the women in Norway are having paid employment outside home, most of them work part-time. There are as well only a handful of women in leading positions in Norwegian business and industry. Even so women make up nearly half the work face, only 3.5 per cent of the top executives of Norwegian corporations are women. - The average in the middle management level is 7.5 per cent. (Mørkhagen, 1998)

Theoretically, there are no sex barriers in Norwegian society. Due to equal rights legislation employers are even forced to recruit more women further up the managerial ladder. The law also states that sexes, that are underrepresented in an organisation have to be preferred when new appointments are made. Concerning that it is supposed that the applicants have equal qualifications. (Su-Dale, 1995, S. 221)

But there are of course exceptions in equality. There are still distinctions between typical women’s and men’s occupations. Differentiated one can say that the education chosen by women leads to low-paying jobs, whereas the jobs taken by men yield higher wages and more prestige. Of course, there have been several successful wage settlements, but more are needed in order to completely erase all gender differences. There are some kinds of visible and invisible barriers in the sector of working conditions. Researchers tried to find out why such a big number of Norwegian women are having positions in politics and ministry posts while remaining conspicuously few have achieved positions of power in working life. Men like to explain that fact by saying that there are to few women with the right qualifications, and that those who could get the job are reluctant to assume positions of power. It is said that women are having different priorities, the home is considered to be more important. Now courses have been arranged to bolster the self-confidence of women and to qualify them for managerial positions. This courses are held by corporations and agencies as well as by trade unions and trade organizations. However, it is difficult to document the effect of such courses. (Mørkhagen, 1998)

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Details

Seiten
30
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640067244
ISBN (Buch)
9783656366751
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108527
Institution / Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Note
1,7
Schlagworte
Interkulturelles Management Norwegen

Autor

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Titel: Interkulturelles Management in Norwegen