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Suchtprävention aus aktueller Sicht am Beispiel des vom Verein "Elternhilfe gegen Drogen e. V." geförderten Circusprojekts

Seminararbeit 2003 36 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Anlass der Themenbearbeitung

2 Suchtprävention
2.1 Definition
2.2 Ziele
2.3 Methoden

3 Arbeitsgebiete der Jugend- und Drogenberatung Würzburg

4 Verein „ Elternhilfe gegen Drogen e. V.“
4.1 Historischer Abriss
4.2 Überblick über präventive Projekte

5 Circusprojekt als Präventionsmaßnahme
5.1 Grundsätzliche Überlegungen
5.2 Zielgruppe und Ziele
5.3 Durchführung
5.4 Evaluation

6 Zusammenfassung / Perspektiven

Anhang I

Anhang II

Anhang III

7 Literaturverzeichnis

1 Anlass der Themenbearbeitung

Ende Juni 2003 ist ein neues Circusprojekt angelaufen, das der an meine Arbeitsstelle angegliederte Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ finanziert. Da ich mich schon seit Beginn meiner Beschäftigung in der Jugend- und Drogenberatung Würzburg über dieses Projekt informieren möchte und ich mich in der Zusatzausbildung auch mit Suchtprävention befasse, dachte ich, dass dies ein guter Zeitpunkt wäre, um mir das Circusprojekt etwas genauer anzusehen.

Es steht für mich fest, dass die Prävention ein wichtiges Element in der Suchthilfe ist. Manche Ansätze der Prävention finde ich auch in meinem Arbeitsalltag, der Beratung und Therapie, wieder. Deshalb war es sehr interessant und lehrreich, mich mit diesem Thema in Theorie und Praxis beschäftigen zu können.

Zu Beginn gebe ich einen theoretischen Einblick in die Suchtprävention und werde diese zunächst definieren und darüber hinaus deren Ziele und Methoden anhand von Fachliteratur vorstellen. Um im vorgegebenen Rahmen zu bleiben, beschränke ich mich auf einige ausgewählte Inhalte aus der Literatur zu diesem Thema und verzichte auf die Darstellung der Suchtentstehung. Danach gebe ich eine kurze Übersicht meines Arbeitsgebietes in der Jugend- und Drogenberatung Würzburg und von dem an die Beratungsstelle angegliederten Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“, der das Circusprojekt finanziert. Anschließend wird das Circusprojekt vorgestellt und insbesondere aufgezeigt, warum sich der Circus sehr gut als Präventionsprojekt eignet. Dazu stelle ich die Zielgruppe und Ziele dar und beschreibe, wie das Projekt durchgeführt wird. Abschließend gebe ich noch einen Überblick zur Evaluation des Projekts sowie zu den Zukunftsperspektiven.

2 Suchtprävention

Am Anfang der Suchtarbeit standen Beratung und Therapie im Vordergrund. Die Prävention hat erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Zu Beginn der Suchtpräventionsarbeit ging es in den Konzepten fast ausschließlich um Ab-schreckung, Warnung und Wissensvermittlung. (vgl. Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München 1995, S. 20) Heutzutage orientiert sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Bereich der Prävention am „Gesundheitsförderungskonzept“, das heißt die „… Erkenntnis, dass Suchterkrankungen sich nicht monokausal und linear entwickeln, sondern sich multikausal und stetig in einem interaktiven Prozess herausbilden, liegt den modernen Präventionsansätzen zugrunde.“ (Pott 1994, S. 40) Weiterhin soll die Erlebens- und Genussfähigkeit gefördert und zu einem gesundheitsverträglichen Umgang mit Suchtmitteln in unserer Gesellschaft verholfen werden. (vgl. Böllinger, Stöver 2002, S. 123)

Der Prävention als solche kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, wobei man je nach dem Zeitpunkt des Eingreifens zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention unterscheidet. (vgl. Waibel 1994, S. 66) Einen Überblick darüber gebe ich nachfolgend.

2.1 Definition

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet drei Arten der Prävention:

„Die primäre Prävention setzt vor dem experimentellen bzw. vor dem regelmäßigen Gebrauch an.

Die sekundäre Prävention hat ebenfalls zwei Ansatzpunkte, vor dem regelmäßigen bzw. vor dem übermäßigen Gebrauch.

Die tertiäre Prävention setzt vor dem übermäßigen Konsum bzw. als dessen

Begleitmaßnahme an.“ (Waibel 1994, S. 63)

Eva Maria Waibel (1994, S. 64) definiert Primärprävention als möglichst breit angelegtes, auf alle Menschen ausgerichtetes Vermitteln von Fähigkeiten, um Lebensbedingungen selbst aktiv zu ändern und zu verbessern. Primärprävention ist personenzentriert und nicht suchtmittelzentriert, muss frühzeitig einsetzen und kontinuierlich sein, zieht sich durch alle Lebensbereiche und Lebensphasen und befindet sich auf der affektiven, nicht auf der kognitiven Ebene, das heißt es werden Verhaltensweisen eingeübt, „… die vielfältig auf Entfaltung der Persönlichkeit und des Selbstwertgefühls, auf Gesundheitsbewusstsein, Sinnfindung und Bewältigung der Lebensaufgaben ausgerichtet sind.“ Zur Bedeutung der Prävention als Bestandteil der Erziehung verweist die Autorin auf Walter Kindermann (1991, S. 108): „So gesehen mag es besser sein, Prävention oder Erziehung allgemein nicht als etwas zu verstehen, das dazu beiträgt, bestimmte unerwünschte Ereignisse, wie zum Beispiel Drogengebrauch, zu verhindern, sondern als etwas, das Kraft gibt, Schwierigkeiten zu bewältigen.“

Die Sekundärprävention „… erfasst auffällig eingestufte Verhaltensweisen und soll die Ausweitung einer bereits eingetretenen Krise verhindern. … Im Bereich substanzgebundener Süchte betrifft dies Menschen, die illegale Drogen konsumieren bzw. missbräuchlich mit legalen Suchtmitteln und Medikamenten umgehen. Erstkonsumenten sollen auf alle Fälle möglichst frühzeitig erfasst werden und möglichst schnell professioneller Hilfe zugeführt werden, soferne dies möglich ist.“

(Waibel 1994, S. 65)

„Die tertiäre Prävention soll zuerst die Folgen von manifesten psychischen und physischen Leiden mildern. Schließlich wird man versuchen, diese Leiden zu verringern helfen.“ (Waibel 1994, S. 66)

2.2 Ziele

Wie bereits oben erwähnt, umfasst Suchtprävention weit mehr als reine Informationsvermittlung. Heutzutage spricht man von Lebenskompetenz- („life skills training“) und Gesundheitsförderung. Suchtprävention versteht sich so als ein ganzheitlicher, lebenslanger Prozess mit dem Ziel, ein eigenverantwortliches, gesundes und sinn-volles Leben zu führen. (s. a. Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München 1995)

Daniel Goleman (1996, S. 319) schreibt, dass „… diejenigen, die eine Sucht ent-wickeln …, diese Substanzen als eine Art Medikament [benutzen (Zusatz vom Verfasser)], um Gefühle der Angst, der Wut oder der Depression zu beschwichtigen.“ Bei einer Beobachtung von Schülern fand Daniel Goleman heraus, dass die Schüler mit den „größten emotionalen Problemen“ häufiger zu Alkohol- oder Drogenmissbrauch neigten. (vgl. S. 319) „Die am stärksten Suchtgefährdeten scheinen in der Droge oder im Alkohol eine schnelle Methode zu finden, um Emotionen zu dämpfen, die sie seit Jahren bedrückt haben.“ (S. 319-320) Weiterhin schreibt er, dass es zwei emotionale Wege zum Alkoholismus gäbe; erstens: jemand ist als Kind bereits nervös und erkennt im Jugendalter, dass Alkohol die Angst dämpft und entspannend wirkt; zweitens: jemand ist in seiner Kindheit unruhig und entwickelt als Reaktion auf Langeweile eine ungehemmte Impulsivität; dieser merkt, dass Alkohol die Unruhe dämpfen kann und bemerkt gleichzeitig, dass der Alkoholkonsum ihn bereit macht, alle möglichen Drogen auszuprobieren, und damit auch die Langeweile bekämpft wird. (vgl. S. 320-321) Nach den Ergebnissen einer Studie, so Goleman, litten mehr als die Hälfte der Patienten einer untersuchten Klinik für Kokainabhängige an einer schweren Depression, bevor sie süchtig wurden. Des Weiteren stellte sich in dieser Studie heraus, dass bei Opiatabhängigen oft ein „chronischer Zorn“ im Vordergrund stand. (vgl. S. 321)

Daraus ergibt sich für ihn die Forderung, dass man schon vorher die elementaren emotionalen Fähigkeiten erwirbt, mit Gefühlen wie Angst, Depression oder Wut umzugehen und nicht erst nachträglich in Rehabilitationsprogrammen für Alkohol- und Drogenabhängige. (vgl. S. 321)

In einem Fünfjahresprojekt hat das „W. T. Grant Consortium on the School-Based Promotion of Social Competence, ‚Drug and Alcohol Prevention Curricula’“ eine Liste der wesentlichen Fähigkeiten zur Vorbeugung herausgearbeitet, die sich nach Daniel Goleman (vgl. S. 326) wie die „Ingredienzien der emotionalen Intelligenz“ lesen.

Sicherlich beeinflussen auch biologische und soziale Faktoren die Entwicklung des Menschen, jedoch können „emotionale Stützmaßnahmen“ dazu beitragen, Defizite und dadurch Gefährdungen des Kindes abzuschwächen. (vgl. S. 327)

Daniel Goleman meint, dass emotionale Erziehung früh genug beginnen, altersangemessen sein, über die gesamte Schulzeit gehen und die Schule, Familie und die Gemeinschaft mit einbeziehen müsse. (vgl. S. 352)

Die aktiven Ingredienzien von Präventionsprogrammen sehen nach dem „W. T. Grant Consortium on the School-Based Promotion of Social Competence, ‚Drug and

Alcohol Prevention Curricula’“ demnach folgendermaßen aus:

„Emotionale Fähigkeiten

- Erkennen und Benennen von Gefühlen
- Ausdruck von Gefühlen
- Einschätzung der Heftigkeit von Gefühlen
- Umgang mit Gefühlen
- Verschieben der Gratifikation
- Zügelung der Impulse
- Verringerung von Stress
- Erkennen des Unterschieds zwischen Gefühlen und Taten

Kognitive Fähigkeiten

- Selbstgespräch – Führen eines ‚inneren Dialogs’, um mit einem Thema oder einer Aufgabe fertig zu werden oder um das eigene Verhalten zu verstärken.
- Soziale Hinweise erkennen und deuten – zum Beispiel soziale Einflüsse auf das Verhalten erkennen und sich selbst aus der Sicht der größeren Gemeinschaft sehen.
- Beim Lösen von Problemen und beim Fällen von Entscheidungen schrittweise vorgehen, zum Beispiel Impulse kontrollieren, Ziele setzen, alternative Handlungsmöglichkeiten erkunden, Folgen vorhersehen.
- Die Sichtweise anderer verstehen.
- Verhaltensnormen verstehen (was akzeptiert und was nicht akzeptiert werden kann).
- Eine positive Einstellung zum Leben.
- Selbstwahrnehmung, zum Beispiel realistische Erwartungen an sich selbst entwickeln.

Verhaltensfähigkeiten

- Nonverbal: Kommunizieren durch Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Tonfall, Körperhaltung usw.
- Verbal: Klare Bitten äußern, auf Kritik eingehen, negativen Einflüssen widerstehen, anderen zuhören, anderen helfen, sich an positiven Peer-groups beteiligen.“ (W. T. Grant Consortium, op. cit., S. 136)

Bartsch und Knigge-Illner (Hrsg.) (1987, S. 18 ff.) sehen die Ziele ähnlich, benennen diese aber anders und gehen von einer „Förderung der Lebenskompetenzen“ aus:

„Förderung sozialer Kompetenz

- die Kontaktfähigkeit verbessern
- die eigene Meinung und eigene Interessen gegenüber anderen vertreten
- Probleme und Konflikte lösen können
- dem Gruppendruck widerstehen können

Förderung von Selbstwertgefühl und Selbstkompetenz

- die anderen und sich selbst sensibler und differenzierter wahrnehmen
- größere Offenheit gegenüber Gefühlen und Erfahrungen entwickeln
- durch Feedback-Erfahrungen das Selbstkonzept überprüfen
- sich selbst und andere akzeptieren
- Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen

Förderung von sinnerfüllten und erlebnisintensiven Aktivitäten

- ganzheitliche Lernerfahrungen vermitteln, die neben kognitiven vor allem auch affektive und soziale Prozesse umfassen
- Erfahrungsmöglichkeiten eröffnen, bei denen die Adressaten selbst Akteure und Produzenten sind und daraus positive Bestätigungsmöglichkeiten für sich selbst beziehen können“

2.3 Methoden

Bei den Methoden beschränke ich mich auf die suchtmittelspezifischen und suchtmittelunspezifischen.

Die suchtmittelspezifische Prävention kann zwar möglichst viele Suchtmittel ab-decken, ist jedoch nur ein kleiner Teil der Suchtprävention und dient der Informationsvermittlung für Schüler, Lehrer und Eltern. (vgl. Waibel 1994, S. 111)

Diese Art der Prävention ist oft problematisch, da Lehrer und Schüler meist die gleichen Informationsquellen haben. (vgl. Werner 1983, S. 29) Weiterhin erweist sich die suchtmittelspezifische Prävention als schwierig, wenn sich Lehrer nicht genügend qualifiziert fühlen, oder „Experten“ mit Suchtmittelerfahrung unter den Schülern sind, oder die Information zu übertrieben schlecht und zu sehr an den langfristigen Folgen orientiert ist; besser ist es, die kurzfristigen Folgen aufzuzeigen, wie zum Beispiel gelbe Zähne vom Rauchen. Außerdem kann ein faszinierend oder bagatellisierend aufgezeigter Drogenkonsum das Neugierverhalten verstärken. Wenn keine Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen erwartet wird, nicht gezeigt wird, dass es bessere Möglichkeiten für ein erfülltes Leben gibt, als Drogen zu konsumieren und „Ex-User“ als „Positivmodell“ mit risikoreichen, exotischen Lebensphasen dargestellt werden, kann dadurch auch eher ein negativer Effekt erreicht werden. (vgl. Waibel 1994, S. 112-113)

„Wenn [suchtmittelspezifische (Zusatz vom Verfasser)] Suchtprävention durchgeführt wird, gilt: Sach information ist hilfreicher als Sensation und Abschreckung. Sach diskussion bringt mehr als Information und Aufklärung, Eigen betroffenheit und persönliche Auseinandersetzung hilft mehr als sachliche Auseinandersetzung.“

(Aktion Jugendschutz 1981, S. 9)

Veränderte Einstellungen und Handlungskompetenz zu Verhaltensänderungen müssten das Ziel sein. Diese können aber nur vermittelt bzw. verändert werden, wenn

- wir dem anderen das Gefühl geben, bei dieser ‚neuen’ Lebenseinstellung etwas zu gewinnen, d. h. wenn wir über seine Vernunft hinaus auch seine Gefühle und seine Befindlichkeit positiv ansprechen können;
- wenn wir positiv und zielgerichtet argumentieren “ (Elternkreise Bonn und Salzburg o. J., S. 18 ff.)

Suchtmittelspezifische Aufgaben können aber nur begrenzten Erfolg haben, weil sie zu wenig auf den eigentlichen Hintergrund eines Suchtmittelmissbrauchs, nämlich fehlende Bewältigungsstrategien beim Auftreten von Konfliktsituationen, eingehen. (vgl. Waibel 1994, S. 115-116)

Die suchtmittelunspezifische Prävention wird auch als Gesundheitsförderung bezeichnet. (vgl. Waibel 1994, S. 116) Letztere beinhaltet allerdings nicht ausschließlich Prävention gegenüber Suchtmitteln, sondern gegenüber jeglicher Art von Gesundheitsgefährdung, wie „… Selbstmord, Verkehrsunfälle, Magersucht…“ (Hildebrandt 1992, S. 13) Im Vordergrund der Gesundheitsförderung stehen nicht mehr die Risikofaktoren, sondern die gesundheitsprotektiven Faktoren gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung. (vgl. Bühringer 1994, S. 61) Helmut Hildebrandt (1992, S. 22) schreibt, dass sich „sieben Kernbereiche der Gesundheitsförderung“ für die Jugendarbeit herauskristallisieren, wobei der erste Bereich als Bedingung zu sehen ist, die die anderen sechs nach sich zieht:

„- Selbstwertgefühl

- Freundschaften und soziale Beziehungen
- Freundschaft mit dem Körper und den Sinnen
- Umweltschutz
- Sinnvolle Arbeit und gesündere Arbeitsbedingungen
- Gesundheitsversorgung und Gesundheitswissen
- Sinnvolle Gegenwart, lebenswerte Zukunft“

Jürgen Bengel schreibt im Auftrag der BZgA (2002, S. 19): „Gesundheitsförderung als ein sozial-ökologisches Gesundheits- und Präventionsmodell betrachtet Gesundheit nicht als Ziel, sondern als Mittel, um Individuen zu befähigen, individuelles und gesellschaftliches Leben positiv zu gestalten. Präventive Maßnahmen werden somit nicht durch das professionelle System verordnet. Sie zielen auf die aktive und selbstverantwortliche Beteiligung der Laien an der Herstellung gesundheitsfördernder Bedingungen und auf den Dialog und die Interaktion zwischen Laien und Professionellen.“

Nach Antonovskys Modell der Salutogenese (vgl. Bengel 2002, S. 28-30) sollte eine Person umso gesünder sein, je stärker das „Kohärenzgefühl (sense of coherence, SOC)“ (Kohärenz heißt Zusammenhang, Stimmigkeit) ausgeprägt ist. Der SOC besteht seiner Meinung nach aus drei Komponenten: Verstehbarkeit (sense of comprehensibility), Handhabbarkeit (sense of manageability) und Sinnhaftigkeit (sense of meaningfulness).

Gesundheitsförderung bzw. gesunderhaltende Faktoren, so genannte Widerstandsressourcen wie zum Beispiel körperliche Faktoren, Intelligenz, Bewältigungsstrategien, soziale Unterstützung, finanzielles Vermögen oder kulturelle Faktoren beeinflussen den SOC positiv, Stressoren (Spannungszustände) können sich auf den SOC negativ auswirken, oder durch das Gelingen der Spannungsreduktion sogar eine stärkende Wirkung auf das Kohärenzgefühl haben. (vgl. Bengel 2002, S. 36)

Antonovskys Ansatz orientiert sich nicht am Risikofaktorenmodell, sondern die salutogenetische Fragestellung lautet: „Warum bleiben Menschen – trotz vieler potentiell gesundheitsgefährdender Einflüsse – gesund?“. (Bengel 2002, S. 24)

Im Hinblick auf die Prävention nennt Antonovsky nur wenige zielgerichtete Maßnahmen und Interventionen, um den SOC zu beeinflussen. Er behauptet, dass die Entwicklung des SOC mit circa dreißig Jahren abgeschlossen ist, (vgl. Bengel 2002, S. 31) es jedoch „… wichtig ist, für Kinder und Jugendliche eine Welt zu schaffen, die konsistente Erfahrungen ermöglicht, für Belastungsausgleich sorgt und die Einflussnahme und Entscheidungsprozesse zulässt.“ (Bengel 2002, S. 70)

Es gibt sicherlich noch einige weitere Ansätze der Prävention, zum Beispiel die Förderung von Netzwerken (vgl. Franz 2000, S. 6-22) etc., ich beschränke mich bei meinen Ausführungen allerdings auf oben genannte.

3 Arbeitsgebiete der Jugend- und Drogenberatung Würzburg

Die Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Würzburg, Beim Grafeneckart 10, 97070 Würzburg, siehe auch www.drogenberatung-wuerzburg.de, befindet sich zentral im Stadtkern Würzburgs an der Alten Mainbrücke.

Unser siebenköpfiges Team setzt sich folgendermaßen zusammen: zwei Psychologen, zuständig für die Leitung und Jugend- und Drogenberatung, dreieinhalb SozialpädagogInnen (zweidreiviertel Stellen externe Suchtberatung in der JVA Würzburg und eine dreiviertel Stelle Jugend- und Drogenberatung) und einer Verwaltungskraft mit täglich sechs Stunden. Meine Stelle besteht zu drei viertel aus Jugend- und Drogenberatung als Krankheitsvertretung und zu einem Viertel aus der externen Suchtberatung in der JVA Würzburg.

Wir bieten Beratung am Telefon, in der Beratungsstelle, per E-Mail oder im Gefängnis an. Wenn Klienten während einer körperlichen Entgiftung mit uns sprechen möchten, fahren wir dazu auch zu den jeweiligen Entgiftungsstationen im Umkreis.

Die Jugendberatung richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre. Für Eltern, die Schwierigkeiten mit ihren Kindern haben – es sei denn, es handelt sich um Drogenprobleme – ist die Jugendberatung nicht zuständig. In diesem Fall werden die Eltern an die Erziehungsberatung verwiesen.

Die Problemsituationen der Jugendlichen sind oft sehr weit gefasst, zum Beispiel Konflikte im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie, Stress in der Schule oder in der Arbeit, Probleme mit dem Partner, mit der Partnerin, Probleme mit sich selbst, im Kontakt mit anderen, Depressionen, Konsum von Drogen jeder Art, etc.

Wenn es sich bei den Problemen der Jugendlichen um Elternkonflikte handelt, laden wir die Eltern ein, und versuchen gemeinsam mit Jugendlichen und Eltern eine Lösung zu finden. Dabei kann das Ergebnis aber auch sein, dass ein Zusammenleben für Eltern und Jugendlichen nicht mehr möglich, ein räumlicher Abstand für beide Seiten die beste Lösung ist. Dann müssen wir nach Alternativen suchen. Ist der Jugendliche noch minderjährig, wird in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt geprüft, ob eventuell eine betreute Wohnmöglichkeit sinnvoll sein könnte. Wenn der Jugendliche allerdings schon über 18 Jahre alt ist, ist das Jugendamt nicht mehr zuständig. Dann müssen wir andere Möglichkeiten in Betracht ziehen; darauf gehe ich in

Abschnitt 4.2 näher ein.

Die Drogenberatung umfasst die Beratung, regelmäßige Gespräche und die Vermittlung und Vorbereitung in eine (Teil-) stationäre Entgiftung mit eventuell folgender stationärer Therapie. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir grundsätzlich für Konsumenten illegaler Drogen zuständig sind, da sich in Würzburg noch zwei Beratungsstellen für Konsumenten legaler Drogen befinden. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: erstens die Jugendberatung und zweitens die externe Drogenberatung in der JVA Würzburg. Das heißt, für diese zwei Bereiche bieten wir zusätzlich Beratung für Konsumenten legaler Drogen an. Bei Opiatabhängigen, die sich für eine Substitutionsbehandlung entscheiden, sind wir für die psychosoziale Begleitbetreuung zuständig. Weiterhin beraten wir Menschen mit Problemen mit substanzunabhängigen Süchten (zum Beispiel pathologisches Glücksspiel, Internetsucht, Handysucht, …) sowie deren Angehörige, Freunde, Arbeitskollegen und alle, die von Berufs wegen mit dieser Klientel zu tun haben.

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie bieten wir auch die Nachsorge an. Auf diesen Punkt gehe ich in Abschnitt 4.2 genauer ein.

Außerdem sind wir für die Sucht- und Drogenberatung in der JVA Würzburg zuständig, wobei unsere Hauptaufgabe darin besteht, gemeinsam mit denjenigen, die nach dem § 35 Betäubungsmittelgesetz „Therapie statt Strafe“ eine stationäre Therapie anstreben, eine geeignete Therapiemöglichkeit zu finden und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Weiterhin gibt es bei uns noch einige Gruppenangebote, wie den Elternkreis (siehe Abschnitt 4.1), die Gruppe zu den Jugendwohnprojekten (siehe Abschnitt 4.2), die Nachsorgegruppe (siehe Abschnitt 4.2) und die Therapievorbereitungsgruppen in der JVA Würzburg, die themenzentriert stattfinden und rein der Vorbereitung auf eine freiwillige stationäre Langzeittherapie dienen sollen.

Die Suchtprävention ist nicht Aufgabe der Jugend- und Drogenberatungsstelle Würzburg. Aus diesem Grund wurde der Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ gegründet, der an die Beratungsstelle angegliedert ist. Neben unserem Verein gibt es in Würzburg noch eine Suchtpräventionsfachstelle, die sich überwiegend um schulische Präventionsprojekte kümmert und vom Diakonischen Werk in Würzburg getragen wird. Deshalb war es dem Verein wichtig, nicht mit der Fachstelle zu konkurrieren, sondern nach weiteren alternativen Projekten für die Präventionsarbeit zu suchen und diese gezielt zu fördern.

4 Verein „ Elternhilfe gegen Drogen e. V.“

Der Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ versucht in enger Kooperation mit der Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Würzburg eine effektive Drogenprävention umzusetzen.

Der Verein ist Träger von mehreren Jugendwohnprojekten in Würzburg, führt betreutes Einzelwohnen für gefährdete Jugendliche durch, betreibt mehrere Nachsorge-WGs, versucht durch die „Aktion Patenschaft“ den betreuten Bewohnern durch zielgerichtete finanzielle Unterstützung den Start in einen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen und initiiert und finanziert die Planung und Durchführung suchtpräventiver Projekte.

Die inhaltliche Arbeit des Vereins leisten qualifizierte Honorarkräfte sowie Mitarbeiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle Würzburg. (vgl. URL http://www.drogenberatung-wuerzburg.de/inhalt/a_elternhilfe.php3 vom 11.08.2003)

Der Verein finanziert sich über Buß- und Spendengelder.

4.1 Historischer Abriss

Seit 1979 gibt es in Würzburg einen Elternkreis für Eltern von Drogenabhängigen mit dem Ziel, in den Gruppentreffen alle persönlichen Probleme miteinander zu besprechen. In dieser angeleiteten Gruppe, bei der ein Mitarbeiter der Beratungsstelle anwesend ist, geht es darum, dass die Teilnehmer angstfrei und offen über das familiäre Problem „Drogenabhängigkeit“ sprechen können.

Nach einiger Zeit wollten die Eltern der Gruppe über ihre individuellen Schwierigkeiten hinaus einen sinnvollen Beitrag zur Verringerung des Drogenproblems leisten, und es gründete sich aus dem Elternkreis heraus der gemeinnützige Verein

„Elternhilfe e. V. – Elternkreis für Familien mit Jugend- und Drogenproblemen der Region Würzburg“.

Über die Zielsetzung bestand schnell Einigkeit: mit unbürokratischen Methoden wirksame Hilfe zu leisten, um bei jungen Menschen Drogenkonsum aller Art zu verhindern. Diese Zielsetzung versucht die „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ seitdem in enger Kooperation mit der Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Würzburg zu verwirklichen.

1982 finanzierte der Verein Umbaukredite für Wohnungen, damit Jugendwohngemeinschaften initiiert werden konnten. (siehe Abschnitt 4.2)

Circa fünft Jahre später wurden weitere Wohnungen angemietet, um Nachsorgewohngemeinschaften (siehe Abschnitt 4.2) zu eröffnen.

Die praktische Arbeit in den Jugend- und Nachsorgewohngemeinschaften führte zu einem weiteren wichtigen Arbeitsansatz des Vereins, der „Aktion Patenschaft“. Es zeigte sich nämlich, dass es in den Wohngemeinschaften immer wieder Bewohner gab, bei denen wegen unklarer oder unverschuldeter finanzieller Verhältnisse plötzlich die Berufsausbildung oder der Schulbesuch in Frage gestellt wurde. In solchen Fällen hilft der Verein – im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten – durch Darlehen oder Zuschüsse, damit Ausbildung und Wohnen nicht gefährdet werden.

Mitte der neunziger Jahre wurde auch in Würzburg offensichtlich, dass junge Spätaussiedler in erschreckend hohem Maße drogenabhängig waren bzw. wurden. Das machte dringendes Handeln notwendig, und der Verein rief 1996 erstmals das „Integrative Circusprojekt“ (siehe Kapitel 5) und 1999 das „Sportmobil“ (siehe Ab- schnitt 4.2) im „Heuchelhof“, Würzburgs sozialem Brennpunkt, ins Leben.

Ende 2002 beschloss die Mitgliederversammlung, den Verein künftig „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ zu nennen.

4.2 Überblick über präventive Projekte

Für den Fall, dass ein Zusammenleben für Eltern und Kinder nicht mehr möglich ist, und ein räumlicher Abstand für beide Seiten die beste Lösung ist, aber das Jugendamt nicht mehr zuständig ist, weil der Jugendliche schon über 18 Jahre alt ist (siehe Kapitel 3), hat der Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ Wohnungen angemietet, die als Jugendwohngemeinschaften zur Verfügung stehen. Wenn der Jugendliche noch die Schule besucht oder sich in Ausbildung befindet, reichen die finanziellen Mittel oft nicht aus, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können. In diesen Wohngemeinschaften leben die Jugendlichen weitgehend eigenständig, besuchen Schulen, machen eine Ausbildung oder studieren. Sie organisieren ihren Lebensalltag selbst und bezahlen die Miete, wobei der Verein in Notfällen finanzielle Hilfe durch die „Aktion Patenschaft“ gewähren kann. Die Jugendlichen können so die Erfahrung machen, wie ein künftiges, selbständiges Leben aussehen kann. Sie bekommen allerdings die notwendige Unterstützung beim Einzug, beim Wohnen und bei Alltagsproblemen. Für die Bewohner gibt es neben der individuellen Unterstützung zusätzlich eine wöchentlich stattfindende Gruppe, die für alle verpflichtend ist. Dabei wird über Schwierigkeiten und Probleme im Zusammenleben und im persönlichen Bereich gesprochen; diese Gruppe wird von einem Mitarbeiter der Beratungsstelle durchgeführt.

Die Nachsorgewohngemeinschaft richtet sich an jene, die

- eine Therapie abgeschlossen haben,
- sich nach einem Vorstellungsgespräch zusammen mit dem Mitarbeiter und den Mitbewohnern für diese Wohnform entscheiden,
- bereit sind, an den Gruppenangeboten (WG-Gruppe, Nachsorgegruppe) teilzunehmen und
- sich um Arbeit oder Ausbildung bemühen.

Voraussetzung ist der Wille, ein drogenfreies Leben zu führen (mit Unterstützung von Mitarbeitern der Jugend- und Drogenberatungsstelle), den Alltag selbständig zu ge-stalten und Verantwortung für sich und die Mitbewohner zu übernehmen. (vgl. URL http://www.drogenberatung-wuerzburg.de/inhalt/a_drogenberatung_d3.php3 vom 11.08.2003) Auch hier kann der Verein im Einzelfall durch die „Aktion Patenschaft“ finanzielle Unterstützung in Notfällen gewähren. Es gibt ebenfalls für alle Bewohner verpflichtend eine wöchentlich stattfindende Gruppe, die von einem Mitarbeiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle angeleitet wird.

Auf das Circusprojekt werde ich in Kapitel 5 eingehen.

Das Sport-Mobil im Würzburger Stadtteil Heuchelhof wurde 1999 ins Leben gerufen und richtet sich an Kinder und Jugendliche, die aus Spätaussiedler-Familien, anderen Zuwanderer-Familien und sozial benachteiligten „Einheimischen-Familien“ kommen. Im Würzburger Stadtteil Heuchelhof leben insgesamt 9 100 Menschen; der Heuchelhof ist damit der achtgrößte Stadtteil in Würzburg mit einem Aussiedleranteil von 32 % und einem Ausländeranteil von 13 %. Fast ein Viertel der Einwohner sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. Beinahe 10 % der Einwohner beziehen Sozialhilfe. Der Konsum von Alkohol und illegalen Drogen gilt als besorgniserregend. (vgl. URL http://www.wuerzburg.de/buerger/rathaus/ dienststellen/baureferat/stadtentwicklung/181,1735.html vom 11.08.2003)

„Auf Initiative des Projektes ‚Integration durch Sport’ des Deutschen Sportbundes-BLSV und des Fachbereiches Jugend und Familie [der Stadt Würzburg (Zusatz vom Verfasser)] sowie der städtischen Drogenberatungsstelle wurde das Gemeinschaftsprojekt ‚Sport-Mobil’ entwickelt. Partner für die Durchführung des Projektes sind das Sportzentrum der Universität Würzburg, die Grund- und Hauptschule, der

SC-Heuchelhof und das Jugendzentrum. Im Rahmen des ‚Sport-Mobils’ werden über die ganze Woche an Nachmittagen auf verschiedenen Plätzen des Stadtteils und in Hallen offene sportliche Angebote fachlich begleitet.“ (URL http://www.wuerzburg.de/ buerger/rathaus/dienststellen/baureferat/stadtentwicklung/181,1735.html vom 11.08.2003) Das Sportangebot besteht aus Streetball, Fußball, Boxen, Skateboard und Tanz. Außerdem werden verschiedene Ferienfreizeiten, zum Beispiel Zeltlager, Kanu und Skateboardfreizeiten angeboten. Oberstes Ziel ist die Integration der Aussiedler und Ausländer im Stadtteil, um so die Ausgrenzung zu verhindern und Alternativen zum Suchtmittelkonsum aufzuzeigen.

5 Circusprojekt als Präventionsmaßnahme

„Manege frei!!!“

Erstmals 1996 veranstaltete die Stadt Würzburg (Fachbereich Jugend und Familie) in Zusammenarbeit mit den Schulen und Behinderteneinrichtungen des Stadtteils

Heuchelhof, einem Team aus Circusprofis und finanziert durch den Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ ein integrativ-präventives Circusprojekt in diesem Stadtteil.

Das Circusprojekt findet seit 1998 jährlich im Winter statt und ist zu einem festen Bestandteil im Heuchelhof geworden. Durch die intensive Zusammenarbeit von örtlichen Institutionen, Gruppen und Projekten entwickelte sich inzwischen der „Wintercircus Heuchelhof“ zu einem „Stadtteil-Event“ und ermöglichte so die modellhafte Vernetzung einer integrativ-präventiven Stadtteilarbeit.

Aufgrund der großen Resonanz, die das Circusprojekt im Stadtteil Heuchelhof erzielt hat, sind parallel in anderen Würzburger Stadtteilen (zum Beispiel Lindleinsmühle, Zellerau, Sanderau) Circusprojekte durchgeführt worden. Insgesamt finden pro Jahr drei Circusprojekte dieser Art statt.

Wie bereits oben erwähnt, wurde Mitte der neunziger Jahre deutlich, dass sehr viele junge Spätaussiedler drogenabhängig waren. Um dem langfristig entgegenzuwirken, entschied man sich für präventive Maßnahmen. Außerdem war es offensichtlich, dass die Spätaussiedler sich nur sehr schwer integrierten. Aus diesem Wissen heraus nahm man an, dass das hohe Maß der Abhängigkeitsentwicklung etwas mit dem niedrigen Maß an Integration zu tun haben könnte. Es musste also ein Projekt geschaffen werden, das die Integration der Spätaussiedler förderte, und in dem Spätaussiedler und Einheimische etwas erleben konnten (siehe Abschnitt 5.2). Deshalb begann man mit dem Circusprojekt im Würzburger Stadtteil Heuchelhof, in dem die meisten Aussiedler leben. Aus seinen Ursprüngen heraus heißt das Projekt „Integratives Circusprojekt“; es gibt also zwei große Ziele: Integration und Suchtprävention.

Das Circusprojekt ist ein primärpräventives, suchtunspezifisches Projekt, hat also nicht die Aufgabe, Informationen zu verschiedenen Süchten zu vermitteln.

5.1 Grundsätzliche Überlegungen

Wie ich in diesem Abschnitt zeigen werde, stellt die Circusarbeit eine hervorragende Möglichkeit dar, mehrere Ebenen auf einmal zu erreichen. Ernst Jonny Kiphard (1997, S. 16) schreibt, dass den Kindern ermöglicht wird, im Circus Kompetenzen zu erlernen, die auch als protektive Faktoren im Sinne der Gesundheitsförderung benannt werden können:

- „ Körpererfahrung (Ich-Kompetenz) durch körpermotorische Erfahrungen wie Akrobatik, Equilibristik, Clownerie, Pantomime und Bewegungstheater
- Materialerfahrung (manuelle Handlungskompetenz) durch Jonglieren, Zaubern und andere Handgeschicklichkeiten
- Sozialerfahrung (soziale Handlungskompetenz) durch Partner- und Gruppenarbeit in den genannten Aktivitätsbereichen“

Im Circusalltag wird das Gemeinschaftserleben geschult. Die Gruppe ist sehr wichtig bei artistischen Einlagen. Vertrauen wird geschult – man muss sich auf die anderen verlassen können und selbst auch Verantwortung für die MitartistInnen übernehmen. Die Kinder kennen sich bereits von der Schule, das heißt, sie werden nicht aus der bestehenden Gruppe herausgerissen. Der Gruppenzusammenhalt kann so weiter gefördert werden.

Wenn sich der Rahmen ändert, in dem man sich trifft, in diesem Fall außerhalb des Schulgebäudes – im Circus, können sich Sichtweisen über Personen verändern; dies kann zu einer Verbesserung des Kommunikationsstils untereinander führen.

Dadurch, dass die Kinder aus ihrem Alltag heraus kommen, können sie die Erlebnisfähigkeit erhöhen. Für die Kinder ist der Circus ein Abenteuer. Das stellt auch

Eckhard Schiffer (1999) in seinem Buch „Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde“ dar. Abenteuer und Phantasie sind wichtig für Kinder, um bewusstes Erleben zu fördern. Wo könnte man besser Abenteuer erleben und seiner Phantasie freien Lauf lassen als im Circus? Auch Ernst Jonny Kiphard (1997, S. 16) meint, dass dadurch die Ausschüttung des Glückshormons Endorphin begünstigt wird. Weiterhin führt er aus, dass sich der Circus deshalb gut eignet, weil dort Endorphine nicht passiv konsumiert werden wie auf dem Rummel, sondern aktive Beteiligung gefördert wird.

Durch solche Erlebnisse können die Kinder eigene Grenzen erfahren, die nicht von außen gesetzt werden. Dadurch bekommen sie auch die Konsequenzen aufgezeigt, wenn sie ihre eigenen Grenzen überschreiten (zum Beispiel Schmerz bei falscher Fakirtechnik, etc.). Das führt dazu, dass sich die Kinder selbst besser kennen lernen können. Beim Ausprobieren der Circustechniken machen die Kinder Erfahrungen, von denen sie auch später noch profitieren können („wo sind meine Grenzen?“, „was tut mir gut?“, „was kann ich gerade noch leisten?“).

Nicht nur das Aufzeigen von Grenzen ist wichtig. Der Circus bietet auch eine opti-male Möglichkeit, das Selbstvertrauen zu steigern. Durch das gemeinsame Ziel, die Aufführungen und den Beifall, den die Kinder bekommen, lernen sie, dass die „Mühe“ sich gelohnt hat und die Kinder gut in ihrer Disziplin waren. Sie erfahren, dass es sich auszahlt, etwas durchzuhalten, „am Ball zu bleiben“. Volker Kruse (1997, S. 50) sagt dazu: „Könnenserlebnisse, verbunden mit Selbstdarstellung, haben einen hohen Wert für die Identitäts- und Persönlichkeitsbildung bei Kindern und Jugendlichen und führen als Gruppenprozess gleichzeitig zu sozialer Kompetenz.“ Sie bekommen also auch die positiven Konsequenzen und somit Sinnhaftigkeit vermittelt. Kretschmer (1989) führt dazu aus: „Der Sinn des Lernens wird nirgendwo offensichtlicher als in der Perspektive der Anwendungsmöglichkeit des Gelernten.“

Ein weiterer wichtiger Punkt, der für die Circusarbeit spricht, ist, dass das Projekt

außerhalb der Schule und der Familie stattfindet. Es ist nicht defizitorientiert und erzeugt keinen Leistungsdruck, da sich die Kinder zwei Disziplinen nach ihren Interessen und Fähigkeiten aussuchen können (siehe Abschnitt 5.3). Dadurch wird keine Angst erzeugt, was in der Schule oder in der Familie durchaus vorkommen kann. Der Umgang der Circusleute mit den Kindern ist eher partnerschaftlich. Es gibt keine hierarchische Autorität, die sie von der Schule oder aus der Familie kennen könnten. Der Circus steht und fällt mit den Kindern.

Auf der Internetseite des Kindercircus „Mumm“ (URL http://www.CircusMumm.de/ mp_start/start_inhalt.unten.htm#Beginn vom 11.08.2003) werden die Beweggründe für diese Form der Circusarbeit wie folgt zusammengefasst: „Die Idee, ‚Mumm’ zu gründen, entsprang ihrer eigenen [der Circusleute (Zusatz vom Verfasser)] Begeisterung für Zirkus und der Überzeugung, mit ihm ein Medium gefunden zu haben, das den ganzen Menschen in seiner Persönlichkeit anspricht; ihn in seiner Körperlichkeit, seinen Emotionen, seinen sozialen Interaktionen und seinem Verstand erreichen kann.

Nirgends gelingt es so gut, Träume des Menschen lebendig werden zu lassen als im Zirkus. Denn Zirkus, das ist: phantasieren, experimentieren, proben, Spiel, Spaß, Konzentration und Anstrengung. Hier bieten sich Spielräume, um miteinander Erfahrungen zu machen und gemeinsam ein großes Ziel, die Vorstellung, zu erreichen.“

Ernst Jonny Kiphard (1997, S. 15) gibt im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Gesichtspunkte, die für die Circusarbeit sprechen:

„- Absättigung des Erlebnishungers und der Abenteuerlust;
- aktive Erlebnisverarbeitung (zunächst durch Rollenspiel, später durch
Leistung);
- eigenes Tun als Mittel gegen Passivität und Konsumhaltung;
- Entdeckung eigener körperlicher und motorischer Fähigkeiten;
- Entwickeln von Kraftgefühl und Selbstvertrauen;
- Lust am Lernen und an der eigenen spielerischen Kreativität;
- Konzentrationsverbesserung, Bemühen um Präzision;
- Selbstdisziplin, Fleiß, Beharrlichkeit, Ausdauer und Verlässlichkeit;
- Anstrengungsbereitschaft, Einsatzfreude und Enthusiasmus;
- freiwilliges Sich-Unterordnen (Vorbildwirkung der Älteren);
- Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Fairness als soziale Tugenden;
- Orientierung an ethischen Werten; Absage an Egoismus und Habgier;
- Erziehung zur Selbsterziehung durch Verfolgen eigener Zielsetzungen;
- Freude am gemeinsamen Planen und Gestalten;
- Innere Befriedigung durch Anerkennung seitens der Gruppe.“

Weiterhin führt Kiphard aus (ebd. S. 17), dass akrobatische Aktivitäten „… die äußere und innere Aufrichtung, psychische Stabilisierung und Selbstfindung…“ fördern. Beim Clownspiel lassen sich in den Bereichen „… Spielfreude, Selbstbewusstsein, sozialem Lernen und Integration …“ gute Erfolge erzielen. Durch Jonglieren werden Verbesserungen im Hinblick auf Selbstwertprobleme und Ängstlichkeit beobachtet. Die Zaubermanipulation fördert die Konzentration, Kognition und die Hand- und Fingerkoordination.

Da ich am 02. Juli 2003 bei den Proben dabei sein durfte und mir die Premiere am 10. Juli 2003 angeschaut habe, werden sich meine Ausführungen auf dieses spezielle Circusprojekt im Stadtteil Sanderau beziehen.

5.2 Zielgruppe und Ziele

Die Zielgruppe waren in diesem Fall Kinder aus den dritten bis siebten Klassen der Dauthendey/Schiller-Schule (Grund- und Hauptschule) und der Leo-Deeg-Schule (Förderschule) im Stadtteil Sanderau. Mit 13 800 Einwohnern ist die Sanderau der drittgrößte Stadtteil in Würzburg. Der Anteil an Ausländern beträgt 6,3 %, der Anteil an Aussiedlern liegt bei 4,1 %. (vgl. URL http://www.wuerzburg.de/buerger/rathaus/ dienststellen/baureferat/stadtentwicklung/181,1735.html vom 11.08.2003) Die Besonderheit der Schulen besteht darin, dass beide in einem Gebäude untergebracht sind. Im Schuljahr 2002 / 2003 besuchten 200 Kinder die Dauthendey/Schiller-Schule und 175 die Leo-Deeg-Schule. In der Dauthendey/Schiller-Schule beträgt der Ausländeranteil 15 %, wobei die Kinder aus ganz unterschiedlichen Teilen der Erde kommen, wie Europa, Zentralafrika, Asien, Südamerika. Von der Leo-Deeg-Schule wurde mir der Ausländeranteil leider nicht genannt. Zwischen den Schülern beider Schulen kommt es immer wieder zu Reibereien untereinander. Die Kinder der

Dauthendey/Schiller-Schule beschuldigen oft ungerechtfertigt die Kinder der Leo-Deeg-Schule für Fehlverhaltensweisen und benutzen Schimpfworte.

Die Grobziele „Integration und Suchtprävention“, die mit dem Projekt erreicht werden sollen, gliedern sich wie folgt:

„Förderung emotionaler Kompetenzen:

- Offenheit gegenüber Gefühlen und Erfahrungen entwickeln
- Andere und sich selbst differenzierter, sensibler wahrnehmen
- Freude am gemeinsamen Planen und Gestalten
- Inneres Befriedigtsein durch die eigene erbrachte Leistung

Förderung kognitiver Kompetenzen:

- Konzentrationsschulung, Selbstdisziplin

Förderung motivationaler Kompetenzen:

- Bei der Sache bleiben, selbst ernannte Ziele weiter verfolgen
- Gemeinsam etwas erreichen wollen

Förderung psychomotorischer Kompetenzen:

- Entdeckung eigener körperlicher Fähigkeiten
- Entwicklung eines positiven Körpergefühls
- Belastungen durchstehen, an eigene Grenzen kommen

Förderung sozialer Kompetenzen:

- Selbsterziehung durch Verfolgen selbst erwählter Ziele
- Verbesserung der Kontaktfähigkeit
- Eigene Meinungen und Interessen gegenüber anderen vertreten
- Probleme und Konflikte adäquat lösen können
- Sich in der Gruppe orientieren, einbringen, abgrenzen können
- Gemeinschaft erleben
- Kritik annehmen und umsetzen können
- Sich selbst und andere akzeptieren lernen
- Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln
- Die Beteiligten werden selbst aktiv und beziehen für sich selbst Bestätigung aus dem eigenen Handeln
- Entwicklung von Selbstvertrauen“ (URL http://www.CircusMumm.de/mp_projekt/projekt_inhalt.unten.htm#ziele vom 02.07.2003)

5.3 Durchführung

Insgesamt arbeiten drei Circusleute an dem Projekt: „Herr Lui“ (André Böhler), zuständig für Clownerie, Fakirtechniken und Rola Bola, Zauberer „Hagi“ (Hans-Jürgen Blickle), zuständig für Drahtseil, Trapez und Leiterakrobatik sowie Clown „Batschu“ (Peter Baumann), zuständig für Programmdurchführung, Menschenpyramiden und Diabolo. Außerdem ergänzen eine Sozialpädagogin als Honorarkraft und eine Masken- und Kostümbildnerin das Team.

Die Schulen müssen sich zunächst für das Circusprojekt bewerben. Bevorzugt werden Schulen in sozialen Brennpunkten oder mit Schwierigkeiten innerhalb der Schule ausgewählt. Dabei sind Schulen mit höherem Bildungsniveau die Ausnahme. Steht die Schule fest - in diesem Fall die Dauthendey/Schiller-Schule und die

Leo-Deeg-Schule - wird ein „Schnuppertraining“ für die dritten bis siebten Klassen angeboten, an dem alle Schüler dieser Jahrgangsstufen teilnehmen. Die Kinder dürfen alle Bereiche des Circus ausprobieren und entscheiden dann selbst, ob sie mitmachen möchten. Es können bis zu 36 Kinder an diesem Projekt teilnehmen, die dann die feste ArtistInnen-Gruppe bilden. Dabei wird darauf geachtet, dass das Geschlechterverhältnis immer ausgeglichen ist. In der Regel möchten aber mehr als 36 Kinder an dem Projekt teilnehmen; dann entscheidet das Los, das von den Mitarbeitern des Circusprojekts gezogen wird. Fällt beim „Schnuppertraining“ ein Schüler besonders auf, kann bei der Losziehung schon einmal „gemogelt“ werden. Es wird darauf geachtet, dass niemand übersehen wird.

Teilnehmende Schüler bezahlen einen Beitrag von 30,- €, der an den Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ fließt. Die Kinder unterschreiben einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, regelmäßig, das heißt täglich nach der Schule von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu erscheinen. Es handelt sich um eine Schulveranstaltung und ist deshalb verpflichtend für die Schüler. Durch den Vertrag wird ihnen gezeigt, dass sie ernst genommen werden und ihre Entscheidung dafür Konsequenzen hat (regelmäßiges Erscheinen, Verbindlichkeit).

Dann muss erst einmal das Zelt aufgebaut werden. Dafür sind Auf- und Abbauhelfer nötig. Bei diesem Circusprojekt wurde das Zelt am 28.06.2003 aufgebaut und nach der letzten Vorstellung am 12.07.2003 wieder abgebaut. Das Projekt dauert mit „Schnuppertraining“ zweieinhalb Wochen: zwei Tage „Schnuppertraining“, sieben Tage „Intensivtraining“, zwei Tage „Generalproben“ und drei Tage „Aufführungen“. Die drei Circusleute haben auch noch eigene Projekte, die sie den Rest des Jahres durchführen, welche allerdings nichts mit dem Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ zu tun haben.

Wenn das Zelt steht, geht es mit dem „Intensivtraining“ los. Zunächst wird ein Motto festgelegt, um das sich alle Aktionen drehen. Bei diesem Circus war das Motto: „Munter wie ein Clown im Wasser“. Die gemeinsame Erarbeitung und Vorbereitung der Vorstellung sorgen für Gemeinsamkeit und Selbstbewusstsein. Die Schüler, die nicht direkt an der ArtistInnen-Gruppe teilnehmen (können), haben trotzdem die Möglichkeit, sich einzubringen, zum Beispiel durch Mitgestaltung des Circuszeltes (Dekoration), Beiträge mit Tanz- oder Choreinlagen, Trampolinspringen, usw., wobei diese von den LehrerInnen der Schule mit Unterstützung der Circusprofis trainiert werden. Der Circus wird so zu einem Erlebnis für die gesamte Schule und fördert ebenfalls die Gemeinschaftlichkeit und die Integration.

Jedes Kind der festen ArtistInnen-Gruppe entscheidet sich nun selbst, welche beiden Disziplinen es aufführen möchte. Die jungen KünstlerInnen wählen auch die Kostüme und die Musik aus. Die Circusarbeit ist weder leistungs- noch defizitorientiert, sondern setzt an den jeweiligen Fähigkeiten der Kinder an. Unabhängig von körperlichen, sozialen, kognitiven, kulturellen und emotionalen Voraussetzungen können die kleinen AkrobatInnen im Circus ihre Fähigkeiten zeigen und durch die Förderung verschiedener Kompetenzen mehr über sich selbst und ihre MitartistInnen erfahren. Geprobt wird das, wofür sich die Kinder entscheiden. Eine Schwierigkeit besteht

darin, ein Kind, das zum Beispiel nicht jonglieren kann, aber unbedingt jonglieren möchte, so zu fördern, dass es „gerade noch so“ jonglieren kann und nicht das Selbstbewusstsein leidet, sondern doch noch aufgebaut wird, nach dem Motto: „Ich kann ja doch etwas“. Dadurch werden zahlreiche Kompetenzen erlernt und verstärkt. Durch die Bildung einer festen ArtistInnen-Gruppe wird die Integration ermöglicht.

Die Circusarbeit ist geprägt von einer sehr starken Orientierung auf Gemeinsamkeit, denn nur so kann eine gemeinsame Vorstellung gelingen. Außerdem ist der gleichberechtigte Umgang mit den Kindern sehr wichtig. Sie werden in fast allen Fragen mit angehört. Davon abgesehen werden klare Regeln ausgesprochen, die eingehalten werden müssen, um Partnerschaftlichkeit und „Demokratie“ aufrechterhalten zu können.

Geübt wird von Anfang an im Zelt. Nun werde ich den Tag schildern, an dem ich teilhaben durfte. Es war bereits der dritte Tag des „Intensivtrainings“ (02.07.2003 von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr):

1. durchzählen, ob alle da sind

2. Frage, ob jemand verletzt oder krank ist und deshalb nicht mitmachen kann

3. Spiel zum Aufwärmen (altersangemessenes Bewegungsspiel, an dem alle teilnehmen)

4. Start der Übungen (Aufteilung in drei Gruppen)

Gruppe „Lui“: Jonglieren

Gruppe „Hagi“: Seilspringen

Gruppe „Batschu“: Drahtseil-Balance

5. Pause

6. Fortfahren mit den Übungen (drei Gruppen)

Gruppe „Lui“: Diabolo

Gruppe „Hagi“: Parterre hüpfen

Gruppe „Batschu“: Clown

Beispiel: Motto: „Munter wie ein Clown im Wasser“:

Alle Kinder, die als Clown auftreten, müssen ein Wort mit „Wasser“ sagen und dazu eine lustige Aktion beisteuern, zum Beispiel „Wasserhahn“ und das Kind kräht nach dem Wort „Kikeriki“, usw.

7. Pause

8. Fortfahren mit den Übungen

Gruppe „Lui“: Fakirtechniken

Gruppe „Hagi“: Trapez

Gruppe „Batschu“: Laufkugeln

9. Schlussrunde mit Rückmeldungen zum Tag

Das sollte nur eine kurze Darstellung eines Nachmittages beim Circus sein.

Ausschlusskriterien, oder Kinder, die aus dem Projekt entlassen werden, gibt es nicht, da dies oft die Außenseiter sind, die sonst auch überall herausfliegen. Das würde dem präventiven Charakter nicht entsprechen. Wenn Kinder besonders auffällig sind, versucht man sie zu beschäftigen, ihnen möglichst viele Aufgaben zu geben, damit ihnen nicht langweilig wird. Eventuell kann man kurzfristig auch den Rahmen wechseln oder andere Methoden anwenden. Bei diesen Kindern muss man viele „pädagogische Tricks“ parat haben.

Nach dem „Intensivtraining“ folgen die Generalproben, bei denen auch die anderen Kinder beteiligt werden. Am 10.07.2003 19.00 Uhr (Premiere), 11.07.2003 19.00 Uhr und 12.07.2003 15.00 Uhr wurden die Vorstellungen aufgeführt. Der Erlös aus dem Verkauf der Karten fließt ebenfalls dem Verein „Elternhilfe gegen Drogen e. V.“ zu. Die Premierenvorstellung war mit circa 250 Zuschauern fast ausverkauft.

Ich selbst fand die Vorstellung am 10.07.2003 beeindruckend. Die Kinder haben große Fortschritte im Vergleich zu meinem Tag beim „Intensivtraining“ gemacht. Alles in allem war es eine sehr gelungene zweistündige Aufführung, wie die Fotos im

Anhang I zeigen.

5.4 Evaluation

Aus einem Gespräch mit Herrn Alois Gundermann, Schulleiter der Dauthendey/Schiller-Schule ging hervor, dass sich die Umgangsformen der Schüler untereinander, sowohl an der eigenen Schule als auch mit Schülern der Leo-Deeg-Schule verbesserten (das Circusprojekt wurde in der Vergangenheit schon einmal an diesen beiden Schulen durchgeführt). Herr Gundermann sagte, dass die Kinder ein besseres Durchhaltevermögen entwickelt hätten und sich länger konzentrieren konnten. Manche wären sogar in einen Sportverein eingetreten. Herr Schlund, Leiter der Leo-Deeg-Schule, äußerte sich leider nicht zu Verhaltensänderungen seiner Schüler.

Ist das schon eine Evaluation im eigentlichen Sinn? Sicher nicht. Da ich mich für die Wirksamkeit des Projekts aber interessiere, stelle ich hier noch einige Aussagen zur Evaluation von primärpräventiven suchtunspezifischen Maßnahmen und meine eigenen Überlegungen dar.

Zuerst muss man feststellen, dass suchtpräventive Maßnahmen in der Praxis nur sehr selten ausgewertet werden. (vgl. Uchtenhagen, Wicki, 2000, S.255) Probleme bei der Evaluation bestehen vor allem darin, dass viele Projekte nicht von operationalisierbaren Zielsetzungen ausgehen, die überprüfbar wären. (vgl. Uchtenhagen,

Wicki, 2000, S.255) „Ziele sollten S pezifisch, M essbar, A ktionsorientiert, R ealistisch und T erminierbar sein.“ (SMART) (Walter u. a. 2001, S. 317) Weiterhin sind Fragestellungen nach der „…Zulässigkeit experimentierenden Vorgehens, nach Vergleichsuntersuchungen, nach den Messgrößen, nach der Verlässlichkeit von Selbstangaben in derartigen Untersuchungen und nach der Angemessenheit von Design und Stichprobengrößen“ offen. (Leukefeld 1991)

Die Wirksamkeit von Suchtprävention ist nur schwer messbar; stattdessen werden Merkmale aufgelistet, die gemäß dem heutigen Wissensstand die Wirksamkeit begünstigen. (vgl. Guggenbühl 2001, S. 287)

Wissensvermittlung bei suchtspezifischer Prävention ist wesentlich leichter zu messen als Förderung der Lebenskompetenzen. Aber nicht nur in der Messbarkeit der Nahziele „… Kommunikationsfähigkeit, Selbständigkeit, Kreativität, Konfliktfähig- keit …“ gibt es Probleme, sondern auch in der Kausalität, da dies allgemeine pädagogische Ziele sind, die auch von Eltern, Lehrern usw. verfolgt werden.

(vgl. Riemann, Gerber 1997, S. 97)

„Auswirkungen präventiver Interventionen sollten nicht nur an den betroffenen Individuen gemessen werden, sondern auch an social units (wie beispielsweise Angehörige, Peergruppen, ganze Schulen, etc.). … Ein spezielles Augenmerk soll der

Aufrechterhaltung und Dauerhaftigkeit von Präventionseffekten gelten.“

(Uchtenhagen, Wicki, 2000, S.255)

Ein weiteres Problem wird darin gesehen, dass Evaluationsmaßnahmen eher kurz- und mittelfristig angelegt sind, Ergebnisse der Verbesserung der Gesundheit sich aber nur mittel- bis langfristig beobachten lassen. (vgl. Walter u. a. 2001, S. 317)

Bei meinen eigenen Überlegungen habe ich mich auf die Ergebnisqualität beschränkt, das heißt, die Struktur- und Prozessqualität sind dabei noch nicht berücksichtigt. Eine gute Evaluation müsste sehr gut vorbereitet werden und sämtliche Punkte mit einbeziehen. Dazu wäre ein enormer Aufwand an Zeit und Geld nötig, damit die Evaluation vernünftig in das Projekt eingebunden werden könnte.

Um die Ergebnisqualität festzustellen, müssten zunächst die Ziele des Circusprojekts genauer (messbar) definiert werden (nach der SMART-Formel (siehe oben)). Außerdem wäre es für mich wichtig, in der Befragung auch die Familien und Lehrer hinzuzuziehen, um einen besseren (und eventuell auch objektiveren) Vergleichswert zu erhalten. Schließlich müsste man bei dem Circusprojekt mehrere Befragungen durchführen. So fände ich eine Befragung vor dem Projektstart, eine Befragung direkt danach und eine Befragung nach circa zehn bis 15 Jahren für sinnvoll, um herauszufinden, was sich verändert hat.

Eine große Schwierigkeit sehe ich darin, dass Einflussgrößen, die in diesem langen Zeitraum eventuell auch auf Lebenskompetenzen, Gesundheitsförderungsfaktoren, Integration und Suchtverhalten eingewirkt haben, wahrscheinlich nicht berücksichtigt werden können. So erleben die Kinder im Laufe ihrer Entwicklung mehrere pädagogische Maßnahmen neben dem Circusprojekt.

Eine eventuelle Möglichkeit, eine Evaluation im Bereich des Circus durchzuführen, wäre eine Befragung in Anlehnung an Antonovskys Fragebogen zum SOC (siehe Abschnitt 2.3). (vgl. Bengel 2002, S. 134-138) Dieser ist in Anhang III explizit dargestellt. Man könnte die Befragung zum Beispiel vor dem Projekt, nach dem Projekt und nach zehn bis 15 Jahren durchführen und so wenigstens eine Aussage über den Grad des Kohärenzgefühls bekommen. So könnte man eine messbare Größe erhalten, die auch vergleichbar wäre. Darin sehe ich eine Möglichkeit, eine aussagefähige Evaluation durchzuführen. Eine Aussage darüber zu treffen, inwieweit die Ergebnisse allein auf das Circusprojekt zurückzuführen wären, halte ich aber nach wie vor für problematisch.

6 Zusammenfassung / Perspektiven

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in der Suchtprävention vor allem um die Förderung der Lebenskompetenzen geht. Dabei gibt es verschiedene Ansätze für die Zielformulierung, wie zum Beispiel die Förderung der emotionalen Intelligenz. Wie gezeigt wurde, bietet der Circus eine gute Möglichkeit, daran anzusetzen. Schwierigkeiten bestehen vor allem in der Evaluation des Projekts, die durch gezielte Überlegungen und Mittelbereitstellung lösbar wären. Dadurch, dass ich an einem Trainingstag und an der Premiere dabei sein konnte, beeindruckte mich das Projekt nachhaltig. Die Kinder haben innerhalb einer Woche einen beachtlichen Fortschritt gemacht und die Aufführung war sehr gelungen.

Zu den Perspektiven äußert Christa Merfert-Diete (2002, S. 32) die These, dass „… Suchtprävention zum Teil inhaltlich und in der Zielsetzung allgemeiner Pädagogik und unspezifischer Prävention“ arbeitet. „ Doch Suchtprävention ist immer auf den Konsum von Suchtmitteln und süchtige Verhaltensweisen zu beziehen. Ohne diesen Bezug verliert sie ihre Legitimation. Damit ist einem Ansatz zu widersprechen, der Gesundheitsförderung als Zielvorgabe formuliert, in welche alle möglichen gesundheitlichen Risiken eingeschlossen sind.“

Klaus Riemann (2002, S. 151) meint, dass sich zurzeit eine neue Entwicklung zu

„… sekundärpräventiven, szeneorientierten und wieder suchtmittelspezifischen Vorgehensweisen …“ andeutet.

Zur Zukunftsperspektive des Circusprojekts lässt sich sagen, dass eine Evaluation des Projekts sinnvoll wäre, um die Wirksamkeit und damit die Notwendigkeit eines solchen nachzuweisen. Leider wird dies an der Finanzierung scheitern. Aufgrund der momentanen finanziellen Ausstattung unseres Vereins „Elternhilfe gegen

Drogen e. V.“ scheint das in dieser Arbeit vorgestellte Circusprojekt das vorerst letzte gewesen zu sein. Da es sich der Verein aber zur Aufgabe gemacht hat, präventiv gegen Sucht vorzugehen, ist er weiterhin bemüht, Mittel zu erhalten, um den

Fortbestand des Projekts doch noch zu erreichen.

Anhang I

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intensivtraining am 02.Juli 2003 mit Clown „Lui“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intensivtraining am 02.Juli 2003 mit Clown „Batschu“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intensivtraining am 02.Juli 2003 mit „Hagi“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Premierenvorstellung am 10. Juli 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Premierenvorstellung am 10. Juli 2003

Anhang II

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eintrittskarte Premierenvorstellung Eintrittskarte Premierenvorstellung

Vorderseite Rückseite

Anhang III

Fragebogen zur Lebensorientierung

(SOC-Skala)

Nach: Antonovsky, A. (1997): Salutogenese. Zur Entmystifizierung der

Gesundheit. Dt. erweiterte Herausgabe von A. Franke. Tübingen: dgvt.

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Fragebogen zur Lebensorientierung

Die folgenden Fragen beziehen sich auf verschiedene Aspekte Ihres Lebens. Auf jede Frage gibt es 7 mögliche Antworten. Bitte kreuzen Sie jeweils die Zahl an, die Ihre Antwort ausdrückt. Geben Sie auf jede Frage nur eine Antwort.

1. Wenn Sie mit anderen Leuten sprechen, haben Sie das Gefühl, dass diese Sie nicht verstehen?

habe nie dieses Gefühl [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] habe immer dieses Gefühl

2. Wenn Sie in der Vergangenheit etwas machen mussten, das von der

Zusammenarbeit mit anderen abhing, hatten Sie das Gefühl, dass die Sache

keinesfalls erledigt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sicher erledigt werden werden würde würde

3. Abgesehen von denjenigen, denen Sie sich am nächsten fühlen – wie gut kennen Sie die meisten Menschen, mit denen Sie täglich zu tun haben?

sie sind Ihnen völlig fremd [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Sie kennen sie sehr gut

4. Haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen ziemlich gleichgültig ist, was um Sie herum passiert?

äußerst selten oder nie [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr oft

5. Waren sie schon überrascht vom Verhalten von Menschen, die Sie gut zu kennen glaubten?

das ist nie passiert [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] das kommt immer wieder vor

6. Haben Menschen, auf die Sie gezählt haben, Sie enttäuscht?

das ist nie passiert [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] das kommt immer wieder vor

7. Das Leben ist

ausgesprochen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] reine Routine interessant

8. Bis jetzt hatte Ihr Leben

überhaupt keine klaren [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr klare Ziele Ziele oder einen Zweck und einen Zweck

9. Haben Sie das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder nie

10. In den letzten zehn Jahren war Ihr Leben

voller Veränderungen, [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ganz beständig ohne dass Sie wussten, und klar was als nächstes passiert

11. Das meiste, was Sie in Zukunft tun werden, wird wahrscheinlich

völlig faszinierend sein [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] todlangweilig sein

12. Haben Sie das Gefühl, in einer ungewohnten Situation zu sein und nicht zu wissen, was Sie tun sollen?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder nie

13. Was beschreibt am besten, wie Sie das Leben sehen?

man kann für schmerzliche [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] es gibt keine Dinge im Leben immer Lösung für eine Lösung finden schmerzliche Dinge im Leben

14. Wenn Sie über Ihr Leben nachdenken, passiert es sehr häufig, dass Sie

fühlen, wie schön es ist [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sich fragen, warum zu leben Sie überhaupt da sind

15. Wenn Sie vor einem schwierigen Problem stehen, ist die Wahl einer Lösung

immer verwirrend und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] immer völlig klar schwierig

16. Das, was Sie täglich tun, ist für Sie eine Quelle

tiefer Freude und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] von Schmerz und Zufriedenheit Langeweile

17. Ihr Leben wird in Zukunft wahrscheinlich

voller Veränderungen sein, [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ganz beständig ohne dass Sie wissen, und klar sein was als nächstes passiert

18. Wenn in der Vergangenheit etwas Unangenehmes geschah, neigten Sie dazu,

sich daran zu verzehren [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] zu sagen: „Nun gut, sei´s drum, ich muss damit leben“ und weiterzumachen

19. Wie oft sind Ihre Gefühle und Ideen ganz durcheinander?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] selten oder nie

20. Wenn Sie etwas machen, das Ihnen ein gutes Gefühl gibt,

werden Sie sich sicher [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] wird sicher etwas geschehen,

auch weiterhin gut fühlen das das Gefühl verdirbt

21. Kommt es vor, dass Sie Gefühle haben, die Sie lieber nicht hätten?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder nie

22. Sie nehmen an, dass Ihr zukünftiges Leben

ohne jeden Sinn und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] voller Sinn und Zweck Zweck sein wird sein wird

23. Glauben Sie, dass es in Zukunft immer Personen geben wird, auf die Sie

zählen können?

Sie sind sich dessen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Sie zweifeln daran sicher

24. Kommt es vor, dass Sie das Gefühl haben, nicht genau zu wissen, was gerade passiert?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder nie

25. Viele Menschen – auch solche mit einem starken Charakter – fühlen sich in bestimmten Situationen wie ein Pechvogel oder Unglücksrabe. Wie oft haben Sie sich in der Vergangenheit so gefühlt?

nie [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr oft

26. Wenn etwas passiert, fanden Sie im allgemeinen, dass Sie dessen Bedeutung

über- oder unterschätzten [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] richtig einschätzten

27. Wenn Sie an Schwierigkeiten denken, mit denen Sie in wichtigen Lebensbereichen wahrscheinlich konfrontiert werden, haben Sie das Gefühl, dass

es Ihnen immer gelingen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Sie die wird, die Schwierigkeiten Schwierigkeiten zu meistern nicht werden meistern können

28. Wie oft haben Sie das Gefühl, dass die Dinge, die Sie täglich tun, wenig Sinn haben?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder nie

29. Wie oft haben Sie Gefühle, bei denen Sie nicht sicher sind, ob Sie sie kontrollieren können?

sehr oft [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sehr selten oder

Kodifizierung der Items

Die Tabelle zeigt für jedes Item die Zuordnung zu den drei Komponenten des SOC:

V = Verstehbarkeit, H = Handhabbarkeit, B = Bedeutsamkeit.

Die Werte in den einzelnen Komponenten des SOC und der SOC-Gesamtwert ergeben sich durch Addition der Skalenwerte, wobei die in der Spalte „Polung“ gekennzeichnete Richtung (positiv/negativ) berücksichtigt werden muss: Bei positiv gepolten Items geht der jeweilige Skalenwert ein; wurde z. B. eine 2 angekreuzt, so beträgt der zu addierende Wert 2. Bei negativ gepolten Items dagegen erhält der niedrigste Skalenwert (also 1) den höchsten zu addierenden Wert (also 7); wurde auf einer negativ gepolten Skala eine 2 angekreuzt, so beträgt der zu addierende Wert somit 6, bei einer 3 wäre er 5 usw.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bengel, Jürgen: Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese. Diskussionsstand und Stellenwert. Im Auftrag der BZgA. Band 6. 7. erw. Neuaufl. Köln 2002. BZgA (S. 134 – 138)

7 Literaturverzeichnis

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Zitiert nach: Waibel, Eva Maria: Von der Suchtprävention zur Gesundheitsförderung in der Schule. Der lange Weg der kleinen Schritte. Erziehungskonzeptionen und Praxis. Band 18. 3. Auflage. Frankfurt am Main 1994. Peter Lang GmbH

Bartsch / Knigge-Illner (Hrsg.): Sucht und Erziehung. Band 1: Sucht und Schule. Handbuch für Lehrer und Sozialpädagogen. Weinheim und Basel 1987. Beltz

Zitiert nach: Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München: Suchtprävention in der Schule. Handreichung für Drogenkontaktlehrerinnen und Drogenkontaktlehrer an den bayerischen Schulen. München 1995.

City Druck GmbH

Bengel, Jürgen: Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese. Diskussionsstand und Stellenwert. Im Auftrag der BZgA. Band 6. 7. erw. Neuaufl. Köln 2002. BZgA

Böllinger, Lorenz / Stöver, Heino (Hrsg.): Drogenpraxis, Drogenrecht, Drogenpolitik. Handbuch für Drogenbenutzer, Eltern, Drogenberater, Ärzte und Juristen. 5., vollst. überarb. Auflage. Frankfurt am Main 2002. Fachhochschulverlag

Bühringer, Gerhard: Aktuelle Konzepte zur Primärprävention des Substanzmissbrauchs mit Schwerpunkt „Schulische Prävention“. In: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.): Suchtprävention. Schriftenreihe zum Problem der Suchtgefahren. Band 36. Freiburg 1994. Lambertus

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Circus Mumm (aktuelle Internetseite vom 02.07.2003) URL http://www.CircusMumm.de

Circus Mumm (aktuelle Internetseite vom 11.08.2003) URL http://www.CircusMumm.de

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.): Suchtprävention. Schriftenreihe zum Problem der Suchtgefahren. Band 36. Freiburg 1994. Lambertus

Elternkreise Bonn und Salzburg (Hrsg.): Sinn-volle Prävention. 2. überarbeitete

Fassung. Unveröffentlichtes Manuskript. O. J.. O. O. Zitiert nach: Waibel, Eva Maria: Von der Suchtprävention zur Gesundheitsförderung in der Schule. Der lange Weg der kleinen Schritte. Erziehungskonzeptionen und Praxis. Band 18. 3. Auflage. Frankfurt am Main 1994. Peter Lang GmbH

Franz, Heinz Jörgen: Soziale Unterstützung als Gesundheitsförderung und Prävention – Zur Bedeutung der kontextuellen Ressource im Bewältigungsprozess.

In: Franz, Heinz Jörgen / Lumpp, Rudolf (Hrsg.): … damit das Kind nicht in den Brunnen fällt. Aspekte zeitgemäßer Suchtprävention. Frankfurt am Main 2000. Peter Lang GmbH

Franz, Heinz Jörgen / Lumpp, Rudolf (Hrsg.): … damit das Kind nicht in den Brunnen fällt. Aspekte zeitgemäßer Suchtprävention. Frankfurt am Main 2000. Peter Lang GmbH

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Details

Seiten
36
Jahr
2003
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v108547
Institution / Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,3
Schlagworte
Suchtprävention Sicht Beispiel Verein Elternhilfe Drogen Circusprojekts Master Science Addiction Prevention Treatment

Autor

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Titel: Suchtprävention aus aktueller Sicht am Beispiel des vom Verein "Elternhilfe gegen Drogen e. V." geförderten Circusprojekts